Machopan - Rauchzeichen

31.03.2004 um 05:45 Uhr

Vorreiter

Stimmung: rossig
Musik: Es hängt ein Pferdehalfter an Wand


«Bremen schließt Abkommen zur ENTWICKLUNG mobiler Telekommunikation»

Nach einer Meldung bei Heise will das kleine Bundesland Bremen durch während der CEBIT unterzeichnete Kopulationsverträge mit T-Mobile und Microsoft Deutschland seine Vorreiterrolle bei der Entwicklung und Anwendung mobiler Telekommunikation ausbauen.
«"Mit den Vereinbarungen solle "eine langfristige und zielgerichtete Partnerschaft im Bereich der mobilen Technologien begonnen werden", sagte Bremens Bürgermeister Hartmut Perschau bei der Vertragsunterzeichnung. Kooperationsverträge mit der Deutschen Telekom und mit Microsoft zum Aufbau von Sendern und weiterer Voraussetzungen für die bewegliche Telekommunikation hat das Land bereits. Jetzt gehe es um die Einführung mobiler Telekommunikation in Unternehmen und Behörden auf der Basis der UMTS-Technologie, erläuterte ein Sprecher der beteiligten Bremer Investitionsgesellschaft (BIG). Die neuen Vereinbarungen sind mit einem 2001 gestarteten Förderprogramms für moderne Informationstechnologien unter dem Namen bremen in time verknüpft. Dafür wendet das Land insgesamt 50 Millionen Euro auf.
Die bereits bestehenden Verträge mit der Telekom und mit Microsoft sind nach den Angaben des Landes mit insgesamt 30 Millionen Euro dotiert. Dabei bringen Land und Vertragspartner jeweils die Hälfte auf. T-Mobile habe dem Land zusätzlich eine Stiftungsprofessur zugesagt, teilte Perschau (*)
mit
(*) Hartmut Perschau, Bürgermeister, Senator für Wirtschaft und Häfen, Senator für Kultur

"Toll Collect Reloaded" mehr fällt mir dazu nicht mehr ein.
50 Millionen Euro für Telekommunikation auf "Basis der UMTS-Technologie"!
Zusätzlich zu den bereits bestehenden Verträgen über 30 Millionen Euro.
Für das kleinste Bundesland der Republik mit knapp 404 km² und 668.000 Einwohnern!

Gerade erst Berlin und jetzt Bremen.
Die Jungs hält beim Geld ausgeben ja wirklich nichts mehr auf.
Statt CEBIT wäre die "Nürnberger Spielwarenmesse" sicher der bessere Rahmen zur Unterzeichnung der Kooperationsverträge gewesen.
Von Berlin weiß ja nun jedes Kind, dass diese Stadt bis über den Funkturm verschuldet ist und als Wirtschaftsunternehmen längst in die Insolvenz gegangen wäre.
Wie die wirtschaftliche Lage in Bremen aussieht entzieht sich meiner Kenntnis, aber vermutlich ist Bremen ebenso klamm wie alle anderen Kommunen und Städte auch.
Und hier werden 50 Mio Euro für das Steckenpferd Telekommunikation ausgegeben von einem Ländchen das so platt und so "riesig" ist, dass man am Sonntag schon sehen kann wer am nächsten Samstag auf Besuch kommen wird.

Was ist denn eigentlich aus der Initiative der Vertragspartner vom Januar 2001 geworden, mit der "neue Anwendungsfelder für modernste multimediale Technologien und Dienstleistungen erschlossen sowie bereits vorhandene ausgebaut werden sollten"?
Das waren doch auch die gleichen Partner! Und die haben ja schon bei anderen Projekten hervorragende Referenzen bekommen und bewiesen zu was sie nicht in der Lage sind.

LOL*  - Man wird ja wohl mal fragen dürfen.
Wer sich das antun möchte, hier der ultimative Kick:
Bremen in t.i.m.e. – Die Flash animierte Website einer Region auf dem Weg in die multimediale Zukunft.
Auch für Möchtegernunternehmer und ICH-AG-Gründer geeignet: Es sind noch 1,1 Mio Euro im Fördertopf für 2004.
Rasch zugreifen – nur solange Vorrat reicht.


 


P.S.
Welches Parteibuch muss denn der gut dotierte Stiftungsprofessor haben dürfen sollen müssen?
Der Apfel fällt doch sicher nicht weit vom parteipolitischen Steckenpferd!
Hoppe hoppe Reiter!

