Lesen oder Lassen?

24.09.2007 um 19:47 Uhr

Villa Nachtigall

Autorin: Agatha Christie

Auswahl: Peter Naujack (1964)

meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrückt von 5

Peter Naujack hat 7 Kurzgeschichten von Agatha Christie ausgewählt und zu diesem Band zusammen gefügt. Es handelt sich um die Geschichten „Der Spiegel des Toten“, „Die Ankunft des Mr. Quin“, „Der tote Harlekin“, „Die Seele des Croupiers“, „Das Mädchen im Zug“, „Villa Nachtigall“ und „Gurke“. Die meisten der Geschichten haben mit Mr. Quin zu tun, dem seltsamen Freund von Colonel Satterthwaite. Im eigentlichen Sinne handelt es sich nicht um Kriminalgeschichten, sondern eher um mysteriöse Vorfälle der Vergangenheit, die bei einem netten Tee aufgelöst werden. Nicht berauschend, aber auch nicht grottenschlecht. Was nur wirklich gestört hat: Die Übersetzung ist an manchen Stellen ziemlich holprig und viel zu oft kommt die Floskel „Wenn ich richtig orientiert bin…“ vor. Das mutet doch seltsam an…


  • Taschenbuch: 207 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 11., Aufl. (November 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257208251
  • 04.03.2007 um 10:01 Uhr

    Mrs. Nan's Rezept

    Autorin: Frances Fyfield

    Original: 2003

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrückt von 5

    Mrs. Nan's Rezept. Zwei mysteriöse Geschichten will ich auch! 

    Dieses dünne Büchlein von Frances Fyfiel beinhält 2 mysteriöse Geschichten. In der ersten Geschichte lernt der Leser die gutmütige Mrs. Nan kennen. Sie ist Inderin und sehr stolz auf ihre Kochkünste. Ihr Mann und ihre Kinder essen jeden Tag ihr Essen, die Kinder kommen immer noch zum Essen heim, obwohl beide schon erwachsen sind. Eines Tages allerdings erkranken der Mann und die Kinder an einer Salmonellenvergiftung. Mrs. Nan geht es gut, sie hat aber auch nicht soviel gegessen. Sie isst immer nur, was ihre Lieben übrig lassen. Und das war an diesem Tag wenig. Nachdem sich die Familie wieder erholt hat, beschuldigen sie - eher scherzhaft -- ihre Mutter, sie absichtlich vergiftet haben zu wollen.

    Dem ist aber nicht so. Auch das Gesundheitsamt beginnt sich mittlerweile dafür zu interessieren, denn mittlerweile sind in London schon mehrere Fälle von Salmonellenvergiftung bekannt geworden. Seltsamerweise ist immer nur eine bestimmte ethnische Gruppen betroffen...

    Die zweite Geschichte handelt vom Weihnachtsabend einer reichen Familie. Die Familie scheint perfekt zu sein, Maria, die Mutter und Ehefrau, hält sich für ihren Mann schlank und pflegt das Haus ordentlich, damit ihr Gatte allen Grund hat, auf sie stolz zu sein. Maria möchte die perfekte Hausfrau sein.

    Allzuviel vom Inhalt kann man hier nicht preisgeben, da beide Geschichten sehr kurz sind und das Büchlein nur 91 Seiten umfasst. Die Geschichten sind spannend und stimmungsvoll, erstere fällt tatsächlich in die Kategorie "mysteriöse" Geschichte, zweitere eher nicht. Dennoch sind beide spannend und lassen sich leicht in einer halben Stunde weglesen, wenn man auf den Zug etc. wartet.  Ansonsten nicht wirklich etwas Besonderes.


  • Gebundene Ausgabe: 91 Seiten
  • Verlag: Europa, Hamburg; Auflage: 1 (November 2004)
  • ISBN-10: 320385211X
  • 20.01.2007 um 09:52 Uhr

    Morgengrauen - Nemesis Band 6

    Autor: Wolfgang Hohlbein

    Original: Morgengrauen (2005)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrückt von 5

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    "Morgengrauen" ist bereits der sechste und Gott sei Dank auch letzte Teil von Wolfgang Hohlbeins "Nemesis" Reihe. Nachdem in Zeit vor Mitternacht, Geisterstunde, Alptraumzeit, In dunkelster Nacht und Zeit des Wolfes sechs Personen, die sich noch nie zuvor gesehen haben, auf Schloss Crailsfelden bestellt wurden, um dort ein ominöses Erbe anzutreten, allerdings allerlei mysteriöse Unfälle und Morde passieren und am Ende nur noch drei der anfangs sechs Personen übrig sind, wird im letzten Teil der Serie endlich aufgeklärt, was hinter den Ereignissen steckt. Was genau das ist, wird natürlich an dieser Stelle nicht verraten.

