Es plätschert...

10.11.2007 um 20:45 Uhr

Nur so...

...in Ultrakurzfassung wollte ich sagen, dass es mir hier in Erez Israel super geht. Sobald sich daran etwas ändert (ich entführt oder in die Luft gesprengt werde) sagt euch die BILD schon Bescheid ;).
Eine längere Fassung wird bald geliefert, vermutlich einfach in Form eines Links auf meinen Auslandsblog (auf dem leider noch nichts steht).

Ansonsten: Wer um Himmels Willen besucht auch nach 2 1/2 monatigem Tod immer noch diesen Blog?! Woher kommen bei der Besucherstatistik diese Zahlen?! Toll jedenfalls... !

Und: Lieber Besucherstatistik-in-die-Höhe-Treiber oder sonstiger Besucher: Wie geht es dir? Fühlst du dich wohl? Wie ist das Wetter? Wie die Stimmung in good old Germany?

Ein wenig abgeschottet und in meiner eigenen Welt bin ich hier nämlich schon, also hol mich mal wieder zurück ^^

31.08.2007 um 00:29 Uhr

Tschüss Schwabenländle, tschüss Leben

Morgen fahr ich.

11.07.2007 um 18:02 Uhr

Arbeitstratsch

Vorhin auf der Arbeit:

"Sag mal, hast du eigentlich einen Freund?"
"Nein. Und du?"
"Ich auch nicht. Hach." antwortet meine Arbeitskollegin traurig und macht einen Schmollmund. Aber da sie eigentlich ein richtiger Sonnenschein ist, bessert sich ihre Laune auch gleich wieder.
Sie ist Azubi und kommt ziemlich oft in mein Kabuff, um sich dort vor der Arbeit zu verstecken. Deshalb haben wir uns locker angefreundet und plaudern gerne mal über DIE Frauenthemen: Kleidung und Diäten.
"Ich wusste, dass du keinen Freund hast" meint sie nun.
"Huch? Woher denn?"
"Das merkt man einfach."
"Aaja?? Woran denn?"
"Ich weiß nicht genau, wie ich es sagen soll." Sie schaut mich ein Weilchen unschlüssig an, ich antworte mit einem herausfordernden Blick.
"Na, jetzt sag's schon. Ich reiß dir schon nicht den Kopf ab. Aber interessieren würd mich das jetzt doch..."
"Ich komme nicht auf das deutsche Wort. Auf Türkisch weiß ich, was ich sagen will..." Sie kommt aus einer türkischen Familie, spricht aber bis auf einen niedlichen Akzent ziemlich perfekt deutsch. Auch wenn manche Formulierungen ("Ich geh Bahnhof", "Gib Kartons her, dann räum ich weg") wohl so nicht im Duden stehen.
"Hmm... du kannst es mir ja aufschreiben und ich übersetz es dann nachher mit einem Wörterbuch?"
"Nein, ich mein das so: Die Art wie du lachst und redest und so, daran merkt man einfach, dass du keinen Freund hast."
Okay. Jetzt muss ich doch schlucken. Ich lache so, wie nur jemand ohne Freund lacht? Ich rede so, als wäre ich Single? Im Klartext: Ich bin jemand, der so scheiße ist, dass er niemanden abbekommt.
Ich muss wohl ziemlich geschockt ausgesehen haben. Denn sie redet weiter: "Nein, nein! So mein ich das nicht! Du verstehst das falsch... ach, wieso komme ich einfach nicht auf das Wort..."
"Meinst du vielleicht `unschuldig`, also, dass ich nen unschuldigen Eindruck mache?"
"Neeein! Nein, das nicht" Okay. Das hat sie jetzt doch sehr bestürzt gesagt. Als wäre es das genau Gegenteil.
"Ähm... dann vielleicht `schlampig`, denkst du ich wär ne Schlampe?"
Sie muss loslachen. "Nein, nein... was war das Wort vorhin nochmal? Ich hab das nicht richtig verstanden."
"Unschuldig. Bedeutet sowas wie... lieb, brav - jungfräulich"
"JA! Ja, genau, das ist es! Das wollte ich sagen! So bist du!"

Jetzt hab ich einen neuen Punkt für meinen Terminplaner: Eine Sexbombe werden.


Obwohl... es heißt doch immer, Kerle würden auf unschuldige Mädels stehen?
Na dann, dann bin ich ja schon längst eine Sexbombe.

So.

