"Ich leide seit geraumer Zeit an Depressionen", berichtete ein Geschäftsmann, der Meister Egbert zu einem seelsorgenden Gespräch aufgesucht hatte.
"Aber zum Glück gibt es heute ja schon die verschiedensten Medikamente um sie zu bekämpfen, nicht wahr?"
"Das ist schon wahr", entgegnete der "und da und dort erfüllen sie auch sicher ihren Zweck und sind hilfreich."
Er hielt inne und schaute sein Gegenüber eine Weile schweigend und freundlich an.
"Nach Schätzungen entstehen etwa sechzig Prozent aller Depressionen aus unverarbeiteter Trauer; aus nicht bewältigten Verlusterlebnissen."
Der Meister sprach bewusst langsam.
"Haben Sie überhaupt schon Ihre Seele befragt, ob sie Ihnen etwas sagen möchte?
In sich hineingespürt, ob da vielleicht ein alter, tief vergrabener Kummer liegt; haben Sie das Kind in sich befragt?"
"Wenn Sie nämlich mit einer Pille niegeweinte Traurigkeit bekämpfen wollen, dann wäre das ziemlich traurig,
mein Freund."