Machopan - Rauchzeichen

12.02.2004 um 16:42 Uhr

Umfragen des Monats Januar (*)

Meist sind Umfragen so unnötig und informativ wie eine Darmblähung, aber dennoch soll es Mitbürger geben, die stehen da drauf.
Wenn es in dieser unserer Republik schon keine Volksabstimmung und Demokratie von unten geben darf, dann gebt uns doch wenigsten von Zeit zu Zeit mal eine Umfrage.

Hier die Ergebnisse der Umfragen aus dem Januar 2004.

Aus der Umfrage: "Wenn Sie heute die Wahl hätten – wen würden sie wählen?" gingen die parteilosen Tele Tubbies mit 36,2% der Stimmen als knapper Sieger hervor, dicht gefolgt von Big Mac von der McDP (McDonald Partei) mit 33,2% hervor. Die Chaotisch Demagogische Union erreichte mit 11,2% das schlechteste Ergebnis ihrer Parteigeschichte. Auf die Christlich Scheinheilige Union entfielen gar nur enttäuschende 5.56%. Alle anderen Parteien scheiterten an der 5%-Hürde.

Die Umfrage: "Wie sehen Sie die zukünftige Verwendung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg?" fand nur geringes Interesse bei den Bürgern und Bürgerinnen. Knapp 50% waren der Meinung, dass es am besten wäre, die Bundesagentur abzureißen und nach China zu verschenken. Jeweils 15,5% entfielen auf das Einbetonieren und zum Industriedenkmal erklären sowie die Umwidmung zur geschlossenen Anstalt.

Anfangs heftig umkämpft war die Umfrage "Welche Auswirkung hat die Steuerreform auf Ihr Einkommen?"
Dann aber, nach den Gehaltszahlungen Ende Januar 2004, war das Eis gebrochen und strahlender Sieger mit der absoluten Mehrheit von 64,1% wurde die Antwort "Welche Reform?". Weit abgeschlagen, auf dem zweiten Platz, landete mit 12,8% "Unterm Strich weniger als nix".

Bitte beachten Sie auch unsere laufende Umfrage zu den Umfragen.

Wir danken für Ihre Teilnahme und Mitarbeit.

(*) ein Service von Machopan-News – immer ein Ohr am Darm der Nation.

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12.02.2004 um 05:45 Uhr

HIV

Stellen Sie sich mal vor, wir würden im Einzelhandel ein neues Verkaufssystem einführen.
Also, auch für den Fall, dass Ihnen das egal ist und es Sie überhaupt nicht interessiert, erkläre ich es Ihnen trotzdem:

Wir werden das zukünftig so machen:
Jeder Bürger unseres Landes bezahlt monatlich eine, prozentual von seinem Einkommen abhängige Konsumentenabgabe an den neu gegründeten Interessenverband „Handel im Verbund (HIV)“.
Sagen wir mal so 13,2-14,3% müssten anfangs ungefähr reichen. Pro Monat natürlich! Der Beitrag wird gleich vom Arbeitgeber vom Lohn einbehalten und an den Interessenverband HIV überwiesen.

Dafür erhält der Beitragszahler vom Verband eine Chipkarte, auf deren Magnetstreifen schon die wichtigsten Konsumentendaten gespeichert sind. Name, Vorname, Sternzeichen und Geburtsname der Großmutter. Natürlich keine 'Persönliche Identifikationsnummer (PIN)' oder gar ein Lichtbild. Nein, das wäre ja zu aufwendig für so eine einfache Karte vom HIV.

Was der Konsument jetzt mit der Karte machen kann, wollen Sie wissen?
Na, ganz einfach, er kann nach Herzenslust in den Läden und Kaufhäusern unserer Vertragpartner einkaufen. Soviel er will. Bargeldlos, ohne Unterschrift, ohne PIN oder irgendwelchen anderen Hemmnisse. Er bezahlt einfach mit seinem guten Namen und der Karte vom HIV. So einfach ist das! Klasse gell!

Wie der Verkäufer dann an sein Geld kommt? Auch das ist ganz einfach.
Ich will Ihnen das an einem Beispiel demonstrieren. Nehmen wir mal an, dass Herr Müller eine HIV-Karte hat und beim Kaufhaus Hertie, nur so zum Beispiel,  einen Herrenanzug kauft. Er gibt an der Kasse dem Verkäufer seine HIV-Karte. Der zieht die Karte durch den Scanner, tippt den Preis ein und fertig. Am Monatsende überweist die HIV dann den Kaufpreis für den Anzug, natürlich abzüglich einer Bearbeitungsgebühr, an das Kaufhaus Hertie. Und fertig. Sehen Sie so einfach ist das. Wir machen das alles bargeldlos.

Wie? Warum soll das nicht funktionieren?
Natürlich funktioniert das! Unsere Experten haben sich darüber schließlich viele Gedanken gemacht.
Ach, Sie meinen wenn der Herr Müller einen teuren Anzug kauft, der mehr kostet als sein Monatsbeitrag, dann würde das nicht funktionieren.
Ja glauben Sie denn wir sind dumm, natürlich haben wir auch das bedacht.
Denn alle Beitragszahler beim HIV bilden eine Solidargemeinschaft. Wenn also der Anzug von Herrn Müller mehr kostet als er an Monatsbeitrag bezahlt hat, dann verwenden wir auch den Beitrag von Herrn Huber dazu um den Anzug zu bezahlen, denn es ist ja unwahrscheinlich, dass Herr Huber im gleichen Monat auch einen Anzug braucht. Ganz schön clever, was? Damit haben Sie wohl nicht gerechnet?
Sie brauchen gar nicht so skeptisch zu schauen! Das funktioniert, unsere Experten haben uns das versichert.
Was soll das heißen – wenn alle Beitragszahler mehr einkaufen als sie bezahlt haben oder die HIV-Karte an Nichtmitglieder ausleihen, dann funktioniert das System nicht mehr?
Sowas gibt es doch gar nicht!

Ach Sie meinen, weil die Leute gar nicht wissen was die Waren kosten, merken sie auch gar nicht wenn die Waren überteuert sind, oder der Händler zu viel verlangt, oder gar bewusst falsch abrechnet.
Also, wenn Sie damit andeuten wollen, dass es unter den Mitgliedsfirmen beim HIV schwarze Schafe gibt, dann ist das eine unbewiesene Unterstellung, gegen die wir uns, auch im Namen unserer Mitglieder ausdrücklich verwahren müssen.
Da ist es doch schon eher wahrscheinlich, dass es unter den Beitragszahlern zu Betrügereien und Missbrauch kommt.
Und deshalb haben wir in unser System auch ein paar Sicherheitsvorkehrungen gegen Missbrauch eingebaut.
Der Kunde muss pro Quartal eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 10 Euro in bar bezahlen. Diese Maßnahme schreckt schon mal Testkäufer und Betrüger ab und bringt außerdem noch zusätzliches Geld in die Kassen.
Und für weitere Einkäufe im gleichen Quartal, aber bei einem anderen Händler, braucht der Kunde eine schriftliche Einverständniserklärung des ersten Händlers. Das erhöht die Kundenbindung.
Und wenn der Kunde besonders billige Waren einkauft und daher einen Mindestumsatz pro Einkauf nicht erreicht, muss er zusätzlich eine Warenausgabegebühr in Höhe von 8,20 Euro bezahlen. Das erhöht den Umsatz, da der Kunde zur Vermeidung der Zuzahlung größere Warenmengen abnimmt.

Da brauchen Sie jetzt überhaupt nicht mit dem Kopf zu schütteln und hören Sie endlich mit diesem dämlichen, destruktiven Lachen auf.

Sie haben wohl nicht erkannt, dass das neue System dem Handel vollkommen neue Perspektiven eröffnet.
Wir von der  Interessengemeinschaft HIV finden das positiv.

Und überhaupt, Sie Reichsbedenkenträger, im deutschen Gesundheitswesen mit den pflichtversicherten Krankenkassenmitgliedern funktioniert das System doch einwandfrei.

Ja, genau!
Jetzt ist Ihnen das Lachen aber vergangen!





