Was ist eigentlich eine Raubkopie?
Das haben sich schon
eine Menge Leute gefragt. Ein paar haben Antworten gegeben. Und wieder
ein paar sind davon betroffen. Ich zum Beispiel. Nicht als Macher von
Raubkopien, sondern als Macher von Originalen, die dann später als
Raubkopien erhältlich sind. Wenn man als Macher zum ersten Mal eine
Raubkopie seines eigenen Werkes sieht, dann wird einem schlecht. Ja,
genau so. Im Magen. Es flimmert vor den Augen, und es ist nicht eine
geringe Bildfrequenz des Computermonitors. Es ist so eine merkwürdige
Mischung aus "Kann ich nicht glauben, was ich gerade sehe!" und "Wem
muss ich da jetzt auf der Stelle auf die Schnauze hauen?". Also
Ausrufezeichen und Fragezeichen gleichzeitig im Kopf. Das kann ein
normaler Kopf, selbst wenn es sich um einen Künstlerkopf handelt, nicht
wirklich wechseln. Schwirr schwirr also. Aspirin her, oder nee, besser
Scotch. Wegen mir auch ein guter Cocktail, MaiThai etwa. Oder zwei. Die
Entdeckung einer Raubkopie ist was ganz anderes als eine normale Kopie.
Eine normale Kopie ist die gebrannte CD, die man sich von der macht,
die einem ein Kumpel empfohlen hat und der eben das Original besitzt.
Oder die für´s Auto, weil die für zuhause, das Original, zu schade ist
für die klimatischen Verhältnisse im Auto. Die Raubkopie dagegen ist
die, die etwas Schlechtes an sich hat. Sie kostet nämlich erstmal Geld,
und zwar ziemlich genausoviel wie das Original. Manchmal etwas weniger.
Und wird an den Mann gebracht von jemandem, der sich das Original
beschafft hat mit dem Vorsatz, es zu vervielfältigen und den späteren
Käufern vorzugaukeln, es handele sich um ein legales Ding, was er da
gegen Cash vertickt. Isses aber nich. Ist Lug und Trug. Der Inhalt der
CD ist aber nicht gelogen, sondern authentisch. Dieser Widerspruch
zwischen Original und Raubkopie erzeugt eine energetische Spannung,
denn jemand merkt, ob er etwas metaphysisch Reines oder Unreines in der
Hand hält oder dessen Inhalt hört. Klingt wie kosher oder nicht kosher?
Ja, da kann was dran sein. Also: Kauft koshere CDs. Oder andersrum
gesagt: Kauft nicht beim Raubkopierer. Brennt stattdessen lieber
kostenlos eine, die vom Kollegen, denn der hat das Original. Nur so als
Alternative. Denn Raub ist Abäh, Pfui Spinne, Scheißendreck.
