Machopan - Rauchzeichen

29.02.2004 um 05:45 Uhr

Reformer

Stimmung: Wahlfiebrig hanseatisch
Musik: Marseillaise

Gerhard Schröder ist "Reformer des Jahres 2003"

Von Meinungsforschern gefragt, wer für sie die Reformerin oder der Reformer des Jahres 2003 ist, haben sich die meisten Bürgerinnen und Bürger für Bundeskanzler Gerhard Schröder ausgesprochen.
Der Kanzler führt die von dem Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag der Zeitung "Die Welt" ermittelte Reformerliste mit 18 Prozent aller Nennungen an.
Es folgen die Oppositionspolitiker Friedrich Merz und Edmund Stoiber mit 14 beziehungsweise 12 Prozent sowie die CDU-Vorsitzende Angela Merkel mit 9 Prozent.

Klar wurde bei der Umfrage auch, dass die Politik ihre Reformkompetenz in den Augen der Bürgerinnen und Bürger noch verbessern kann: Jeder fünfte Befragte (20 % d.h. die Mehrheit) mochte sich für keine der von den Meinungsforschern vorgeschlagenen Persönlichkeiten aus der Politik als "Reformer/in des Jahres" entscheiden.

Das heißt doch im Klartext:
Neben den oben genannten Herren und der auf einem abgeschlagenen Platz gelandeten Dame hätte man doch auch Jack Ass oder den Räuber Hotzenplotz als Reformer des Jahres vorschlagen können.

Wie wäre es denn mit der Wahl des "Revoluzzer des Jahres 2004".
Müssten wir dabei vielleicht auf Männer wie Robin Hood, William Wallace, Wilhelm Tell oder Andreas Hofer zurückgreifen?

Revoluzzer – nicht Reformer braucht dieses Land!
Replacement – nicht Improvement!
Verbrennen – nicht verrosten.



 

Marseillaise

Allons enfants de la Patrie,
le jour de gloire est arrivé
Contre nous de la tyrannie
L'étendard sanglant est levé.

Tremblez tyrans, et vous perfides
L'opprobe de tous les partis.
Tremblez, vos projets parricides
Vont enfin recevoir leur prix!

28.02.2004 um 05:45 Uhr

Lebenslänglich

Stimmung: Stinkig
Musik: Tom Dooley - Hang down your head

Kennen Sie den Herrn?
Ziemlich alltägliches Gesicht, wirkt aber ein bisschen abgearbeitet und müde. An dem Gesicht würden Sie doch auf der Straße vorbeigehen, ohne es zu bemerken. Ein älterer Herr, kurz vor der Rente, würden Sie vielleicht noch denken.
Dieser Mann ist ein mutmaßlicher Straftäter!
Er soll sich wegen Androhung von Folterung, Verleitung zur schweren Nötigung und Aussageerpressung schuldig gemacht haben. Und der Mann hat das auch noch selbst protokolliert und zu den Akten genommen.
Jetzt hat ihn sein Arbeitgeber von seinem Amt entbunden und ihn auf eine andere Dienststelle abgeordnet.

Ob es zu einem Prozess gegen ihn kommt, entscheidet die zuständige Strafkammer des Landgerichts Frankfurt in ihrem Eröffnungsbeschluss.

Nein, der Mann gehört nicht zum Frankfurter Rotlichtmilieu oder gar der Drogenszene, obwohl ihn dort sicher alle kennen.
Dieser Mann heißt Wolfgang Daschner und ist der stellvertretende Polizeipräsident der Stadt Frankfurt am Main.

Was war geschehen?

Zur Erinnerung: Der Vize-Präsident der Polizei in Frankfurt a.M., Wolfgang Daschner, hatte bei der Suche nach dem entführten elfjährigen Jakob von Metzler die Anweisung erteilt, per Androhung, ggf. Durchführung von Folter gegenüber dem Tatverdächtigen Magnus Gäfgen den Ort des Verstecks des entführten Jungen herauszufinden. Er habe, so Daschner, am 1. Oktober 2002 das Versteck der Geisel erfahren wollen, um das Leben des Jungen zu retten und nicht zuwarten wollen wie ein entführtes Kind qualvoll stirbt. Bis zur der Drohung habe der Tatverdächtige entweder gar nichts gesagt oder nur gelogen.

Zur Folterung kam es dann lediglich deshalb nicht mehr, da der Verdächtige Magnus Gäfgen den Ort schon unter der Androhung von Folter preisgab. Später stellte sich heraus, dass Jakob von Metzler zu diesem Zeitpunkt bereits tot war; von Magnus Gäfgen erstickt und im Wald versteckt.

Magnus Gäfgen ist zwischenzeitlich wegen räuberischer Erpressung und dem Mord an Jacob von Metzler zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Das Vorgehen der Frankfurter Polizei im Entführungs- und Mordfall Jakob von Metzler hat nun eine bundesweite Debatte um den Einsatz von "Folter" bei Polizeivernehmungen ausgelöst. Nach Ansicht des Vorsitzenden des Deutschen Richterbundes, Geert Mackenroth, könnte die Androhung von Folter erlaubt sein, um ein höherwertiges Rechtsgut - wie etwa das Leben eines Kindes - zu retten.

Jetzt wird von den Juristen aus der Androhung von körperlichen Konsequenzen ein Präzedenzfall gemacht. Gäfgens Verteidiger sieht in der Folterandrohung durch die Polizei einen Verfahrensfehler, der zur Aufhebung der lebenslangen Haftstrafe führen könnte. "Sollte Karlsruhe mir Recht geben, ist Magnus in drei Jahren frei und hat Anspruch auf Haftentschädigung", sagte Endres.

Das aber, ist genau das was unter gar keinen Umständen geschehen darf!

Bei allen Argumenten für oder gegen die Androhung von Schmerzen, über deren Bewertung nicht nur Rechtswissenschaftler, sondern auch bürgerlicher Verstand, Herz und Gewissen nun kräftig streiten dürfen, sollten wir nicht vergessen, dass es ein bisschen Folter nicht gibt – aber ein bisschen Tod noch weniger!

Denn Jakob von Metzler ist tot seit dem Tag seiner Entführung – lebenslang.





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27.02.2004 um 20:11 Uhr

Eilmeldungen

Stimmung: Kristallweizig
Musik: Es gibt doch Bier auf Hawai

1. Gerhard Schröder trifft George Bush - Genau zwischen die Augen.

2. Bill Clinton reanimiert - Monica Levinski hilft Gerhard Schröder bei der Lösung harter Probleme!

3. Die Queen liefert Tony Blair an Osama bin Laden aus.

4. Waffeninspekteure auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen in Texas (USA) fündig geworden.

5. Koreanischen Wissenschaftler gelingt das ungeschlechtliche Klonen des "südsibirischen gemeinen Betonwurms".

6. Aktuelle Untersuchung beweist: "Atheisten sind Menschen, die sich während ihres Orgasmus mit niemand unterhalten können."

7. Skandal: Tele Tubbies sammeln Kinderpornos im Internet.

8. Versicherungsbetrug: Stimmbänder von Daniel Küblböck schon vor Unfall deformiert.

9. Finanzminister Hans Eichel auf der Suche nach Schwarzgeld orientierungslos und geistig verwirrt in Liechtenstein aufgegriffen.

10. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Beratungsgesellschaft Accenture wollen fusionieren, damit das lästige Umbuchen der Beraterhonorare von der linken in die rechte Hosentasche entfallen kann.

EINE DER OBIGEN EILMELDUNGEN IST FALSCH!

UNTER DEN RICHTIGEN ANTWORTEN VERLOSEN WIR EIN WOCHENENDE MIT ANGELA MERKEL ODER WOLFGANG THIERSE  AUF EINER EINSAMEN SÜDSEEINSEL.

27.02.2004 um 05:45 Uhr

Medizinisches Wunder

Stimmung: Warte auf Tara
Musik: Chris de Burgh - Here we go again


Helmut Kohl erinnert sich wieder!

«Die F.A.Z. druckt vorab Auszüge aus Helmut Kohls „Erinnerungen“ von 1930-1982. Kohl stellt darin fest, dass seine politische Karriere von den Historikern immer wieder falsch dargestellt wurde. Deshalb hat er jetzt eine Autobiographie geschrieben

Wir dürfen gespannt sein, an was sich Helmut Kohl heute noch erinnern kann, litt er doch schon während seiner 16-jährigen Amtszeit als Bundeskanzler unter erheblichen Gedächtnislücken und „Black-outs“.

Auf den ersten Blick fällt mir an der Meldung in der FAZ auf, dass Helmut Kohl sich nur bis einschließlich 1982 erinnern kann.
Er wird wohl wissen warum. Oder hat er etwa die Zeit danach einfach vergessen?

Aber gerade die Zeit seiner Kanzlerschaft und die Vorgänge um die Wiedervereinigung von Ost und West hätten sicher nicht nur mich brennend interessiert. 
Wir erinnern uns: Damals wurde das sogenannte Volkseigentum in der DDR wie Staatseigentum an West-Aufkäufer verscherbelt, ohne dabei auch nur den leisesten Versuch zu unternehmen, die Interessen der Alteigentümer und Mitarbeiter dieser Unternehmen wirksam zu schützen. Ein vernünftiger Preis für diese Betriebe wurde dabei in den allerwenigsten Fällen erzielt, denn die "Treuhand" (Unterorganisation des Kanzleramtes) hat die Prinzipien der Marktwirtschaft sträflich missachtet, indem sie den schnellstmöglichen Verkauf zur obersten Maxime ihres Handelns erklärte.
Zu Beginn seiner Amtszeit 1982 hatte Helmut Kohl schon genügend Erfahrung gesammelt wie man Mäntelchen flickt, die man über dunkle Geschäfte werfen kann.
Was ihn aber nicht daran hinderte die geistig-moralische Wende in der Bundesrepublik Deutschland zu verkünden.
Und genau da reißt ihm jetzt die Erinnerung ab.
An den nachfolgenden Filz von schwarzen Kassen, unbekannten Spendern und verschwundenen Akten kann oder will er sich auch heute nicht mehr erinnern.
Nach Kohls "Black-out" vor dem Untersuchungsausschuss erstattete der Abgeordnete Schily (der heutige Bundesinnenminister) Anzeige wegen Falschaussage. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren mit der Begründung ein, es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass Kohl die von ihm geleugneten Zahlungsvorgänge „wissentlich“ in Abrede gestellt habe.

Am unrühmlichen Ende seiner Amtszeit hatte Kohl noch getönt, dass man ihn kriminalisieren, ihm den Platz in der Geschichte rauben und seine Zeit als Kanzler verdunkeln wolle.
Jetzt hätte Helmut Kohl doch endlich mal Gelegenheit gehabt Licht in das Dunkel seiner Regierungszeit zu bringen und auch ein paar Sätze über die „Lichtallergie“ seiner Gattin Hannelore und die zeitliche Übereinstimmung ihres Selbstmordes mit dem Urteil des Verwaltungsgerichts erklären, das die Öffnung von Stasi-Akten "zeitgeschichtlich wichtiger Personen" im Namen eines "Opferschutzes" verbietet.

Dass es während der Zeit des Kohl-Regimes im großen Stil zu Geldtransaktionen, Bestechung und Schmiergeldzahlungen nach Mafia-Manier kam, beschäftigt heute noch Gerichte und Medien.
Diese dubiosen Geldgeschäfte ordnen sich fugenlos ein in ein Herrschaftssystem, das jedem demokratischen Maßstab Hohn spricht.
Kohl hatte als eine Art Variante eines postmodernen Feudalsystems um sich Zug um Zug ein auf persönlicher Patronage basierendes Machtsystem aufgebaut, ein System persönlicher Abhängigkeiten, in dem ohne persönliche Begünstigung durch ihn nichts ging. Das hat auch Wolfgang Schäuble, der heute nach dem Amt des Bundespräsidenten lechzt, gewusst und zu spüren bekommen. Das Schmieröl dieses Systems waren, wie immer wieder scheibchenweise bekannt wird, Millionensummen, die im Stil der "ehrenwerten sizilianischen Gesellschaft" beschafft, verwaltet und verteilt wurden.

Schröder wäre ohne Kohl nicht möglich gewesen!
Auch die rot-grüne Regierung, die schon in den letzten Jahren für manche „Überraschung“ gut war und uns auch zukünftig noch viel „Freude“ bereiten will, ist eine Folge des "Systems Kohl" und dessen Erblast.
 
