Von den Amis lernen...
Sage noch einmal jemand die Amerikaner wären schlecht informiert. William A. Pizers Statement vor dem US-Repräsentantenhaus zu den Erkenntnissen des IPCC-WGIII-Berichts ist Klassen besser als all das, was man an Informationsinput für unser hiesiges Parlament so kennt. Er gibt eine interessante Kurzanleitung, wie der Bericht zu lesen und zu verstehen ist und bringt dabei Licht in das Dickicht der Modellanannahmen. Unter anderem erläutert er, warum die niedrig hängenden Früchte am Baum der Klimaschutzmaßnahmen bei näherer Betrachtung eher mickrig ausfallen könnten. Die wichtigste Botschaft ist jedoch: Alle IPCC-Potentialschätzungen gehen als sog. Least-Cost-Schätzungen davon aus, dass der Klimaschutz mit einem weltweit einheitlichen effizienten Instrument (Emissionssteuer bzw. Emissionshandel) umgesetzt werden. Wenn also irgendjemand kommt und unter Verweis auf die vermeintlich moderaten Klimaschutzkosten von 3% im Jahr 2030 die bundesdeutschen Klimaschutzspielzeuge wie Erneuerbare-Energien-Gesetz oder Energiesparförderung propagiert, kann man getrost davon ausgehen, dass die Kosten dann um einiges höher anzusetzen sind.
