Machopan - Rauchzeichen

30.12.2003 um 05:45 Uhr

Bundespräser

Ich werde es ganz sicher verschmerzen können, dass nächstes Jahr an Weihnachten nicht mehr Johannes der Allerletzte die Weihnachtsansprache vorlesen darf, die ihm vermutlich wieder seine Frau in die Feder diktiert hat.
Wer neuer Bundespräsident werden wird, würfeln derzeit die Parteien nach altbekanntem Strickmuster und unter Anwendung des „Eeene-Meene-Miste“-Verfahrens wieder mal unter sich aus.

Wie auch immer, neuer Bundespräser wird auch diesmal ein abgehalfteter, aber parteiverdienter Berufpolitiker werden, der noch ein paar Jährchen sein Gnadenbrot verdienen darf, bevor er sich bestens verpensioniert ganz aufs Altenteil verzieht.
Nächstes Jahr um diese Zeit wird auf dem Stuhl des Bundespräsidenten dieser Republik sicher Wolfgang Schäuble sitzen und der bringt im Rahmen der allgemein ausgebrochenen Sparmaßnahmen sogar noch seinen eigenen Stuhl mit.
Vielleicht gar keine so schlechte Wahl, könnte es ihm doch zumindest gelingen den versehrten und maroden Allgemeinzustand dieser Republik vortrefflich zu visualisieren.
Eventuell ist es ihm auch noch gegeben sich durch etwas weniger Realitätsverlust auszuzeichnen, als dies seinem Vorgänger vergönnt war.

Wir wollen die Hoffnung ja nie aufgeben, auch wenn es im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zunehmend schwerer geworden ist, darauf zu vertrauen, dass etwas Besseres nachkommt.

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

23.12.2003 um 05:45 Uhr

Halali

Zitat:
Mit scharfen Worten hat Bundeskanzler Gerhard Schröder prominente Deutsche angegriffen, die wegen niedrigerer Steuern ins Ausland ziehen. «Wir können die Freizügigkeit nicht einschränken, aber wir sollten dieses Verhalten gesellschaftlich ächten», sagte Schröder in einem Interview mit «Bild am Sonntag». Solche Leute verhielten sich unpatriotisch. Sie nähmen alle Annehmlichkeiten des Landes wie Polizei, Schulen, Universitäten und Straßen in Anspruch, wollten aber nicht mit ihren Steuergeldern dafür zahlen.
In Anspielung auf den bayerischen Milchkonzern «Müller Milch», dessen Besitzer in die Schweiz umsiedeln will, um der Erbschaftsteuer zu entkommen, sagte Schröder: «Solche Fälle können mir den Joghurt verleiden». Die Steuerflucht prominenter Sportler gehöre in die selbe Kategorie. Steuerzahlen «darf nicht nur eine Sache der kleinen Leute sein», mahnte der SPD-Vorsitzende.
Zitatende.

Die Jagd ist eröffnet!
Rechtzeitig zu Weihnachten wird zur Hatz geblasen!
Steuersünder im Visier der Politik! Unpatriotische Promis geächtet von Staat und Gesellschaft?
Die Gebrüder Schumacher und Steffi Graf entziehen sich durch Republikflucht dem Zugriff des deutschen Fiskus?

Also, dem Gerhardt Schröder müssen im Großhirn mindestens zwei Joghurtbecher kollidiert und ausgelaufen sein. Oder denken Sie, dass solche Gedanken auch einem gesunden Hirn entspringen können?

Warum sollte eigentlich Steffi Graf in Deutschland Steuern zahlen?
Sagen Sie mir mal einen einzigen Grund. Also, ich komm da nicht drauf, da muss mir schon einer auf die Sprünge helfen.
Dass Steffi in Deutschland als Tochter deutscher Eltern geboren wurde, kann alleine ja noch kein Grund sein. Ihre Tennisstunden hat der Herr Papa aus seinem versteuerten Nettoeinkommen bezahlt und die Vereinsbeiträge sicher auch. Und als Steffi anfing mit sportlichen Erfolgen Geld zu verdienen, dann war das doch im Ausland, oder können Sie mir sagen wie viele Grand-Slam-Turniere Steffi auf deutschem Boden gewonnen hat?
Um die finanziellen Angelegenheiten von Steffi Graf hat sich ja ihr Papa, zusammen mit seinen Beratern gekümmert.  Ich erinnere mich noch gut daran, dass ihm das nicht gut bekommen ist und er für seine Fehler und die seiner Berater teuer bezahlen musste.
Die Steffi hat sich ja dann zwecks Familiengründung mit einem Ausländer zusammengetan und es vorgezogen außerhalb Deutschlands ihre Familie zu gründen und Kinder großzuziehen.
Ich kann das verstehen, denn mal ganz ehrlich, würden Sie gerne in einem Land wohnen, dessen Behörden so mit ihrem Vater umgesprungen sind?
Also, ich nicht!

Oder schauen wir uns mal die Brüder Schumacher an.
Wir sollten sie mal fragen, was die Bundesrepublik Deutschland zu ihrem Erfolg beigetragen hat. Ich denke mal, dass hier auch der Herr Papa die Kosten für Cart, Benzin und Reifen ohne die Unterstützung einer deutschen Behörde aufgebracht hat. Steuertechnisch war die Ausbildung des sechsmaligen Weltmeisters Michael Schumacher ein Hobby, eine reine Privatangelegenheit.
Warum sollte der Michael jetzt ein schlechtes Gewissen haben, dass er sich die Schweiz zum  Wohnsitz auserkoren hat.

Und zu dem armen, armen Bum Bum Boris Becker braucht man auch nichts mehr zu sagen, hat ihn doch das deutsche Finanzamt in aller Öffentlichkeit in Schauprozessen vorgeführt und gerupft wie eine Weihnachtsgans. Es wäre sicher besser für ihn gewesen keinen Wohnsitz mehr in München gehabt zu haben und gleich mit Kind und Kegel ins Ausland zu gehen.
So wie seine Ex jetzt mit den Kindern und den Unterhaltszahlungen.
Oder so wie die Brüder Schumacher und die Steffi Graf.

Und um auch mal auf den Herrn Müller zu sprechen zu kommen.
Warum sollte sich der nicht noch zu Lebzeiten zwecks Vermeidung der deutschen Erbschaftssteuer in der Schweiz niederlassen?
Also, für mich ist das einfach nur logisch! Denn Steuern auf den Ertrag eines Vermögens verstehe ich, wie die meisten Steuerzahler, ja noch. Aber für Steuern auf die Substanz, lieber Gerhard Schröder, dafür hat der Steuerzahler überhaupt kein Verständnis. 
Warum der Tod eines Menschen und die Übertragung seines Vermögens auf seine Nachkommen eine nicht unerhebliche Steuerpflicht auslöst, muss mir mal einer erklären der selbst Vermögen hat.
Denn ich versteh das nicht. Und der Herr Müller vielleicht auch nicht.

Da fällt mir gerade ein Witz ein, der während meiner Studentenzeit die Runde machte.
Ich versuche mal, ob ich ihn nach so langer Zeit noch zusammenbekomme, denn ich bin nicht so gut im Witze erzählen.

Also,  da unterhalten sich zwei obdachlose Landstreicher über den Sozialismus.
„Kannst du mir mal erklären was Sozialismus ist“, fragt der Eine.
„Ach das ist ganz einfach“, meint der Andere, „Sozialismus ist wenn Einer, der was hat, dem Anderen der nichts hat, die Hälfte abgibt.“
„Ach, so ist das“, meint der Erste, „wenn du also zum Beispiel zwei Ferrari in der Garage hättest,  dann würdest du mir einen davon abgeben?“
„Ja genau“, erwidert der Zweite, „dann würde ich dir einen abgeben. Du hast das Prinzip verstanden.“
„Also, wenn du zwei Anzüge hättest, dann würdest du mir einen davon geben“, fragt der Erste noch mal.
„Ja“, sagte der Erste, „wenn ich zwei Anzüge hätte, dann würde ich dir einen davon abgeben. Das ist Sozialismus.“
„Und wenn du zwei Hemden hättest, dann würdest du mir davon eines abgeben“, meint der Erste.
„Nein!“, sagt der Zweite, „das würde ich nicht tun. Das kommt überhaupt nicht in Frage.“
„Das versteh ich aber nicht“, meint der Erste, „du würdest mir einen von deinen Ferraris geben, du würdest mir auch einen von deinen zwei Anzügen geben. Aber eines deiner zwei Hemden willst du mir nicht geben. Das versteh ich nicht. Warum nicht?“
„Ich habe zwei Hemden“, erwidert der Zweite, „darum!“

Alles Müller oder was?

