kpr56

21.03.2008 um 22:04 Uhr

Original Origin

von: kpr56

Manchmal gibt es Überraschungen. Ostern etwa. Da sind es so Eier aus Schokolade oder auch welche von Hühnern, die dann bemalt sind und versteckt werden, damit man sie nicht gleich essen kann, sondern vorher erst suchen und finden muss. Macht Spaß, zumindest wenn man noch ein Kind ist. Überraschungen machen also Spaß und das hatte ich vor 2 Wochen. Da kam der neue Arturia Origin ins Haus. Den gibt es noch nicht zu kaufen, und genau deshalb hab ich ihn bekommen. Weil ich ja einer bin, der in Soundexpander das reintut, damit die auch zu Recht so heißen. Sounds. Das reicht manchmal nicht, und so verlangt man auch, dass ich das öffentlich vorführe. Hab ich also gemacht, auf der letzten Internationale Musikmesse in Frankfurt. 4 Tage lang stehen (nicht nur im Stau während der Rush Hour) und Sounds vorspielen. Vom Origin. Der gibt richtig gute von sich und das fanden die Leute, die das gehört haben, auf Anhieb auch. Was ebenfalls aufgefallen ist, auch mir, ist der ganz eigene und auch neue Sound vom Origin. Die Entwickler von solchen Instrumenten können sich immer viel vornehmen, aber ob das Resultat dann neu klingt oder genauso wie all die anderen, das wissen die halt nicht. Woher auch, denn man muss halt den Kasten erst komplett zusammengeschraubt und die Software reingetan haben, bevor das jemand rausbekommt. Ich bin so einer, der das dann rausbekommt. Mein Beruf ist unter anderem Klangmacher. Und tatsächlich: Der Origin bringt neue Sounds! Das ist es, worauf viele Leute seit mehreren Jahren teilweise sogar ziemlich verzweifelt warten. Neuartige Sounds. Jedenfalls kann der Origin die erzeugen und das dürfte dann sogar die Entwickler überraschen, denn ob die damit gerechnet haben, ist nicht wirklich sicher. Die haben einfach eine Idee umgesetzt und ihr Know How da reingeschafft, was ja auch OK ist. Und hinterher haben sie eine neue Originalität erschaffen. Jedenfalls bin ich einer der Ersten gewesen, der das rausgefunden hat und das ist eine angenehme Überraschung. Kommt nicht jeden Tag vor sowas, eben nur alle paar Jahre. Da ist also mal wieder ein kleiner Meilenstein entwickelt worden und ich durfte dabeisein. Mann, hab ich ein Glück!

05.03.2008 um 00:25 Uhr

The more you know?!

von: kpr56

Aber ja! Und zwar andauernd. Das Album "The more you know" ist jetzt so seit etwa knapp 5 Monaten draußen. Seitdem hat man es rund 40 Mal rezensiert, vielleicht 6 oder 7 Mal die Leute interviewt und auch Cover Shots abgedruckt. Natürlich viele Fragen gestellt und manchmal auch Antworten gegeben, die gar nicht abgefragt waren. Und Irrtümer publiziert, ja! Falschmeldungen, Verdrehungen und überhaupt Sachen, die ganz daneben sind. Gehört dazu! Zum Showgeschäft. Es sind normale Menschen, die mit so einem Album zu tun haben und sich damit befassen. Sie haben ihre eigene Perspektive und das ist es dann halt, was publiziert wird. Tatsachen nicht? Na ja, nicht wirklich. Was ist schon eine Tatsache verglichen mit der Wichtigkeit einer subjektiven Perspektive. Die ist es, die mitgeteilt werden will und so sei es. A bzw. Bemen.