    Der letzte Band hebt sich von den anderen Bänden durch spürbare Spannung ab, allerdings ist auch dieser nicht unbedingt ein erzählerisches Meisterwerk. Fast hat man das Gefühl, Hohlbein hätte die fünf Bände geschrieben und abgeschlossen, ohne eine Ahnung oder einen Plan zu haben, wie er seine Hauptfiguren da wieder rausbekommt und womit er das Ganze erklären könnte. Die Erklärung, für die er sich schlussendlich entschieden hat, erscheint einem weit hergeholt und nicht hundertprozentig passend. Hohlbein ist eben ein typischer Vielschreiber und leider erkennt man nur zu gut den Kitt, mit denen er seine Storys verleimt. Am Ende steht man mit seinen sechs dünnen Bändchen da, die jeweils 7,20 Euro gekostet haben und fühlt sich geneppt. Über 40 Euro für eine unterdurchschnittliche Story, die man genausogut in ein Taschenbuch für 10,20 stecken hätte können. Lieber nicht!


  • Broschiert: 191 Seiten
  • Verlag: Ullstein Tb; Auflage: 1 (Januar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548259804
  • 17.01.2007 um 10:35 Uhr

    Der talentierte Mr. Ripley

    Autorin: Patricia Highsmith

    Original: The talented Mr. Ripley (1955)

    meine Bewertung: VerrücktVerrückt VerrücktVerrücktVerrückt von 5

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    Nachdem seine Eltern bei einem Schiffsunglück ums Leben kamen, wuchs Tom Ripley bei seiner Tante Dottie in Boston auf. Diese behandelte ihn nie besonders gut und ließ Tom immer spüren, dass er eigentlich unerwünscht war. Das liegt zwar lang hinter Tom, denn mittlerweile lebt er bei einem Bekannten in New York, allerdings plagen ihn seit damals tiefe Selbstzweifel. Tom arbeitet nicht, sondern hält sich mit kleineren Betrügereien über Wasser. Glücklich macht ihn das nicht besonders und reich schon gar nicht.

    Eines Tages wird er in einer Bar von einem wohlhabenden  Werftbesitzer, Mr. Greenleaf, angesprochen. Mr. Greenleaf hat in Tom einen alten Freund seines Sohnes Dickie wiedererkannt. Dickie weilt zur Zeit in einem kleinen Dorf in Italien, wo er seine Zeit malend verbringt. Dies ist dem reichen Werftbesitzer ein Dorn im Auge, denn am liebsten würde er seinen Sohn als seinen Nachfolger in der familieneigenen Firma sehen. Er hofft nun auf Tom und überredet ihn dazu, auf seine Kosten nach Italien zu reisen, um Dickie zur Rückkehr zu bewegen.

    Dieses Angebot kommt Tom gerade recht und er nimmt es an. In dem kleinen Dorf in Italien, in dem Dickie wohnt, ist es nicht schwer, seinen alten Bekannten ausfindig zu machen. Zuerst sind Dickie und seine Freundin Marge nicht besonders begeistert vom Auftauchen des Amerikaners, doch als dieser ihnen den wahren Grund seines Besuches verrät, sind sie amüsiert und langsam beginnt das Eis zwischen ihnen zu tauen. Marge bleibt zwar immer noch sehr skeptisch, Dickie und Tom hingegen werden richtige Freunde.

    Tom richtet sich bei Dickie häuslich ein, denn es ist klar, dass dieser nicht zu einer Rückkehr nach Amerika zu bewegen ist. Schon bald erlebt er das aufregende Leben an Dickies Seite. Er beginnt ihn zu beneiden, er möchte sein wie Dickie. Auf einer Reise nach San Remo sieht er dann eine Möglichkeit, wie er sich Dickies entledigen und seine Identität annehmen kann. Fortan baut sich Toms Leben auf Lügen auf, er ist ständig auf der Flucht, durchlebt Zeiten zwischen höchster Euphorie und Verfolgungswahn. Bald schon beginnt sich die Polizei für Mr. Greenleaf zu interessierern, woraufhin eine Art Verfolgungsjagd quer durch Italien und Europa beginnt.

