Erneuerbare Energieträger - Kein Ende der Verschwendung
Dass Wahlkampfaussagen in der Regel nicht die Tinte wert sind, mit der sie aufs Papier gebracht werden, zeigen die Koalitionsverhandlungen bei der Frage der Förderung erneuerbarer Energieträger. Noch vor Wochen hatte Frau Merkel eine lange überfällige Überprüfung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) verkündet, doch bereits jetzt sind alle guten Vorsätze vergessen.
Die Förderung Erneuerbarer Energien hat in diesem Lande noch nie ökonomischer oder auch ökologischer, sondern stets einer politischen Logik gehorcht. Warum sonst hält die Bundesregierung an einem Fördermodell fest, dass aus reinem umweltpolitischen Symbolismus Jahr für Jahr Milliardenbeträge in eine Klimaschutzmaßnahme stopft, die genaugenommen nichts anderes als eine faktische Kohlendioxid-Produktion bedeutet. Mit den gegenwärtig 95 bis 198 €/t-Kohlendioxid, die für den Klimaschutz mit Windkraftanlagen aufzubringen sind, wäre bei einem Kohlendioxid-Zertifikatspreis von rd. 22 € /t-CO2 im Kraftwerksbereich mehr als der vierfache Klimaschutz zu erreichen. Ganz zu schweigen von den CO2-Vermeidungskosten die unserer Volkswirtschaft von der Förderung anderer Erneuerbarer Energieträger aufgezwungen werden. Beispielweise liegen die Kosten bei der Biomassenutzung zwischen 120 und 400 €/t-CO2.
Der verzweifelte Versuch, diese Verschwendung mit dem Rückgriff auf Arbeitsplätze, Rohstoffknappheit und Energiesicherheit zu rechtfertigen hält auch keiner näheren Betrachtung des Problems stand.
Arbeitsplätze, die durch eine ineffiziente Produktion von Konsumgütern und Produktionsfaktoren entstehen, sind faktisch nichts anderes als der Verzicht auf den Bagger durch den Rückgriff auf eine Armee von Spatenträgern. Arbeitsplätze, die nicht durch den Wert ihrer Produktion, sondern durch Subventionen erzeugt werden, sind selbst unter Vernachlässigung der Arbeitplatzverluste durch die notwendige Gegenfinanzierung der Förderung kein gesellschaftlicher Gewinn. Ineffizientes Wirtschaften reduziert die Produktivität einer Volkswirtschaft und damit Einkommen, die wiederum bitter nötig sind um neue Beschäftigungsmöglichkeiten in völlig neuen Dienstleistungsbereichen zu schaffen. Jenseits von diesen Überlegungen zeigen empirische Studien schon heute, dass das EEG in absehbarer Zeit netto keine Arbeitsplätze schaffen wird.
Sicherlich werden die Erneuerbaren Energieträger ihren Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft leisten müssen. Doch hier ist es sinnvoll, erst dann auf sie umzuschwenken, wenn ihre Nutzung kostengünstiger als die konventioneller Energieträger ist. Auch hier gilt, dass die hohen Kosten für handverlesene Energiealternativen eine unwirtschaftliche Bindung wertvoller Ressourcen bedeutet, die für andere nutzbringende Güterproduktionen nicht mehr zur Verfügung stehen. Schließlich sind flukturierende Energiequellen wie die meisten Erbeuerbaren Energieträger keine geeignete Option für die Herstellung der Energieversorgungssicherheit, da sie ohne konventionelle Energieversorgungskapazitäten nicht auskommen. Generell kann sich kein Land von den Folgen globaler Energiepreisschwankungen abkoppeln, wenn es durch Energie- und Gütermärkte mit dem globalen Markt verbunden ist. Da Energie für alle Produktionsvorgänge wichtiger Input ist, werden die Handelsströme und Güterpreise sehr schnell auf Energieknappheiten an jedem beliebigem Ort dieser Welt reagieren. Wie sicher dieser Effekt international eintritt haben erst kürzlich die Benzinpreissteigerungen in Deutschland als Reaktion auf eine Verknappung der Rafeneriekapazitäten in den USA gezeigt.
