Lesen oder Lassen?

08.01.2008 um 20:46 Uhr

Wie die Tiere

von: chil   Kategorie: Krimi

Autor: Wolf Haas

Original: Wie die Tiere (2001)

meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrücktVerrücktVerrückt von 5

Jetzt ist schon wieder was passiert – und das in Wien. Den Brenner, seines Zeichens Ex-Polizist, hat es nach Wien verschlagen. Es ist nicht ein neuer Fall, sondern eher ein Termin bei der Amtsärztin, denn der Brenner ist jetzt doch auch schon über 50 und möchte gerne um Frühpension ansuchen. In den Alpenländern nicht so einfach, in Wien hast du’s einfach, haben ihm seine Kollegen im Kaufhaus erzählt, wo er zuletzt als Kaufhausdetektiv gearbeitet hat. Nicht gerade rühmlich, aber das, was ihn in Wien erwartet, ist auch nicht gerade ein Aufstieg.

Denn damit er in Wien um Frühpension ansuchen kann, braucht der Brenner in Wien eine Arbeit. Und die hat er vom Bordellbesitzer Schmalzl bekommen. Denn in Wien ist ein wahnsinniger Hundehasser unterwegs, der speziell präparierte Hundekekse im Augarten streut. Die Hunde, die diese Kekse fressen, verenden qualvoll. Der Bordellbesitzer möchte quasi etwas PR für sich und sein Gewerbe, deshalb beauftragt er den Brenner, den Täter zu finden. Der sucht zuerst in den Reihen der Kinderliebhaber, denn Kinderliebhaber und Hundehalter quasi Todfeinde. Auch wenn der Fall anfangs noch nicht gerade prestigeträchtig ist, so bekommt der Brenner es dann doch noch mit zwei Leichen zu tun, deren Täter er natürlich finden möchte. Doch wie immer beim Brenner geht das halt alles nicht so fix.

Für mich ist Wolf Haas einfach nur genial. Der Stil, den er konsequent verfolgt ist jener, den man vom Wirtshaustisch kennt, man sitzt sich gegenüber und bekommt den neuesten Brenner-Fall lauwarm serviert. Einfach genial, so witzig und doch so trocken, morbide und doch genial – Haas gehört gelesen! Soviel Lokalkolorit und Stimmung schafft so schnell keiner!

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 8 (Dezember 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499233312
  • 07.12.2007 um 21:24 Uhr

    Leise rieselt der Schnee

    von: chil   Kategorie: Krimi

    Hrsg.: Klönne, Gisa

    Original: Leise rieselt der Schnee (2005)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrücktVerrücktVerrückt von 5

    Gisa Klönne hat in diesem Buch 24 Mordsgeschichten rund um Weihnachten gesammelt. Diese stammen von 24 deutschen bzw. österreichischen Autorinnen und sind garantiert nichts für schwache Nerven. Wer dringend Abwechslung zu fröhlichem Glockengebimmle, White Christmas aus allen Supermarktlautsprechern und Weihnachtsbäckerei hat oder genervt vom Vorweihnachtsstress ist, sollte sich die Zeit nehmen und sich die Geschichten in diesem Buch auf der Zunge zergehen lassen.

    Und wenn man doch auf Weihnachtskitsch steht, so bieten die Geschichten einen guten Ausgleich dazu. Da es außerdem genau 24 sind, kann man sie auch ideal als Adventskalender nutzen und jeden Tag eine der Geschichten lesen. Spannend erzählt, auf jeden Fall lesenswert! Die Autorinnen sind Meister ihres Handwerks!
  • Broschiert: 272 Seiten
  • Verlag: Ullstein Tb; Auflage: 1 (November 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548257879
  • ISBN-13: 978-3548257877
  •  

    06.11.2007 um 09:37 Uhr

    Schneewittchen Party

    von: chil   Kategorie: Krimi

    Autorin: Agatha Christie

    Orignal: The Hallow'een Party (1969)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrücktVerrückt von 5

    Bei einem Halloween-Fest im Haus von Rowena Drake passiert etwas Schreckliches: Joyce, ein etwa 13-jähriges Mädchen, wurde in dem Kübel, in dem nach Äpfeln geschnappt wurde, ermordet, jemand hat sie ertränkt. Obwohl viele Gäste bei dem Fest anwesend waren, hat doch niemand etwas Verdächtiges gesehen. Zufälligerweise war auch Mrs Oliver, die Krimiautorin. Natürlich ist ihr Spürsinn geweckt. Doch alleine kommt sie nicht recht weiter, darum besucht sie ihren alten Freund Hercule Poirot in London und bittet ihn, nach Woodleigh Common zu kommen, um ihr bei dem Fall zu helfen.

    Auch die Neugierde des Belgiers ist geweckt. Er beginnt, sich in dem kleinen Dorf umzuhören und sich mit dem Dorfklatsch vertraut zu machen. Schon bald stößt er auf die dunkle Vergangenheit des Dorfes. Schon vor einigen Jahren wurden Morde verübt, die eventuell mit dem aktuellen Mord an einem unschuldigen 13-jährigen Mädchen zusammenhängen. Joyce hatte keine Freunde und war als notorische Lügnerin bekannt. Deshalb hat ihr auch niemand so recht geglaubt, als sie kurz vor ihrem Tod erzählte, einen Mord beobachtet zu haben. Doch irgendjemand hat sich bedroht gefühlt. Genauso wie von ihrem kleinen Bruder, der wenig später auch ertränkt wird.

    Nicht umsonst ist Agatha Christie als „Queen of Crime“ bekannt. Auch diese Geschichte ist spannend, leider kann sich der mehr oder weniger geübte Krimileser schon ziemlich bald ein Bild von der Geschichte machen. Trotzdem werden einem die verzwickteren Zusammenhänge erst am Ende klar, wodurch es sich durchaus lohnt, das Buch zu Ende zu lesen. Es gibt Spannenderes von Christie, schlecht ist aber auch „Schneewittchen Party“ nicht. Durchaus geeignet für eine Lesenacht vor Allerheiligen.

  • Broschiert: 218 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (Juni 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596169518
  • ISBN-13: 978-3596169511
  • 04.11.2007 um 10:19 Uhr

    Meine bösesten Gruselstunden

    von: chil   Kategorie: Krimi

    Hrsg.: Alfred Hitchcock

    Original: Tales to send Chills down your Spine (1979)

    meine Bewertung: Verrückt von 5

    In diesem Buch hat Alfred Hitchcock angeblich „Tales that send chills down your spine“ gesammelt – leider ist ihm das in keiner Art und Weise geglückt. Einige der Geschichten sind zwar spannend und steuern auch auf einen Höhepunkt hin, doch leider kommt spätestens am Ende jeder Geschichte der tiefe Fall. Von Grusel weit und breit keine Spur. Doch zum Inhalt:

    Ein Mann läuft davon – Bill Pronzini
    In einem Lokal in der Wüste tauchen zwei Männer auf, die die beiden Mitarbeiter des Lokals und den einzigen Gast als Geiseln nehmen. Sie warten auf einen anderen, den sie erschießen wollen, sobald er das Lokal betritt. Zum Glück entdeckt der als Geisel genommene Gast den Revolver des Wirts.

