kpr56

31.10.2007 um 19:53 Uhr

Besondere Begegnungen

von: kpr56

Resonanz trifft auf Resonanz. Paff macht das. Im Moment des Erlebens. Kaum eine Verzögerung spürbar, alles passiert genau im Jetzt. Das hat eine besondere Qualität. Man merkt das oft erst hinterher. Und wie bei einem Videorecorder mit Mark/Replay Funktion kann man sich dann später die Stelle nochmal in den Monitor holen. Ja, es ist da was passiert. Replay Taste drücken: Abspulen. Nur als Bestätigung, damt das Erlebte auch als gesichert verifiziert werden kann. Doppeltdreifache Absicherung der Wahrnehmung. Quasi ein Extra-Service für besonders Begriffsstutzige. Also Leute wie ich. Nicht dass ich Auffassungsschwierigkeiten hätte. Na ja, manchmal schon. Das sind diese schwarzen Flecken, die kaum zu weißen sind, obwohl das Hirn längst die Signale verstanden und eine Haken in die Selektorbox „Ja, got it!“ eingetragen hat.

 

Na ja, das klingt doch schon ganz schön komplex-kompliziert, oder? Dabei handelt es sich um einfache Dinge. Typ trifft anderen Typ, Wellenlängen docken an, Typen verstehen sich. Das war´s schon. Könnte man direkt anknüpfen und weitermachen. Doch Typen sind gesellschaftlich-kulturell angebunden, da hat man es nicht so mit Low Latency im Umgang miteinander. Sollte ich mal genauer drüber nachdenken. Am besten mit gleichgeschlechtlichen Leuten. Die verstehen das nicht als schnöde Anmache. Was gut ist. Was aber schade ist bei zwischengeschlechtlichen Kontakten. Da ist ein nettes Wort gleich mal plattes Anbaggern, auch wenn es ein nettes Wort war und kein plattes Anbaggern. Huch, sicherheitshalber sofort ein Meter Abstand, was im Falle auch 1 Jahr Kommunikationspause heißen kann. Sofern es Bedarf auf Abgrenzung gibt. Aber wer hat diesen Bedarf denn nicht? Ich habe den. Manchmal aber auch nicht.

31.10.2007 um 19:50 Uhr

Wellenlängenmusikersachen

von: kpr56

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>Was wenn es groovt? War es der erste Beat auf die 1 oder die folgenden leicht vorgezogen und anschließend die etwas Laid Back? Oder auf dem E Major 7 trohnt ein mit der Leadgitarre gespieltes Fis, per Volumepedal eingefadet, dazu ein intensives Pitch Bending. Der Staccato-Bass haut beinahe quantisiert auf 16tel und die Drums nutzen das als Basis? Das ist Wellenlängenmusikersache. Kann auch der Toning sein, der sich im Hamonischen auskennt und genau weiß, wie er den EQ bei der Fläche in der unteren Mitte wegzieht, damit die sich nicht mit den Vocals kreuzt, ohne dass die das ja wollte.
Kommt also ein mp3 des Drummers in der Inbox an, hu hu, und verheißt Glückseligkeit für einen Song. Na hoffentlich! Schnell downloaded, aus mp3 ein WAV gemacht, aus WAV eine Audio-CD, CD in den Player gelegt – jawoll. So muss es sein. Als ob jemand von anderer Stelle aus einen extra Input bekommen hätte, denn Briefing alleine kann das nicht gewesen sein. Jeder Schlag sitzt dort, wo der Song ihn haben will. Rumms. Danke!

 

28.10.2007 um 20:02 Uhr

Mit wieviel Ts diskutieren Sie?

von: kpr56

Da gibt es die Rechtschreibung. Bekanntlich unterscheidet sie sich deutlich von der Linksschreibung. Nicht dynamisch gesehen hinsichtlich ihrer Entstehungskreation (Tautologie!), weil jemand lieber von rechts nach links als von links nach rechts schreibt. Nein nein, es geht um die richtige Schreibe. Oh oh oh, was ist denn nun eine richtige Schreibe? Ich sag´s Ihnen: Richtig ist es, wenn der Schreiber es so meint und der Leser es ganz genauso empfängt. Richtiger geht´s dann gar nicht mehr. Na ja, vielleicht richter, aber das müsste man ja dann groß schreiben, besser gesagt GROß schreiben: RICHTER. Ha ha, falsch gedacht. Am richtigsten müsste es ja dann sein, wenn wir schon im Absolutismus unterwegs sind. Da wir das aber nicht sind, können und dürfen und wollen wir uns dann schnell wieder auf Normal einpegeln (Position 11 = Lautstärkrereglerposition des Gitarristen) und den Richter schnell wieder ausladen, der hat hier nichts verloren.