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

22.12.2003 um 05:45 Uhr

Managergehälter

Am 20. Dezember 2003 um 17:57 Uhr befindet sich die Mehrheit der Bevölkerung im vorweihnachtlichen Konsumrausch. Nachdem Steuerreform und gesetzliche Änderungen am Arbeitsmarkt nach langem Ringen der politischen Parteien endlich diverse Mehrheiten gefunden haben, hofft die Bevölkerung wenigstens über die Weihnachtsfeiertage mit weiteren Horrormeldungen aus Berlin verschont zu bleiben.
Ich habe mich dem vorweihnachtlichen Kaufrausch entzogen und arbeite mein überquellendes elektronisches Postfach ab, um wenigstens mit einem guten Gewissen ins Ungewisse des neuen Jahres gehen zu können.

Doch da fällt mein Blick auf eine Schlagzeile der „Financial Times Deutschland“.
Schröder fordert Kopplung von Manager-Gehalt und Firmen-Erfolg“ steht da und ich lese verwundert weiter und erfahre, das Schröder „für einen strikten Zusammenhang zwischen der Bezahlung eines Vorstands und dem Erfolg eines Unternehmens plädiert. Entscheidende Kriterien seien dabei nicht nur der Gewinn, sondern auch die Frage, wie das Unternehmen mit seinen Beschäftigten umgehe.“

Und der Herr Bundestagspräsident Thierse warf den Unternehmensvorständen vor, die Reformen in Deutschland durch übermäßige eigene Einnahmen zu blockieren und bemängelt in einem Interview, das er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gab,  „dass die Bosse von den Arbeitnehmern mehr Flexibilität und in wirtschaftlichen Krisenzeiten gar Lohnverzicht fordern. Zugleich aber erhöhen sich die Vorstände erneut ihre ohnehin gigantischen Gehälter.“ Weiter meint der Herr Thierse „müsse die Reformbereitschaft und Verzichtkultur in den oberen Etagen beginnen, wenn unser Land schnell gesunden soll.“
Thierse findet diesen Zustand „obszön“.

Dann folgen weitere hirnlose Flachheiten über Unternehmensgewinne, Unternehmenswerte und Vorstandsgehälter, die ich Ihnen ersparen möchte, denn sie tragen nichts mehr zur Sache bei, sondern werfen nur noch ein bezeichnendes Licht auf das „Wirtschafts-Knoff-Hoff“ unseres weihnachtsmannbarttragenden Bundestagspräsidenten.
Bei mir lösten seine Plattitüden nur schlagartigen Brechreiz aus, der sich nach wenigen Minuten in Wut umformte.
Wäre da nicht die Ermahnung des Papstes gewesen, sich angemessen auf das kommende Fest der Liebe vorzubereiten, wäre ich glatt in der Lage nach Berlin zu fahren und den Herren Politiker meine Meinung mal von Angesicht zu Arschgesicht zu sagen.

Nicht dass ich gegen eine leistungsgerechte Entlohnung bin. Ganz das Gegenteil ist der Fall, ich bin der Meinung wir haben viel zu wenig leistungsbezogene Erfolgsmodelle. Aber dass ausgerechnet die Führer der Deutschland-AG sich über die Managergehälter in Deutschland auslassen müssen, schlägt den geplagten Mitarbeitern dieser AG schon heftig ins Gesicht. Auch wenn sie es in der Zwischenzeit gewöhnt sind, dass mit ihnen so umgegangen wird.
 
Kennen Sie ein Unternehmen, das derart herabgewirtschaftet ist wie die Bundesrepublik Deutschland-Aktiengesellschaft?
Kennen Sie ein Unternehmen, das mit 1,3 Billionen Euro verschuldet ist und Jahr für Jahr neue Schulden machen muss?
Kennen Sie ein Unternehmen, das derart steuer- und orientierungslos durch die Gegend schippert, dabei auf Grund läuft und selbst gegen die weithin sichtbarsten Klippen knallt?
Kennen Sie ein Unternehmen auf dessen Brücke, derart viele Möchtegernkapitäne den Kurs bestimmen, aber von Nautik und Navigation soviel Ahnung haben wie vom Tuten und vom Blasen?
Kennen Sie ein Unternehmen, das qualifiziertes Bordpersonal derart ungehemmt und sorglos über Bord gehen lässt, nur um genügend Platz für blinde Passagiere zu schaffen?
Kennen Sie ein Unternehmen, dessen Führer ohne Rücksicht auf ihre "Qualifikation" automatisch mehrjährige Verträge mit, gemessen an ihren Leistungen, fürstlichen Gehältern und Pensionszusagen erhalten?
Kennen Sie ein Unternehmen, dessen Führer während ihrer Amtszeit nicht durch Aufsichtsrat und Aktionäre zur Rechenschaft gezogen werden können?
Kennen Sie ein Unternehmen, das ........

Aber jetzt reg ich mich doch schon wieder auf!
Warum eigentlich?
Warum eigentlich noch?

Was glauben denn die Herren Politiker, wie ihre Finanzbezüge wohl aussehen, wenn man bei ihnen mal mit der Kopplung von Leistung und Gehalt beginnen würde? Im Berliner Reichstag würden nur noch Sozialhilfeempfänger herumsitzen.
Diese Herren, die da ihre Meinung in der Presse kundtun, haben in ihrem ganzen Leben nicht einmal selbst ein Unternehmen geleitet. Weder eine Aktiengesellschaft, noch eine GmbH oder KG, vermutlich noch nicht mal eine GbR.
Deshalb wissen sie auch nicht, dass Vorstände und Geschäftsführer –ganz im Gegensatz zu Politikern- ihr Gehalt gar nicht selbst bestimmen können, sondern das in Verhandlungen mit dem Aufsichtsrat oder den Gesellschaftern geschieht.

Und wenn wir uns mal ansehen, wer in den Aufsichträten der Deutschen Telekom AG und der BASF AG sitzt, die Herr Thierse sich nicht scheute, sie als besonders schlechte Beispiele für Vorstandsgehälter zu nennen, dann finden wir dort Staatssekretäre, jede Menge Gewerkschaftler, Akademiker mit (meist) mehreren Aufsichtsratmandaten, ebenso wie die Vertreter diverser (auch bundeseigener) Bankhäuser.

Und jetzt kann ich nicht anders, jetzt muss ich das mit den Worten unseres Bundestagspräsidenten kommentieren: „Ich finde das obszön!“

Ich hätte da mal einen Vorschlag zur Güte, Herr Thierse.
Wie wäre es denn mal mit einem Gesetz, das die Anzahl der Aufsichtsratsmandate begrenzt?
So auf maximal zwei oder drei Aufsichtsratpöstchen pro Person.
Dieses Gesetz würde, im Gegensatz zu dem was sonst so üblicherweise in Berlin zusammengeschustert wird, auch mal einige (außertariflich) gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen.
Und vielleicht noch den Nebeneffekt haben, dass Aufsichträte mal wieder das tun, was ihnen das Aktienrecht mit seiner Dreifaltigkeit aus Kapital, Vorstand und Aufsichtsrat in den Paragraphen 95 bis 116 aufgibt.

Übrigens Herr Thierse, auch Politiker können das Aktiengesetz in jeder guten Buchhandlung käuflich erwerben.
Und es macht sicher auch im Bücherregal neben den Werken von Marx und Engels und anderen politisch gefärbten Machwerken keine schlechte Figur.

HTH

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

19.12.2003 um 05:45 Uhr

Beratervertrag

Berater müsste man sein!
Und den Herrn Gerster kennen oder den Herrn Scharping, als der noch was zu sagen hatte.

Warum?
Ja, weil das wie ein Sechser im Lotto ist! Da muss man keinen Tippzettel ausfüllen und warten, bis man vielleicht die Gewinnbenachrichtigung bekommt, wenn man Glück gehabt hat.
Nein, da geht man gleich bis nach ganz vorne, vorbei an allen anderen die sich um den Gewinn dieses Auftrags bewerben, und kassiert sofort.
Ach, Sie meinen, dass an der Kasse gar keine Warteschlange war, weil niemand wusste dass es hier was gewinnen gab. Außer dem Herrn Gerster und dem Herrn Rexroth von der WMP, oder dem Herrn Scharping und Roland Berger.
Ach so, na klar, Auftrag unter der Hand vergeben! So eine Art Geheimauftrag!
Wie bei James Bond, mit der Lizenz zum Gelddrucken! Ganz ohne Ausschreibung!
Also, irgendeinen Grund wird es ja dafür gegeben haben, dass bewusst gegen das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) verstoßen wurde.
Dort heißt es in §97 unter anderem:

  1. Öffentliche Auftraggeber beschaffen Waren, Bau- und Dienstleistungen nach Maßgabe der folgenden Vorschriften im Wettbewerb und im Wege transparenter Vergabeverfahren.
  2. Die Teilnehmer an einem Vergabeverfahren sind gleich zu behandeln, es sei denn, eine Benachteiligung ist auf Grund dieses Gesetzes ausdrücklich geboten oder gestattet.
  3. ......
  4. Aufträge werden an fachkundige, leistungsfähige und zuverlässige Unternehmen vergeben; andere oder weitergehende Anforderungen dürfen an Auftragnehmer nur gestellt werden, wenn dies durch Bundes- oder Landesgesetz vorgesehen ist.
  5. Der Zuschlag wird auf das wirtschaftlichste Angebot erteilt.