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30.03.2004 um 19:44 Uhr

=?ISO-8859-15?Q?1&1_Best-Buy:_DSL-Angebot_bis?= =?ISO-8859-15?Q?_zum_31._M=E4rzl_verl=E4ngert!?=


Bekommen Sie auch solche Mails?

Also ich immer!
Nicht nur von den Firmen und Personen, die mir Viagra oder Brustvergrößerungen verkaufen wollen, oder mir ein Videodate mit einer geilen Studentin ankündigen.

Nein, ich bekomme das auch von Firmen, die Internetdienstleistungen anbieten, aber meiner Meinung nach nicht 1&1 zusammenzählen können.
Die wollen mir immer wieder DSL verkaufen, dabei habe ich das schon.

Leider halt von *-Online, Sie wissen schon die Firma, die das "T" erfunden hat und jetzt hinter jedem die Rechtsabteilung herjagt, der sich mit "T" schreibt, z.B. T-Wurst, T-Error, T-Ierisch, T-Rend, T-Raktor, T-Elefon, T-Rust, T-reppe

Die Firma Team-Konzept in Berlin kann davon ein Liedchen singen.

Obwohl, wenn ich die Presseerklärung der Fa. Team-Konzept bis zum Ende lese, dann steht da ja, dass die Deutsche Telekom ihre Prozesskosten selber trägt.
Da werde sicher die Gebühren wieder angehoben um die T-Prozesslawine zu finanzieren.

Vielleicht sollte ich doch zu 1&1 wechseln?
Oder sind die nur Reseller von der DTAG?





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29.03.2004 um 23:20 Uhr

Kartensalat

Stimmung: verkartert
Musik: June Carter & Johnny Cash


Salat macht gesund – es fragt sich nur wen.

Jetzt bekommen wir den Kartensalat serviert, denn noch hat jeder Deutsche statistisch nur 0,6 Karten, aber in immer schnellerer Folge jagt eine Karte die andere.

Nach der :
3D-Karte / A La Carte / Airport Karte / Alumni Karte / Ansichtskarte / Autogrammkarte / Bahnkarte / Bankkarte / Bürgerkarte / Chip Karte / Code Karte / CompactFlash-Karte / DTV-Karte / EC-Karte / Eintrittskarte / Ereigniskarte / Ethernet-Karte / ETH-Karte / Fahrkarte / Faltkarte / Feldpostkarte / Firewire Karte / Flugkarte / Gelbe Karte / Gemeinschaftskarte / Gesundheitskarte / Getränkekarte / Glückwunschkarte / Golf Karte / Grafikkarte / Grüne Karte / Grußkarte / ISDN-Karte / Kinokarte / Klimakarte / Konzertkarte / Kreditkarte / Kundenkarte / Landkarte / LAN-Karte / Lochkarte / Loop-Karte / Maestro-Karte / Matrix Karte / Miles & More Karte / MMC-Karte / Netzkarte / Netzwerkkarte / PAYBACK Karte / PCMCIA-Karte / PKV-Karte / Postkarte / Prepaid Karte / QSL-Karte / Radkarte / Railflex Karte / Regio Karte / RFID-Karte / Rote Karte / Scheckkarte / SDRAM-Karte / Seniorenkarte / SIM-Karte / SmartMedia-Karte / Sound Karte / Speisekarte / Spielkarte / Straßenkarte / Trumpfkarte / TV-Karte / Übersichtskarte / UMTS-Karte / Uni-Karte / Verbundkarte / Versicherungsdoppelkarte / Vinland-Karte / Visa Karte / Visitenkarte / Volks-Karte / Wanderkarte / Weihnachtskarte / Weinkarte / Weltkarte / Wetterkarte / Zehnerkarte / Zusatzkarte
kam von Frau Gesundheitsministerin Schmidt die euphorische Ankündigung der Gesundheitskarte, mit der wir dann ab 2006 die Praxisgebühr unbar bezahlen dürfen.

Kaum war die frohe Kunde verhallt, da kam von Herrn Innenminister Schily der "Digitale Ausweis" zur Terrorbekämpfung.

Und jetzt kündigt Wirtschaftsminister Clement die "Job Karte" an, "mit der die deutsche Wirtschaft nach seiner Einschätzung um rund 500 Millionen Euro Kosten entlastet wird. Die Karte solle von 2007 an in Deutschland eingeführt werden, sagte Clement am Samstag auf der Computermesse CeBIT in Hannover. Auf der Jobcard sollen sämtliche Sozialversicherungsdaten der Beschäftigten gespeichert werden. Die Firmen sollen sie auch zur Lohnbuchhaltung einsetzen können. Das Projekt werde nach der Einführung der digitalen Gesundheitskarte angegangen, sagte Clement. Clement zeigte sich zuversichtlich, dass die deutsche IT-Industrie in der Lage sei, das Projekt umzusetzen. Die deutsche Kartenindustrie sei schließlich weltweit führend."