Ich frage mich jetzt ernsthaft, ob zwischen Fettleibigkeit und Hirnschwund der gleiche, von der katholischen Kirche immer behauptete medizinische Zusammenhang besteht, wie zwischen Onanie und Hirnschwund.

Der selbstgefällige korpulente Herr aus Oggersheim sollte uns solche Machwerke der Selbstbeweihräucherung mit jahrzehntelangen Gedächntnislücken ersparen und einfach einmal in seinem Leben die Wahrheit sagen. 

Fragen gibt es wahrlich genug!





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26.02.2004 um 19:07 Uhr

Türkischer Honig

Stimmung: noch 1 mal schlafen bis Freitag
Musik: Easybeats - Monday I have Friday on my mind


Nachdem "Sauergesicht" Angie Merkel die Türken durch nordische Kühle verprellt hat, nutzte Gerhard Schröder jetzt die Gunst der Stunde um den Politikern am Bosporus ordentlich türkischen Honig ums Maul zu schmieren.
Passend zum türkischen Lechzen nach EU-Milliarden konnte es sich der Gerhard nicht verkneifen auch noch rasch ein Kohle-Kraftwerk einzuweihen, das dort mit deutscher Kohle gebaut wurde.

Wir erinnern uns mit Schrecken noch an Gerhards Reise nach China, wo er gleich ein ganzes AKW verscherbelt hat und es dem Joschka "Robin" Fischer mit seinen grünen Mannen in der atomfreien Zone von Notimlandforest die Nasenflügel hochgerollt hat.
Jetzt sollen die Bürger der BRD dieses Ding für 50 Millionen plus 1 Euro von der Firma Siemens kaufen um Gerhards Deal doch noch zu verhindern.
Da hätten wir das Teil doch gleich bei EBAY meistbietend versteigern können.

Und jetzt ist Gerhard unterwegs nach USA.
Oh Gott, oh Gott lasst doch den Mann nicht mehr alleine verreisen!
Wer weiß was er jetzt wieder anstellt!

Das wird uns schlichtweg zu teuer.
Habt Erbarmen!





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26.02.2004 um 05:45 Uhr

Hase und Igel

Stimmung: undefined
Musik: Nachrichten (Schröder in USA) Oh Gott ....


Na, haben sie sich jetzt überlegt zu welcher Bevölkerungsgruppe sie gehören?
Bettler, Tellerwäscher, Aussteiger, Lebenskünstler oder Millionär?

Sagen sie nur, sie gehören auch zu dieser Gruppe Bürger bei denen unsere Politiker so gerne saisonabhängig ihren "Ermessensspielraum" anwenden. Denn vor der Wahl sind die Adressaten ihrer Hirnblähungen von "Geben" und "Nehmen" die Normalverdiener und die Geringverdiener. Nach der Wahl sind es dann die Besserverdiener.

Sie können sich nicht entscheiden, zu welcher Gruppe sie dazu gehören (wollen)?
Als Orientierungshilfe können sie ja noch mal hier hier nachlesen.
Ich denke aber es ganz wichtig ist für welche Gruppe sie sich entscheiden – für sie, nicht für mich.

Warum?
Ja haben sie denn noch nichts von "Basisversorgung", Niveausicherungsklausel", "Demografie", "Nachhaltigkeitsfaktor" und "Grundsicherung" gehört.
Ach, Sie glauben, das geht sie nichts an?

Also ich denke mal, wenn sich die Frau Ulla Schmidt über etwas freut, dann sollten sie schon aus Erfahrung äußerst misstrauisch werden.
Denn die Begeisterung von Frau Schmidt gilt einem Wortungetüm namens "Niveausicherungsklausel", mit der die SPD-Fraktion die geplante Rentenreform nachbessern will. Die Regierung will damit garantieren, dass die gesetzliche Rente ein bestimmtes Mindestniveau nicht unterschreiten darf. So möchten die Genossen nicht nur die Senioren beruhigen, die sich von dem Reform-Mix aus Praxisgebühren, Nullrunde und höheren Kassenbeiträgen besonders getroffen fühlen, sondern auch die aktiv Werktätigen beruhigen.
Nach dem Konzept der rot-grünen Koalition soll dafür der so genannte Nachhaltigkeitsfaktor sorgen. Er lässt die Renten künftig jedes Jahr etwas langsamer steigen als die Löhne. In der Folge rutscht das Niveau der Renten bis zum Jahr 2030 von heute rund 53 auf dann gut 43 Prozent der Bruttolöhne ab.

Ein Normalverdiener, der seit seinem 20. Lebensjahr gearbeitet hat, bekommt heute eine Monatsrente von rund 1.100 Euro. Nach dem Regierungskonzept schrumpft der Anspruch, in heutigen Werten gerechnet, bis 2030 auf 880 Euro; ein Minus von 20 Prozent.
Wer nur fünf Jahre weniger gearbeitet hat, muss sich mit einem Altersgeld von gut 780 Euro zufrieden geben. Die Rente würde nur noch die Hälfte des Nettoverdienstes betragen.

Noch niedriger wäre das Ruhegeld für einen Geringverdiener.
Wer heute nur um die 1.100 Euro Netto verdient (80% des Normalverdieners) und 40 Jahre arbeitet, erhält nach dem Regierungskonzept nur noch eine Rente von 625 Euro, so viel wie Sozialhilfe.

Die meisten Arbeitnehmer können künftig selbst nach langem Berufsleben nur noch mit einer Minirente rechnen, die knapp über dem Existenzminimum liegt.
Warum aber sollten sie Beiträge zahlen, wenn sie im Alter ohnehin nicht mehr herausbekommen als die Sozialhilfe?

Was mit dem Besserverdiener ist?
Na, der hat es ein (kleines) bisschen besser. Denn der liegt mit seinem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze und ist nur mit diesem Teil seines Einkommens sozialversicherungspflichtig. Für den übersteigenden Teil bezahlt er keine Beiträge zur Rentenversicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung.
Und fast noch wichtiger ist, dass ein höheres Bruttoeinkommen den Wechsel in die Private Krankenversicherung (PKV) ermöglicht.

Wie lange das für einen Besserverdiener gut geht?
Solange er schneller mehr verdient, als unsere Gesundheitsministerin die Beitragsbemessungsgrenze anheben kann.

Denn sie kündigte bereits an, die Versicherungspflichtgrenze "massiv" anzuheben. Ziel der SPD-Pläne ist es, mehr "gut verdienende junge Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen", als Beitragszahler in der Gesetzlichen Krankenversicherung zu halten, indem ihnen die Wechseloption in die private Krankenversicherung genommen wird.

Es gibt nur eine Möglichkeit diesem Schneeballsystem zu entkommen:
Werden sie Vorstand einer Aktiengesellschaft oder geschäftsführender Gesellschafter einer GmbH! Oder sie machen sich gleich selbstständig!
Denn dann sind sie nicht mehr sozialversicherungspflichtig.

Aber aufpassen wegen der "Scheinselbstständigkeit" und dem "Gestaltungsmissbrauch".
Denn so eine missglückte Flucht vor den Sozialsystemen kann für den Flüchtling richtig teuer werden.

Vielleicht ist Auswandern doch die bessere Alternative.





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25.02.2004 um 05:45 Uhr

Verdiener

Stimmung: konditionell schwächelnd & mental aggressiv
Musik: Brian May & Slash & Queen & Guns n Roses


Mal eine etwas indiskrete Frage.

Sind sie Millionär? Oder nur Besserverdienender, Normalverdiener oder Geringverdiener?
Bei Millionär ist es klar, wie der Name schon sagt mindestens eine Million Vermögen.

Aber um eine echte Definition der "Besserverdiener", „Normalverdiener“ und „Geringverdiener“ haben sich Politiker und Statistiker bisher gekonnt herumgedrückt.
Ich habe auch nach langer, langer Recherche im Internet eigentlich nichts gefunden, was mit konkreten Einkommenszahlen diese Gruppen einigermaßen voneinander unterscheidet.

Besserverdiener
Heißt "besser" mehr als gut, mehr als normal oder mehr als schlecht zu verdienen? Schulterzucken im Arbeitsministerium, demonstrative Ahnungslosigkeit im Sozialministerium. Da handele es sich wohl eher um eine "politisch interpretationsfähige Größe" statt um einen objektiv festlegbaren Wert, sagt schließlich ein Ministerieller.
Zumindest sei aber klar, was ein Besserverdiener nicht sein könne: Krankenpfleger, Verkäuferin oder allein erziehender Vater/Mutter mit drei Kindern.
Nach der Definition im amtlichen Armuts- und Reichtumsbericht gilt bereits als reich, wer mehr als das Doppelte des Durchschnittseinkommens verdient. Macht also etwa 4.400 Euro brutto - und trifft ungefähr den tariflichen Durchschnittslohn eines kaufmännischen Angestellten im Bauhauptgewerbe, eines Ressortleiters bei der Telekom oder eines Verkaufsleiters.
Vor allem für Sozialpolitiker gilt als Besserverdiener, wessen Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung liegt - macht also etwa 3.500 Euro brutto monatlich.

Normalverdiener
Der Normalverdiener liegt also vermutlich unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze. Ihm reicht sein Einkommen gerade so zum Leben. Er kann davon den täglichen Bedarf und seine Grundbedürfnisse befriedigen, aber er muss sparsam mit seinen Einkünften umgehen. In den letzten Jahren ist das große Durchwursteln für den Normalverdiener zum Normalzustand geworden. Derzeit bringt Otto-Normalverdiener monatlich knapp 2.200 Euro brutto nach Hause (macht netto etwa 1.435 Euro).

Geringverdiener
Wer unter 1.400 Euro Monatseinkommen liegt, der war schon länger Stammkunde bei Aldi und Lidl, wo es all die billigen Sachen gibt. Das ist keine freiwillige Entscheidung des mündigen Konsumenten. Das ist nicht geil und hat mit Geiz nichts zu tun. Geringverdiener müssen einfach mit dem Cent rechnen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Kurz gesagt sind Geringverdiener eine Bevölkerungsgruppe unterhalb der Normalverdiener und oberhalb der Sozialhilfeempfänger.

Zitat aus dem Monatsbericht 09.2002 des Bundesministerium der Finanzen (BMF)
«Gegenüber der OECD-Vergleichsstudie für das Jahr 2000 ist die Steuerbelastung für die in Rede stehenden Personengruppen weiter gesunken.
Bei der effektiven Steuerbelastung nimmt Deutschland weiterhin eine günstige Position ein, insbesondere bei den Verheirateten mit einem Normalverdiener und zwei Kindern, während sich Deutschland unter Einbeziehung der Sozialabgaben im oberen Mittelfeld wiederfindet, insbesondere bei der Abgabenbelastung für gering verdienende Alleinstehende ohne Kinder.
Auch wenn in Deutschland die Abgabenbelastung von Ledigen ohne Kinder sowie von Verheirateten mit Kindern im internationalen Vergleich zum Teil immer noch relativ hoch ist,
werden hierdurch auch die Grenzen solcher Vergleiche über Steuern finanziert (z. B. Dänemark), was im Vergleich der reinen Steuerbelastungsquote erkennbar wird, nach der Deutschland eine erheblich bessere Position aufweist.»

Fakt ist, dass Deutschland bei der Belastung eines Ehepaares mit 2 Kindern weltweit den dritten Platz, hinter Dänemark und Belgien, belegt.
Bei der Belastung eines Single mit Steuern und Abgaben gewinnt Deutschland sogar die Silbermedaille.

Weiter heißt es im Monatsbericht 09.2002 des BMF:
«Anders als z. B. in den angelsächsischen Staaten wird mit den relativ höheren Sozialabgaben in Deutschland ein gut ausgebautes System der sozialen Sicherung finanziert, das eine auf das Lebensarbeitseinkommen bezogene Altersversorgung gewährleistet und im Pflege- und Krankheitsfall eine qualitativ hochwertige Versorgung bietet.»
 
Das steht wirklich so in diesem Monatsbericht!
Ich habe den Satz auch nicht aus dem Zusammenhang gerissen!
Aber jetzt wissen wir wenigstens, dass wir durch unsere hohen Sozialabgaben ein gut ausgebautes System der sozialen Sicherung finanzieren, das uns eine gute Altersversorgung gewährleistet und im Krankheitsfall eine qualitativ hochwertige Versorgung bietet.