Besonders den letzten Satz muss man sich mal so richtig auf der Zunge zergehen lassen.
Welches ist denn das wirtschaftlichste Angebot, wenn man nur eines hat?
Und das kommt auch noch von einem guten „Bekannten!“
Solche Vergaben entscheidet der Chef natürlich selber!
An allen Entscheidern und Beschaffern, die normalerweise für die Beschaffung von Waren-, Bau- und Dienstleistungen nach Maßgabe der Vorschriften im Wege transparenter Vergabeverfahren zuständig wären und dafür bezahlt werden, vorbei, obendrüber, untendurch und drumherum.

Warum wohl? Wem nützt das? Wer hat dadurch einen Vorteil? Wer hat daran ein Interesse?
Solche Fragen stellt sich ein Kriminalist oder Staatsanwalt, wenn er sich, wie ein Bluthund,  auf die Spuren des Täters heftet.
Nicht dass es uns an den gesetzlichen Möglichkeiten dazu fehlen würde. Da wäre zum Beispiel das „Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten (GwG)“.
Für einen Kaufmann hört sich GwG zwar nach „geringwertigen Wirtschaftsgütern“ an, die im Jahr ihrer Anschaffung bis auf einen Erinnerungswert vollständig abgeschrieben werden dürfen.
Aber diese Namensgleichheit ist sicher reiner Zufall und vom Gesetzgeber so doppeldeutig bestimmt nicht beabsichtigt gewesen. Zumindest kann ich mir das nicht vorstellen! Sie etwa?
Aber obwohl diese Auftragsvergaben nach Gutsherrenart wie eine Müllverbrennungsanlage zum Himmel stinken, will keiner so richtig die Fährte aufnehmen.
Warum wohl? Wem nützt das? Wer hat dadurch einen Vorteil? Wer hat daran ein Interesse?

Es ist wahrlich ein einzig Geben und Nehmen, in dieser unserer Republik.
Der Eine gibt, solange er kann und darf und noch im Amte ist. Und der Andere nimmt, geniest und schweigt, wohl wissend, dass er nach Ende der Dienstzeit des Gebers einen neuen Mitarbeiter oder Geschäftspartner bekommen wird.

So ist das in dieser unserer Gesellschaft geworden.
Das glauben Sie nicht?

Na dann lassen Sie sich mal beraten!
Wie, Sie kennen keinen Berater?

Da könnte ich Ihnen vielleicht weiterhelfen.
Ich kenne da jemand, absolut verschwiegen, vertrauenswürdig und kooperativ.
Mit dem kann man wirklich gute Geschäfte machen.
Es soll natürlich nicht ihr Schaden sein! Sie verstehen, was ich meine?
Na, sehen Sie, dann sind wir uns ja schon einig! Und die nach dem GWB vorgeschrieben Ausschreibung für den Beratervertrag können Sie sich auch gleich sparen.
Ist doch viel einfacher für uns alle!

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

18.12.2003 um 05:45 Uhr

Verrechnet

Der Kanzler rechnet mit einer Mehrheit für die vorgezogene Steuerreform!
 
Dazu glaubt er sogar an eine eigene Mehrheit – die Kanzlermehrheit.
Das könnte, je nach Art der Berechnung und Parteibuch, rein mathematisch gesehen, auch weniger als 50% sein.
Ja, früher, als man noch Eins und Eins zusammenzählen konnte, da waren 50% noch genau die Hälfte. Aber jetzt ......

Von Mengenlehre, oder Algebra hält der Kanzler nicht viel und Selbstrechnen tut er schon lange nicht mehr, außer mit der Dummheit der Menschen in diesem Land.
Der Kanzler lässt natürlich Rechnen und auch im Zahlenjonglieren ist er ganz groß. Nachdem in 2003 zuerst die Arbeitslosenzahlen um circa Pi mal Daumen eine gute Million gesund gerechnet wurde, wagen sich die Genossen jetzt sogar an größeren Zahlen und andere Rechenarten heran.

1.200.000.000 (in Worten: eintausendzweihundert Millionen) sind den Finanzexperten in der letzten Rechenstunde unter den Tisch gefallen.
Das ist ein richtiger Haufen Geld, selbst in großen Scheinen.
Da kann man richtig drin rumwaten, wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher.
Dass das keiner gemerkt hat!

Aber die Teilnehmer an der Elefantenrunde haben vermutlich beim Verhandeln der Steuerreform auf Basis der geschätzten Steuereinnahmen für 2004 alle nur in ihre eigenen Karten gestiert und wichtige Pokergesichter dazu gemacht.
Dass ihnen da ein paar hundert Phantasiemillionen unter den Tisch gefallen sind haben die Zocker natürlich nicht gleich gemerkt.
Erst am nächsten Morgen als die Putzfrauen die Bude saubergemacht haben, da wurden zwischen vollen Aschenbechern, umgefallenen Schnapsflaschen und gezinkten Karten die verlorenen Milliönchen Spielgeld bemerkt.

Und jetzt müssen sich die Bundesbürger alle größere Portemonnaies kaufen, damit sie die vielen Milliarden, die ihnen nächstes Jahr wie Sterntaler in den Schoß fallen sollen, darin unterbringen können.
Halt, das ist ja falsch! Das hätte ich ja beinahe vergessen!
Die Milliarden müssen natürlich SOFORT in den Konsum gesteckt werden. Um Gottes willen nicht sparen! Sonst wäre ja die ganze Mühe mit der Reform, das ganze Hauen und Stechen, umsonst gewesen.
Und wenn die Reform keine Wirkung zeigt, dann ist schon klar wer schuld ist.
Der Bürger,  - denn er hat die genialen Gedankengänge der Politiker nicht begriffen.
Er hat das System nicht verstanden, wie Steuersenkungen für den Steuerzahler zu Steuermehreinnahmen  für den Staat führen können.
Wundersame Geldvermehrung!
Oh du fröhliche, oh du (wer dran glaubt) selige Weihnachtszeit!
 
Gerechnet hat sich der Rechenfehler für den Kanzler und seine Genossen aber nicht.
Wenn nächstes Wochenende Bundestagswahlen wären, dann sähe es gar nicht gut aus für die Jungs und Mädels mit dem roten Parteibuch. Egal wie man rechnet und trickst, die SPD nähert sich rapide der von Jürgen Möllemann angestrebten 18% Marke, nur von der anderen Seite.
Derzeit steht die SPD bei 26%. Genau so viele der Bundesbürger halten die Steuerreform für einen faulen Kompromiss. Und über 70% sind der Meinung, dass die ganze Reform weniger Nährwert als heiße Luft und Zwiebackstaub enthält.
 
Aber Prozentrechnen mit Dezimalen wird, spätestens bei der nächsten Wahl, wieder groß in Mode kommen. Und auch das Rechnen mit mehr als einer Unbekannten darf sicher schon mal geübt werden.

Ich bin ja schon mal gespannt auf den nächsten Wahlkampf.
Es würde mich nicht wundern, wenn sich diese Rechenkünstler, die derzeit den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland mit Hilfe der Plutimikation (frei nach Pippi Langstrumpf eine der schwierigsten Rechenarten überhaupt) bis auf die zweite Dezimale vorausdozieren können, der erstaunten Nation vor laufenden Kameras kundtun:

„Diesmal wollen wir nicht nur die Hälfte der Wählerstimmen, diesmal wollen wir mindestens ein Drittel“.

Wenn ihr euch da mal nicht verrechnet habt, liebe Genossen!
Rechnen sechs!
Setzen!
Blauer Brief – Klassenziel nicht erreicht - Versetzung gefährdet.