Google präsentiert 15.6 Millionen Treffer bei „diskutieren“, aber nur 13.100 bei „diskuttieren“. Das sagt doch alles!! Die EU sagt allerdings, dass Minderheiten nichtdiskriminiert werden dürfen. Also: Kümmert Euch mal ordentlich um die Diskuttierer, sie können nichts dafür, sie wurden so geboren. Die mehrheitlichen Diskutierer mit nur einem T sind lobbyistisch mit der Duden-Sekte vertreten, über die müssen wir uns im Augenblick mal keine Sorgen machen. Obwohl: Nur ein T. Das muss nachdenklich stimmen. Wer nur ein T hat, der muss sparen, mit zwei Ts wäre der Alltag großzügiger angelegt. Wissen Sie was? Ich spendiere auf der Stelle ein ganzes Dutzend, nein 2! Dieser offenbar auf dem Weltmarkt knappen Ts. Lassen Sie es sich gut gehen damit, ich habe noch einige in Reserve, nur für den Fall. Gerade jetzt ist das der richtige, oder besser gesagt: rechte Zeitpunkt: Nehmse die Ts, solange werse ham. Fleicht braucht mannse mal, wennse nöch mehr da sind.

28.10.2007 um 20:00 Uhr

Haustier mit 4 Buchstaben: Ktze

von: kpr56

Hab ich mal in einem Artikel gelesen, dass ein Kind diese Frage spontan und auf der Stelle mit Ktze beantwortet hat. Ist ein Wort, das man laut ausprechen sollte, geschrieben sieht es ein wenig doof aus. Das Tier selbst sieht nicht doof aus. Doch, es sieht irgendwie dann doof aus, wenn es sich, wie heute geschehen, vor lauter Laufdrang Richtung Futterteller zwischen Elektronikschrank und Tür fast einklemmt und das Risiko dauerhafter Schäden körperlicher Art davonträgt.

All das kam so: 1987 war ich Single. Ein sehr überzeugter, weil ich mich 1 Jahr davor aus einer nicht besonders unverkrampften Beziehung befreit hatte. Per Trennung natürlich. Ein kleiner schwarzer Pelzträger hatte wenig später auf sich aufmerksam gemacht und so wurde ich sowas ähnliches wie der Besitzer eines Haustieres, das kein Haus mit sich herumträgt, sondern lediglich bevorzugt, in einem solchen zu hausen. Zusammen mit einem oder mehreren Menschen. Die sie regelmäßig füttern, streicheln und überhaupt bei jeder sich anbietenden Gelegenheit knuddeln, durchschmusen und auf Wunsch auch bespielen. Das vergleichsweise neue Tier hatte auch nach mehreren Monaten noch immer keinen richtigen Eigennamen, aber jede Menge Eigenarten an sich. Von mittenindernacht auf den zuvor tief und fest schlafenden Mann draufspringen, obwohl der das nicht lustig findet, bis sämtliche Tapeten in streichholzbreiten Streifen von der Wand kratzen – alles das war normales Entertainment-Programm. Für die Ktze. Und ganz ehrlich gesagt auch für den Mann. Denn trotz dieser komischen Supermerkwürdigkeiten war verschwärzte Pelzhaufen sowas von zum Liebhaben, dass es gar nicht anders ging als ihm bzw. ihr (DIE Kzte, nicht DER Ktze) die vollständige Kontrolle über das häusliche Revier zuzugestehen, samt der im Umkreis von etwa 2 Kilometer befindlichen Weinberge. Das systematische Tapetenabkratzen hatte laut Tierarztdiagonose nämlich eine klare Bewandnis: Das Tier will raus. Nicht abhauen, sondern einfach nur raus aus dem Haus. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen. Das war aber ein Problem für mich, dem Herrscher über Raum und Zeit der Ktze. Also schlossen wir beide unseren Deal: Du darfst raus und machen was Du willst und kommst dafür auch immer wieder heim, damit ich mir keine Sorgen machen muss. Gesagt, beschlossen und versiegelt zwischen.Ktze und Hausherrschaftsobermeister mit Pfote und Hand.

