Lesen oder Lassen?

18.10.2007 um 22:22 Uhr

Mit dem Kühlschrank durch Irland

von: chil   Kategorie: Humor

Autor: Tony Hawks

Original: Round Ireland with a Fridge (1998)

meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrückt von 5

Was bewegt einen Menschen dazu, mit einem Kühlschrank durch Irland zu trampen? Es war einfach nur eine Wette, die Tony Hawks gewinnen wollte und die ihn dazu veranlasste, sich einen Kühlschrank um 130 Pfund zu kaufen und damit durch Irland zu reisen, um bei einer Wette 100 Pfund zu gewinnen. Klingt schräg, ist es auch.

Anfangs scheint das Unternehmen ja noch zum Scheitern verurteilt, doch dann hört ein irischer Radiosender vom Vorhaben des verrückten Londoners und unterstützt ihn. Jeden Morgen telefoniert Tony mit dem Moderator vom Frühstücksradio. Dieser macht die Autofahrer auf den Tramper mit dem Kühlschrank aufmerksam und so schafft es Tony in etwas weniger als einem Monat die ganze Insel abzuklappern. Und nach und nach wird er eine richtige Berühmtheit. Die Leute bieten ihm Gratisunterkünfte und freie Essen an, ein Surfer geht mit dem Kühlschrank, der mittlerweile sogar getauft wurde, wellenreiten und die Menschen unterschreiben auf dem Kühlschrank.

Zwar verbringt Tony auf seiner Reise sehr viel Zeit in Pubs und auch einige Zeit in angetrunkenem Zustand, aber er begegnet vielen netten Menschen und nach einigen Seiten ist es gar nicht mehr so befremdlich, dass da ein Mensch mit einem Haushaltsgerät reist.

Mit sehr trockenem, britischem Humor erzählt Hawks seine Geschichte und man kann durchaus sagen, dass man die Liebe zu seinem Kühlschrank aus jeder Zeile herausliest. Denn was am Anfang angeschafft wurde, um eine Belastung auf der Reise darzustellen entwickelt sich schließlich zu einem Ding das fast schon so etwas wie Berühmtheit erlangt. Und das Beste an der Geschichte ist: Sie ist wahr!
  • Taschenbuch: 248 Seiten
  • Verlag: Goldmann (August 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442446414
  •  

    14.10.2007 um 20:50 Uhr

    Sehr geehrte Herr Firma

    von: chil   Kategorie: Humor

    Herausgeber: Emil und Margit Waas

    Original: Sehr geehrte Herr Firma (1976)

    meine Bewertung: VerrücktVerrückt von 5

    Emil Waas hat auch in diesem Büchlein Stilblüten aus amtlichen und privaten Schreiben gesammelt, die meisten von ihnen wirklich ganz nett, zumindest zum Schmunzeln. Leider ist auch in diesem Buch dasselbe Problem wie in seinem vorigen festzustellen. Viele der Stilblüten sind Faksimiles, sehen aus wie eingescannte Originaldokumente. Da viele der Schreiben auch weit zurück datieren, teilweise auch bis an den Anfang des Jahrhunderts, muss man bei manchen wirklich rätseln und sich als Codeknacker betätigen, bis man die Schrift entziffert hat. 2 nette Punkte, leicht amüsant...


  • Taschenbuch: 144 Seiten
  • Verlag: Dtv (1976)
  • ISBN-10: 3423200537
  • 17.09.2007 um 08:40 Uhr