Die Jungs vom BMF glauben das anscheinend wirklich.
Die sollten vielleicht mal in die Tageszeitungen sehen oder die Neujahrsansprache unseres Bundeskanzlers lesen, bevor sie einen solchen Nonsens zu Papier bringen.





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24.02.2004 um 05:45 Uhr

Control String Tanga

Stimmung: verkatert
Musik: Oh happy day


Die Zeiten, als unsere Damenwelt während der kalten Jahreszeit noch Baumwollschlüpfer mit Beinansatz trug, sind längst vorbei.
Auch in den weiblichen Bereich zwischen Knie und Hüfte scheint die Elektronik nun Einzug gehalten zu haben.
Gerade rechtzeitig zu den tollen Tagen gibt es jetzt für 7,99 € pro Doppelpack bei Tchibo den

«Control String Tanga mit Feuchtigkeitssensor, SMS und GPS Anzeige zur nächsten freien Toilette.
Gehen sie auf Nummer Sicher, denn auch bei Aufnahme größerer Mengen alkoholischer Flüssigkeiten erinnert sie der Control Tanga String  diskret und in jeder Situation zuverlässig durch frei wählbare Klingeltöne – natürlich bevor es zu spät ist
Und nur solange der Vorrat reicht: Sondermodelle mit eingebautem elektronischem Paarungsverhinderer und individueller PIN. Beugen sie vor, denn es soll ja schon Damen gegeben haben, die nach den tollen Tagen ihre Tage nicht mehr hatten. Wählen sie die doppelte Sicherheit, denn Vorbeugen hilft nicht immer Verhindern, wenn man meint das Schlimmste hinter sich zu haben. Im dringenden „Notfällen“ kann auch die PIN vom Callcenter per SMS zugeschickt werden. Dieser Service unseres Kopulationspartners ist jedoch kostenpflichtig.»

Ich natürlich nix wie hin zu Tchibo. Offiziell um Kaffee zu kaufen und inoffiziell um mir diese Wunderwerke aus einem Hauch von Nichts anzugucken.

Pech gehabt, alles schon verkauft.
Während ich zusammen mit fünf anderen Männern im Shop rumstand und genüssliches Kaffeetrinken vortäuschte, hörte ich die Verkäuferin sagen, dass ihnen die Närrinnen die Dinger aus der Hand gerissen hätten.

Ich weiß nicht, ich weiß nicht!
Um diese Jahreszeit!
Die geben doch nicht warm die Dinger, so ganz ohne Beinansatz.


 


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23.02.2004 um 05:45 Uhr

Kartenmissbrauch

Stimmung: Helau
Musik: Heile heile Schwänzsche


Sicher tragen Sie auch jede Menge Kreditkarten, Bankkarten, Bahncards, PayBack, Miles&More und sonstige Kundenbindungsinstrumente verschiedener Dienstleister mit sich herum.
Bei allen diesen Karten sind irgendwelche Sicherungsmechanismen gegen Missbrauch eingebaut. Und alle haben gemeinsam, dass Sie bei Ihrem Vertragspartner ein eigenes, individuelles Kundenkonto haben, auf dem die Transaktionen, die mit Ihren Karte durchgeführt werden, aufgezeichnet werden.
Meist jeden Monat erhalten Sie einen Kontoauszug und haben 14 Tage Zeit Einwendungen gegen die Buchungen vorzubringen. Trotzdem ist Kartenmissbrauch nicht ganz auszuschließen.

Jetzt habe ich in einer älteren Ausgabe der Rheinischen Post vom 13.1.2004 gelesen, dass den Krankenkassen durch den Missbrauch ihrer Chipkarten ein Schaden von etwa 800 Millionen Euro entsteht.
Da bin ich aber zusammengezuckt, denn das ist eine Menge Holz, das von den Beitragzahlern im Rahmen des Solidarpaktes ja mitaufgebracht werden muss.

Jetzt geht eine Krankenkasse erstmals gegen diesen Missbrauch vor.

Ja, mein lieber Freund, sie haben richtig gelesen.
Erstmals!
Eine Krankenkasse!
Und wenn sie jetzt glauben, dass das eine von den großen Krankenkassen, wie etwa die AOK oder die DAK ist, die gegen den Kartenmissbrauch vorgeht, dann haben sie sich getäuscht.
Es ist die BKK-VBU (Betriebskrankenkasse Verkehrsbau), die seit Jahresbeginn 2004 als bundesweit erste und bislang einzige ein PILOTPROJEKT gestartet hat, das mit Hilfe neuer Softwareprogramme die unrechtmäßige Benutzung von Chipkarten entscheidend ERSCHWEREN soll.

Auf nüchternen Magen hätte ich diese Nachricht nicht ertragen. Nicht nach Praxisgebühr und höheren Medikamentenzuzahlungen mit einhergehender Leistungsreduzierung der Krankenkassen.
800 Millionen Euro jährlich sind wohl Peanuts in unserem Gesundheitswesen?

Mit steigendem Adrenalinspiegel, der für einen Herrn meines Altern durchaus nicht gesund ist, lesen ich in der Frankfurter Rundschau weiter:
«In Baden-Württemberg ist nach AOK-Angaben versuchsweise eine Karte mit integriertem Foto des Inhabers eingeführt worden. Wo dies noch nicht der Fall sei, müssten die Ärzte diejenigen Patienten genauer überprüfen, die sich erstmals in einer Praxis vorstellten, sagte AOK-Sprecher Rainer Eikel. Beispielsweise könne man das nicht auf der Karte ausgewiesene Geburtsdatum des Patienten erfragen oder den Personalausweis verlangen.
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin hielt diese Maßnahme allerdings für unpraktikabel. Das Verlangen des Personalausweises könne zur "Diskriminierung einzelner Patienten" führen, sagte KV-Sprecherin Annette Kurth. Zudem bedeute dies zusätzlichen Arbeitsaufwand für die Praxen. Die Krankenkassen sollten daher konsequenter als bisher die Karten von verstorbenen Versicherten oder zu anderen Krankenkassen gewechselter Patienten zurückverlangen.»

„Diskriminierung einzelner Patienten“ und „zusätzlichen Arbeitsaufwand für die Arztpraxen“ führt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin als Ablehnungsgrund an.
Und was ist mit der Praxisgebühr? Was ist mit den Medikamentenzuzahlungen?
Ist das keine Diskriminierung der Patienten?
Ist das kein zusätzlicher Arbeitsaufwand für die Arztpraxen und Apotheker?

Da werden uns Versicherten die Ohren blutig gejammert, dass die Krankenkassen kein Geld haben und schon wieder, auf die eine oder andere Art, in die Taschen der Versicherungsnehmer greifen müssen.
Und gleichzeitig werden seit Jahren jährlich 800 Millionen Euro, zur Erinnerung – das sind mehr als 1,5 Milliarden DM- für NICHTVERSICHERTE ausgegeben.

Und keiner kümmert sich drum! Kommt ihr mir noch mal mit Beitragserhöhungen!

Ich geh mich jetzt erbrechen.




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22.02.2004 um 05:45 Uhr

Gebeamt?

Glauben Sie dass Politiker die Wahrheit sagen?
Glauben Sie, dass man Massenvernichtungswaffen so verstecken kann, dass man sie nicht mehr findet?

Ich weiß ja nicht so genau, wie Massenvernichtungswaffen aussehen, aber ich denke wenn ich welche sehen würde, wäre mir sofort klar, dass das Massenvernichtungswaffen sind.

Vielleicht hat Saddam die Waffen ja eigenhändig im Sand der irakischen Wüste verbuddelt und jetzt findet sie keiner mehr. Ich habe mal als Kind, einen gebrauchten Kaugummi (einen von den großen rosaroten Bubble Gum) im Sandkasten verloren. Nur durch Zufall habe ich ihn einige Tage später wiedergefunden. Mir hat er noch geschmeckt, aber meine Mutter hat ihn dann in den Mülleimer geworfen. Was für eine Verschwendung!

Ich versteh jetzt die ganze Aufregung wegen den nicht gefundenen Massenvernichtungswaffen nicht. Wenn George Bush sagt, dass da welche waren, dann wird er sicher seine Gründe dazu haben. Und wenn wir sie finden würden, müssten wir sie ja gleich wieder eingraben, denn die Dinger sind ja gefährlich.

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass der George Bush in der letzten Zeit ein auffälliges Interesse für den Weltraum entwickelt hat.
Und ich glaube ich weiß auch warum!
Denn der Saddam hat die Massenvernichtungswaffen auf den Mars gebeamt. Beamen kennen sie doch aus Raumschiff Enterprise, oder? Das ist diese Science Fiction Serie, in der die Darsteller immer in Strumpfhosen und engem Leibchen rumlaufen, der Zuschauer aber trotzdem den Eindruck hat sie wären geschlechtslos. Aber dies nur am Rande.

Also der George Bush weiß, dass die Massenvernichtungswaffen auf dem Mars sind.
Deshalb will er ja auch so ein großes Weltraumprogramm machen und hat diese komischen Suchroboter schon mal vorgeschickt um sich auf dem Mars umzusehen.

Sie wissen schon diese Suchmaschinen mit den komischen Namen, Snuffy IV oder Google III.
Die rattern jetzt das oben durch den Marssand und suchen und suchen und suchen und .....

Jetzt habe ich gelesen dass der Mars-Rover "Spirit" feststeckt. Er hat sich beim Ausparken verklemmt, was ihn aber nicht daran hinderte spektakuläre Bilder zur Erde zu funken. Probleme mit dem Computerspeicher soll es gegeben haben, obwohl das Betriebssystem nicht von dieser Firma aus Seattle stammt.

Und das Zwillingsmobil "Opportunity" steht jetzt mit allen sechs Rädern fest auf dem Marsboden. Eine Woche nach seiner Ankunft auf dem roten Planeten hatte der Rover sein Landegerät verlassen und schon sagenhafte drei Meter zurückgelegt.
Die europäische Sonde "Mars Express", die seit Ende Dezember den Roten Planeten umkreist, hat bisher ihrem Namen noch keine Ehre gemacht und konnte sich noch nicht zur Landung entschließen.

Wenn das so weitergeht mit den Explorern, dann steht zu befürchten, dass es zu einer Art Rushhour mit den bereits von der Erde bekannten Stau- und Sicherheitsproblemen kommen könnte.

Aber jetzt warten wir erst mal ab, was die Roboter da oben finden.
Kann ja nicht mehr so lange dauern, bis sie den Mars abgesucht haben, hat doch "Opportunity" schon drei Meter zurückgelegt. Rechtzeitig zu den Präsidentschaftswahlen in den USA müsste er dann die Massenvernichtungswaffen gefunden haben, sonst könnte es eng werden für George Bush.

Ich bin mir sicher, dass einer der Marsroboter einige spektakuläre, türkische Bilder senden wird, denn George Bush kennt sich aus mit türkischen Bildern.

Äh, ich meine natürlich mit getürkten Bilder.





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21.02.2004 um 05:45 Uhr

Raser

 
Seit dem Prozessbeginn gegen den Autobahnraser von Karlsruhe melden sich in allen Medien die von rücksichtlosen Rasern auf bundesdeutschen Autobahnen Genötigten und Drangsalierten.
Jeder gibt gerne seinen Senf dazu, was ihm mit diesen Verkehrsrowdies schon so alles passiert ist und gibt dazu noch gute Ratschläge wie man sich dagegen wehren kann.

Und (fast) alle Anrufer sind gottfroh, dass dieser berufsmäßige Autobahnkiller mit seiner 460 PS starken arbeitgeberseitig gestellten Mördermaschine jetzt ins Gefängnis muss. Leider, leider nur für 18 Monate, lebenslänglich mit anschließender Sicherheitsverwahrung wäre für so einen Verrückten besser gewesen.

Kaum ein Forum im Internet, in dem dieses Thema nicht zu konträren Ansichten und teilweise zu Diffamierung der Andersdenkenden führt.
Wen wundert’s, sind doch fast alle volljährigen Bürger im Besitz eines Führerscheins und auf die eine oder andere Art auch Verkehrsteilnehmer.
Das trifft auch auf mich zu.