Vor lauter Kostenentlastungen werden uns in den nächsten Jahren noch die Portemonnaies platzen.
Nein, nicht wegen dem vielen Geld, das dann zusätzlich in ihrem Geldbeutel ist. Wie kommen sie denn auf so eine unsinnige Idee?
Nein, ihr Geldbeutel wird platzen wegen der vielen Karten, die sie mit sich herumschleppen müssen (siehe oben).

Von wegen der Durchschnittdeutsche hat 0,6 Karten!
Der anständige Durchschnittsdeutsche hat mindestens 12 Karten!
Mindestens! Wenn nicht noch mehr!
Wir sind ja noch lange nicht durch mit den ganzen Ministerien und ihren Neuerungen.
Die überschlagen sich ja geradezu vor Aktionismus.

Also, dass wir vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen die "Maut Karte" bekommen, das wissen wir ja schon.

Vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Verunsicherung werden wir mit der "Gesundheitskarte" zwangsbeglückt.

Das Bundesministerium des Innern sichert und überwacht die Republik, ihre Terroristen, Sympathisanten, Autobahnraser und Normalbürger mit der biometrischen "Identy Karte".

Die "Job Karte" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit sorgt nicht wie fälschlicherweise angenommen für neue Jobs, sondern erleichtert nur die Verwaltung der weitergestiegenen Arbeitslosenzahlen.

Nicht fehlen darf natürlich das Bundesministerium der Finanzen mit der "PAY Karte", die die Spieleinsätze im jährlichen Steuerpoker automatisch per Kartenlastschrift abbucht.

Noch völlig offen ist, wann die Kultusminister der Länder sich mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung auf das Aussehen einer einheitlichen Karte für das Bildungsunwesen, die "PISA Karte", einigen werden.

Vom Bundesministerium der Justiz war zu hören, dass zunächst von der Ausgabe einer eigenen Karte Abstand genommen wird, bis durch ein Grundsatzurteil im Rahmen eines Musterklage durch das Bundesverfassungsgericht entschieden werden kann, welche der Seite der Karte als Vorderseite und welche als Rückseite bezeichnet werden darf. Über den Namen einer solchen Karte hat man sich, bedingt durch die zu erwartende längere Prozessdauer noch keine Gedanken gemacht.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit wird der bundesdeutschen Bevölkerung mit der aus 100% biologisch angebautem Hanfgras in Handarbeit und mit Naturfarben beschrifteten "Öko Karte" beweisen, dass Gras mehr Freude macht als Plastik, sobald durch Langzeitversuche sichergestellt ist, dass die Karte zu 100% recylclingfähig ist und problemlos wieder in den Wertstoffkreislauf integriert werden kann.

Die "Hercules Karte" des Bundesministeriums der Verteidigung befindet sich in der finalen Erprobungsphase. Leider ist die Karte, bedingt durch die Verwendung von rostfreiem Titanstahl, bei einem Kampfgewicht von etwas mehr als 10 KG für die Anwendung durch Zivilpersonen nur bedingt geignet.

Vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft kommt, obwohl zur Zeit noch dementiert, die "BSE Karte" und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – die "Green Karte".

Vom Bundesminsterium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend war zu hören, dass man sich zunächst im Rahmen einer demographischen Studie einen ersten Überblick über die Zusammensetzung der bundesrepublikanischen Bevölkerung verschaffen müsse.

Und ich ziehe jetzt zur Vorwarnung schon mal die "Gelbe Karte" und bei gröberen Fouls gibt es gnadenlos die "Rote Karte".
Denn eins wollen wir Bürger in diesem Land garantiert nicht haben:
Weder die "Arschkarte" noch den "Schwarzen Peter".

Nur mit Technologiegläubigkeit und informationstechnischem Imponiergehabe ist es auch im einundzwanzigsten Jahrhundert nicht möglich die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Versäumnisse des zwanzigsten Jahrhunderts zu lösen.

Wie wäre es denn zur Abwechslung mal mit der "(Auf)-MUCK Karte", der Multifunktionalen-Universal-Club-Karte für zahlende Mitglieder, sprich Steuerzahler als VIP‘s im "Deutschland Club", die diesen elektronischen Schwachsinn ertragen und letztendlich finanzieren müssen.