    Es fängt damit an, dass am Ende der Punkt fehlt

    von: chil   Kategorie: Humor

    Herausgeber: Margit & Emil Waas

    Original: Es fängt damit an, dass am Ende der Punkt fehlt (1973)

    meine Bewertung: VerrücktVerrückt von 5

    Emil und Margit Waas haben sich durch Berge von amtlichen und privaten Schreiben gewühlt und die besten Stilblüten in diesem Büchlein gesammelt. Interessant ist, dass es sich vor allem um sehr alte Schreiben handelt (Anfang des vorigen Jahrhunderts) und dass das Büchlein so wirkt, als hätten die beiden einfach die Originale zusammenkopiert. Es handelt sich also nicht um getippten Text, sondern um Faksimiles der Texte. Das ist zum einen ganz nett, allerdings hat man auch komplett unleserliche Teile im Buch, weil die Handschriften damals eben anders waren und man aus heutiger Sicht nicht mehr viel, außer einigen Krakel, erkennen kann. Und nicht alle Stilblüten sind gut, um sich vor Lachen wegzuschmeißen. Zwei bescheidene Pünktchen deshalb nur.
  • Taschenbuch: 150 Seiten
  • Verlag: Dtv; Auflage: N.-A. (1973)
  • ISBN-10: 3423009624
  • ISBN-13: 978-3423009621
  • 06.09.2007 um 21:56 Uhr

    Fix & Foxi

    von: chil   Kategorie: Humor

    Autor: Rolf Kauka

    Original: Fix & Foxi (Sammlung 2005)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrücktVerrückt von 5

    Bei Amazon.de...

    1953 hat Rolf Kauka die beiden roten und schlauen Füchse Fix und Foxi erfunden. Die beiden sind sympathisch und ein bisschen oberlehrerhaft, gewinnen am Ende natürlich immer gegen Lupo, der in seinem verfallenen Turm lebt und ein anarchisches Leben führt, genauso wie man das als Kind gern tun würde. Dann sind da noch Professor Knox (das Pendant zu Daniel Düsentrieb aus den Disney-Comics), Oma Eusebia, Onkel Fax und Lupinchen, die kleine freche Göre.

    Nach den Micky-Maus Comics ist „Fix & Foxi“ das älteste regelmäßig erscheinende Comic im deutschsprachigen Raum, 750 Millionen Mal sind die Abenteuer der Fuchsbande verkauft worden. Rolf Kauka starb 2000, seine Frau Alexandra kümmert sich aber liebevoll um dessen Erbe und führt die Geschichte rund um die Titelhelden gewissenhaft weiter. 2007 soll der erste abendfüllende Kinofilm kommen, außerdem ist eine Neuauflage der Comics geplant.

    Warum auch nicht? Die Geschichten sind nett, wenn auch nicht ganz so zeitkritisch wie die Disney-Comics, allerdings auf jeden Fall lesenswert und ein Spaß für alle Generationen. Während die einen Fix und Foxi jetzt erst für sich neu entdecken, werden die anderen in Nostalgie schwelgen. Besonders die erste (und aktuelle) Geschichte in diesem Sammelband ist es wert, gelesen zu werden. Man trifft da auf bekannte Gestalten des Fernsehgeschehens unserer Zeit. Ausgefuchste Sache!

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Weltbild Buchverlag; Auflage: 1 (10. Oktober 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898972569
  • 09.04.2007 um 21:17 Uhr

    Wie man mit einem Lachs verreist

    von: chil   Kategorie: Humor

     

    Autor: Umberto Eco

    Original: Il secondo diario minimo (1992)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrückt von 5

    Ich will auch Urlaub mit dem Fisch!

    Umberto Eco, wahrscheinlich vor allem für seinen Roman "Der Name der Rose" bekannt, hat in diesem relativ dünnen Büchlein zahlreiche nützliche Ratschläge versammelt - die zwar alles andere als nützlich sind, dafür aber umso amüsanter. Er klärt uns auf, woran man einen Pornofilm erkennt, wie man im Flugzeug speist, wie man seine Zeit nutzt und sogar, wie man die "vermaledeite Kaffeekanne" benutzt. Eco tut dies nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern stets mit einem Zwinkern und durch schwarzen Humor und dem Witz der Ironie.

