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<title>liebetiger - Briefe an einen geliebten Menschen</title>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger</link>
<description>Briefe und Gedichte an einen geliebten und unvergessenen Menschen.
Ein Tagebuch der Erinnerungen, aufgeschrieben aus Angst vor dem eigenen Vergessen.</description>
<language>de</language>
<dc:creator>Machopan</dc:creator>
<dc:publisher>Machopan</dc:publisher>
<pubDate>Thu, 10 May 2007 08:55:00 +0200</pubDate>
<sy:updatePeriod>daily</sy:updatePeriod>
<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
<item>
<title>Heute</title>
<description> Heute vor sieben Jahren, wenige Minuten vor 8:00 Uhr am Morgen bist du für immer gegangen.  
Ich habe es nicht vergessen.  
Pass auf dich auf, wo immer du auch bist. 
 
Ich dich &amp;quot;liebetiger&amp;quot; 
 
CU </description>
<pubDate>Thu, 10 May 2007 08:55:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Heute/68/</link>
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</item><item>
<title>Nach Hause</title>
<description> Hallo Tiger, 
 
nicht nur zwischen den Jahren rast die Zeit und die Tage toben in ihrer
Hektik an mir vorüber. Kaum begonnen sind sie auch schon wieder
vergangen. Zeit zum Nachdenken und Erinnern blieb in den letzten
Monaten kaum.  
Doch nun, während um mich herum der übliche Stress zum Jahresende seinem Höhepunkt zustrebt, kehrt bei mir allmählich Ruhe ein. 
Was bis hierin nicht geschafft wurde, kann warten und ich fühle mich
wie ein Läufer, der sich mit der Gewissheit, dass ihn niemand mehr
einholen kann  auf den letzten Metern zum Ziel etwas Zeit lässt
und den Zieleinlauf genießt.  
Der Schreibtisch ist fast leer und die Mailbox mit einem entschlossenen
Mausklick von all dem in den letzten Monaten angesammelten Unrat
befreit. Draußen auf dem Flur klappern noch einige Kollegen mit
Geschirr und der Geruch von frischem Tee und Gebäck zieht durch die
offene Bürotür. Danach verlieren sich ihre Stimmen irgendwo in der
Stille der fast leeren Büros.  
Am späten Nachmittag wird...</description>
<pubDate>Thu, 28 Dec 2006 14:01:00 +0100</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Nach-Hause/67/</link>
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</item><item>
<title>Ganz nah</title>
<description> Vor mehr als
sechsundzwanzig Jahren stand ich an deinem Brutkasten und mir fiel ein
Stein vom Herzen, als die Ärzte sagten, dass es noch mal gut gegangen
ist mit dir. 
Denn als sie bemerkten, dass mit dir etwas nicht stimmt, das war es auch schon fast zu spät. 
Still war es in dem Raum und sehr hell durch das Licht. Ganz weiß, mit
einem hohen Anteil an ultravioletten Strahlen um die Anzahl der
Leukozyten in deinem Blut zu senken. 
Mein Gott, wie hast du mir damals leid getan, doch ich konnte dir nicht helfen in dem Kasten der dir das Leben bringen sollte.  
Unnatürlich laut klang meine Stimme in dem leeren Raum, als ich damals
mit dir sprach. Und doch war es nur ein Flüstern, nur unwesentlich
lauter als das leise Summen der Lichtröhren. 
Du  hast damals den Kopf in meine Richtung gedreht und dem Klang meiner Stimme gelauscht.  
Nur du und ich.  
Ganz nah. 
 
