Gedankensteine

19.08.2004 um 21:21 Uhr

Warum ich?!

Warum ich?!

W A R U M ?!

Warum habe ich diese Gedanken?!
Warum habe ich manchmal gar nichts in mir?
Warum muss ausgerechnet ich krank sein.
Ich habe schon genug hinter mir - warum muss das immer immer weiter gehen?

Warum hört es nicht auf?
Früher habe ich mich gewehrt, so zu werden wie die typischen "Hausmütterchen", die den ganzen Tag mit ihren Kindern spielen, aufräumen und kochen.
Heute wäre ich gerne so - denn das wäre so erfrischend normal. Geregelt.

Sie machen sich sicher keine Gedanken um den Sinn des Lebens.
Und wenn sie eine Schachtel Tabletten in den Händen halten denken sie an das Gesundwerden - nicht an das Sterben.
Sie haben auch sicher keine Angst davor, verlassen zu werden.

Warum aber gerade ich?!
Ich nehme immer alle Schuld auf mich - ob auf der Arbeit, in der Beziehung oder Erziehung meines Sohnes - wenn etwas schief läuft.

Aber diese eine Sache ist nicht meine Schuld!

Warum habt ihr mich so kaputtgemacht?!
Warum habt ihr mein Weinen nie gehört?!
Warum mochtet ihr mich nur, wenn ich lustig war?
Warum werdet ihr mich nie verstehen?!

 

WARUM ICH?

 

19.08.2004 um 08:40 Uhr

Handypanik

Stimmung: sauer

Gedankenstein - Handy....

Ich hasse es. Meine bessere Hälfte ist seit 3 Tagen unterwegs. Sonst meldet er sich ja immer abends oder schreibt zumindest eine SMS.
Gestern nicht. Und jetzt immer noch nicht. Ich finde das schrecklich. Wahrscheinlich hat es logische Gründe (Akku leer, Geschäftsessen hat gedauert...) aber ist das alles ein Grund, sich nicht EINMAL zu melden?!

Ich bin supersauer. Musste eben mit der Faust gegen die Wand schlagen, weil ich so sauer bin. Gestern abend hab ich einfach nur geheult. So etwas macht mich fertig und versaut mir den ganzen Tag. Dabei ging es mir doch gestern so gut.

18.08.2004 um 10:39 Uhr

Warum ich?! Faul oder krank?!


GEDANKENSTEIN 1
Warum ich?

Das frage ich mich die letzte Zeit immer wieder. Meine Therapeutin sagt, JEDER hat Komplexe oder psysische Probleme. Aber die einen merken es wahrscheinlich nicht mal und kommen ein ganzes Leben darauf klar.

Ich kam doch auch bis jetzt klar. Ich habe immer schon gewusst, woher meine Probleme kommen, dass meine Kindheit doof war und dass es irgendwie weiter gehen muss. Dass ich mal professionelle Hilfe annehmen muss - hätte ich nie gedacht. Das würde auch jetzt noch keiner von mir denken, der das nicht weiss, aber mich schon seit längerem kennt.

Nach außen bin ich immer noch die coole, selbstbewusste und souveräne. Doch in mir drin da schreit es tagein tagaus...

GEDANKENSTEIN 2
Faul oder krank?!

Ich bin nun seit fast 2 Monaten nicht mehr arbeiten gewesen (davon 2 Wochen in der Klinik). Das macht mich selbst wahnsinnig. Ich würde ja gerne arbeiten gehen, aber ich habe totale Angst.
Wie soll das gehen?! Ich habe keine Betreuung mehr für mein Kind. Halbtags kann er ja in den Kindergarten - aber danach?! Dann muss ganz schnell eine Tagesmutter her und die kostet Geld. Und das kostet das, was ich bei dem Job dann mehr verdiene.
Wir wollen umziehen, weil dieses dörfliche hier Gift für mich ist und auch mein Freund sich nicht so wohl fühlt hier.
Aber ich habe jetzt - bevor es überhaupt richtig spruchreif wird - schon wieder 1000 Zweifel.
Was ist, wenn's Geld nicht langt?! Was ist mit dem KiGa Platz? Was ist, wenn ich den neuen Job dann nach dem Umzug wieder verlier?
Solche Fragen und Zweifel habe ich immer, bevor ich was Neues beginne. Und in vielen Fällen lasse ich es dann ganz sein. Und dann gelte ich als faul. Zu faul um mich um die Dinge und Probleme zu kümmern.

