Mit dem Kopf voran

24.12.2007 um 01:33 Uhr

Was ist das?

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

 

 

Brandlöcher in einer Glaswand, wie sie jetzt zur Einhaltung des Rauchverbots in bundesdeutschen Kneipen installiert werden.

22.12.2007 um 13:28 Uhr

Was will der Wähler?

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Bevölkerungsbefragungen versetzen einen doch immer wieder in Erstaunen. Man hört seitens der Politik immer wieder, dass die direkteste Klimaschutzpolitik via erhöhte Umweltsteuern politisch nicht durchsetzbar wäre und man deshalb auf alle möglichen anderen Alternativen wie Emissionshandel, Subventionen für erneuerbare Energien und Energieeinsparung sowie Effizienzauflagen ausweichen müsse. Doch dann erfährt man aus einem recht aktuellem BBC World Service Poll, dass 59 % der Deutschen zusätzliche Steuern bedingungslos befürworten und weitere 20 %, wenn deren Erträge für den Umweltschutz verwendet werden. Nun, mein Vertrauen in Umfragen ist nicht besonders groß, doch wesentlich objektivere Informationen über den Wählerwillen liegen politischen Entscheidungen ja auch nicht zugrunde. Also muss sich hinter dem politischen Widerstand gegenüber Ökosteuern und der eifrigen Feinsteuerung im Dienste des Klimaschutzes mehr verbergen als die Angst vor dem Wähler. Wohl doch ein gerüttelt Maß an Einfluss einer Vielzahl von Interessengruppen mit jeweils anderen Vorstellungen über die beste Regulierung und eine gehörige Portion weltanschaulich begründeter Regulierungswut.

17.12.2007 um 13:24 Uhr

Zivilisation im Zeitraffer

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

35 Jahre in zehn Sekunden. Ein Fotograf hat über mehr als drei Jahrzehnte jeden Monat eine Aufnahme der Downtown von Tokio gemacht und diese in einer Videosequenz zusammengeschnitten.

Via 26econ.com

12.12.2007 um 13:15 Uhr

Du sollst keine anderen Götter neben mir haben

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Der Papst fürchtet offenbar Konkurrenz für die Kirche durch die Ersatzreligion Ökologismus und fordert die Protagonisten der immer mehr zum Glaubensbekenntnis mutierenden These vom menschenverursachten Klimawandel auf, ihre Aussagen endlich mit Fakten anstatt mit dubioser Ideologie zu untermauern:

Pope Benedict XVI has launched a surprise attack on climate change prophets of doom, warning them that any solutions to global warming must be based on firm evidence and not on dubious ideology.

The leader of more than a billion Roman Catholics suggested that fears over man-made emissions melting the ice caps and causing a wave of unprecedented disasters were nothing more than scare-mongering.

The German-born Pontiff said that while some concerns may be valid it was vital that the international community based its policies on science rather than the dogma of the environmentalist movement.

Der Mann merkt recht spät, dass die Menschheit sehr leichtgläubig ist und der Markt für das Übernatürliche nicht leicht zu verteidigen ist.

11.12.2007 um 15:49 Uhr

Klimakollaps

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Das Bekenntnis der deutschen Wirtschaft zur Klimapolitik nimmt langsam groteske Züge an. Vor allem was den Eifer der Unternehmen betrifft, den Klimawandel als Marketingstrategie zu verwenden. Nur an der notwendigen Phantasie der Kommunikation dieses Themas hapert es noch etwas. Oder kann mir jemand den Zusammenhang zwischen einer Blondine und Energiesparmaßnahmen erklären? Ich denke da jedenfalls nicht ans Energiesparen.