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11.02.2004 um 05:45 Uhr

Rentnerplage


Vor einigen Tagen habe ich mich mit einem Bekannten von mir unterhalten.

Von so belanglosen Dingen wie Arbeitslosigkeit, Steuerbelastung, Gesundheitsreform und Preissteigerung durch Euroeinführung , also alles Dinge über die man durchaus unterschiedlicher Meinung sein darf und trefflich diskutieren kann, kamen wir dann auf das Problem mit unseren Rentnern.

Ab da wurde die Diskussion langweilig, denn wir waren uns schnell einig, dass die Rentner die Quelle allen Übels sind. Und wir haben dann, in so einer Art eingeschworener Zweckgemeinschaft und mit steigendem Alkoholkonsum an diesem Abend das Problem der Rentnerplage gelöst.

Endgültig!
Man könnte es fast als "Endlösung" bezeichnen.

Obwohl ich mich an den Ausgang des Abend und die Art wie ich wieder nach Hause gekommen bin nicht mehr genau erinnern kann, hat sich aber die Lösung der Rentnerplage in mein Großhirn eingebrannt wie ein Brandzeichen auf der Haut eines Rindviechs.

Und jetzt, wieder in nüchternem Zustand, möchte ich Ihnen die geniale, kostengünstige Lösung des Rentnerproblems nicht vorenthalten. Da ich weiß, dass sich zwischenzeitlich auch immer wieder Regierungsvertreter, Parteiangehörige und diverse Ermittlungsbehörden auf meiner Webseite aufhalten, werde ich versuchen die Lösung parteineutral und präzise zu formulieren. Das heißt ich lasse die, während der Diskussion zur Erarbeitung der Lösung geäußerten emotionalen Gefühlsausbrüche und heftigsten Beschimpfungen politisch Verantwortlicher aller Parteien weg, denn sie tragen nichts zur Sache bei. Wie die politisch Verantwortlichen selbst auch.

Also ausgehend von der Tatsache, dass unser Staat an chronischem Geldmangel leidet, und Deutschland zu viele Rentner hat, die uns auch noch zuviel Geld kosten scheidet eine weitere Verbringung der Rentner auf spanische Mittelmeerinseln aus Kostengründen aus.
Dies gilt auch für eine weitere Verköstigung dieser Bevölkerungsgruppe im Inland.

Bis hierher wird mir jede vernünftige, tagtäglich um sein Überleben kämpfende Mitbürger, noch zustimmen.


Damit ist aber klar – die Rentner müssen weg.
Normalerweise würde das ja die Natur mit ihrem normalen biologischen Alterungsprozess für uns erledigen. Aber wie wir aus den Umsatzsteigerungen der pharmazeutischen Industrie wissen, wirken sich hier Silikon und Hormone bevölkerungspolitisch negativ aus.
Damit ist aber auch klar, dass wir zwar die Kaufkraft der Rentner benötigen um Arbeitsplätze zu sichern, aber die Rentner selbst müssen weg.

Und das nicht nur aus Kostengründen, sondern auch weil ihre Körper durch die Verwendung chemischer und pharmazeutischer Produkte bei der Bestattung zunehmend zum Umweltrisiko werden. Entsprechende Berichte aus dem Umweltministerium, wonach verstorbene Rentner zukünftig als Sondermüll in Gorleben endgelagert werden sollen, kann ich allerdings (noch) nicht bestätigen.

Unter Berücksichtigung dieser Eckkriterien gibt es nur eine Lösung!
Die Ansiedlung aller Rentner in den neuen Bundesländern mit anschließender Abtretung dieser Gebiete an die Republik Polen.

Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass diese Lösung für alle Beteiligten die meisten Vorteile bietet.
Die Volksrepublik Polen hätte auf einen Schlag wieder einen hohen Anteil an deutschsprachigen Mitbürgern und, das sollte man nicht vergessen, durch den Anstieg der Gesamtbevölkerung auch ein höheres Stimmrecht im Rahmen des EU-Beitritts.
Die Rentner selbst könnten in Polen von 300 – 400 Euro Monatsrente leben wie die Maden im Speck. Die Mieten sind billiger, die Lebenshaltungskosten auch. Es gibt billige Putzfrauen und Pflegepersonal. Selbst Zahnersatz soll billiger sein. Oder war das in Ungarn?
Die Bundesrepublik Deutschland hätte ihr Rentnerproblem gelöst und ihre Bevölkerungsstruktur radikal verjüngt. Und seit Miami Rolf haben wir im deutschen Rentenrecht ja auch eine entsprechende Regelung über die Auszahlung deutscher Rentenansprüche im Ausland. Und noch einen weiteren Vorteil, der besonders unseren Umweltminister erfreuen würde. Wir müssten die Rentner nach ihrem Ableben nicht in Gorleben endlagern, was wieder mit hohen Kosten verbunden wäre, sondern lassen sie einfach in polnischer Erde kompostieren.

Und Helmut Kohl hätte endlich auch recht.
Als er uns blühende Landschaften in den neuen Bundesländern versprochen hat, da hat er nicht gesagt, dass diese blühenden Länder zur Bundesrepublik Deutschland gehören werden.

Na, was meinen Sie dazu?
Ist das nicht eine geniale Lösung?

 

 

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10.02.2004 um 05:45 Uhr

Abtritt

Frei nach Berthold Brecht (Hauspostille 1927) ist der Abtritt „ein Ort der Demut, dort erkennst du scharf, dass du ein Mensch nur bist, der nichts behalten darf“.
Und weiter führt Brecht aus, „dass dies ein Ort sei, wo man zufrieden ist, weil drüber Sterne sind und drunter Mist“.
Aber auch „ein Ort, wo man, in dem man leiblich ruht, sanft, doch mit Nachdruck, etwas für sich tut. Ein Ort der Weisheit, wo du den Wanst für neue Lüste präparieren kannst“

Im Eintrag zu „Abtritt“ findet sich in Grimms Deutsches Wörterbuch auch Wörter wie „Gelegenheit“, „Abort“ und „Ausgang“.

Hat Gerhard Schröder mit seinem Abtritt als Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands die Gelegenheit zum Ausgang genutzt? Oder will er nur etwas für sich tun und den „Wanst“ für neue Lüste präparieren?

«Führungswechsel an der SPD-Spitze» meldet am 6.2.2004 die Frankfurter Rundschau.
«Schröder gibt Parteivorsitz ab / Scholz legt Amt als Generalsekretär nieder»

Ich muss gestehen, dass mich das irgendwie überrascht hat.
Nicht bei Scholz, denn da war seit dem letzten Parteitag in Bochum klar, dass seine Tage gezählt sind und er die Flatter machen wird. Aber bei Schröder hätte ich „jetzt“ noch nicht damit gerechnet.  Ich hätte eher gedacht, dass er den Kopf runter nimmt wie ein Stier, die Ärmel hochkrempelt und seinen Pappenheimer, Traumtänzern und Parteibuchträgern endlich mal richtig den Arsch verhaut. Ich hätte eher gedacht (eigentlich auch schon länger erwartet), dass er endlich klar Schiff macht und einige absolute Pfeifen in seinem Gruselkabinett von ihren Pöstchen befreit.

Schröder sagte: „Er gebe das Amt des Parteivorsitzenden nur ungern auf, denn Deutschland befinde sich in einem der "wichtigsten Reformprozesse der Nachkriegsgeschichte". Diesem Prozess sei er verpflichtet. Zwar gebe es eine allgemeine Erkenntnis über die Notwendigkeit von Reformen. Aber es bedürfe im Vermittlungsprozess in der Partei besonderer Anstrengungen.“

Wie wahr, wie wahr. Das mit dem wichtigsten Reformprozess der Nachkriegsgeschichte, meine ich. Ich denke darüber müssen wir nicht lange streiten.
Grund der allgemeinen Kritik ist nicht „warum“ reformiert wird, sondern das „wie“ es geschieht.
Pfusch nennt man das im Handwerk. Das ist Pfusch. Mir fällt kein anderes Wort ein, tut mir leid.
Doch eines, aber das schreibe ich jetzt nicht, denn dann würde mir zu recht unterstellt, ich hätte einen fäkalen Schreibstil. Das Wort hätte wirklich aber sehr gut zu „Abtritt“ gepasst.