Ich war heute mit dem PKW einige Stunden auf bundesdeutschen Autobahnen unterwegs und konnte mir im Radio diese Erfahrungsberichte meiner Mitmenschen über den Umgang mit notorischen Dränglern in aller Ruhe anhören. Eigentlich hätte es ein schöner Tag für mich und den BMW 740i mit 270 PS, 8-Zylinder Motor mit 4 Liter Hubraum und einem Leergewicht von knapp 2 Tonnen werden können. Die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs beträgt zwar 250 km/h, aber ich rollte fast gemächlich mit  160 – 180 km/h über den morgendlichen Beton und Asphalt der A5 von Freiburg kommend in Richtung Frankfurt!

Doch da!
Da sprengten plötzlich in die Quer, die Polos, Fiestas, Corsas, Puntos, Clios und Unos daher!
Ergänzt durch einige Audis, BMW und Mercedes älteren Baujahrs oder solchen mit zwei oder mehr potent aussehenden Auspuffrohren. Dazwischen noch kleinere Lieferwagen, Kombi und diese neuartigen, allradgetrieben Geländewagen.

Vorbei mit Friede, Freude und Eierkuchen. Vorbei mit Reisen statt Rasen.
Jetzt wird geblinkt, die Fahrspuren gewechselt, eingeschert, ausgeschert, gebremst, drängelt, gebummelt, nur links gefahren und -das ist das besonders Schöne auf deutschen Straßen- gelehrmeistert.
Zwischen die Kleinwagen, die in schöner Einigkeit, Stoßstange an Stoßstange mit 100-130 km/h ohne genügenden Sicherheitsabstand (Faustregel: Geschwindigkeit / 2) in Richtung Arbeitsplatz brettern fahre ich mit dem BMW wie ein heißes Messer in die Butter.

Plötzlich habe ich den TÜV-Stempel eines Opel Coma direkt vor der Motorhaube.
Die Geschwindigkeit des Fahrzeugs bewegt sich knapp im dreistelligen Bereich und scheint außerdem in direktem Zusammenhang mit dem Rhythmus des Blinkers zu stehen.
Das stört aber die Fahrerin wenig, denn während ich das ABS unter dem Bremspedal arbeiten spüre um schnellstmöglich knapp 100 km/h Geschwindigkeitsunterschied in Wärme und Reibung umzuwandeln, hat sie mich noch nicht einmal bemerkt. Die eine Hand lässig mit dem Handgelenk auf dem oberen Rand des Lenkrades, die andere Hand am Handy und den Kopf gegen die Seitenscheibe geneigt, ist ihr der Blick in Innen- und Außenspiegel verwehrt.
Also warte ich geduldig hinter ihr, bis sie der Meinung ist, mit ihrem Fahrzeug den Überholvorgang beenden zu können. Dass der Überholte längst beim letzten Parkplatz zum Pinkeln abgebogen ist, hat sie überhaupt nicht registriert.

Ich sehe endlich die freie Fahrspur vor mir, drücke das Gaspedal durch, spüre den Schub der Hinterräder, sehe die Tachonadel auf 170 km/h hochschnellen und trete voll in die Eisen, weil der dunkelgrüne Mercedes älteren Baujahres mit blau qualmender Dieselfahne zum Überholen des noch 400 Meter weit entfernten LKW’s ansetzt. Auch dieser Fahrer kann mich nicht gesehen haben, denn in seinem Innenspiegel kann ich nur seine Stirnglatze erkennen und im linken Außenspiegel nur seinen schiefhängenden Krawattenknoten.
Der Geschwindigkeitsunterschied zum vorausfahrenden LKW ist minimal. Wenn der ältere Herr in diesem Tempo weiterzuckelt könnte er den Lastwagen noch vor Einbrechen der Dunkelheit erreichen.
Ich versuche ihn mit gesetztem Blinklicht auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, was er mir jedoch mit einer Vollbremsung dankt.
Meine Bremsen sind besser als seine, aber hinter mir ertönt das Quietschen und Pfeifen blockierter Reifen. Ich warte auf den Knall und mir wird bewusst, dass es noch Fahrzeuge ohne ABS geben muss.
Der Mercedes vor mir drosselt seine Geschwindigkeit weiter und ich sehe den Lastwagen am Horizont enteilen. Rechts von mir brettert der Opel Coma vorbei, die junge Dame telefoniert noch immer.
Ich entschließe mich ihr zu folgen, wechsle ordnungsgemäß die Fahrspur und beschleunige.
Der Herr im Mercedes beschimpft mich wild gestikulierend mit ausgestrecktem Zeigefinger in beliebigen Positionen. Ich lasse ihn und sein stinkendes Dieselfahrzeug mit heftig blinkender Lichthupe rasch hinter mir. Während ich schnell zur Dame mit Handy im Opel Coma aufschließe und sie gerade noch rechtzeitig daran hindern kann mir schon wieder vor die Schnauze zu fahren, wird im Autoradio weiter über den Autobahndrängler von Karlsruhe berichtet.
In rascher Folge überhole ich mehrere Fahrzeuge ohne Probleme. Einen Kleinlaster der ohne Blinker die Fahrspur wechseln will halte ich mit der Lichthupe in Schach, denn auch die Leistungsfähigkeit des besten ABS ist irgendwann beendet. Der Fahrer des Kleinlastern bedankt sich für sein kurzes Schlangenlinienmanöver mit einem langanhaltenden Hupkonzert. 
Hinter mir nichts mehr, alle abgehängt und beständig kleiner werdend im Rückspiegel. Vor mir weiter vorne nur noch ein Fahrzeug, korrekt rechts fahrend. Alles OK! Alles im grünen Bereich!

Denkste!
Der rechts fahrende PKW entdeckt plötzlich, -wie ich auch- einen Lastwagen in der Autobahneinfahrt, gefolgt von einer Reihe ungeduldiger PKW. Obwohl der Lastwagen noch nicht einmal die Beschleunigungsspur erreicht hat, hält es der Fahrer des vor mir fahrenden VW Kombi für angebracht die Fahrspur schon mal zu wechseln. Mich hat er dabei offensichtlich übersehen, denn er zuckt erst dann erschrocken zusammen als ich mit rauchenden Reifen neben ihm auftauche. Erst macht er ein Gesicht als wäre ich vom Himmel gefallen und dann blickt er starr gerade aus und scheint mich ignorieren zu wollen. Ich hätte ihm aber soviel zu sagen.
Während ich noch versuche den Blickkontakt mit dem Fahrer links von mir herzustellen um mich für den heftigen Verbrauch von Reifengummi zu bedanken, kann es der Fahrer des ersten PKW hinter dem Lastwagen, der zwischenzeitlich die Beschleunigungsspur gerade erreicht hat, nicht erwarten und setzt zum Überholmanöver an. Dazu überfährt er die noch durchgezogene Linie, die hier die Beschleunigungsspur von der Autobahn trennt. Dreck, Steine und zerquetsche Bierdosen fliegen hoch. Es prasselt auf meiner Windschutzscheibe als würde ich durch einen Sandsturm fliegen. Bei dem Wagen der meiner Windschutzscheibe eine Sandstrahlung zukommen lässt, handelt es sich um einen VW Golf, der auch schon bessere Zeiten gesehen hat. Einige Aufkleber auf der Heckscheibe, darunter einer mit der Aufschrift „Kevin an Bord“ und daneben „Überholen sie ruhig – ich kaufe ihren Schrott auf“.
Der Schriftzug GTI scheint ebenso selbstgemacht zu sein, wie der doppelrohrige Auspuff, der das Fahrzeug zwar mit einem sonoren Sound ausstattet aber nicht mit Speed. Und Speed könnte er jetzt dringend brauchen, denn ich bin trotz Gewaltbremsung nur noch wenige Meter von seiner verrosteten Stoßstange weg. Links von mir fährt immer noch der VW Kombi, vermutlich um mich zu bestrafen, weil ich ihn so erschreckt habe.
Ich bin eingekeilt, doch die Situation löst sich sofort, da der Lastwagen durch Blinkzeichen anzeigt, dass er jetzt auf die Autobahn auffahren möchte. Da der Golf seinen Überholvorgang noch nicht abgeschlossen hat, zieht er abrupt nach links um dem Lastwagen Platz zu machen. Während neben mir der Fahrer des VW Kombi heftig bremst, trete ich das Gaspedal durch bis zum Bodenblech, denn vor mir ist die Autobahn nun frei. Zwar bin ich zum Überholen auf der falschen, weil rechten Fahrspur, aber das ist mir egal. Ich handle in Notwehr. Der BMW schießt nach vorne. Der Lastwagen rechts verschwindet und der röhrenden Golf auf der linken Fahrspur wird zum Punkt am Horizont.

Während ich mehrere Fahrzeuge ohne Probleme passiere und im Radio einer Expertengruppe lausche, die über die Problematik des notorischen „Links fahren“ und die Gefährlichkeit von „Rechts überholen“ diskutiert, bemerke ich im Rückspiegel einen schwarzen Punkt, der schnell größer wird. Auf meinem Tacho steht der Zeiger auf 180 km/h, der Punkt hinter mir ist schneller. Viel schneller. Ein Porsche, schwarz wie die Nacht, elegant, schön und gefährlich wie eine Raubkatze. Er schließt zu mir auf, hält genügend Abstand aber es ist klar, dass er auf die Gelegenheit wartet um mich zu überholen.
Auf der rechten Fahrspur fliegen Lastwagen, Wohnwagengespanne und PKW an uns vorbei. Ich sehe weiter vorne eine passende Lücke auf der rechten Spur, groß genug um den Porsche passieren lassen zu können. Ich zeige meine Absicht mit dem Blinker frühzeitig an. Der Porsche versteht, beschleunigt und schließt auf. Als ich auf die rechte Fahrspur in die etwa 300 Meter lange Lücke zwischen zwei LKW einschere röhrt neben mir der Boxermotor auf und der Porsche schießt an mir vorbei. Ein schönes Bild – Eleganz und Kraft- das nur dadurch gestört wird, dass der PKW hinter dem Kleinlastwagen vor mir ohne Blinker nach links ausschert.
Ich sehe die Bremslichter des Porsche aufglühen, die Luft färbt sich leicht bläulich und ich warte auf den Knall. Doch der Porschefahrer schafft es noch seinen Wagen von ca. 240 km/h so herunterzubremsen, dass er nicht auffährt.
Aber verdammt knapp war es schon.

Im Radio kommt die Nachricht, dass der Raser von Karlsruhe wegen fahrlässiger Tötung zu 18 Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt wurde. Mit Tempo 220 bis 250 fuhr er auf der linken Fahrspur der dreispurigen A5 bis auf wenige Meter auf den KIA-Kleinwagen einer jungen Frau auf. Vor Schreck verriss die Frau ihr Lenkrad, schleuderte über die beiden Fahrspuren und den Standstreifen und prallte neben der Autobahn in den Wald. 
Die Frau und ihre zweijährige Tochter auf der Rückbank waren sofort tot.

Mir wird schlecht, denn in dem Kleinwagen, der vor dem Porsche versucht mit 120 km/h einen mit 110 km/h fahrenden Kleinlaster zu überholen, sitzt eine junge Frau und auf der Rückbank ist ein Kindersitz zu erkennen.
Vermutlich hört sie kein Autoradio und das Fahrzeug hat sicher auch keine Rückspiegel, denn die junge Frau macht mir nicht Eindruck, dass sie bemerkt hat, wie knapp sie gerade dem Tode entronnen ist.




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20.02.2004 um 05:45 Uhr

Pickerl


Es ist schon erstaunlich, was sich um die Einführung einer entfernungsabhängigen LKW-Maut in der Bundesrepublik Deutschland abspielt.

Bei dem ganzen Desaster wird ja vergessen, dass es sich um eine zusätzliche Steuer handelt, die da erhoben wird. Und wie das so üblich ist, bei Kosten die einen Unternehmer treffen, wird er diese im Rahmen seiner Kalkulation, wenn der Markt dies zulässt, in seine Preise einfließen lassen (müssen).
Kann der Unternehmer keine kostendeckenden Preise am Markt durchsetzen, wird er sich aus diesem Geschäftsbereich zurückziehen (müssen), oder den Betrieb ganz schließen (müssen).