29.01.2008 um 23:02 Uhr

Wenn´s mal wieder mehr wäre

von: kpr56

Ja, mehr ist manchmal genau das, was der Mensch brauchen kann. Sind wir additive Wesen? Wahrscheinlich. Mehr von verschiedenen Sachen sind immer dann willkommen, wenn gerade mal Ebbe ist irgendwo. Im Geldbeutel, dem Kühlschrank oder den Site Visits. Mehr heißt dann. Vorher war zu wenig. Aha. Das klingt dann nach Defizit irgendwo. Stellt man sich eine Goldwaage vor, dann sieht es schnell nach Defizit aus, wenn die eine Waagschale zu weit unten hängt. Dann muss man auf die andere was drauflegen. Mehr Sport, dann ist das der Ausgleich für Bewegungsmangel. Mehr Essen, dann stillt das den Hunger. Mehr Sex, dann klingt das nach Ehepaar mit zuviel Alltag und zuwenig Nicht-Alltag. Mehr Offenheit, das wäre dann der Ausgleich für zuviel Verschlossenheit. Mehr Liebe in der Welt, davon kann die nie genug kriegen und braucht generell mehr davon. Wegen zuwenig Liebe in der Welt. Mehr Licht. Weil es dunkel doof ist, zumindest solange man nach sichtbarer Orientierung sucht. Mehr Freiheit, wenn es langsam aber sicher nach zuviel Unfreiheit aussieht. Die Liste der "mehr von ..." könnte ziemlich lang ausfallen, und zum Glück gibt es ja das Meer ...

22.12.2007 um 23:48 Uhr

Reloaded? Revisited? Remixed!

von: kpr56

Musik passiert normalerweise im Augenblick des Geschehens. Live. Emotional. Intellektuell. Manchmal erlebt eine Komposition auch eine Neuerschaffung, das ist dann der Reload. War was nicht so, wie vorgesehen, muss also nochmal in den musikalischen Schraubstock. Zwecks Bearbeitung, und zwar heftig. OK. Dann kommt es auch mal vor, dass der Meisterkomponist was vergessen hat. Bei der Komposition. Also muss er nochmal auf Anfang zurückspulen, für verschiedene Detailkorrekturen. Gut so. Gesagt, getan. Das war dann Reloaded. Und dann gibt es noch das, was sich Remix nennt. Was ist das denn? Tja, da schnappt sich einer die originalen Masterfiles und zieht sie sich in den Mac. Dann vergreift der sich da dran, natürlich mit nem guten Gewissen. Künstlerseele will ja nicht des Werkes wegen benutzt werden, sondern gebraucht. Und zwar gut gebraucht! Aus einem 120 BPM Artrock-Song wird da schnell mal ein Housemix, frisch gewaschen und gewudelwutzt, wie es sich bei DJs so gehört. Genau das passiert jetzt mit dem Milo´s Craving Song "Come Out". Da wollen wir doch mal sehen, wohin die Sub-Bässe und Ambient-Scenes diesen doch von der rezensierenden Prog-Presse als "flach" bezeichneten Titel noch so hintreiben. Ich bin auf jeden Fall sowohl offen für den Drift, als auch für das Resultat. Immerhin war der Song auch auf einer Limited Edition mit 2 anderen Tracks im Special Package der Lammothies auf CD im klassischen Vinyl Look. Ist zusammen mit einer Flasche erlesenen roten Weines, samt anmoderierendem Emotionstext, an ganz besondere und ganz wenige VIPs vergeben worden - wenn das mal keine Auszeichnung ist! Also wird der Remix Zandvoort strandkompatibel, das behaupte ich einfach mal jetzt schon. Cool!