    Die ersten Kapitel sind durchaus lesenswert und beiten ein gewisses Maß an Unterhaltung, in einigen Fällen sogar eine Art Déja-vu Erlebnis. Was das Buch wirklich etwas zäh macht und ihm eine doch relativ mittelmäßige Bewertung beschert, ist das Kapitel der "Wahren Geschichten", hier vor allem die erste ("Sterne und Sternchen"). Streckenweise sehr trocken liest sich eine Geschichte, die subtil auf Probleme der "Überintegration", bzw. zunehmenden Konformität, aufmerksam macht. Schade, dass dies nicht auch im charmanten Stil der ersten Kapitel geschehen ist. An der Sprache kann man nicht viel aussetzen, auch das Prinzip des Buches ist durchaus sympathisch. Wie gesagt, es sind die Längen, die das "wütende Handbuch" (Henning Klüver, Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt) zu einem eher mittelmäßigen Werk machen.


  • Broschiert: 226 Seiten
  • Verlag: Dtv (1999)
  • ISBN-10: 3423084782
  • 30.03.2007 um 10:02 Uhr

    Leumund des Löwen; der

    von: chil   Kategorie: Humor

     

    Autor: Alois Brandstetter

    Original: Der Leumund des Löwen (1978)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrücktVerrücktVerrückt von 5

    Her damit!

    Der österreichsiche Autor Alois Brandstetter ist bekannt für seine humorvollen und satirischen Werke, die weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Pichl (Oberösterreich) hinausgehen. In diesem Büchlein versammelt er alle namhaften Berufe und beschreibt aus seiner Sicht deren Berufsbild. Niemand bleibt verschont: Der Lehrer, Bürgermeister, Spitzensportler, Arzt, Jurist und viele andere, bekommen ihr literarisches Fett weg. Und das auf eine liebenswerte, herzliche Art. Nicht umsonst ist in manchen literarischen Kreisen der Begriff "brandesk" längst zum gebräuchlichen Vokabular geworden, um spitzfindige, witzige Begebenheiten zu beschreiben.

    Zitat, S. 19: (Es geht um den Schifahrer Sigi)
    "Sigi legt denlangen Schulweg ins Tal im Winter, der hier sehr lange dauert und fast nicht mehr aufhören will, mit den Schiern zurück. Ich kann keinen Schuhlbus nicht benutzen, sondern fahre ich immer zu Fuhs zur Schule, schreibt der Bub einmal in einem Schulaufsatz. Sigi ist auf dem Schulweg besser als in der Schule, aber die Anfahrt wird leider nicht benotet. Sigi kommt jedenfalls schnell und gut zur Schule, aber dort langsam voran und schlecht weg. Er fährt von Jahr zu Jahr schneller zur Schule, weiß aber von Jahr zu Jahr weniger, wozu und warum eigentlich. Als Schifahrer fällt er auf, als Schüler ab. Am Schluss, erinnert sich später einmal sein Lehrer, raste der Sigi praktisch nur noch zum Sitzenbleiben zur Schule."


  • Broschiert: 136 Seiten
  • Verlag: DTV Deutscher Taschenbuch (1991)
  • ISBN-10: 3423100214
  • 29.03.2007 um 18:39 Uhr

    Einfaltspinsel; der

    von: chil   Kategorie: Humor

    Autor: Tom Sharpe

    Original: Wilt in Nowhere (2004)

    meine Bewertung: Verrückt VerrücktVerrücktVerrückt von 5

    Ich will Wilt!

    Henry Wilt lebt ein beschauliches Leben als Berufsschullehrer in der kleinen Stadt Ipford in England. Total beschaulich ist Wilts Leben nur dann, wenn man die vier heftig pubertierenden Teenagertöchter Emmy, Penelope, Josephine und Samantha mal außer Acht lässt und auch seine stark beleibte Frau Eva, die sich nervtötend schnell und nervtötend intensiv für Dinge begeistern kann, auch nicht mitzählt.