    Alter spanischer Wein – Borden Deal
    Der 60-jährige Richter wurde vor kurzem nach zehn Jahren Ehe von seiner (viel jüngeren) Frau verlassen. Sie kehrt ein letzes Mal heim, um ihre Sachen zu holen. Mitgebracht hat sie ihren (noch viel jüngeren) Liebhaber. Während die Frau im Obergeschoß ihre Sachen packt, trinken der Richter und der Liebhaber die Flasche Wein, die eigentlich für die Silberhochzeit reserviert gewesen wäre. Der Wein ist ausgezeichnet, doch der Richter hat seine .38er griffbereit…

    Der Voyeur – Henry Slesar
    Ausgerechnet in der Nobelabteilung des Kaufhauses häufen sich in letzter Zeit die Ladendiebstähle. Der Geschäftsführer lässt also in allen Kabinen Einwegspiegel montieren und beauftragt den Kaufhausdetektiv, den Damen beim Umziehen zuzusehen und so die Diebin zu entlarven. Es dauert auch nicht lang, bis er sie entdeckt, doch leider verliebt er sich in sie…

    Mörderisches Zwischenspiel – Paul Tabori
    Weil seine Maschine Verspätung hat, treibt sich Venture am Flughafen herum. Zufällig stößt er auf eine Art Pressekonferenz mit Buffett und Sekt. Er gesellt sich zu den Gästen, von denen er einige sogar kennt. Eigentlich wäre es ja ein ganz netter Empfang, blöd nur, dass der Hauptredner ausgerechnet in seiner Rede tot zusammen bricht. Venture untersucht die Leiche und hat schon bald einen Verdacht.

    Die gläserne Brücke – Robert Arthur
    Seit die junge Frau das Haus von Hillyer betreten hat, ist sie spurlos verschwunden. Das Haus liegt auf einer Anhöhe, es ist Winter. Es gibt Zeugen, die Marianne Montrose gesehen haben, als sie eintrat, aber niemand hat sie zurück kommen sehen. Die Spuren im Schnee führen zum Haus, es gibt keine Spuren, die wieder zurück führen. Alle Ermittlungen der Polizei bleiben ergebnislos. Erst viel später kommen einige Freunde auf die Spur des Mörders.

    Flucht ohne Ausweg – Evans Harrington
    Zwei Häftlinge beschließen, aus dem Gefängnis auszubrechen. Der junge Dunham, der im Affekt den Vater seiner Geliebten totgeschlagen hat, ist eigentlich nicht besonders begeistert, da er zwar Boxer ist, allerdings Gewalt, die zu weit geht, strikt ablehnt. Er ist also entsetzt, als sein Mithäftling während ihres Ausbruchs eine Spur aus Gewalt und Blut hinterlässt. Die beiden entführen den Aufseher in seinem Wagen und versuchen, damit zu fliehen. Als Mann, Dunhams Mitausbrecher, plötzlich fast durchdreht und auch auf Dunham losgeht, erhält dieser Hilfe von ungeahnter Seite.

    Junger Mann in fremdem Haus – Donald Martin
    Die ältliche Dame erwischt einen Postdieb auf frischer Tat. Als der junge Mann erschrocken fliehen will, stolpert er und verletzt sich am Knöchel. Die Dame nimmt ihn erstmal mit in ihre Wohnung, wo sie ihm heißes Wasser gibt. Der junge Mann überredet sie, ihn laufen zu lassen. Die Dame steigt darauf ein. Als sie kurz das Zimmer verlässt, nutzt der Dieb die Chance und steckt einige Schmuckstücke ein. Er flieht hinkend und läuft schon kurz darauf der Polizei in die Hände. Diese findet den Schmuck, der vor längerer Zeit aus einem ziemlich betuchten Haus verschwunden waren – in dem der junge Mann noch nie in seinem Leben war.

    Verbrechen ist erblich – Glenn Andrews
    Die junge Ann Griffith leidet sehr unter ihrem Vater. Dieser war in einen Mordprozess verwickelt, als sie gerade acht Jahre alt war. Der Fall hatte damals bundesweit Schlagzeilen gemacht. Ann floh zu ihren entfernt lebenden Verwandten. Als sie nun aufs College kommt, lebt sie immer noch in ständiger Angst. Sie möchte auf keinen Fall, dass jemand von ihrem Vater erfährt. Außerdem hat sie sich mit der Vererbungslehre beschäftigt und ist sich sicher, dass auch sie eines Tages einen Mord begehen wird.

    Gangsterurlaub – Jean Garris
    Diese wirklich spannende und gute Geschichte erzählt vom perfekten Mord. Der Mörder hat einen tollen Plan ausgeheckt, der auch aufgeht. Das Opfer ist ein Gangsterboss, dem die Justiz nichts anhaben konnte und die Welt ist zweifellos ohne ihn besser dran. Das wohl einzige Highlight in dieser Geschichtensammlung.


  • Broschiert
  • Verlag: Scherz, Mchn. (1983)
  • ISBN-10: 350250900X
  • ISBN-13: 978-3502509004
  • 14.10.2007 um 19:38 Uhr

    Hard News

    von: chil   Kategorie: Krimi

    Autor: Jeffery Deaver

    Original: Hard News (2002)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrückt von 5

    Die junge Kamerafrau Rune erhält eines Tages einen Brief aus dem Gefängnis. Der Absender, Randy Boggs, wurde wegen Mordes verurteilt und sitzt nun seine Zeit im Knast ab. Doch Boggs ist verzweifelt. Er wird von einer Gang regelrecht gejagt und der schmächtige, unscheinbare Mann kann sich nicht erklären, womit er den Zorn seiner Mitgefangenen auf sich gezogen hat. Er schreibt an einen New Yorker Fernsehsender einen Brief, in dem er beteuert, unschuldig im Gefängnis zu sitzen. Und eben jener Brief ist auf dem Schreibtisch der ausgeflippten, unscheinbaren Kamerafrau Rune gelandet. Rune liest den Brief und glaubt Boggs, er tut ihr leid. Sie beschließt deshalb, eine Story über Boggs zu machen und ihn aus dem Gefängnis zu holen.

