Kopfchaos

26.11.2012 um 20:23 Uhr

Es gibt so Tage...

... an denen einfach nur alles schrecklich ist.

Bei mir ging es vor 2 oder 3 Tagen schon los.

Ich fragte mich, was ich eigentlich von mir in dieser Welt hinterlassen würde, wenn ich sie jetzt verließe. Und bemerkte, das es rein gar nichts wäre.

Ich fragte mich, was ich eigentlich in diesem Leben erreicht habe. Was ich geschaffen habe. Was es gibt, auf das ich stolz sein kann. Was ich überhaupt leiste.

Ohje, die Ergebnisse schmetterten mich noch mehr nieder... 

Gestern überkam mich dann das Gefühl, das ich irgendwie immer nur der Fußabtreter bin. Wenn irgendetwas schiefgeht, bin pauschal ich Schuld. Wenn mich jemand für irgendetwas braucht, habe ich gefälligst zu funktionieren. Immer gute Laune, immer freundlich und froh, immer abrufbereit. 

Aber das auch ich mir einfach mal eine Schulter und 2 kräftige Arme wünsche, das sieht niemand. "Du schaffst das schon" höre ich in letzter Zeit immer öfter, egal was grade anliegt... Und was, wenn der Moment kommt, in dem ich nicht mehr kann? Dann höre ich nur ein beiläufiges "Welche Laus ist Dir denn über die Leber gelaufen".

 

Hinfallen, aufstehen, Krone richten und weitergehen

 

also, auf gehts... irgendjemand braucht mich bestimmt bald wieder.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenKieselstein schreibt am 26.11.2012 um 20:46 Uhr:..mir gehts grad echt nicht viel besser als Dir.
    Komm, lass uns gemeinsam aufstehen. Aber nicht immer nur für andere. Sondern vor allem für uns selbst.
    Man kann nichts mehr geben, wenn man leergebrannt ist. Niemandem. Auch sich selbst nicht.
  2. zitierenLullaby schreibt am 26.11.2012 um 20:49 Uhr:Für mich hört sich das an, als würdest du schon sehr viel hinterlassen, wenn du nun "gehen" müsstest. Nur würdigt das niemand. Ich würde dir raten, die Leute, die dir nie etwas zurückgeben, mal ab und zu hinter dir zu lassen, dir mal was Gutes zu gönnen. Spende lieber Geld oder Blut, und tu auf diese Weise etwas Gutes. Und verbringe Zeit mit Menschen, die dich lieben und deine Bemühungen zu schätzen wissen.

    Liebe Grüße
  3. zitierenLullaby schreibt am 26.11.2012 um 20:50 Uhr:@Kieselstein: Ja, mir geht's auch so. Ich mach gern mit.
  4. zitierenlonelady schreibt am 26.11.2012 um 21:22 Uhr:Ach Kieselchen.... wie gerne würde ich "die Krone richten".. aber dazu fehlt mir die Motivation. Wofür soll ich das tun? Es kommt doch es bald der nächste Klopfer, der mich wieder zu Boden reisst. Dann kann ich auch direkt liegenbleiben.
    Aber ich würde mich ganz dolle freuen, wenn Du aufstehen würdest! Ich reich Dir auch ein Händchen, um Dir aufzuhelfen.

    Lullaby... wenn das so einfach wäre, würde ich das tun. Das Schlimme ist, das mir diese Menschen sooo viel bedeuten und ich ja auch möchte, das sie allesamt glücklich sind.
  5. zitierenKieselstein schreibt am 26.11.2012 um 21:34 Uhr:Ja, der nächste Klopfer kommt sicher. Aber aufgeben? Deshalb aufgeben? Sehe ich irgendwie auch nicht ein... Wofür hätte sich all die Arbeit und die Mühe gelohnt für den Punkt, an dem wir heute stehen?
    Ich brauch nur halt auch... immer eine Weile, eh ich mich wieder auf die Beine rappeln kann. Vielleicht liegts am Alter, am Rücken oder einfach auch daran, dass die Haut immer dünner statt dicker wird?
    Hey, Du sollst mir Dein Händchen nicht reichen, nur damit ich aufsteh. Lass uns beide daran hochziehen - dann wirds ne runde Sache :)
    Ich zieh mich für heut erst mal zurück. Und hör den Rest des Abends nur Musik. Neben dem Meer ist die Musik mein Elixier. Das gönn ich mir jetzt. Und das so lange, bis ich mich wieder aufgerappelt hab.
    Kopf hoch, Süße. Es wird alles, daran glaub ich immer.
  6. zitierenlonelady schreibt am 26.11.2012 um 23:12 Uhr:Wo steh ich denn? An einem Punkt, an dem ich nicht stehen will. An einem Punkt, der mir keine Hoffnung gibt. Es fühlt sich alles so sinnlos an.