10.07.2007 um 18:45 Uhr

Abiball

Abseits von "der Israel-Sache" passieren zur Zeit noch 5328 andere Dinge.
Die nehmen zusammen zwar nicht mal 10% meiner Gedanken ein (ich bin schon fast besessen von "der Israel-Sache"), aber da es mir sehr viel leichter fällt darüber zu schreiben mache ich das jetzt einfach mal.

Dieses Jahr habe ich ja - dem ein oder anderen mag es ähnlich wie mir nicht richtig bewusst gewesen sein - Abi gemacht. Mit einem Traumschnitt von 1,4 (!). Da ich früher gerne mal Schnitte von so 2,9 oder 3,0 hatte und eigentlich auch überhaupt nicht aufs Gymnasium gehöre wenn man sich meine Grundschulnoten so betrachtet, grenzt das schon an ein kleines Wunder. Ein Grund zur Freude also. Jippieh.

Die ganzen Abifestle sind mittlerweile rum (soooo geil, echt. Hätte nicht gedacht, dass Abistreich oder sonstirgendwelche Parties mit meiner Stufe so Spaß machen könnten...). Aber da das ja doch immer das selbe ist, gehe ich da jetzt auch nicht näher drauf ein. Nur auf den Abiball.

Der Abiball ist eine wirklich noble Veranstaltung: Wir Mädchen machen uns schon Monate vorher Gedanken um das Kleid inklusive darauf abgestimmter Schuhe und Handtasche, die Haare, das Make Up usw. Auch unseren Jungs ist Styling offensichtlich sehr wichtig. So wurde vorher ein richtiger "Dresscode" festgelegt: Anzug, Krawatte, ja keine Turnschuhe. An diesem Tag wollten sie alle geschniegelt aussehen, und wer da "pseudo-individualistisch" in "Badehose oder sonstigem lächerlichen Freizeitoutfit" kommen würde, solle am Besten "gleich zu Hause bleiben" und "uns" ordentlich feiern lassen.
Spätestens in dem Moment wollte ich in Bikini oder Kartoffelsack kommen, nur um zu schauen, ob die Türsteher (ja, wir hatten Türsteher bei unserem Abiball: Eine Oma könnte ja Stress anfangen und wild mit Gabeln um sich schmeißen, so dass auch 50 starke, junge Kerle sie nicht bremsen können...) mich so reinlassen würden. Außerdem hatte ich sowieso kein Kleid.
Leider habe ich dann doch noch ein Kleidchen gefunden, so dass mein Auftritt als Kartoffelsack noch auf sich warten lassen muss. Ist zwar kein klassisches Abiballkleid (sondern rot mit großen weißen Blumen), aber ich mag es trotzdem. Mehr noch als den Kartoffelsack.
Und im Nachhinein war der selbst auferlegte Kleidungszwang meiner (Ex!-)Mitschüler doch eine gute Idee: Jungs in Anzügen sehen wirklich extrem... heiß aus. Hach.

Aber Schluss mit diesen Oberflächlichkeiten.
Was ich eigentlich sagen wollte: Seit sich meine Eltern vor 13 Jahren getrennt haben, war das wohl das erste Mal, dass wir alle fast wie eine richtige "Familie" zusammensaßen: Mein Papa, meine Mama (+ ihr Freund) und meine Großeltern. Es gab Platzkarten, und so mussten alle zusammensitzen, ob sie wollten oder nicht. Und den doch sehr ...skeptischen Blicken nach wollten sie wohl eher nicht. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, meine Eltern haben den ganzen Abend lang kein Wort miteinander geredet (also, zur Begrüßung haben sie sich jedenfalls nur zugenickt. Mit versteinerten Mienen). Und der Freund meiner Mutter hat meinen Vater die ganze Zeit über so angestarrt, als wolle er ihm seine Gabel in den Hals stechen. Dafür also die Türsteher, so ganz überflüssig waren sie wohl doch nicht.
Die Gabel ist dann doch nur in den Mund besagten Freundes gewandert. Sehr, sehr oft: Dieser Fresssack hat allen Ernstes vier voll beladene Teller des Hauptgerichtes, zwei Stück Kuchen und hinterher noch Salzstangen gefuttert ("So, jetzt hätt ich gerne noch einen Kaffee nach dem ganzen Essen. Damit es besser verdaut"). Außerdem hat er sich zwei Mal Gratissekt geschnorrt, und wenn die Flaschen nicht irgendwann ausgegangen wären hätte er sich wohl vollends besoffen. Das ist ein wirklich elendiger Schnorrer, der alles abgreift was irgendwie kostenlos ist (naja, ich hab die Eintrittskarten besorgt, deshalb war es für ihn kostenlos). Und eher würde er sich übergeben als mit dem Fressen aufhören solange es nichts kostet. Denn obwohl ihm das Essen nicht geschmeckt hat ("Die Spätzle sind kalt. Und das Fleisch zäh.") musste er es reinstopfen. Und überhaupt stand ich - wie alle anderen - so ungefähr eine dreiviertel Stunde in der Essenschlange, während er schon nach 10 Minuten zurück war. Also muss er sich vorgedrängelt haben... Bäh, dieser arrogante Widerling macht mich echt wütend!
Dem hätte meine Mutter mal den aktuellen "Knigge" schenken sollen, nicht mir.
Ja, ihr habt richtig gelesen: Meine Mutter hat mir zum bestandenen Abitur den aktuellen "Knigge" (= das Buch über die richtigen Umgangsformen) geschenkt.
Ich bin ja normalerweise wirklich verständnisvoll wenn es um bescheuerte Geschenke geht: Da ich nicht unbedingt die offenste Person bin die überall rumposaunt, was sie gerne möchte, hat man es als Schenkender wirklich schwer.
Aber zum Abi?! Und wo es doch so einfach wäre, mir ein passendes Geschenk zu machen: Sie weiß doch, das ich nach Israel gehe. Also einfach ein Buch zu dem Land, verdammt noch mal.