    Sie geht zur Anchorfrau der beliebtesten Nachrichtensendung New Yorks: Piper Sutton von Current Events. Die toughe Karrierefrau versucht zuerst, Rune ihr Vorhaben auszureden, denn der Mann, den Randy Boggs getötet haben soll, war der ehemalige Leiter des Senders: Lance Hopper. Doch irgendwie gelingt es der ungeschickten Rune, in deren Privatleben sich auch allerlei tut und quasi wie eine Jungfrau zu einem kleinen Kind kommt, Piper Sutton umzustimmen und den Beitrag machen zu dürfen. Sie kämpft sich durch Aktenmaterial, findet verschollene Zeugen, führt Interviews und bewegt sich nicht immer in journalistisch-moralisch vertretbaren Bereichen. Doch an der Sache ist irgendetwas faul, spätestens als der erste Zeuge ermordet wird und ihre bisherigen Aufzeichnungen verschwinden, wird die Sache spannend…

    Jeffery Deaver hat mit diesem Buch eine unerwartet spannende Geschichte geschrieben, die zwar mit mindestens zwei absurden Twists endet, aber die handelnden Figuren sind glaubhaft und die chaotische Rune sogar sympathisch. Wenn man einfach nach der Suche nach harmloser, flacher Unterhaltung ist, die keinen Anspruch an irgendetwas stellt, ist dieses Buch nur zu empfehlen. Von dieser Sicht aus also 3 Punkte für Spannung und Unterhaltung.


  • Broschiert: 324 Seiten
  • Verlag: Aufbau Tb; Auflage: 1 (August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746622409
  •  

    03.09.2007 um 19:54 Uhr

    Gott segne John Wayne

    von: chil   Kategorie: Krimi

    Autor: Kinky Friedman

    Original: God bless John Wayne (1995)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrückt von 5

    Bei Amazon.de...

    Kinky, der Privatdetektiv aus Texas, ist nach New York zurück gekommen. Er lebt wieder in seinem Loft, gemeinsam mit der Katze. Es hat sich nicht viel geändert, es ist auch wenig los dieser Tage. Weil die Kunden nicht gerade Schlange stehen, kommt es auch zu einer Art Verzweiflungstat des guten alten Kinkstahs.

    Als sein Freund Ratso, eine Pest und der unzuverlässigste, pleiteste Mensch der Welt, ihn als Detektiv beauftragen will, lässt er sich breitschlagen. Ratso beauftragt Kinky damit, seine leibliche Mutter zu finden, da er adoptiert wurde. Eine Spur führt nach Kalifornien, also macht sich der texanische New Yorker auf den Weg nach Kalifornien, um ein bisschen herumzuschnüffeln.

    Er findet den Namen von Ratsos leiblichen Eltern heraus und kommt mit diesen Informationen zurück nach New York. Da muss er sich mit neuen, sehr traurigen Entwicklungen in seinem neuesten Fall auseinandersetzen.  

    Der Kinkster ist einfach ein Phänomen. Zwar habe ich ihm schon öfter angekreidet, politisch inkorrekt zu sein. Manchmal tendiert Friedman dazu, zu übertreiben und dadurch auf den Nerv zu gehen – dieses Werk ist jedoch einfach nur erfrischend schräg.


  • Broschiert: 284 Seiten
  • Verlag: Heyne (1999)
  • ISBN-10: 3453155882
  • ISBN-13: 978-3453155886
  • 11.06.2007 um 21:03 Uhr

    Tod eines Sachverständigen

    von: chil   Kategorie: Krimi

    Autorin: P. D. James

    Original: Death of an Expert Witness (1979)

    meine Bewertung: Verrückt von 5

    Tod eines Sachverständigen bei Amazon.de

    Das Hoggart-Institut ist eine renommierte Stelle für Gerichtsmedizin. Zahlreiche Experten auf den Gebieten der Biologie, Dokumentenprüfung und Kriminalistik. Doch was passiert, wenn ausgerechnet in diesem Institut, das normalerweise hochgesichert ist, ein Mord passiert? Lorrimer, ein wichtiger Sachverständiger, wird eines Morgens erschlagen in seinem Büro aufgefunden. Da die Zahl seiner Feinde sehr groß war, gestaltet es sich nicht gerade leicht, den Mörder zu finden. Inspektor Dalgliesh hat allerhand zu tun, doch einen zweiten Mord kann auch er nicht verhindern. Von der „Welt am Sonntag“ wird P. D. James als Englands „Queen of Crime“ gepriesen. Ein Titel, der ihr, zumindest was dieses Buch betrifft, zu Unrecht gegeben wurde. Unbestrittene Königin des Krimis bleibt immer noch Agatha Christie, und gerade im Vergleich zu ihren Werken, werden James‘ Schwächen noch offensichtlicher. Schon in den ersten Kapiteln werden viel zu viele Personen in die Handlung eingeführt, die sich am Ende als komplett unwichtig herausstellen, da sie nicht wirklich nach dieser Einführung noch mit der Handlung in Berührung kommen. Die Geschichte ist zu großen Teilen vorhersehbar, keinesfalls spannend und auch sonst eher lasch und lustlos. Schade um die Zeit, die man mit diesem Werk verbringt.
  • Taschenbuch
  • Verlag: Wunderlich (Januar 2003)
  • ISBN-10: 3499264277
  • 03.06.2007 um 17:32 Uhr

    Tod im Tessin

    von: chil   Kategorie: Krimi

     

    Autor: Peter Andreas

    Original: Tod im Tessin (1973)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrückt von 5

    zu Amazon!

    Der deutsche Chemielehrer Martin Hardt wird in die Schweiz gerufen. Sein Bruder, der Großindustrielle Wolfgang Hardt, wurde angeschossen und liegt in einem Krankenhaus im Sterben. Wolfgang hat sich viele Feinde geschaffen – durch Spekulationen, Steuerhinterziehung und allerhand obskure Geschäfte. Auch mit seinem Bruder verbindet ihn nicht gerade ein gutes Verhältnis. Trotzdem macht sich Martin auf die Suche nach dem Mörder seines Bruders. Dabei stößt er auf die ehemalige Geliebte Wolfgangs und deren missgestaltetes Kind. Die Frau weiß etwas, doch noch bevor sie sich Martin anvertrauen kann, wird auch sie ermordet. Als dann auch noch eine gemeinsame Verflossene Wolfgangs und Martins ins Spiel kommt, wird die Sache erst recht kompliziert. Dennoch gelingt es dem Chemielehrer, einigen Dingen auf die Spur zu kommen und schließlich den wahren Mörder zu finden. Dafür, dass es sich um einen billigen Heftchen-Krimi handelt, hätte man eigentlich etwas schlechteres erwarten können. Eigentlich ist die Geschichte spannend und gar nicht so schlecht erzählt. Dennoch sind die Schwächen offensichtlich. Die Handlung wirkt sehr konstruiert und teilweise auch an den Haaren herbeigezogen. Zuviele Personen für nur 190 Seiten und viele Zufälle sind weitere Minuspunkte.
  • Taschenbuch
  • Verlag: Luebbe Verlagsgruppe (Dez. 1977)
  • ISBN-10: 3404002482
  • 28.05.2007 um 11:44 Uhr