Dabei habe ich einfach nur Angst.

 

17.08.2004 um 19:24 Uhr

Gedankensteine heute: Verlassen, Futtern und Einsam...

Meine Gedankensteine für heute....

GEDANKENSTEIN 1
Ich werde immer verlassen

Heute ist mein Schatz auf ein Seminar gefahren. Und es war das gleiche Lied wie immer. Ich hätte heulen können und kam mir vor wie 12, weil ich so traurig war, dass er bis Donnerstag nicht da ist.
Es ist immer der gleiche Gedankenstein...ER WIRD MICH VERLASSEN...
Ich bin ja auch nicht Claudia Schiffer und was er mit mir in dem letzten Jahr, das wir jetzt zusammensind und -leben mitgemacht hat, geht auf keine Kuhhaut mehr....
Ich habe nicht nur ein Kind (das nicht von ihm ist) und gerade total nervt, weil es die Trotzphase hat, sondern auch noch eine psychische Klatsche und überhaupt.
Er ist voll der erfolgreiche Manager-Typ, während ich hier zuhause rumhocke und mich gerade selbst bemitleide, weil ich keinen Job finde. Wenn er dann mehrere Tage zu tollen Seminaren fährt in schicke Hotels, dann könnte ich immer st*rb*n vor Angst.
Da sind erfolgreiche Frauen, schöne Frauen, faszinierende Frauen. Und nicht so ein Schwarz-Weiss Klops wie ich.
Ich erwarte eigentlich immer, dass er wiederkommt und dann sagt - es ist aus...
Ich weiss, dass ist Schwachsinn - aber ich denke das an solchen Tagen wie heute wirklich....

GEDANKENSTEIN 2
FRESSEN ODER GEFRESSEN WERDEN

Ich war mein Leben lang immer etwas "gut dabei". Habe mit 1,76 immer grad so und Bauch einziehen in 38 gepasst. Aber Oberschenkel wie ein Brauereigaul. Und Schwangerschaftsstreifen, als seien Panzer über mich drüber.
Als ich vor 7 Wochen in der Psychatrie war - mensch - danach habe ich echt in 36 reingepasst. Musste noch nicht mal den Bauch einziehen. Ich habe mich einfach bewusst ernährt in der Klinik und zu Hause weitergemacht.
Alles für den *rsch. Bin gerade wieder voll am Futtern. Und bei jedem Bissen könnte ich wieder heulen, weil ich so inkonsequent bin. Warum bin ich bloss immer so scheiss-inkonsequent?!
Mein 4-jähriger Sohn ernährt sich bewusster als ich - der fragt selbst nach Gurken, Äpfel und Joghurt. Schoki mag er überhaupt nicht.
Meine Güte, da bekomm ich außerdem auch immer gleich ein schlechtes Gewissen......!

GEDANKENSTEIN 3
Ich bin so scheiss-allein

Also seit meine beste Freundin nach Mönchengladbach gezogen ist, ist eh alles viel schlimmer geworden. Da sie Angstneurotikerin ist, konnte man sich immer doch in gewissen Dingen richtig gut austauschen. Sonst kenne ich keinen Menschen hier, bzw. die, die ich kenne, sollen nichts davon wissen. Und ansonsten ist das ein richtiges Kaff. 900 Menschen leben hier und ich komme mir vor wie lebendig begraben.
Und an Tagen wie heute wäre ich es auch manchmal wirklich. *jaul*

Steine über Steine...

17.08.2004 um 19:13 Uhr

Was ist Borderline?!

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist eine schwere Persönlichkeitsstörung, die sich durch sehr wechselhafte Stimmungen, gestörte zwischenmenschliche Beziehungen, mangelndes Selbstvertrauen und autoaggressive Verhaltensweisen äußert. Diese Instabilitäten beeinträchtigen oft Familie und Arbeitsleben, langfristige Lebensplanung und das Selbstbild. Der Name Borderline stammt aus Zeiten, als man dachte, es würde sich bei BPS um einen Grenzfall (engl. borderline) zwischen Psychose und Neurose handeln; Menschen mit BPS leiden jedoch an einer Fehlfunktion der Gefühlsregulierung. Obwohl nicht so bekannt wie Schizophrenie oder Bipolare Störung (auch manisch-depressive Krankheit), ist Borderline häufiger und betrifft zwei Prozent der Erwachsenen, hauptsächlich junge Frauen.

