Machopan - Rauchzeichen

28.08.2006 um 00:23 Uhr

Umzug

Der Renovierung folgt meist der Umzug. So auch in diesem Fall.

MACHOPAN zieht mit seinen Rauchzeichen um.

Ab dem 28. August 2006 gibt es den weiteren Schriftwechsel mit einem "Lieben Freund" nur noch bei www.machopan.com/rauchzeichen.

 

13.08.2006 um 15:30 Uhr

Renovierung

Wenn ein Ladenbesitzer sein Geschäft schließt, so geschieht dies normalerweise aus privaten oder geschäftlichen Gründen. Jeder Kunde kennt die meist an der Eingangstüre platzierten Nachrichten, die über geplante und ungeplante Schließungen informieren.

Betriebsurlaub/Betriebsferien vom .... bis ....“ gehören dabei zu den planbaren Auszeiten, die der Geschäftsinhaber seinen Kunden möglichst frühzeitig ankündigt, damit sie sich auf die Auszeit einstellen und ihre Versorgung mit Lebenswichtigem anderweitig organisieren können.

Auch „Wegen Umbau/Renovierung vom ... bis ... geschlossen“ gehört wie „Wegen Inventur am ... geschlossen“ in diese Kategorie der planbaren Stillstandszeiten an denen der Geschäftsinhaber auf Umsatz verzichtet während die Fixkosten weiterlaufen..

Selbst für kleinere Unannehmlichkeiten durch „Räumungsverkauf – 25% Rabatt auf alle Waren“ hätten sicher alle Kunden Verständnis, solange die Ladentür während der normalen Geschäftszeit offen ist. und der Verkauf weitgehendst ungestört weiter geht.

Dass „Aus familiären Gründen geschlossen“ beim überraschend vor verschlossener Tür stehenden Kunden zwar Ärger, aber auch ein gewisses Verständnis hervorrufen wird, weiß ich aus eigener Erfahrung. Außerdem gibt ein solches Schild Anlass zu den heftigsten Spekulationen über die Art der „familiären Gründe“ und daher sind solche Schilder an der Ladentür meist die Quelle hochspekulativer Gerüchte, die von der „überraschenden Schwangerschaft“ über „plötzliche Eheprobleme“ bis zu den „unerwarteten finanziellen Schwierigkeiten“ reichen können.

Etwas weniger Anlass zur Spekulation bieten dagegen Schilder wie „Wegen Geschäfts-/Betriebsaufgabe geschlossen“ oder „Wegen Todesfall geschlossen“, wobei es sich bei dem Todesfall (sofern es sich nicht um den Geschäftsinhaber handelt) um eine meist temporäre Schließung von kurzer Dauer handeln wird.

Wegen Betriebsstörung bis auf weiteres geschlossen“ lässt dagegen sowohl die Zeitspanne als auch die Ursache der Störung völlig offen und den lesekundigen Kunden weitgehendst im Unklaren über die kleinen und großen Katastrophen und Tragödien, die sich vor der Anbringung des Schildes hinter der Ladentür ereignet haben müssen.

Noch liegen und stehen die angebotenen Waren dekorativ im Licht der vollautomatisch gesteuerten Schaufensterbeleuchtungsanlage. Doch weiß man als draußenstehender Kunde nicht, was dahinter, im Dunkel des geschlossenen Ladens, wirklich geschieht. Die Zeit bis zum Auftauchen neuer Gerüchte, Nachrichten und Schilder an der Ladentür wird daher als Spekulationsfrist bezeichnet.
So ganz im Dunkeln meines nunmehr seit mehr als zwei Jahren täglich um 5:45 Uhr abrauchenden Wigwams möchte ich die Leser meiner „Rauchzeichen“ nun doch nicht lassen.
Daher habe ich mich zur Anzeige der Betriebsunterbrechung für „Wegen Renovierung bis auf weiteres geschlossen“ entschieden.

