Wer schützt uns eigentlich vor dieser Behörde?
Das Bundeskartellamt erfindet die Ökonomie neu und mahnt den Energieerzeuger RWE ab, weil dieser den Börsenpreis für Emissionsrechte in seine Preise einkalkuliert. Die Bundesregierung und Teile der Opposition klatschen laut Beifall. Warum das ganz grober Unfug ist, dem wirtschaftlich agierenden Energieversorgern nichts anderes übrig bleibt und in diesem Verhalten die wesentliche Klimaschutzwirkung des Instruments liegt konnte man hier schon des öfteren nachlesen. Insofern ist dieser populistische Schulterschluß bestenfalls dazu geeignet, dem bildungsresistenten Bundesbürger über das Weihnachtsfest die Illusion der Geborgenheit durch einen sich aufopfernd kümmernden Staat zu geben. Als Konsument wird er hiervon sicher nicht profitieren, denn die Begrenzung der Einpreisung wird angebotssenkend wirken und die Attraktivität von Neuinvestitionen in Erzeugungskapazitäten noch weiter reduzieren. Die Einpreisung kommt dann trotzdem und mit Sicherheit noch spürbarer. Doch dann wird es vielleicht eine andere Bundesregierung sein, die auf das Wehklagen seiner Bürger reagieren muß. Und wieder wird uns das Kartellamt schützen wollen. Ich allerdings würde mich noch sicherer fühlen, wenn mich endlich mal jemand vor dem Kartellamt schützt.

Der Gegensatz zwischen der Stromwirtschaft auf der einen Seite, sowie dem Kartellamt und dem Wirtschaftsministerium auf der anderen, liegt in der Beurteilung der Wettbewerbssituation. Das Kartellamt ist aus Vergleichen zu dem Schluss gekommen, RWE hätte den Preis “bei wirksamem Wettbewerb” nicht durchsetzen können.
Die Elastizität, die Sie im theoretischen Rahmen unterstellen ("weil eine volle Überwälzung zu Absatzverlusten führt"), wird nicht jeder Beobachter attestieren.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie Leute, die die deutsche Volkswirtschaft ansonsten an Verkrustung zerbrechen sehen, wenn es um Gewinne geht, von deren marktwirtschaftlicher Grundierung felsenfest überzeugt sind. Anyways - schöne Festtage!