Lesen oder Lassen?

09.03.2007 um 20:56 Uhr

Beweise, dass es böse ist

von: chil   Kategorie: Krimi

 

Autorin: Donna Leon

Original: Doctored Evidence (2005)

meine Bewertung: Verrückt VerrücktVerrücktVerrückt von 5

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Maria Battestini, eine alte Venzianerin, ist eine wahre Plage. Sie ist geizig, nörgelig und dreht ihren Fernseher auch nachts nicht leiser, so dass alle ihre Nachbarn sich gestört fühlen. Da die Alte unausstehlich war, wundert es auch niemanden, dass sie eines Tages ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden wird. Die Polizei vermutet, dass das illegale Dienstmädchen mit der Sache zu tun hat, da sie kurz nach dem Mord spurlos verschwunden ist. Die Behörden greifen sie in einem Zug auf dem Weg außer Landes auf. Die Rumänin flieht und wird dabei von einem Zug überrollt. Für die italienische Polizei ist die Schuld der jungen Frau erwiesen, der Fall wird zu den Akten gelegt.

Drei Wochen danach kommt eine junge Frau aus dem Urlaub in England zurück, die die Rumänin entlasten kann. Sie gerät dabei an Brunetti, der ebenfalls von einem Auslandsaufenthalt zurück gekehrt ist. Brunetti glaubt der jungen Frau und nimmt die Ermittlungen in diesem Fall wieder auf. Natürlich muss er sich abermals seinen Vorgesetzten Patta und Scarpa durchsetzten und die Dienste von Signorina Elettra in Anspruch nehmen, die nicht unbedingt legal sind. Ein treuer Gefährte auf der Suche nach der Wahrheit ist ihm wieder einmal Vianello. Das Trio stößt schon bald auf vier verschiedene Bankkonten, auf die regelmäßig höhere Beträge überwiesen wurden. Nach dem Tod der Battestini verschwindet das Geld auf den Konten plötzlich ins Ausland. Was hat der bereits verstorbene Sohn mit der ganzen Sache zu tun? Wer überweist weshalb monatlich diese Summen? Welche Rolle spielen die Anwältin von Maria Battestini und Battestinis Nichte in dieser Geschichte?

Natürlich soll an dieser Stelle nicht zuviel verraten werden, allerdings sei der besorgte Leser beruhigt: Natürlich löst Brunetti den Fall, allerdings hat Donna Leon dieses Mal eine gehörige Portion Glück mitspielen lassen, das Ende ist also alles andere als spannend, überraschend oder gar aufsehenerregend. Deshalb auch der Abzugspunkt. Allerdings ist die Geschichte durchwegs spannend und wieder einmal hat es Leon geschafft, den Leser auf eine Reise mit nach Venedig zu nehmen. Man meint fast, die Kanäle der Lagunenstadt zu riechen und bei einem Glas Weißwein die Sicht auf den Markusplatz zu genießen. Schade allerdings, dass Donna Leon, die eigentlich ja US-Amerikanerin ist, aber in Venedig lebt, eine derart negative Einstellung Touristen gegenüber durchblitzen zu lassen. Letztlich ist sie ja auch nichts anderes - und gerade sie sollte wissen, dass "jeder, der nicht in Hörweite der Lagune geboren ist, praktisch als Ausländer gilt..."


  • Broschiert
  • Verlag: Diogenes, 1. Auflage 2005
  • Sprache: Deutsch


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