Renovierungsnachricht

Auch wenn ich am liebsten ein Schild mit riesigen Lettern
Wegen Umbau/Renovierung in Verbindung mit ungeplanter Betriebsstörung und einhergehender Geschäftsschädigung geschlossen
vor meinem Wigwam in den Boden rammen würde.
Genau an die Stelle wo zwischen Marterpfahl und Kriegsbeil die blutigen Skalps hängen. Wütend

Aber als friedliebender Indianer aus der hessischen Provinz werde ich wohl das Kriegsbeil nicht ausgraben, sondern meinen gewaltigen Ärger mit einer Flasche Feuerwasser ersäufen und den weißen Mann (gedanklich) an den Marterpfahl nageln, während ich darüber nachdenke, dass Indianer eigentlich Nomaden sind.

Deshalb bleibt dieser Blog „Wegen Renovierung bis auf weiteres geschlossen“.

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11.08.2006 um 05:45 Uhr

Das Merkeltief

Nach dem meteorologischen Sommerhoch mit Namen „Bruno“ befinden sich die Parteienlandschaft der BRddr nun im medienpolitischen „Merkeltief“.

Besonders schlimm scheint sich unter der Hitze der Reformschlachten wohl die Beliebtheitsskala der CDU verbogen zu haben. NUR noch 31% der befragten Wähler wollten der Partei ihre Stimme geben, der tiefste Stand seit der Kohl’schen Spendenaffäre. Außerdem soll auch noch der Kanzlerinnenbonus verflogen sein und die Partei ihr Profil verloren haben.

So, oder ähnlich liest man es derzeit in den Medien und aus Politikermund kommen plötzlich Worte, die sich anhören wie: „Es sei für die Menschen nicht sichtbar, ob die Partei einer Linie und Überzeugung folge und wenn ja, welcher. Die Gesundheitsreform und die Mehrwertsteuererhöhung würden von den Anhängern übel genommen. Die Union solle sich von Lebenslügen verabschieden und endlich zugeben, dass Steuersenkungen nicht automatisch für mehr Investitionen und Arbeitsplätze sorgten und die Bedeutung der Lohnkosten überschätzt werde.

Und wer schuld an diesem Desaster ist, kann der Leser aus den Medien auch gleich erfahren: „Die Kanzlerin, hat‘s verbockt“ und in der Beliebtheitsskala der Deutschen sind der Außenstürmer Frank-Walter Steinmeier von den „Roten Socken“ und  der Innenverteidiger  Wolfgang Schäuble von den „Black Panthers“ an ihr vorbeigezogen.

Nun hat der Frank-Walter natürlich ganz eindeutig die besseren Karten, denn seit er Außen rumstürmt, (das fällt zumindest mir auf) gibt es eine kriegerische Auseinandersetzung nach der anderen und es kracht und rumst an allen Enden.
Reiner Zufall?
Oder war das eher die schlechte Stabübergabe vom Vorläufer, dem Turnschuhjoschka?

Dem kläglichen Ruf des beräderten Innenwolfgang hat sicher die wochenlange Versammlung der schweinsblasentretenden Berufskicker auf bundesdeutschem Territorium gut getan, ohne dass es zu terroristischen Attacken gekommen wäre, wenn man mal von dem Scharmützel im Spiel Frankreich gegen Italien absieht. Positiv haben sich für den Innenwolfgang auch die gelockerten Beflaggungsvorschriften an Mobilen jeder Art und der neue „multikulturelle“ Patriotismus ausgewirkt.

Die Kanzlerin hatte es dagegen richtig schwer.
Erst hat die SUN ihren Hintern mit jeder Runzel publiziert. Dann sind ihr nach dem verlorenen Spiel gegen Italien vor laufenden Kameras die Gesichtszüge entgleist, als ihr wohl klar wurde, dass der Zug für den Aufschwung soeben vorzeitig den Bahnhof verlassen hat. Anschließend musste sie auch noch dem süffisant grinsenden Sieger Brodi (Berlusconi wäre noch schlimmer gewesen) die Flosse drücken und mit zitternden Lefzen Glückwünsche formulieren.
Und als ob das noch nicht genug wäre, kam es in der VIP-Loge bei der Umarmung des Franzl Beckenbauer noch zu einem längeren, fast intimen Beckenkontakt, der unter dem Motto „Kraft der Wende trifft Kraft der Lende“ in die Analen der Geschichte eingehen wird, auch wenn der Franzl nur wenige Wochen später eine Andere vor den Traualtar führte. Die erotische Nackenmassge vom Dubbeljuh Bush hat ihr dann noch den Rest gegeben.

