Pferdchen schlag mich
Hallo Tiger,
die Tage werden wieder kürzer und der Nebel drückt sich von den nahen Felder durch die Straßen und Gärten. Ich kann ihm am Abend zusehen, wie er unmerklich und leise das Land in Besitz nimmt, die Geräusche des Tages verschluckt und sich wie Watte über Formen und Farben des vergehenden Tages legt, gelblich verfärbt vom Licht der Straßenlaternen.
Im Haus gegenüber dringt Rauch aus dem Kamin und im Zimmer flackert das Licht eines offenen Feuers.
An solchen Tagen lagen wir beide am liebsten auf dem Teppich vor dem Kamin und haben versucht Schach zu spielen.
„Pferdchen schlag mich“ hast du das Spiel anfangs genannt, als ich versuchte dir die Grundregeln beizubringen. Aber dich hat nur das Pferdchen interessiert, mit dem du wider alle Regelwerke wie ein Wilder über das Schachbrett gehüpft bist, um alle anderen Figuren aus dem Spiel zu rammen. Unbeschreiblich dein triumphierender Blick, wenn du es geschafft hattest, das Spielfeld leer zu räumen und die Bauern und Läufer und Türme und Damen und Könige möglichst weit im Zimmer zu verteilen. Dann war es war meist meine Aufgabe, die Figuren zu suchen, wieder auf das Spielfeld zu stellen und dir die Möglichkeit zu einem weiteren Gemetzel zu geben. Dabei war es nicht wichtig, ob alle Figuren auf dem richtigen Platz standen und es war auch nicht wichtig ob eine Figur gefehlt hat.
Später haben wir richtig Schach gespielt, aber mehr recht als schlecht, beide ohne den entscheidenden Willen zum Sieg. Nur so zum Entspannen, Nachdenken und Schweigen, begleitet vom leisen Knistern und der wohligen Wärme des Kaminfeuers.
Drüben im Haus brennt ein Feuer und wirft sein zuckendes Licht über Boden und Wände.
Und sicher gibt es dort auch ein Schachspiel.
Aber es ist nicht mehr wie es einst war.
Denn etwas fehlt.
Du fehlst.
Du fehlst mir.
Ich würde so gerne noch einmal „Pferdchen schlag mich“ mit dir spielen und auch nicht murren wenn immer ich die Figuren holen und wieder aufstellen müsste.
Der Triumph in deinen Augen wäre mir Lohn genug.
Pass auf dich auf wo du jetzt bist.
Ich dich „liebetiger“.
die Tage werden wieder kürzer und der Nebel drückt sich von den nahen Felder durch die Straßen und Gärten. Ich kann ihm am Abend zusehen, wie er unmerklich und leise das Land in Besitz nimmt, die Geräusche des Tages verschluckt und sich wie Watte über Formen und Farben des vergehenden Tages legt, gelblich verfärbt vom Licht der Straßenlaternen.
Im Haus gegenüber dringt Rauch aus dem Kamin und im Zimmer flackert das Licht eines offenen Feuers.
An solchen Tagen lagen wir beide am liebsten auf dem Teppich vor dem Kamin und haben versucht Schach zu spielen. „Pferdchen schlag mich“ hast du das Spiel anfangs genannt, als ich versuchte dir die Grundregeln beizubringen. Aber dich hat nur das Pferdchen interessiert, mit dem du wider alle Regelwerke wie ein Wilder über das Schachbrett gehüpft bist, um alle anderen Figuren aus dem Spiel zu rammen. Unbeschreiblich dein triumphierender Blick, wenn du es geschafft hattest, das Spielfeld leer zu räumen und die Bauern und Läufer und Türme und Damen und Könige möglichst weit im Zimmer zu verteilen. Dann war es war meist meine Aufgabe, die Figuren zu suchen, wieder auf das Spielfeld zu stellen und dir die Möglichkeit zu einem weiteren Gemetzel zu geben. Dabei war es nicht wichtig, ob alle Figuren auf dem richtigen Platz standen und es war auch nicht wichtig ob eine Figur gefehlt hat.
Später haben wir richtig Schach gespielt, aber mehr recht als schlecht, beide ohne den entscheidenden Willen zum Sieg. Nur so zum Entspannen, Nachdenken und Schweigen, begleitet vom leisen Knistern und der wohligen Wärme des Kaminfeuers.
Drüben im Haus brennt ein Feuer und wirft sein zuckendes Licht über Boden und Wände.
Und sicher gibt es dort auch ein Schachspiel.
Aber es ist nicht mehr wie es einst war.
Denn etwas fehlt.
Du fehlst.
Du fehlst mir.
Ich würde so gerne noch einmal „Pferdchen schlag mich“ mit dir spielen und auch nicht murren wenn immer ich die Figuren holen und wieder aufstellen müsste.
Der Triumph in deinen Augen wäre mir Lohn genug.
Pass auf dich auf wo du jetzt bist.
Ich dich „liebetiger“.