    Greenwich Killing Time

    von: chil   Kategorie: Krimi

    Autor: Kinky Friedman

    Original: Greenwich Killing Time (1986)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrücktVerrückt von 5


    Greenwich Killing Time. bei Amazon.de

    Der Journalist McGovern findet in der Wohnung nebenan die Leiche von Frank Worthington, einem scheinbar sehr beliebten Bisexuellen. Das Problem dabei ist, dass die beiden Cops Fox und Cooperman die Tatwaffe in der Wohnung von McGovern finden. McGovern steht unter Mordverdacht und taucht deshalb unter. Zum Glück zählt zu seinen Freunden auch der Kinkster, seines Zeichens Cowboy, Countrysänger und Privatdetektiv. 

    Gemeinsam mit seinen anderen Freunden Ratso, Rambam und Mick Brennan macht sich der Kinkster daran, den Fall aufzuklären. Und nebenbei kümmert er sich noch um die kokainabhängige Freundin von McGovern, Cynthia, die es ihm irgendwie angetan hat. Leider sind Kinkys Ermittlungen längere Zeit nicht gerade von Erfolg gekrönt, weshalb noch weitere Leichen auftauchen, ehe McGovern entlastet werden kann. Wie immer erfolgt die Lösung des Falles eher zufällig, ist aber schlüssig und nicht wirklich vorherzusehen. 

    Anders als in seinen Nachfolgerwerken ist „Greenwich Killing Time“, sein erster Krimi, noch nicht mit Allgemeinplätzen vollgestopft und noch nicht so vorurteilsbeladen, dennoch aber witzig. Oder aberwitzig. Auch Klischees findet man nicht so zuhauf, wie in späteren Werken und Frauenfeindliches fällt noch gar nicht so stark auf. Man könnte also sagen, dieses Erstlingswerk hat alle positiven Seiten schon, die auch die Nachfolgerwerke haben, viel Negatives ist noch nicht so ausgeprägt. Leider auch nicht der schnodderige Ton und die Selbstironie, vor denen die späteren Bücher nur so strotzen – gerade das macht aber auch einen Teil des Charmes von Kinky Friedman aus.

    Eine Bewertung ist deshalb schwierig, mit Sicherheit kann man aber sagen, dass es sich um einen unterhaltsamen Krimi mit interessanten Twists handelt. Politisch korrekter, als alles, was nachher kam – ob gut oder schlecht, sei dem Leser überlassen.


  • Broschiert: 227 Seiten
  • Verlag: Rotbuch Verlag; Auflage: Neuausgabe (August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 343454058X
  • 10.05.2007 um 20:20 Uhr

    Der Knochenmann

    von: chil   Kategorie: Krimi

    Autor: Wolf Haas

    Original: Der Knochenmann (1997)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrücktVerrückt von 5

    Ich mag auch!

    Dieser Fall führt Simon Brenner in die Steiermark, genauer gesagt, nach Klöch. Der Privatdetektiv wurde von der Tochter des Besitzers der weithin bekannten und beliebten Grillstation Löschenkohl gerufen worden. Im Keller des riesigen Restaurants wurden zwischen all den Hühnerknochen auch die Oberschenkelknochen eines Menschen gefunden. Der Arbeiter, der die Knochenmehlmaschine bedient, hat sie gefunden. Wo das Fleisch des Toten hingekommen ist, wagt die Kellnerin vom Löschenkohl gar nicht zu denken. Simon Brenner stellt in gewohnter Manier seine Fragen und als im Laufe der Ermittlungen noch drei weitere Menschen verschwinden und die Spuren auch nach Wien führen, wird’s langsam „trabig“, wie die Österreicher sagen. Doch unter Einsatz seines Lebens, bzw. seines kleinen Fingers, gelingt es auch dieses Mal dem sympathischen Detektiv, den Fall zu lösen. Wolf Haas hat erneut einen wirklich verzwickten Fall geschaffen, in den er seinen griesgrämigen Anti-Helden Simon Brenner schickt. Viel Lokalkolorit und Humor zeichnen seine Werke aus, der Fall ist meist spannend und die Erzählperspektive sehr interessant. Man hat das Gefühl, mit dem Autor am Tisch zu sitzen und seinen Schilderungen zu lauschen, ein kühles Bier vor sich und wartend auf die Brettljausn.
  • Taschenbuch: 154 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 10., Neuausg. (August 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499228327
  • 05.05.2007 um 23:26 Uhr

    Ruhe unsanft

    von: chil   Kategorie: Krimi

     

    Autorin: Agatha Christie

    Original: Sleeping Murder (1976)

    meine Bewertung: Verrückt Verrückt von 5

    Ich schau mal zu Amazon...

    Das junge Ehepaar Gwenda und Giles Reed sind auf der Suche nach einem kleinen Häuschen an der Küste Englands, wo sie sich häuslich niederlassen und ihren eigenen Haushalt gründen können. Eher zufällig entdeckt Gwenda ein nettes Anwesen, das „Hillside“ genannt wird. Eigentlich fühlt sie sich anfangs recht wohl in ihrem neuen Heim, doch dann geschehen merkwürdige Dinge. Gwenda ahnt beispielsweise, wo früher die Treppen von der Terrasse in den Garten geführt haben, sie vermutet eine versteckte Tür an genau der richtigen Stelle und auch die Tapete im alten Kinderzimmer konnte sie noch beschreiben, bevor sie sie je zu Gesicht bekommen hat. Natürlich ist Gwenda beunruhigt, doch mit der Angst bekommt sie es erst richtig zu tun, als sie eine Theateraufführung in London sieht und plötzlich ein Flashback-Erlebnis hat. Sie weiß, dass in der Halle eine Frau namens Helen erwürgt wurde. Besorgt wendet sich das Ehepaar an Miss Marple, die sie durch gemeinsame Bekannte kennen und schätzen wissen.Miss Marple ist überzeugt, dass ihr ein kleiner Tapetenwechsel gut tut und so reist sie von St. Mary Mead nach Dillmouth zu den Reeds. Wie es die alte Dame so an sich hat, stellt sie hier und dort ihre Fragen und hat auch schnell einen Verdacht. Allerdings wird es inzwischen brenzlig für Gwenda, denn die scheint einfach zuviel zu wissen und nun selbst zur Zielscheibe des Mörders zu werden.

