Wie verkauft man eine "Wissenschaft"?
Anthony R. Pratkanis stellt uns seine Verkaufsoffensive für eine Pseudo-Wissenschaft vor, worauf der Physiker Lubos Motl das Rezept auf den anthropogenen Klimawandel anwendet.
Anthony R. Pratkanis stellt uns seine Verkaufsoffensive für eine Pseudo-Wissenschaft vor, worauf der Physiker Lubos Motl das Rezept auf den anthropogenen Klimawandel anwendet.
Jetzt, wo es nach Ansichten von "Experten" auch dem Radler an den Kragen gehen soll, ist es höchste Zeit für die Getränkeindustrie auf neue Verpackungskonzepte zu setzen.
Man kratzt sich den Kopf, wenn man die ARD-Meldung "Jedes zweite fehlerhafte Produkt kommt aus China" liest. Was kann man diesem Statement über die relative Sicherheit von chinesischen Konsumgütern entnehmen? Nicht viel, denn schließlich ist völlig unklar, wie hoch der Anteil chinesischer Produkte an der Gesamtanzahl der im Handel befindlichen und geprüften Güter war. Ist dieser Anteil sehr hoch, was ja nicht unplausibel erscheint, dann ist nichts anderes als dieses Prüfergebnis zu erwarten. Diese Details würden den ARD-Leser aber überfordern...
Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund hat festgestellt, dass eine ausgewogene Ernährung für Kinder von ALG-II-Familien aus finanziellen Gründen nicht unproblematisch ist. Die Forscher haben die Kosten einer ausgewogenen Tagesration für Kinder verschiedener Altersgruppen in unterschiedlichen Nahrungsmitteleinzelhandelssegmenten mit dem offiziellen ALG-II-Tagessatz verglichen und festgestellt, dass das festgelegte Budget keine großen Sprünge erlaubt. Leider gibt die verfügbare Pressemitteilung wenig her, was die Methodik der Untersuchung betrifft. Doch eines wird aus der Pressemitteilung klar und zwar eine unverhohlen elitäre Ansicht über bestimmte Einzelhandelsformen:
"Für vier- bis sechsjährige Kinder reichen die veranschlagten 2,57 Euro gerade aus - allerdings auch nur, wenn die Lebensmittel beim Discounter gekauft werden", fasst Mathilde Kersting die Ergebnisse zusammen. "Wer in normalen Supermärkten zugreift, kommt mit dem Geld nicht hin: Dort muss man durchschnittlich 3,86 Euro hinblättern."
Laut Pressemitteilung haben die Autoren der Studie ungeachtet der Einzelhandelsform Wert auf den Erwerb eines ausgewogenen Warenkorbs gelegt:
Die FKE-Forscher haben im März 2004 in Dortmund die Preise von mehr als 80 Lebensmitteln erhoben, die für die gesunde Ernährung benötigt werden. Die Testkäufe erfolgten in Supermärkten der Ketten REWE und Edeka, bei den Discountern Aldi und Lidl sowie in einem Bioladen. Anhand dieser Daten berechneten die Wissenschaftler nach Altersgruppen gestaffelt die Kosten für die so genannte "Optimierte Mischkost". Dabei handelt es sich um ein vom FKE entwickeltes Konzept, das eine gesunde Ernährung für Kinder und Jugendliche zu vergleichsweise günstigen Preisen gewährleisten soll.
Wo also liegt das Problem, wenn sich eine ausgewogene Ernährung auch beim Discounter beschaffen lässt? Sollte man aus dieser Studie nicht eher den Schluß ziehen, dass auch ALG-II-Empfänger dank der Existenz von Discountern und ihrem sehr preisgünstigen Lebensmittelangebot zumindest ihre kleineren Kinder gesund ernähren können. Der Einkauf im höherpreisigen Lebensmittelmarkt oder im Ökoladen ist kein Selbstzweck und das ALG-II ist eine Sozialleistung für Arbeitslose und keine Einzelhandelssubvention. Denn die von den Experten geforderte ALG-II-Erhöhung steigert nur die Lebensmittelnachfrage, was bei zunächst unverändertem Lebensmittelangebot schlichtweg in höheren Preisen verpufft. Den Kindern ist damit wenig geholfen.
