Machopan - Rauchzeichen

07.11.2003 um 05:45 Uhr

Wunder

Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen, können sie geschehn?

So oder so ähnlich geht der Song, ich glaube Katja Ebstein hat ihn gesungen, der mir seit einigen Tagen nicht mehr aus dem Kopf geht.
Keine Ahnung warum, aber es ist halt einfach so.

Vielleicht liegt es ja auch daran, dass wir wieder mal die Zeit der Wunder haben.
„Das Wunder von Bern“, bei dem im Kino sogar der Kanzler flennen muss oder „Das Wunder von Lengede“ das SAT1 über Kabel und Sattelitenschüssel in die heimischen Wohnzimmer bringt.
Ja, Wunder gibt es immer wieder!
Früher war das „Das Wunder der Liebe“, das uns Oswald Kolle nahe brachte, nachdem die Art der menschlichen Fortpflanzung im schulischen Biologieunterricht hinter der der Bienen und Pflanzen zurückstehen musste. Das war auch noch bevor die Frau Beate Uhse zum Frontalangriff auf die Federbetten in bundesdeutschen Schlafkammern aufforderte und Alice Schwarzer die Weltanschauungen der deutschen Männer attackierte.

Oder „Das Wunder der Prairie“ von Walt Disney, ganz ohne Mickey Mouse, Donald und Goofy, aber trotzdem spannend und interessant.

Nicht zu vergessen die Literatur. Es gibt der Bücher vieler, die sich den Titel „Das Wunder“ auf das Cover gedruckt haben. Das Wunder von Mailand, von Manhattan, in den Bergen, von San Marino, von Rom, von Tlayucan, von Macon, von Lourdes, von Chile, von Purim und von Pittsburgh, nur um einige exemplarische Wunder zu nennen.

Im Duden kann man nachlesen, dass Wunder außergewöhnliche, den Naturgesetzen oder aller Erfahrung widersprechendes Geschehen oder Ereignisse sind und in den Religionen als »Zeichen« des (unmittelbaren) Wirkens Gottes beziehungsweise der Götter gedeutet werden.

Wunder sind also eigentlich eine Verletzung oder Ignorierung von Naturgesetzen!
Aber Wunder gibt es immer wieder.  Es gibt sie in der Medizin, in der Geometrie und in der Natur, nur im einige zu nennen.

Nur in der Politik, da gibt es keine Wunder. Und wenn es doch mal für die Andeutung eines Wunders reicht, dann ist es meist ein blaues Wunder. Und selbst diese Wunder dauern etwas länger. Wenn wundert es noch?

Aber vielleicht geschehen doch noch irgendwann Zeichen und Wunder!
Vielleicht ist auch jetzt die Zeit der Wunder gekommen?

Das letzte „Wunder von Berlin“, als am frühen Abend des 9. November 1989 auf einer Pressekonferenz Günter Schabowski die neue Reiseregelung der DDR vorstellte, ist ja auch schon wieder ein paar Jährchen her, in denen es uns -wie versprochen- allen besser ging und blühende Landschaften in Ost und West entstanden sind.
Damals stürmten die Bürger in Massen zu den Grenzübergängen und forderten in Sprechchören ihr neues Recht ein. Gegen 22.30 blieb den bedrängten Grenzern nur noch ein Ausweg und tausende jubelnder Ost-Berliner strömten in den ihnen bis dato unbekannten Teil ihrer Stadt. Berliner aus Ost und West umarmten sich mit Freudentränen in den Augen. Bis in die frühen Morgenstunden feierten sie zusammen auf dem Kurfürstendamm.
Tja, so war das damals. Ehrlich!

Und jetzt stellen Sie sich doch einfach mal vor, die Bürger würden das jetzt wieder machen.
Was? Na, nach Berlin strömen und ihr Recht auf Arbeit, soziale Gerechtigkeit, steuerfreies Existenzminimum,  Senkung der Steuern und endlich Befreiung von der bürokratischen Bevormundung einfordern.

Das wäre doch ein Wunder!

Wie sagte einst David Ben Gurion:  „Wer nicht an Wunder glaubt ..... ist kein Realist“

Tara ruft.





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05.11.2003 um 05:45 Uhr

Radikale

Sind Hohmann, Günzel radikal?
Sind Struck, Merkel, Stoiber radikal?

Radikale Konsequenzen gegen radikale Meinungen?
Hohmann gegen die Juden, oder Hohmann gegen die Israelis?
Hohmann und Günzel Seite an Seite gegen den Staat Israel?
Die eine oder andere kritische Anmerkung zum Umgang der Israelis mit den Palästinensern und über die Vorgänge im Nahen Osten wird wohl jedem Menschen mit einer eigenen Meinung auf der Zunge liegen.