    „Ruhe unsanft“ ist ein spannender Krimi, allerdings muss man sich schon die Mühe machen, die verschiedenen Personenkonstellationen stets im Gedächtnis zu behalten, um der Geschichte folgen zu können. Es gibt viel, viel Besseres von der „Queen of Crime“, lesen kann man dieses Buch aber auch ganz gut.


  • Taschenbuch: 212 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag GmbH; Auflage: 2. Aufl. (1991)
  • ISBN-10: 378552336X
  •  

    09.03.2007 um 20:56 Uhr

    Beweise, dass es böse ist

    von: chil   Kategorie: Krimi

     

    Autorin: Donna Leon

    Original: Doctored Evidence (2005)

    meine Bewertung: Verrückt VerrücktVerrücktVerrückt von 5

    Ich mag auch!

    Maria Battestini, eine alte Venzianerin, ist eine wahre Plage. Sie ist geizig, nörgelig und dreht ihren Fernseher auch nachts nicht leiser, so dass alle ihre Nachbarn sich gestört fühlen. Da die Alte unausstehlich war, wundert es auch niemanden, dass sie eines Tages ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden wird. Die Polizei vermutet, dass das illegale Dienstmädchen mit der Sache zu tun hat, da sie kurz nach dem Mord spurlos verschwunden ist. Die Behörden greifen sie in einem Zug auf dem Weg außer Landes auf. Die Rumänin flieht und wird dabei von einem Zug überrollt. Für die italienische Polizei ist die Schuld der jungen Frau erwiesen, der Fall wird zu den Akten gelegt.

    Drei Wochen danach kommt eine junge Frau aus dem Urlaub in England zurück, die die Rumänin entlasten kann. Sie gerät dabei an Brunetti, der ebenfalls von einem Auslandsaufenthalt zurück gekehrt ist. Brunetti glaubt der jungen Frau und nimmt die Ermittlungen in diesem Fall wieder auf. Natürlich muss er sich abermals seinen Vorgesetzten Patta und Scarpa durchsetzten und die Dienste von Signorina Elettra in Anspruch nehmen, die nicht unbedingt legal sind. Ein treuer Gefährte auf der Suche nach der Wahrheit ist ihm wieder einmal Vianello. Das Trio stößt schon bald auf vier verschiedene Bankkonten, auf die regelmäßig höhere Beträge überwiesen wurden. Nach dem Tod der Battestini verschwindet das Geld auf den Konten plötzlich ins Ausland. Was hat der bereits verstorbene Sohn mit der ganzen Sache zu tun? Wer überweist weshalb monatlich diese Summen? Welche Rolle spielen die Anwältin von Maria Battestini und Battestinis Nichte in dieser Geschichte?

    Natürlich soll an dieser Stelle nicht zuviel verraten werden, allerdings sei der besorgte Leser beruhigt: Natürlich löst Brunetti den Fall, allerdings hat Donna Leon dieses Mal eine gehörige Portion Glück mitspielen lassen, das Ende ist also alles andere als spannend, überraschend oder gar aufsehenerregend. Deshalb auch der Abzugspunkt. Allerdings ist die Geschichte durchwegs spannend und wieder einmal hat es Leon geschafft, den Leser auf eine Reise mit nach Venedig zu nehmen. Man meint fast, die Kanäle der Lagunenstadt zu riechen und bei einem Glas Weißwein die Sicht auf den Markusplatz zu genießen. Schade allerdings, dass Donna Leon, die eigentlich ja US-Amerikanerin ist, aber in Venedig lebt, eine derart negative Einstellung Touristen gegenüber durchblitzen zu lassen. Letztlich ist sie ja auch nichts anderes - und gerade sie sollte wissen, dass "jeder, der nicht in Hörweite der Lagune geboren ist, praktisch als Ausländer gilt..."


    • Broschiert
    • Verlag: Diogenes, 1. Auflage 2005
    • Sprache: Deutsch

    15.02.2007 um 10:59 Uhr

    Leibkoch von Al Capone; der

    von: chil   Kategorie: Krimi

     

    Autor: Kinky Friedman

    Original: The Lovesong of J. Edgar Hoover (1996)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrückt von 5

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    Der Kinkstah bekommt dieses Mal seinen Auftrag von einer Schönheit namens Polly Price. Diese beauftragt ihn, ihren verschwundenen Ehemann Derrick Price ausfindig zu machen. Zu diesem Zweck durchstöbert er dessen Apartement und sein bisheriges Leben und erkennt, dass Derrick wohl nicht gefunden werden möchte. Sein Detektivkollege und Freund Rambam findet außerdem heraus, dass Derrick Price bereits vor sieben Jahren verstorben sei. Sehr mysteriös - wer verbirgt sich also hinter dem Namen des Verstorbenen? Um das herauszufinden, reist Kinky nach Washington und stolpert dort in eine gefährliche Falle.

    Erschwerend kommt noch hinzu, dass einer von Kinkys "Village Irregulars", McGovern, beschattet wird. McGovern behauptet, sein Verfolger sei Leaning Jesus, der Leibkoch von Al Capone, mit dem ihn früher ein sehr tiefes Verhältnis verbunden hat. Abgesehen davon, dass Leaning Jesus schon in den sehr späten Achtzigern sein müsste, deuten für Kinky auch andere Anzeichen von McGoverns Entdeckung eher dafür, dass McGovern mittlerweile auf einem anderen Planeten kocht, um es mit Kinky zu sagen. Erst spät entdeckt der Kinkstah, dass diese beiden Fälle wohl doch mehr gemeinsam haben könnte, als er auf den ersten Blick gedacht hat.

    Dieser Friedman ist wieder wunderbar witzig und darin wird auch so sparsam mit political incorrectness umgegangen, dass es noch witzig ist. Natürlich macht gerade diese Gratwanderung den Charme der Bücher aus, hier ist sie gelungen. Oft genug schon ist der Kinkstah bei dieser Gratwanderung abgestürzt. Die Story schwächelt dafür, sie ist zwar spannend aber nicht wirklich ein Kriminalfall.

    Als weiteres Manko könnte man die vielen Kinkysms werten. Es ist ja noch lustig, wenn er vom "Schädel-TÜV" spricht, wenn er Psychiater meint, nach dem fünften bis zehnten mal allerdings auch schon abgedroschen. Und solche Kinkysms kommen en masse vor - sie treten so gruppenweise auf, dass man meinen könnte, man liest ein Kapitel schon das zweite Mal. Trotz dieser Minuspunkte verdient das Buch durch seinen unvergleichlichen Witz drei Punkte.