Die zentralstaatlichen Allüren der Bundesregierung nehmen immer groteskere Züge an. Statt die Bemühungen der Schulen um eine qualitativ hochwertige Ausbildung durch mehr Wettbewerbsanreize zu stärken, glaubt das Bildungsministerium durch eine zentrale Lenkung der Lehrpläne bis hin zu den Schulbüchern die Qualitätsmisere des deutschen Bildungssystems in den Griff zu bekommen. Qualitätswettbewerb um das geeignete Lehrmaterial scheint Berlins Bürokraten ein Fremdwort zu sein. Müssen wir hierzulande mit immer neuen Ideen zu weiteren Einheitsprodukten rechnen? Vielleicht der Einheits-VW-Lupo mit klimaschonendem Einheitsmotor, die Wiedergeburt des KdF-Wagens?
| You Are 76% Capitalist, 24% Socialist |
In general, you support a free economy and business interests.You tend to think people should fend for themselves, even when times get tough. However, do think the government should help those who are truly in need. |
Fast schade, dass die Sonne wieder scheint. Hatte ich doch gerade die richtige Musik gefunden, die das Zeug hat, mich durch diesen trüben Sommeranfang zu boxen.
In den letzten Tagen sind offenbar viele Leser über Google auf meine Einträge zur Shangri La Diät des amerikanischen Psychologen Seth Roberts gestoßen. Inzwischen wurde sein Buch "Die Shangri-La Diät" in deutscher Sprache veröffentlicht, wobei der Verlag freundlicherweise auch ein Exzerpt des Buches ins Netz gestellt hat.
Mangels eigenem Diät-Bedarf hatte ich damals aus reinem Interesse nach Erfahrungsberichten gefragt. Inzwischen haben zwei Leserinnen angekündigt, über ihre Erfolge mit der Diät zu berichten. Schön wäre es, wenn sie das in Form eines Weblogs täten. Gewissermaßen als "Free Lunch" für andere...
Kurz vor der Angst hab ich es heute noch geschafft, in die vielgepriesene Fotoausstellung "Humanism in China" zu gehen. Eine Entäuschung. Nein, nicht wegen der Fotos. Die sind gut gemacht, zeigen eine widersprüchliches, sich entwickelndes Land und sind trotz der zeitlichen Spanne der Aufnahmen von mehr als vierzig Jahren von sehr guter technischer Qualität.
Entäuschend und zuweilen ärgerlich sind die Bildunterschriften, die dem Betrachter Dinge suggerieren, die nicht auf dem Bild erkennbar sind oder einfach nur einem simplen Weltbild der Macher der Ausstellung entspringen. Da steht zum Beispiel unter einem Bild von fröhlich spielenden Kindern vor in den Himmel wachsenden Wohntürmen der mahnende Satz, der Bau von Häusern ließe immer weniger Platz zum spielen. Wäre es besser man würde zugunsten von Spielflächen die Kinder weiter in den engen Bretterbuden schlafen lassen, von denen man auf den anderen Bilder mehr als genug zu sehen bekommt? Oder das Bild eines Mädchens, dass einen elektrisch betriebenen Pflug auf einem Reisfeld bedient wird mit dem Satz kommentiert: "Weil es nicht genügend Ochsen zum Pflügen gibt, werden elektrische Pflüge auf den Wasserfeldern benutzt." Eine ganz neue Interpretation des technischen Fortschritts. Man könne genauso auch sagen, weil wir nicht genug Pferde haben, fahren wir heute mit dem Auto zur Arbeit.
Ärgerlich ist auch, dass die Ausstellung keiner Chronologie folgt, so dass der Betrachter erst bei genauem Hinsehen bemerkt, dass die krassen Gegensätze der Aufnahmen zum Teil auch einem zeitlichen Abstand von mehreren Jahrzehnten geschuldet sind.