Ich möchte dem Gerhard Schröder ein Wort mitgeben, mit dem mich mein ehemaliger Lehrmeister, mit einer Hand an meinem (meist) linken Ohr zerrend, zu besseren Leistungen motiviert hat.
„Jung“, hat er immer gesagt, „Jung, hättste man nur besser Bäcker gelernt, dann hättste dein Ausschuss selber auffressen können“.

In diesem Sinne wünsche ich dem Bundeskanzler einen „Guten Appetit“.
Er möge sich jetzt mit dem bisher geleisteten "Ausschuss" den „Wanst“ für neue Lüste präparieren.

 

 

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09.02.2004 um 20:06 Uhr

Drängler


Was kann ich tun, um nicht das Opfer eines Dränglers zu werden?
Diese Frage beschäftigt und entzweit derzeit die Bevölkerung im Südwesten Deutschlands, muss sich doch der mutmaßliche Autobahndrängler von Karlsruhe, der im Juli 2003 den Tod einer jungen Mutter und ihres Kindes verursacht haben soll, ab dem 9. Februar vor dem Amtsgericht Karlsruhe verantworten.

Was war geschehen?
Laut Anklage fuhr der Mann, ein Testfahrer der Firma Daimler-Chrysler, mit dem 476 PS starken Mercedes-Benz Cl 600 Coupe auf der dreispurigen Autobahn bei Karlsruhe mit etwa 220-250 km/h auf den vor ihm, auf der linken Fahrspur, fahrenden Kleinwagen einer jungen Frau mit ihrem Kleinkind auf dem Rücksitz so dicht auf, dass die junge Mutter die Gewalt über ihr Fahrzeug verlor und nach rechts von der Autobahn abkam und ihr Fahrzeug dort gegen einen Baum prallte, wobei Mutter und Kind getötet wurden.

Auch ich habe die Nachrichten über den tragischen Unfall auf der A5 in Rundfunk und Presse verfolgt. Aus beruflichen Gründen fahre ich selbst diesen Streckenabschnitt bei Karlsruhe sehr oft und, ich gebe es zu, auch oft sehr schnell mit Geschwindigkeiten über 200 km/h. Ich habe es mir lange überlegt, ob ich hier meine Meinung, auch aus der Sicht meiner Erfahrung, zu diesem Vorfall sagen soll.
Nachdem aber, nicht nur in den Medien bereits eine Art Vorverurteilung des Mercedesfahrers stattgefunden hat, möchte ich mich doch dazu äußern.

  1. Nicht in jedem teuren und schnellen Auto sitzt ein Verkehrsrowdy am Steuer, der nur darauf aus ist, seine Mitmenschen zu drangsalieren. Mit einem Fiat Uno Fire, Golf GTI oder Opel Corsa geht das auch!
  2. Ein Fahrzeug aus einer Geschwindigkeit von 240 km/h auf 120 km/h abzubremsen, ist etwa so, wie aus 120km/h eine Vollbremsung zum Stillstand zu machen.
  3. Um auf einer dreispurigen Autobahn die linke Fahrspur zu benutzen, sollte man sicher wesentlich schneller fahren können und auch wollen, als die Lastwagen die man überholen möchte.
  4. Bevor jemand die Fahrspur wechselt sollte er sich durch einen (besser mehrere) Blick(e) in Innen- und Außenspiegel vergewissern, dass der nachfolgende (schnelle) Verkehr nicht behindert wird.
  5. Als fürsorgliche Mutter oder Vater fahre ich mit einem Kleinkind auf dem Rücksitz besonders vorsichtig und nicht schneller als unbedingt notwendig.

Jeder, der mit seinem Auto auf Autobahnen unterwegs ist, kennt aber die Realität:

  1. Es werden, oft auch unnötig, Fahrspuren gewechselt ohne Blinkzeichen zu geben oder Rücksicht auf nachfolgenden (schnelleren) Verkehr zu nehmen.
  2. Vor Autobahneinfahrten wird grundsätzlich auf die mittlere Fahrspur gewechselt.
  3. Die Beschleunigungsspuren der Autobahnzufahrten werden nicht genutzt
  4. Die mittlere und teilweise linke Fahrspur wird durch langsam fahrende Fahrzeuge, oft kilometerlang, blockiert.
  5. Die Polizei ahndet, nach eigener Aussage, primär die "Raser und Drängler" statt die notorischen "Linksfahrer und Bummler", denn die erste Gruppe bringt pro Vorgang wesentlich mehr Geld in die leere Staatskasse.

Was mich jetzt in der Diskussion um diesen Unfall besonders stört ist,

  1. dass von Menschen (Rechtsanwälten und Mitbürgern), die ihre Informationen nur aus den Medien haben, eine Vorverurteilung des Fahrers des größeren und schnelleren Fahrzeugs vorgenommen wird.
  2. dass emotional und an der Sache vorbei mit Argumenten und Behauptungen wie
  • "aufgefahren bis auf 30 cm" (wer hat das nachgemessen?)
  • Fahrzeug im Wert von über 100.000 Euro mit eingebautem "Staatsschutz" (Neid?)
  • hoffentlich ist "das Schwein seinen Führerschein auf Lebzeiten los" (was ist das für ein Niveau?)

Fakt ist, dass der Mercedes mit hoher Geschwindigkeit auf der linken Fahrspur unterwegs war und dicht (aus welchen Gründen auch immer) auf ein anderes Fahrzeug aufgefahren ist.

An der Unfallstelle gibt es keine(!) Geschwindigkeitsbegrenzung und kein(!) Überholverbot. Die Fahrzeuge sind zu keinem Zeitpunkt kollidiert(!) oder haben sich berührt.

Aus bisher unerfindlichen Gründen hat die Fahrerin des überholten (bedrängten) Fahrzeugs die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren, ist über zwei Fahrspuren(!) und den Standstreifen(!) hinweg in den Wald geschleudert und dort gegen einen Baum geprallt. In den Unfall war kein(!) anderes Fahrzeug verwickelt.

Ob der Mercedesfahrer von dem Unfall etwas hätte bemerken können und müssen, werden die Ermittlungen und der Gerichtsprozess ergeben.

Ich jedenfalls richte nach einem Überholvorgang und hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn meine Aufmerksamkeit nach vorne oder werfe einen Blick in den linken Außenspiegel bzw. Innenspiegel, aber ich achte nicht unbedingt auf die Ereignisse, die rechts(!), evtl. sogar noch im toten Winkel, hinter mir geschehen.

Wenn das Gericht den Fahrer des Mercedes der fahrlässigen Tötung für schuldig befindet, kann er mit einer Freiheitsstrafe von max. 4 Jahren (ich bin kein Jurist) bestraft werden.

So wie ich die deutschen Gerichte kenne, werden es wohl zwei Jahre sein und die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Dazu kommt noch eine Geldstrafe von wenigen tausend Euro, die an einen gemeinnützigen Verein zu zahlen sind. Und natürlich die obligatorischen sechs Monate Führerscheinentzug, die bei Urteilverkündung meist bereits vorbei sind.

Und wenn so das Urteil für einen Unfall mit zwei Toten aussieht, dann meine ich, dann dürfen wir uns alle aufregen!

Aber zurück zur eingangs gestellten Frage:
"Was kann ich tun, um nicht das Opfer von Dränglern zu werden?"

Die Antwort ist ganz einfach: "Rechts bleiben!".





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09.02.2004 um 05:45 Uhr

Nuscheln


Die Deutsche Presse Agentur (DPA) meldete vor einigen Tagen:

«Gabriel fordert von SPD mehr soziales Profil
Hannover (dpa) - Die SPD-interne Debatte um den richtigen Kurs der Partei geht weiter. Der niedersächsische SPD-Fraktionschef Sigmar Gabriel ermahnt die Partei, mehr soziales Profil zu zeigen. Umfragen zeigten, "dass wir erhebliche Schwierigkeiten haben, uns bei den Menschen verständlich zu machen", sagte Gabriel der "Neuen Presse". Die SPD müsse eine soziale Balance bei den Reformprojekten herstellen. "Reform bedeutet ja nicht, dass man den Menschen immer in die Tasche greifen muss", sagte Gabriel.»