  • Broschiert: 238 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (Mai 2002)
  • ISBN-10: 3455103731
  • 02.02.2007 um 22:17 Uhr

    Schade, dass du nicht tot bist

    von: chil   Kategorie: Krimi

     

    Autorin: Rita Mae Brown

    Original: Wish you were here (1991)

    meine Bewertung: Verrückt VerrücktVerrücktVerrückt von 5

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    Crozet ist ein kleinens Dorf in Virginia. Man kennt sich untereinander und weiß größtenteils über die Marotten der Einwohner Bescheid, so stört es auch niemanden, dass die Postmeisterin Mary Minor Harristeen, kurz "Harry" genannt, ihre beiden liebsten Freundinnen mit ins Postamt bringt: die Corgi-Hündin Tee Tucker und die Katze Mrs. Murphy. Es tut sich nicht viel im Dorf, deshalb ist Harrys Scheidung von ihrem Ehemann Fair das Thema des Dorfklatsches. Doch Harrys persönliche Tragödie wird schon bald von einem grausamen Mord überschattet.

    Der Bauunternehmer Kelly Craycroft wird völlig zerstückelt in einem Betonmischer aufgefunden, kurz nach ihm findet man die Leiche der Einzelunternehmerin Maude, die von einem Zug überrollt und in drei Stücke zerteilt wurde. Angst und Misstrauen senkt sich über die kleine Dorfgemeinde und Harry beginnt, private Ermittlungen aufzunehmen. Ihr ist nämlich aufgefallen, dass alle Opfer kurz vor ihrem Tod eine Postkarte mit der Aufschrift "Schade, dass du nicht hier bist" und dem Bild eines Friedhofs erhalten haben. Die Postmeisterin wird in ihren Ermittlungen tatkräftig von ihrer menschlichen Freundin Susan und ihren beiden tierischen Freunden Tucker und Mrs. Murphy unterstützt. Doch sie kommt dem Mörder zu nahe und muss nun selbst um ihr Leben bangen...

    Der erste Fall für Mrs. Murphy ist wirklich gelungen. Man muss sich zwar daran gewöhnen, dass gleich zu Anfang viele Personen erwähnt und charakterisiert werden (zum Glück gibt es ein Personenregister), außerdem ist es irgendwie bemerkenswert, dass manche der Tiere "richtigere" Namen haben, als die menschlichen Protagonisten (zB Mrs. Murphy die Katze und Boom Boom die Unternehmersgattin) und Harry Harry heißt, obwohl sie eine Frau ist und Kelly Kelly heißt, obwohl er ein Mann ist.

    Lässt man diese klitzekleinen Mankos außer acht, bleibt eine wundervoll charmante Geschichte voll Lokalkolorit und sympathischer Tiere, die einiges wissen und verzweifelt versuchen, den Menschen die Dinge zu zeigen, die von einiger Bedeutung sein könnten. Sehr nette Geschichte ohne allzu überraschendes Ende, dafür aber mit Spannung und Tier-Inputs (die schon mal ein wenig übertrieben sind, aber was solls).


  • Broschiert: 281 Seiten
  • Verlag: Ullstein Tb; Auflage: 1 (März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548259669
  • 08.01.2007 um 07:47 Uhr

    Black Coffee

    von: chil   Kategorie: Krimi

     

    Autorin: Agatha Christie

    Original: Black Coffee (Theaterstück; als Roman bearbeitet von Charles Osborne)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrückt von 5

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    Der berühmte Naturwissenschafter Sir Claud Amory hat sozusagen "aus Versehen" einen Sprengstoff erfunden, der alles bisher dagewesene in den Schatten stellen könnte. Da diese Formel zweifellos sehr viel Geld wert ist, hat er Angst, man könnte ihm die Formel stehen. Er verdächtigt jemanden aus seinem Haushalt, bereits diebische Absichten zu hegen, so wendet er sich an den berühmten belgischen Meisterdetektiv Hercule Poirot.

    Doch als Poirot und sein langjähriger Freund Hastings im Anwesen von Sir Claud ankommen, ist das Unglück bereits geschehen. Jemand hat die Formel aus dem Safe gestohlen und auch noch Sir Claud vergiftet. Hercule Poirot macht sich an die Arbeit und hat schon bald eine Person in Verdacht. Doch ist die Person, die die Formel gestohlen hat auch die Person, die Sir Claud vergiftet hat? Der Kreis der in Frage kommenden Täter ist groß, doch der brilliante Detektiv findet schon bald die Wahrheit heraus...

    Ursprünglich war "Black Coffee" ein Theaterstück, das erst nach dem Tod Agatha Christie bearbeitet und in einen Roman verwandelt wurde. Dementsprechend spürt man zwar den Geist von Agatha Christie, allerdings merkt man auch, dass nicht sie selbst den Roman geschrieben hat. Den Figuren mangelt es an Tiefe, lediglich Hercule Poirot und sein Freund Hastings sind etwas dreidimensionaler dargestellt. Im Falle von Poirot nicht unbedingt ein Vorteil, da dieser sehr überzeichnet und hochnäsig, herablassend und unsympathisch wie nie erscheint.

    Zum Glück bleibt dem Buch wenigstens die Spannung und die typisch englische Herrenhaus-Atmosphäre erhalten, die die Krimis der 1976 verstorbenen "Queen of Crime" so beliebt gemacht haben. Nicht nur über 100 Romane, sondern auch eine Vielzahl an Bühnenstücken sind das Erbe, das Agatha Christie ihren Fans hinterlassen hat.


  • Broschiert: 192 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 359616950X
  • 01.01.2007 um 23:29 Uhr

    Auferstehung der Toten

    von: chil   Kategorie: Krimi

     

    Autor: Wolf Haas

    Original: Auferstehung der Toten (1996)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrückt von 5

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    Der erste Fall von Simon Brenner führt ihn nach Zell am See, im österreichischen Salzburg. Eines Morgens werden auf einem Lift zwei Amerikaner entdeckt - erfroren. Die Liftwarte sind sich sicher, dass die beiden nicht dort vergessen worden sind, sondern in der Nacht den Lift bestiegen haben müssen, dann hat man den Lift abgestellt und die beiden Touristen ermordet. Tiefgekühlt sozusagen.

    Die Polizei und mit ihr Simon Brenner tappt lange Zeit im Dunklen. Nach einem Dreivierteljahr ist die Polizei zwar in ihren Ermittlungen nicht weiter, allerdings auch nicht mehr in Zell. Der einzige, der dortgeblieben ist, ist der Brenner, der mittlerweile von der Polizei ausgeschieden ist und im Auftrag eines privaten Detektivbüros weiterermittelt.

    Die Hauptfiguren in diesem Heimattheater sind der Vergolder Antretter, der als verrückt geltende Lorenz, eine Deutsche ohne Hände, der Fux Andi von der Tankstelle und ein paar seltsame Drohbriefe. Aber alles scheint nicht wirklich zu passen, auch Brenner kommt einfach nicht voran. Doch dann geht plötzlich alles Schlag auf Schlag: Erst nach einem Tankstellenbrand, bei dem scheinbar zwei Menschen zu Tode kommen, wird Brenner klar, wer mit wem und warum.