11.12.2007 um 22:57 Uhr

Das große Bibbern

von: kpr56

Es ist Dezember. Was ist es da normalerweise? Kalt. Verschneit. Dunkel. Dieses Jahr ist es vor allem dunkel. Ab 17 Uhr garantiert, und das ist auch nicht wirklich ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist der Klimawandel und der Kampf gegen ihn. Tja, das scheint ja ein rechter Drache zu sein, gegen den es da anzukämpfen hat. Zwar weiß keiner so recht, was denn eigentlich das Klima ist, vor allem das normale. Aber es gab kürzlich jemanden, der dem Klima einen Wandel prognostiziert hat. Und dieser Wandel ist nach Ansicht dessen etwas, wogegen es anzukämpfen gilt. Seitdem sind die Medien voll von Klimaexperten. Die können zwar das Wetter für die nächste Woche nicht wirklich voraussagen, plus minus 50 Prozent, aber sie wissen, wie es in 100 oder 200 Jahren ist. Nämlich schlecht. Nicht überall, aber hier oder auch an den Polkappen und vor allem dort, wo es nach deren Ansicht Leute gibt, die für nichts was können: In den Entwicklungsländern. Entwicklung ist eigentlich etwas, worüber viele Leute froh sind. Bei Ländern hat das aber diesen "Arm" Beigeschmack. Nicht zu verwechseln mit "Bein". Arm ist das, was ohnmächtig ist und das Gegenteil von reich. Hinsichtlich der Selbstversorgung und der Existenz. Gibt´s mittlerweile auch angeblich hierzulande, bei Kindern vor allem. Sagen manche Erwachsene. Auch im Dezember. Das haben die schon im November getan und auch im Oktober. Aha. Scheint also eine Wiederholungssendung zu sein. Schade! Denn für März ist Frühling angesagt, samt Sonne und frischen Blüten und einem Meer aus Blumen! Danach kommt sogar Sommer, selbst in Deutschland, dem Land der unangenehmen Jahreszeiten. Zumindest wenn es nach den Klimawandlern geht. Die klimawandler sind die, die den Klimawandel herbeirufen. Dabei ist ein angenehmes Betriebsklima doch gar nicht so schlecht.

03.12.2007 um 20:32 Uhr

Traumhaft

von: kpr56

Seit nun ziemlich genau 11 Wochen träume ich jede Nacht. Davor eine richtig gute Weile eher sporadisch. Wie kommt das denn? Ich habe einige Leute gefragt, eine plausible Erklärung hatte keiner parat. Was dagegen ebenfalls vorkommt ist, dass mir Leute sagen, ihnen ginge es genauso. Und ich Gespräche von Leuten mitbekomme, wo sie sagen, sie wären im Moment nachts permanent am träumen. Nicht dass ich was dagegen hätte. Sind ziemlich plastische Träume, es passiert viel und ist damit also schon mal nicht langweilig. Schlafen ist doch eigentlich normalerweise langweilig. Legst dich auf´s Ohr, klappst die Augendeckel zu, und ab geht´s ins nächtliche Schwarz. Morgens dann aufwachen und aus schwarz wird´s auf der Stelle bunt. Von Tagen mit verhangenem Himmel und dem daraus folgenden Grau mal abgesehen. All das wäre ja nicht groß Besonders. Der Inhalt aber ist es. Also kurz gesagt laufen da teilweise relativ komplexe Filme ab, und ich natürlich mittendrin. Eine Menge Bekannter oft noch dazu. Teilweise leicht verfremdet. Und so kommt der, der im echten Leben braune Haare hat, auch mal blondiert daher, höchst merkwürdig. Wenn ich den das nächste Mal sehe, dann hoffe ich, er ist nicht tatsächlich blondiert. Ich hatte schon Träume, die sich dann in der echten Welt real gezeigt haben. Das war dann gefühlsmäßig eher so so. Ich weiß also nicht, ob ich darauf wirklich Wert lege und mir wäre es im Augenblick eigentlich lieber, die Träume würden sich dann doch besser sehr vom realen Leben unterscheiden. Allerdings weiß ich auch nicht genau, was das reale Leben ist bzw. ob man nun die Träume dazuzählen kann oder ob das nur Kopfkino für die Nacht ist. Damit es eben, wie oben beschrieben, lediglich nicht so langweilig ist. Was schon eine coole Idee wäre, Douglas Adams oder Gary Larson hätten da sicher was zu melden in der Art: "So Junge, lehn dich mal einigermaßen entspannt zurück, so wie du es sonst nicht tust, und schau mal, was ich dir da Feines mitgebracht habe." Gott tat es und bereute es natürlich auf der Stelle, kein Geld dafür genommen zu haben. Also ich sag mal, machen wir die nächste Zeit auf´s Erste so weiter mit diesem Traumkram und gucken, ob´s das bringt. Wenn nicht, würde ich dieses Traumabo dann einfach abbestellen. Oder nen Upgrade machen auf die Pro-Version. Mit mehr Features. Und ohne Werbeunterbrechung! Keine Ahnung wie lange der Vertrag läuft, aber irgendeine Ausstiegsklausel sollte es doch geben. Oder wenigestes einen anderen Programmanbieter?