Es ist doch wirklich zum Kringeln!
Da nageln sich die Sozis ein Ei nach dem anderen auf die Schiene und jetzt merkt endlich einer, dass sie "erhebliche Schwierigkeiten haben sich bei den Menschen verständlich zu machen".

Mein Gott, Jungs – was habt ihr für ein Feeling? Was für eine Kundennähe! Wo lebt ihr denn eigentlich? Ist es denn wirklich so schwer zu verstehen, dass es nicht erst dann kalt ist, wenn IHR friert!

Da geht ihr mit einem kopflosen Gerenne wie die Lemminge an den Umbau der Systeme auf denen die Existenz und das tägliche Leben von vielen Menschen aufgebaut ist und jetzt kommt einer von euch drauf, dass "man eine soziale Balance bei den Reformprojekten herstellen muss und dass Reform ja nicht bedeutet, dass man den Menschen immer in die Tasche greifen muss".

Aber genau das tut ihr doch! Penetrant und permanent.

Das ist doch seit Jahren eure Hauptbeschäftigung: "Manna nach oben pumpen".
Aber wer ist denn dieser einsame Mahner in der Roten Wüste, der das Unheil am Horizont zu erkennen scheint?

Ein Engel ist es. Der pausbäckige Erzengel Gabriel höchstpersönlich. Seines Zeichens abgewählter Ministerpräsident des Landes Niedersachsen und Fraktionschef der dortigen Roten Reiter, die längst jeden irdischen Kontakt verloren haben und von Wolke Nummer Sieben ihre himmlischen Dekrete nach unten, zu uns Normalbürgern, werfen.

Warum macht sich wohl der Erzengel Gabriel Gedanken über die zukünftige Wetterlage? Fürchtet er etwa einen Bayer im Himmel? Oder fürchtet er nur die Unbillen des drohenden Gewittersturmes?

Und was will er eigentlich seinen Mit- und Überfliegern sagen:

"Es wird eng Jungs!", will er sagen, "wir verlieren schnell an Höhe und werden eine Bruchlandung machen. Wir bitten euch jetzt die Tische hochzuklappen und die Sitze senkrecht zu stellen. Um bleibende Verletzungen beim Aufschlag zu vermeiden, schnallt euch bitte an und entfernt euren Zahnersatz. Nach dem Stillstand der Maschine geht ihr über die Gummirutsche von Bord. Draußen dürft ihr dann weiternuscheln, es versteht euch ja sowieso keiner".





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08.02.2004 um 05:45 Uhr

Toll


Das beste europäische Autobahnmautsystem sollte es werden! Einfach toll sollte es werden!
Die Engländer würden dazu sagen: groovy, terrific crazy.
Und die Franzosen: extra super.
Und die Spanier: increíble genial.
Und erst die Italiener: incredibile formidabile, fantastico.

Und was heißt "toll" auf Deutsch? Dumm, töricht, getrübt, umnebelt, verwirrt.

Zumindest steht es so im Duden und in den Wörterbüchern, in denen ich nachgeschlagen habe.
Es gibt sogar eine Toll-Collect GmbH mit Firmensitz in Bonn, extra gegründet für das neue Autobahnmautsystem.

Übersetzt man "Toll-Collect" zurück ins Deutsche, einst die Sprache der Dichter und Denker, dann könnte man zu dem Schluss kommen, dass unter diesem Namen die Umnebelten, Verwirrten und Dummen unseres Landes ein gemeinsames Zuhause gefunden haben.
Eine eigene Homepage im Internet gibt es zu dieser Firma auch noch - www.toll-collect.de
Seltsamerweise hören dort die aktuellen Pressemeldungen im Oktober 2003 plötzlich auf.

Scheint damals irgendwas passiert zu sein im Hause Toll-Collect!

18.09.03 | Dr. Peter Mihatsch verstärkt Team von Toll Collect
Dr. Peter Mihatsch (62), einer der anerkanntesten Experten der Informations- und Kommunikationstechnologie verstärkt als Senior Advisor das Team von Toll Collect. Er wird Toll Collect bei der Einführung des Mautsystems unterstützen.

07.10.03 | Neues Lkw-Mautsystem muss durch den Test der Praxis.
Verspätet beginnender Probebetrieb macht Verzögerung des Mautstarts notwendig.

14.10.03 | Gesellschafter stellen Weichen für Toll Collect
Dr. Peter Mihatsch übernimmt Mitte Dezember 2003 den Vorsitz des Advisory Council von Dr. Klaus Mangold / Neue Geschäftsführer berufen.

16.10.03 | Offenlegung des Betreibervertrages
Toll Collect Konsortium macht Minister Stolpe den Vorschlag, den 17.000 Seiten umfassenden Vertrag den beiden Parlamentsausschüssen unverzüglich in Gänze zur Verfügung zu stellen.

Ich hätte da mal einen Vorschlag zu machen!
Wie wäre es denn wenn man den Vertrag über das Jahrhundertmautsystem einfach ins Internet stellen würde. Dann könnten sich doch interessierte Bürger und Autofahrer eine eigene Meinung bilden und müssten sich nicht immer das unverbindliche Gestammel unseres Verkehrsbehinderungsministers anhören.

Und ich denke mal, dass auch die Aktionäre von Daimler-Chrysler und der Deutschen Telekom gerne wissen würden, was da so alles drin steht und welche Risiken dort für den autofahrenden, steuerzahlenden (Klein-)Aktionär verborgen sind. Denn wenn wir schon als Steuerzahler den ganzen Irrsinn zwangsweise finanzieren müssen, dann wollen wir nicht auch noch als Aktionäre dafür bezahlen.

So eine Veröffentlichung könnte sich doch auch auf den Aktienkurs auswirken, oder nicht?
Laut §15 des Wertpapierhandelsgesetzes (WPhG) müssen Unternehmen neue Tatsachen und Ereignisse "unverzüglich veröffentlichen" (Ad-hoc-Meldung), die in ihrem Tätigkeitsbereich eingetreten und nicht öffentlich bekannt ist, wenn sie wegen der Auswirkungen auf die Vermögens- oder Finanzlage oder auf den allgemeinen Geschäftsverlauf des Emittenten geeignet sind, den Börsenpreis der zugelassenen Wertpapiere erheblich zu beeinflussen.
Unterlässt ein Unternehmen eine derartige Meldung, ist es, gemäß §37b WPhG gegenüber Dritten zum Ersatz des durch die Unterlassung entstandenen Schadens verpflichtet.

Na, Herr Dr. Mihatsch, wie wäre es denn zunächst erst mal mit der Herstellung von Öffentlichkeit?
Denn das habe ich mal in einem Kurs der Polizei zum Thema Verbrechensbekämpfung und Zivilcourage gelernt. Sobald ein Bürger ein Verbrechen oder eine mögliche Straftat erkennt, soll er sich nicht körperlich aktiv, unter Gefahr für Leib und Leben, in das Geschehen einmischen, sondern durch die Herstellung von Öffentlichkeit auf das Geschehen aufmerksam machen und so die Straftat verhindern helfen.

Jetzt wollen Sie bestimmt wissen was "Herstellen von Öffentlichkeit" bedeutet und wie man das macht.
Ganz einfach, man brüllt, schreit und zetert so laut man kann: "Hilfe, haltet den Dieb", macht andere Personen auf das Geschehen aufmerksam, schließt sich mit ihnen zusammen und nimmt dann eine drohende Haltung gegenüber dem Straftäter ein.

Was Toll-Collect angeht, sind wir im Moment bei Phase 1 – wir zetern noch.

Kleinere Gruppierungen beginnen schon mal mit Phase 2.

Und an Phase 3 wird schon mal geübt.

Und lassen Sie jetzt endlich mal unseren armen Verkehrsminister Stolpe in Ruhe!

Der Mann hat doch keinem was getan und außerdem hat er nun wirklich von gar nichts gar keine Ahnung!





