Mit dem Kopf voran

27.12.2007 um 14:18 Uhr

So gesehen...

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Tom Nelson über den Umgang mit Neuigkeiten in der Klimabeobachtung:

22.12.2007 um 14:23 Uhr

IPCC Data-Mining

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Bei der Lektüre der Technical Summary des jüngsten IPCC-Teilreports "The Physical Science Basis" ist mir folgende Darstellung von Temperaturtrends (S. 37) aufgefallen:

Die Darstellung suggeriert einen beschleunigten Anstieg der Temperaturen in den vergangenen 150 Jahren. Immerhin erhöht sich der Anstieg der für jedes viertel Jahrhundert berechneten linearen Trendfunktionen kontinuierlich. Beim zweiten Blick fällt jedoch auf, dass dieser Anstieg nur deshalb auftritt, weil die Temperatur über den Beobachtungszeitraum nicht kontinuierlich gestiegen ist, sondern Jahren mit Temperaturanstiegen immer wieder Phasen abnehmender Temperatur folgten, was zwangsläufig zu einem Trendzuwachs der Trendfunktionen führen muss. Eine beliebig andere Wahl der Beobachtungsperiode hätte zu unzähligen anderen Trendfunktionen mit zu oder zwischendurch auch abnehmenden Trends geführt. Fazit: Wie besorgniserregend ein Trend erscheint, ist immer auch eine Frage der Präsentation.

20.12.2007 um 16:58 Uhr

Erstmals eisfrei?

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

So wie die taz berichteten fast alle Medien im September über die erstmalige Eisfreiheit der arktischen  Nordwestpassage seit Beginn der Satellitenbeobachtung vor 30 Jahren und die damit mögliche Passierbarkeit durch Schiffe. Bekanntlich kochen Journalisten alte Geschichte gern mehrmals auf. Offenbar auch in diesem Fall, denn nach 1978 wurde die Nordwestpassage bereits 1984, 1988 und 2000 von Schiffen bezwungen. Und jedes mal wurde dies von der Presse dokumentiert. Oder sollte es sich in diese Fällen um sich in den Norden verirrte "Fliegende Holländer" gehandelt haben? Eher unwahrscheinlich, denn auch für die kalte Zeit vor 1978 wird offziell von mehreren Schiffspassagen berichtet.

17.12.2007 um 19:28 Uhr

Kommen die Klimakriege?

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Der Klimawandel wird in Wissenschaft und Politik inzwischen nicht nur als Bedrohung für die menschliche Umwelt, sondern auch als Sicherheitsrisiko gesehen. Gängige Theorien in der geistigen Tradition von Thomas Malthus gehen dabei davon aus, dass die vom Klimawandel verursachte Verknappung natürlicher Ressourcen zu gewaltsamen Verteilungskämpfen führt und das bereits heutige regionale Konflikte mit dem Klimawandel in kausalem Zusammenhang stehen.

Eine etwas andere Sichtweise legt eine aktuelle norwegische Studie nahe. Die Wissenschaftler stellten fest, dass in jüngerer Vergangenheit gerade dort wenige gewaltsame Konflikte ausgetragen wurden, wo natürliche Ressourcen einer wirtschaftlich besonders intensiven Nutzung ausgesetzt waren. Ressourcenknappheit stellt demnach zwar ein potentiell konfliktverstärkendes Problem, jedoch nicht den Auslöser von politischen und sozialen Krisen dar. Forschungen der Ressourcen- und Institutionenökonomik deuten seit langem darauf hin, dass die Knappheit von Ressourcen nur unter den Bedingungen ungesicherter Eigentumsrechte und schwachen sowie korrupten politischen Institutionen kurzsichtige Verteilungskämpfe provoziert. Unter diesen Bedingungen hat die auf dem Schutz individueller Freiheit und Privateigentums basierende Entstehung von Märkten und der produktive Austausch von Gütern nicht die notwendige langfristige Basis. In dieser Tradition käme der Klimaschutzpolitik auch weniger die Aufgabe der Beseitigung bis heute nicht klar ausgemachter menschenverursachter Klimabedrohungen zu, sondern die Schaffung der institutionellen Voraussetzungen für langfristig stabile wirtschaftliche Entwicklung.

