Laster
Hören Sie auch jeden Morgen, dass wieder ein Lastwagen seine Ladung über die Autobahn verteilt hat oder verlorene Bretter, Paletten, Werkzeug, Rohre, Kisten und Kanister, Bremsklötze und Plastikbahnen auf der Fahrbahn herumliegen.
Also mal ganz ehrlich, die Verkehrsnachrichten hören sich doch immer mehr danach an, als hätte ein Tornado einen ganzen Baumarkt über die Autobahn verteilt.
Ich bin in jungen Jahren mal zu einem Unfall dazu gekommen, als ein Bierlaster in einer scharfen Kurve umgekippt war und die Bierkisten und Flaschen auf der Fahrbahn und im Gelände lagen. Der Fahrer war unverletzt geblieben. Vermutlich weil er schon vor dem Unfall sturzbetrunken war. Ich habe mit anderen Verkehrsteilnehmern eifrig beim Aufräumen und „Beseitigen“ der Ladung geholfen, die uns noch Wochen später so manche Kellerparty ermöglicht hat
Aber jetzt kümmert sich die Politik um die Laster.
Nein, nicht nur beim Mautsystem, wo Toll Collect jetzt ja weiterwursteln darf und nur noch einen Teil dessen abliefern muss, was eigentlich vereinbart war.
Na ja, solange das der Herr Stolpe nur mit Steuergeldern bezahlen muss, ist das ja nicht schlimm, oder? Was glauben Sie denn, wie der aufheulen würde, wenn er das aus der eigenen Tasche bezahlen müsste. Oder gar für die Verschwendung von Steuergeldern haftbar wäre?
Nein, eigentlich meine ich jetzt nicht diese großen Laster, die beim Überholen auf der Autobahn schon mal für eine längere Vollsperrung und kilometerlange Staus sorgen.
Ich meine die kleinen Laster. Diese kleinen Dinger, die laut StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) keine Laster sind, aber so aussehen und auch so benützt werden. Ich bin mir nicht sicher wie die Dinger heißen, ich glaube „Sprinter“ oder „Ducato“.
Nein, die heißen sicher nicht „Bugatti“ oder „Ferrari“, obwohl sie meist so gefahren werden.
„Volle Pulle“ oder wie „Werner“ sagen würde „Es muss kesseln“.
Noch nicht einmal mit Tempo 160 auf der linken Fahrspur einer Autobahn ist man vor den Dingern sicher. Und dann fahren die auch noch so dicht auf, bis sie das Häkelmuster auf dem Überzug meiner Klopapierrolle auf der Heckablage erkennen können.
Obwohl die meisten Kleinlaster weiß wie die Unschuld sind, erinnert es mich immer wieder an einen Spielfilm von Stephen Spielberg aus dem Jahre 1971. Denn wie im Film „Duell“ ist der Fahrer/die Fahrerin dieser jungfräulichen Stahlblechscheußlichkeit, die einem da im Nacken hängt, meist unsichtbar.
Dieser Tage habe ich in der Presse gelesen, dass sich der Bestand an diesen Kleintransportern in den letzten Jahren auf fast 400.000 verdoppelt und die Beteiligung an Unfällen gleichzeitig auf ca. 20.000 verdreifacht hat. Und in zwei Drittel aller Fälle waren die Fahrer der Kleinlaster schuld daran.
Jetzt machen Verkehrsexperten den Vorschlag, diese Kleintransporter generell wie Lastwagen zu behandeln und ein Tempolimit einzuführen.
Ich persönlich halte das eigentlich für einen ganz sinnvollen Vorschlag, aber die Automobilindustrie und der ADAC lehnen dies ab, weil es zu einem Vorschriften-Wirrwarr führen würde: 80 km/h für Laster, 100 km/h für Busse, 120 /km/h für Kleintransporter, da würde keiner (!) mehr durchblicken, kritisiert der ADAC.
Abgesehen davon, dass bei unseren Verkehrsgesetzen sowieso keiner mehr durchblickt und außerdem auch noch alle 300 Meter eine anderes Geschwindigkeitsbegrenzungsschild am Fahrbahnrand steht, könnte man doch einfach die Geschwindigkeit dieser Fahrzeuggruppen einheitlich auf 100 km/h festlegen und ggf. elektronisch abregeln und begrenzen.
Das ist technisch machbar Herr Nachbar!
BMW, Mercedes und Porsche machen es doch schon – bei den PKW!
Eine solche Maßnahme hätte auch noch viele weitere Vorteile.
Welche?
Ja, denken Sie doch mal nach.
Na? Na......? Na.............?
Immer noch nichts?
Was glauben sie wohl, warum unser Herr Verkehrsminister Stolper es bis auf diesen Posten geschafft hat?
Weil er selbst doch nix entscheidet. Jetzt befragt er in dieser Angelegenheit eine Expertengruppe. Und die wird ihm empfehlen, natürlich (nur) zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, aus den Kleinlastern richtige Lastwagen zu machen. So mit Fahrtenschreiber, Lenkerpausenzeiten, Tempolimit und sonstigem Schnickschnack.
Und so ganz nebenbei erhöht sich damit der mautpflichtige Lastwagenbestand auf bundesdeutschen Straßen um satte 400.000 (*freu*) und die dürfen auch nicht mehr so schnell fahren, weil sie sonst von den tollen, superduper satellitengestützten Mautkollektoren nicht erfasst werden könnten.
Die Einführung einer generellen Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen könnte man später dann durch die Hintertür, einfach durch die Umwidmung aller PKW zu LKW einführen.
Damit würden dann sicher auch die Grünen leben können. Und wenn der Herr Trittin dann auch noch an den Mautstellen eine automatische Schadstoffemissionsmessung einbauen darf, um die neue Kfz-Steuer einzuziehen, wäre dieses Problem auch gleich gelöst.
Überhaupt bieten diese Maustellen ja ganz neue hervorragende Möglichkeiten, die in der breiten, trägen Masse der Bürger bisher kaum Beachtung gefunden haben.
Da wäre zum Beispiel, nur so ins Unreine gedacht:
Zur Erhöhung der inneren Sicherheit könnten durch automatische Fahrzeug- und Lenkererkennung Terroristen und Straftäter erfasst werden.
Auch gestohlene Fahrzeuge wären einfach zu ermitteln.
Durch Videokameras könnten Drängler, Langsamfahrer und Rechtsüberholer festgestellt, die Strafgebühren automatisch vom Konto abgebucht und das Punktekonto in Flensburg automatisch aktualisiert werden.
Handytelefonieren ohne Freisprechanlage, Rauchen am Steuer und versäumte TÜV-Termine würden erkannt und unverzüglich durch die Ordnungsbehörden der Republik geahndet werden können.
Wozu haben wir denn sonst seit vielen Jahren die Autobahnpolizei?
Sie glauben das nicht? Sie glauben George Orwell hätte geirrt als er „1984“ schrieb.
Vielleicht hat er sich ja nur ein bisschen im Datum geirrt!
Was das alles mit den Lastwagen zu tun hat?
Na, haben wir nicht alle unsere Laster?
Und die Summe aller Laster ist 100%
Und jetzt bekommen auch die vielen, vielen Arbeitslosen, die nur herumsitzen, in der Nase bohren und Trübsal blasen einen Sinn.
Denn Trübsal blasen ist aller Laster Anfang, womit sich der Kreis schließt.
Was zu beweisen war.
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