Aber warum sollten wir kleinen Würstchen dieser Republik uns über die Rang- und Hackordnung unserer Politiker ernsthafte Gedanken machen?
Wird dadurch etwa die Politik besser?
Wird dadurch Bürokratie abgebaut oder die Steuererklärung einfacher?
Wird dadurch die Staatsverschuldung und das Finanzloch kleiner?
Werden dadurch Arbeitsplätze geschaffen oder sinken gar die Arbeitslosenzahlen?

Na also, sehen wir, als zahlende Zuschauer dieses Polittheaters in der Sommerpause, die Ereignisse doch ganz rational und unter rein sportlichen Gesichtpunkten.
Die Jungs und Mädels aus dem rot-schwarzen Turnverein sind angetreten um uns den eingesprungen doppelten Rittberger mit ganzer Schraube zu zeigen und bis jetzt ist nur ein verunglückter Purzelbaum mit halbherzigem Umfaller daraus geworden.
Und wie üblich hat das erstmal der Trainer verbockt.
Wir sollten jetzt einfach zuwarten, bis die Übung zu Ende geturnt ist und dann unser Wertungstäfelchen zücken.

Ich such derweil schon mal nach dem Täfelchen mit der Null drauf.

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10.08.2006 um 05:45 Uhr

Schmerz, Tränen und Blut

Um Jahrzehnte zurückversetzt könnte man sich fühlen, wenn man dieser Tage
die Schlagzeilen der Medien überfliegt ohne auf das Datum zu achten.

„Bereit für Schmerz, Tränen und Blut“ erinnert sicher nicht nur mich an "Blut, Schweiß und Tränen" die einst angekündigt und bejubelt wurden, um das Volk auf die tausendjährige Dauer (heute würde man das Nachhaltigkeit nennen) der allein glückselig machenden Regierungspolitik einzuschwören.

Auch wenn sich mancher Zeitgenossen beim Angriff der Israelis auf den Libanon an den "Fall Weiß" erinnert sieht, wird er sich instinktiv hüten, diesen Gedanken laut auszusprechen, oder gar zu Papier zu bringen.
Wie man Kritik am Staate Israel, seinen Politikern und seinen Militärs überhaupt noch formulieren darf, kann man in einem Knigge in der TAZ nachlesen.
Kurz gesagt: „Als Nachfahre eines nationalsozialistischen Wehrmachtsoffiziers haben Sie genauso die Klappe zu halten, wie als proarabisch denkender Deutscher der Neuzeit. Und außerdem erlaubt die für Europäer und speziell für Deutsche notwendige solidarische Haltung mit den „Gottesstreitern“ es nicht, den Staat Israel als Täter zu betrachten.“
Es ist noch keine 100 Jahre her, das sollte bei der Gründung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk ausdrücklich dafür Sorge getragen werden, dass „nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und die religiösen Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und die politische Stellung, deren sich die Juden in irgendeinem anderen Lande erfreuen, präjudizieren könnte”.

Interessant ist daher neben einem Blick in die Zukunft auch ein Blick in die Geschichtsbücher.
Nicht nur um das Verhalten der polnischen Verbündeten im „Fall Weiß“ nachzulesen und sie auf die Jetzt-Zeit zu übertragen, sondern auch um sich die Rolle der europäischen Staaten und ihre politischen Fehlentscheidungen bei der Entstehung des Staates Israel vor Augen zu führen.
Von den noch immer andauernden Irrtümern der USA wollen wir erst gar nicht reden.

Oder gehören Sie auch zu den Unbelehrbaren, die den Sonderstatus Israels in Frage stellen und seinen berechtigten Existenzkampf als puren Imperialismus betrachten?
Dann halten Sie sicher die jüngsten militärischen Aktionen der israelischen Armee weder für einen Angriffskrieg noch für einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht verbunden mit einer nicht-tolerierbaren Missachtung der Vereinten Nationen?