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29.03.2004 um 05:45 Uhr

Fehlbetrag

1.001.000.000.000 – 926.500.000.000 = 74.500.000.000

Sieht stark aus, oder?
Da muss Otto Normalverbraucher mindestens dreimal hinschauen um das lesen zu können. Und mit einem normalen Taschenrechner kann man das auch nicht mehr rechnen.

Das ist nicht die Formel für die Berechnung der Entfernung zum Mond zum Mars.
Nein, nein, das ist nichts Astronomisches oder gar Galaktisches.

Das ist nur die Formel zum Berechnen des Defizits in den "Öffentlichen Kassen" im Jahre 2003.

«2003 fehlten 74,5 Milliarden Euro in den öffentlichen Kassen» meldete am 26.3.2004 die Frankfurter Rundschau unter Bezug auf das Statistische Bundesamt in Wiesenbaden.

Und das Statistische Bundesamt in Wiesbaden muss es ja wissen. Die wissen ja auch genau wie hoch der aktuelle Schuldenstand der Bundesrepublik Deutschland ist, den sie jetzt leider um 5,73% nach oben korrigieren müssen.

Wir Bürger brauchen uns aber über diesen Zustand keine großen Gedanken machen. Nein, nein - überhaupt nicht!

Das kennen wir doch schon von anderen Katastrophenmeldungen, dass eine Gefährdung für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt besteht und die Sicherheitskräfte die Situation jederzeit im Griff haben.
Höchstens das Bundesinnenministerium würde angesichts einer nicht vollständig auszuschließenden Gefährdung der Republik von einer "abstrakten Gefahrenlage" sprechen.

Und falls sie es vergessen haben sollten - der aktuelle amtliche Umrechnungskurs in "Deutsche Mark" ist immer noch Euro mal 1,95583.

Viel Spass beim Umrechnen!





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27.03.2004 um 20:52 Uhr

Neue Wege

Neue Wege in der Medizin beschritt eine Patientin, die an der Klinik in Traben-Trarbach an den Krampfadern operiert werden musste.

Obwohl der behandelnde Arzt nach der Operation eine stationäre Aufnahme zur Nachversorgung für notwendig hielt, werden diese Kosten seit Januar 2004 nicht mehr von der Krankenkasse übernommen.

Was aber tun, wenn die Patientin nach der Operation noch einige Zeit unter ärztlicher Aufsicht bleiben muss, um im Fall von Komplikationen schnell eingreifen zu können, die Kasse eine stationäre Unterbringung nicht bezahlt und der Wohnort der Patientin – für eine rasche Versorgung- zu weit vom Krankenhaus entfernt liegt?

 

Neue Wege braucht das Land!

Innovationen sind gefragt!

Die Patientin kam mit dem Wohnmobil zur Operation und zog sich nach erfolgreich verlaufenem Eingriff mitsamt Drainagen und Kanülen in ihr mobiles Heim auf dem Krankenhausparkplatz zurück.
Postoperative Betreuung über die Strasse.

Zur Blinddarmoperation zukünftig nur noch mit dem Zweimannzelt!
Kollektives Entbinden und Kaiserschnitte im Festzelt am Sportplatz! Eintritt frei!
Fettabsaugen, Grauer Star und Prostata im Vereinsheim bei den Laubenpiepern!
Entfernung der Mandeln und Polypen bei Aldi und Lidl!
Gipsbeine als Selbstbaukasten im Baumarkt oder guten Drogerien.

Neue Wege braucht das Land!

Operationen am offenen Kleinhirn werden ab sofort im Foyer des  BMGS nach telefonischer Anmeldung unter Tel. +49 (01888) 441-0 durchgeführt.

Zur Vermeidung von Doppelbehandlungen, Falscherfassung und Fremdhirnentfernung ist zum Termin die neue Gesundheitskarte des BMGS  mitzubringen.





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27.03.2004 um 05:45 Uhr

Fiscus

Wissen sie was das ist?