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07.02.2004 um 05:45 Uhr

Jedem das Seine


Am 5.Februar 2004, kamen innerhalb weniger Minuten die beiden folgenden Meldungen über den Ticker der Frankfurter Rundschau.
Danach ist innerhalb von 15 Minuten die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf 4,5 Millionen gestiegen und dann gleich wieder auf 4,27 Millionen gefallen.

Wenn das so schnell geht, müssten wir eigentlich bis zum nächsten Monatsende wieder alle Arbeitslosen in Lohn und Brot haben. Oder nicht?

Newsticker der Frankfurter Rundschau vom 5.2.2004 9:52 Uhr
«Zahl der Arbeitslosen auf 4,597 Millionen gestiegen

Nürnberg (dpa) - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar witterungsbedingt um 282 300 auf 4 597 400 gestiegen. Das waren 26 400 weniger als vor einem Jahr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,6 Punkte auf 11,0 Prozent.»

Newsticker der Frankfurter Rundschau vom 5.2.2004 10:07 Uhr
«Saisonbereinigte Arbeitslosigkeit auf 4,27 Millionen gesunken
Nürnberg (dpa) - Die Erwerbslosenzahl ist saisonbereinigt im Januar um 81 000 auf 4,27 Millionen gesunken. Hauptgrund für den starken Rückgang ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit eine Statistikänderung. Teilnehmer an Trainingsmaßnahmen gelten seit Jahresanfang nicht mehr als arbeitslos. Witterungsbedingt ging die Arbeitslosenzahl im vergangenen Monat um mehr als 280 000 nach oben. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 11 Prozent.»

Weiter kann man in der Frankfurter Rundschau lesen:
«Der Interimschef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, erklärte den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar vor allem mit saisonalen Gründen. Unter Berücksichtigung der nicht mehr gezählten Teilnehmer an Trainingsmaßnahmen wäre die Zahl der Erwerbslosen saisonbereinigt dagegen erstmals seit Mai 2003 wieder leicht gestiegen. Dies dürfe aber nicht als konjunkturelle Verschlechterung interpretiert werden, sagte Weise.»

Und ich meine, dass die Verantwortlichen jetzt endlich aufhören sollten sich selbst in die Tasche und den Bürgern ins Gesicht zu lügen.
Da hilft auch keine Imagekampagne und neue Namensgebung.
Hört doch endlich auf mit diesen billigen Taschenspielertricks und der Zahlenkosmetik. Es glaubt doch sowieso keiner mehr.

"Witterungsbedingt", "Saisonbereinigt" und "Jedem das Seine" sind nicht nur in der Statistik keine berechenbaren Größen.

Und sicher nicht nur mir sind "sechs Richtige" viel lieber als "drei Unbekannte"!





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07.02.2004 um 00:05 Uhr

Suchtgefahr


Keine Frage, die Sache mit dem Schlitz macht süchtig.
Vor allem Männer kommen davon nicht mehr los.

Tagsüber und in der Nacht können Sie es tun, ohne Unterbrechung, mehrfach hintereinander.
Wild und ungehemmt oder sanft und vorsichtig, ganz wie es beliebt, wie es gefällt.

Am meisten Spaß macht es natürlich zu zweit.
Warum noch warten? Einfach ausprobieren und süchtig werden.

Mit Bilbana, diesem heißen Ofen!

Ich habe es heute schon dreimal gemacht!

Viel Spaß.

06.02.2004 um 08:21 Uhr

Newsticker


Kaum sitzt man beim Frühstück und versucht mühsam dem Körper die für das tägliche Überleben notwendige Portion Kalorien reinzuwerfen, da geht der Ärger schon los:

Newsticker der Frankfurter Rundschau vom 5.2.2004 7:17 Uhr
«Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Januar geringer
Nürnberg (dpa) - Die Bundesagentur für Arbeit gibt heute die Arbeitsmarktdaten für Januar bekannt. Nach Expertenschätzung ist die Erwerbslosenzahl im Januar weniger gestiegen als in den Vorjahren. Die Fachleute führen das allerdings auf eine Änderung der Statistik zurück. Nach ihren Berechnungen waren zu Jahresanfang rund 4,58 Millionen Männer und Frauen ohne Job. Im Vergleich zu Dezember sei die Zahl saisonbedingt um rund 260 000 gestiegen».

Da verbiegt sich mir die Pupille, das Hirn sträubt sich vehement und mein Rachenzäpfchen bereitet sich auf Kotzwürgen vor.

Alles da in dieser Meldung, was man zur Desinformation des Lesers braucht und um die wahre Information nur vage zwischen den Zeilen aufblitzen zu lassen.

Welch kranke Hirne können sich solche Texte eigentlich ausdenken? Was will uns diese Meldung denn suggerieren? Schauen wir uns doch zuerst mal den Aufmacher an.

"Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Januar geringer".
Das heißt doch nicht etwa weniger Arbeitslose, sondern dass die Anzahl der Menschen ohne bezahlte Arbeit weniger gestiegen ist. Weniger wie was? Weniger als die Temperaturen im Januar? Weniger als die Anzahl der durch Dampfwalzen auf deutschen Straßen überrollten Subventionsbetrüger?

Na, vielleicht klärt sich die Uninformation in den nächsten Sätzen ja noch auf.

"Nach Expertenschätzungen ist die Erwerbslosenzahl im Januar weniger gestiegen als in den Vorjahren".
Welche Vorjahre denn?
1998? Da waren es mit 4,82 Millionen sogar mehr als heute.
1936? Gab es denn 1936 überhaupt Erwerbslose? Nein, sicher nicht, da hätten die alle Autobahnen und Straßen gebaut!
Oder wie wäre es denn mit 1968? Da haben die unzufriedenen Mitbürger dieses Landes, die Pflastersteine wieder aus diesen Straßen gerissen und nach Polizei und Politik geworfen.
Gell Joschka! Das war a Hetz!

"Die Fachleute führen das allerdings auf eine Änderung der Statistik zurück".
Aha, habe ich mir doch gleich gedacht, dass da wieder die Statistiker und Mathematiker der BA ihre Finger im Spiel hatten. Arbeitslos ist ja nicht mehr jeder, der keine Arbeit hat. Nein, das wäre zu einfach. Arbeitslose, die keine Arbeit mehr haben, aber an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen, sind ja keine Arbeitslosen mehr, sondern Auszubildende oder gar Studierende. Und die werden seit 1. Januar 2004 nicht mehr mitgezählt, denn die stehen dem Arbeitsmarkt ja erst nach dem Ende ihrer Ausbildung wieder zur Verfügung. Diese Ausbildung würden sie aber gar nicht machen, wenn sie Arbeit hätten. Sie müssen sich das so vorstellen, wie wenn Autofahrer die mit ihrer fahrbaren Untersatz am Straßenrand liegen geblieben sind und die Gelben Engel rufen, bei den sie Mitglied und Beitragszahler sind, plötzlich keine Verkehrsteilnehmer mehr sind. Es beweist sich mal wieder "trau keiner Statistik, die du nicht selbst manipuliert hast".

"Nach ihren Berechnungen waren zu Jahresanfang rund 4,58 Millionen Männer und Frauen ohne Job".
Muss man Arbeitslose denn berechnen? Muss man die nicht einfach nur zählen? So mit eins, zwei, drei, vier und so weiter? Wissen Sie eigentlich wie lange man braucht um auf 4.580.000 zu zählen? Selbst wenn man in der Lage wäre, pro Sekunde eine Zahl zu sagen, was mit zunehmender Größe der Zahlen immer schwieriger wird und sich spätestens ab einer Million anhören würde wie das Vorlesen der Verpackungsbeilage in der Medikamentenwerbung, würde man dazu fast exakt 53 Tage benötigen.