    Ein Kollege, ein typischer Junggeselle, sagt immer "Wofür putzen, es wird doch eh wieder alles dreckig."
    So fühle ich mich aktuell auch. Wofür kämpfen, ich fall doch eh wieder hin. War schon immer so, ist so, und wird wahrscheinlich immer so bleiben.

    Tut mir leid, ich mag mich selber nicht, wenn ich nicht gut dabei bin.

    Vielleicht kann ich ja bald wieder die runde Sache angehen...
  7. zitierensternenschein schreibt am 27.11.2012 um 04:55 Uhr:Weshalb möchtest du, dass die anderen allesamt glücklich sind?
    Wenn sie ihr Glück auf dein Unglück und deiner Unzufriedenheit aufbauen.
    Du sagst, weil du sie alle so gerne hast.
    Nur du, du hast dich selbst nicht gerne, willst nicht für dein eigenes Glück sorge tragen. Siehst dich als "Fussabtreter" der auf Abruf bereit zu stehen hat. Und spielst diese Rolle auch noch willfährig mit ohne dagegen aufzubegehren und Grenzen aufzuzeigen.
    Wahrscheinlich sogar noch mit einem Gefühl es ja nicht anders "verdient" zu haben.
    Setze grenzen, sorge für dich und dein eigenes Glück, die anderen können ganz gut selbst für ihr eigenes sorgen.
    Tue es auch, akzeptiere dich selbst als Mensch, als guten und wertvollen Menschen und mache dich nicht von der Meinung der anderen abhängig.
    Ich weiss, es fällt dir schwer, aber anders geht es nicht. Du findest sonst keinen Weg da heraus und dein Lebenssin geht verloren. Denn der besteht darin zu leben, sich selbst anzunehmen und für sich Sorge zu tragen.
    Wenn man dieses schafft, dann kann man auch den anderen mal wirklich etwas geben ohe ein Fussabtreter zu sein, der auf Anforderung da ist.
    Ich weiss, es widerstrebt dir alles, aber du sollst leben, erfüllt leben, wirklich leben.
    Liebe Grüsse
  8. zitierenKieselstein schreibt am 27.11.2012 um 09:37 Uhr:Hey... Das Gute an solchen Tagen ist, dass sie nicht für ewig andauern, dass sie vorübergehen.
    Meine Schmerzärztin sagte mal zu mir, dass die Menschen zunächst immer dazu neigen, sich auf das zu konzentrieren, was sie nicht können, was nicht gut in ihrem Leben ist.
    Ich gebe zu, wenns mir elend geht, passiert mir das auch schneller als dass ich Positives sehen kann oder gar sehen will. Aber dann... ziehe ich mich selber wieder hoch und schaue um mich herum: auf mein schönes Zuhause, ich habe es warm und gemütlich und sogar mit Badewanne :), meine klasse Musikdatenbank, meine Bilder, die ich male, meine Zeilen, die ich schreibe und natürlich meine Familie. Menschen, die mich mögen, auch wenn sie eben gerade nicht da sind.
    Das ist ganz, ganz viel... Heute Morgen haben mir meine Kollegen sogar Käffchen übriggelassen. Selbst solche Sachen können mir positiv auffallen ;)
    Was ich sagen will und worin ich Sternenschein un-unbedingt zustimme: Für Dein Glück kannst nur Du selber sorgen (das musste ich auch ziemlich schmerzhaft erlernen), vergiss nicht DICH, auch wenn Du gern für andere da bist, die Dir viel bedeuten.
  9. zitierenlonelady schreibt am 27.11.2012 um 22:50 Uhr:vorneweg: heute sieht die Welt schon wieder besser aus :)

    Sternenschein... Ja, ich weiss das Du Recht hast mit dem, was Du schreibst.
    Ich muss mich für mich selber mein Glück finden. Aber ich kann es halt nicht einfach so suchen und ihm nachgehen, dafür hängt eine zu große Verantwortung an mir - für die ich mich selber entschieden habe. Und auch, wenn sie manchmal einfach nur schwer ist, und ich alles hinwerfen mag bin ich mir meiner Pflicht bewusst.
    Meinen eigenen Lebenssinn finden und ihn umsetzen, das wünsche ich mir, es ist halt nicht so einfach.

    Kieselchen... auch richtig... der Tag gestern ging vorüber. Und auch wenn ich heute mit dick verheulten Augen unterwegs war, konnte ich der Welt wieder lachend entgegengucken und habe über das, was schiefläuft einfach gelacht.

    Ich werd schon wieder... Und wenn ich heute über gestern nachdenke, musste es einfach mal wieder alles raus, ich brauchte das fluchen und heulen und zetern. Jetzt kann ich dem Leben wieder einen Schritt entgegengehen.

    Danke für Eure Worte :)

Diesen Eintrag kommentieren