Wal Mart Pandemie?
In dem Beitrag Wal-Mart soweit das Auge reicht? warnt der amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff die Europäer vor einer allzu starken Ausbreitung von großen Supermarktketten wie Wal-Mart in den USA. Hierbei weist er vor allem darauf hin, dass die Produktivitätssteigerung im Einzelhandelssektor bis zu 50 Prozent des Produktivitätsvorsprungs Amerikas vor den Europäern erklären. Weitere 25 Prozent lassen sich auf den Anstieg der Produktivität im Großhandel zurückführen. Gleichzeitig glaubt er, die Nachteile dieser Entwicklung ausmachen zu können. Unzureichende Arbeitsstandards der geringverdienenden Arbeitskräfte in Supermarktketten und ein mit der Ausbreitung von Einkaufszentren einhergehender Verlust dörflicher oder urbaner Identität.
Ich kann diese Kritik nicht teilen. Abgesehen davon, dass ich hier in Berlins Stadtbezirk Kreuzberg noch immer betroffen bin von viel zu engen, schmuddligen und überdies nicht einmal so billigen Supermärkten, sind die von Rogoff angeführten Argumente allesamt wenig überzeugend. Zum einen stehen heute an der Stelle der kleinen miefigen Lädchen, die früher all die Massenprodukte angeboten haben, die heute der Supermarkt billiger und in größerer Vielfalt im Programm hat, kleine Spezialitätengeschäfte, die mit einem exklusiven und exotischen Angebot exakt die Nische ausfüllen, die Supermärkte nur schwer bedienen können. Zudem verbringe ich die Zeit, die ich früher bei der Suche quer durch zig Tante-Emma-Läden verplemperte, nun in einem der vielen Straßencafes, die inzwischen meinen Kiez bevölkern. Der Produktivitätsgewinn äußert sich auch darin, dass ich mein Geld für Lebensmittel spare und für eine Vielzahl anderer Güter und Dienstleistungen ausgeben kann. Der Bedeutungsverlust des Kleingewerbes hat zwar so manchem Ladenbesitzer die ruhige Karriere gekostet, war aber letztlich Ausdruck der Einkaufspräferenzen der Konsumenten. Wer clever war hat die Zeichen der Zeit erkannt und bietet heute die Dienstleistungen an, für die sich die Sparfüchse aus dem Supermarkt neuerdings interessieren. Wer diese Entwicklung für eine Katastrophe hält muß sich fragen, warum er nicht auch glaubt, dass der Niedergang der pferdegetriebenen Taxidroschke ein historischer Fehler war. Der Faden ließe sich weiter spinnen.
Wer wie Rogoff über die Arbeitsbedingungen der Angestellten der großen Handelsketten klagt muß sich fragen lassen, inwiefern sich durch die Übernahme der Kosten für die Krankenkasse durch den Arbeitgeber die finanzielle Situation für den Angestellten bessert. Da eine Kassenangestellte maximal den Lohnsatz bekommt, der ihrer Produktivität entspricht, muß sie auf jeden Euro den der Arbeitgeber mehr an die Krankenversicherung abführt in der Lohntüte verzichten. Auch muß man nach einer realistischen Beschäftigungsalternative der Supermarktangestellten fragen und berücksichtigen, dass auch die Angestellten Nutznießer von mehr Service, Vielfalt und gesunkenen Lebensmittelpreisen geworden sind.
Das amerikanische Produktivitätswachstum, getrieben von einer höheren Dienstleistungsproduktivität, hat mit dazu beigetragen, dass der Durchschnittsamerikaner heute bei gleicher faktischer Arbeitszeit ein deutlich höheres Wohlstandsniveau erreicht hat. Schließlich täuschen die niedrigeren offiziellen Arbeitsstunden der Deutschen darüber hinweg, dass wir nach getaner Arbeit den Zweitjob Haushalt wesentlicher intersiver verfolgen als unsere Kollegen jenseits des Atlantik. Und hier schließt sich der Kreis. Neben niedrigeren Steuern und flexibleren Arbeitsmärkten dürfte auch die höhere Produktivität in Amerikas Supermärkten dafür verantwortlich sein, dass man sich dort eher auf das spezialisieren kann, was einem am besten von der Hand geht.
Wer mit dieser Entwicklung letztlich ein Problem hat sollte mit den Füßen und dem Geldbeutel abstimmen und den neu entstehenden Supermärkten und Einkaufszentren einfach den Rücken kehren. Was er sich genau überlegen sollte ist, wie jüngst die Gegner eines neuen Einkaufs-, Ärzte- und Fitnesszentrums in der Kreuzberger Bergmannstraße, in das übliche Gejammer der Lobbyisten gegen den Willen der Verbraucher mit allzu durchsichtigen Argumenten einzustimmen. Die Entscheidung über Sinn und Unsinn neuer Dienstleistungsstrukturen sollte er den Investoren und deren Kunden und nicht befangenen Lokalpolitikern überlassen. Die tragen im Zweifel nicht die Konsequenzen. Sollten sich die Dienstleistungs-Klötze im Nachhinein doch als Fehlinvestition erweisen, dann ist auch ein Abriß wieder möglich.