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

17.12.2003 um 05:45 Uhr

Bescherung

Jetzt hat das Christkind die Gebete vom kleinen Georgie Bush doch noch erhört.
Saddam unter dem Weihnachtsbaum wollte er haben, zusammen mit den chemischen und biologischen Waffen am besten.
Das wäre es gewesen! Was für eine Bescherung!
Jetzt ist es halt nur der Saddam, aber immer noch besser wie gar nix.
Aber schon beginnt die Diskussion was man mit dem bösen, bösen Saddam jetzt machen soll.
Also, ich werde den Verdacht nicht los, dass niemand damit gerechnet hat, dass man den Saddam findet. Sonst hätte man doch bestimmt Vorbereitungen getroffen, das Gefängnis mit allen Sicherheitsvorkehrungen schon mal hergerichtet (ich habe jetzt absichtlich nicht „hingerichtet“ geschrieben) und die Richter und Geschworenen festgelegt.
Wer soll jetzt über Saddam richten, da die USA ja schon lange einen internationalen Gerichtshof ablehnen, weil sonst die Missetaten ihrer Staatsangehöriger im Ausland vor fremden Gerichten verhandelt werden könnten.
Ja, lieber George, das könnte sich jetzt als fataler Fehler herausstellen, denn die dümmste Lösung wäre jetzt ein amerikanisches Gericht. Und da die USA den irakischen Gerichten noch nicht zutrauen über ihren eigenen Diktator zu richten, wird es wohl eine internationale Lösung dazu geben müssen.
Ich denke, es wäre jetzt eine gute Gelegenheit für die USA,  ihren Disput mit den Vereinten Nationen und der Staatengemeinschaft beizulegen und das selbstherrliche Weltpolizistengehabe wieder in der Asservatenkammer abzugeben.
Also, zumindest mir war ein Bill Clinton, der sich von einer willigen Auszubildenden den Samenstau entfernen ließ, viel lieber als ein George Bush mit seinem rambohaften Machogehabe.
Aber so gefällt es halt den Amerikanern, immer den Finger am Abzug und immer bereit die Welt mit amerikanischer Kultur und amerikanische Freiheit zu beglücken. Natürlich immer im amerikanischen Interesse.

Aber jammern wir so kurz vor dem Fest der Freude nicht.
Frohlocken sollen wir, meinen zumindest die Politiker. „Hosianna“ und „Lobet die Herren“ sollen wir singen, denn sie haben es uns beschert.
Ja, es ist Bescherung gewesen, oder haben sie die Hohenpriester der Steuerreform nicht in den Medien gesehen? Was haben die da monatelang und zuletzt bis tief in die Nacht ganz unten in der Mottenkiste herum gekramt?
Und dann haben doch noch etwas Passendes gefunden, das sie dem Bundesbürger freudestrahlend unter den Gabentisch legen können.
Einen Kompromiss haben sie gefunden, haben sie –alle unisono- gesagt und waren richtig stolz auf sich, wie kleine Kinder, die der Mama in der Küche Plätzchen gebacken haben.
Jetzt sieht die Küche aus, als hätten dort amerikanische GIs nach ihrem Weihnachtsgeschenk für George gesucht.
Und wir sollen uns über die verkokelten und ungenießbaren Plätzchen auf dem Backblech freuen, die auf ihrem Weg zur Biotonne dort einen Zwischenstop eingelegt haben.

Liebe Kinder, lieber Gerhard, liebe Angela und lieber Edmund, was habt ihr euch denn dabei gedacht?
Statt selber zu backen, wäre es besser gewesen einfach ein paar Plätzchen beim Bäcker zu kaufen. Das hätte auch der Wirtschaft gut getan.
Und es hätte, neben der Konsumsteigerung einen wesentlichen Vorteil für die Beschenkten gehabt:

Denn man hätte das Zeug nach Weihnachten umtauschen können!

Einen angenehmen Sturzflug in Richtung 2004 wünsche ich.

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

15.12.2003 um 05:45 Uhr

Traa Raa

Es ist vollbracht! Die Steuerreform ist fertig!
Aber was wie ein frischer Wind durch Deutschland sausen und neue Impulse in Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Konsum bringen sollte, ist nur ein schlecht riechender Darmwind geworden, der den Betroffenen die Nasenflügel aufrollt.

Und den darin enthaltenen Konjunkturimpuls muss man einfach glauben, denn sehen kann den ein normaler Mensch ohne Parteibuch nicht.
Und im Portemonnaie merkeln wird ihn den Steuerzahler auch nicht, denn die mögliche Wirkung ist schon lange vorher zerstoibert oder verschrödert worden.
Es wäre besser für alle Betroffenen gewesen, wenn die Herren Politiker sich die Zeit für eine richtige, grundlegende Reform genommen hätten, statt im Hauruckverfahren ein Ergebnis abzuliefern, bei dem sich alle als Sieger fühlen dürfen.
Der Looser ist wieder einmal der Bürger, dem Windstille sicher lieber gewesen wäre, als so ein Getöns um fast gar nichts. Alle Macher haben geackert, vollen Einsatz gebracht und ihre Standpunkte hart vertreten. Mächtig verhandelt worden ist, bis in die Nacht hinein. Aber das Endergebnis hätte man auch in jedem Spielcasino auswürfeln können.

Der Berg hat gekreißt und einer Kakerlake das Leben geschenkt.
Schade um Zeit und Geld, die uns diese Seifenoper gekostet hat.

Jetzt müssen die zwischen den Streithähnen getroffenen Vereinbarungen noch in für Juristen lesbare Schriftform gebracht werden. Das muss schnell gehen, dann der Bundestag muss ja noch vor dem Jahreswechsel zustimmen, was ab 1. Januar 2004 geltendes Recht ist und Ende Januar bei der ersten Gehaltszahlung im neuen Jahr dann seine Wirkung zeigen soll.
Es darf gewettet werden, dass Otto Normalverbraucher nichts, aber auch gar nichts von der Steuerentlastung merken wird.

Und schließen möchte ich für heute, bevor ich mich erbrechen gehe, mit den Worten unseres Bundespräsidenten Johannes Rau auf die Frage von Günter Jauch, ob das Jahr 2003 für die Deutschen eine gutes Jahr war.

Darauf der Herr Bundespräsident: Ja, aber die Deutschen haben es nicht so empfunden!

Wie wahr Herr Bundespräsident, wie wahr.
Woran das wohl liegen mag?

Es wird wirklich Zeit, dass Sie in 2004 endlich in Rente gehen.

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

12.12.2003 um 05:45 Uhr

Deutsche Bank

Deutsche Bank und ihr Vorstand Breuer wegen losem Mundwerk verurteilt!

Jetzt darf man gespannt sein, wie hoch die Schadensersatzsumme ist, die Leo Kirch von der Deutschen Bank einfordern wird, nach dem deren Vorstand Breuer im TV den Privatschnabel zu weit aufgerissen hat.
Ich hätte ja nicht gedacht, dass mal irgendeiner von diesen großmäuligen Unternehmensmanagern zur Rechenschaft gezogen wird. Leider hat es nicht den Privatmann Breuer direkt getroffen, sondern halt seinen Arbeitgeber und die Kunden der Deutschen Bank.

Als Arbeitgeber würde ich einem Angestellten -und das ist der Herr Breuer doch, denn ihm gehört die Deutsche Bank ja nicht-, aber zumindest eine Abmahnung in die Personalakte schreiben. Wegen Verstoß gegen das Bankgeheimnis und Rufschädigung eines Kunden. Und ich würde ihn versetzen in eine andere Abteilung, gaaanz weit nach unten an den Schalter wo den Kleinaktionären und Sparern die Tränen in den Augen stehen, wenn sie sehen was noch für sie übrigbleibt, nachdem sich alle anderen an ihrem Konto bedient haben.

Nicht dass mir der gute Ruf des Herrn Kirch besonders am Herzen liegen würde.
Genau so wenig wie der des Baulöwen Schneider, der Gebrüder Haffa oder den Managern und Vorständen der Firmen Infomatec, Comroad und Kabel New Media, um nur mal ein paar in Deutschland zu nennen.
Aber clever mit holländischen Geld sind sie alle umgegangen

Und jetzt muss die Deutsche Bank die Strafe auch noch mit holländischen Geld bezahlen.
Mit Geld van den Andern - mit dem Geld ihrer Kunden und vielleicht auch mit dem Geld des deutschen Steuerzahlers.

Also, wenn ich mir das jetzt so überlege, dann wäre eine Gehaltskürzung bei dem Herrn Breuer sicher nicht unangebracht, damit er sich gut merkt, dass man in öffentlichen Privatgesprächen nicht aus dem Informationsschatz eines Bankiers plaudern darf.
Bankgeheimnis!

Sonst könnte es ja passieren, dass sich der Hausarzt von Herrn Breuer in den Medien -als Privatmann natürlich- über die gesundheitlichen Probleme des Herrn Breuer in bezug auf Libido und Verdauung äußern könnte.
Arztgeheimnis!

Wäre sicher  nicht so schön!
Gell Herr Breuer!

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

11.12.2003 um 05:45 Uhr

Nachruf ?

Es scheinen da die üblichen schmutzigen Spielchen zu laufen bei SAT1.
Alt raus, neu rein wie immer, wenn viel neues Geld im Spiel ist.
Kirch raus, Saban rein. Rauf und runter, hin und her, wie beim Geschlechtsverkehr.
Wer oben? Wer unten?
Normalerweise kein Problem, wenn sich Freier und Dirne einig sind und der Preis stimmt.
Aber bezahlt wird immer vor dem Akt, damit es hinterher keine unnötigen Diskussionen gibt.

