Mit dem Kopf voran

27.12.2007 um 22:00 Uhr

Die rosarote Republik

von: steffenh   Kategorie: Gesellschaft

Als Kind der DDR ein erschüterndes Ergebnis, was SPON da über die Ergebnisse einer Umfrage unter Brandenburger Schülern über ihr Wissen in Sachen DDR berichtet. Nicht nur von ihren Eltern wurde ihnen offenbar berichtet, dass die DDR ein gerechtes, vollbeschäftigtes Öko-Paradies gewesen ist. Haben meine Eltern mitunter auch versucht, doch mussten sie feststellen, dass sie ihren Sohnemann mit einem eigenen Kopf erzogen haben. Die Ex-DDR-Bürger aus Brandenburg haben die Erziehung ihrer Kinder offenbar besser im Griff, leider im intellektuellen Würgegriff.

07.11.2007 um 17:27 Uhr

Ein Volk von Denunzianten?

von: steffenh   Kategorie: Gesellschaft

Die Durchsetzung des Rauchverbots kann offenbar auf ein Heer williger Helfer bauen. Schöne neue Welt...

07.11.2007 um 17:17 Uhr

Soziale (Spar-)Kluft

von: steffenh   Kategorie: Gesellschaft

Während tagesschau.de seine Leser heute lediglich über die wachsende Ungleichverteilung der Vermögen in Deutschland informiert und sich zu Äußerungen über eine "gerechte" Vermögensverteilung aufschwingt, erfährt man in der Originalquelle aus dem DIW , dass die Vermögensungleichheit wesentlich stärker ausgeprägt ist als die Ungleichverteilung der Einkommen. Das legt den Verdacht nahe, dass für die Vermögensbildung nicht nur das Einkommen, sondern auch die Disziplin etwas auf die hohe Kante zu legen relevant ist.

23.06.2004 um 19:13 Uhr

Ungleichheit und Zufriedenheit: Europa vs. USA

von: steffenh   Kategorie: Gesellschaft

Die amerikanischen Ökonomen Rafael Di Tella, Alberto Alesina und Robert McCulloch haben in einer vergleichenden empirischen Studie (Working Paper) untersucht, ob und warum Einkommensungleichheit einen Einfluß auf die individuelle Zufriedenheit von Europäern und Amerikanern hat. Dabei kamen sie zu folgenden Ergebnis:

  1. Europäer haben generell eine ausgeprägtere Abneigung gegen soziale Ungleichheit als Amerikaner.

  2. In Europa sind es vor allem die Armen und die politisch Linken deren Zufriedenheit von sozialer Ungleichheit beeinträchtigt wird. In den USA dagegen ist weder die Zufriedenheit der Armen noch die der Vertreter des politischen linken Spektrums mit sozialer Ungleichheit korreliert.

  3. In den USA haben vor allem Reiche ein Problem mit der Ungleichheit, in Europa dagegen nicht.

Die Autoren führen für diese Ergebnisse zwei mögliche Thesen an. Die häufig geäußerte Auffassung von der höheren Präferenz der Europäer für Gleichheit und soziale Harmonie als "Luxusgut" verwerfen sie aufgrund der Feststellung, dass es nicht die reichen Europäer, sondern die eher die Armen sind, deren Zufriedenheit durch soziale Ungleichheit reduziert wird. Vielmehr gehen die Autoren davon aus, dass die wesentliche höhere soziale Mobilität der Amerikaner (Flexibilität zwischen verschiedenen Einkommensniveaus über die Lebenszeit aufgrund umfangreicherer Auf- und Abstiegsmöglichkeiten), das Maß an Unzufriedenheit über die aktuell herrschende Ungleichheit reduziert. Während Europäer häufiger als Amerikaner innerhalb ihrer einmal erreichten Einkommensgruppe bleiben, sind die Einkommensschwankungen der Amerikaner über die Lebenszeit erheblich größer. Somit könnte eine temporäre Ungleichheit von den Amerikanern in viel geringerem Maße als für die Zukunft maßgeblich angesehen werden.

Diese Differenzen spiegeln sich schließlich in den Unterschieden des Ausmaßes der staatlichen Umverteilungspolitik nieder. Europa hat ein stärker progressives Steuersystem, ein umfangreicheres soziales Sicherungssystem und eine höhere Staatsquote (Verhältnis der Staatsausgaben zum  Volkseinkommen) als die USA.