    Dieser Roman ist Wolf Haas' erster und somit auch der erste der Brenner-Serie. Man sieht schon sehr gut das Potential des österreichischen Autors, allerdings weist die Geschichte, anders als ihre Nachfolgerinnen, einige Längen auf, die man sich sparen hätte können. Die Handlung selbst ist wohldurchdacht und trotz aller Verstrickungen löst sie sich am Ende logisch auf. Der Humor und das Lokalkolorit, das die nachfolgenden Bücher auszeichnet, sind ebenfalls schon vorhanden, allerdings noch nicht so ausgeprägt wie in den späteren Bänden. Haas hat eine fantastische Beobachtungsgabe und einen wunderbaren Sinn für Humor.


  • Taschenbuch: 152 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: Nachdruck 2000. (September 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499228319
  • ISBN-13: 978-3499228315
  • 27.11.2006 um 11:21 Uhr

    O du mörderische

    von: chil   Kategorie: Krimi

     

    Autorin: Anne George

    Original: Murder on a Bad Hair Day (1996)

    meine Bewertung: VerrücktVerrückt VerrücktVerrücktVerrückt von 5

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    Patricia Anne und Mary Alice sind Schwestern - schon seit mehr als sechzig Jahren. Patricia Anne ist mit sechzig die jüngere der beiden, klein und zierlich. Mary Alice ist wahrlich ihre große Schwester: gut zwei Köpfe größer und viele, viele Kilos schwerer. Doch die beiden haben eins gemeinsam. Sie geraten immer wieder in mysteriöse Mordfälle.

    Es ist kurz vor Weihnachten, als die beiden Schwestern zu einer Galerieeröffnung gehen. Gezeigt werden Folk-Art Werke, die beim Publikum sehr gut ankommen. Die Ausstellung scheint also ein voller Erfolg für die Galeriebesitzerin Mercy Armistead zu sein. Leider kann diese ihren Ruhm aber nicht mehr genießen, sie wird nämlich am nächsten Morgen tot aufgefunden. Sie wurde mit Haarspray vergiftet. Also nicht wirklich mit Haarspray, sondern mit einem Gift, das jemand in das Spray gemixt hatte und das sie über die Haut in ihren Körper aufgenommen hatte. Eigentlich sollte dies Mary Alice und Patricia Anne nicht allzusehr betreffen, allerdings werden sie persönlich in den Fall mit hineingezogen, als die Assistentin der Galeriebesitzerin und eine ehemalige Schülerin von Patricia Anne total verwirrt und verzweifelt auf der Hintertreppe von Patricia Anne hockt. Sie ist völlig geschockt und verwirrt, deshalb wird sie von Patricia Anne ins Krankenhaus eingeliefert.

    Leider verschwindet sie von dort spurlos und ein weiterer Mord passiert. Schon längst haben die Vorkommnisse das Interesse der Schwestern geweckt. Sie finden nach und nach immer mehr Puzzleteile und langsam scheinen die sich zu einem Bild zusammen zu fügen. Allerdings erkennen sie das erst, nachdem Mary Alice angeschossen wird und die Polizeibeamtin Bo Mitchell Einblick die letzten Fragen klärt...

    Anne George hat einen sehr humorvollen Krimi geschrieben, der in der Vorweihnachtszeit spielt. Sie hat Charaktere entworfen, die man ins Herz schließt, die man sogar selbst gerne zur Mutter oder Großmutter hätte. Anders als Miss Marple und Co. klären die beiden zwar den Fall nicht wirklich auf, allerdings sind sie mitten im Geschehen und lassen den Leser an ihren Überlegungen teilhaben. Was die Geschichte so charmant macht, ist auch das Drumherum. Die verrückte Beziehung der beiden Schwestern zueinander, zu ihren Ehemännern und ihr Humor und die Tatsache, dass man an ihren Weihnachtsvorbereitungen teil hat. Für die Vorweihnachtszeit ein humorvoller Krimi, der zwar nicht unbedingt nervenzerreißend spannend ist, dafür aber mit seinem Charme punktet.


  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Dtv (Oktober 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 3423244283
  • 16.11.2006 um 17:28 Uhr

    Ohrensausen

    von: chil   Kategorie: Krimi

    Autor: Kinky Friedman

    Original: Blast from the Past (1953)

    meine Bewertung: Verrückt VerrücktVerrücktVerrückt von 5

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    Der Kinkstah, seines Zeichens Countrysänger und selbsternannter Privatdetektiv will mal eben zu seiner Nachbarin Stephanie DuPont rauf gehen, um sich die 7 Millionen Dollar Honorar aus dem letzten Fall abzuholen. Das trifft sich verdammt gut, denn er ist wiedermal pleite. Doch als er seine Wohnung verlässt, befördert ihn ein gezielter Schlag auf den Schädel in eine zweistündige Ohnmacht.

    Kinky nützt diese Ohnmacht, um sein Leben in den 70ern wieder zu durchleben. Das Buch erzählt, wie er seine Bande Freunde, die er liebevoll Village Irregulars nennt, um sich geschart hat, wie er zum Privatdetektiv wurde und was sein erster Fall war. Dieser Fall war zwar nur klein, trotzdem wichtig, denn schließlich ging es um das Leben des höchstpersönlichen Kinkstahs. Angefangen hat ja alles damit, dass Abbie Hoffman, ein Revoluzzer, bei ihm auftaucht und ihn bittet, ihm doch Unterschlupf zu gewähren, weil er verfolgt würde. Zunächst schieben Kinky und sein Freund Ratso, der Kinky gern als Holmes und sich selbst gern als Watson bezeichnet, diese Paranoia auf das unstete Leben von Abbie, doch dann fliegt Kinkys Loft in der Vandam Street in die Luft, seine beischlaftechnische Assistentin Judy behauptet, ihren in Vietnam gefallenen Freund Tim in New York gesehen zu haben, auf Kinky werden Schüsse abgefeuert... So kommt Kinky zu seinem ersten Fall.

    Man muss schrägen Humor mögen, um die Bücher von Kinky Friedman zu lieben. Ich liebe schrägen Humor und vergöttere somit die Bücher vom ollen Kinkstah. An diesem Werk hat mich allerdings die Tatsache gestört, dass Drogen nahezu zu einer Religion erhoben werden. Dass der Autor Minderheiten wie Homosexuelle, Juden und Schwarze zeitweise auf dem Kieker hat, stört nicht weiter, wenn man weiß, dass er selbst der wohl größten Minderheit überhaupt angehört: Kinky Friedman ist ein jüdischer Cowboy. Ihm steht es also zu, geschmacklose Jesus- und Hitlerwitze zu reißen. Meint zumindest Kinky selbst. Ob man das mag oder nicht, ist letztlich Geschmackssache, allerdings muss wohl jeder zugeben: Schreiben kann er, der Friedman.


