Stimmung: teilweise
Musik: Bleeding Hearts - "For another day"
Laut einem klugen Philosophiebuch ist der Glaube an eine zyklische Zeit und damit auch an Reinkarnation in gewisse Nähe zu meiner Einschätzung von (Lebens-)Zeit und Dasein zu rücken, mit anderen Worten, es könnte bereits zum wiederholten Male geschehen, dass ich bmich mit dem Leben herumplage. Ich gestehe, ich habe diese angebliche geistige Nähe meines Weltbildes zu besagtem metaphysischen Gedöhns bisher weder verstehen, noch nachvollziehen können, aber Schwamm drüber. Wenn sie vorhanden ist, mache ich mir in meiner nächsten Inkarnation darüber Gedanken, und wenn nicht, dann ist es auch egal.
Bekanntermaßen war natürlich jeder in seinem früheren Leben irgendwer berühmtes. Nofretete ist z.B. bei Frauen sehr beliebt, was natürlich gewisse... organisatorische Probleme aufwirft - und nebenbei die Frage, ob man jedesmal mit dem gleichen Geschlecht widergeboren wird. Entschuldigung, wiedergeboren wird. Ich meine, wenn schon, dann denn schon. Abwechslung macht das/die Leben doch erst interessant, nicht wahr? Sei es, wie es sei, aus unerfindlichen Gründen ist die Anzahl der Reinkarnationsgläubigen (und über ihre vorherigen Leben wissenden), die in ihrem letzten Leben ein schwindsüchtiger russischer Leibeigener mit fauligen Zähnen waren, derart gering, dass sie sich wohl als statistisch unbedeutsam einstufen lässt. Schaue ich mich also mal um, welche vergangene Berühmtheit ich gewesen sein könnte. Zu der Reihe der verwandten oder möglicherweise sogar identischen Seelen zähle ich beispielsweise die Philosophen Soren Kierkegaard und Ludwig Wittgenstein. Grob (Grob!) ähnliche Gedanken, Sinnfragen und Lebensprobleme, und falls ich Recht habe, meine ich sogar gewisse Anzeichen karmischen Progresses zu erkennen. Oder, anders ausgedrückt: Ich bin dann doch etwas glücklicher mit meinem Dasein, als sie es offenbar waren.
Neuestes Mitglied in dieser Reihe könnte eventuell Jim Morrison, Lizard King und verstorbener Frontmann der 'Doors' werden. Da der meistgeschätzteste (Hur-r-r-r! Was einWortungetüm!
) Quellenband meines meistgeschätztesten Rollenspiels [Traditions Gathered Vol.2 - "Blood and Dreams"; Cult of Ecstasy für Magus - Die Erleuchtung, wenn es denn irgendwen interessiert] einen recht interessanten Absatz über ihn enthielt und irgendein Radiomoderator seine Lyrik einmal als "existentialistisch" bezeichnete, konnte ich irgendwann keine Gründe mehr vorschieben, warum ich mich nicht mal mit den 'Doors' beschäftigen sollte, und so nutzte ich den Flohmarktbesuch während meines kürzlich erfolgten Polenurlaubs (vielleicht blogge ich die Tage mal darüber) und erstand recht günstig zwei CDs. Die üblichen Verdächtigen ("Riders on the Storm", "Light my Fire!") kannte ich zumindest vom Hören schon vorher und fand sie auch nicht schlecht, so dass sich der Weg in die Musik recht schnell fand. Aber na ja, ich wollte ja auch etwas über die Person(en) dahinter wissen, nicht wahr? Und was macht der zivilisierte Mensch, wenn er zu einem Thema etwas wissen will? Richtig, er befragt die Wikipedia. Ja. Der Artikel dort über Morrison ist einerseits sowas von dermaßen schlecht, inklusive der Sprache, dass ich nicht mit diesem Halbwissen sterben möchte (Könnte sich für die nächste Existenz als unvorteilhaft erweisen, you know?
), andererseits aber aufschlussreich genug, um mein Interesse zu wecken (und besagte Einordnung hier vorzunehmen). Drum werde ich mich also übermorgen mal nach einer Biographie erkundigen (der Buchladen-eines-Großteils-meines-Vertrauens hat montags zu). Und bestimmt noch irgendwann noch ein paar 'Doors'-Alben kaufen.
P.S.: Mein Verhältnis zur Musik begann mit 17einhalb Jahren relativ spät, so dass ich einiges aufholen musste. 'Nirvana' habe ich auch erst letztes Jahr kennengelernt. Von einer Cobain-Biographie lasse ich aber erst mal ab, denn in diesem Fall liegt mir die ganze Sache noch nicht weit genug zurück, so dass die Wahrnehmung dieser Person zu kontrovers und emotionalisiert für meinen Geschmack ist. Zu viele Legenden, und so. Außerdem überschneidet sich seine Lebenszeit teilweise mit meiner, so dass er für mich nicht interessant ist (es sei denn, die ganze Reinkarnations-Sache ist bzgl. Ursache und Wirkung noch verworrener, als es ohnehin schon den Anschein hat).