Mehr als sechsundzwanzig Jahre ist das jetzt her und doch kann ich mich an so viele Dinge erinnern.  
Es ist heute wieder mal...</description>
<pubDate>Wed, 01 Nov 2006 22:51:00 +0100</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Ganz-nah/66/</link>
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</item><item>
<title>Fernsehapparat</title>
<description> 
 
In einem Zustand, den man
weder als wach noch als müde bezeichnen kann, sollte man sich
eigentlich vor den Fernsehapparat setzen und auf die Bildröhre starren
bis der Hirntod eintritt.  
Aber jetzt ist es fast 1:00 Uhr  morgens und es kommen nur die
Wiederholungen vom Vortage und zweitens ist der Fernseher kaputt. Er
gibt beim Einschalten nur noch ein schwaches „puff“ von sich und zeigt
danach das gleiche dunkle Bild wie vor dem Einschalten. Selbst einige
Klapse mit der flachen Hand, mehrmaliges auch rasches Ein- und
Ausschalten, oder Klopfen gegen die Bildröhre und verbale Drohungen
bringen keine Änderung.  
Tot ist tot.  
 
  
Und so kam es, dass ich wie Winnetou am Lagerfeuer vor einem dunklen
Fernsehschirm, in dem sich mein Gesicht verzerrt widerspiegelte, hockte
und über Sinn und Unsinn des Lebens und seinen diversen
Ungerechtigkeiten nachdachte.  
Warum müssen Fernsehapparate ausgerechnet dann kaputt gehen, wenn man
sie wirklich dringend braucht? Warum entscheiden...</description>
<pubDate>Fri, 20 Oct 2006 00:33:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Fernsehapparat/65/</link>
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</item><item>
<title>Hotelfrühstück</title>
<description>  Menschen im
Hotel zu beobachten ist oft der einzige Zeitvertreib für allein reisende
Geschäftsleute, die beim Frühstück nicht Zeitung lesen, sondern nur ihre Ruhe
haben wollen. 
    Meist kehrt
bei der zweiten Tasse, die früher noch von einer Zigarette begleitet und
abgerundet wurde, die notwendige Ruhe und Abgeklärtheit ein, um den zeitlichen
Ablauf des kommenden Tages in Gedanken durchlaufen zu lassen.   
 
  Genau in
dieser Situation betrat heute ein Vater mit seinem Sohn den nur mäßig mit
Hotelgästen besetzten Frühstückraum eines kleinen Hotels am Rande der großen
Stadt München.  
Nun erregen
seit deinem Tod Väter mit Kind meine besondere Aufmerksamkeit, während es
früher eher die Mütter waren, an denen mein Auge hängen blieb.  
 
 
  Dieser
Vater blieb kurz in der Tür zum Frühstücksraum stehen und sah sich suchend um,
während er die linke Hand locker auf der Schulter seines etwa 7-jährigen Sohnes
liegen hatte, der ebenfalls neben ihm stehen geblieben war....</description>
<pubDate>Thu, 14 Sep 2006 08:01:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Hotelfruehstueck/64/</link>
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</item><item>
<title>Momente</title>
<description> Hallo Tiger, 
 
die Ereignisse der letzten Wochen haben sehr viel Zeit und Kraft
gekostet und für Dich blieben nur die stillen, kurzen Momente vor dem
späten Einschlafen und frühen Aufwachen.  

Nur die Momente zwischen Licht und Dunkelheit, Augenblicke zwischen
Realität und Traum, bevor sich hinter schweren Augenlidern die Gedanken
im Unbewussten verloren.  
 

Wir haben Erna zu Grabe getragen und ihr auf dem Friedhof einen schönen
Platz in der Nähe ihres geliebten Waldes gegeben.  

Dann mussten wir
ihren Haushalt auflösen und haben uns tagelang vorsichtig durch die
Jahrzehnte ihres Lebens getastet.  

War es schon nicht einfach ihren Hausrat in gut und schlecht zu
trennen, so sind wir an den oft übermächtigen Erinnerungen kläglich
gescheitert und fanden uns meist nach Stunden auf dem Boden sitzend
umgeben von bunten Kinderzeichnungen, vergilbten Schulzeugnissen, alten
Fotos und Briefen in einer Schrift, wie sie heute kaum noch jemand lesen
kann.  