  1. Start des Projekts im Jahre 1992
  2. Entwicklungsrückstand nach mehr als acht Jahren
  3. Budgetüberschreitung zeichnete sich ab
  4. Projekt droht zu scheitern
  5. Bundesrechnungshof fordert Konzentration der Entscheidungsstrukturen
  6. Outsourcing durch Gründung einer GmbH
  7. Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern neu strukturieren
  8. Arbeitsabläufe der Finanzverwaltung prüfen
  9. Neue Länder und Saarland von der anteiligen Finanzierung freigestellt
  10. Geschäftsprozesse sollen vereinheitlicht werden
  11. GmbH hat ausreichenden personellen Grundstock
  12. Finanzielles Engagement des Bundes gestiegen
  13. Flächendeckender Wirkbetrieb nicht sichergestellt
  14. Vertragliche Sicherstellung des flächendeckenden Wirkbetriebs gefordert
  15. Projektplan gefordert
  16. Konzept für Geschäftsprozesse gefordert

Sie werden es nicht glauben, aber das ist der Ablauf eines Projektes, das seit seiner Entstehung im Jahre 1992 bis zum Jahr 2001 rund 170 Millionen Euro verschlungen hat.
Interessant ist für den projektbewanderten Leser, dass unter Pkt. 15 und 16 die Topics stehen, die vor dem "Kick Off" unter Pkt. 1 vorliegen müssten.

Der Name des Projektes ist "Fiscus" und lässt unschwer eindeutige Rückschlüsse auf die Projektbeteiligten zu.
Laut einer Meldung im Handelblatt "droht" dem Projekt zur Entwicklung einer Software für die Verwaltung der Finanzämter und der elektronischen Steuererklärung "jetzt" durch Bundesfinanzminister Hans Eichel ein "vorzeitiges" Ende. 
Nachdem das Projekt bis 2001 keine Ergebnisse gebracht, aber 170 Millionen Euro verbraucht hatte, verabredeten die Finanzminister den Neustart des Projekts in Form einer GmbH.

Wie ein Gutachten jetzt zeige, habe dies die Probleme nicht gelöst, obwohl der Jahresetat auf 42 Millionen Euro aufgestockt wurde, schreibt die Zeitung. Bisher laufen erst zwei kleine Programme in je einem Finanzamt. Eichel verlange jetzt von den Ländern, die Fiscus GmbH zu sanieren und ihr realistische Ziele vorzugeben. Andernfalls werde sich der Bund, der inzwischen 43 Prozent der Kosten trägt, aus dem Projekt verabschieden.

Das gesamte Trauerspiel kann auf den Internetseiten des  Bundesrechnungshofes nachgelesen werden. Im Internet-Forum von Heise habe ich dazu ein sehr gutes Posting (Danke!) des Users "Brigadier" gefunden, das mit dem Satz endet:

"Das ist typisch deutsch... Eine Provinzposse auf höchstem Bundesniveau"

Ich habe dem nix, aber auch gar nix hinzuzufügen!





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26.03.2004 um 12:05 Uhr

Fahndungsaufruf

Wer kennt diese Frau und kann Angaben
über ihren derzeitigen Aufenthalt machen?

Die Person wird dringend verdächtigt mit Hilfe angeblich fälschungssicherer Ausweise die Preise für Arzneimittel und Arzthonorare zu manipulieren und das Erschleichen von Versicherungsleistungen zu ermöglichen!

Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung der Person führen, wurde von den Versicherten eine Belohnung in Höhe der im Jahr 2004 anfallenden Praxisgebühren ausgelobt.

Hinweise erbeten unter Tel. +49 (01888) 441-0
(3,50 € / Min)

Achtung:
Die Person ist mit einer stark nervabtötenden Stimme
und heftigem Akzent bewaffnet
.

26.03.2004 um 05:45 Uhr

Gelbe Tonne

Stimmung: Seid umarmt ihr Müllionen, ihr seid uns wert und teuer
Musik: Rudi Schurike - Wenn bei Capri die gelbe Tonne im Meer verstinkt


Kennen sie noch Rudi Schurike?
Es verging doch kein Tanzabend beim Ball der einsamen Herzen, bei dem er mit seinem Schlager nicht für das notwendige Vorspiel gesorgt hätte.

"Wenn bei Capri die gelbe Tonne im Meer verstinkt,
fliehn die Fischer mit ihren Hoden aufs Meer hinaus
."

Dabei schmolzen die Damen die weg, wie der Atomkern beim Supergau.

Aber die gelbe Tonne und den gelben Sack brauchen wir jetzt bald nicht mehr. Beide kommen auf den Müll.

Heise Online meldet:
Gelbe Tonne in Gefahr 

Ein neues, maschinelles Sortierverfahren macht jetzt die manuelle Vorsortierung durch den umweltbewussten Bürger in grüne Tonne und gelben Sack hinfällig und lässt so aus einer, nicht vorsortierten Tonne die gleiche Menge an neuem Kunststoff-Rohmaterial entstehen - doch das kostet nur noch 200 Euro pro Tonne und nicht wie bisher 1000 Euro.