Egal wie, die zusätzliche Steuer hat ganz erhebliche Auswirkungen auf die unterschiedlichsten Wirtschaftsbereiche.
Besonders inländische Spediteure leiden unter dieser Maut, denn ihre standortbedingten Rahmenbedingungen sind ein erhebliches Handicap im Wettbewerb mit osteuropäischen Transportunternehmern. Welche Auswirkungen die Maut auf die deutschen Spediteure und deren Arbeitsplätze hat, werden wir sicher bald sehen.
Da die Mautgebühr ganz oder teilweise in die Preiskalkulation von  Waren und Dienstleistungen einfließen wird, werden diese sicher nicht billiger. Das trifft für alles zu, das nicht am Ort seiner Herstellung benutzt, verbraucht oder gegessen wird.

Und das ist praktisch Alles.
Das bedeutet, dass die vom Bund eingenommenen Mautmilliarden, -ca. 180 Millionen pro Monat-,  letztendlich vom Endverbraucher bezahlt werden.
Natürlich zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer, das sind dann noch mal ca. 25 – 28 Millionen Euro. Auch pro Monat natürlich!
Ein doppeltes Geschäft für Vater Staat.
Vater? Ein schöner Vater ist mir das! Finanzielle Nötigung, nenne ich das!
Finanzieller Missbrauch von Abhängigen sollte genauso strafbar sein wie sexueller Missbrauch, dient doch Beides der Befriedigung niedriger Instinkte.

Ganz unabhängig davon, dass es zu einer Kostenexplosion kommen wird, der niemand ausweichen kann, der in diesem Lande lebt und sich und seine Familie ernähren muss, lese ich jetzt auch noch in der Frankfurter Rundschau:

«Maut-Pleite reißt tiefes Haushaltsloch - Für die von Rot-Grün geplante Verkehrswende fehlen 6,5 Milliarden»

Jetzt habe ich aus meiner Schulzeit ein „Loch“ immer verstanden als „Nichts“ mit „Was“ drum rum. Also können Löcher nur da entstehen, wo vorher schon etwas war. Aber da wo die Maut jetzt fehlt, da war vorher ja gar nix. Also kann es –rein physikalisch-  auch kein Loch geben.

Das Problem entsteht doch nur dadurch, dass unsere cleveren Politiker das Geld schon verplant haben, bevor sie es hatten.
Sowas macht kein guter Kaufmann !!!!
Und noch besser wird es, dass man sich als Auftraggeber den finanziellen Erfolg des Mautsystems auch noch von den Auftragnehmern garantieren lassen will.
Sowas macht kein guter Kaufmann !!!!

Die Verhandlungen waren vor allem daran gescheitert, dass Toll Collect die Haftungsansprüche des Bundes nicht akzeptierte. Den maximalen Schaden des Bundes beziffert Stolpe in einem Schreiben an Toll-Collect auf "rund 6,5 Milliarden Euro". Diese Summe will der Bund dem Konsortium in Rechnung stellen

Natürlich sehen unsere Politiker die Verantwortung für das Scheitern der Verhandlungen bei den Mutter-Konzernen des Konsortiums Toll Collect: Deutsche Telekom, Daimler Chrysler und Cofiroute. Diese hätten den Staat als "Melkkuh" missbrauchen wollen.
Und der Kanzler nahm seinen Ossi-Quoten-Verkehrsminister Stolpe gegen Kritik ausdrücklich in Schutz. Es wäre "unfair, irgendeine Schuld bei Herrn Stolpe zu suchen".

Was qualifiziert diesen Mann eigentlich als Verkehrsminister und Verhandlungspartner für den Prototypen eines satellitengestützten Mautsystems?
Seine Mitarbeit in der Verwaltung der evangelischen Kirchen in Ostdeutschland, oder seine Tätigkeit als stellvertretender Vorsitzender des evangelischen Kirchenbundes der DDR  und die damit vermutlich verbundenen Beziehungen zum lieben Gott?

Im Leitartikel vom Heidelberger „Wochenkurier“ heißt es über Manfred Stolpe:
«Der evangelische Theologe, mutmaßliche ehemalige Stasispitzel und jetzige Verkehrsminister Manfred Stolpe hat 16,3 Millionen Euro für seine Maut-Berater investiert. Dass er von Satellitennavigation und Funktechnik nichts versteht, ist begreiflich. Auch die Fachabteilungen des Verkehrsministeriums scheinen ahnungslos zu sein. Kurzum: Das Maut-Desaster ist vollendet. »

Nach dem Scheitern der Maut-Verhandlungen ist völlig offen, wann jetzt in Deutschland ein streckenabhängiger Wegezoll für Lastwagen erhoben werden kann. Der von Rot-Grün geplanten Verkehrswende droht damit das Ende. Wir Bürger werden es verschmerzen können.

Jetzt bleibt nur noch die Euro-Vignette. Diese gilt in EU-Staaten ohne eigenes Mautsystem. Zum Verbund gehören Schweden, Dänemark, Belgien, Luxemburg und die Niederlande. Deutschland schied im Vorgriff auf die eigene Maut am 31. August 2003 aus.
Sowas macht kein guter Kaufmann !!!!

Nicht ohne entsprechende Alternative!
Aber uns in Deutschland genügen ja ein paar versprechende ALTE NAIVE.






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19.02.2004 um 05:45 Uhr

Hotline


Haben Sie auch gehört, dass unser Telefonnetz überwacht wird?
Ja, wegen den vielen Terroristen, die unsere Gesellschaft bedrohen.
Wer die ganzen Telefongespräche abhört? Na, Computer natürlich, oder glauben sie da könnten Sie jeden Arbeitslosen hinsetzen.

Wie das funktioniert? Das ist ganz einfach.
Der Computer hört einfach in die Gespräche rein und wartet auf bestimmte Worte, auf die er programmiert ist. Und sobald er so ein Wort hört, zeichnet er das Gespräch elektronisch auf. Und diese aufgezeichneten Gespräche werden dann von Spezialisten und Geheimdienstagenten abgehört und ausgewertet.
Ja, natürlich sind da auch manchmal unbescholtene Bürger dabei, die aus Versehen ein paar verdächtige Worte gesagt haben.

Vor einigen Tagen hat so ein Telefonüberwachungscomputer das folgende Telefongespräch aus dem Bundeskanzleramt in Berlin aufgezeichnet:

Ja, hallo. Ist dort die Hotline?
Gott sei Dank, dass ich Sie endlich erreiche!
Bei uns ist der Server unter den Soziallasten zusammengebrochen. Unser Netzwerk ist mit Steuerspamming total verstopft. Der Hauptspeicher mit Viren verseucht. Die Festplatte fragmentiert und mit temporären Dateien bis zum Rand gefüllt. Die Programme sind zu Tode gepatcht. Der Druckspooler ist propenvoll.
Der Prozessor überlastet und heißgelaufen. Die Antwortzeiten bewegen sich im 5-Minutenbereich.
Das Diskettenlaufwerk rödelt schon eine halbe Stunde erfolglos auf der Disk rum.
Das CD-Laufwerk pfeift wie eine alte Dampflok und meldet permanent verlorene Cluster.
Und der Bildschirm hat einen Wackelkontakt, ich muss alle 2 Minuten auf den Tisch hauen, damit das "Bild" wiederkommt und ich überhaupt noch was sehe.
Auch schmiert ein Task nach der anderen ab, obwohl der Taskmanager meint es wäre alles "Grünen" Bereich.
Und das Betriebssystem meldet, das System sei optimal konfiguriert und wir würden momentan nur mit einer Systemauslastung von kleiner 5 % fahren.

Ich kann ja von Glück sagen, dass wenigstens der Telefoncomputer noch funktioniert, sonst hätte ich sie noch nicht einmal anrufen können.
Also, wenn Sie mich fragen, mir sieht das nach so einer Art internem Supervisor-Deadlock und Innovationsinformationsstau aus. So eine Art Reformenverklemmer.
Gibt es an diesem blöden System denn keine Taste, mit der man das Ding wieder zum Laufen bekommt?

Was? Was soll ich machen? Wie heißt die Tastenkombination?
Strg-Alt-Entf!
OK, mach ich.

Ah, ja, jetzt ist was passiert!
Jetzt sehe ich einen schwarzen Bildschirm! Sonst nix!

Hallo, sind sie noch da?
Hallo, halloooooo!
Haaaallooooooooo!

(Stimme im Hintergrund: Warum schreist du denn so Gerhard?)

Weil dieser Trottel in der Hotline jetzt einfach aufgelegt hat, Doris!





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18.02.2004 um 05:45 Uhr

Ausbildungsabgabe


Das muss man sich mal vorstellen!

Da haben wir ein Ministerium für Wirtschaft und ein Ministerium für Arbeit.
Fragen Sie mich jetzt nicht warum wir zwei Ministerien für den gleichen Zweck brauchen, denn ich denke, dass das meiste an Wirtschaft etwas mit Arbeit, der Erzeugung von Produkten, der Erbringung von Dienstleistungen und mit Geld verdienen zu tun hat.
Und dann kommt endlich mal einer auf die Idee, dass zwischen den Aufgabengebieten der beiden Ministerien ein kausaler Zusammenhang bestehen könnte.
Und dann fasst er auch noch den Entschluss die beiden Ministerien zusammen zulegen. Weil man in Schwierigkeiten ist, die Wirtschaft nicht rund läuft und der Arbeitsmarkt eine nationale Katastrophe ist.
Ein Superministerium mit einem Superminister soll Signale setzen und die Krise meistern helfen. Solche Leute sind normalerweise mit Sonderbefugnissen ausgestattet, wie James Bond mit der Lizenz zum Töten.

Jetzt fragen Sie sich sicher, warum ich Ihnen das alles erzähle, denn das wissen Sie als aufmerksamer und gut informierter Zeitgenosse doch.
Dann wissen Sie sicher aber auch, dass sich die rotgrüne Koalition darauf verständigt hat eine Ausbildungsplatzabgabe für ausbildungsunwillige Betriebe einzuführen, weil wir nicht genug Lehrstellen für alle Schulabgänger haben.
Und jetzt grüble ich schon den ganzen Tag darüber nach, warum das jetzt von der Koalition beschlossen wird und nicht vom Wirtschafts-/Arbeitsministerium.
Ich könnte es ja noch verstehen, wenn der Superminister für die Einführung einer Ausbildungsgabe die Genehmigung durch das Koalition benötigen würde.
Aber so wie ich den Superminister Clement verstanden habe, will er diese Ausbildungsabgabe gar nicht und hat das auch immer klar und deutlich -zumindest für einen Politiker- gesagt.

Trotz der Vereinbarungen der Koalitionsparteien sind Details der Ausbildungsabgabe zwischen SPD und Grünen ungeklärt, etwa ob die Umlage über einen Fonds oder eine Stiftung organisiert werden und welche Bundesinstitution dafür zuständig sein soll. Ungeklärt ist zudem, ob mit dem Geld außerbetriebliche Ausbildungsplätze finanziert werden dürfen, was die Grünen klar ablehnen. Die zuständige SPD Fraktionsvorsitzende Nicolette Kressl sagte der dpa aber, sie sei zuversichtlich, dass dies in der kom­menden Woche mit den zuständigen Fachleuten des Koalitionspartners geklärt werde.

Ich frage mich jetzt wer denn bei uns in der Wirtschafts- und Arbeitsmarkpolitik eigentlich die Hosen an hat.

Also, wenn ich an der Stelle des Herrn Superduperwirtschaftsministers Clement wäre, dann würde ich meinen Kollegen von der rotgrünen Palaverfront mal ordentlich den Marsch blasen und mit der Faust auf den Tisch hauen.

Natürlich ist es schlecht, wenn junge Menschen keinen Ausbildungsplatz haben. Ich finde es schlicht gesagt zum Kotzen.

Aber man muss sich wirklich mal fragen, warum es zu wenig Ausbildungsplätze gibt. Die wirtschaftlichen Zusammenhänge sollten doch selbst für Ornithologen und Philatelisten mit rot/grünem Parteibuch begreifbar sein.

Aber wenn ich höre "Freiwillige Maßnahmen hätten Vorrang vor einer gesetzlichen Regelung zur Schaffung von mehr Lehrstellen", dann hebt sich mir der Magen.
Warum, um Gottes Willen, sollte denn ein Industriebetrieb oder ein Handwerksmeister Lehrlinge ausbilden, wenn er nicht genügend Aufträge hat und schon einen Großteil seines Personals abgebaut hat?
Warum soll er sich die teure Ausbildung von Lehrlingen antun, die auch noch viel Geld kosten, wochenlang auf der Berufschule und aus dem Betrieb raus sind, wenn er selbst ums Überleben kämpft?
Warum soll er Lehrlinge ausbilden, um sie dann nach der Lehre in die Arbeitslosigkeit zu schicken, weil er gezwungen ist seine Produktion ins kostengünstige Ausland zu verlagern oder den Betrieb ganz dicht zu machen?