Es ist schwer einen...</description>
<pubDate>Sun, 06 Aug 2006 23:24:07 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Momente/63/</link>
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</item><item>
<title>Tears in Heaven</title>
<description> Heute war ein schlimmer Tag. Irgendwie bin ich froh dass er vorbei ist.  
Vor mehr als einer Woche war Oma Erna mit einer Gehirnblutung ins
Krankenhaus eingeliefert worden und die Ärzte in der Notaufnahme
machten uns keine Hoffnungen mehr. Die Blutung wäre nicht zu stoppen
und würde früher oder später zum Tod führen.&amp;nbsp; Es sei alles nur
eine Frage der Zeit. 
 
Heute, um zwei Uhr morgens kam dann der Anruf aus der Klinik, dass es
ihr sehr schlecht gehe und sie den Tag wohl nicht überleben wird.  
Ich habe sie noch gesehen, habe ihre Hand gehalten und ihren Kopf
gestreichelt, wohl wissend, dass unter ihren weißen Haaren der Tod auf
sie wartet.  
Am frühen Nachmittag ist Erna ihm dann gefolgt und mit einem tiefen, letzten Atemzug ist sie ihren Weg zu Ende gegangen.  
Sie wird mir fehlen. Und das nicht nur, weil sie immer so köstlich gute
Kuchen backen konnte, aber immer behauptete sie wären ihr dieses eine
Mal misslungen. 
 
Nun ist es Abend geworden und ich bin müde, kann...</description>
<pubDate>Wed, 21 Jun 2006 00:34:11 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Tears-in-Heaven/62/</link>
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</item><item>
<title>Verdorrte Rosen</title>
<description> An einem kleinen Strauß verdorrter Rosen, der im
Fahrtwind der vorbeifahrenden Autos an der Leitplanke der
Autobahnauffahrt baumelt, fahre ich jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit
vorbei.   Fast automatisch bleibt mein Blick kurze Zeit daran hängen und
ruft Erinnerungen wach.        
 
 Wie immer Erinnerungen an Dich, aber in diesem speziellen Fall auch
Erinnerungen an den Unfall, der hier vor einigen Monaten geschah.  
Zusammen mit einem öligdunklen, verbrannten Fleck auf dem Asphalt und
einigen heruntergebrannten Kerzen war mir dieser Rosenstrauß am
Straßenrand lange Zeit typisch für die Trauer von Angehörigen und
Freunden. Nur kurze Zeit brannten Kerzen an der Unfallstelle, selten
sah ich Menschen dort. Einmal nur, kurz nach dem Unfall bei dem ein
Mädchen sein junges Leben verlor, sah ich eine Gruppe junger Leute
hinter der Leitplanke stehen.  
Das ist jetzt fast ein Jahr her. Irgendwann werden die Reste der
sichtbaren Trauer von den Straßendiensten entfernt werden und dann...</description>
<pubDate>Tue, 13 Jun 2006 14:01:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Verdorrte-Rosen/61/</link>
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</item><item>
<title>Leben auf Zeit</title>
<description> Sechs Jahre, auf den Tag und fast die Stunde genau, bist du nicht mehr hier und&amp;nbsp; ich vermisse dich wie am ersten Tag.  

Die Wunde, die durch deinen Tod gerissen wurde, sollte eigentlich durch die Zeit heilen, doch die Wunde ist die Zeit.  

Die Zeit mit dir, die Zeit als das Unfassbare geschah, die Zeit nach
deinem Tod, die Zeit ohne dich und die Zeit, die mir selbst noch bleibt.
 
 

Leben, nennen wir Menschen die Zeit zwischen Geburt und Tod.  

Nicht immer sind wir uns bewusst, was das wirklich bedeutet.
Zumindest mir war das nicht klar und dir vermutlich auch nicht, denn
sonst wären wir nicht so sorglos mit unserer Zeit umgegangen.  

Tja, wenn wir gewusst hätten, dass die Zeit nicht unendlich ist, dann
... dann hätten wir manches sicher anders gemacht und uns mehr Zeit
genommen. 