Dann müssen Sie sich wirklich fragen lassen, ob Sie unter Ihren Vorfahren nicht doch einen nationalsozialistischen Wehrmachtsoffiziers hatten.
Oder sind Sie vielleicht einer dieser proarabisch Denkenden?

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09.08.2006 um 05:45 Uhr

Kein schöner Land

„In the year 2525, if man is still alive, if woman can survive they may find ... „ mit dieser Frage beschäftigten sich Zager & Evans schon im Jahr 1969 und landeten mit dem gleichnamigen Song im Juli selbigen Jahres einen Number- One-Hit.

Längst hat man seit dem den Ernst der Lage erkannt und greift deshalb das Thema gesellschaftlicher Veränderungen und die Zukunft der Menschheit gerne auch von der wissenschaftlichen Seite auf. Teilweise kommen da ganz ordentliche Ergebnisse zustande, teilweise kann man die Ergüsse aber auch in den Mülleimer kippen, wo sie dann vor sich hin rotten, bis sie irgendein „Experte“ im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie einem medialen Recycling zuführt.

Am besten gefallen mir persönlich immer die Interpretationen und Auslegungen zu solchen Studien und Denkmodellen weil sich hier dann die Laien (früher sagte man auch Stümper dazu) mit meist gefährlichem Halbwissen ihr eigenes Disney- oder Legoland aufbauen.

Dieser Tage wieder geschehen im KulturSPIEGEL:
«Die Redaktion des KulturSPIEGEL hat das Szenario der Heidelberger Sozialforscher weitergeführt, sich dieses neue Land ausgemalt, seine Bewohner und ihr Leben beschrieben - als Gedankenspiel und als Inspiration, sich ein eigenes Bild zu machen von einer Zivilgesellschaft und ihren Bürgern»
Prädikat: Für Menschen im Vorschulalter durchaus lesenswert.
Freigegeben bis 6 Jahre.

Leider stehen die geistigen Ergüsse der Redaktion des KulturSpiegel im entsprechenden Artikel ziemlich weit hinten unter dem Titel „Deutschland im Jahr 2020“, aber man sollte sich schon den ganzen Artikel von Anfang bis Ende durchlesen um die Lernresistenz der Redaktion zu erkennen. Außer die Gedanken der Redaktion sind satirisch gemeint und ich bin einer der Leser, der ihnen auf den Leim gegangen ist.

Wie auch immer, nach Ansicht des KulturSpiegels stellt sich im Jahre 2020, etwa 30 Jahre nach der Wiedervereinigung, die Situation wie folgt dar (Auszug):
«Im Jahr 2020 ist der Alltag der Menschen sehr viel weniger reglementiert. Und wo der Staat sich zurückzieht, da entsteht Raum für die Bürger - zumal sich gut ausgebildete Menschen keinem starren System mehr unterwerfen. Alle Lebensgemeinschaften sind rechtlich gleichgestellt. Die mehr als 100.000 Steuervorschriften wurden durch ein Stufenmodell ersetzt, und man kann durch soziale Arbeit seine Steuerlast mindern.
Die Übergänge von Arbeit zur Rente zum Ehrenamt sind fließender geworden. Die Arbeitslosigkeit ist gesunken, da die Menschen besser qualifiziert sind und Deutschland seinen Status als Exportweltmeister von Hochtechnologie gefestigt hat. Weil Bildung als Grundlage von Innovation und Innovation wiederum als gesellschaftliche Aufgabe verstanden wird, wurde massiv in Schulen und Universitäten investiert - vom Staat, von der Wirtschaft und den Bürgern.
Es gibt genügend Ganztagsschulen, das dreigliedrige Schulsystem wurde durch eine überarbeitete Idee der Gesamtschule ersetzt. Förderstunden für schwache Schüler werden von Elterninitiativen übernommen. Es ist außerdem üblich geworden, dass Eltern sich in der Schule engagieren - in Projektgruppen oder als Botschafter für ihre Berufe. Bei der Pisa-Studie im Jahr 2020 steht Deutschland auf Platz 2.
Das Entscheidende ist: Im Jahr 2020 haben die Menschen eine Art kollektives Bewusstsein entwickelt - sie fühlen sich als Teil von etwas, als Teil ihres Landes, ihres Unternehmens (das den Mitarbeitern zwecks Förderung der Kreativität größere Freiräume gibt), ihrer Gruppe. Allerdings spricht man nun vom "Schwarm", in dem Gleichgesinnte sich zusammenfinden. Zukunftsforscher glauben, dass das Modell der Kleinfamilie im Jahr 2050 vom Schwarm, der aus dem selbstgewählten Freundeskreis besteht, endgültig abgelöst sein wird»