Inzwischen sind tatsächlich 20 Jahre ins Land gegangen. Der kleine Perlzhaufen hat zu seinem Wort gestanden und ich auch. Beim Tierarzt gucken die schon ganz ungläubig, wenn wir zusammen antanzen wg. Ktzn-Inspektion und fassen es nicht, dass die Kleine schon „sooo alt“ ist. Dabei hat sie einige Wohnungsumzüge brav mitgemacht, einen zusätzlichen Lebenspartner akzeptert, der ein rotes Fell oben hat und überhaupt ein noch viel besserer Spielpartner ist, als der, der sie mal abgeholt hat. Abgeholt von einem ländlichen Ort, den sie wahrscheinlich nicht lebend verlassen hätte, das ist an solchen Orten leider nicht unüblich. Und damit einen Bund für´s Leben besiegelt haben. Was gut ist, für beide. Klingt das wie eine Liebeserklärung an eine Ktze? Ja, das ist es. Spüren kann man das aber nur richtig dann, wenn sich der kleine Schwärzling abends einem in den Arm kuschelt (der linke Arm, den rechten nimmt sie nur in Ausnahmefällen). Und wenn sie die Freunde von Nicht-Freunden hilft zu unterscheiden. Das tut sie schon immer. Freund wird begrüßt, Nicht-Freund wird mit Verachtung und Bin-Woanders quittiert. Besonderen Menschen wirft sie sich an den Hals, bzw. wickelt sich um deren Füße oder schmust deren Hände an. Die heißen dann Oliver. Oder Astrid. Manchmal auch Frank. So eine Ktze ist was, die einem was beibringt.

28.10.2007 um 19:59 Uhr

Ist das Geld dann solange im Weltall?

von: kpr56

Sonntagsnachts online ein feines T-Shirt mit Custom-Bedruckung bestellt, per Vorkasse. Am Montag dann online die Überweisung ausgeführt. Geld ist abgebucht, sieht man ja sofort auf dem Monitor, wenn Aktualisieren gedrückt wird. Mittwochs dann vom T-Shirt-Shop eine Zahlungserinnerung bekommen, so eine anonyme Mail, die mit „Ihr freundliches T-Shirt Dingsda-Team“ unten gezeichnet ist. Am Donnerstag dann dem Stoffbedrucker eine Mail geschickt, dass die Kohle schon längst da sein müsste und ich doch gerne mein Hemd hätte, diesmal bitte XL und nicht M mit irreführendererweise einem XL-Label drin. Wahrscheinlich konnte die Hemd-Näherin im herstellenden Dritte-Welt-Land noch nicht lesen, das entlastet selbstverständlich. Dann war Karfreitag bis Ostermontag. Dienstagfrüh kommt eine Mail von denen, dass das Geld noch nicht da wäre, aber wahrscheinlich noch am gleichen Tag käme und dann aber auch wirklich auf der Stelle das Ding in Druck gehen würde. Hurra! Am späten Nachmittag trudelt dann auch die Wahnsinnserfolgsmeldung per Elektropost ein: Die Kohle ist da, von McStockfish persönlich verbucht und das Hemd wird jetzt bedruckt mit den Angaben, die ich im Online-T-Shirt-Bedruckungsgenerator eingegeben habe. Soweit, so gut.

Jetzt rechne ich doch mal rasch zurück. Montag ist das Geld rausgegegangen und am Dienstag der Folgewoche ist es eingetroffen. Das ist rekordverdächtig langsam. Also: Wir leben im Computerzeitalter, wo solche Sachen online erledigt, per Software Daten ein- und ausgegeben werden. Die Fakten sind nachprüfbar, kann man ausdrucken oder auch neu abspeichern als html Datei, als txt oder wegen mir auch mit Copy/Paste in ein Word Dokument holen, dann ein PDF draus machen und es sich dann als Backup in den Schrank stellen – auf CD, USB Stick oder was auch immer. Auch stinknormal ausdrucken natürlich. Das alles passiert innerhalb von Minuten, ach was sag ich, in Sekunden. Wenn was online passiert, dann werden die Daten auf dem Server maximal alle paar Stunden auf neustes Update gestellt, beim Online-Konto geht das auf der Stelle.