    Diesen Sommer wird die ganze Familie Wilt von Evas Onkel Wally und Tante Joan nach Amerika eingeladen. Die beiden sind zwar nicht besonders liebenswürdige Charaktere, aber sie haben Geld. In Eva erwacht also der Plan, ihre Verwandten dazu zu bringen, die Vierlinge in ihrem Testament reich zu bedenken. Für Henry, der schon wenig erfreuliche Bekanntschaft mit dem konservativen Onkel Wally gemacht hat, könnte der Sommer nicht schrecklicher sein. Weil er sich auf keine langen Debatten mit Eva einlassen will, greift er zu einer List, um daheim bleiben zu können.

    Die Frauen machen sich alleine auf den Weg nach Amerika, Henry hingegen beschließt, zu Fuß das alte England zu erforschen. Er packt seinen Rucksack und marschiert los. Doch weder Evas, noch Henrys Reise sind von Erfolg gekrönt. Eva kommt schon im Flugzeug in Berührung mit einem Drogenkurier, der das Gepäck der Mädchen dazu benutzt, eine sehr wertvolle Fracht loszuwerden. Henry wandert durch Englands kleine Dörfer und Gaststätten, doch seine Reise wird zur Odysee, als er ausrutscht und sich den Kopf anschlägt. Daraufhin wacht er erst im Krankenhaus aus einer langen Ohnmacht auf, während der mysteriöse Dinge vorgefallen zu sein scheinen.

    Zum einen ist da ein abgefackeltes Herrenhaus, ein Wagen voll pädophilen Schundheftchen, eine Prostituierte mit Spezialgebiet SM und schließlich noch ein toter Schattenminister. Angesichts des Inspektors, der zu seiner ständigen Überwachung neben seinem Bett abgestellt wurde, scheint es Henry das Beste zu sein, sich an nichts erinnern zu können. Und das Problem ist: Er kann sich wirklich an nichts erinnern.

    Zur selben Zeit in Amerika sorgen die Vierlinge für ein richtiggehendes Chaos. Sie übertragen Onkel Wallys und Tante Joans Bettgeflüster per Lautsprecheranlage in den Garten, so dass die ganze Stadt über das Sexualleben ihres berühmtesten und erfolgreichsten Unternehmers Bescheid weiß, sie befragen die Dienstmädchen über ihren Lohn und die Arbeitsverhältnisse und erweisen sich auch sonst als alles andere als würdige Erben. In Folge der sich überschlagenden Ereignisse erleidet Onkel Wally mehrere Herzinfarkte, weshalb sich die Wilts schleunigst auf den Weg nach Hause machen.

    Zum Glück haben alle Beteiligten nichts vom Großeinsatz der DEA mitbekommen, die haben nämlich sogar das Abwasser des Anwesens auf Drogenspuren untersucht, mussten aber unverrichteter Dinge wieder abziehen. Und als die Familie wieder vereint und die Sache halbwegs aufgeklärt ist, schwören sie sich, ihren nächsten Urlaub wieder im Lake District zu verbringen.

    Die Geschichte um Familie Wilt ist amüsant und spannend und auf jeden Fall eine empfehlenswerte Lektüre. Als positiv zu erwähnen ist vor allem, dass in dieser Familie zwei wahrliche Anti-Helden die Protagonisten darstellen. Zum einen hätten wir da Henry, einen etwas unausgelasteten Berufsschullehrer, der an Sex eher wenig bis gar nicht interessiert ist und nicht gerade viel hermacht. Zum anderen ist da noch Eva, die mit ihren Kindern sichtlich überfordert ist und ziemlich beleibt zu sein scheint. Schade ist nur, dass vor allem diese Beleibtheit ständig thematisiert wird und Eva dadurch zur Zielscheibe von allerlei Spott wird - in einem Buch, in dem es eigentlich um etwas anderes geht.