Und ich hätte Dich öfter in den Arm genommen und Dir die Haare
zerzaust, auch wenn Du das nicht so gerne mochtest und dich meist
heftig gewehrt hast. 
 

Unsere Zeit zum Leben, sie ließ...</description>
<pubDate>Wed, 10 May 2006 07:30:49 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Leben-auf-Zeit/60/</link>
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</item><item>
<title>Ostergefühl</title>
<description> Es wird Ostern, doch nicht Frühling.  
Es ist kalt und es regnet. Mal in Strömen, dann wieder in feinen dünnen
Schleiern, wie Nebel. Der Himmel grau, bewölkt und hier und da
durchstoßen vom diffusen Licht einer fernen Sonne.  
Kein Wetter, das man sich zu Ostern wünscht 
In Kontrast dazu die bunten Blumensträuße auf den Gräbern.
Schnittblumen, zerzaust vom böigen Wind und Gestecke mit bemalten
Ostereiern.  
  
Ostern, das Fest der Christen, die an die Auferstehung vom Tode
glauben. Für die meisten Menschen wohl aber makaber, sich das bildlich
auf einem Friedhof vorzustellen. Mir entlockt der Gedanke ein leises
Lächeln. Und seltsamerweise ein warmes, angenehmes Gefühl der Nähe zu
dir.  
Mit geschlossenen Augen kann ich dich sehen. Sehe dein, für dich
typisches Grinsen. Ich sehe die begleitende Bewegung deiner Hände zum
Klang deiner Stimme, ohne deren Worte zu verstehen. Du bist so nah bei mir,
dass ich die Nähe deines Körpers atme und seine Wärme spüre. 
Ich kenne...</description>
<pubDate>Wed, 12 Apr 2006 23:11:05 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Ostergefuehl/59/</link>
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</item><item>
<title>Nutellabrezel</title>
<description>  Manchmal hat man Dinge über längere Zeit total vergessen und dann sind
sie plötzlich in einer Stärke wieder da, als wären sie gerade erst
geschehen. Bis ins letzte Detail zeigt sich die Erinnerung. Teilweise
vollkommen unwichtige Kleinigkeiten in einer Präzision und
Deutlichkeit,&amp;nbsp; die fast erschreckend wirkt.  

Mir ist gerade beim Lesen eines Emails das Wort „Nutellabrezel“ ins Auge gestochen und sofort war die Erinnerung da.  
 

Ich sah dich vor mir, gegenüber am Tisch sitzen.  

In der einen Hand eine halbe, angenagte Brezel von der Nutella tropfte
und in der anderen Hand ein Messer, von dem ebenfalls Nutella tropfte.
Dazwischen dein Gesicht, grinsend mit einer Zahnlücke in den oberen,
mit Nutella beschmierten Schneidezähnen und Nutellaflecken von den
Augenbrauen bis zur Kinnspitze.  

Dann hast du versucht, dir mit der Hand mit dem Nutellamesser die Haare
aus der Stirn zu streifen, was nur teilweise gelang, aber zur Folge
hatte dass vom Messer ein dicker Klecks...</description>
<pubDate>Sun, 12 Mar 2006 23:21:47 +0100</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Nutellabrezel/58/</link>
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</item><item>
<title>Geburtstag 2006</title>
<description> Schon wieder ist ein Jahr vorbei und hat seine Spuren
hinterlassen. Vieles hat sich seit deinem letzten Geburtstag geändert
und verändert. Meist Kleinigkeiten und einst liebe Gewohnheiten, deren
Fehlen oder Ausbleiben erst nach längerer Zeit bemerkt wird.  
Ich kaufe kein Coca Cola mehr, denn es gibt niemand mehr der es trinkt.
Und der Pizzadienst kam auch nicht mehr mit der extragroßen
Family-Pizza in Haus. Seit du nicht mehr da bist, war ich nicht mehr
bei Burger-King und auch nicht mehr bei McDonalds. Kein Kino hat mich
mehr von innen gesehen und kein Eishockeyspiel der Adler auf den
Rängen, denn es macht mir keine Freude mehr.  
Nächste Woche muss ich mit Kollegen zum Go-Cart fahren. Sie haben mich
gedrängt und alle Ausreden und Vorwände zur Seite geschoben. Ich habe
geschwindelt und behauptet, dass ich das nicht kann und nicht mag. Du
weißt es besser, denn wir haben zusammen so manchen Reifen zum Qualmen
gebracht. Doch jetzt macht es mir keine Freude mehr. Aber ich habe
nicht...</description>
<pubDate>Sun, 12 Feb 2006 23:42:19 +0100</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Geburtstag-2006/57/</link>
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</item><item>
<title>Glühender Stahl</title>
<description> Wie glühender Stahl steht die Morgensonne in der Luft des kalten Winters über
den Bergen des Odenwalds im noch diesigen Licht eines neuen Tages.  