"Im Vergleich zu Dezember sei die Zahl saisonbedingt um rund 260 000 gestiegen".
Stimmt, die Arbeitslosenzahlen sind trotz aller Zahlenkosmetik gestiegen. Aber warum "saisonbedingt"? Überhaupt fällt auf, das die Wörter "Saison" und Witterung" in jeder Arbeitsmarktstatistik häufige, fast schon flehentlich entschuldigende Verwendung finden.
Das hört sich fast so an, als würden die Arbeiter und Angestellten in dieser, unserer Republik alle im Freien, am Busen der Natur, arbeiten.
Jetzt sind gerade noch zwei weitere Meldungen zu den neuen Arbeitsmarktzahlen über den Ticker gelaufen!

Aber die hebe ich mir für morgen auf. Heute fällt mir dazu nichts, aber auch gar nichts mehr ein. Ein schönes Beispiel dafür, wie die Journaille aus dem gleichen Sachverhalt zwei unterschiedliche Meldungen machen kann.

Jedem halt das Seine. Aber dazu morgen mehr.

Tara ruft.





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06.02.2004 um 05:45 Uhr

Weise und Clever


Der bisherige Finanzvorstand der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise soll jetzt Chef werden und den Posten seines bisherigen Vorgesetzten Gerster einnehmen.
Das berichten heute ZDF und fast alle Tageszeitungen.
Dann wird ja wohl was dran sein.

Selbst Regierungskreise bezeichneten das als "nicht ausgeschlossen", besitze doch Weise nach wie vor hohes Ansehen und große Fachkompetenz. Weise, der dem BA-Vorstand seit der Entlassung Gersters kommissarisch vorsteht, war bereits seit Tagen als möglicher Nachfolger gehandelt worden.
Obwohl seine Rolle bei der Ablösung seines Chefs Gerster noch nicht endgültig geklärt ist, denn die Frankfurter Rundschau hatte am 1. Februar gemeldet, dass Weise vorgeworfen wird, Informationen zurückgehalten zu haben, die Gerster entlastet hätten. Und das ARD-Hauptstadtstudio hatte behauptet, Weise, habe den Verwaltungsrat nicht entsprechend informiert, sondern die entlastenden Details zurückgehalten.

Der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit sieht in den Vorwürfen eine Intrige gegen den Finanzvorstand Weise und reagierte empört. Der Arbeitgebervertreter Clever sieht sogar Kreise aus dem "innersten Zirkel" der Bundesagentur am Werke.
"Mobbing" nennt man sowas bei Angestellten und Arbeitern und bei Vorständen und Geschäftsführern "Verlust der Vertrauensbasis".

Weise bestreitet diese Vorwürfe. Jetzt stellt sich sogar die Verwaltungsratvorsitzende Ursula Engelen-Kefer vor ihn und Peter Clever betonte, dass Gerster unabhängig von der noch ausstehenden Bewertung der umstrittenen Beraterverträge das Vertrauen durch den Verwaltungsrat entzogen worden sei. Clever geht davon aus, dass nun mit falschen Behauptungen, lanciert "aus dem innersten Zirkel" der BA, "die wichtigste Persönlichkeit für den operativen Erfolg der Reformen beschädigt" werden soll.

Dann frag ich mich jetzt aber, warum der Herr Gerster vorzeitig gehen musste, wenn nicht wegen den Beraterverträgen!
Vielleicht war bei ihm der gleiche "innere Zirkel der BA" am Werke.

Weise selbst sagte zu den Spekulationen nur: "Meine Berater haben mir gesagt, möglichst gar nichts dazu zu sagen."

Na, das kann ja heiter werden, jetzt fängt der Herr Weise auch schon mit den Beratern an. Hoffentlich hat er den Vertrag dazu wenigstens ordnungsgemäß ausgeschrieben.

Ach, da fällt mir gerade ein, dass einige der Beraterverträge, über die der Herr Gerster gestolpert ist, von Herrn Weise unterschrieben wurden.

Schließlich ist der als Finanzchef ja auch dafür zuständig.

Was mir sonst noch zu dem Herrn Weise einfällt?

Ein Text aus der Oper "Zar und Zimmermann"!

O, ich bin klug und weise,
Und mich betrügt man nicht.
Diese ausdrucksvollen Züge,
Dieses Aug' wie ein Flambeau
Verkünden meines Geistes Siege;
Ich bin ein zweiter Salomo,
Denn ich weiß zu bombardieren
Zu rationieren, zu expektorieren,
Zu blamieren, inspizieren,
Echauffieren, räsonieren, malträtieren
Und zu ieren, zieren, rühren,
Führen, schmieren, ratifizieren.
Mit einem Wort, man sieht mir's an,
Ich bin ad speciem ein ganzer Mann!

Ach, übrigens die Oper ist von Lortzing, nicht von Gerster!





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05.02.2004 um 05:45 Uhr

Dicke Luft


Wussten Sie schon, dass man mit schlechter Luft Geld verdienen kann?
Hört sich an wie ein schlechter Witz, oder?

Und jetzt hat es auch noch "Dicke Luft" bei den Verhandlungen über die Zuteilung der Verschmutzungsrechte gegeben.

«Weil Umweltminister Jürgen Trittin seinen Entwurf zur Senkung der Emissionen ohne Absprache mit Wirtschaftsminister Wolfgang Clement vorgelegt hatte, brach der Vertreter des Wirtschaftsministeriums in der Nacht zum Freitag die Gespräche unter Protest ab. Staatssekretär Georg Wilhelm Adamowitsch sagte empört, das Wirtschaftsministerium werde sich Trittins Vorgehen nicht gefallen lassen. Auch bei Unternehmen und Verbänden stieß Trittins unabgestimmter Entwurf auf heftige Kritik».

So jedenfalls steht es in der Financial Times Deutschland vom 2.2.2004.

Hintergrund ist die Umsetzung der Klimaschutzverpflichtungen von Kyoto durch die Europäische Union, um die Emissionen in ihren Mitgliedsstaaten um acht Prozent zu senken. Um diese Zusage für die Unternehmen möglichst kostengünstig zu erfüllen, dürfen Firmen, die ihre Anlagen modernisieren und CO2 einsparen, künftig überschüssige Rechte an einer Börse verkaufen. Wer mehr Kohlendioxid ausstoßen will, muss an der Börse fehlende Emissionsrechte zukaufen. Der Handel mit Verschmutzungsrechten soll EU-weit 2005 beginnen.

Das ist ja hochinteressant, fährt es mir durchs morgenmüde Hirn!
Hab ich doch noch gut im Ohr, dass der selbe Herr Trittin noch vor wenigen Tagen die Autofahrer mit einer neuen, emissionsabhängigen Kfz-Steuer beglücken wollte. Von Verschmutzungsrechten war da aber nicht die Rede, nur von Pflichten.
Und jetzt erfahre ich durch Zufall, dass den Autofahrern und damit auch mir ein Verschmutzungsrecht zusteht, wenn wir auf dem Weg zur Arbeit mit unseren Feueröfen fossile Brennstoffe in Form von hochbesteuertem Diesel, Normal- und Superbenzin in CO2 umwandeln und in die Atmosphäre emittieren.

Und ich fresse einen Besen, mitsamt der polnischen Putzfrau, dass bei den Verhandlungen über die Verschmutzungsrechte kein einziger Autofahrer dabei war!
Man will offensichtlich unsere angestammte Verschmutzungsrechte unterschlagen und sie dann ab 2005 gewinnbringend an der "Dicke-Luft-Börse" verkaufen.

Halt, halt halt Herr Trittin!
Bevor etwas an der Börse verkauft wird, gibt es erst mal Bezugsrechte für die Altaktionäre. Haben wir doch in den letzten Jahren als Konsumenten viel Geld für Katalysatoren, schadstoffarme Motoren, bleifreies Benzin ausgegeben.
Und wenn wir heute weniger CO2 ausstoßen als wir dürften, dann verkaufen WIR, die Autofahrer, Häuslesbauer und Bürger unseres Landes, unsere überschüssigen Rechte auf eigene Rechnung an der Börse.

Und nicht Sie Herr Trittin!

Was Sie da erfinden wollen, wäre ja die "eierlegende Wollmilchsau, in der reitbaren Version".
Zuerst kassieren Sie Mineralöl- und Mehrwertsteuer auf den Brennstoff. Dann erheben Sie KFZ-Steuer auf die Auspuffgase und last – aber wahrscheinlich not least - verkloppen auch noch unser Verschmutzungsrecht, auf eigene Rechnung, an der Börse.