    Auch dass das Verhältnis zwischen Henry und Eva nicht wirklich angesprochen wird, macht das ganze etwas vage. Liebt Henry seine Frau? Ist er prinzipiell nicht an Sex interessiert oder nur nicht an Sex mit seiner Frau? Wie ist die Beziehung zu seinen Kindern? Die beiden Handlungsstränge der Geschichte laufen so vor allem parallel und treffen sich nur am Anfang und am Ende, wodurch man durchaus das Gefühl haben könnte, da fehle etwas. Trotzdem kurzweilige Unterhaltung.


  • Broschiert: 256 Seiten
  • Verlag: Goldmann; Auflage: 1 (Dez. 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442463157
  • 25.03.2007 um 11:55 Uhr

    About a Boy

    von: chil   Kategorie: Humor

    Autor: Nick Hornby

    Original: About a Boy (1998)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrücktVerrücktVerrückt von 5

    Gefällt mir!

    Der 36-jährige Londoner Will Freeman hat viel Freizeit. Eigentlich hat er nur Freizeit, er muss nämlich nicht arbeiten. Sein Vater hat vor vielen Jahren einen Weihnachts-Hit geschrieben, seit dem kann Will von den Tantiemen leben. Will macht nur, worauf er Lust hat. Dazu gehören vor allem diverse Trips aufgrund synthetischer Drogen, Party, Fernsehen, Schlafen und Frauen.

    Eines Tages bemerkt er, dass er viel bessere Karten bei alleinerziehenden Müttern hat, weshalb er kurzerhand einen zweijährigen Jungen mitsamt geschiedener Exfrau erfindet. Mit dieser Geschichte ausgerüstet geht Will zu einem Treffen der Alleinerziehenden. Dort gewinnt er viele Sympathien, als er von seinem kleinen Ned und seiner gemeinen Exfrau erzählt. Bei einem Picknick der Alleinerziehenden verstärkt er nicht nur seine Beziehung zu Angie, der Mutter von Ali, sondern auch zu einem zwölfjährigen Jungen namens Marcus. Marcus wurde von seiner Mutter zum Picknick geschickt, weil diese mal ausspannen wollte.

    Will kann mit Kindern eigentlich überhaupt nichts anfangen. Irgendwie ist Marcus aber anders. Er ist ernst und versteht keinen Humor, tut Will aber auch irgendwie leid. Die Mutter des Jungen ist eine Althippie-Frau mit einer Vorliebe für Vegetarier und Bob Marley Songs, dementsprechend ist Marcus alternativ gekleidet, seine Haare werden von seiner Mutter geschnitten und er kennt weder Tupac noch Nirvana. Durch einen tragischen Zwischenfall lernen sich Marcus und Will näher kennen. Marcus fällt auf, dass Will cool ist und weiß, was ein zwölfjähriger Junge wie er wissen muss, damit er nicht ständig gehänselt wird.

    Marcus beginnt, nach der Schule Will täglich zu besuchen. Dieser ist, genau wie Marcus' Mutter, anfangs überhaupt nicht davon begeistert, doch mit der Zeit werden der Erwachsene, der immer noch Kind ist, und das Kind, das nie Kind war, sowas wie Freunde. Es entwickelt sich eine eigenartige Symbiose, von der beide profitieren...

    Das Buch von Nick Hornby wurde mit Hugh Grant in der Rolle des Will Freeman verfilmt und zum Kinokassenschlager. Nicht unberechtigt, denn das Buch bietet alles, was eine gute Geschichte ausmacht. Es gibt Drama, Freundschaft, Liebe und Humor, ist aber auch eine leise Kritik an der Konsumgesellschaft und Partygesellschaft, zu der Will gehört. Es ist perfekt für einen regnerischen Tag im Herbst, Winter oder in dieser seltsamen Jahreszeit, die wir jetzt gerade haben.