07.12.2007 um 18:21 Uhr

Hochgerechnet

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Der schwedische Geophysiker Nils-Axel Mörner stellt in einem Interview fest, dass sich der vom IPCC berechnete Aufwärtstrend des Meeresspiegels in der Realität nicht beobachten lässt und lüftet das Geheimnis, wie der IPCC dennoch zu solchen Erkenntnissen gelangt:

You have to look at that in a lot of different ways. That is what I have done in a lot of different papers, so we can confine ourselves to the short story here. One way is to look at the global picture, to try to find the essence of what is going on. And then we can see that the sea level was indeed rising, from, let us say, 1850 to 1930-40. And that rise had a rate in the order of 1 millimeter per year. Not more. 1.1 is the exact figure. And we can check that, because Holland is a subsiding area; it has been subsiding for many millions of years; and Sweden, after the last Ice Age, was uplifted. So if you balance those, there is only one solution, and it will be this figure.

That ended in 1940, and there had been no rise until 1970; and then we can come into the debate here on what is going on, and we have to go to satellite altimetry, and I will return to that. But before doing that: There's another way of checking it, because if the radius of the Earth increases, because sea level is rising, then immediately the Earth's rate of rotation would slow down. That is a physical law, right? You have it in figure-skating: when they rotate very fast, the arms are close to the body; and then when they increase the radius, by putting out their arms, they stop by themsel-ves. So you can look at the rotation and the same comes up: Yes, it might be 1.1 mm per year, but absolutely not more. It could be less, because there could be other factors affecting the Earth, but it certainly could not be more. Absolutely not! Again, it's a matter of physics.

So, we have this 1 mm per year up to 1930, by observation, and we have it by rotation recording. So we go with those two. They go up and down, but there's no trend in it; it was up until 1930, and then down again. There's no trend, absolutely no trend...

04.12.2007 um 20:28 Uhr

Nicht genehmigte Erwärmung

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Ross McKitrick und Patrick Michaels berechnen in einem neuen Paper, dass industrielle und urbane Einflüsse auf weltweite Bodentemperaturmesspunkte sowie der Wegfall vieler Messstellen seit 1980 fast die Hälfte der jüngsten globalen Erwärmung in Bodennähe erklären. Der Aufsatz ist darüber hinaus ein anschauliches Zeugnis der unglaublichen Ignoranz des IPCC gegenüber dem Mainstream widersprechende Forschungsergebnisse.

21.11.2007 um 10:33 Uhr

Optimale Anpassung?

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel erlangen trotz ihrer gegenüber Emissionsminderungsmaßnahmen wesentlich größeren Wirksamkeit in der Politik und der Öffentlichkeit keine große Aufmerksamkeit. Tatsächlich gibt es Ökonomen die meinen, anders als bei den Treibhausgasemissionen lägen auch keine externen Effekte vor, so dass auch ein optimales Niveau an Anpassungsmaßnahmen zu erwarten sei. So argumentiert etwa John Quiggin in einer Reaktion auf einen Artikel zur Anpassung an den Klimawandel in der Zeitschrift Nature:

Prins and Rayner also assume that because adaptation is as important as mitigation, it should receive equal attention as a focus of public policy. But emissions of greenhouse gases represent a market failure. No individual or nation has a strong incentive to reduce their own emissions. Hence, mitigation requires a global policy response so that this externality is taken into account. By contrast, private parties, in deciding how to adapt to climate change, will, in the absence of policy intervention, bear the costs and receive the benefits of their decisions in most cases. There is no reason to expect too little adaptation.

Tatsächlich dürfte davon auszugehen sein, dass Anpassungsmaßnahmen aus diesem Grund wesentlich leichter umzusetzen sind. Schließlich profitieren die Akteure unmittelbar von den Maßnahmen für die sie die Kosten aufbringen müssen. Auch dürfte der Bedarf nach internationaler Koordination der Aktivitäten geringer sein.