Und wie glühender Stahl bohrt sich der Schmerz der Erinnerung durch
mein Herz, bei dem Gedanken daran, dass die Sonne dort aufzugehen
scheint,&amp;nbsp; wo ich dich zum letzten Male gesehen habe und nun seit
fast sechs Jahren ein Stein im tief gefrorenen Boden deinen Namen
trägt.  

Über der Rheinebene hängt noch der gnädige Dunst des frühen Morgens auf
der verzuckerten Landschaft und Wattebäuschen gleich quillt weißer
Rauch aus den hohen Kaminen des Heizkraftwerkes in die eisigkalte Luft. 
 

Wie jeden Morgen fahre ich auf dem Weg zur Arbeit genau in die aufgehende Sonne.  

Vorbei an der Arena, die du nicht mehr gesehen hast, aber die dir
sicher gefallen würde, auch wenn es um deinen Lieblingsverein momentan
nicht so besonders gut steht. Auch von den Spielern die du kanntest und
deren Trikots du trugst, ist keiner mehr da.  

Es...</description>
<pubDate>Sun, 05 Feb 2006 05:21:29 +0100</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Gluehender-Stahl/56/</link>
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</item><item>
<title>Rücksicht</title>
<description> Das Gesicht eines kleinen Jungen auf Plakaten neben der Autobahn zieht meine Aufmerksamkeit immer wieder magisch an.  
Es ist nicht die Aufforderung zu mehr Rücksicht im Straßenverkehr oder
die Wunde über dem rechten Auge am Kopf des Jungen, die diese
Aufmerksamkeit auslösen.  
Es sind die Augen. 
 
Es sind diese Augen.  
Die Augen des Jungen und sein Gesichtsausdruck, der ihm im ersten Moment eine gewisse Ähnlichkeit mit dir gibt. 
Es ist sein stummer, fragender Blick, der mir durch Mark und Bein geht und&amp;nbsp; Erinnerungen wachruft.  
Erinnerungen an dich.  
Erinnerungen an die Zeit, in der du Sohn und ich Vater sein durften.
Erinnerungen an die Zeit, als wir den Weg zueinander fanden und Freunde
wurden.  
Und dieser Blick des Jungen fragt mich immer wieder: „Was ist passiert?
Sag mir, was wir jetzt machen sollen. Ich bin verletzt und warte
darauf, dass du mir sagst wie es jetzt weiter geht. Ich vertraue dir,
denn du bist größer und hast mehr Erfahrung. Hilf mir. Ich warte auf...</description>
<pubDate>Sun, 27 Nov 2005 00:13:00 +0100</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Ruecksicht/55/</link>
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</item><item>
<title>Pferdchen schlag mich</title>
<description> Hallo Tiger,  
 
die Tage werden wieder kürzer und der Nebel drückt sich von den nahen
Felder durch die Straßen und Gärten. Ich kann ihm am Abend zusehen, wie
er unmerklich und leise das Land in Besitz nimmt, die Geräusche des
Tages verschluckt und sich wie Watte über Formen und Farben des
vergehenden Tages legt, gelblich verfärbt vom Licht der
Straßenlaternen.  
Im Haus gegenüber dringt Rauch aus dem Kamin und im Zimmer flackert das Licht eines offenen Feuers. 
 