Geschenke sagen meist sowieso mehr über die schenkende Person aus als über die Beschenkte: So ist meine Mutter richtig vernarrt in angemessenes Benehmen und die richtigen Gepflogenheiten. Deshalb das Buch. Nicht, weil ich es so wahnsinnig nötig hätte (immerhin schlürfe ich anders als ihr Freund meine Suppe nicht und schlafe auch nicht einfach am Esstisch ein...).
Und so sagt das Geschenk ihres Freundes auch sehr viel mehr über ihn selbst als über mich: Ein Buch namens "Kommunikation klipp und klar - Besser verstehen und verstanden werden". Dieses Buch hat er mir nur aus einem einzigen Grund geschenkt: Er höchstpersönlich hat es übersetzt. Davon sollte ich mich dann natürlich wahnsinnig geehrt fühlen und am Besten am ganzen Tisch rumposaunen, was für ein toller, wahnsinnig schlauer Kerl er doch sei. Ein Buch übersetzt, ganz alleine, na, kann das hier sonst noch einer?!
Arschloch.

So. Genug der Beleidigungen.
Als alle "Erwachsenen" weg waren, wurde mein Abiball übrigens noch richtig toll.
Ich glaube, ich werde meine Stufe doch ein wenig vermissen...

10.07.2007 um 17:06 Uhr

Kommt Zeit, kommt Not

Was ich dringend brauche, ist ein Terminplaner.
Damit ich all die Dinge, die in den nächsten Tagen erledigt sein müssen, unter einen Hut bekomme und nicht (wie schon so oft...) bis zum Vergessen verdränge.
Am Besten einen mit eingebauter Zeitmaschine.
Damit ich einfach mal 3-4 Monate zurückspulen kann, um all die Dinge die erledigt werden MÜSSEN auch realistischerweise bis zum Stichtag hinzubekommen (der Stichtag ist diesen Sonntag...).
Naja, aber ohne den ganzen Abistress, bitte.

Vergleichsweise würde es auch das tun, was keine Zeit der Welt aufwiegen kann: Geeeeeld.
Also, falls hier jemand zufällig im Lotto gewonnen hat und jetzt einfach nicht weiß, wie man das Konto wieder leer fegt: Einfach melden.
Mein Job ist es nämlich, bis Sonntag einen vollständigen Förderkreis von 15 Leuten aufzubauen, die monatlich 10€ während meines einjährigen Aufenthaltes in Israel spenden (das ist vollkommen "normal", sowas in der Art müssen ALLE Menschen, die ein FSJ im Ausland absolvieren, machen. Egal, mit welcher Organisation sie weg gehen. Also alles seriös und ich werd auch nicht abgezockt. Im Gegenteil: Alle Leute die ich kenne und die mit anderen Organisationen in andere Länder gehen müssen noch viel mehr Kohle herbeischaffen).
Ja.
Bei allen anderen klappt das anscheinend auch wunderbar.
Nur ich bekomm das einfach nicht gebacken...