Nur nicht beim Geld.

Was macht denn eigentlich das Geld so in der Zwischenzeit? Ist ihm langweilig? Also in der Phase zwischen abgebucht und gutgeschrieben. Im Falle Custom-T-Shirt war das immerhin eine gute Woche, wohlwollend gerechnet. Meistens sind das zwei Tage, oft auch drei, und wenn man superviel Glück hat, dann sind es mal tatsächlich nur ein paar Stunden und passiert womöglich noch am gleichen Tag. Ist aber wirklich total selten. Vor allem dann nicht, wenn ein Wochenende dazwischenliegt oder Feiertage. An Ostern ja dann beides. Genau wie Pfingsten und Weihnachten.

Wenn ich wegen allgemeiner Knochenbewegung die Post wegbringe und die 9 Minuten bis zur DHL-Filiale Gelegenheit zum Denken habe, dann stelle ich mir solche Fragen: Ist mein Geld dann in dieser Zeit im Weltall? Wenn ja, was macht es dort? Besucht es die Crew auf der ISS? Kann es mir was von dort mitbringen, als Andenken? Was macht das Geld all der anderen Leute, denen das so geht wie mir? Trifft sich die ganze Kohle dieser Vakuum-Phase im All und feiert eine ausgelassene Party solange bis es wieder unten auf der Erde ankommt und endlich gutgeschrieben wird? Ist es bis dahin wieder nüchtern oder hat es noch Restalkohol, der eventuell den Wert möglicherweise sogar mindert?

Man soll ja über solche Sachen gar nicht nachdenken und sie schon gar nicht komisch finden. Was, wenn das Geld gar keinen Ausflug ins Weltall macht, sondern von kleinen fiesen Bankern heimlich abgegriffen und in Warentermingeschäfte gesteckt wird. Huch? Da haben die jeden Tag das Vakuum-Geld für ein paar Stunden oder, wie im Falle T-Shirt, sogar über mehrere Tagen in ihren komischen Zinsfingern und können es nicht lassen und zocken halt damit. Rein in die Fonds, raus aus den Aktienstapeln, hin auf das Tagesgeldkonto, weg vom Depot – mannomann, allein der Gedanke daran muss einen ja schon heiß machen. Was da bei rumkommt? Von einem Einzelnen seinem Vakuum-Geld nicht so viel, aber die Menge macht´s (alter Kaufmannsspruch!). Wenn da also jeden Tag so vielleicht 20 Millionen Deutsche ihr Geld ab-, ver- und rumbuchen lassen und das erst zwei oder drei Tage später, manchmal eben auch noch viel später, bei den Empfängern eintrudelt, dann wird das doch für einen professionellen Geldzähler irgendwie interessant, oder? Ich male mir in Gedanken aus, wie der dann in seine olle Vintage-Rechenmaschine die Beträge eintippt, anschließend mit Zins und Zinseszins verrechnet, rummultipliziert und addiert, dann nochmal schnell irgendwas davon abzieht oder draufschlägt, sowas wie Provisionen, Gebühren, Ausgabeaufschläge und all das. Und hinterher sich den Papierstreifen ausdrucken lässt, mit feuchten Fingern von der Rolle reißt und dann, ho ho, die Zahl ganz unten abliest. So so, das muss es also sein. Nun ja, jeder hat ja so seine Leidenschaften. Mich macht alleine der Gedanke an dieses Szenario schon wieder nüchtern. Ist ja eh nur Phantasie. In Wahrheit ist das alles ganz anders, weil die Maschinen halt so ihre Zeit brauchen, bis sie diese Zahlen richtig verbuchen können. Das dauert halt bei denen. Muss man Verständnis haben für sowas. Anders gesagt: Die können nicht anders. Oder besser gesagt: Gelegenheit macht Die**.