Im Bezug auf Anpassungsmaßnahmen in den Entwicklungsländern, die wie das Beispiel der jüngsten Sturmkatastrophe in Bangladesh zeigt deutlich stärker von Extremwetterereignissen betroffen sind, bestehen jedoch wesentlich fundamentalere Probleme. So betonte Barun S. Mitra vom Liberty Institute in Neu-Dehli in einem Vortrag im Berliner Instititut für unternehmerische Freiheit, dass neben der Armut und der schlechten Infrastruktur vor allem der Mangel an Eigentumsrechten ein Hemmnis für Anpassungsmaßnahmen darstellt. Nicht nur, dass fehlende Eigentumsrechte an Grund, Boden und Immobilien Anreize zu Investition in solide Behausungen und wirksame Schutzmaßnahmen reduzieren. Ein mindestens ebenso großes Problem ergibt sich daraus, dass sich die Bewohner trotz Lebensgefahr nicht wagen ihren Hof zu verlassen, aus Angst bei ihrer Rückkehr, weder Land noch Eigentum wieder in Besitz nehmen zu können. Wer Angst haben muß, bei seiner Rückkehr festzustellen, dass sein vormaliges Grundstück von fremden Leuten anektiert wurde und keine rechtliche Möglichkeit besteht dies zu verhindern oder rückgängig zu machen, weil keine Eigentumstitel existieren, der wird es kaum wagen bei Gefahr rechtzeitig eine Gefahrenzone zu verlassen. Immerhin kann der Mutigste zwar sein Leben verlieren, aber auch seine paar Quadratmeter Heimat beschützen oder sich das Eigentum anderer aneignen. Solange also die rechtlichen Grundlagen für den Schutz von Eigentumsrechten nicht bestehen, ist nicht zu erwarten, dass Menschen ein ausreichendes Maß an Anpassungsmaßnahmen vornehmen. Allerdings handelt es sich hier eindeutig nicht um Marktversagen, sondern um ein Scheitern des Staates. Schließlich unterbindet der Staat auch, dass sich alternative Institutionen zu dem von ihm vernachlässigten Rechtssystem herausbilden.

16.11.2007 um 11:41 Uhr

Baumlose Klimageschichte

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Was kommt dabei heraus, wenn man bei der Analyse historischer Temperaturproxies die fehlerverdächtigen Jahresringe von Bäumen nicht berücksichtigt? Man hat weniger Daten, aber die Temperaturkurve erhält auch eine andere Form (via ClimateAudit inklusive spannender Diskussion):

Historical data provide a baseline for judging how anomalous recent temperature changes are and for assessing the degree to which organisms are likely to be adversely affected by current or future warming. Climate histories are commonly reconstructed from a variety of sources, including ice cores, tree rings, and sediment. Tree-ring data, being the most abundant for recent centuries, tend to dominate reconstructions. There are reasons to believe that tree ring data may not properly capture long-term climate changes. In this study, eighteen 2000-year-long series were obtained that were not based on tree ring data. Data in each series were smoothed with a 30-year running mean. All data were then converted to anomalies by subtracting the mean of each series from that series. The overall mean series was then computed by simple averaging. The mean time series shows quite coherent structure. The mean series shows the Medieval Warm Period (MWP) and Little Ice Age (LIA) quite clearly, with the MWP being approximately 0.3°C warmer than 20th century values at these eighteen sites.

Loehle, C. 2007. A 2000-year global temperature reconstruction based on non-treering proxies. Energy & Environment 18(7-8): 1049-1058.

 

 

 

13.11.2007 um 10:55 Uhr

Harte Fiktion

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Wenn 90 % aller Naturkatastrophen mit dem gegenwärtigen Klimaveränderungen zusammenhängen, dann fragt man sich womit die Naturkatastrophen der Vergangenheit zusammenhingen. Wohl auch mit Klimaveränderungen. Und was kann man dem entnehmen? Dass die Klimaberichterstattung der Presse keinerlei verwertbare Informationen transportiert.

07.11.2007 um 11:45 Uhr

Gehirn eingeschaltet

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Erfreulicherweise werden auch in Europa kritische Stimmen in Sachen Klimaforschung langsam etwas lauter.

01.11.2007 um 13:40 Uhr

Ist der IPCC noch zu retten?

von: JoelB   Kategorie: Klimawandel

An der wissenschaftlichen Autorität des IPCC zweifeln inzwischen einige. Der Klimaforscher und IPCC-Expert-Reviewer Dr. Vincent Gray ist sogar davon überzeugt, dass es an der Zeit ist das Gremium ganz zu den Akten zu legen:

The disappearance of the IPCC in disgrace is not only desirable but inevitable. The reason is, that the world will slowly realise that the "predictions" emanating from the IPCC will not happen. The absence of any "global warming" for the past eight years is just the beginning. Sooner or later all of us will come to realise that this organisation, and the thinking behind it, is phony. Unfortunately severe economic damage is likely to be done by its influence before that happens.

01.11.2007 um 02:26 Uhr

Eine unsichere Wahrheit

von: JoelB   Kategorie: Klimawandel

Im Dezember bekommt Al Gore gemeinsam mit den Wissenschaftlern des IPCC den Friedensnobelpreis überreicht. Die gemeinsame Auszeichnung lässt vermuten, dass beide Preisträger auch ihre Meinung über die Ursachen der globalen Erwärmung teilen. Das ist jedoch nicht der Fall.

Ein Beispiel sind die globalen Temperaturdaten. Im ersten IPCC-Report aus dem Jahre 1990 ging man noch von einer deutlichen Periode überdurchschnittlich warmen Klimas während des Mittelalters gefolgt von einer kurzen moderaten Eiszeit aus. Die damalige Darstellung legte nahe, dass der Temperaturtrend in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, als die industriellen Emissionen begannen über ein „natürliches“ Niveau hinauszugehen, sich kaum von den Temperaturveränderungen unterschied, die für die Zeiten minimaler anthropogener Emissionen ermittelt werden konnten. Doch in einem 2001 folgenden Report veröffentlichte der IPCC einen völlig anderen historischen Temperaturverlauf über den der ursprünglichen Darstellung entsprechenden Zeithorizont, der weder die mittelalterliche Warmzeit noch die kleine Eiszeit mehr erkennen ließen. Diese Darstellung suggerierte eine Erwärmung, der statt natürlichen Schwankungen klimatischer Phänomene andere Ursachen, mutmaßlich der Anstieg vom Menschen verursachte Treibhausgasemissionen zugrunde lag. Im aktuellen vierten Bericht des IPCC taucht diese Darstellung der historischen Temperaturentwicklung jedoch nicht mehr auf – wohl aufgrund der Kritik seitens der Wissenschaft – was Mr. Gore allerdings nicht davon abhält, den widerlegten Pfad der Temperaturentwicklung fleißig weiter in seinem Film und seinen Büchern zu präsentieren. Die Dokumentation „Eine unbequeme Wahrheit“ ist allein aus diesem Grund obsolet. Die Unsicherheiten der grundlegenden Erkenntnisse der Klimaforschung sind nur zu offensichtlich. Von einer Validität der historischen Temperaturdaten kann noch lange nicht die Rede sein.

Diese Erkenntnislücken betreffen so ziemlich alle Facetten der Theorie des Klimawandels und erschließen sich bei der aufmerksamen Lektüre aus den Auffassungen hunderter Klimaforscher im IPCC-Report. Dies sollte den Leser nicht weiter verwundern, ist doch die Berücksichtigung von Unsicherheiten bei der Hypothesenbildung oberste Pflicht eines jeden Wissenschaftlers. Die Anerkennung wissenschaftlicher Unsicherheit in der Politik steht dem an Bedeutung nicht nach. Schließlich bestimmt die Sicherheit wissenschaftlicher Erkenntnisse die Erfolgsaussichten politischen Handelns und die der Gesellschaft aufgebürdeten Kosten.

Vor diesem Hintergrund bedürfen die drastischen Problemlösungsansätze einiger Umweltaktivisten besonderer Aufmerksamkeit. Würden Regierungen die von der Umweltlobby beschworenen Bedrohungsszenarien tatsächlich ernst nehmen, kämen die Konsequenzen der hieraus abzuleitenden Politik einer massiven Einschränkung der Freiheit der Menschen gleich. Billionen von Dollar für die Realisierung der Kyoto-Ziele würden unvermeidlich ihre Spuren im täglichen Leben hinterlassen. Der Einfluss dieser Maßnahmen auf das zukünftige Klima wäre dagegen vernachlässigbar.

Das wirft eine Frage auf, deren Beantwortung weder für Mr. Gore noch für die meisten Umweltschützer der Mühe wert ist. Welche klimapolitischen Maßnahmen wären überhaupt geeignet das Ausmaß der Klimaerwärmung der Katastrophenszenarios zu vermeiden? Es wäre zu fragen, ob Kernenergie in absehbarer Zeit zu vertretbaren Kosten die Nutzung von Kohle, Mineralölen und Erdgas ersetzen kann und sollte. Die meisten erneuerbaren Energiequellen sind derzeit noch teuer und eignen sich kaum zur Gewährleistung der Grundlastversorgung. Der Wind bläst launisch und die Sonne scheint nicht jederzeit, vor allem nicht in Nordeuropa.

Keine Kombination von konventioneller, nuklearer und erneuerbarer Energieversorgung könnte wirklich etwas gegen einen katastrophalen Klimawandel ausrichten, auch gibt er derzeit kein revolutionäres Transportsystem und auch keine völlig klimagasfreie Energieversorgungstechnologien, wie Umweltaktivisten und Mr. Gore uns glauben lassen wollen. Hierin liegt die eigentliche unbequeme Wahrheit von Mr. Gore’s Kampagne.

Im Kern suggerieren die Alarmrufe der Klimaalarmisten, dass die wissenschaftliche Unsicherheit über Ursache und Ausmaß des Klimawandels durchgreifenden politischen Maßnahmen ungeachtet ihrer wirtschaftlichen Kosten in keiner Weise entgegensteht. Die wissenschaftliche Unsicherheit fordert jedoch gerade angesichts derart drastischer Politikempfehlungen eine ordentliche Portion Zweifel, vor allem was den Erkenntnisstand der Naturwissenschaften auf dem Gebiet des Klimawandels betrifft.

In einer Hinsicht hat Mr. Gore deshalb absolut Recht. Die Öffentlichkeit sollte endlich beginnen das Thema des Klimawandels ernst zu nehmen, doch vorzugsweise aus einer kritischen Perspektive. Sonst könnten die Kosten einer alarmistischen Klimaschutzpolitik unvorstellbar groß werden.

31.10.2007 um 11:52 Uhr

Pre-Filter

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Bevor der Tropensturm "Noel" wieder als Beweis zunehmender Extremwetterereignisse durch den Klimawandel herhalten muß, soll hier schon vorab darauf hingewiesen werden, dass sich ein Trendanstieg nicht belegen lässt (siehe Grafik). Die Aktivität tropischer Wirbelstürme dieses Jahres erscheint gegenüber dem langjährigen Mittel (Nulllinie) eher moderat.

31.10.2007 um 11:32 Uhr

Im falschen Film

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Leider sitze ich nicht im Kino, denn es ist der falsche Film. Bedauerlicherweise ist es auch keine Film, sondern die Realität einer Gesellschaft, die trotz modernster Technik zuweilen im intellektuellen Mittelalter verharrt. Haben vor Jahrhunderten noch Kleinkriminelle, Hexen und Ungläubige am Pranger gestanden, macht die moderne Variante des Gutmenschen nun Jagd auf die vermeintlich katastrophalen Folgen unserer technischen Entwicklung. Eben noch als technische und gesellschaftliche Errungenschaft gefeiert, müssen heute das Internet und deren Nutzer wegen Klimavergehen den Bösewichten der Vergangenheit Gesellschaft leisten. Fleißige Technokraten rechnen dazu minutiös nach, wie hoch der ökologische Fingerabdruck jeden einzelnen Mausklicks ist. Warum nur Jagd auf Autofahrer, Interkontinentalreisende und Kühlschranknutzer machen, wenn auch der letzte Blogger noch als gewissenloser Schlingel geoutet werden kann.

Aber warum bei arglosen Google-Nutzern haltmachen? Die Menschheit strotzt nur so von Energieverschwendern und Klimaverwesern. Nehmen wir beispielsweise Deutschlands Kranke, Siechende und kreisende Frauen. Jedes Jahr verursacht die Inanspruchnahme stationärer medizinischer Leistungen enorme Energieverbräuche und Kohlendioxidemissionen. Rechnet man etwa die Verbräuche und Emissionen von Bremens Krankenhäusern auf gesamtdeutsche Krankenhauskapazitäten um, dann kommt man auf nicht weniger als 58 Mio. MWh Primärenergie und 13 Mio. t CO2. Wieviele Mausklicks und Suchanfragen wären möglich und wie oft könnte unsere Klimaschutzbürokratie in ihrer Mission für das Klima ohne schlechtes Gewissen um die Welt jetten, würden wir uns diesen zivilatorischen Luxus sparen.

Offenbar brauchen wir erst so absurde Beispiele, um uns klar zu machen, wie sinnlos dieses mechanische Aufrechnen von Energieverbräuchen und Klimagasemissionen ist, wenn diesen Zahlen nicht der Wert  gegengerechnet wird, den unsere Gesellschaft aus der jeweiligen Nutzung von Energieressourcen zieht. Nichts spricht dagegen auf die Suche nach ökonomisch sinnvollen Energiesparpotentialen zu gehen. Immerhin setzen wir damit Ressourcen für sinnvollere Verwendungen frei. Doch die vollkommen zusammenhangslose Ökobilanzierung der menschlichen Zivilisation deckt nicht nur den begrenzten Denkhorizont seiner Protagonisten, sondern irgendwie auch eine dürftige moralische Grundhaltung auf. Kann bitte mal jemand diesen Film, nein, diese Realität anhalten.

29.10.2007 um 09:56 Uhr

Am Ende?

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Einer der diesjährigen Umweltpreisträger will die moderne Welt neu erfinden, weil er glaubt auf der Basis von ein paar Modellsimulationen ein "Ende der Hochkultur" voraussagen zu können. Das wird wohl nicht mehr notwendig sein, den die derzeitige Klimapolitik (nicht nur) der Bundesregierung ist ein deutliches Zeichen, dass dieses Ende zumindest politisch bereits erreicht ist.

25.10.2007 um 18:31 Uhr

Das "grüne Paradoxon" der Umweltpolitik

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Der hier und anderswo beklagte klimapolitische Aderlass zu Gunsten von Anbietern erneuerbarer Energieträger und Herstellern von Energiesparkühlschränken & Co. ist nicht nur schmerzhaft für den Steuerzahler, sondern für den Klimaschutz wohl auch vollkommen wirkungslos. Die Ergebnisse der diesjährigen Thünen-Vorlesung von Hans-Werner Sinn sollten daher Pflichtlektüre für jeden Umweltpolitiker sein. Nach seiner Ansicht bestimmen nicht unsere Bundeskanzlerin, sondern die Rohstoffanbieter, wie schnell fossile Rohstoffe verbrannt werden. Die ökonomische Logik intertemporaler Rohstoffmärkte legt nahe, dass alle politischen Signale, die zu einer Entwertung der Rohstofflagerstätten in der Zukunft führen, einen Vorzieheffekt bei der Rohstoffextraktion auslösen. Ob und wie stark sie damit auch das Ausmaß des Klimawandels bestimmen, ist dagegen noch nicht klar.

Ganz nebenbei, offenbar gibt es in Deutschland auch bei der Qualität der umweltökonomischen Forschung so etwas wie ein Nord-Süd-Gefälle.

25.10.2007 um 12:06 Uhr

Brenzlige Flaute?

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Für Al Gore ist ohne Zweifel der Klimawandel die Ursache für die verheerenden Waldbrände in Kalifornien. Einige Wissenschaftler sind sich da nicht so sicher. Es könnte auch sein, dass die brandfördernde Trockenheit im amerikanischen Südwesten etwas mit der diesjährigen Wirbelsturmflaute zu tun hat. Das dürfte aber zu komplex für eine auf monokausale Erklärungen getrimmte Öffentlichkeit sein. Möglicherweise aber auch für Herrn Gore selbst.

24.10.2007 um 13:27 Uhr

‘We don’t need more science. We need more bulldozers.’

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Brennende Kohlelagerstätten in China emittieren pro Jahr bis zu 200 Millionen Tonnen Kohlendioxid (im Vergleich dazu Gesamtemissionen in Deutschland 2006: 878 Millionen Tonnen):

Beginning in 1993, Chinese scientists joined with Dutch and, later, German researchers to map China’s coal fires from satellites and aircraft, leading to the discovery of many new fires. “We know there are thousands, but it is too hard to count,” says Stefan Voigt, a geographer at the GermanAerospaceCenter near Munich. Extinguishing the fires would require heavy equipment to dig them out and smother them with soil—but China is still largely dependent on picks and shovels. “The Chinese recognize the problem,” says Voigt, “but sometimes they’ll say: ‘We don’t need more science. We need more bulldozers.’ ”

Ist noch immer jemand der Meinung, wir sollten knappe Klimaschutz-Ressourcen in Windenergieanlagen investieren?

Via Freakonomics-Blog

22.10.2007 um 01:54 Uhr

Preisgekrönte Panikmache?

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Björn Lomborg erläutert in "Ein unbequemer Friedensnobelpreis" was er von der diesjährigen Nominierung hält.

 

19.10.2007 um 10:08 Uhr

Kein Klimakonsens - Update

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Dennis Bray und Hans v. Storch haben die Umfrageergebnisse zur Sichtweise von Klimawissenschaftlern zum Thema globale Klimaerwärmung in "The Perspectives of Climate Scientists on Global Climate Change" zusammengefasst. Hier kündigen sie noch für dieses Jahr ein Update der aus den Jahren 1996 und 2003 stammenden Surveys an.