14.11.2007 um 23:28 Uhr

Finden Sie sich eigentlich witzig?

von: kpr56

"Aber nein!", mag da die spontane Antwort sein. Und die ist natürlich gelogen. Selbstverständlich finde ich mich witzig. Was gibt es Besseres, als witzig zu sein? Komisch sein. Aha. Schlimm wäre es, genau das Gegenteil zu sein, nämlich unwitzig. Also die klassische Trübe Tasse. Natürlich ist man witzig nur im Auge des Betrachters. So wie man schön nur im Auge des Betrachters sein kann. Mmh. Der Komikeffekt hängt also vom Gegenüber ab? Nein, nicht wirklich. Ich kann über mich selber lachen. Uff! Ja, das stimmt. Blöd rumsitzen, dämlich an sich selber denken und dann anschließend drüber lachen. Ist das komisch? Ich glaube ja. Die Komik im Gegenüber ausfindig zu machen, ist eigentlich viel schwieriger. Gesicht anschauen, Mimik checken, Körpersprache auch. Es spricht eventuell. Und Stimme hat Farbe. Weil es Frequenzen sind. Fourier erklärt es, wenn man nicht weiß, wie das mit Farben und Frequenzen ist. Spontan grinsen oder nicht. Tja. Wenn die Intuition widerspricht: Nope. Wenn sie Ja sagt? Ha ha, sagt Nelson und macht damit nicht mehr als die passende Überleitung zu Bart oder Homer. Witzig ist also erklärungsbedürftig. Bedürftig ja, Erklärung nein.

10.11.2007 um 19:37 Uhr

Das ist Extra Fun!