"Eigentlich ist die gelbe Tonne ja ein Schildbürgerstreich", meint dazu Prof. Klaus Wiemer von der Universität Kassel, "Ich gehe davon aus, dass der gelbe Sack über kurz oder lang überflüssig werden wird."

Bereits 2002 hatten die Umweltweisen in ihrem Gutachten den ökologischen Sinn der Getrenntsammlung in gelber und grüner Tonne eindeutig bezweifelt. Aus pädagogischen Gründen plädierten sie dennoch nicht für die Abschaffung der gelben Tonne, denn "das Umweltbewusstsein der Bürger könne einen zu großen Schaden nehmen".

Die Erfassung, Sortierung und Verwertung der gelben Säcke schlagen beim Grünen Punkt mit ca. 2 Milliarden € zu Buche. Dieses Geld könnte den dem zur reinen Inkassostelle für Lizenzgebühren reduzierten Dualen System an jene Städte und Kreise weitergeleitet werden, die bei einer gemeinsamen Erfassung die Wertstoffe optimal verwerten.

Entfiele das Duale System und die mit ihm die erhobenen Lizenzgebühren, so sparte jeder Verbraucher im Schnitt knapp 25 Euro pro Jahr an der Ladentheke.

Der grüne Bundesumwelt-Minister Jürgen Trittin unterstützt jedoch weiterhin das Duale System: "Die getrennte Erfassung von Wertstoffen ist die Voraussetzung für die Gewinnung hochwertiger Recycling-Produkte. Nur so ist gewährleistet, dass die neu entstehenden Produkte weitgehend frei von Schadstoffen sind."

Eine Frage hat der Herr Prof. Klaus Wiemer allerdings noch nicht erschöpfend beantwortet:
"Funktioniert das neue Sortier- und Recyclingverfahren auch mit roten, schwarzen und grünen Säcken?"





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25.03.2004 um 05:45 Uhr

Digital biometrisch

Stimmung: grübel grübel und studier ..... suchen die dich oder suchen die mir
Musik: Anton Wilhelm Florentin Zuccalmaglio - Kein schöner Land zu dieser Zeit


«Bundesinnenminister Otto Schily kündigt digitalen Personalausweis an. Die nächste Generation des Personalausweises soll digital werden. Durch die Integration eines Chips solle das Dokument sicherer werden und zugleich neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen, sagte der Bundesinnenminister Otto Schily heute auf der CeBIT. Mit den Informationen auf dem Chip könnten beispielsweise Online-Dienstleistungen des Bundes genutzt oder Geschäfte im Internet abgeschlossen werden. Der Zeitpunkt der Einführung hänge von der EU-Entscheidung zu Biometrie in Pässen ab.»

Der Begriff Digital stammt übrigens aus dem lateinischen Digitus: der Finger.und die "klassische Biometrie" beschäftigt sich mit der Anwendung statistischer Methoden in Human- und Veterinärmedizin. Aus verschiedenen biometrischen Daten wie Augen, Fingerabdruck, Gesichtsproportionen, Stimme und Sprachverhalten, Handschrift, Stimmprofil, Verhaltensweise, Fuß- und Handgeometrie und DNS wird auf eine Person geschlossen. Diese kann sich authentifizieren (aus einem definierten Personenkreis), etwa gegenüber Zugangsbeschränkungen, oder sie wird identifiziert (aus einem undefinierten Personenkreis).

Juchu, das Ende des Terrors naht. Alles wird gut!

Wie man in Spanien gesehen hat, nützt ein Fingerabdruck oder andere Daten im Personalausweis hervorragend zur präventiven Terrorbekämpfung. Die Spanier haben bereits seit Franko ihren Fingerabdruck im Personalausweis und seit dem ist absolute Ruhe, keine ETA, keine Al Qaeda! Nichts! Alles eingedämmt!
Alles inter Nett - oder was? Sprengstoffkauf bei Ebay? Null Problemo - bezahlen sie einfach mit ihrem guten Daumen!

Echt eine prima Sache so ein biometrisches Dings im Ausweis zu haben.

