kpr56

10.06.2007 um 05:47 Uhr

Ist ein neuer Computer eigentlich Jungfrau oder Steinbock?

von: kpr56

Computer werden in tiefergelegten Zusammenbauhallen aus ziemlich exotischen Einzelteilen zu einem auf Anhieb überraschend rundlaufenden Ganzen erschaffen. Danach gründlich durchgetestet (mit geheimen Ritualmethoden), und sodann DHL-sicher verpackt. Aber klar doch mit Recovery-CDs versehen, was auch immer das bedeutet. Und dazugepackten fremdländischsprachigen Handbüchern, die eher Unhandlichbücher heißen sollten, oder sogar Nichtverstehbüchern. Da sind neben Textwüsten auch Abbildungen drin. Keine Ahnung, was die abbilden. Irgendwelche Sachen halt, die mal viereckig und mal rund sind und Namen haben wie ASU-34-X2-LWD, mit einem Pfeil von links oben nach recht unten verziert. Ich hätte ja spontan auf ASY-33-B9-CWK getippt, aber so kann man sich täuschen.

Mit Paketempfangsunterschrift bestätigend ins Haus kommend, ist das dann auch ein vergleichsweise fröhliches Auspacken dieser frischmontierten Gegenstände. Ob es billige Arbeitskräfte im Osten waren oder teure im Westen? Ich weiß es nicht und bin froh, dass es nach Nichtrauchermontagehalle muffelt, egal aus welcher Himmelsrichtung das Zeug hier eingeflogen wurde.

Nun geht sie los, die alljährliche Computerprogrammundinstallationspollonaise und Challenge/Response ist da noch die schmale Variante. Richtig heiß wird das bei Code abholen per URL, noch heißer per Softwaremanager, der das alles regelt. Niemals ohne Dongle natürlich, denn wer wird denn heute noch ohne Dongle seine Sachen machen. Nach nur wenigen Stunden, vielleicht so 8 oder 10, sind dann auch die wichtigsten Programme installiert und schön ordentlich auf dem Desktop angeordnet (Hintergrund: Südseetraum) und wollen nun gestartet werden. Das geht auch fast gleich, denn jeder Hersteller der weichen Ware möchte sich vergewissern, dass es auch ich bin, der da unterwegs ist, und nicht jemand anders, den die vielleicht gar nicht kennen wollen. Also klicke ich brav jede Aufforderungsbox mit „Ja, ich will alles was Ihr wollt akzeptieren“ an und bekomme dann auch sofort eine Robotermail mit (beinahe) persönlicher Anrede und vor allem einer Menge Informationen aus dem Textarchiv, das keine Sau liest, aber halt verdruckt werden will, wenn es schon mal auto-generiert ist. Wenn es da nicht das Spam-geschütztze Eingangskörbchen gäbe. Das blockt alles, was ich jemals eingetragen habe und das ist eine Menge. Will ich doch nichts von Sex in meinen Mails lesen, und von irgendwelchen Pharmasubstanzen auch nicht. Meine Frau möchte auch nicht, dass ich weitere Viagra-Produkte zu mir nehme, es würde bereits reichen, heißt es aus dieser Richtung, und die Länge des na ja genüge auch schon lange. Sehr lange. Und dicke hätte der Spam-Filter diese Mails auch langsam mal. Was dafür sorgt, dass ich wichtige Mails mit wichtigen Programm-Codes nicht kriege. Was unpraktisch ist, denn die brauche ich ja für die Freischaltung der gerade frisch installierten Programme. Menno, ist das ein zeitraubendes Etwas. Wenn ich jetzt wüsste, ob mein neuer Computer Waage ist oder Fische, dann könnte ich ein wenig auf dessen Charaktereigenschaften schließend die richtigen Entscheidungen bei der Programminstallation treffen. Aber so ist das nur blöd. Na ja, er hat aber einen schönen blendfreien Flatscreen, das entschädigt dann doch für Vieles. Und auch Manches.