Oder geht es darum gar nicht?
Geht es mal wieder um die Herren vom Zentralrat der Juden in Deutschland, die sich mal wieder auf den Schlips der jüdischen Gemeinde getreten fühlen?
Talkmaster und Saubermann und pomadeglänzender Mahner Friedmann lässt grüßen!
Die eine Hand in der nationalsozialistischen Wunde der deutschen Nachkriegsgenerationen um die Heilung zu verhindern und weitere finanzielle Wiedergutmachung zu ermöglichen und die andere Hand in den Damen vom horizontalen Gewerbe um deren Penetrierung gegen Entgelt vorzubereiten!

Wer ist hier Hure, wer Freier? Wer oben, wer unten?
Gefährdung der Demokratie?
Ruck nach rechts?
Bedrohung der inneren Sicherheit?
Zusammenbruch der Sozialsysteme?
Steigende Inflation und Arbeitslosigkeit mit einhergehender Wirtschaftskrise?
Drastisch steigende Staatsverschuldung?
Zunehmende Veridiotung in Bildungswesen und Kultur?

Alles kein Thema!
Viel schlimmer!
Politisches Ablenkungsmanöver!
Grabenkämpfe zwischen den Parteien. Auge um Auge, Zahn um Zahn!

Die CDU in Zugzwang, alle freien Finger zeigen auf das Parteimitglied Hohmann!
Dann angebliche schriftliche Rückendeckung durch einen General.
Aber hallo, Herr Verteidigungsminister von der SPD, was sagen Sie denn jetzt?
Exempel statuieren, General sofort auf Kosten der Steuerzahler in den einstweiligen Ruhestand versetzen, ratz fatz, ohne Wenn und Aber. Im Affekt, so wie es sich für einen ordentlichen Sozialdemokraten in hektischen Zeiten gehört, wenn es ums eigene politische Überleben geht!
 
Da war doch schon mal ein General der vorzeitig in Wüste geschickt wurde!
Kissling hieß der, wenn ich mich recht erinnere; aber der war nicht radikal orientiert, sondern angeblich eher rektal. Aber nur weil sich jemand mit seiner Eichel für den Rektum eines gleichgeschlechtlichen Mitmenschen interessiert wird heute niemand mehr gefeuert!
Nur keine Bange meine Herren Politiker aller Couleur!

Erst handeln, dann nachdenken, Herr Verteidigungsminister!
Haben Sie das vom Ihrem Parteikollegen und Bundeskanzler gelernt?
Noch Sommertheater oder schon Winterspiele?

Operative Hektik ersetzt geistige Windstille!
Das ist kein politisches Programm, da nützt es auch nix, wenn man „Agenda 2010“ drüber schreibt und Zuversicht wie Sand in die Augen der Ungläubigen und Betroffenen verstreut.

„Radikale Rentner stürmen Bundestag!“, das wäre doch mal eine Schlagzeile!
„Anzahl der Abgeordneten radikal reduziert!“, wäre auch nicht schlecht.
„Diäten und Subventionen radikal gekürzt“ würde mir persönlich auch gut gefallen.
„Zahl der Arbeits- und Erwerbslosen in der BRD radikal gesunken“ und „Bundestag beschließt einstimmig radikale Richtungsänderung in Steuer- und Wirtschaftspolitik“ würden das Szenario sicher sinnvoll abrunden.

Eine letzte Frage noch:
„Wo sind denn in der letzten Zeit die freien Radikalen (biologischer Begriff für instabile Reaktionsprodukte aus der Zellatmung) abgeblieben“.
Ist denn das Spaßmobil von Showmaster Guido nicht mehr durch den TÜV gekommen?
Oder können sich die Freien Radikaldemokraten die Mautgebühren auf den Autobahnen nicht mehr leisten, seit Herr Möllemann zu früh aus dem Flieger ausgestiegen ist.
 
Tara ruft!

Bis morgen





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04.11.2003 um 05:45 Uhr

Lohnsteuerkarte

Jetzt habe ich endlich verstanden, was die Bundesregierung mit dem Vorziehen der Steuerreform eigentlich meint.

Also, wer da etwa erwartet, dass er durch die Steuerreform weniger Steuern bezahlen muss, der ist sicher auf dem Holzweg. Denn in Summe kann sich an der Höhe der Steuern gar nichts ändern, denn unser Staat braucht dieses Geld.
Fragen Sie mich bitte nicht wofür er das braucht, aber er braucht es eben.

Also, die Steuerreform betrifft sicher nicht die Höhe der staatlichen Abgaben, sie betrifft die Art wie die Steuern verwaltet und erfasst werden.
Es ist also eigentlich eine Steuerverwaltungsreform!