Dieser Meinung ist auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) und führt dazu aus:
«dass im vergangenen Jahr bundesweit 74.223 Fälle von Ausweisfälschung bekannt wurden, 3,4 % mehr als im Jahr 2000.
Überwiegend handelt es sich um ge- oder verfälschte Ausweise, die dazu dienen sollen, den Benutzer mittels falscher Identität vor Strafverfolgung oder Abschiebung zu schützen.
Auch das Verleihen echter Dokumente an unberechtigte ist, insbesondere unter Personen die aus anderen Rassen oder Ethnien stammen, ein zunehmend anzutreffendes Phänomen. Die visuelle Unterscheidung sich ähnelnder Schwarzafrikaner oder Asiaten zum Beispiel fällt Mitteleuropäern äußerst schwer. Gefälschte Personalpapiere werden darüber hinaus bei einer Vielzahl unterschiedlicher Straftaten eingesetzt, wie z. B. zum Anmieten von Fahrzeugen zum Zweck des Verschiebens ins Ausland, vielfältiger Betrugsvarianten, im Rahmen der Schleusungskriminalität und der illegalen Ausländerbeschäftigung und zur logistischen Vorbereitung anderer Delikte.
Aufgrund des hohen Anteils von Ausländern an der Bevölkerung ist es erforderlich, auch diesem Personenkreis Dokumente mit Lichtbild und Fingerabdruck auszustellen und die Daten wie die der deutschen Bevölkerung zu behandeln. Die Fingerabdrücke von Asylbewerbern werden schon jetzt im Automatischen Fingerabdruck – Identifizierungssystem (AFIS) beim BKA gespeichert.
Der BDK setzt sich jedoch ausdrücklich nicht dafür ein, die geforderte Zentraldatei beim BKA zu führen. Es geht nicht darum, die Bevölkerung als potenzielle Straftäter zu stigmatisieren. Durchaus ist jedoch anzustreben, den Fingerabdruck auf den beantragten Ausweispapieren mit den Vergleichsfingerabdrücken der zur Ausweisung oder zur Festnahme gesuchten Personen automatisiert zu vergleichen. So kann verhindert werden, dass sich gesuchte Straftäter unter falschen Personalien eine neue Identität verschaffen.
»

Diesen Text möchte ich jetzt lieber nicht kommentieren, obwohl ich mit meiner Schnodderschnauze zu jedem einzelnen Satz etwas zu sagen hätte. Schon mit den Reaktionen zu meiner Bauanleitung vom November 2003 hatte ich alle Postfächer und Briefkästen vollgespamt und konnte auf www.machopan.com auch eine Zunahme der Zugriffe von den seltsamsten IP-Adressen feststellen.
Dennoch möchte ich es nicht versäumen jedem Bürger dieser Nation zu empfehlen sich das genau, sogar sehr genau durchzulesen und sich eine eigene Meinung dazu zu bilden.

Das folgende Foto des deutschen Mitbürgers "Kalbfred Mustermann" mit einem Prototypen des neuen digitalen maschinenlesbarem Personalausweises (Ausweis Nr. 2066) entstand beim Einchecken am Frankfurter Flughafen. Der automatische Biometriescanner des Flughafenüberwachungssystems konnte ihn trotz Verkleidung eindeutig identifizieren.

Mir fällt zum Bild nur noch das Rindviehlied von Marieluise Ritter vom Frankfurter Figurentheater ein:

Rindviehlied (*)

Nur dumm glotzen, ja nix denken!
Friss und sauf und brülle nicht!
Irgendwer wird dich schon lenken,
ob du’s merkst oder ob nicht.
Sei ein braves, dummes Rindvieh
mit viel Fleisch und wenig Speck
und gehorche deinem Herren
und sei auch zum Metzger nett!
© Marieluise Ritter

(*) Liedtext zur gleichnamigen CD/MC-Produktion www.frankfurter-figurentheater.de auf deren Internetseite unter "Meinungen" sich folgende Zuschrift einer Mutter aus Dillenburg befindet:
Ich habe meiner Tochter vor ein paar Monaten diese Kassette gekauft. Nun musste ich leider feststellen, dass es darauf eine Parodie auf die Deutschlandhymne gibt. Warum machen Sie so etwas? Ich habe meiner Tochter jetzt die ganze Kassette noch mal überspielt und dieses Lied dabei ausgelassen.
Anmerkung der Autorin: Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Es handelt sich um eine Parodie auf Hymnen im allgemeinen. Wenn dabei Assoziationen an unsere Nationalhymne entstehen sollten, war das völlig unbeabsichtigt.

 <- das Smilie ist von mir!

Und der Text passt wirklich hervorragend zur Melodie der Deutschen Nationalhymne.
Einfach mal ausprobieren .....

Zwo - drei - vier .....
Nuuuur dumm glotzen ......  Ja nix deeehenkeeen .....





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24.03.2004 um 15:11 Uhr

Schlappschuss

24.03.2004 um 05:45 Uhr

Prefered Partner

Stimmung: heute mal ausnahmweise keine
Musik: Sweet Home Alabama


Sie können es einfach nicht lassen!