Die Krönung ist jedoch folgendes Foto, dass offenbar die unhaltbare Umweltverschmutzung durch die chinesische Industrialisierung zeigen soll. Zu dumm, dass der Fotograf beim Nachbearbeiten des Bildes allzu dilettantisch ans Werk gegangen ist und der dunkle "Rauch" eine Aura um den Kopf des Arbeiters bildet. Ohne Zweifel, genießt der Umweltschutz in China nicht die oberste Priorität. Kein Grund jedoch, die guten Sitten des Fotojournalismus mit den Füßen zu treten.
Wirklich schade, dass die eigentlich gute Idee, die vielen von uns unbekannte chinesische Realität in Bildern zu dokumentieren, wieder nur einer Art suggestiven Journalismus zum Opfer gefallen ist.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung fordert, dass zukünftig auf der Leinwand und im Fernsehen zum Schutz der Jugend weniger geraucht werden soll. Wenn man alles aus Film und Fernsehen entfernte, was nach Ansicht mancher Politiker die Jugendlichen vom Pfad der Tugend abbringen könnte, reduzierte sich das Angebot dieser Medien sicherlich auf die Teletubbies. Deren permanente Wiederholung von Banalitäten ist doch genau das Richtige für den ordentlichen deutschen Staatsbürger.
"Recycling is the philosophy that everything is worth saving except your time"
"The only “answer” to poverty reduction is freedom from being told the answer. Free societies and individuals are not guaranteed to succeed. They will make bad choices. But at least they bear the cost of those mistakes, and learn from them. That stands in stark contrast to accountability-free Developmentalism."
William Easterly: The Ideology of Development, Foreign Affairs, July/August 2007
Eigentlich ist es müßig über die Fehlinformationen des "Spiegel" große Worte zu verlieren. Aber im Zusammenhang mit der Medieninformation zum Transformatoren-Brand im AKW Krümel beweist SPON wieder einmal, dass Wahrheitsfindung keine Tugend der Massenmedien ist. Hier wird ein alter Beitrag zum Störfall des schwedischen Kernkraftwerks Forsmark zitiert, der seinerzeit bereits die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) zu einer Gegendarstellung bewogen hatte, weil eklatante Fehlinformationen über den Störfall und die Berichterstattung der GRS abgedruckt wurden. Trotzdem verwendet SPON diesen Bericht voller Spekulationen und Unwahrheiten nach wie vor, um die Folgen der Havarie im AKW Krümel mediengerecht zu dramatisieren.
Angesichts des beachtlichen Erfolgs der Unterschriftensammlung von David Harnasch gegen Dihydrogenmonoxid bin ich überzeugt, dass Bryan Caplan doch recht hat:
Still, I freely admit that, for various reasons, democracy delivers better policies than the median citizen wants.
Via Statler & Waldorf.
Der SPD-Politiker Klaus Benneter findet es unerträglich, dass Tom Cruise als Mitglied von Scientology einen deutschen Widerstandskämpfer mimt, weil das einer Verhöhnung aller Demokraten, der Wiederstandskämpfer des Dritten Reichs und der Opfer dieser Sekte gleichkäme. Moment mal. Mal abgesehen davon, dass der religiöse Konkurrenzkampf nicht zu den Kernaufgaben einer Regierung und deren führender Partei gehört, die sich die Trennung von Kirche und Staat auf die Fahnen geschrieben hat, krankt dieses Gebaren an seiner Verhältnismäßigkeit. Denn für einen Anhänger einer politischen Gruppierung, die den effizienten Einsatz des Staatsbudgets für verzichtbar hält und Geld mit dem man eine ganze Menge Menschenleben retten könnte, ganz gern mal für politische Symbole aus dem Fenster wirft, sind solche Statements wohl etwas überspannt. Man möchte nicht nachrechnen, wie viele Opfer derartiges Verhalten wohl faktisch impliziert.
Manch eines Frieden ist nur einen Steinwurf weit entfernt. Wie man sieht, sind nicht nur die Polizisten Opfer der Globalisierungsgegner, sondern auch ihre Mitbürger, die jetzt die Reparatur mutwillig zerstörter Wege finanzieren müssen. Aber nach Keynes schafft das ja Arbeitsplätze. Auch wenn man dafür auf andere angenehme Dinge verzichten muss, Hauptsache es gibt etwas zu tun. Schön, macht doch kaputt was euch kaputt macht, der Wiederaufbau vertreibt die Langeweile. Viel mehr ist zu diesem Bild von den G8-Krawallen wohl nicht zu sagen.
Noch bis zum 28.05.2007 kann man in der Maria-Magdalenen-Kirche in Eberswalde bei Berlin die interessante Ausstellung "Kirchenschicksale in der Picardie" besuchen.
Aus der Pressemitteilung:
Im Jahr 1904 unternahm der deutsche Diplom-Ingenieur Arthur Mäkelt eine Studienreise in die Picardie, das Entstehungsgebiet der Gotik. Dort besichtigte er über 100 gotische Landkirchen, von denen er 52 auswählte, um sie für seine Doktorarbeit an der Königlichen Technischen Hochschule zu Dresden zu zeichnen und ihre Baugeschichte zu beschreiben. Er konnte nicht ahnen, daß nur 10 Jahre später ein verheerender Krieg über diese nordfranzösische Region hinwegziehen würde. Über die Hälfte der von Mäkelt gezeichneten Kirchen wurde durch Kriegsereignisse schwer beschädigt oder völlig zerstört.
Die Autoren des Buches, Erika Rink (Text) und Nikolaus Brade (Bild), folgten 100 Jahre später dem Weg von Arthur Mäkelt durch die Picardie und suchten die von ihm gezeichneten Kirchen. Ungeachtet großer Verluste an Menschenleben und schwerer Zerstörungen in zwei Weltkriegen konnten die Autoren dank der bewundernswerten Leistung des französischen Volkes alle 52 Kirchen wieder finden, restauriert oder wieder aufgebaut, als steinerne Zeitzeugen von fast 1000 Jahren Geschichte. Diese Geschichte spiegelt zugleich das Schicksal der Menschen in der Picardie und der gesamten Region wider.In ihrem Buch stellen die Autoren jeweils einer Schwarzweißzeichnung einer Kirche aus dem Jahr 1904 eine Schwarzweißfotografie derselben Kirche von 2005 gegenüber. Die unvergängliche, zeitlose Schönheit dieser Kirchenbauten, die zu Unrecht im Schatten der bedeutenden, großen Kathedralen der Region stehen, zeigen ganzseitige oder doppelseitige aktuelle strahlende Farbfotografien.
Das Buch, nach dem die Ausstellung gestaltet ist, erschien 2006 im Mitteldeutschen Verlag Halle, genau 100 Jahre nach der Publikation von Arthur Mäkelt. Der zweisprachige Text wendet sich gleichermaßen an den deutschen und den französischen Leser, der in dem Buch kulturhistorische Informationen zu diesen frühgotischen Landkirchen in der Picardie, die fast alle unter Denkmalschutz stehen, erhält.
Eine passende Ergänzung zum Herrentagsausflug, nicht nur für die Herren der Schöpfung.
Die Ursache für das Ermüdungsgefühl in den Muskeln und das Nachlassen physischer Leistungsfähigkeit bei ausdauernder Anstrengung wurde bislang in einer Anhäufung von Milchsäure und Harnstoffen im Muskelgewebe sowie im Verlust von Kohlenhydraten, Elektrolyten, Enzymen, Eisen und Eiweiß (Aminosäuren) u.a. gesehen.
Jetzt glauben Wissenschaftler herausgfunden zu haben, dass Müdigkeit keine direkte Folge dieser Ursachen ist, sondern vielmehr eine emotionale Reaktion des Gehirns, die bereits eintritt, bevor die physische Muskelermüdung akut wird. Das bedeutet nicht etwa, dass die Muskelreaktionen ohne Bedeutung sind, sondern, dass zusätzlich psychische Reaktionen zwischen körperlichem Leistungsabbau und Müdigkeitsgefühl zwischengeschaltet sind. Mit dieser Reaktion stellt das Gehirn sicher, dass die körperliche Anstrengung bereits vor der Reduzierung der physischen Leistungsfähigkeit der Muskeln vermindert wird. Das Gehirn hat nach dieser These gewissermaßen einen eingebauten Sicherheitspuffer, der den Körper vor Überlastungen schützen soll.