Aber jetzt will die Mediendirne Schmidt nicht mehr.
Müde, ausgepowert, schöpferische Pause, so die offiziellen Statements.
Schade, mir wird sie irgendwie fehlen, die freche Schnauze von Dirty Harry.
Hirn geht, wer weiß was nachkommt. Ein guter Sendeplatz wird frei, es wird ein eitel Freud und Stechen darum geben.

Und was die Schweizermacher Rohner und Schawinsksi bei SAT1 zusammenköcheln und anrichten werden, wird sich zeigen. Vielleicht zuerst mal Züricher Geschnetzeltes mit Berner Rösti. Bestens geeignet wäre sicher auch Käsefondue - da könnten alle im gleichen Topf rumstochern und im trüben fischen, jeder für sich selber kochen, sich selbst bedienen und befriedigen. Das hat auch so seine Vorteile.

Doch nun müssen erst mal die Löcher aus dem Käse fliegen. Den Rütlischwur der Eidgenossen in Aufsichtsrat, Vorstand und bei den Investoren hatten wir ja auch schon. Nun warten wir mal ab, wessen Apfel sonst noch von Tells Geschoss durchbohrt wird, bevor es ihm in dieser hohlen Gasse kommt, dass Schweizer Medienkultur außerhalb der Eidgenossenschaft nun mal nicht gerade das ist, was bundesdeutsche Zuschauer auf die Alm treibt.
Odderr?

Und dass Dirty Harry mehr als eine Schweigeminute lang die Schnauze halten kann, glaube ich auch nicht.
Also, doch kein Nachruf – das wird wohl eher eine Geburtsanzeige!

Denk ich mir mal so.

Auf wieder luaga, Harry.

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

10.12.2003 um 05:45 Uhr

Billionen

Was haben Astronomie, Computerspeicherhersteller, Großkapitalismus und die Bundesrepublik Deutschland gemein?

Alle bewegen sich zur Beschreibung ihrer Größenordnungen in Zahlenbereichen über den Millionen.
Zur Erinnerung, eine Million ist eine Zahl mit sechs Nullen (vor dem Komma natürlich).
Was über den Millionen kommt hängt etwas vom Sprachraum ab, denn dass das amerikanische "billion" auf Deutsch "Milliarde" bedeutet, dürfte jeder von uns irgendwann einmal in der Schule gelernt haben.
Ich konzentriere mich jetzt mal auf die deutschen Milliarden. Nur der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass neben den Millionen und Milliarden da auch noch die Billionen, Trillionen und Billiarden existieren.
Aber schauen wir uns doch jetzt mal die bei uns gebräuchlichen Millionen und Milliarden an.
Wissen Sie, so aus dem Stegreif, wieviel Nullen eine Million hat?
Ja, richtig – genau sechs Nullen und zwei Tausenderpunkte, das sieht dann so aus: 1.000.000

Und jetzt schauen wir uns mal die Milliarden an. Eine Milliarde hat wieviel Nullen? Na? Na? Aha, schon wieder Einer der nicht weiß wie man Milliarde in Zahlen schreibt.
Eigentlich ist es ganz einfach, denn eine Milliarde sind soviel wie tausend Millionen, also hat eine Milliarde neun Nullen und drei Tausenderpunkt und sieht dann so aus: 1.000.000.000.

Und jetzt schauen Sie sich mal diese Zahl an: 1.300.000.000.000
Wissen Sie was das ist?
Nein?
Überlegen Sie doch mal? Das kann doch nicht so schwer sein, schließlich ist das für Sie eine enorm wichtige Zahl.
Was? Das glauben Sie nicht! Sie kennen die Zahl überhaupt nicht!
Das sollten Sie aber nicht so laut sagen.

Also dann spanne ich Sie jetzt nicht länger auf die Folter.
Bei der Zahl 1.300.000.000.000 (in Worten Einskommadrei Billionen) handelt es sich um die aktuelle Gesamtschuldenlast der wiedervereinigten Bundesrepublik Deutschland und von Ihnen wird erwartet, dass Sie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten diese Schuldenlast abtragen.

Verstehen Sie jetzt, was es heißt wenn Ihnen ein Politiker sagt: „Angesichts des demographischen Wandels in Deutschland müssen wir dringender denn je unsere Staatsfinanzen in Ordnung bringen“
Armes Deutschland heißt das!
Her mit Ihrer Kohle, heißt das!

Was?
Sie wollen wissen wie das denn gehen soll, es bleibt Ihnen jeden Monat am Ende vom Geld sowieso immer ein bisschen Monat übrig.
Ganz einfach, ab 1. Januar 2004 gibt es doch (vielleicht!) eine vorgezogene Steuerreform.
Die entlastet dann den Bürger und bringt dem Staat Steuermehreinnahmen in Milliardenhöhe.
Wo das Geld für die Steuermehreinnahmen herkommen soll?
Das ist jetzt aber eine dumme Frage; vom Steuerzahler natürlich, von wem denn sonst!
Was glauben Sie denn warum Sie entlastet werden?

Ganz einfach, damit Sie mehr Steuern bezahlen können.

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

09.12.2003 um 05:45 Uhr

Hanau

Joschka Fischer ist empört!
Krach hat es nach neuesten Medienberichten zwischen ihm und "dem Chef" gegeben.
Ein Kommunikationsdesaster hätte der Bundeskanzler angerichtet, wirft ihm sein Vizekanzler vor.

Was daran wahr ist und was wer wann zu wem gesagt und versprochen hat, kann ich als Bürger, bei dem der Strom zu Hause möglichst unterbrechungsfrei und kostengünstig  aus der Steckdose zu kommen hat, nicht beurteilen.
Aber mir fällt da ein, dass die Nuklearanlage in Hanau im Leben des Joschka Fischer schon einmal eine recht große Rolle gespielt hat. 
Im Jahre 1985 war das, manch einer wird sich daran noch mit Freude erinnern, denn damals war rot/grün noch auf die Bundesländer begrenzt. Also, 1985 kam es in Hessen zur Bildung der ersten rot-grünen Landesregierung unter Ministerpräsident Holger Börner. In dessen Kabinett wurde der Joschka Fischer Turnschuh-Staatsminister für Umwelt und Energie.
Und jetzt Achtung: Zwei Jahre später, im Februar 1987 wird Joschka Fischer von Ministerpräsident Börner aus seinem Amt entlassen, da die Grünen in einem Ultimatum den Fortbestand der Koalition von der Rücknahme der Genehmigung für das Hanauer Nuklearunternehmen "Alkem" abhängig gemacht hatten.

Kommt es jetzt etwa zu einer Wiederholung der Vorgänge von damals?
Stellt Fischer wieder ein Ultimatum?
Karrierepolitisch hat ihm das Ultimatum von 1987 ja nicht geschadet.
Vom Staatsminister im Bundesland Hessen zum Außenminister und Vize-Kanzler der Bundesrepublik Deutschland.
Und jetzt? Was kommt jetzt?
 
Wenn Fischer kein Ultimatum stellt, dann müssten es eigentlich die Grünen tun. Aus Überzeugung! Oder hat sich die Überzeugung geändert? Oder die politischen Aussichten? Oder die politischen Absichten?
Denn die Absichten von politischen Führungen können wechseln, und es können auch die Führungen selbst wechseln oder gewechselt werden.

Aber das nukleare Material bleibt.
Als strahlender Sieger!

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

08.12.2003 um 05:45 Uhr

Sittenverfall

Es gilt das gesprochene Wort!
So steht es normalerweise auf Pressemitteilungen, wenn die Reden von Politikern oder Unternehmern vorab in Schriftform verteilt werden.
Sprache schlägt Schrift – und das ist gut so!
Deshalb sollte man ja auch vor dem Sprechen das Gehirn befragen, denn so manchem Redner liegt das Herz auf der Zunge, oder rutscht etwas unbeabsichtigt über die Lippen.
Auch hat das gesprochene Wort häufig mehr Sexappeal als das geschriebene Wort.
Wie ich das meine? Ganz einfach.
Sie werden mir sicher recht geben, wenn ich behaupte, dass "I wanna be loved by you" in geschriebener Form erheblich weniger erotisch ist, als von Marilyn Monroe ausgehaucht. Und das nachfolgende "Boop-boop-a-doop" sieht geschrieben nur doof aus, aber aus Marilyns Mund ist es einfach unvergleichlich.

Ich denke wir sind uns einig darüber, dass es wichtig ist wer, was wie sagt.
Besonders in der deutschen Sprache, der es wahrlich nicht an Kraft und Macht in Form und Ausdruck fehlt.
Die Sprache lebt, man muss ihr zuhören, die Worte erhaschen, rasch verarbeiten und das Gesprochene verstehen.
Die Schrift ist tot, kein Wunder bei dem langen und technischen Verarbeitungsprozess vom Gedanken bis zum gedruckten Wort.