Der Schwarm meiner Jugend waren die Beatles, die Pinup-Girls aus dem Playboy und die frühreife Tochter meines Fußballtrainers. Die Beatles wurden reich und sind teilweise schon tot, die damaligen Pinup-Girls aus dem Playboy haben sich ihre Silikonkissen wieder entfernen lassen und die frühreife Tochter meines Fußballtrainers ist zur Matrone mit ausgeprägter Oberlippenbehaarung mutiert, wie ich bei einem der letzten Klassentreffen mit Erschrecken feststellen musste.
Nur ich habe mich (anscheinend) nicht verändert!

Doch zurück zum eigentlichen Thema.
Obwohl der Staat bei seinem fluchtartigen Rückzug nur verbrannte Erde zurücklässt, denn er zieht sich nur dort zurück wo für ihn nichts mehr zu holen ist, wird nach den Vorstellungen der Redaktion des KulturSPIEGEL aus dieser verkohlten, geschröderten und ausgemerkelten bundesdeutschen Erde binnen kurzer Zeit  ein „Wunder der Prärie“ entstehen.
„Die Wüste lebt“ meinen die Visionäre und beschreiben unter dem Titel „Disney Land“ munter den dritten und vielleicht letzten Teil des bundesdeutschen Epos neuer deutscher Zeitrechnung.

Die real existierenden 5 Millionen Arbeitslose und Sozialschmarotzer (Tendenz steigend) haben darin selbstverständlich keinen Platz finden können. Sie haben sich entweder selbst als Arbeitnehmer eingestellt oder sind im Rahmen der Entwicklungshilfe zur dauerhaften Befriedung des Iraks bei der Ausübung ihres Berufs für Volk und Vaterland im Felde geblieben. Ein kleiner Rest Drückeberger hat sich rechtzeitig selbst vom Acker gemacht und sich dem Dienst am Vaterland durch Flucht ins Ausland oder gleich in die ewigen Jagdgründe entzogen.

Vor die Wahl gestellt, haben die rüstigen Rentner die Zeichen der Zeit erkannt, haben im Interesse der Nation ihren Widerstand gegen sozial- und umweltverträgliches Ableben aufgegeben und waren mit der Verschickung in Ferienlager der Sahelzone einverstanden. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann „walken“ sie dort noch immer gruppenweise durch die Gegend und spielen „weiße Massai“.

Die PISA-Kinder von heute haben auf wundersame Weise den Übergang von der Klingeltonerkennung und dem gezischelten „isch“ zum innovativen Spezialisten für Kommunikationstechnologie und biometrische Spracherkennung geschafft.
Nachdem das Motto „Kinder an die Macht“ erfolgreich in „Macht wieder Kinder“ umdefiniert und der Besitz von Verhütungsmitteln unter Todesstrafe gestellt wurde, ist es trotz der nicht vorhandenen Kindergartenplätze und dem einer eigenen Zeitrechnung unterliegende deutschen Schulsystem innerhalb von wenigen Jahren gelungen, die durch staatliche Natursprungprämien gestiegene Geburtenrate durch den Engpass der Ausbildungsstellen zu manöverieren.
Und das trotz der zur Profitoptimierung in Niedriglohnländer abgewanderten „Global Player“ und Zuwanderung der „Working Poor“, die dort von den Früchten ihrer Arbeit nicht mehr leben konnten.

Nur zu Ihrer Erinnerung, bevor Sie zum Schwärmen abheben – wir schreiben (noch) das Jahr 2006.

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