Ich kann diese Kritik nicht teilen. Abgesehen davon, dass ich hier in Berlins Stadtbezirk Kreuzberg noch immer betroffen bin von viel zu engen, schmuddligen und überdies nicht einmal so billigen Supermärkten, sind die von Rogoff angeführten Argumente allesamt wenig überzeugend. Zum einen stehen heute an der Stelle der kleinen miefigen Lädchen, die früher all die Massenprodukte angeboten haben, die heute der Supermarkt billiger und in größerer Vielfalt im Programm hat, kleine Spezialitätengeschäfte, die mit einem exklusiven und exotischen Angebot exakt die Nische ausfüllen, die Supermärkte nur schwer bedienen können. Zudem verbringe ich die Zeit, die ich früher bei der Suche quer durch zig Tante-Emma-Läden verplemperte, nun in einem der vielen Straßencafes, die inzwischen meinen Kiez bevölkern. Der Produktivitätsgewinn äußert sich auch darin, dass ich mein Geld für Lebensmittel spare und für eine Vielzahl anderer Güter und Dienstleistungen ausgeben kann. Der Bedeutungsverlust des Kleingewerbes hat zwar so manchem Ladenbesitzer die ruhige Karriere gekostet, war aber letztlich Ausdruck der Einkaufspräferenzen der Konsumenten. Wer clever war hat die Zeichen der Zeit erkannt und bietet heute die Dienstleistungen an, für die sich die Sparfüchse aus dem Supermarkt neuerdings interessieren. Wer diese Entwicklung für eine Katastrophe hält muß sich fragen, warum er nicht auch glaubt, dass der Niedergang der pferdegetriebenen Taxidroschke ein historischer Fehler war. Der Faden ließe sich weiter spinnen.
Wer wie Rogoff über die Arbeitsbedingungen der Angestellten der großen Handelsketten klagt muß sich fragen lassen, inwiefern sich durch die Übernahme der Kosten für die Krankenkasse durch den Arbeitgeber die finanzielle Situation für den Angestellten bessert. Da eine Kassenangestellte maximal den Lohnsatz bekommt, der ihrer Produktivität entspricht, muß sie auf jeden Euro den der Arbeitgeber mehr an die Krankenversicherung abführt in der Lohntüte verzichten. Auch muß man nach einer realistischen Beschäftigungsalternative der Supermarktangestellten fragen und berücksichtigen, dass auch die Angestellten Nutznießer von mehr Service, Vielfalt und gesunkenen Lebensmittelpreisen geworden sind.
Das amerikanische Produktivitätswachstum, getrieben von einer höheren Dienstleistungsproduktivität, hat mit dazu beigetragen, dass der Durchschnittsamerikaner heute bei gleicher faktischer Arbeitszeit ein deutlich höheres Wohlstandsniveau erreicht hat. Schließlich täuschen die niedrigeren offiziellen Arbeitsstunden der Deutschen darüber hinweg, dass wir nach getaner Arbeit den Zweitjob Haushalt wesentlicher intersiver verfolgen als unsere Kollegen jenseits des Atlantik. Und hier schließt sich der Kreis. Neben niedrigeren Steuern und flexibleren Arbeitsmärkten dürfte auch die höhere Produktivität in Amerikas Supermärkten dafür verantwortlich sein, dass man sich dort eher auf das spezialisieren kann, was einem am besten von der Hand geht.
Wer mit dieser Entwicklung letztlich ein Problem hat sollte mit den Füßen und dem Geldbeutel abstimmen und den neu entstehenden Supermärkten und Einkaufszentren einfach den Rücken kehren. Was er sich genau überlegen sollte ist, wie jüngst die Gegner eines neuen Einkaufs-, Ärzte- und Fitnesszentrums in der Kreuzberger Bergmannstraße, in das übliche Gejammer der Lobbyisten gegen den Willen der Verbraucher mit allzu durchsichtigen Argumenten einzustimmen. Die Entscheidung über Sinn und Unsinn neuer Dienstleistungsstrukturen sollte er den Investoren und deren Kunden und nicht befangenen Lokalpolitikern überlassen. Die tragen im Zweifel nicht die Konsequenzen. Sollten sich die Dienstleistungs-Klötze im Nachhinein doch als Fehlinvestition erweisen, dann ist auch ein Abriß wieder möglich.

Wo auch Randgruppen ein Zuhause finden.
http://www.rhabarbermarmelade.de.tt/
Das ist auch in den USA so, wo die Einkommen gerade im Bereich der Wal-Mart-Kunden <a rel="nofollow" href=\"http://online.wsj.com/public/article_print/SB114341649383308604-nD9yJIDaBrnnGoDZYhxAfVf7 Sbg_20070326.html\">vollkommen abgehängt werden</a>. Und das sagt ja auch Ken Rogoff: I have nothing against big box stores. They are an enormous boon to low-income consumers, partly compensating for the tepid wage growth that many of them have suffered during the past two decades.
Ken Rogoff sagt zwar, dass er nichts gegen die Supermärkte hat, aber konstruiert dennoch einen Strohmann, vor dem er uns Europäer warnt.
sehr hoch, der Wettbewerb knochenhart und die Preise extrem niedrig.
Zu geringe Produktivität mag vielleicht im euopäischen Ausland ein Problem sein -
aber ganz sicher nicht in Deutschland!
Gerade das Beispiel Wal Mart ist hier interessant:
Wal Mart ist in Amerika ein sehr preisagressiver Einzelhändler. Als er nach Deutschland
kam, hatte er das Ziel in Deutschland neue Preis- und Servicestandards zu setzen.
Von diesem hehren Anspruch ist mittlerweile nichts mehr übrig. Wal-Mart ist im deutschen
Einzelhandel bestenfalls Mittelmaß - und produziert in Deutschland unglaublich
hohe Verluste.
Wenn nun also der effizienteste amerikanische Einzelhändler in Deutschland nicht den
Hauch einer Chance hat, kann es mit der Effizienz des deutschen Einzelhandels nicht so
schlimm stehen.
Ich denke mein Blick ist durch die relativ schlechten Bedingungen um meinen Wohnort getrübt. Im Prinzip wollte ich auch nur ausdrücken, dass ich eine hohe Produktivität im Retailbereich anders als Herr Rogoff nicht für gefährlich halte.