    Dieses Buch von Patricia Highsmith ist ein wirklich genialer Thriller. Obwohl man von Anfang an mitkriegt, auf welchem Lügengerüst Tom Ripleys Leben aufgebaut ist, findet man ihn doch sympahtisch, zumindest ein wenig, und verfolgt voll Spannung und Interesse das Geschehen rund um ihn. Tom Ripley ist eine faszinierende Persönlichkeit, obwohl man weiß, dass er ein gravierendes Problem hat - spannend, brilliant erzählt und gut durchdacht. Wirklich ein Lesetipp!


  • Gebundene Ausgabe: 428 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (3. Juli 2004)
  • ISBN-10: 3937793135
  • 05.01.2007 um 22:21 Uhr

    Lullaby

     

    Autor: Chuck Palahniuk

    Original: Lullaby (2002)

    meine Bewertung: VerrücktVerrückt VerrücktVerrücktVerrückt von 5

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    Carl Streator ist Journalist und als solcher soll er eine Reihe über den plötzlichen Kindstod in einer Zeitung veröffentlichen. Sein Redakteur hat von Anfang an von ihm verlangt, immer auf alle Details zu achten, so dauert es auch nicht lang, bis der Journalist dahinter kommt, was diesen plötzlichen und ohne Verletzungen auftretenden Tod verursacht haben könnte. In jedem Kinderzimmer, in dem vor kurzem erst ein Kind gestorben ist, findet er das Buch "Gedichte und Lieder aus aller Welt". Und seltsamerweise ist das Buch immer auf Seite 27 aufgeschlagen. Auf dieser Seite befindet sich ein Gedicht, eigentlich ein Schlaflied, das Carl mehr als nur bekannt vorkommt. Er hat es nämlich vor rund 20 Jahren seinem Sohn und seiner Frau vorgelesen - am Abend, bevor diese starben.

    Das Lied scheint aus Afrika zu stammen, es handelt sich um ein sogenanntes "Merzlied". Ein Lied, das töten kann, wenn man es einem Menschen vorliest oder auch nur an ihn denkt, während man es aufsagt. So ganz kann der Journalist noch nicht an die Wirkung des Liedes, in dem es eigentlich um Tiere geht, die schlafen gehen, glauben, deshalb testet er die Wirkung an seinem Redakteur. Als dieser am nächsten Tag nicht zur Arbeit kommt, ist für Streator alles klar.

    Er forscht ein bisschen nach und stößt auf die Maklerin Helen Hoover Boyle, deren Sekretärin Mona Sabbat und deren Freund Oyster. Alle drei wissen über das Merzlied Bescheid, Helen ist jedoch außer Carl die einzige, die auch den Inhalt des Liedes kennt und anscheinend erfolgreich einsetzt. Die Truppe macht sich auf den Weg quer durch Amerika, um alle Exemplare von "Geschichten und Lieder aus aller Welt" aus dem Verkehr zu ziehen, bevor es in falsche Hände gerät. Auf der Suche nach den Büchern hinterlassen sie eine Spur von Leichen, geraten sich hin und wieder in die Haare, verlieben sich, haben Spaß, denken über den Unterschied von Gut und Böse nach und von etwas begleitet, das unglaubliche Macht besitzt.

    Der Amerikaner mit der französisch-russischen Abstammung wurde 1962 geboren, wollte schon immer Autor werden. Erst nach einem einschneidenden Erlebnis verwirklichte er diesen Traum und landete mit "Fight Club" gleich einen Bestseller. Auch "Lullaby" hat durchaus das Zeug dazu, Kultstatus zu erlangen. Der Roman wird aus Sicht des Reporters Carl Streator erzählt. Streator ist eine verzweifelte Figur, genauso wie seine drei Begleiter. Palahniuk hat es geschafft, diese Verzweiflung einzufangen. Durch die Plastizität, über die seine Figuren verfügen, schafft er es sogar, dass man ihm als Leser abnimmt, dass Worte töten können.