Das ist ein starkes Stück Herr Trittin.
Das ist Enteignung!
Das gibt dicke Luft!





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04.02.2004 um 05:45 Uhr

Nippel

 
Mike Krüger hat es vor Jahren schon geahnt und besungen:
„Du musst zuerst die Lasche durch den Nippel ziehen und mit der kleinen Kurbel dann nach oben drehn“.
Und jetzt haben es Janet Jackson und Justin Timberlake visualisiert und musikalisch in Szene gesetzt:

«Kaum zerrt der Sängerbarde Justin ihr am Gefieder, hüpft Janet‘s rechter Mops freudig aus dem Mieder.»
Das muss man sich einmal bildlich vorstellen! Da hatten sich Millionen sportbegeisterter Amerikaner in feierlicher Stimmung mit Popcorn und Lagerbier inmitten ihrer Familien um den Fernseher versammelt, um dem größten nationalen Sportereignis beizuwohnen.
Und dann plötzlich, mitten auf dem Bildschirm, nur für Sekunden zu sehen, eine braune nackte, offensichtlich weibliche Brust mit Metallstern auf dem durchbohrten Lustnippel.
Ein kollektiver Aufschrei des Entsetzens entringt sich amerikanischen Mündern. Mütter halten ihren Kindern die Augen zu, Väter werfen sich schützend über den Monitor um ihre Kinder vor dem unzüchtigen Anblick zu bewahren und ihr puritanisches Seelenheil zu retten.

Die Medienaufsichtsbehörde FCC besteht ungeachtet der Entschuldigungen aller Beteiligter darauf, den Vorfall in der Halbzeit des Super-Bowl-Spiels vom Sonntag amtlich zu prüfen und eine Untersuchungskommission einzusetzen.
Bei einem Verstoß gegen Sitte und Anstand drohen dem verantwortlichen Fernsehsender CBS Strafen in Millionenhöhe.
Auch die National Football League (NFL) reagierte extrem sauer. NFL-Vizepräsident Joe Browne sagte, er sei "sehr enttäuscht" von der MTV-Showeinlage. Es sei mehr als unwahrscheinlich, dass man mit dem Musiksender weiterhin zusammenarbeiten könne. Mehrere Abgeordnete des US-Kongresses, der Eltern-Fernsehrat und die "Koalition für traditionelle Werte" erhoben wütend Einspruch gegen die Szene.

Und das alles wegen einem halben Kilo freiliegendem Silicon mit gepierctem Nippel.
In einem Land, in dem jedes zweite Wort „Motherfucker“ oder „fuck you“ heißt und normal ist, dass alle möglichen sekundären und primären Geschlechtsmerkmale chirurgisch gestylt und gestrafft werden.
 
Jackson, Timberlake, die Sender CBS und MTV sowie der amerikanische Football-Verband NFL haben sich derweil beim Publikum für die unerwartete Entblößung entschuldigt.
Timberlake sprach von einem Materialfehler, wobei nicht eindeutig klar wurde, ob er damit das Lederbustier oder das hüpfende Siliconkissen in Körbchengröße „C“ meinte.

Ach, noch eine Frage:
Wer hat eigentlich den Super Bowl gewonnen?

 



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03.02.2004 um 05:45 Uhr

Innovation


Heute Nacht hatte ich die Idee! Die Superidee!! Oder sollte ich besser sagen – ich hatte eine INNOVATION!

Meine Idee hat sich dann leider bei Tageslicht als ganz normale Hirnblähung herausgestellt und ist danach den Weg alles Irdischen gegangen.
Aber das Wort "Innovation" geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf.

Habe ich doch noch die Worte unseres Kanzlers im Ohr "Deutschland braucht Innovationen".
Dafür gibt es dann den Goldschatz der Deutschen Bank in Frankfurt.
Nein, nein, nicht dass Sie jetzt denken, dass die Bundesrepublik Deutschland jetzt ihr Tafelsilber verkauft.
Nein, das nicht. Denn das ist ja schon verkauft!

Jetzt geht es an die "Eiserne Reserve".
Jetzt geht es an die Goldreserven der Deutschen Bundesbank.
Und weil die Bundesbank den Schatz vielleicht nicht herausgeben will und unsere Politiker auch keine Zeit mehr für lange Diskussionen haben, denn die Zeit bis zur nächsten Bundestagswahl drängt, brauchte der Kanzler ein gutes Argument.
Und dabei ist ihm "Bildung und Knoff-Hoff für unser rohstoffarmes Land, damit Deutschland durch Innovationen vorankommt" eingefallen.

Jetzt knoff-hofft der Kanzler, dass sich die Deutsche Bundesbank dieser äußerst innovativen Idee nicht entziehen kann.
Und wie recht er doch hat, kann man doch schon wenige Tage später im Handelsblatt vom 29. Januar 2004 lesen, dass die Bundesbank künftig mehr Gold verkaufen möchte.
Welch ein Zufall!!!

« Handelsblatt Frankfurt. Die Bundesbank habe eine Verkaufsoption von ca. 120 Tonnen pro Jahr für ein erneutes fünfjähriges Abkommen vorgesehen, teilte die Bundesbank am Donnerstag mit. Bundesbankpräsident Ernst Welteke werde mit der Bundesregierung und den Bundestagsfraktionen beraten, wie bei der Realisierung der Goldverkäufe ein Vermögenserhalt sichergestellt werden könne. Die Union im Bundestag forderte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) auf, das Angebot der Bundesbank zurückzuweisen, da es zu Lasten des Steuerzahlers gehen werden.

Die Bundesbank hatte in der vergangenen Woche bereits angekündigt, insgesamt 600 ihrer knapp 3500 Tonnen Gold verkaufen zu wollen. Welteke hatte schon 2002 Überlegungen dazu öffentlich angestellt und den Verkauf von Goldbeständen unter die Bedingung gestellt, die Erträge daraus gewinnbringend anzulegen. Nach dem Bundesbankgesetz, das dafür geändert werden müsste, wird der Gewinn der Bundesbank abzüglich einer Rücklage vollständig an den Bundeshaushalt und den Erblastentilgungsfonds ausgeschüttet.

Das von der Bundesbank verwaltete Gold sei Vermögen, das mit außenwirtschaftlichen Überschüssen über einen längeren Zeitraum erarbeitet worden sei, hieß es in der Mitteilung der Zentralbank. "Es ist daher konsequent, wenn über dieses Vermögen in einer Art disponiert wird, die seinen Substanzerhalt gewährleistet und damit sicherstellt, dass auch künftige Generationen einen Nutzen daraus ziehen können." Welteke hatte sich früher dafür ausgesprochen, die Verkaufserträge in einem Fonds anzulegen und damit Bildungs- und Forschungsprojekte zu finanzieren. Nach Medienberichten gab es für diesen Vorschlag im Bundesbank-Vorstand jedoch keine Mehrheit.

Der haushaltspolitische Obmann der Unionsfraktion im Bundestag, Steffen Kampeter (CDU), kritisierte das Vorhaben der Bundesbank: "Der Bundesfinanzminister sollte dieses unsittliche Vorhaben zurückweisen." Günstigerer für den Haushalt sei es, die Erlöse der Goldverkäufe in eine Tilgung der Staatsschulden zu stecken. Zudem sei es nicht die Aufgabe der Bundesbank, sich in politische Angelegenheiten einzumischen: "Das gefährdet das hohe Maß an Seriosität, das die Bundesbank hat."»

Welche Seriosität der Bundesbank ist hier wohl gemeint?
Im Falle Breuer/Kirch ist die Bank doch bereits rechtskräftig zu Schadenersatz verurteilt und in Düsseldorf steht der Vorstand Ackermann vor den Schranken des Gerichts. Und was ist mit Parmalat? 
Weit ist es wohl mit der weißen Weste und der Seriosität bei der Deutschen Bank nicht her. 

Kennt der Herr Schröder eigentlich den Herrn Welteke?
Warum ich das frage?
Na, weil die Herren anscheinend die gleichen Innovationen haben!