Die LOHNSTEUERKARTE wird abgeschafft und durch elektronische Datenübermittlung an das Finanzamt ersetzt.
Zudem werde es künftig bundeseinheitliche STEUERERKLÄRUNGSVORDRUCKE geben, denn bislang könne es durchaus passieren, dass die Vordrucke etwa für Hessen in Berlin nicht angenommen würden: "Damit machen wir jetzt Schluss", war aus Kreisen des Bundesfinanzministeriums zu hören.

Der CDU/CSU waren diese Vorhaben eine kleine Anfrage, mit 52 (in Worten zweiundfünfzig) Fragen an die Bundesregierung wert. Ob von der Bundesregierung dazu vernünftige, klar durchdachte Antworten gekommen sind, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Im Internet habe ich dazu nichts gefunden. Die CDU/CSU macht sich verständlicherweise mit ihrer Anfrage auch Sorgen um die zukünftige Behandlung und Erfassung von Spenden an gemeinnützige Vereine und politische Parteien.
Vermutlich spielt auch ein bisschen Sorge über die zukünftige Finanzierung der Parteiarbeit eine Rolle, hatten doch CDU, CSU und FDP in den letzten Jahren, hier statt einer doppelten Buchführung eher einer verdeckten Buchführung den Vorzug gegeben.

Auch mir ziehen einige Fragen unheilvoll durch Groß- und Kleinhirn, bin ich es doch als Bürger dieser Republik nicht gewohnt, dass aus einem Ministerium von beamteten Staatsdienern vernünftige, einfache Vorgaben und Regelwerke für Bürger und Wirtschaft erdacht werden können.
Wo, meine Herren Finanzbeamten, lasse ich denn zukünftig meinen Steuerfreibetrag für die Fahrten zur Arbeitsstätte eintragen?
Ach so, den wird es ja künftig nicht mehr geben!
Aber was mache ich, wenn sich unterjährig meine Steuerklasse ändert, weil ich mich vermählt und/oder vermehrt habe, oder aus der Kirche ausgetreten bin, um den Wegfall des Erziehungsgeldes zu kompensieren?
Was mach ich dann? Oder ist das unterjährig gar nicht mehr möglich?

Dann zahl ich ja mehr Steuern! Und muss warten bis das Finanzamt die zuviel bezahlten Steuern nach vielen, vielen Monaten wieder herausrückt.
Also, wenn ich so darüber nachdenke, dann werde ich den Verdacht nicht los, dass hier eine groß angelegte Vorfinanzierung des Staatsausgaben über die Steuerzahler erfolgen soll.
Vielleicht findet sich ja irgendwo ein Finanzmathematiker, der mal auf Euro und Cent ausrechnet, welche finanziellen Vorteile eine solche Reform dem Staat bringt.

Mensch, waren das noch Zeiten, als eine Reform noch der Gegenbegriff zu Revolution war und damit auch noch die wirkliche Neuordnung, innerer Erneuerung und Umgestaltung und Verbesserung bestehender gesellschaftliche und politischer Systeme gemeint war.

Ach, da fällt mir noch was ein!
Sollte man, nach den Erfahrungen mit der Autobahnmaut, nicht doch lieber bei der guten alten Lohnsteuerkarte bleiben??
Ob die Landes- und Bundesbehörden alle schon elektronische Daten austauschen können oder gar mit XML-Document-Exchange im World-Wide-Web kommunizieren und stempeln können, frag ich jetzt mal lieber nicht!

Aber eine letzte Frage hätte ich da doch noch:
„Wo bitte, kann man bei den ganzen elektronischen Dokumenten, die Löcher für die Ablage machen?“

Tara ruft!





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03.11.2003 um 05:45 Uhr

Offener Brief

Über die doch sehr flotten Sprüche von unserem Herrn Bundeskanzler habe ich mich, ganz gegen meine Gewohnheit, nun doch geärgert.
In der ersten Wut habe ich ihm den folgenden Brief geschrieben:

 


Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

dafür, dass Sie mir meine Fehler der letzten 40 Jahre aufgezeigt und die Augen geöffnet haben, möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken.

Gleich nach der Schule habe ich dummerweise eine Lehre angefangen und danach auch noch unnötigerweise ein Studium. Und beides habe ich mit Auszeichnung beendet. Dazwischen war ich noch der irrigen Meinung, ich müsste meinem Dienst am Vaterland nachkommen und habe dafür achtzehn Monate meines Lebens verschwendet.
Dann habe ich auch noch den Fehler gemacht zu heiraten und zwei Kinder groß zu ziehen. Und Kindergeld habe ich als Besserverdienender gleich gar nicht erst beantragt.

