rückwirkend: 2.10.2008
Liebstes Du,
gestern Nacht lag ich hier. So vollkommen ins Fieber versunken träumte ich. Träumte ich von Dir. Was genau ich träumte werde ich Dir nicht erzählen, aber ich wachte mit zum zerspringen klopfendem Herzen auf. Es schlug und schlug und rannte und rannte – doch irgendwie nur im Kreis und alles drehte sich um Dich. Aber dieser Traum warf so viele Fragen in meinen Kopf. Er schmiss sie gegen meine Schläfen und ballerte sie gegen die Türen meines Kleinhirns (oder wo die Emotionen sonst so sitzen).
Unpräsent warst Du in meinem Leben schon lange nicht mehr. Etwas von Dir war immer schon da. Mal mehr. Mal weniger. Aber immer so sehr da, dass kein Tag ohne einen Gedanken an Dich verging. Und alles drehte sich um Dich… Was ist nur passiert, dass diese Präsenz so übermächtig und wunderbar unglaublich wurde? Wollte ich mich nicht immer genau dagegen wehren? War nicht immer ich diejenige, die von der funktionierenden Freundschaft zwischen dem Dir und dem Mir predigte?
So gesehen habe ich wirklich verloren. Verloren gegen mich selbst. Verloren gegen das Ich. Das würde Dich zu meiner größten Niederlage machen. Dem Verlust meiner Glaubwürdigkeit vor mir selber. Die Personifikation meiner größten Schwäche: Meines Herzens.
Und auf der anderen Seite macht genau das Dich zu meinem höchsten Gewinn. So vollkommen und gegen jede Vernunft. Wie ein Sechser im Lotto, der aber irgendwie schon von weitem zu erahnen war.
Ich kann nicht wissen, wie Du darüber denkst. Ich kann Dich fragen. Ich kann es mir erzählen lassen. Und trotzdem werde ich wohl wieder und wieder so aufwachen wie gestern. Das große P im Gesicht und im Bauch die Angst Dich zu verlieren.
Meine größte Niederlage und mein höchster Gewinn.
Ich liebe Dich.
Deine Anke.
Mit oder ohne Kiki.
Aber Anke ist mehr ich und mehr Ernst.