Nur damit Politiker ihre Statistik schönrechnen, ihre Wahlversprechen erfüllen und behaupten können, an ihnen hätte es nicht gelegen, dass keine Lehrstellen da sind?

Weiter heißt es in der Pressemeldung: "Im Falle der Einführung einer Ausbildungsumlage sollen Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten davon ausgenommen werden. Das Bundesbildungsministerium wird für das Gesetz "Formulierungshilfen" liefern, aber auch Clements Ministerium soll sich daran beteiligen können. Der Text soll so formuliert werden, dass der Bundesrat nicht beteiligt werden muss, weil sonst eine Ablehnung wahrscheinlich ist. Außerdem müsse am Prinzip festgehalten werden, dass die Lohnnebenkosten nicht weiter steigen dürften."

Echt, mir sträubt sich die Schreibfeder, wenn ich einen solchen Schwachsinn lesen und schreiben muss.
Wodurch entstehen denn die hohen Lohnnebenkosten?
Wer belastet denn Arbeit permanent mit noch höheren Abgaben?
Und besonderes schön an der Pressemeldung ist, dass dem Ministerium von Herrn Clement erlaubt wird, sich daran auch beteiligen zu können.

Sicher wird durch eine Ausbildungsplatzabgabe keine einzige Lehrstelle geschaffen werden. Genau das Gegenteil wird passieren. Die Betriebe stellen die Ausbildung ganz ein und bezahlen die Ausbildungsabgabe. Das ist das Ende der dualen Ausbildung! Und unser Staat hat noch eine weitere Baustelle, die er nicht in den Griff bekommt.
Aber es ist ja bald Wahl. Und bis dahin sind einige der Lehrlinge ohne Lehrstelle auch über 18.

Ich denke es wäre jetzt an der Zeit, dass der Minister für Wirtschaft und Arbeit ein Machtwort spricht. Vielleicht kann er sich an seinem Ministerkollegen Schily mal ein Beispiel nehmen.

Der stellte sich im Bundesrat ans Rednerpult und sagte den Ministerpräsidenten der Länder mal kurz und zackig, was in Sachen Bundeskriminalamt und Umzug nach Berlin, Sache ist: "Ich muss Sie mit einem sehr simplen Sachverhalt vertraut machen: Sie reden über ein Thema, bei dem Sie, mit Verlaub, nichts zu sagen haben."

Na, Herr Clement jetzt sagen sie doch auch mal was! Lassen sie sich doch nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen!
Wenn der Minister Clement zulässt, dass die rot/grüne Koalition über seinen Kopf hinweg eine Ausbildungsabgabe bestimmt, dann bekommt er in dieser Republik als Minister für Wirtschaft und Arbeit kein Bein mehr auf den Boden.
Denn dann ist er kein Superminister, sondern nur ein Papierlöwe, dem jeder Parteibuchträger ein Streichholz unter den Schwanz halten darf.

Nur weiter so.
Ist der Ruf erst ruiniert – lebt sich gänzlich ungeniert.

Deutschland braucht Memmen, äh Entschuldigung ich meine natürlich Männer!





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17.02.2004 um 05:45 Uhr

3 Mio Chip

Eigentlich ist der Computer ja doof!

Und obwohl von IHM ehrfürchtig wie von einer Gottheit gesprochen wird, ist ER eigentlich nur eine Maschine.

Ja zu der Zeit, als der Computer noch Commodore C64 oder Atari hieß und man(n) –damals waren das nur Kerle- mit dem Lötkolben in seinen Innereien herum gewurschtelt hat, da war das auch noch allen Computernutzern klar.

Da wusste man auch noch, dass in dem Computer ein Prozessor auf einem Chip untergebracht ist und die Verarbeitungsgeschwindigkeit (Taktfrequenz) in Megahertz gemessen wurde, wobei 1 Megahertz (MHz) auch heute noch 1 Million Zyklen pro Sekunde sind.

Das ist auch der Grund warum der Computer zwangsläufig männlich ist, denn eine Frau würde das nicht schaffen.

Ich meine jetzt nicht die Handhabung eines Lötkolbens, denn hier haben in den letzten Jahren die Frauen erheblich aufgeholt.

Ich meine die schnelle Folge der Zyklen, die für eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit nun mal zwingend notwendig ist :-) *Text von der Zensur gestrichen

 

Grund dieses kleinen Exkurses in die Anfänge der elektronischen Datenverarbeitung ist eigentlich die Maßeinheit mit der üblicherweise die Leistung eines Computers beschrieben wird. Je mehr Zyklen pro Sekunde (englisch: MIPS - Million instructions per second) desto schneller ist der Computer.

 

Heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass im Brandenburgischen jetzt ein Chip mit drei MIPS erfunden wurde.

Die Entwicklung des Chips begann vor drei Jahren mit dem Startschuss zu einem der  ehrgeizigsten Investitionsvorhaben in den neuen Bundesländern -- der Chipfabrik in Frankfurt an der Oder. Geplant war eine Gesamtinvestition von 1,3 Milliarden Euro.

Für die Finanzierung waren Kredite in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro erforderlich, für die auf Wunsch der Investoren die Bundesrepublik Deutschland und das Land Brandenburg bürgen sollten.

Etwa 40 Mio. Euro flossen bereits an öffentlichen Geldern in das Gewerbegebiet in Frankfurt/Oder, wo die Chipfabrik nahe der Autobahn entstehen soll.

Das Land Brandenburg ist über die Landesinvestitionsbank mit 38 Mio. Euro an dem Projekt beteiligt. Die restlichen Anteile halten das Emirat Dubai und der US-Chiphersteller Intel mit jeweils 40 Millionen Dollar, wobei vertraglich vereinbart ist, dass Intel genau die gleiche Summe an Lizenzgebühren und Tantiemen wieder zufließt (:-) Null Risk but Fun!!!!

Der damalige Ministerpräsident des Landes Brandenburg und heutige Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (;-( war nie müde geworden, die Wichtigkeit des Projekts für ganz Ostdeutschland zu betonen. 

Kurz danach musste der brandenburgische Wirtschaftminister Fürniß seinen Hut nehmen, nachdem bekannt geworden war, dass er von einem Dubai-Scheich einen privaten Millionen-Kredit bekommen hatte! (:-)

Wie in Brandenburg nicht anders zu erwarten blieb das "Wunder von Frankfurt" in Gestalt der geplanten Chipfabrik aus. Statt sprudelnder Steuerquellen, 1500 neuer Arbeitsplätze und solventer Mieter für leer stehende Plattenbauten gibt es nun ein Millionenloch im Haushalt der Stadt Frankfurt an der Oder, die zu Gunsten begleitender Infrastrukturmaßnahmen sogar soziale Vorhaben drosselte. 

Außerdem beschäftigt sich noch ein Untersuchungsausschuss mit den Vorgängen um die Chipfabrik, deren Betreibergesellschaft Communicant Semiconductor Technologies  AG

zwischenzeitlich Insolvenz angemeldet hat. Die wenigen Mitarbeiter sowie die rund 130 Lehrlinge sind entlassen! (:-(

 

Ach, und jetzt wollen Sie wissen, wo nach diesem Desaster der 3-Mio-Chip herkommt?

Na lesen Sie doch selbst:

 

TV-Magazin: 3 Millionen Euro Abfindung für Chipfabrik-Manager
Die drei Vorstandsmitglieder der Chipfabrik-Betreiberin Communicant AG in Frankfurt (Oder) sollen nach einem Bericht des RBB-Magazins Klartext bei einer Liquidation des Unternehmens eine Abfindung von 3 Millionen Euro erhalten. Das sehe der von Communicant beschlossene Liquidationsplan vor, über den am 16. Februar 2004 die Hauptversammlung entscheiden solle, berichtet das Magazin am Dienstag.

Bei den Empfängern der geplanten Millionenabfindung handele es  es sich um den Communicant-Vorstandsvorsitzenden Abbas Ourmazd sowie zwei weitere Vorstände.

 

 

Dazu fällt mir nix mehr ein, außer: „Oh, Mann oh Mann, oh Mannesmann“.

 

Ganz interessant dazu sind auch die begleitenden Kommentare (Boo’s) beim Dotcomtod,  Deutschlands führender Anbieter und Distributor für exitorientierte Unternehmensmeldungen.

 

Viel Spaß bei der Lektüre.

 




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16.02.2004 um 05:45 Uhr

Hauptstadtkultur

 
Wussten Sie, dass wir einen Hauptstadtkulturvertrag haben?
Also ich wusste das nicht, obwohl ich bestimmt ein eifriger und aufmerksamer Zeitungsleser bin.
Irgendwann, gegen Ende des letzten Jahres bin ich zwar beim Lesen –ich erinnere mich noch dumpf- über das Wort gestolpert, aber dann ging es irgendwie in dem ganzen Ärger um die Praxisgebühr und die Arzneimittelzuzahlungen unter.

Jetzt ist mir dieses Wort „Hauptstadtkulturvertrag“ auf den Internetseiten der SPD-Bundestagsfraktion wieder ins Auge gesprungen.

Da steht:
«Zum 1.1.2004 tritt der neue Hauptstadtkulturvertrag in Kraft. Er hat ein Volumen von jährlich insgesamt rund 103 Millionen Euro. Der Bund stellt damit 22 Millionen Euro zusätzlich ab dem Jahr 2004 für die Berliner Kulturlandschaft bereit. Die Mittel fließen in die Baumaßnahmen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB), das Jüdische Museum, die Akademie der Künste, die Stiftung Deutsche Kinemathek und den Hamburger Bahnhof. Der neue Hauptstadtkulturvertrag setzt die bewährte Förderung von bedeutsamen kulturellen Einrichtungen in Berlin fort. Zugleich ist es gelungen, das Engagement für die Bundeshauptstadt um weitere Institutionen zu erweitern. Mit der Finanzierungsübernahme der Akademie der Künste und der Stiftung Deutsche Kinemathek bekennt sich der Bund zu seiner Verantwortung für Kultureinrichtungen der Hauptstadt mit nationaler Bedeutung.»

Eigentlich hatte ich nach den Ankündigungen unseres Kanzlers Gerhard Schröder in der Sylvesternacht erwartet, dass wir den Gürtel jetzt alle enger schnallen und nicht mehr über unsere Verhältnisse leben dürfen. Und jetzt lese ich da, dass die Fördermittel für Kultur in Berlin
um 22 Millionen Euro angehoben werden. Das sind mehr als -rechen, rechen und multiplizier-  satte 27% gegenüber dem Vorjahr.
Also der Gerhard, das ist mir aber einer! Er erzählt uns, wie hätten kein Geld mehr und müssten jetzt überall die Ausgaben kürzen und die Mindereinnahmen gegenfinanzieren (!schönes Wort) und dann haut er für die Kultur in Berlin so schnell mal 103 Millionen Euro auf den Tisch.
Wieso eigentlich?
Was geht einen Steuerzahler in Hessen die Kultur in Berlin an?
Welchen Arbeitnehmer interessieren die Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin, die mit der Kürzung seiner Pendlerpauschale gegenfinanziert werden?
Aber das Verfahren kennen wir ja schon zur Genüge, denn gekürzt wird nur bei den Anderen.