  • Broschiert
  • Verlag: Heyne (Februar 2003)
  • ISBN: 3453865057
  • 08.11.2006 um 17:31 Uhr

    Lone Star

    von: chil   Kategorie: Krimi

     

    Autor: Kinky Friedman

    Original: A Case of Lone Star (1987)

    meine Bewertung: VerrücktVerrückt VerrücktVerrücktVerrückt von 5

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    Der Countrysänger Kinky Friedman hat seinen Beruf an den Nagel gehängt, als er eine Geisel aus den Händen eines Bankräubers rettete und danach als Held gefeiert wurde. Er beschloss, von nun an Detektiv zu sein. Der Amateurdetektiv, der sich selbst gern "Kinkster" nennt, lebt mit seiner Katze in einem Loft in der Vandam Street, über ihm eine lesbische Tanzschule, unter ihm die Straßen New Yorks und abwechselnd bei ihm seine Freundinnen Uptown Judy und Downtown Judy. Eigentlich wollte er es gerade ein bisschen ruhiger in seinem Leben angehen, als er einen Telefonanruf aus seiner Stammkneipe, dem "Lone Star" bekommt.

    Ein mysteriöser Mordfall hatte sich ereignet: Nach einem Auftritt wurde ein Countrysänger und Freund Kinkys mit einer Gitarre erschlagen und seinem eigenen Cowboytüchlein erwürgt in seiner Garderobe aufgefunden. Der Killer hat nur eine einzige Spur hinterlassen: Einen Songtext eines alten Hank Williams Songs, dessen Zeilen interessante Aufschlüsse zulassen. Der Kinkster nimmt sich um den Fall an, allerdings müssen noch zwei weitere Morde passieren, ehe er unter Einsatz seines eigenen Lebens den Fall lösen kann und den Hank-Williams-Mörder, wie der Serientäter in den New Yorker Klatschblättern mittlerweile  genannt wird, dingfest zu machen.

    Dass es schließlich ein Fleck auf einer Landkarte sein würde, der seinen texanischen Arsch gerade noch vor dem Killer in Sicherheit bringen würde, hätte er sich wahrscheinlich in seinen wildesten Träumen (die ohnehin nur von Miniatur-Babys mit Sonderbriefmarken als Windeln handeln) nicht ausgemalt. Zum Glück denkt der Kinkster etwas schräg und hat eine Ahnung von Countrymusik...

    Die Krimis von Kinky Friedman sind vor allem deshalb auch über die Grenzen Amerikas hinaus bekannt, weil es sich bei ihnen um eine sehr charmante Mischung aus Realität und Fiktion handelt. So hat der Autor (und gleichzeitig Hauptdarsteller seiner eigenen Krimis) tatsächlich eines Tages eine Geisel aus einem Banküberfall gerettet, lebt wirklich mit seinen drei Katzen und einem Opossum in New York und Texas und war Countrysänger in der Band "Kinky Friedman and the Texas Jewboys".  (Für ein ausführliches Autorenportrait Link oben klicken!) Im November 2006 trat er außerdem als Gouverneur von Texas bei den Mid-Term Elections in den Vereinigten Staaten an, leider landete er mit nur 12% der Wählerstimmen auf Platz 3.

    Was seine Bücher so fantastisch macht, ist der zuweilen fast britische, meist schwarze Humor und der schnodderige Ton, in dem das Buch verfasst ist. Eine Abgeklärtheit mit dem Leben ist sicherlich auch vonnöten, um so satirisch, ironisch und genial-komisch zu schreiben. Wer etwas für schrägen Humor übrig hat, sollte sich unbedingt einen "Kinkster"-Roman zulegen!


    Broschiert: 191 Seiten
    Verlag: Rotbuch Verlag (Februar 2006)
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 343454061X

    26.10.2006 um 20:22 Uhr

    Komm, süßer Tod

    von: chil   Kategorie: Krimi

     

    Autor: Wolf Haas

    Original: Komm, süßer Tod (1998)

    meine Bewertung: VerrücktVerrückt VerrücktVerrücktVerrückt von 5

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    Brenner, der ehemalige Polizeikommissar, arbeitet jetzt bei den Wiener Kreuzrettern als Rettungsfahrer. Eigentlich ist er froh, mit dem detektivischem nichts mehr zu tun zu haben, doch jetzt steckt die Kreuzrettung in der Klemme. Der Rettungsbund macht den Kreuzrettern starke Konkurrenz, das geht sogar so weit, dass den Kreuzrettern die Patienten vor der Nase weggeschnappt werden. Der Chef der Kreuzretter bittet also Brenner, ein bisschen nachzuforschen, woher der Wind weht.

    Zur gleichen Zeit beobachtet der Rettungsfahrer Munz ein schmusendes Pärchen vor dem Krankenhaus, das kurz darauf in die Knie geht. Allerdings nicht aus Leidenschaft, sondern durch eine Pistolenkugel. Beide erschossen. Außerdem ist da noch der Rettungsfahrer Bimbo, der eines Tages mit seinem eigenen Goldkettchen erwürgt in seinem Rettungswagen aufgefunden wird. Drei Morde, alle im Umfeld des Wiener Rettungswesens. Zwar hat der Brenner schon lange die Schnüffelei aufgegeben, doch jetzt wird er wieder tätig. Er kommt nach und nach den üblen Machenschaften auf die Schliche, die im erbitterten Kampf rund um den Platz Eins im Wiener Rettungswesen mit sich bringen.

    "Komm, süßer Tod" wurde 1999 mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet - und das zu Recht. Der Erzähler der Geschichte richtet sich direkt an den Leser, duzt ihn sogar. Das verleiht dem ganzen einen sehr eigenwilligen, aber durchaus ansprechenden Charakter. Haas trifft mit seinen Beschreibungen der Wiener den Nagel auf den Kopf - sie sind im Buch ganz genau so, wie ich sie Tag für Tag erlebe. Mit ihren guten und auch schlechten Seiten. Haas hat den Wiener Schmäh und Charme eingefangen und ihn aufs Papier gebracht.

    Nicht nur die Sicht, aus der die Geschichte erzählt wird, ist eigenwillig, sondern auch der Satzbau des Autors. Es gibt viele Halbsätze und Austriazismen, wodurch die Geschichte seltsamerweise lebendiger und flüssiger wird. Da hast du das Gefühl, der erzählt dir das am Wirtshaustisch bei ana Haaßn und an Hoiwi. Auch für Nicht-Wiener eine lohnende Lektüre!


    Broschiert: 222 Seiten
    Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 14., Neuausg. (März 1998)
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 3499228149