von: kpr56

Was ist Extra Fun? Das ist das, was man normalerweise als angenehme Überraschung bezeichnet. Vor einigen Jahren hatte ich mit einem schwedischen Kollegen für ein Projekt zusammengearbeitet, es war die SID-Station und der schwedische Kollege war Daniel Hansson. Er war der Erfinder und Erbauer dieses Synths und zu dem Zeitpunkt war er glaube ich gerade mal so knapp 20 Jahre alt. Sowas ist ungewöhnlich, beides: Synthesizerbauer zu sein und das so frühzeitig zu bewerkstelligen. Jedenfalls hatte ich ihm einen ganzen Speicher voll Soundpresets programmiert und er ist dann anschließend mit der Maschine rund um den Globus gepilgert, von Musikmagazin zu Publikumszeitschrift und zurück. Hinterher konnten wir uns dann anschauen, was die Leute denn so zu seiner SID-Station und meinen Sounds zu sagen hatten. Die Leute haben ja immer was zu sagen, auch wenn sie nichts zu sagen haben. Gerade dann! Na, jedenfalls ist eine Vorstellung auch beim Spiegel gewesen. Ja, der Spiegel, das Magazin für, von und mit. Ist vergleichsweise dick, liegt in Ärtzewartezimmern und auf Wohnzimmertischen und wird auch in einer Auflage von sowas mit 1 Mio gelesen. Vielleicht auch mehr, weiß ich nicht auswendig. Da gab es in einer Ausgabe, ich hab sie noch hier archiviert, einen Bericht über die SID-Station! Kann normal gar nicht sein, denn das Blatt schreibt über viel, aber nicht so oft über Synthesizer und schon gar nicht über sowas Exotisches wie die SID-Station. Taten die aber doch! Und bildeten das Ding mit Foto ab und im Display erkannte ich auch mein Preset "Fatburger", denn das hatten sie wohl für die Fotosession ganz ulkig gefunden. Na, ich hatte das entdeckt, völlig unvermutet übrigens und schrieb dann gleich ein Mail an Daniel. Der antwortete dann auch umgehend:"Great, this is extra fun!" und meinte damit, dass er natürlich mit sowas gar nicht gerechnet hatte und sowas einfach eine super prima zusätzliche Überraschung ist, und zwar eben eine angenehme. Für mich hat sich dieser Spruch dann irgendwie zum geflügelten Wort entwickelt, bis heute, denn die Sache mit der SID-Station und dem Spiegel war in 1997! Und weil Daniel vor ein paar Wochen unglücklicherweise per Autounfall vorzeitig in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist, benutze ich den Spruch nun mit noch einem Tick mehr Pathos, um Daniel posthum ein klein wenig mehr Ehre für sein Wirken zu geben. Keine Ahnung ob das was nützt, aber ich glaube mal dran. Nun, hier schließt sich der Kreis, denn den extra fun habe ich jetzt gerade. Nach 3 zwar befriedigenden aber doch auch ziemlich anstrengenden Arbeitsjahren am "The more you know" Album mit Milo´s Craving hat sich diese Longplay doch tatsächlich auf Anhieb in eine ProgPoll 2007 geschafft und rappelt sich im Augenblick, also 2 Wochen vor Stichtag, um den Platz 30 der Top 100 Alben des Jahres. Die Poll ist Ende November durch und mal sehen, ob wir unter den Top 50 bleiben, doch selbst die Top 100 wären noch fein. Damit konnte man wirklich nicht rechnen, denn unter diesen Hunderten von CDs sind ja etablierte und angesehene Acts dabei. Und was ist das also? Na extra Fun!! Jedenfalls hätte das Daniel so gesagt. Und ich tue das auch.

02.11.2007 um 22:27 Uhr

Was ist Trumpf? Schwarz!

von: kpr56

Karo heißt es doch bei Loriot, nicht schwarz. Schwarz heißt es aber bei mir. Denn schwarz war die Katze, die ich 20 Jahre lang als Gefährten, Freund, Ratgeber und Spielkameraden nicht zu vergessen Schmusepartner erleben durfte. Ja, durfte. Es ist ein Geschenk, wenn man sich völlig ohne Erwartungshaltung als junger Mann ein Haustier an sich bindet, das ohne diese Aktion den ländlichen Ort seiner Herkunft kaum eine Woche später bereits als Katzenengelchen wieder verlassen hätte. Doch dazu ist es ja nicht gekommen, denn der Herr Musiker hat gemeint, eine Hauskatze haben zu wollen und das mit einer guten Tat verbinden zu müssen. Herausgekommen sind dann die o.g. 20 Jahre gemeinsamer Alltagsbewältigung, Lebenslehren und Spaßkram - eine wirklich anregende Mischung. Der kleine Schwarzpelz war einfach immer dabei, eine sogenannte Mitkatze, die es nicht ausgehalten hat, wenn man sie alleine lassen wollte für ein paar Stunden. Da kam es dem Tier wirklich gerade recht, wenn der Haus- und Essnapfherr gleich mal selbständig ist und nicht geregelten Bürozeiten hinterherhechelt, sondern seine Füße auch tagsüber in der Wohnung rumträgt und vor allem für Gesellschaft sorgt. Doch seit jetzt 8 Wochen ist es vorbei mit dieser Beziehung, zumindest im irdischen Sinn. Das Tier ist noch immer vorhanden, nicht wirklich, denn im September hat sie sich dazu entschlossen, in die ewigen Katzenjagdgründe einzugehen und Winnetou Guten Tag zu sagen, statt mir immer wieder Gute Nacht. Es war ein so natürlicher Abschied, für den sie sich entschieden hat und machte mir damit ein weiteres Mal einfach nur was vor. Nich vormachen in Form von Schwindelei, sondern von Vorführung. Das hatte sie so immer getan, denn sie war sehr direkt. Kuschel mich, fütter mich, lass mich ins Freie, hab was und geh mit mir zur Tierärztin. Das waren ihre Ansagen und ich habe die nicht nur verstanden, sondern auch kapiert. Dafür werde ich ihr wirklich für immer dankbar sein, auch wenn es gelegentlich zu einer Krokodilsträne kommt, weil mich ihr realer Daseinsverlust hin und wieder schmerzt. Doch das wird vergehen, das weiß ich ja, und es wird eine bestehende Erinnerung zurückbleiben. Danke, mein kleiner schwarzer Schatz, du hast mir gutgetan und ich hoffe ich dir auch!

