Wunder
Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen, können sie geschehn?
So oder so ähnlich geht der Song, ich glaube Katja Ebstein hat ihn gesungen, der mir seit einigen Tagen nicht mehr aus dem Kopf geht.
Keine Ahnung warum, aber es ist halt einfach so.
Vielleicht liegt es ja auch daran, dass wir wieder mal die Zeit der Wunder haben.
„Das Wunder von Bern“, bei dem im Kino sogar der Kanzler flennen muss oder „Das Wunder von Lengede“ das SAT1 über Kabel und Sattelitenschüssel in die heimischen Wohnzimmer bringt.
Ja, Wunder gibt es immer wieder!
Früher war das „Das Wunder der Liebe“, das uns Oswald Kolle nahe brachte, nachdem die Art der menschlichen Fortpflanzung im schulischen Biologieunterricht hinter der der Bienen und Pflanzen zurückstehen musste. Das war auch noch bevor die Frau Beate Uhse zum Frontalangriff auf die Federbetten in bundesdeutschen Schlafkammern aufforderte und Alice Schwarzer die Weltanschauungen der deutschen Männer attackierte.
Oder „Das Wunder der Prairie“ von Walt Disney, ganz ohne Mickey Mouse, Donald und Goofy, aber trotzdem spannend und interessant.
Nicht zu vergessen die Literatur. Es gibt der Bücher vieler, die sich den Titel „Das Wunder“ auf das Cover gedruckt haben. Das Wunder von Mailand, von Manhattan, in den Bergen, von San Marino, von Rom, von Tlayucan, von Macon, von Lourdes, von Chile, von Purim und von Pittsburgh, nur um einige exemplarische Wunder zu nennen.
Im Duden kann man nachlesen, dass Wunder außergewöhnliche, den Naturgesetzen oder aller Erfahrung widersprechendes Geschehen oder Ereignisse sind und in den Religionen als »Zeichen« des (unmittelbaren) Wirkens Gottes beziehungsweise der Götter gedeutet werden.
Wunder sind also eigentlich eine Verletzung oder Ignorierung von Naturgesetzen!
Aber Wunder gibt es immer wieder. Es gibt sie in der Medizin, in der Geometrie und in der Natur, nur im einige zu nennen.
Nur in der Politik, da gibt es keine Wunder. Und wenn es doch mal für die Andeutung eines Wunders reicht, dann ist es meist ein blaues Wunder. Und selbst diese Wunder dauern etwas länger. Wenn wundert es noch?
Aber vielleicht geschehen doch noch irgendwann Zeichen und Wunder!
Vielleicht ist auch jetzt die Zeit der Wunder gekommen?
Das letzte „Wunder von Berlin“, als am frühen Abend des 9. November 1989 auf einer Pressekonferenz Günter Schabowski die neue Reiseregelung der DDR vorstellte, ist ja auch schon wieder ein paar Jährchen her, in denen es uns -wie versprochen- allen besser ging und blühende Landschaften in Ost und West entstanden sind.
Damals stürmten die Bürger in Massen zu den Grenzübergängen und forderten in Sprechchören ihr neues Recht ein. Gegen 22.30 blieb den bedrängten Grenzern nur noch ein Ausweg und tausende jubelnder Ost-Berliner strömten in den ihnen bis dato unbekannten Teil ihrer Stadt. Berliner aus Ost und West umarmten sich mit Freudentränen in den Augen. Bis in die frühen Morgenstunden feierten sie zusammen auf dem Kurfürstendamm.
Tja, so war das damals. Ehrlich!
Und jetzt stellen Sie sich doch einfach mal vor, die Bürger würden das jetzt wieder machen.
Was? Na, nach Berlin strömen und ihr Recht auf Arbeit, soziale Gerechtigkeit, steuerfreies Existenzminimum, Senkung der Steuern und endlich Befreiung von der bürokratischen Bevormundung einfordern.
Das wäre doch ein Wunder!
Wie sagte einst David Ben Gurion: „Wer nicht an Wunder glaubt ..... ist kein Realist“
Tara ruft.
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