 An solchen Tagen lagen wir beide am liebsten auf dem Teppich vor dem Kamin und haben versucht Schach zu spielen.  
„Pferdchen schlag mich“ hast du das Spiel anfangs genannt, als ich
versuchte dir die Grundregeln beizubringen. Aber dich hat nur das
Pferdchen interessiert, mit dem du wider alle Regelwerke wie ein Wilder
über das Schachbrett gehüpft bist, um alle anderen Figuren aus dem
Spiel zu rammen. Unbeschreiblich dein triumphierender Blick, wenn du es
geschafft hattest, das Spielfeld leer zu räumen und die...</description>
<pubDate>Thu, 20 Oct 2005 23:53:46 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Pferdchen-schlag-mich/54/</link>
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</item><item>
<title>Leise rufen</title>
<description>  Früher, wenn du als Kind nachts aufgewacht bist, hast du gewusst, dass
du nur leise rufen musstest damit jemand kam um dir zu helfen oder um
dich zu trösten. 

Oft
bin ich mitten in der Nacht schlaftrunken an dein Bett getapst und habe
nach dir gesehen, habe gewartet bis du wieder eingeschlafen warst und
begleitet von deinem gleichmäßigen Atmen in der Dunkelheit auf deinem
Bettrand gesessen und habe dich angesehen. 
 

Heute sitze ich oft am Abend in der Dunkelheit und denke an diese Zeit zurück.  

Ich vermisse dein Atmen im stillen Raum und warte auf das leise Rufen deiner Stimme. 

Aber ich weiß, dass ich deine Stimme und dein Atmen nie mehr hören werde.  
 

Doch wenn du mich brauchst, dann lass dein Herz mich leise rufen. 
 

Pass auf dich auf, wo immer du auch jetzt sein magst. 

Ich dich „liebetiger“. 
 



 
</description>
<pubDate>Sun, 18 Sep 2005 19:44:58 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Leise-rufen/53/</link>
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</item><item>
<title>Bananenflanke</title>
<description> Lieber Tiger 
 

nun ist es schon nach Mitternacht und ich sitze noch immer im Büro.  

Vor mir der gleißende Bildschirm und neben mir das weit geöffnete
Fenster. Im Haus gegenüber flackert ein Fernsehgerät seine bunten
Bilder in die Nacht und streut Farben auf den Rasen. Es ist still, nur
im Zimmer summt leise der Ventilator des Computers und vom dunklen
Nachthimmel grummelt das Geräusch eines weit entfernten Flugzeugs. 
 

Die Luft ist noch warm, auch wenn langsam die zunehmende Kühle der
Nacht zu spüren ist. Kein Stern steht am Himmel, der aussieht wie
dunkelblauer Samt und jedes Geräusch zu schlucken scheint. Irgendwo
dort draußen wirst du jetzt wohl sein und wenn es stimmt was man in der
Kirche lernt, dann wirst du mir jetzt sicher von irgendwo her zusehen.
&amp;nbsp; 

Wenn ich mir das so vorstelle und an dich denke, wird mir ganz warm.  

Ein schönes Gefühl.  

Mit geschlossenen Augen geht es noch besser. Dann kann ich dich sehen.
Ich kann dich sehen, wie du mir...</description>
<pubDate>Mon, 05 Sep 2005 00:39:18 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Bananenflanke/52/</link>
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</item><item>
<title>Verdamp lang her</title>
<description> Schlagartig wach.  

Im Zimmer dämmrige Stille.  

Matt erleuchtet von den rötlichen Punkten des Digitalweckers, die sich
zu einem konstant verschwommenen drei Uhr zweiundvierzig vereinen,
zwischen dem ein pulsierenden Doppelpunkt&amp;nbsp; im Sekundentakt das
Atmen der Zeit anzeigt. 