 

 

05.12.2007 um 17:37 Uhr

Die d... Bauern bekommen die breitesten Kabel

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Die Bundesregierung plant mit öffentlichen Mitteln private Internetverbindungen zu subventionieren. Folgende Presseerklärung des Niedersächsischen Umweltministeriums bedarf eigentlich keines weiteren Kommentars:

HANNOVER. "Das Bundeskabinett hat endlich eingesehen, dass durch die DSL-Versorgung der Ländliche Raum gestärkt werden muss und dies ein Beitrag zum Erhalt der Niedersächsischen Kulturlandschaft ist,"  erklärte heute (Mittwoch) Umweltminister Hans-Heinrich Sander.

Der Schutz der niedersächsischen Kulturlandschaft lebt von der Landschaftspflege der Landwirte und der Bewohner. Doch viele Menschen auf dem Land leben derzeit in rund 1400 niedersächsischen Gemeinden, die regelrecht digital brachliegen und verfügen über keine schnellen Internetverbindungen. Das wird gerade für Handwerksbetriebe zur Existenzbedrohung. Und DSL wird überall gebraucht. Die dadurch befürchtete Landflucht müsse unbedingt verhindert werden, da die Kulturlandschaft Pflege braucht. Das habe jetzt auch die Bundesregierung erkannt. "Denn diese digitale Wüste ist weder für Privatleute als auch für Handwerksbetriebe länger hinnehmbar und es müssen schnellstmöglich die Voraussetzungen geschaffen werden. Deshalb begrüße ich den jüngsten Vorstoß des Bundeskabinetts um diesen unbefriedigenden Zustand für die ländliche Bevölkerung endlich zu beenden und hoffe dass eine Mittelaufstockung um 10 Prozent ausreichend ist," fügte Umweltminister Hans-Heinrich Sander abschließend hinzu.

 

03.12.2007 um 15:01 Uhr

Ho, ho, ho...

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Santa Claus im Amerika der Political Correctness.

21.11.2007 um 17:57 Uhr

Augen auf im Subventionsdschungel!

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Die Webseite der Global Subsidies Intiative gibt einen interessanten Einblick in das tiefe Dickicht des internationalen Subventionsdschungels:

The International Institute for Sustainable Development’s Global Subsidies Initiative (GSI) is a project designed to put the spotlight on subsidies and the corrosive effects they can have on environmental quality, economic development and governance.

14.11.2007 um 10:21 Uhr

Billiges Votum

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Don Boudreaux kommentiert auf Cafe Hayek folgende Bemerkung von Alvin Roth in einer Debatte zum Organhandel:

It is illegal to sell horsemeat for human consumption in California, not because a persuasive case was made that the costs exceed the benefits, but because 4,670,524 people voted to make it illegal in a 1998 referendum. This and many other examples persuade me there is something about repugnance that we economists need to understand.

Er merkt zu diesem Zitat sehr treffend an, dass Umfrageergebnisse, die von der Politik zur Basis gesetzlicher Entscheidungen herangezogen werden, nie das Ergebnis einer rationalen Kosten-Nutzen-Abwegung der befragten Personen sind. Schließlich zieht die Abgabe der Stimme keine unmittelbaren individuellen Konsequenzen nach sich, also lohnt es sich auch nicht über diese intensiv nachzudenken. Der einzelne Stimmengeber zahlt nichts für das Ergebnis der Entscheidung. Da er nicht gezwungen ist den Nutzenentgang anderer durch seine in Gesetze gegossene Stimmenabgabe zu kompensieren, produziert er wie der Emittent eines Schadstoffs einen negativen externen Effekt. Dummerweise basiert jegliche politische Entscheidung auf diesem Prinzip. Insofern sollte man etwa Umfragen zum Rauchverbot, dass hier z.B. fast 70 % der Befragten begrüßen, mit einer ordentlichen Skepsis begegnen.

Was aber empfehlen Ökonomen normalerweise gegen externe Effekte? Eine Abgabe zur Internalisierung der externen Kosten. Die Moral von der Geschichte? Traue keiner Umfrage, bei der den Befragten für ihr Votum keine Gebühr abgeknöpft wurde. Also traue keiner Umfrage, denn sie "verschmutzen" unsere gesellschaftliche Umwelt.

09.11.2007 um 01:38 Uhr

Welche Farbe hättn's denn gern?

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Wussten Sie das die Farbe Magenta nicht in den Kindermalkasten, sondern der Deutschen Telekom AG gehört:

 

 

Sollte ich mir schnell noch den Gebrauch der Farben Grün, Schwarz, Gelb oder lieber Rot schützen lassen? Passt zwar alles nicht, aber was tun, wenn bald nur noch ein farbloser Auftritt legal ist. Dann lieber illegal Farbe bekennen.

07.11.2007 um 10:28 Uhr

Gefahr im Verzug

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Nachdem Mattel wegen verschluckbarer Kleinteile wiederholt in Nöte geraten ist, dürfte es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis Obst- und Gemüsehändler gezwungen werden, einige besonders gefährliche Obstsorten vom Markt zu nehmen.

06.11.2007 um 10:55 Uhr

Harry Potter auf ewig hinter Gittern?

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Ein betrübliches Beispiel für die innovationshemmende Wirkung übertriebenden Schutzes "geistigen Eigentums" liefert momentan Joanne K. Rowling, die Mutter der Romanfigur Harry Potter. Nicht nur, dass sie eine indische Gemeinde wegen des Nachbaus der Hogwarts-Zauberschule verklagte, nein, sie will zukünftig auch gegen Autoren vorgehen, die Harry Potter weiterleben lassen wollen. Ihre Formulierung "Harry Potter ist mein. Nur ich verstehe ihn." scheint wohl eher der Versuch einer geistigen Monopolisierung einer Idee zu sein, dass literarische Gegenstück zur "Ein-Klick-Bestellung" von Amazon. Es bleibt zu hoffen, dass sich beherzte Hobbyautoren im Internet über diese kleinlichen Allüren hinwegsetzen. Die Gedanken sind frei...

Update: Es gibt zum Glück Autoren, die wesentlich entspannter mit ihrem Werk umgehen (via Marginal Revolution). 

24.10.2007 um 10:29 Uhr

Ausnahme oder Regel?

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

David Leonhardt hat für die New York Times Kinderspielzeug auf seinen Bleigehalt testen lassen:

Any guess as to how many of our toys contained more lead paint than the law allows?

Zero.

Only five items had any detectable lead: three necklaces from a vending machine at a Shop-Rite in Brooklyn (which had up to 27 parts per million) and two pieces of jewelry from a store called National Wholesale Liquidators (up to 49 parts). All of our Wal-Mart toys were lead-free.

I see two big lessons from the experiment. The first is that making toys without lead is not difficult. Most of the toy industry is already doing it right.

... 

Which brings us back to Thomas — and the second moral of the story. The companies involved in the recent recalls aren’t simply the unlucky ones that got caught. Either out of carelessness or a misplaced cost-cutting zeal, they are the ones that didn’t make the effort to keep their toys safe.

23.10.2007 um 16:13 Uhr

Put your money were your mouth is...

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Libertas Cara mögen keine Heizpilze. Boche quittiert das ganz treffend mit "Nichts, wofür Leute freiwillig Geld bezahlen, ist Verschwendung." Bedauerlicherweise besteht der dringende Verdacht, dass der Gasverbrauch der Heizpilze nicht ganz umweltneutral ist und der Gaspreis dieses Manko nicht reflektiert. Was tun? Wie Berlins Grünen-Chefin ein Heizpilzverbot fordern?

Angenommen eine Tonne Kohlendioxid in der Atmosphäre erzeugt einen Schaden von X €. Dann sollten Heizpilze solange aufgestellt werden wie ihre Verwendung dem Betreiber eines Cafes pro emittierter Tonne Kohlendioxid mindestens einen Gewinn von X € einbringt. Mit einem Verbot verhindert man aber nicht nur Einsatzbereiche, die für den Betreiber weniger als X € wert sind, sondern auch Situationen, in denen das Cafe erheblich mehr als X € pro Tonne Klimagasemissionen erzielt. Nicht gerade effizient. Ein Verbot reduziert überdies die Gasnachfrage, was die Anbieter mit Preissenkungen quittieren, worauf ein anderer Verbraucher es sich leisten kann den Gashahn weiter aufzudrehen. Also ist ein Verbot auch nicht besonders wirksam.

Was tun? Libertas Cara können Geld sammeln, um jeden einzelnen Heizpilz von der Straße wegzukaufen. Dann gibt es weniger Heizpilze. Und die Grünen können statt Verbote zu fordern konsequent für eine Kohlendioxidsteuer eintreten. Wer aber mit Wählerstimmen bezahlt wird, hat ein Problem seiner gesamten Klientel reinen Wein einzuschenken.

23.10.2007 um 12:09 Uhr

Statistisches Artefakt?

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Ich bin ratlos. Die Anzahl der jugendlichen Deutschen ist nahezu konstant geblieben, die Preise für Alkoholika (und Tabakwaren) sind deutlich gestiegen und doch meldet die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die Zahl der alkoholbedingten Krankenhausaufenthalte von Kindern und Jugendlichen hätte sich zwischen 2000 und 2005 verdoppelt. Kann mir jemand einen Hinweis geben? Was treibt Deutschlands Jugend an die Flasche? Gab es irgendein öffentliches Großereignis als Ursache für einen Ausreißer? Oder hat sich schlichtweg nur die Behandlungsstatistik der Krankenhäuser geändert?

23.10.2007 um 11:37 Uhr

Ineffizienz?

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Ich bin mir nicht sicher, ob die Forscher, die - wie SPON heute berichtet - über eine schneller als erwartet steigende Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre klagen, dies tatsächlich auf "eine immer ineffizientere Industrie" zurückführen. Jedenfalls schreibt es der Spiegel und liegt dabei meilenweit neben der Realität. Tatsächlich steigt das weltweite Einkommen seit Jahren schneller als der Energieverbrauch, was sich in einer sinkenden Energieintensität (siehe Abbildung) und damit höheren Effizienz der Industrie widerspiegelt. Steigende Effizienz und steigende Kohlendioxidemissionen schließen einander nicht aus. Zeitungsartikel verfassen und Nachdenken manchmal schon.

 


 

19.10.2007 um 14:03 Uhr

Ära PC

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Dass wir ohne Zweifel in einem traurigen Zeitalter der Political Correctness leben, zeigen uns zwei Ereignisse der letzten Woche. Der eine nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau und bekommt dafür einen Nobelpreis, der andere referiert statistische Fakten und wird dafür öffentlich durch den Dreck gezogen. Traurig, traurig.

Via The Reference Frame.

Update: David Friedman's Interpretation.  

19.10.2007 um 10:48 Uhr

Off the Record

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Mein Ex-Englisch-Coach Michael bastelt an seinem neuen Album. Hier schon mal zwei Hörproben.
 

17.10.2007 um 16:35 Uhr

Der glückliche Egoist

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Vergesst das "Wir", sagt ja zum "Ich"!

17.10.2007 um 09:30 Uhr

Gesund gehungert?

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Mangelwirtschaft ist gesund. Amerikanische Wissenschaftler entnehmen dem "natürlichen Experiment Kuba", dass weniger essen und mehr bewegen gesünder ist, weil die Menschen weniger an Diabetes und Herzkreislauferkrankungen leiden und sterben. Es gab seit dem Zusammenbruch des Ostblocks weniger zu essen und dank Treibstoffmangels mehr Bewegung. Abgesehen davon, dass die Sterblichkeit bei alten Menschen zunahm, ist Sozialismus also gesund. Doch wer will schon freiwillig so gesund sein? Selbst die Kubaner müssen dazu gezwungen werden.