    Man erwischt sich bei der Lektüre dabei, darüber nachzudenken, wie gerechtfertigt im jeweiligen Fall die Anwendung des Merzliedes nun war und was passieren würde, würde man das Lied per Massenmedien verbreiten. "Phobiker der Stille", so nennt Palahniuk die Menschen unserer Zeit, da wir ständig von einer Geräuschkulisse umgeben sind. Stille, das könnte das Merzlied  der Welt bescheren. Man könnte die Überbevölkerung abschaffen, Terroristen, Massenmörder, Diktatoren von der Bildfläche verschwinden lassen - und würde sich dazu selbst in einen machthungrigen Diktator, Terroristen, Massenmörder verwandeln.

    Ein wirklich genial-beängstigendes Buch, schräg und komisch, aber vor allem nachdenklich und irgendwie düster. Ein Must-Read!


  • Broschiert: 254 Seiten
  • Verlag: Goldmann (August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442542197
  • ISBN-13: 978-3442542192
  • 14.11.2006 um 22:23 Uhr

    Panic

    Autor: Jeff Abbott

    Original: Panic (2005)

    meine Bewertung: VerrücktVerrückt von 5

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    Evan Casher bekommt spät in der Nacht einen Anruf von seiner Mutter. Sie klingt besorgt und aufgebracht, als sie ihn bittet, sich sofort auf den Weg zu machen und zu ihr zu kommen. Sie fordert dies so bestimmt, dass Evan nur noch schnell seinen Laptop und eine Tasche packt und die Musikfiles, die ihm seine Mutter vor kurzem für einen Film gemailt hat, auf seinen mp3-Player zu spielen, bevor er sich ins Auto setzt und losfährt.

    Als der junge und erfolgreiche Dokumentarfilmer in seinem Elternhaus ankommt, macht er eine grauenhafte Entdeckung, die sein Leben schlagartig verändert: Seine Mutter liegt erwürgt in der Küche. Doch die Mörder sind noch irgendwo im Haus, denn gerade als Evan sich über seine tote Mutter beugt, wird ihm eine Tüte über den Kopf gestülpt und eine Schlinge um den Hals gelegt. Der sich heftig währende Evan wird am Seil aufgehängt und erst in letzer Minute von einem Unbekannten gerettet, der mit einem sicheren Schuss das Seil durchschießt und Evan so befreit. Dieser rettet sich aus dem Haus in einen bereits angekommenen Polizeiwagen. Von dort wird er allerdings entführt: von einem Glatzkopf, der sich selbst Gabriel nennt und während der Fahrt Evan eine haarsträubende Geschichte erzählt, von der er behauptet, sie sei die Wahrheit über seine Eltern und über sein eigenens Leben. Seine Mutter sei ermordet worden, weil sie etwas besäße, das sowohl alle Geheimdienste der Welt, sowie eine geheime Organisation, die sich "The Deeps" nennt, haben wollen. Und da seine Mutter jetzt tot ist und sein Vater unauffindbar, wird angenommen, Evan hätte dieses Stück der Begierde - woraufhin er zum Gejagten wird. Er muss um sein Leben kämpfen...

    Eigentlich hab ich das Buch gekauft, weil es ein wirklich tolles Cover hat und der Satz "One of the year's best books" von Harlan Coben zitiert wird. Allerdings war das Buch ein wahrer Reinfall. Es handelt sich um eine Art Spionage- bzw. Verschwörungstheorie-Roman, in dessen Mittelpunkt Evan Casher steht, der auf der Flucht ist, aber ständig irgendwem in die Hände fällt. Jede Seite behauptet dabei von sich, die Guten zu vertreten, jede Seite erzählt im eine andere Geschichte.

    Die Handlung wird dadurch immer verwirrender, die Hauptfiguren bleiben sehr flach und verhalten sich sehr konstruiert. Man nimmt Abbotts Figuren einfach nichts ab - ich zumindest nicht. Die Geschichte hat durchaus interessante und spannende Sequenzen, allerdings ist sie auch sehr reißerisch. Ich hab mich eher gelangweilt, bei der Lektüre des "One of the year's best books" und auch nur sehr schwer in die Handlung hineingefunden, weil ich mich ständig darüber ärgern musste, wie schlecht erzählt die Geschichte ist, die durchaus Potential hat - auch wenn sich alles um das altbekannte Schema Agent-schöne Frau-Liebe-Verfolgung dreht. Schade um das Geld.


  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Little, Brown (8. Juni 2006)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0751538310
  • ISBN-13: 978-0751538311