Sprache kann mehr als die Schrift.
Zuerst war die Sprache, dann kam lange nix und dann erst kam die Schrift.
Sprache ist Dialog. Rede und Gegenrede. Rededuell, angreifen, verteidigen, schlagfertig antworten und überreden.
Sprache ist LIFE.

Aber jetzt geht es dem gesprochenen Wort an den Kragen.
Es soll das gesprochene Wort nicht mehr gelten, habe ich jetzt in fast allen Tageszeitungen lesen können.

Die Kommunikationsform des Interviews ist gefährdet!
Dass die Interesse der Gesprächsteilnehmer unterschiedliche Art sind, liegt in der Natur der Sache.
Der Interviewte wird versuchen das Gespräch als Mittel der Selbstdarstellung zu missbrauchen und seine Botschaft herüberzubringen, während der Journalist, durch Führung und Fragestellung eine möglichst griffige Story für sich herausarbeiten möchte.
Nachdem das Gespräch dann vom Journalisten in Form einer schriftlichen Interviewfassung verarbeitet wurde, folgt, bevor das Ergebnis der Öffentlichkeit in gedruckter Form zugänglich gemacht wird, die Autorisierung des Textes durch den Interviewten selbst.
Und jetzt beginnt der eigentlich Ärger!
Denn jetzt wird vom Interviewten, seinen PR-Beratern und Pressesprechern umgeschrieben, angepasst, korrigiert, entschärft und verwässert. Dabei wird immer häufiger auch nicht davor zurückgeschreckt, nicht nur die Antworten anzupassen, sondern auch die ursprüngliche Fragestellung des Journalisten zu modifizieren.

Autorisieren nennt man diesen Prozess
Zurück bleibt ein Kunstprodukt, das mit dem tatsächlich geführten Gespräch nichts mehr zu tun hat.
Ob das oft passiert?
Zu oft! Und immer öfter!
 
Mann, oh Mann, waren das noch Zeiten, als der Herbert Wehner einen Journalisten vor laufender Kamera wegen seiner dämlichen Fragestellung heruntergeputzt hat. Und wer sich noch an Herbert Wehner erinnern kann, der weiß, dass der das gut konnte. Der Herbert hätte hinterher auch nichts zurückgenommen oder geändert, was er einmal gesagt hatte.

Oder erinnern Sie sich noch an die Zeit als Joschka Fischer dieses deutsche Schimpfwort zu Richard Stücklen, dem Präsidenten des Deutschen Bundestags, gesagt hat? Ich hab's noch genau im Ohr: "Mit Verlaub Herr Präsident, Sie sind ein A.......", hat der Joschka gesagt und er hat es auch so gemeint.

Ja, das waren noch Zeiten.
Damals galt noch das gesprochene Wort.
Aber heute!
Überall nur Dampfplauderer, Dummschwätzer, Sprechblasenproduzenten und Pressesprecher mit vorgefertigten, fünfmal durch die Zensur gedrehten Textkonserven.

Das gesprochene Wort ist tot!
Die gedruckte Sprache lebt!
Es gilt die Druckerschwärze!

Sittenverfall!

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

07.12.2003 um 05:45 Uhr

AAA

 
Das Rating der Ratingagenturen soll dem Anleger die Bewertung von Anleihen erleichtern. Also, es sagt ihm, welche Papiere aus der Sicht einer Agentur sicher sind, und wo die Risiken stecken. Ganz grob kann man sagen: Je mehr "A" im Rating, desto besser ist die Anlage.
Deutsche Anleihen hatten bei den Agenturen meist ein "AAA" Rating.

Passend zur aktuellen politischen und wirtschaftlichen Situation habe ich jetzt auch verstanden was die drei A bedeuten:

A wie Anästhesie
So nennt man die Betäubung vor einer Operation, d.h. das künstliche Ausschalten der Schmerzempfindung der Bevölkerung durch Narkose, hervorgerufen durch permanentes Verbaleinlullen, Sprechblasenbombardement und Worthülsenverwendung durch Politik und Medien.

A wie Amnesie
Das sind zeitliche begrenzte Erinnerungslücken infolge Bewusstseinstörung, besonders häufig bei Politikern im Verhalten vor und nach der Wahl festzustellen, denn nach der Wahl ist vor der Wahl.
 
A wie Amnestie
Das ist ein durch Gesetz verfügter Straferlass für eine unbekannte Anzahl von Straftaten, denn ab dem Jahre 2004 soll es jetzt ja unseren erinnerungsschwachen Mitbürgern und Straftätern ermöglicht werden durch einfaches "Mea Culpa" Rufen die steuerliche Absolution gegen Zahlung eines Obolus zu erhalten.

Was ist jetzt aber, wenn ein notorischer Straftäter, zum Beispiel ein Steuerhinterzieher oder Schwarzgeld- und Parteispendenwäscher, sich wegen einer Amnesie nicht zur Amnestie anmelden kann.
Oder wenn ein absolut unbescholtener, unternehmerisch und politisch engagierter Mitbürger und Parteimitglied, sich wegen einer –natürlich gegen seinen Willen- durchgeführten Fraktionsanästhesie gar nicht mehr an die Entfernung seines eigenen "Lügenbeutels" erinnern kann.

Jetzt kann man gespannt darauf sein, ob jetzt das Parteivermögen wieder aus Luxemburg und Liechtenstein zurückkommt. Hans "GuckindieLuft" Eichel rechnet in 2004 auf jeden Fall mit zusätzlichen Steuereinnahmen von mehreren Milliarden Euro. Er muss ja ungefähr wissen wie hoch das Auslandsvermögen der Parteien wohl sein wird.

Bei einem richtigen Steuerbetrüger, der sein Geld bereits erfolgreich ins Ausland geschafft und dort gut angelegt und gewinnbringend investiert hat, wird dies nur ein müdes Lächeln hervorrufen.
Auch wird ein professioneller Steuertrickser dem AAA-Rating garantiert keinen Glauben schenken, denn was interessiert einen Politiker schon sein dummes Geschwätz von gestern, wenn es heute für ihn vorteilhafter ist eine andere Meinung zu haben.
Wer also heute so dumm ist, zu glauben durch ein voreilig ausgestoßenes "Mea Culpa" sein Seelenheil mit dem deutschen Fiskus machen zu können, könnte das morgen vielleicht  schon wieder bitter bereuen.

Heute steuerliche Amnestie!
Und morgen?
Wie wär's mit politischer Amnesie?

Denk mal drüber nach.....

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

06.12.2003 um 05:45 Uhr

Zeitgleich


Zeitgleich sind mir heute folgende Meldungen auf den Schreibtisch geflattert:

DPA-Meldung vom 5.12.2003
Die Bundesanstalt für Arbeit meldet: 4,184 Millionen Arbeitslose im November
Nürnberg (dpa) - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im November saisonbedingt um 32.700 auf 4.184.500 gestiegen. Das waren 158.700 mehr als vor einem Jahr, berichtete die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 10,0 Prozent.
Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland im November erneut leicht zurückgegangen. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl sank um 18.000 auf 4,363 Millionen. Im Westen nahm sie um 10.000 ab, im Osten um 8.000.
Der Vorstandsvorsitzende der Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster, sagte, die Arbeitslosigkeit habe sich seit dem Frühjahr verhältnismäßig günstig entwickelt. Seit Ende April habe sie saisonbereinigt um 75.000 abgenommen.

DPA-Meldung vom 5.12.2003 um 7:05 Uhr
Hochbetrieb im „Frankfurter Arbeitslosenzentrum (FALZ)“
Der Druck auf Arbeitslose ist eindeutig gestiegen. So verpflichten etwa Eingliederungsvereinbarungen Arbeitslose zur exakt definierten Eigeninitiative - etwa zur Versendung von fünf Bewerbungen bis zum nächsten Arbeitsamt-Termin.
Der erhöhte Druck auf die Arbeitslosen schlägt sich längst auch in der Arbeitsmarktstatistik nieder - und macht eine Interpretation des Zahlenmaterials zunehmend schwierig. So fielen seit Jahresbeginn rund mehr als eine Millionen Arbeitslose aus der Arbeitsmarktstatistik heraus, ohne eine neue Stelle gefunden zu haben.
Allein im Oktober meldeten sich mehr als 336 000 Männer und Frauen bei den Arbeitsämtern ab - in ein ungewisses Schicksal. Das sind 68 600 mehr als im Oktober 2002. Als Gründe vermuten Fachleute unter anderem Resignation. FALZ-Vertreter Küpfer: «Die Leute wissen gar nicht mehr, wo sie sich noch bewerben sollen. Es gibt eben keine Stellen mehr.»

Dazu mein Kommentar am Tag des Nikolaus, des Herrn mit Sack und Rute.

1. Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
2. Wäre das Problem sicher ganz einfach zu lösen, wenn man:

a. die BA-Statistiker zum Erlernen der vier Grundrechenarten noch mal zur Schule schickt
b. aus der Arbeitslosenzahl vom 30.11.2002 und der Arbeitslosenzahl zum 30.11.2003 durch einfache Subtraktion (für die Nichtakademiker – das heißt: wegnehmen oder abziehen) die Differenz beider Zahlen (für die Nichtakademiker – das heißt: Unterschied) ermittelt.

Zu dieser Differenz addiert man (für die Nichtakademiker – das heißt: dazuzählen) die Arbeitslosen die, aus welchen Gründen auch immer, in der Statistik nicht mehr mitgezählt werden, aber immer noch ohne Arbeit sind.
Das macht also nach Adam Riese (für die Nichtakademiker – das ist nicht der Scheinriese Tur Tur von der Augsburger Puppenkiste) dann .......
Grübel, grübel und studier, das ist dann :.
4.184.500 – 4.025.800 = 158.700 + 1.000.000 = 1.158.700.
Die Zahl der Arbeitslosen lag im November 2003 um 1.158.700 höher als im Vergleichsmonat des Vorjahres.
Das sind ja ....
Das ist ja viel mehr!!!!!!
Herr Gerster!!!!!!!

Das sind ja in Prozent (was das ist, kann ich jetzt einem Nichtakademiker nicht so auf die Schnelle erklären), lassen sie mich das deshalb mal mit meinem Taschenrechner (solares Werbegeschenk von einem Versicherungsmakler) machen, was die Bundesanstalt für Arbeit noch nicht mal mit dem Großcomputer hinbekommt.
Also, jetzt halten Sie sich mal fest.
Vorausgesetzt ich habe mich nicht vertippt bei den großen Zahlen und der Rechner hat genügend Solarenergie zum Rechnen gehabt, dann ist das Ergebnis ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen um 28,78 % bezogen auf die Arbeitslosenzahl vom November 2002.

Herr Gerster!!!!!!!
Sind Sie etwa der Scheinriese Tur Tur aus Lummerland, der immer kleiner wird, je näher man kommt?

Da war doch vor Ihnen schon mal jemand, der an den Arbeitslosenzahlen gemessen werden wollte.
Wie hieß denn der noch mal?
Richtig, jetzt fällt es mir wieder ein.
Gerhard hieß der - Gerhard Schröder.
Also entweder ist der Gerhard in den letzten Jahren geschrumpft oder die Arbeitslosigkeit ist größer geworden.
Wie auch immer, heute wissen wir auf jeden Fall, dass der Gerhard für Deutschlands Probleme zu kurz oder zu klein ist.
Vielleicht hält er sich deshalb so gerne bei den kleinwüchsigen Chinesen auf!
Oder will er dort schon mal wegen Asyl vorfühlen?

Und Sie Herr Gerster sollten, statt der Bundesanstalt für Arbeit ein neues Outfit zu verpassen, erst mal richtig rechnen lernen.

HTH

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

05.12.2003 um 05:45 Uhr

Getürkter Turkey


Von George Bush sind wir ja wirklich schon Einiges gewöhnt!

Angefangen von der seltsamen Zählweise bei der letzten Präsidentschaftswahl, die ihm nach langem Hin- und Herrechnen mit diskussionsfähigen Rechenverfahren -Eins für mich und Keins für Dich, Zwei für mich und Eins für Dich- dann endlich den Sieg über seinen Konkurrenten Gore beschert hat.
Dann lässt er nach Massenvernichtungswaffen im Wüstensand suchen und scheut bei den Kriegsvorbereitungen auch nicht davor zurück die Weltöffentlichkeit zu belügen.

Schließlich erklärt er den Krieg, den er gegen den Willen der Vereinten Nationen selbstherrlich vom Zaun gebrochen hat, für beendet.
Seit diesem Sieg sind im Irak mehr Menschen getötet worden, als während den eigentlichen Kampfhandlungen. Die Bösewichter Saddam und Osama bin Hoden sind aber immer noch in Sachen Terror unterwegs.

Haben die den Braten vielleicht vorher schon gerochen?

Ja, wer weiß schon welche Lügengerichte bei McGeorge und seinen Köchen da sonst noch so im Rohr sind.
Zum Beispiel die Häftlinge auf Guantanamo, die wider jedes Völkerrecht, dort seit mehr als 18 Monaten im eigenen Saft schmoren.
Und an dem zu heiß servierten irakischen Fastfoodgericht, hat sich ja nicht nur die amerikanische Armee den Mund verbrannt und den Magen verdorben.
Dass der Truthahn, den George seinen Soldaten und Generälen da medienwirksam zum Thanksgiving Day mitgebracht hat, nicht zum Verzehr geeignet war, weiß inzwischen die ganze Welt. Bush's Truthahn war ein Gummiadler!

Doch solche Kleinigkeiten können doch keinen George Bush aufhalten!
Wir wissen doch, dass der vor nichts zurückschreckt.
Was also kommt jetzt als Nächstes?

Couscous oder Falscher Hase?

Denn George Bush und seine für die dümmsten Sprüche des Jahres ausgezeichneten Falken, haben jetzt auch noch die Nato zum Mitessen eingeladen.
Aber an die Tafel sollten wir Europäer uns auf gar keinen Fall setzen, sondern die Einladung lieber dankend ablehen.
Denn was uns Georgie Boy Bush da auftischen will, wird uns nicht nur schwer im Magen liegen, sondern auch noch heftigste Diarrhöe zur Folge haben.

Guten Appetit.

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

04.12.2003 um 05:45 Uhr

Abmahnung


Mit Geklautem kann man viel Geld verdienen!
Spart man doch die Kosten für Produktentwicklung, sowie Zeit und Geld für Marketing und Werbung.
Mit Abmahnungen kann man auch viel Geld verdienen!
Spart man doch die Kosten für Produktentwicklung, sowie Zeit und Geld für Marketing und Werbung.

Diebstahl ist verwerflich, keine Frage!
Nicht nur der Diebstahl von materiellen Gütern, auch der Diebstahl von geistigen Gütern ist verwerflich. Aber keine Angst, ich werde jetzt hier keinen Vortrag über die Probleme der Musik- oder Softwareindustrie halten und eine Lanze für die Raubkopierer brechen.

Aber das Individuum sollte in der heutigen Zeit schon aufpassen, was es da so tut, denn schnell gibt es eine Abmahnung vom Rechtsanwalt mit Unterlassungserklärung und Kostennote über 500 Euro.
Das glauben Sie nicht? Stellen sie nur mal vor, sie haben einen, Ihrer Meinung nach guten Witz gehört und erzählen den dann einfach weiter.
Peng, und schon sind Sie dran. Abgemahnt, geistiges Eigentum geklaut. Das ist strafbar, Sie kriminelles Element dieser Gesellschaft.

Oder Sie kaufen für die Oma eine CD zu Weihnachten, hören zu Hause kurz vor dem Einpacken selber mal rein und finden das Ding eigentlich nicht so schlecht, wie Sie befürchtet hatten.
Und dann machen Sie sich eine Kopie, weil Sie das Original ja gleich verschenken wollen.
Peng, und schon sind sie dran. Abgemahnt, geistiges Eigentum geklaut. Das ist auch strafbar, Sie kriminelles Element dieser Gesellschaft.

Also wird das vorsichtige Individuum vorher freundlich fragen, ob es etwas verwenden darf, was einem anderen gehört und der auch eventuell etwas dagegen haben könnte.

Und dann bekommt man solche Briefe:

+----
Sehr geehrter Herr Machopan,

die Chefredaktion der ************ hat mich beauftragt, auf Ihre E-Mail zu antworten.
Ich muss Sie bitten, die Verwendung unseres Zeitschriftentitels ************ auf Ihrer Webseite www.machopan.com sofort zu unterlassen und künftig nicht mehr zu nutzen.
Die ************ erlaubt die Verwendung ihres Titels nur im Rahmen von bestehenden Kooperationen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsabteilung
+----

Dabei bin ich doch Leser dieser Zeitung! Ja, genau ich bin das, liebe Rechtsabteilung!
Aber ich habe halt keine Kooperation mit der *************.
Und deshalb ersetze ich jetzt den Titel der ************ bei www.machopan.com durch einen „Weißen Fleck“.
Den „Deep Link“ zur ************ darf ich aber stehen lassen, denn das ist erlaubt. 
Sagt der BGH.

So ist es doch recht!
Keine Kooperation, aber doch „Deep Link“.
Keine Kopulation, aber doch „Deep Troath“.

Gell - Rechtsabteilung

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

03.12.2003 um 05:45 Uhr

Hoo Hoo Hooh


Hoo Hoo Hooh.
Mal ganz ehrlich, geht Ihnen dieser, seit Mika Häkkinen, auch von deutschen Weihnachtsmännern verwendete Ausruf nicht auch langsam auf den Sack!