Und dann war ich noch so verrückt und habe mich in einem kleinen Softwarehaus, heute würde man dazu Startup sagen, vom Wirtschaftinformatiker zum Geschäftsführer hochgearbeitet und mitgeholfen aus dem kleinen Softwarehaus einen großen Weltkonzern mit 30.000 Arbeitsplätzen aufzubauen.
Dass ich das alles nicht mit 40 Arbeitsstunden pro Woche geschafft habe, lag sicher an mir, oder daran, dass ich auf die verrückte Idee kam, nebenher auch noch ein Haus für die Familie bauen zu müssen.
Dann habe ich auch nicht auf meine Gesundheit geachtet, einige Jahr habe ich viel geraucht und manchmal sogar Alkohol getrunken.
Aber ich kann noch von Glück sagen, dass mich trotz dieser exzessiven Lebensweise kaum je eine Arztpraxis oder gar ein Krankenhaus von innen gesehen hat.

Selbst schuld bin ich auch, dass in meinem letzten Arbeitsvertrag mit einem New-Economy-Unternehmen die Berufsbezeichnung „Vorstand“ stand. Dass ich dann meine Arbeit verloren habe, lag sicher auch an mir und meinem Alter. Mit 57 Jahren ist man doch den Anforderungen einer modernen Kommunikationsgesellschaft, die man selbst mit aufgebaut und gestaltet hat, einfach nicht mehr gewachsen.
Arbeitslosengeld habe ich als „Vorstand“ dann auch nicht beantragt, obwohl ich 30 Jahre lang immer regelmäßig die höchsten Beiträge in diese Versicherung gegen Arbeitslosigkeit einbezahlt habe.

Jetzt erfahre ich aus den Medien, dass Sie mir erlauben werden bis zu meinem 67ten Lebensjahr weiterzuarbeiten, sofern es mir gelingt eine Arbeit zu finden, für die ich nicht überqualifiziert oder zu alt bin. Sicher finde ich auch deshalb seit zwei Jahren keine Arbeit, weil ich fälschlicherweise immer noch beabsichtige von meinem Verdienst auch leben zu können.

Und dass jetzt auch noch meine Rente in Gefahr ist, habe ich mir auch selbst zuzuschreiben. Zuerst hat sich meine Frau von mir scheiden lassen, da ich ja aus beruflichen Gründen sowieso nie zu Hause war. Dann habe ich ihr gerne noch die Hälfte meiner Rentenansprüche und das Haus abgegeben, damit sie da mit den Kindern weiterwohnen kann. Selbstverständlich habe ich dummerweise auch noch den Unterhalt für die Kinder bis zum Studium weiterbezahlt. Dennoch habe ich vollstes Verständnis dafür, dass meine eigene Studien- und Lehrzeit bei der Berechnung meiner Rente keine Berücksichtigung mehr finden wird und die Teuerungswellen durch Euroumstellung, diverse Steuererhöhungen und die Kostenexplosion im Gesundheitswesen durch Nullrunden bei Rente und Arbeitslöhnen gegenfinanziert werden müssen.

Und dann habe ich, so sehe ich das heute, auch noch den Fehler gemacht über viele Jahre in Deutschland treu und brav meine Steuern, -in den letzten Jahren laut Lohnsteuerklasse I, als Single ohne Kinder-, dazu noch Sozialabgaben, Beiträge und Gebühren gezahlt zu haben, statt dauerhaft ins Ausland zu wechseln. Oder zumindest mein sauer erspartes Geld dort in Sicherheit zu bringen.

Hätte ich das nur getan, dann hätten mir sicher die Schatzmeister der politischen Parteien, die mir bei den Banken in Luxemburg und Liechtenstein die Türklinke in die Hand gegeben hätten, den einen oder anderen heißen Tipp zur Geldanlage geben können.

Aber Herr Bundeskanzler, Sie haben recht, das alles ist Schnee von gestern.
Wir wollen jetzt nicht rumjammern, sondern müssen jetzt eben den Gürtel enger schnallen und endlich anfangen nicht mehr über unsere Verhältnisse zu leben.
Denn wer das tut und das auch noch über einen längeren Zeitraum, der hat es eben nicht anders verdient.

Für Ihren wohlverdienten Ruhestand nach der nächsten Bundestagswahl wünsche ich Ihnen und auch Ihrer Gattin alles Gute.

Für heute verbleibe ich mit freundlichen Grüßen


Machopan


www.machopan.com



Was meinst Du dazu?
Soll ich den Brief wegschicken, oder kann ich mir die Briefmarke sparen?





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