Mein Herzschlag passt sich an das rhythmische Blinken der
Sekundenanzeige an, während die Augen auf das Vergehen der Zeit starren
und mein Verstand zu ergründen versucht, warum ich jetzt aufgewacht
bin.  
Es ist Samstag, ich muss heute nicht früh aufstehen. Ich kann mir
heute Zeit lassen, hab keine Termine, kann einfach ausschlafen und in
den Tag hineinleben. Es gibt keinen Grund jetzt wach zu werden, es gibt
keinen Grund jetzt aufzustehen, es gibt keinen Grund jetzt wach zu
liegen und auf die Anzeige des Weckers zu starren.  

Und doch ist da etwas. Etwas Undefiniertes, ein seltsames Gefühl,
unwirklich und real, wie Nebel und doch greifbar nahe. Nicht direkt vor
mir, aber bei mir. Vertraute Nähe,...</description>
<pubDate>Sat, 30 Jul 2005 05:04:02 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Verdamp-lang-her/51/</link>
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</item><item>
<title>Heidelberg</title>
<description> Vertraute Stadt in einer vertrauten Landschaft.
Vertraute Straßen, vertraute Plätze, vertraute Häuser, vertraute
Geräusche und Gerüche.  
Aus der Ferne vertraute Gesichter in der Menge, die fremder nicht sein
könnten, je näher sie kommen. Und in den Augenwinkeln immer wieder die
Ahnung deiner vertrauten Gestalt, die verschwindet sobald mein Verstand
versucht ihrer habhaft zu werden. 
 
Es hat viel Kraft gekostet, den Weg den wir so oft gemeinsam nach dem
Kino oder zum Einkaufen gegangen sind, alleine zu gehen. Gegen all die
Menschen anzugehen die mir aus der Menge entgegen eilten um ohne
Erkennen wieder mit ihr zu verschmelzen.  
Immer in der Hoffnung irgendwo dein vertrautes Gesicht zu sehen und
immer in der Furcht es im gleichen Moment mit glücklich geschlossenen
Lidern wieder aus den Augen zu verlieren.  
 
Müde und erschöpft vom Anrennen gegen die Menge und der Stärke der
Erinnerungen war eine Parkbank meine letzte Rettung um Atem und
Herzschlag zu beruhigen. 
 
„Kann...</description>
<pubDate>Tue, 05 Jul 2005 23:15:47 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Heidelberg/50/</link>
<guid isPermaLink="true">http://www.blogigo.de/liebetiger/Heidelberg/50/</guid>
</item><item>
<title>Kreisverkehr</title>
<description> Bis vor wenigen Jahren war dort wo die K4105 auf die Landesstraße 595 trifft eine Kreuzung.  
Heute ist dort ein Kreisverkehr. Zu spät für dich, warst du doch der
letzte Tote, den diese Kreuzung das Leben gekostet hat. Diese Kreuzung
und die Unachtsamkeit eines jungen LKW-Fahrers.  
Früher habe ich viel Zeit an dieser Kreuzung verbracht, bin ungeachtet
der neugierigen Blicke vorbeifahrenden Auto- und Motorradfahrer lange
dort gestanden und habe an dich gedacht. Kerzen habe ich am Straßenrand
aufgestellt und selbstgepflückte Blumen daneben gelegt. Später
als ich aus der Gegend fortgezogen bin, um den Erinnerungen zu entgehen, habe ich
einen Strauß aus roten Seidenrosen in einer Blumenvase dagelassen. Als
ich nach 2 Wochen wieder kam, war er verschwunden. Jemand hat wohl
gedacht, dass er eine bessere Verwendung dafür hat.  
 
 Die
Stelle an der du damals gestorben bist, ist heute nicht mehr zu finden.
Sie liegt irgendwo in diesem&amp;nbsp; Kreisverkehr mit einem leichten
Hügel in der...</description>
<pubDate>Mon, 06 Jun 2005 00:13:25 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/liebetiger/Kreisverkehr/49/</link>
<guid isPermaLink="true">http://www.blogigo.de/liebetiger/Kreisverkehr/49/</guid>
</item></channel>	
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