Verdamp lang her
Schlagartig wach.
Im Zimmer dämmrige Stille.
Matt erleuchtet von den rötlichen Punkten des Digitalweckers, die sich zu einem konstant verschwommenen drei Uhr zweiundvierzig vereinen, zwischen dem ein pulsierenden Doppelpunkt im Sekundentakt das Atmen der Zeit anzeigt.
Mein Herzschlag passt sich an das rhythmische Blinken der Sekundenanzeige an, während die Augen auf das Vergehen der Zeit starren und mein Verstand zu ergründen versucht, warum ich jetzt aufgewacht bin.
Es ist Samstag, ich muss heute nicht früh aufstehen. Ich kann mir heute Zeit lassen, hab keine Termine, kann einfach ausschlafen und in den Tag hineinleben. Es gibt keinen Grund jetzt wach zu werden, es gibt keinen Grund jetzt aufzustehen, es gibt keinen Grund jetzt wach zu liegen und auf die Anzeige des Weckers zu starren.
Und doch ist da etwas. Etwas Undefiniertes, ein seltsames Gefühl, unwirklich und real, wie Nebel und doch greifbar nahe. Nicht direkt vor mir, aber bei mir. Vertraute Nähe, vertraute Gefühle. Gefühle aus einer längst vergangenen Zeit. Wärme, Zärtlichkeit, Liebe, Freundschaft, Lachen und Geborgenheit formen sich zu einem Rhythmus. Wie ein Schlagzeug, das langsam den Einsatz für die anderen Instrumente einzählt, beginnen die Lichtpunkte des Weckers eine Melodie zu formen:
Verdamp lang her, dat ich bei dir ahm Grab woor.
Verdamp lang her, dat mir jesprochen hann

Ja, das werde ich heute tun.
Das ist es, was mit gefehlt hat, was im täglichen Irrsinn des Lebens zu kurz kam.
Die Gespräche mit dir, sie haben mir gefehlt. Das stille Verstehen und die gemeinsame Erinnerung, die über deinen Tod hinaus Teil meines Lebens geblieben ist.
Und die Nähe zu dir, die mir gut tut, auch wenn sie so weh tut. Heute komm ich dich besuchen und bringe viel Zeit mit. Viel Zeit zum Erinnern und zum Erzählen.
Und jetzt werde ich noch ein bisschen schlafen, während die Lichtpunkte des Wecker von der Vergänglichkeit der Zeit erzählen.
Verdamp lang her, verdamp lang
Verdamp lang her, verdamp lang
Verdamp lang her, verdamp lang
Ich dich „liebetiger“
Im Zimmer dämmrige Stille.
Matt erleuchtet von den rötlichen Punkten des Digitalweckers, die sich zu einem konstant verschwommenen drei Uhr zweiundvierzig vereinen, zwischen dem ein pulsierenden Doppelpunkt im Sekundentakt das Atmen der Zeit anzeigt.
Mein Herzschlag passt sich an das rhythmische Blinken der Sekundenanzeige an, während die Augen auf das Vergehen der Zeit starren und mein Verstand zu ergründen versucht, warum ich jetzt aufgewacht bin.
Es ist Samstag, ich muss heute nicht früh aufstehen. Ich kann mir heute Zeit lassen, hab keine Termine, kann einfach ausschlafen und in den Tag hineinleben. Es gibt keinen Grund jetzt wach zu werden, es gibt keinen Grund jetzt aufzustehen, es gibt keinen Grund jetzt wach zu liegen und auf die Anzeige des Weckers zu starren.
Und doch ist da etwas. Etwas Undefiniertes, ein seltsames Gefühl, unwirklich und real, wie Nebel und doch greifbar nahe. Nicht direkt vor mir, aber bei mir. Vertraute Nähe, vertraute Gefühle. Gefühle aus einer längst vergangenen Zeit. Wärme, Zärtlichkeit, Liebe, Freundschaft, Lachen und Geborgenheit formen sich zu einem Rhythmus. Wie ein Schlagzeug, das langsam den Einsatz für die anderen Instrumente einzählt, beginnen die Lichtpunkte des Weckers eine Melodie zu formen:
Verdamp lang her, dat ich bei dir ahm Grab woor.
Verdamp lang her, dat mir jesprochen hann

Ja, das werde ich heute tun.
Das ist es, was mit gefehlt hat, was im täglichen Irrsinn des Lebens zu kurz kam.
Die Gespräche mit dir, sie haben mir gefehlt. Das stille Verstehen und die gemeinsame Erinnerung, die über deinen Tod hinaus Teil meines Lebens geblieben ist.
Und die Nähe zu dir, die mir gut tut, auch wenn sie so weh tut. Heute komm ich dich besuchen und bringe viel Zeit mit. Viel Zeit zum Erinnern und zum Erzählen.
Und jetzt werde ich noch ein bisschen schlafen, während die Lichtpunkte des Wecker von der Vergänglichkeit der Zeit erzählen.
Verdamp lang her, verdamp lang
Verdamp lang her, verdamp lang
Verdamp lang her, verdamp lang
Ich dich „liebetiger“