Also ich kann es jetzt nicht mehr hören.
Wenn man, so wie ich, den ganzen Tag vor den Lautsprechern des deutschen Rundfunks lauert, um ja nichts vom Parteitag der CDU in Leipzig zu verpassen, dann hört man sich schnell satt an diesem dummen „Hoo Hoo Hooh“, das pro Werbeeinblendung mindestens einmal kommt.

Es hängt dem wehrlosen Hörer genauso zum Hals heraus wie das ewige „Alles Müller oder was?“.
Das hat aber auch ein bisschen nachgelassen, seit der alte Müller alles in die Schweiz gemüllert hat. Recht hat er ja, oder? Zuerst stopfen sie ihm die Subventionen überall rein, dann lässt er die Katze aus dem Sack und möchte seine letzten Lebensjahre in der Schweiz verbringen und plötzlich ist er der Buhmann, weil er die Steuergeschenke mitnimmt.
Die Schweiz war schon immer ein sicherer Anlageort für Deutsche Mark.
Die Schweizer sind international, die nehmen auch Euro.
Und jetzt haut der Herr Müller in den Sack, macht sich rüber in die Schweiz und das große deutsche weiße Pferd kommt nicht mehr an die schweizer schwarzen Pferde ran.
Hoo Hoo Hooh!

Und ich warte jetzt schon den ganzen Tag auf das „Hoo Hoo Hooh“ der Frau Merkel.
Zunächst müsse die CDU bei ihrem Parteitag, jedoch ihr eigenes Konzept beschließen hat sie gesagt. Dabei stehen die Reformkonzepte für das Gesundheitswesen und die Rente im Vordergrund. Ihr Parteilkollege Rüttgers räumte allerdings ein, es gebe "keine Garantie" dafür, dass die von der CDU angestrebte Reform der Sozialversicherungssysteme durch Senkung der Lohnnebenkosten auch wirklich zu mehr Wachstum und höheren Einkommen der Arbeitnehmer führe. Garantiert sei nur: "Wenn nichts passiert, gibt es einen Wohlstandsverlust."

Hoo Hoo Hooh!  Das merken die erst jetzt! Als ob die Bürger dieses Landes das nicht schon längst wissen und täglich schmerzlich erfahren.
Hoo Hoo Hooh! Hört sich an, wie ein Funkspruch aus dem Raumschiff der Klingonen.
Hoo Hoo Hooh! Raumschiff „Entenscheiß“ oder „Kotz me up beamy“.
Hoo Hoo Hooh! Bericht vom anderen Stern, oder per Anhalter durch die Galaxis!

Und der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) ging in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung den Vize-Vorsitzenden der CSU, Horst Seehofer, an. Dessen Kritik am sozialpolitischen Konzept der Herzog-Kommission sei sachlich falsch und in der Wortwahl inakzeptabel. Jetzt versteh mir einer den Herrn Müller.
Hoo Hoo Hooh! Der Herr Seehofer war doch mal bei den Christlichen der Experte für das deutsche Gesundheitswesen und obendrein auch mal Minister.

Hoo Hoo Hooh! wird es nach dem CDU Parteitag heißen.
Hoo Hoo Hohh!
Wir haben uns etwas ausgedacht und nun liebe Bürger gebt fein acht -denn wir haben euch was mitgebracht.
Hoo Hoo Hooh!

Und dann haben wir die Bescherung.

 

 

Copyright (C) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

02.12.2003 um 05:45 Uhr

Sabine Christiansen


Kennen Sie die kühle Blonde aus dem hohen Norden mit der Ausstrahlung eines Glases abgestandenen Mineralwassers?

Wenn sich meine Fernsteuerung am Sonntag Abend durch die Fernsehkanäle zappt -weil es fürs Bett noch zu früh und für ein weiteres Bier schon zu spät ist- und dann die Laberrunde von Sabine Christiansen erwischt, denke ich zuerst immer ich hätte aus Versehen den Standbildknopf gedrückt.
Also echt, die Sendung mit der Maus vermittelt in einer Minute mehr Informationen als die Christiansen in einer ganzen Stunde und sogar die Teletubbies stellen an den IQ des Zuschauers höhere Anforderungen, als die bestgekleidete Moderatorin der deutschen Medienlandschaft dies tut.
 
Ich konnte gerade noch den Herrn Rexroth bei seinen Ausflüchten miterleben,  als ihn der Verfassungsrechtler Herbert von Arnim wegen des Vertrages zwischen der WMP und der Bundesanstalt für Arbeit anging!
Ist doch der Rexroth Vorstand dieses Beratungsunternehmens und gleichzeitig Mitglied des Haushaltsauschusses der Bundesanstalt für Arbeit. Nur ein Schelm wird sich dabei Böses denken!
Ein wahrer Schlangenmensch, der Herr Rexroth, trotz seiner Körperfülle. Der kann sich vielleicht winden!
Und bei seinen langatmigen Rechtfertigungen, warum man sich als Unternehmer für das Lobbying bezahlen lassen darf, das man dann als Politiker umsetzt, hat ihn die Christiansen schön und lang ausreden lassen.
Dem Lothar Späth, den ja mal eine angeblich zu starke Verbindung zur schwäbischen Wirtschaft den Job als Ministerpräsident von Baden-Württemberg gekostet hat, verzog es dabei die Geschichtszüge, dass es eine wahre Freude war.
„Des hot a Schmäckle“ wird sich wohl dabei das schwäbisches Cleverle gedacht haben.

Von der Christiansen, fast rüde unterbrochen, wurde dann nur der Herr Verfassungsrechtler, als er dem FDP-Politiker Rexroth noch mal so richtig an die Eier wollte.
 
Dafür durfte dann der Herr Eichel, seines Zeichens größter deutscher Finanzverschuldungsminister aller Zeiten, nochmals die Ziele seiner Finanzpolitik ausführlich erläutern. Doch durch permanentes Wiederholen wird Eichels Märchenstunde auch nicht mehr besser.
Ich hatte den Eindruck, dass der Herr Eichel das selber nicht mehr glaubt, was er da erzählt, oder erzählen muss.
Bei Herrn Eichels weiteren ungebremsten Ausführungen zur Verfolgung von Schwarzarbeit und der Legalisierung der Gartenarbeit hat mich dann der Schlaf über den Haufen gerannt.

Das sicher sehr interessante Schlusswort von Frau Christiansen habe ich dann leider nicht mehr miterleben wollen.

Entschuldigung, Frau Christiansen!

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

01.12.2003 um 05:45 Uhr

Feigling


George war da!

Und kaum war er da, da war er auch schon wieder fort.
Nur ZWEI Stunden hat es Georgie-Boy im Irak ausgehalten.
Niemand hat vorher gewusst, dass er kommt. Alles war Superdupergeheim!
Ist ja auch klar, wenn der böse Saddam immer noch auf alles schießt was fliegt oder fährt.

Deshalb hat es Georgie vorgezogen ganz heimlich und leise in das Land seines Erzfeindes einzuschweben.
Ins Land des bösen, bösen Saddam. In das Land, das Georgie -etwas voreilig- schon vor Monaten für besiegt erklärt hat.
In das Land, in dem jeden Tag Menschen gewaltsame Tode sterben und jeder Terrorist ein weißes Nachthemd zu tragen scheint.
In dem Land, in dem trotz aller Bemühungen, bis heute noch keine atomaren oder chemischen Massenvernichtungswaffen gefunden wurden.
In dem Land, in dem eine ganze Armee verschwunden ist; ob im Wüstensand, in den Bergen oder in den Dörfern und Städten.
Die irakische Armee, einst von den Amerikanern bestens mit Kriegsmaterial ausgerüstet um den iranischen Ayatollahs einen Denkzettel zu verpassen, ist einfach verschwunden.
Hut ab!
Eine logistische Meisterleistung, Saddam! Versteckt in der eigenen Bevölkerung!
Fast so gut wie das Verschwinden der Nazi nach Ende des zweiten Weltkrieges.
Nein, eigentlich noch viel besser!

Und jetzt kam George persönlich um nach Saddam und den Kriegswaffen zu sehen.
Oder wollte er durch eigenen Augenschein nur wissen, was im Irak im Bush ist.
Oder kam er nur um seinen Soldaten und Generälen die üblichen Durchhalteparolen zu erzählen und sich selbst den Mut zu beweisen, sich in die Höhle des Löwen gewagt zu haben; auch wenn es nur für zwei Stunden war und heimlich wie der Dieb von Bagdad.

Vielleicht wollte George auch nur mal sehen ob die Wüste lebt, bevor ihn die Angehörigen der Soldaten und die Mehrheit der amerikanischen Wähler bei der nächsten Präsidentschaftswahl dauerhaft dort hin schicken.

So help us GOD.

 

 

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten