Mit dem Kopf voran

05.09.2006 um 14:42 Uhr

Zieht euch warm an...

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

...es könnte bald kälter werden. Das meinen jedenfalls Forscher der russischen Akademie der Wissenschaften:

“On the basis of our [solar emission] research, we developed a scenario of a global cooling of the Earth’s climate by the middle of this century and the beginning of a regular 200-year-long cycle of the climate’s global warming at the start of the 22nd century,” said the head of the space research sector.

Khabibullo Abdusamatov said he and his colleagues had concluded that a period of global cooling similar to one seen in the late 17th century — when canals froze in the Netherlands and people had to leave their dwellings in Greenland — could start in 2012-2015 and reach its peak in 2055-2060 (Mosnews.com).

Via Catallarchy.

 

17.08.2006 um 14:10 Uhr

Von nichts kommt nichts

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

 Der europäische Umweltinformationsservice ENDS Europe Daily berichtet heute in einem Newsletter von einer neuen Studie, die uns noch dramatischere Folgen des Klimawandels in Formen von Wald- und Buschbränden, Dürre und Flutkatastrophen prophezeit. Alles nichts neues, solche Studien gibt es wie Sand am Meer. Glaubt man aber den Machern von ENDS Daily, dann wollen die britischen Forscher auch herausgefunden haben, dass bei einem Temparaturanstieg von mehr als 3 Grad Celsius Bäume mehr Kohlendioxid freisetzen als sie vorher durch die Photosynthese aufgenommen haben:

Rising temperatures from global warming will increase the risk of forest fires, droughts and flooding in many parts of the world over the next two centuries, according to new research from scientists at Bristol University in the UK. The greater threat to ecosystems will persist even if temperatures rise by less than an international target of two degrees, says the study, published this week. The scientists also warn that a rise of more than three degrees would probably cause trees to start emitting more CO2 than they absorb.

Man muß kein Chemiker sein, um hier das Grübeln zu bekommen. Katastrophennachrichten können offenbar nicht dumm genug sein. Wo die Bäume für die Zellatmung den zusätzlichen Kohlenstoff zur Oxydation von mehr als dem vorher aufgenommenen Kohlendioxid her haben wollen, ist mir schleierhaft. Ein Blick auf die Webseite der Urheber der Studie lässt dann auch ahnen, dass die ENDS Daily-Macher bei der Interpretation der zugegeben rudimentären Informationen über die Studie schlichtweg intellektuell überfordert waren. Dort wird eine gänzlich andere Aussage gemacht:

The researchers also found that if the temperature increase is more than 3°C, land carbon sinks could release their stored carbon, starting a positive feedback loop that would increase atmospheric carbon dioxide.

Und die Moral von der Geschicht. Glaub so manchem Newsletter nicht.

13.04.2006 um 14:05 Uhr

Klima der Angst

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Der amerikanische Klimaforscher Alfred P. Lindzen (MIT) im Wallstreet Journal zur Frage des "Konsens der Klimaforscher" und der Schwierigkeit einer objektiven wissenschaftlichen Debatte in einem Klima der Angst:


To understand the misconceptions perpetuated about climate science and the climate of intimidation, one needs to grasp some of the complex underlying scientific issues. First, let's start where there is agreement. The public, press and policy makers have been repeatedly told that three claims have widespread scientific support: Global temperature has risen about a degree since the late 19th century; levels of CO2 in the atmosphere have increased by about 30% over the same period; and CO2 should contribute to future warming. These claims are true. However, what the public fails to grasp is that the claims neither constitute support for alarm nor establish man's responsibility for the small amount of warming that has occurred. In fact, those who make the most outlandish claims of alarm are actually demonstrating skepticism of the very science they say supports them. It isn't just that the alarmists are trumpeting model results that we know must be wrong. It is that they are trumpeting catastrophes that couldn't happen even if the models were right as justifying costly policies to try to prevent global warming.


...


Alarm rather than genuine scientific curiosity, it appears, is essential to maintaining funding. And only the most senior scientists today can stand up against this alarmist gale, and defy the iron triangle of climate scientists, advocates and policymakers.


23.09.2005 um 21:08 Uhr

Katastrophenhilfe

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Nüchtern betrachtet ist die Ursache für die Opfer, menschlichen Tragödien und verhehrenden Schäden von Naturkatastrophen nicht die Natur, sondern der Mensch. Nicht etwa wegen eines wagen Zusammenhangs zwischen den Unwettern und dem vom Menschen beeinflussten Klimawandel, vielmehr aufgrund der zunehmenden Besiedlung und des wachsenden materiellen Wohlstands in den gefährdeten Küstenregionen. So rechnet uns Roger Pielke in einer Kolummne in der Los Angeles Times vor, dass auf jeden Dollar Schaden der durch einen Klimawandel bis 2050 verursachten Unwetter weitere 22 bis 60 US-$ Schaden durch eine weiter zunehmende Besiedlung von Risikoregionen  zu erwarten sind. Doch was fällt der amerikanischen Regierung in dieser Situation als Problemlösung ein. Nichts besseres, als eine durch den Staat geförderte Neubesiedlung der durch den Hurrikan Katrina zerstörten Gebiete. Dabei sollen Unternehmen Steuererleichterungen und Subventionen erhalten, wenn sie im Katastrophengebiet neu investieren und neue Arbeitsplätze schaffen. Damit wird der Standort, der aufgrund des hohen Risikopotentials im ökonomischen Sinne nicht gerade billig ist, erst billig gemacht. Zukünftige Katastrophen sind damit vorprogramiert.

Einen wesentlich sinnvolleren Vorschlag hat da Steven E. Landsburg in seiner Slate-Kolummne Hurricane Relief? Or a $ 200000 Check? zu bieten. Er ist der Meinung, dass sagen wir 200 Mrd. US $ Katastrophen- und Aufbauhilfe einfach auf die rund 1 Mio. Betroffenen als Barzahlung aufgeteilt werden sollten, was für eine vierköpfige Familie stolze 800000 US $ bedeutet. Vor die Wahl gestellt, was den Opfern lieber ist, ein Barscheck über diese Summe oder ein staatliches Wiederaufbauprogramm der Katastrophenregion, könne man sich denken wofür sich die Mehrheit der größtenteils armen Betroffenen entscheiden würde. Vor allem ist davon auszugehen, dass die Empfänger sich damit an einem sichereren Ort wiederansiedeln würden. Diejenigen die denoch blieben, würden für das höhere Risiko wohl mit äußerst niedrigen Wohnkosten entschädigt, da die Nachfrage nach Häusern in der Region wohl zukünftig erheblich sinken dürfte. Doch was spricht gegen diese einfache und unbürokratische Lösung? Sie ist eben unbürokratisch und kann nicht von politisch einflußreichen Unternehmen und Politikern ganz gezielt instrumentalisiert werden. Man braucht keine personalstarken staatlichen Behörden und Planungsstäbe, kein zusätzlicher Bürokrat wird beschäftigt. Kein Politiker kann sich profilieren und publikumswirksam bei der Einweihung neuerrichteter Gebäude und Infrastrukturprojekte seine Existenzberechtigung feiern. Wenn 1 Mio. Menschen mit jeweils 200000 $ irgendwo in den USA eine neue Existenz beginnen, ist das keine Schlagzeile in der Zeitung wert.

Für mich hat diese Idee etwas Bestechendes. Warum nicht ein paar mehr der teuren und häufig wenig wirksamen Methoden sozialer Sicherung auf diese einfache und unbürokratische Weise lösen. Wie das geht zeigt ansatzweise das Wohngeld, eine wesentlich elegantere Lösung als der mißbrauchsanfällige soziale Wohnungsbau. Aber auch andere Einsatzgebiete wären denkbar gewesen. Zum Beispiel könnte man den rund 36000 Beschäftigten im deutschen Steinkohlebergbau bei rund 2,2 Mrd. € Jahressubventionen (2004) jährlich ca. 62000 € in die Hand drücken statt sie in gefährliche 1000 m Tiefe zu schicken, um nicht wettbewerbsfähige Steinkohle ans Tageslicht zu bringen (Hier zieht auch nicht das Argument der Unabhängigkeit von der Energieträgerversorgung, denn wer Angst vor dem Ende der Rohstoffversorgung hat sollte seine eigenen Reserven erhalten und nicht zu einem unnötig frühen Zeitpunkt verbrauchen.). Oder man hätte vor fünf Jahren den 800 Ex-Mitarbeitern des Berliner Werks für Fernsehelektronik einfach 35000 € überweisen sollen, als mit 28 Mio. € Samsung in die Stadt zu locken, um fünf Jahre später mit ansehen zu müssen, wie sich das Unternehmen mangels Rentabilität wieder vom Acker macht.

13.05.2004 um 14:02 Uhr

Globale Temperaturentwicklung 1979 - 2004

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Satellitenmessungen der Temperaturen der unteren Troposphäre gelten derzeit als der zuverlässigste Weg zur Analyse globaler Temperaturveränderungen, da sie die gesamte Atmosphäre gleichmäßig erfassen und Messfehler durch Temperatureinflüsse urbaner Ballungszentren vermeiden. Folgende Abbildung zeigt die Temperaturveränderungen zwischen Januar 1979 und April 2004.

Die entsprechende Datenbasis der University of Alabama at Huntsville ist hier zu finden. Folgende Veränderungen haben sich seit 1979 ergeben:

  • globaler Trend pro Dekade: + 0,085 °C

  • nördliche Hemisphäre: + 0,155 °C

  • südliche Hemisphäre: + 0,014 °C

Weitere Einzelheiten können hier nachgelesen werden.