  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Droemer Knaur (Mai 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426616904
  • 26.01.2007 um 21:15 Uhr

    Der große Bagarozy

    von: chil   Kategorie: Humor

    Autor: Helmut Krausser

    Original: Der große Bagarozy (1997)

    meine Bewertung: VerrücktVerrückt VerrücktVerrücktVerrückt Verrückt

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    Cora Dulz ist Psychotherapeutin und denkt eigentlich, ein recht angenehmes Leben zu führen. Freilich, es ist ziemlich ereignislos, ihr Mann und sie haben nur noch dan Sexualverkehr, wenn seine Lust zufällig auf ihre Lust trifft, was selten vorkommt, die Patienten in ihrer Praxis langweilen sie ein wenig und auch sonst ist nicht viel los. Aber es hätte ja schlimmer kommen können - denkt sie.

    Eines Tages spaziert Stanislaus Nagy in ihre Praxis. Irgendwie ist Cora von diesem Menschen fasziniert, auch wenn er ein tiefgründiges psychisches Problem zu haben scheint. Er erzählt, Maria Callas zu verehren und dass sie ihm nächtens manchmal erscheine. An sich ja noch nichts besonderes, hat Cora doch schon Patienten mit schlimmeren Wahnvorstellungen behandelt. Aber schlimmer gehts immer, so behauptet Nagy eines Tages, der Teufel zu sein. Er habe die Callas gefördert und zu Grunde gerichtet, sei im Körper eines schwarzen Pudels schon früher ihr Begleiter gewesen und sei überhaupt der Grund, warum die Callas berühmt geworden war.

    Cora glaubt Nagy natürlich nicht, im Gegenteil. Sie ist fasziniert und fühlt sich auch auf einer sexuellen Ebene immer mehr zu ihrem Patienten hingezogen. Sie weiß zwar, dass das falsch ist, kann sich aber nicht gegen die schier (dämonische?) Anziehungskraft Nagys wehren. Der hingegen will nichts von Cora, weist sie immer wieder ab und verachtet sie am Ende sogar. Ist er es etwa auch, der Cora zu einer schrecklichen Tat anstiftet?

    Angeregt durch einen Tipp eines besonderen Freundes, der den gleichnamigen Film gesehen hatte und davon restlos begeistert war, habe ich "Der große Bagarozy" gelesen - und war voller Erwartungen. Dennoch, also trotz meiner hoch gesteckten Ansprüche an den Humor des Buches, wurde ich nicht enttäuscht. Mit unvergleichlicher Ironie und viel schwarzem Humor schickt Krausser der Psychotherapeutin Cora den Teufel an den Hals. Dieser kann über sich lachen, ist ein böser Bube und trotzdem irgendwie interessant. Die Handlung ist konsequent und spannend, aufgrund des teuflischen Elements auch ein wenig esoterisch - aber auf jeden Fall einen Versuch wert! Danke für den guten Tipp, Chief!


  • Broschiert: 183 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 2., Aufl. (Februar 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499224798
  • 13.12.2006 um 15:42 Uhr

    Timmerbergs Reise-ABC

    von: chil   Kategorie: Humor

    Autor: Helge Timmerberg

    Original: Timmerbergs Reise ABC (2004)

    meine Bewertung: VerrücktVerrücktVerrückt von 5

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    Der bekannte Reisejournalist Helge Timmerberg gibt in seinem Reise-ABC eine amüsante Übersicht über alle Phänomene, die einem als Reisenden so zustoßen können. Von A wie Anfängerfehler bis Z wie Zahnarzt gibt er humorvolle Tipps, die einem helfen sollen, aber nicht immer ernst zu nehmen sind. Manchmal schrammt er dabei knapp an der Grenze des klischeehaften vorbei, vermeidet aber größere Fettnäpfchen. Nette Unterhaltung für Zwischendurch.


  • Taschenbuch: 124 Seiten
  • Verlag: Piper; Auflage: 2 (Januar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492245188
  • ISBN-13: 978-3492245180