Weichgekocht
Die Wirkungen der globalen Erwärmung machen vor nichts halt, auch nicht vor den Köpfen von Fachkollegen. Jedenfalls wird langsam auch die ökonomische Vernunft weichgekocht. Der Verdacht drängt sich jedenfalls auf, wenn man diesen Kommentar aus Deutschlands Norden liest. Gut, da gibt es auch Vernünftiges zu lesen. Aber plötzlich wird ein Mangel zum Segen, weil der Sinn des Lebens offenbar nicht in einem guten Leben besteht, dass sich leichter durch den Konsum von Gütern erreichen lässt. Nein, Endziel soll es offenbar sein Häuser zu dämmen, Nachts zu frösteln und Energiesparbirnen in Lampenfassungen zu schrauben. Der Verzicht ist wieder in. Und die gegenwärtigen Energiepreissteigerungen machen das plötzlich wirtschaftlich und wir investieren ganz, ganz doll und kurbeln damit unsere Wirtschaft an. Und deshalb sollen Energiepreissteigerungen auch ihre guten Seiten haben.
Leider sind diese Investitionen aber kein Zeichen eines verbesserten Lebensstandards für alle, sondern nur der Ausdruck dessen, dass unser Leben mit billigerer Energie einfacher war und des einen Kosten die Umsätze anderer sind. Mag sein, dass wir Deutschen schon immer mehr Geld für die Umwelt als für sonstige Annehmlichkeiten als andere ausgegeben haben, wir damit vielleicht auch als Exportnation einen Vorteil in der Produktion von Umwelttechnik besitzen. Das sollte uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Käufer dieser Produkte dafür auf den Konsum oder die Produktion anderer Dinge verzichten müssen, was für uns Deutsche als Importeure oder Exporteure weniger umweltrelevanter Güter sicherlich zu negativen Konsequenzen führt. Zu ärgerlich, dass manche Ökonomen noch immer an den "Free Lunch", eine Welt ohne Opportunitätskosten glauben.

Aber eigentlich will er etwas anderes sagen, nämlich:
"Der Markt ist zu kurzsichtig. Ich weiß, was er nicht weiß: Es ist für uns am besten, heute in einem Umfang auf alternative Energien zu setzen und Energie einzusparen, der von den bisherigen, zu niedrigen Preisen nicht ausreichend nahegelegt wurde."
Wenn ich aber anfangen sollte zu zählen, käme ich schon in diesen zwei Sätzen auf mindestens einen Grundirrtum, eine fragwürdige Annahme und eine falsche Analyse.