Ach jetzt werde ich wieder ungerecht.
Deshalb möchte ich nicht vergessen auch mal etwas Positives aus der Bundeshauptstadt zu berichten, denn auch das steht auf den Internetseiten der SPD-Bundestagsfraktion:

«Änderung der Mindestparkgebühr bei Parkuhren
Das Parken auf bewirtschafteten Parkflächen kann künftig in der ersten halben Stunde gebührenfrei bleiben. Das sieht eine Änderung des Straßenverkehrsgesetzes vor. Nach dieser können die Gemeinden zukünftig autonom entscheiden, ob sie in der ersten halben Stunde Gebühren erheben. Die bisherige Verpflichtung sah eine Mindestparkgebühr von 0,05 € je angefangene halbe Stunde für Parkscheinautomaten oder Parkuhren vor. »

Danke! Vielen Dank! *niederknieunddemütiguntertanenkopfbeug*

Da ist sie doch endlich!
Die Entlastung des Steuerzahler – ich habe sie gefunden!
Stellen Sie sich doch mal vor, welch gigantisches Sparpotenzial sich hier für den autofahrenden Bürger erschließt. Man muss es nur erkennen und innovativ handeln.
Wenn Sie jetzt ihr Fahrzeug auf einem öffentlichen Parkplatz, dessen Herstellung mit Steuergeldern bezahlt wurde, abstellen, dann sparen Sie 0,05 € in 30 Minuten. Wenn Sie danach ihr Fahrzeug wegfahren und auf einem anderen öffentlichen Parkplatz abstellen, dann sparen Sie ja schon wieder 0,05 €. Und wenn Sie das den ganzen Tag machen, dann sparen Sie pro Tag sage und schreibe 2,40 €.
Das macht im Jahr satte 876,00 €. Pro Bürger und PKW, versteht sich.

Und wenn sich jetzt unsere vier Millionen arbeitsscheuen, angeblichen Arbeitslosen dazu entschließen würden, ihre Fahrzeuge nach eben beschriebenem Geschäftsmodell umzuparken, würden die Bürger diesen Landes um mehr als 3,5 Milliarden € entlastet.

Was sind dagegen schon 103 Millionen € für den Hauptstadtkulturvertrag




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15.02.2004 um 05:45 Uhr

Böse Buben

 
Ach, was muss man oft von bösen
Buben hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
welche George und Tony hießen.(*)
George Bush Tony Blair Die, anstatt durch weise Lehren
Sich zum Guten zu bekehren,
Oftmals noch darüber lachten
Und sich heimlich lustig machten.
Aber wehe, wehe, wehe!
Wenn ich auf das Ende sehe!!
Ach, das war ein schlimmes Ding,
Wie es George und Tony ging.
Drum ist hier, was sie getrieben,
Aufgemalt und abgeschrieben.
(*) Wilhelm Bus(c)h möge mir die Adaptierung auf seinen Namensvetter in den USA und in die Neuzeit verzeihen

Die Vorgeschichte
«George Bush and Tony Blair are sitting in a bar. A guy walks in and asks the barman, "Isn't that Bush and Blair sitting over there?"
The barman says, "Yep, that's them."
So the guy walks over and says, "Wow, this is a real honor. What are you guys doing in here?"
Bush says, "We're planning World War III ".
And the guy says, "Really? What's going to happen?"
Bush says, "Well, we're going to kill 140 million Iraqis this time and one blonde with big tits.
The guy exclaimed, "A blonde with big tits? Why kill a blonde with big tits?
Bush turns to Blair, punches him on the shoulder and says, "See, smart ass, I told you no one would worry about the 140 million Iraqis!"»

Und genau da haben sich die beiden Buben geirrt.
Und jetzt geht ihnen langsam der Arsch auf Grundeis.
Nicht weil sie die Weltbevölkerung bewusst getäuscht und belogen haben.
Oder weil Sie gegen der Willen der Vereinten Nationen einen Krieg vom Zaun gebrochen haben.
Nicht weil sie aus persönlichen Interessen, Dummheit und Machtgier Andersdenkende verunglimpft, beschimpft und beleidigt haben.
Das alles wäre den Buben doch egal gewesen.

Aber jetzt geht es ihnen selbst an den Kragen, denn sowohl Georgie-Boy und sein Vasall Tony erkennen, dass man sie bei der nächsten Wahl in die Wüste schicken wird.
Jetzt kommen ihnen Bedenken und Zweifel, ob alles was sie in den letzten Monaten steif und fest als Kriegsgründe angeführt haben, auch wirklich wahr ist.
Oder könnten etwa die bösen, bösen Geheimdienste die Informationen manipuliert haben.
Es soll jetzt  überprüft werden, was die USA vor dem Krieg über das Regime von Saddam Hussein zu wissen glaubten und was sich davon seit der Invasion bestätigt habe, hieß es aus dem Weißen Haus.

Die angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen, von denen Bush uns monatelang zur Rechtfertigung des Irak-Krieges, vorgefaselt hatte sind inzwischen in seiner Argumentation fast nebensächlich geworden. Saddam Hussein selbst sei eine Gefahr gewesen, heißt es jetzt.
Mister President, das hört sich aber ganz nach einer „lame excuse“, nach einer faulen Ausrede an, haben sie uns doch vor gar nicht allzu langer Zeit erzählt „Saddam Hussein bedrohe die Welt mit einigen der tödlichsten Waffen, die jemals erfunden wurden“. Es sieht doch jetzt eher so aus, als hätte George Bush und sein Vizepräsident Dick Cheney, zusammen mit ihren Kumpels Rumsfeld, Wolfowitz und Perle, Geheimdienstberichte vor dem Irak-Krieg manipuliert, um einen Grund für die Invasion zu schaffen. Und jetzt geht ihnen die Muffe, dass das Wählerimperium zurückschlägt, ist doch die Bekämpfung des  Terrorismus ein zentraler Teil ihres Wahlkampfs.

Ähnlich bescheiden sieht es bei Tony Blair aus.
Die Gefahr durch die angeblichen Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins waren ein Hauptgrund für Blair gewesen, gegen den Irak in den Krieg zu ziehen. Dabei hatte er sich angeblich auf Geheimdienstinformationen gestützt und ist seinem Freund George Bush dem Letzten, treuherzig gefolgt.
Mitgegangen – mitgehangen, sagen wir hier in Deutschland, Mister Blair.
Noch am Wochenende hatte Blair eine Untersuchung der Geheimdienstinformationen kategorisch abgelehnt. Nach Bushs Entscheidung, ein Ermittlungskommission für die Untersuchung der Geheimdienstinformationen über die irakischen Massenvernichtungswaffen zuzulassen,  habe Blair seine bisherige Überzeugung, dass diese Waffen schon noch auftauchen würden, nicht mehr aufrechterhalten können, heißt es in den britischen Medien.

Auch die andern Beteiligten rudern zurück.
Allen voran der amerikanische Außenminister Colin Powell, der sich nicht mehr so sicher ist, ob die Entscheidung für den Irakkrieg richtig war. Wenn damals bekannt gewesen wäre, dass der Irak keine Massenvernichtungswaffen besitzt, hätte er sich vielleicht nicht für den Feldzug gegen Saddam ausgesprochen, gestand der US-Außenminister jetzt. 

„A lame excuse“ Mister Powell.
Ich sehe sie noch deutlich vor mir, wie sie versucht haben, die Vereinten Nationen, durch fadenscheinige Argumente und dem unscharfen Foto eines Lastwagens mit Kastenaufbau, in einen Krieg hineinzuziehen.
Sowas ist kein Kavaliersdelikt, Mister Powell. Das ist der Versuch den Krieg gegen den Irak als Ausgangspunkt für einen neuen Kalten Krieg zu legalisieren; mit dem Feindbild der islamischen Welt auf der einen Seite und Amerika in alter strahlender militärischer Stärke auf der anderen Seite.

Warum das wichtig ist?
Für uns in Deutschland, meine ich!
Weil sich der George Bush jetzt wieder auf das Zusammentreffen mit unserem Herrn Bundeskanzler Schröder freut, nachdem längere Zeit die Deutschen, wie auch die Franzosen, als Vertreter eines zaudernden, unzuverlässigen „alten Europa“ verhöhnt wurden und die Beziehungen äußerst unterkühlt waren.

Da ist doch wieder was im Bush!
Gerhard Schröder sollte vorsichtig sein, nicht dass der George Bush jetzt versucht, auch ihm einen getürkten Turkey  unterzujubeln.

Und außerdem sollte unser Kanzler daran denken, dass schon in der Bibel steht, wenn: „die bösen Buben locken, dann folge ihnen nicht“.




 

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14.02.2004 um 05:45 Uhr

Aktuell


Gestern Abend bin ich vor dem Fernseher eingeschlafen und erst Stunden später wieder wachgeworden, als im Nachtprogramm gerade eine Debatte im Deutschen Bundestag übertragen wurde und bei den ersten Worten die an mein Ohr drangen, war ich sofort hell wach.

Es sprach gerade der Ministerpräsident des Saarlandes und er sagte:

Sie, Herr Bundeskanzler, sind die Ursache der Krise

«Natürlich haben wir mit großer Spannung auf Ihre Regierungserklärung gewartet. Denn es ist nicht alltäglich, dass Minister aus den eigenen Reihen zum Rücktritt aufgefordert werden. Es ist nicht alltäglich, dass sich Minister mit Rücktrittsgedanken tragen, dass schon andere Namen gehandelt werden und dass auch Sie zitiert werden: "Wenn das so weitergeht, schmeiße ich den Krempel" hin." Herr Bundeskanzler, dass wir das gern hätten, das ist richtig. Aber es gibt immer mehr, die auf der Regierungsseite sitzen und das gern hätten. Ich weiß nicht, ob Sie das in den letzten Tagen bemerkt haben.
Natürlich gab es die Frage: Werden Sie jetzt den Versuch unternehmen, Ihre Politik zu ändern, da die Politik nachgewiesenermaßen nicht zu den Ergebnissen geführt hat, die Sie erreichen wollten? Das ist unstreitig.
Wir haben bei der Neujahrsansprache von Ihnen wörtlich hören können: "Wir Deutschen" - wir unterstellten, dass Sie sich damit auch selbst gemeint hatten - "können nicht einfach weitermachen wie bisher."
- Sie sehen, wenn Sie etwas Richtiges sagen, bekommen Sie auch von der Opposition Beifall, Herr Bundeskanzler.
"Wir Deutschen können nicht einfach weitermachen wie bisher. Wer dies versucht, verspielt unsere Zukunft."

Nun hören wir heute mit etwas Erstaunen: Die Bundesregierung lässt sich nicht beirren. Sie wird ihren Reformkurs konsequent fortsetzen, um Arbeitsplätze in Deutschland attraktiver zu machen. Wenn die Arbeitslosen jetzt hören, dass Sie sich bei Ihrem Reformkurs nicht beirren lassen wollen, dann wird ihnen klar, dass sie überhaupt keine Aussichten mehr haben, in der nächsten Zeit einen Arbeitsplatz zu finden; denn Ihr Reformkurs hat nun einmal dazu geführt, dass die Arbeitslosenzahlen entgegen Ihren Zielen von Jahr zu Jahr ständig angestiegen sind.
Es ist schon erstaunlich, wie wenig lernfähig diese Regierung ist. Ich wiederhole: Wir brauchen uns hier zunächst einmal gar nicht über die Methoden auseinander zusetzen. Wir sollten auf die Ergebnisse schauen. Wir sollten einfach akzeptieren, dass die Ergebnisse darüber urteilen, ob eine Politik richtig oder falsch ist.
Es ist richtig: Wenn die Arbeitslosenzahlen steigen, dann ist die Politik falsch. Da die Arbeitslosenzahlen Jahr für Jahr steigen und Sie jedes Jahr die gleiche Rede halten können, Herr Bundeskanzler, ist Ihre Politik falsch. Die Schlussfolgerung daraus lautet: Diese Politik muss geändert werden.
Sie nennen richtigerweise Lehrsätze der Wirtschaftspolitik: Wenn wir die Arbeitslosigkeit bekämpfen wollen, dann müssen wir die Investitionsschwäche überwinden, dann müssen wir Strukturreformen vorantreiben und Forschung und Innovation stärken.
Sie haben sich seit Jahren vorgenommen, die Investitionsschwäche der deutschen Wirtschaft zu überwinden. Erstaunlich ist, dass Sie auch bei diesem Ziel gescheitert sind. Der Jahreswirtschaftsbericht - man sollte ihn genau lesen und vorurteilsfrei beurteilen kommt schlicht und einfach zu dem Ergebnis, dass Ihre Analysen und daher auch die Vorschläge, die Sie in den letzten Jahren gemacht haben, falsch waren.
Ihre Analysen - landauf, landab von vielen verstärkt und immer wieder vorgetragen waren: Wir leiden an einer extremen Standortschwäche. Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig. Also müssen wir alles tun, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu stärken: über Steuersenkungen für Unternehmen, Lohnzurückhaltung und Kürzung sozialer Leistungen.
Sie predigen das Jahr für Jahr, obwohl die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft erwiesen ist. In Ihrem Jahreswirtschaftsbericht steht doch, dass einzig und allein der Export die Konjunktur schleppt. Wir sind keine wettbewerbsunfähige Wirtschaft; sondern wir haben eine Wirtschaft, die sich weltweit als die exportstärkste Wirtschaft behauptet. Ihre Analysen waren falsch. Daher waren auch alle Antworten falsch, die Sie in den letzten Jahren gegeben haben.