Da kommt mir doch gerade wieder ein Gedanke....
Oder ist das schon eine Idee?
Es könnte allerdings auch schon fast wieder eine Innovation sein!

Ich werde mal Gerhard Schröder fragen müssen, ob das die Bundesrepublik Deutschland voranbringt, wenn ich weiterhin so intensiv introvertiert innovativiere.

Rülps....
Ach schade, es war doch wieder nur ein Darmwind, der den richtigen Ausgang nicht gefunden hat.

Aber vielleicht qualifiziert mich das ja zum Vorstand der Deutschen  Bank.





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02.02.2004 um 05:45 Uhr

Spende?


Was stand da vor einigen Tagen in der Zeitung?

«Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat die SPD wegen einer illegalen Parteispende zu einer hohen Strafzahlung verpflichtet. Offenbar hat sich ein Bauunternehmer mit seiner Spende ein Projekt in Wuppertal sichern wollen. Die SPD habe mit der Annahme einer Spende des Bauunternehmers Uwe Clees in Höhe rund 255.000 Euro gegen das Parteiengesetz verstoßen, teilte der Bundestag am Dienstag mit. Mit der Spende im Jahre 1999 für den SPD-Wahlkampf um das Oberbürgermeister-Amt sollte Planungssicherheit für ein bestimmtes Bauprojekt erreicht werden. Bundestagspräsident Thierse, der über die Parteienfinanzierung wacht, verpflichtete die Partei deswegen zur Zahlung des dreifachen Betrages. Von der SPD gab es zunächst keine Stellungnahme zur Forderung Thierses.»

Und wo bleibt da jetzt die Staatsanwaltschaft?

Ist das etwa ein Kavaliersdelikt?

Da gibt es doch genügend Paragraphen in unseren vielen Gesetzen, die sich mit genau solchen Vorgängen beschäftigen!"Vorteilsannahme im Amt" oder "Schmiergeldzahlung" oder "Bestechung" oder "Korruption" oder auch noch "Steuerhinterziehung" bzw. "Gestaltungsmissbrauch".

Wo bleibt da der Aufschrei unseres Finanzministers Eichel?Ach so, der ist ja auch in der SPD!

Glauben Sie nur nicht, solche Vorgänge gebe es nur in Wuppertal, wo schon so manches über die Wupper gegangen ist.
Oder nur bei der SPD.
Warum glauben Sie, schlachten das die Oppositionsparteien nicht aus, wie bei den nicht ausgeschriebenen Beraterverträgen des Herrn Gerster.
Warum gibt es hier kein Hauen und Stechen?
Weil diese Art der Spenden längst zum Normalfall geworden sind in dieser unserer Bananenbundesrepublik!

Dazu passen doch auch die Meldungen der Tageszeitungen wie die Faust aufs Auge.

08.01.2004
Deutsche halten ihre Politiker für korruptionsanfällig

11.02.2003
CDU kämpft gegen Millionenzahlung im Spendenskandal. Als Konsequenz aus ihrem Spendenskandal muss die CDU nun doch knapp 21 Mio. Euro aus der staatlichen Parteienfinanzierung zurückzahlen. Rettung erhofft sich die Partei vom Verfassungsgericht.

03.09.2002
Korruptionswächter ermahnen deutsche Parteien. Union und SPD haben nach Ansicht der Anti- Korruptions-Organisation "Transparency International" nur unzureichende Konsequenzen aus ihren Spendenskandalen gezogen. Zudem blockiere die Union ein Gesetz, das Korruption erschweren soll, kritisiert die Organisation.

14.05.2002
Deutsche Unternehmen zahlen auf unverändert hohem Niveau Schmiergelder, um international im Geschäft zu bleiben. In einer am Dienstag von der Antikorruptions-Organisation Transparency International (TI) präsentierten Rangliste belegt Deutschland jetzt einen mittleren Platz.

26.04.2002
Parteien und Politiker genießen in Deutschland einen denkbar schlechten Ruf. In einer Umfrage rückten mehr als zwei Drittel der Befragten Politiker in die Nähe von Korruption.

26.04.2002
Spende sollte Einkaufsmeile in Wuppertal sicherstellen. In der Wuppertaler SPD-Affäre haben die anderen Parteien im Spendenuntersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages den Sozialdemokraten am Donnerstag vorgeworfen, dass die Partei die Spende von 500.000 DM zumindest aus moralischer Sicht nicht hätte annehmen dürfen.

Ich persönlich halte dieses Verhalten nicht nur moralisch verwerflich, sondern für einen Straftatbestand und die Verantwortlichen gehören hinter Gitter und das Vermögen eingezogen. So macht man das mit jedem Geldwäscher.

Und hatte Herr Eichel nicht auch vor, jeden Bürger, der seiner Putzfrau 10 Euro fürs Staubwischen in die schwarze Hand drückt, strafrechtlich zu verfolgen und in besonders schweren Fällen (so ab 20 Euro) sogar mit Zuchthaus zu bestrafen.

Ich kann Ihnen nur einen guten Rat geben.

Spenden Sie ihrer Putzfrau doch das Geld.
Aus moralischer Sicht müssen Sie sich erst ab etwa 250.000 Euro Gedanken darüber machen.

Denn vor dem Gesetz sind Alle gleich.
Oder vielleicht doch nicht?

 

 

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01.02.2004 um 05:45 Uhr

Big Brother


Das elektronische Zeitalter hat schon so seine Vorteile.
Früher musste ich die unverlangten Werbesendungen noch selbst aus dem Briefkasten holen, ungelesen in den Papierkorb werfen und zum Mülleimer tragen.

Mit einem elektronischen Postfach ist das viel einfacher geworden. Mit wenigen Handgriffen ist der Müll -oh Entschuldigung, das heißt ja jetzt Spam- umweltschonend entsorgt.

Aber da sind ja noch diese anderen Emails, die man bekommt, weil man sich irgendwann mal in eine Verteilerliste eingetragen hat.

Und diese Mails sehen dann zum Beispiel so aus:

Sehr geehrter StepStone-Nutzer,

würden Sie sich angesichts Zlatko und Co. nicht auch über eine Anhebung des "Big Brother"-Niveaus freuen?
Endemol ist gerade dabei, Ihnen diesen Wunsch zu erfüllen: Gemeinsam mit StepStone sucht der Fernsehproduzent nach Kandidaten mit hervorragender Ausbildung, die in der Sendung "Big Brother" mitspielen wollen. Und weil sich die hohe Qualifikation der StepStone-Kandidaten herumgesprochen hat, sucht Endemol seine akademischen TV-Stars online exklusiv bei StepStone, dem Spezialisten für Fach- und Führungskräfte.

Nehmen Sie in der neuen Staffel im März die Verantwortung für Niveau und Eloquenz selbst in die Hand:

Wenn Sie über ein breites Wissensspektrum verfügen und ein Teamplayer sind, bei dem dennoch die Führungsqualitäten nicht zu kurz kommen, steht Ihrer Karriere nichts mehr im Wege. Lassen Sie sich die Chance auf einen Millionengewinn nicht entgehen und bewerben Sie sich jetzt.
Sollte Ihnen das alles zuviel Glamour und Rampenlicht sein, dann tun Sie doch Ihren Freunden einen Gefallen: Sie können diese Anzeige jederzeit weiterempfehlen.

Ob Sie sich nun für oder gegen Fernsehkarriere und Millionen entscheiden: Als topqualifizierter Kandidat sind Sie bei StepStone in jedem Fall genau richtig.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr StepStone Team

(Bewerberservice: info@stepstone.de)

Also ich werde mich da sicher nicht bewerben, denn ich möchte mich sozial und finanziell ja nicht verschlechtern!
Außerdem glaube ich nicht, dass ich die Zuschauer von "Big Brother" zu Beifallsstürmen hinreißen könnte.

Aber wie es denn mit Ihnen, mein lieber Freund?
Wollen nicht Sie diese einmalige Gelegenheit am Schopfe packen?

Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie noch bedenken, dass die erste Million die schwerste ist. Danach geht alles ganz einfach.

Viel Glück.





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