Bezeichnend sind häufige Selbstverletzungen ohne Selbstmordabsicht, wie auch Selbstmordversuche und in schweren Fällen sogar vollendeter Selbstmord. Patienten mit BPS benötigen oft umfangreiche psychische Betreuung und belegen etwa 20 Prozent der psychischen Behandlungsplätze. Dank moderner Therapien kann jedoch vielen langfristig zu einem eigenständigen und sinnvollen Leben verholfen werden.

Symptome

Während bei einer Person mit Depressionen oder Bipolarer Störung eine Stimmung für mehrere Wochen anhält, kann ein Mensch mit Borderline intensive Schübe aus Angst, Depression oder Wut erleben, die nur wenige Stunden oder bis zu einem Tag andauern. Diese können in Verbindung mit Störungen der Impulskontrolle wie impulsiver Aggression, selbstverletzendem Verhalten und Drogen- oder Alkoholmissbrauch auftreten sowie zu übermäßigem Geldausgeben, Völlerei und riskanten Sexualpraktiken führen. Sucht ist eine häufige Begleiterscheinung bei Betroffenen. Die meist mit der Sucht einhergehenden selbstzerstörersichen Verhaltensweisen verstärken das Krankheitsbild. Ein fatales Merkmal von Sucht ist die Leugnung der Krankheit vor sich selbst.

Borderliner, die häufig ein sehr gestörtes Selbstbild haben, können in ihrer Verwirrung verstärkt werden. Das Gefühl, sich selbst nicht zugehörig zu sein, kann durch die selbstleugerischen Verhaltensweisen beim Drogenmissbrauch eine Verstärkung erfahren.

Wahrnehmungs- und Bewusstseinsstörungen können zu häufiger Änderung von Langzeitzielen, Karriereplänen, Berufen, Freundschaften, Geschlechtsidentität oder Werten führen. Häufig berichten die Patienten, dass sie "sich selbst nicht fühlen können". Manchmal empfinden sich Menschen mit BPS als grundsätzlich schlecht oder wertlos. Sie fühlen sich ungerechtfertigterweise unverstanden oder schlecht behandelt, gelangweilt, leer und haben keinen Sinn dafür, wer sie sind. Solche Symptome treten verstärkt auf, wenn sich Menschen mit Borderline einsam oder isoliert fühlen und können dann zu verzweifelten Versuchen führen, Situationen des Alleinseins zu vermeiden.

Die zwischenmenschlichen Beziehungen von Menschen mit einer Borderline-Störung sind oft höchst instabil. Auch intensive emotionale Bindungen schützen nicht davor, dass die Einstellung gegenüber Familienmitgliedern, Freunden oder Liebespartnern plötzlich von Idealisierung (starke Bewunderung und Liebe) in Abwertung (intensive Wut und Hass) umschlägt. Sie können eine sofortige Bindung eingehen und die andere Person idealisieren. Tritt jedoch eine Trennungssituation oder ein Konflikt auf, können sie unerwartet in das andere Extrem wechseln und das Gegenüber wütend beschimpfen.

Auch in Bezug auf Familienmitglieder sind Menschen mit BPS sehr empfindlich auf Ablehnung und reagieren auch auf vergleichsweise kleine Trennungen wie Urlaub, Geschäftsreisen oder einer plötzlichen Planänderung mit Wut und Verzweiflung. Diese Angst verlassen zu werden scheint in Beziehung zu stehen mit Schwierigkeiten sich gefühlsmäßig mit Schlüsselpersonen verbunden zu fühlen, wenn diese nicht anwesend sind, was dann zu einem Gefühl des Verlassenseins oder der Wertlosigkeit führt. Selbstmorddrohungen und -versuche können in Verbindung mit Gefühlen des Verlassenseins oder der Enttäuschung auftreten.

Selbstverletzendes Verhalten bis hin zum Suizid sind symptomatisch für diese Erkrankung. Häufig äussern sich Selbsthass und die Unfähigkeit, die plötzlich auftretenden Spannungen abzubauen sowie ein Gefühl des "sich nicht mehr Spürens" in autoagressivem Verhalten. Die Betroffenen schlagen mit dem Kopf gegen die Wand, sie zerkratzen sich mit den Fingernägeln oder Schneiden sich mit Messern oder Rasierklingen ihre Arme oder das eigene Gesicht auf. Grosse Gefahr der Selbstverletzung/eines Selbstmordes besteht auch zu dem Zeitpunkt einer Hochstimmung.