Der große Bagarozy
Autor: Helmut Krausser
Original: Der große Bagarozy (1997)
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Cora Dulz ist Psychotherapeutin und denkt eigentlich, ein recht angenehmes Leben zu führen. Freilich, es ist ziemlich ereignislos, ihr Mann und sie haben nur noch dan Sexualverkehr, wenn seine Lust zufällig auf ihre Lust trifft, was selten vorkommt, die Patienten in ihrer Praxis langweilen sie ein wenig und auch sonst ist nicht viel los. Aber es hätte ja schlimmer kommen können - denkt sie.
Eines Tages spaziert Stanislaus Nagy in ihre Praxis. Irgendwie ist Cora von diesem Menschen fasziniert, auch wenn er ein tiefgründiges psychisches Problem zu haben scheint. Er erzählt, Maria Callas zu verehren und dass sie ihm nächtens manchmal erscheine. An sich ja noch nichts besonderes, hat Cora doch schon Patienten mit schlimmeren Wahnvorstellungen behandelt. Aber schlimmer gehts immer, so behauptet Nagy eines Tages, der Teufel zu sein. Er habe die Callas gefördert und zu Grunde gerichtet, sei im Körper eines schwarzen Pudels schon früher ihr Begleiter gewesen und sei überhaupt der Grund, warum die Callas berühmt geworden war.
Cora glaubt Nagy natürlich nicht, im Gegenteil. Sie ist fasziniert und fühlt sich auch auf einer sexuellen Ebene immer mehr zu ihrem Patienten hingezogen. Sie weiß zwar, dass das falsch ist, kann sich aber nicht gegen die schier (dämonische?) Anziehungskraft Nagys wehren. Der hingegen will nichts von Cora, weist sie immer wieder ab und verachtet sie am Ende sogar. Ist er es etwa auch, der Cora zu einer schrecklichen Tat anstiftet?
Angeregt durch einen Tipp eines besonderen Freundes, der den gleichnamigen Film gesehen hatte und davon restlos begeistert war, habe ich "Der große Bagarozy" gelesen - und war voller Erwartungen. Dennoch, also trotz meiner hoch gesteckten Ansprüche an den Humor des Buches, wurde ich nicht enttäuscht. Mit unvergleichlicher Ironie und viel schwarzem Humor schickt Krausser der Psychotherapeutin Cora den Teufel an den Hals. Dieser kann über sich lachen, ist ein böser Bube und trotzdem irgendwie interessant. Die Handlung ist konsequent und spannend, aufgrund des teuflischen Elements auch ein wenig esoterisch - aber auf jeden Fall einen Versuch wert! Danke für den guten Tipp, Chief!