Sie können noch so viele Unternehmenssteuersenkungsrunden - wir haben schon mindestens fünf, sechs hinter uns - vorschlagen, Sie können noch soviel Lohnzurückhaltung predigen, Sie können noch so viele soziale Leistungen kürzen und meinen, dann wächst und blüht die Wirtschaft - es sind und bleiben die falschen Rezepte. Die ganze Standortdebatte war interessengeleitet; sie löste sich völlig von den Daten und der Wirklichkeit. Wir sind pro Kopf mit Abstand die exportstärkste Nation der Welt und sollten dieses Gerede und Gequatsche endlich einstellen, um uns den wirklichen Problemen unserer Volkswirtschaft zuzuwenden.
Seit Jahren haben wir ein Zurückhängen der Binnennachfrage. - Ich höre da Lärm von der FDP. Dann lesen Sie zumindest einmal den Jahreswirtschaftsbericht! Da steht das nämlich wörtlich drin. Wenn Sie den noch nicht einmal gelesen haben, dann sind Sie für eine solche Debatte schlecht vorbereitet.
Wir haben seit Jahren ein Durchhängen der Binnennachfrage. Wer dies nicht sieht, wer dies nicht erkennt, ist nicht in der Lage, Strukturreformen einzuleiten, die wir brauchen, um den Wirtschaftsstandort Deutschland wieder zu stärken und insbesondere die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.
Zur Stärkung der Binnennachfrage liegen seit Jahren zwei Reformvorschläge von uns auf dem Tisch, die teilweise in der Fachwelt immer wieder angesprochen und teilweise auch in Ihren Reihen diskutiert worden sind. Aber seit Jahren tut sich nichts.
Der eine Reformvorschlag, der nun unstreitig ist, wie die Debatten der letzten Zeit gezeigt haben, lautet, dass es nicht so weitergehen kann, dass die Abgaben immer weiter steigen, dass die Sozialversicherungsbeiträge immer weiter ansteigen, damit die Kaufkraft der Durchschnittseinkommen schwächen, die Arbeitsplätze teuer machen und zu einem Rationalisierungsdruck auf die Arbeitsplätze und zu einem Schwächen der Binnennachfrage führen. Ändern Sie endlich diese Politik! Konkret haben Sie auch heute dazu überhaupt nichts gesagt und vorgeschlagen.

Sie streiten nun miteinander darüber, wie die Rentenfrage angegangen werden soll. Das ist innerhalb einer Partei selbstverständlich. Aber die Vorschläge, die Sie jetzt diskutieren, beispielsweise über Verbrauchsteuererhöhungen die Sozialversicherungsbeiträge zu senken, liegen seit Jahren auf dem Tisch.
Die gesamte Volkswirtschaft leidet an der von Ihnen seit Jahren verschleppten Lösung dieses Kernproblems. Die Abgaben in diesem Land sind viel zu hoch, die Arbeitsplätze unterliegen einem viel zu starken Rationalisierungsdruck, insbesondere in der Binnenwirtschaft und bei den lohnintensiven Betrieben. Sie haben dieses Reformwerk seit Jahren verschleppt oder - in Ihrer Sprache - blockiert. Heben Sie endlich diese Denkblockade auf, und handeln Sie, denn schon jahrelang gehen Arbeitsplätze verloren!
Ich greife jetzt nur einmal ihre Debatte zur Rentenreform auf. Es ist gut, wenn da diskutiert wird: Sollen wir die Sozialversicherungskassen nicht von versicherungsfremden Leistungen entlasten? Das ist ein Vorschlag, den auch wir machen. Wenn Sie das genauso sehen, dann muss man sich zusammensetzen, definieren, was versicherungsfremde Leistungen sind, und dann muss man das Problem lösen».

An dieser Stelle bin ich dann mal kurz zur Toilette und habe mir noch ein Bier aus dem Kühlschrank geholt um den fallenden Hirnwasserspiegel aufzufüllen.
Als ich zurück in Wohnzimmer kam sagte der Redner gerade:

«Sie, Herr Bundeskanzler haben gesagt, dass wir Deutschen nicht so weitermachen können wie bisher.
Herr Bundeskanzler, Ihre Rede allerdings hat bei uns den Eindruck hinterlassen, dass Sie mit "wir" nicht sich selbst meinen, sondern alle anderen - die Tarifparteien, Gewerkschaften, Unternehmer, die Opposition oder wen auch immer - und dass Sie unbeirrt an Ihrem vermeintlichen Reformkurs festhalten.
Dieser Reformkurs setzt auf die falschen Rezepte. Er schwächt die Binnennachfrage. Er zerstört die soziale Gerechtigkeit. Er verzögert wichtige Reformen, die seit mindestens zehn Jahren verschleppt worden sind. Sie, Herr Bundeskanzler, sind die Ursache unserer Krise. Es wird Zeit, dass Sie daraus die Konsequenzen ziehen.»

"Der hat es dem Kanzler aber gegeben", dachte ich bei mir und sah zu wie der Ministerpräsident des Saarlandes seine Redenotizen zusammenpackte und unter dem tosenden Beifall seiner Parteikollegen das Rednerpult verließ.
Während ich noch darüber nachdachte, dass ich den Peter Müller, den Ministerpräsidenten des Saarlandes ganz anders in Erinnerung hatte, zog der obligatorische Nachspann über den Bildschirm.

Und was ich da las, hat mich doch sehr erstaunt:

Aus aktuellem Anlass sahen sie eine Aufzeichnung aus dem Jahre 1997 mit der Regierungserklärung von Bundeskanzler Helmut Kohl und Ausschnitten aus der Bundestagsdebatte zur Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Für die oppositionelle SPD sprach der Ministerpräsident des Saarlandes Oskar Lafontaine.

Wenn sie mir das nicht glauben sollten und behaupten wollen ich hätte das alles nur geträumt, dann können sie das hier selbst nachlesen.

Es ist absolut lesenswert und topaktuell.





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13.02.2004 um 05:45 Uhr

Live + n

Nach dem Wort trifft es jetzt auch das Bild.
Also wenn dieses Verfahren Schule macht, dann ist LIVE tot.

Seit der Tonleiter-Diva Janet Jackson das Mieder verrutscht und ihr Gummibärchenpiercing von der sportinteressierten amerikanischen Nation bewundert werden konnte, senden die Fernsehanstalten nur noch zeitversetzt. Also nicht mehr LIVE, sondern LIVE+n, wobei n eine beliebige Zeitgröße sein kann.

Warum?
Na um anstößige oder gar jugendgefährdende Szenen herauszufiltern bevor sie in die Atmosphäre gestrahlt werden. Sozusagen eine Art umweltschützende Maßnahme.

Jetzt wird mir auch klar warum Deutschlands erster Quizsender den Namen „9Live“ bekommen hat. Sicher braucht man dort 9 Minuten, um die dummen Antworten der Zuschauer und die flachen Sprüche der Moderatoren herauszuschneiden. Mein Gott, da müssen die aber lange sitzen bis eine sendefähige 60-Minuten Show fertig ist.

Aber kommen wir noch mal auf diesen amerikanischen Trend des zeitversetzten Sendens zurück.
Ich hatte ja schon bei der Berichterstattung über den Irakkrieg immer das komische Gefühl, dass das Bildmaterial vorher schon mehrere Zensurstellen durchlaufen hat.
Jetzt weiß ich ja auch, dass das ja eigentlich nur „American Movie“ war.
So eine Art Wüstenshow „Ich bin Amerikaner – holt mich hier raus“. Das Gelände überdacht, die Staubfahnen am Horizont und die Bombentreffer an den Gebäuden alles nur Computeranimation. Alles nur gespielt. Angefangen von der kleinen amerikanischen Soldatin, die da unverletzt und seltsamerweise von Saddams Barbaren vollkommen ungeschändet, medienwirksam aus den Händen des Bösen gerettet wurde, bis zum Truthahn des George Bush und seinem Flugeinsatz auf diesem Flugzeugträger vor der kalifornischen Küste.

Und dann noch zeitversetzt gesendet. LIVE+n, wobei n eine beliebige zeitliche Größe sein kann.

Vielleicht ist dieser Zeitversatz ja gar nicht im Minutenbereich, sondern beträgt Tage, Monate oder gar Jahre.
Stellen Sie sich mal vor, welche Möglichkeiten sich dadurch eröffnen!

Die Regierungserklärung von Gerhard Schröder LIVE!
Jetzt!
Ja, LIVE+n halt.

Oder noch besser!
Gründung der Bundesrepublik Deutschland.
LIVE!
Aufbruchstimmung!
Wirtschaftswunder!
Vollbeschäftigung!
Fresswelle!
Konsumwelle!
Alles in Schwarz-Weiß zwar.
Aber LIVE!
LIVE+n

Aber immer noch besser als LIVE „Heute“ in Farbe - mit Rot-Grün-Stich und schwarzem Trauerrand.





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13.02.2004 um 05:45 Uhr

Galgenfrist



Galgenfrist für Ali Blabla Stolpe und Rettung  der Ganovenehre für das Mautkonsortium.

Unter diesem Aufmacher könnte dieses Wochenende stehen, weil die Damen und Herren vom Haushaltsauschuss jetzt stinkig geworden sind.

In einem einstimmigen Beschluss forderten die Mitglieder von SPD, Grünen und CDU/CSU Stolpe dazu auf, "unverzüglich die formalen Voraussetzungen für eine Kündigung zu schaffen".
Soweit noch nicht geschehen seien auch "die Vertragsstrafen und Schadensersatzforderungen geltend zu machen und erforderlichenfalls einzuklagen".
Eine letzte Galgenfrist haben sie dem Herrn Verkehrsminister Stolpe gegeben, der "zum Wochenende hin erst mal mit den Herren von Toll Collect reden" will.
Auch die Bundesregierung erhöht den Druck auf Ali Blabla Stolpe.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seine Ministerriege rechneten daher "mit einer endgültigen Entscheidung schon in Kürze".
Kritik an Stolpes Krisenmanagement habe der Kanzler jedoch nicht geäußert.
Schröder sei überzeugt, dass die Mautproblematik "beim Verkehrsminister in guten Händen" liege. Der Kanzler habe "nicht die Absicht", sich in die Verhandlungen einzumischen.

Derweil drohte Stolpe Toll Collect erneut mit der Kündigung des Vertrages, vermied es aber, ein weiteres Ultimatum im Mautdesaster zu stellen.
Spätestens am 3. März will Stolpe mit verlässlichen Einnahmekalkulationen den Haushaltsausschuss dazu bewegen, die Ausgabensperre aufzuheben, die für 2004 Investitionen in Höhe von rund einer Milliarde Euro blockiert.

Woher unser Bundeskanzler Schröder die Zuversicht hat, dass bei Stolpe die Mautproblematik "in guten Händen" liegt, wird wohl niemand nachvollziehen können, der sich mal mit der Vita dieses Herrn beschäftigt und sein letztes millionenschweres Desaster in Brandenburg erlebt und verfolgt hat.

Ich hätte da einen Vorschlag.
Na ja, vielleicht nicht ganz zum Ende gedacht, aber trotzdem diskussions- und konsensfähig.
Wie wäre es denn, wenn man das ganze Projekt "Toll Collect" nach dem Hangman-Verfahren ein für allemal erledigen würde? :-)

Jetzt hoffen unsere blauäugigen Verkehrsexperten damit, dass die wichtigsten Firmen im Mautkonsortium, die Deutsche Telekom und DaimlerChrysler vor einem Imageschaden zurückschrecken werden.
"Für die ist das eine Sache der Ehre" hört man dazu aus dem Verkehrsministerium.
Als ob es für einem Mercedes Truck wichtig wäre, dass er für seine Fahrt über die Autobahn, auch noch sattelitengestützt und bargeldlos abkassiert wird.

Für die Flachnasen auf der anderen Seite des Verhandlungstisches ist es aber weder eine Frage der Ehre, noch eine Frage der Fachkompetenz.





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