01.11.2007 um 20:51 Uhr

Was ist eigentlich eine Raubkopie?

von: kpr56

Das haben sich schon eine Menge Leute gefragt. Ein paar haben Antworten gegeben. Und wieder ein paar sind davon betroffen. Ich zum Beispiel. Nicht als Macher von Raubkopien, sondern als Macher von Originalen, die dann später als Raubkopien erhältlich sind. Wenn man als Macher zum ersten Mal eine Raubkopie seines eigenen Werkes sieht, dann wird einem schlecht. Ja, genau so. Im Magen. Es flimmert vor den Augen, und es ist nicht eine geringe Bildfrequenz des Computermonitors. Es ist so eine merkwürdige Mischung aus "Kann ich nicht glauben, was ich gerade sehe!" und "Wem muss ich da jetzt auf der Stelle auf die Schnauze hauen?". Also Ausrufezeichen und Fragezeichen gleichzeitig im Kopf. Das kann ein normaler Kopf, selbst wenn es sich um einen Künstlerkopf handelt, nicht wirklich wechseln. Schwirr schwirr also. Aspirin her, oder nee, besser Scotch. Wegen mir auch ein guter Cocktail, MaiThai etwa. Oder zwei. Die Entdeckung einer Raubkopie ist was ganz anderes als eine normale Kopie. Eine normale Kopie ist die gebrannte CD, die man sich von der macht, die einem ein Kumpel empfohlen hat und der eben das Original besitzt. Oder die für´s Auto, weil die für zuhause, das Original, zu schade ist für die klimatischen Verhältnisse im Auto. Die Raubkopie dagegen ist die, die etwas Schlechtes an sich hat. Sie kostet nämlich erstmal Geld, und zwar ziemlich genausoviel wie das Original. Manchmal etwas weniger. Und wird an den Mann gebracht von jemandem, der sich das Original beschafft hat mit dem Vorsatz, es zu vervielfältigen und den späteren Käufern vorzugaukeln, es handele sich um ein legales Ding, was er da gegen Cash vertickt. Isses aber nich. Ist Lug und Trug. Der Inhalt der CD ist aber nicht gelogen, sondern authentisch. Dieser Widerspruch zwischen Original und Raubkopie erzeugt eine energetische Spannung, denn jemand merkt, ob er etwas metaphysisch Reines oder Unreines in der Hand hält oder dessen Inhalt hört. Klingt wie kosher oder nicht kosher? Ja, da kann was dran sein. Also: Kauft koshere CDs. Oder andersrum gesagt: Kauft nicht beim Raubkopierer. Brennt stattdessen lieber kostenlos eine, die vom Kollegen, denn der hat das Original. Nur so als Alternative. Denn Raub ist Abäh, Pfui Spinne, Scheißendreck.