Jetzt rüsten die USA die Pakistani als neue Alliierte im Kampf gegen die Macht des Bösen mit amerikanischen Waffen aus.
Mit dem besonderen Status eines Alliierten außerhalb der Nato könne Pakistan leichter US-Waffen kaufen und über die USA finanzieren. Außerdem kann das Land Munition aus abgereichertem Uran bekommen, US-Militärausrüstungen auf seinem Gebiet lagern und die Ausbildung seines Militärs zu günstigen Bedingungen erhalten.
Das teilte US-Außenminister Colin Powell am letzten Donnerstag in Pakistan mit.

Pakistan ist jetzt der "neue prefered partner" der USA im Kampf gegen die radikal-islamische Taliban und das Terrornetzwerk Al Qaeda.

Das hatten wir doch alles schon mehr als einmal und jedes Mal ist es total in die Hose gegangen!

1953 zum Beispiel wurde die demokratische Entwicklung im Iran durch einen Coup der amerikanischen CIA gestoppt, die dann Schah Reza Pawlewi wieder zur Macht verhalf.
Aus "Dankbarkeit" und gegen Geld und Waffen hat dieser Schah mit seinen Gattinnen Soraya und Farah Diba, dann den amerikanischen Einfluss in der Region und den Zugang zum Erdöl sichergestellt. Mit dem Tod des Schah, der kollektiven Geiselnahme in der amerikanischen Botschaft und dem Aufstieg der Mullahs ging diese Phase der amerikanischen Außenpolitik ebenso unrühmlich zu Ende wie die anderen (geheimen) Aktivitäten gegen Regierungen in Süd- und Mittelamerika und Asien (Vietnam lässt grüßen!)
Und um den bösen, bösen iranischen Mullahs im Iran so richtig eine reinzuwürgen, hat man den Nachbarstaat Irak mit Saddam Hussein als Diktator mit amerikanischen Waffen aufgerüstet. Der hat dann auch prompt 1980 (mit inoffizieller amerikanischer Unterstützung und in den westlichen Ländern weitgehend unbemerkt) den Mullahstaat an seiner östlichen Landesgrenze überfallen. Bis er sich dann 1988 mit einer Million Kriegstoten in den Al Hawizah-Sümpfen im irakisch-iranischen Grenzgebiet festgefahren hatte. Als der militärische Erfolg für Saddam ausblieb und der innenpolitische Druck stieg, hat er sich flugs ein neues Opfer gesucht und ist dann 1990 mit seinen amerikanischen Waffen in Kuwait eingefallen.

Können Sie sich noch an dieses Gedöns und Geschrei der Amerikaner erinnern?
Ganz überraschend. Ausgerechnet Kuwait!
Wo es doch nun wirklich nix gibt - außer Sand und Öl!
Aber da hat er die Rechnung ohne die Amis und ihr "Petrodollar Recycling" gemacht, die daraus einen Angriff auf die Zivilisationen des Abendlandes kreierten, mit ihren "prefered partner" Kuwait befreiten und die irakischen Truppen in einem Blitzkrieg zurückschlugen. Schließlich wusste man ja verhältnismäßig genau über welche (amerikanischen) Waffen der böse, böse Saddam noch verfügt

Aber anstatt bis Bagdad durchzumarschieren und "die Stadt vom Tyrannen zu befreien" ließen sie den Dolch lieber im Gewande und warteten ab, bis der Diktator seine innenpolitischen Gegner, die bereits Morgenluft gewittert hatten, um einen Kopf kürzer gemacht hatte.
Wieder waren es die wirtschaftlichen und strategischen Interessen der Amerikaner, vor allem die Ölinteressen, die hier im Vordergrund standen.

Erst als Saddam dann:

  • die Terroristen unterstützte, die am 11. September 2001 das World Trade Center in Schutt und Asche legten
  • jede Menge biologischer, chemischer und atomarer Massenvernichtungswaffen im Wüstensand bunkerte

und auch sonst ziemlich unamerikanisch und widerspenstig wurde, da hat Georg Bush die Weltöffentlichkeit und seine "prefered partner" zum Kampf gegen die Achse des Bösen und zur Befreiung der Menschen im Irak aufgerufen.

Unter Vortäuschung falscher Tatsachen und gegen den Willen der Vereinten Nationen ist George Bush mit seinen "prefered partners" Großbritannien, Spanien und Polen gegen seinen ehemaligen "prefered partner" Saddam in den elektronischen Krieg gezogen.  Geplant war das Ganze schon viel länger, wie man heute weiß und in den Medien nachlesen kann.
Auch auf einem amerikanischen Notizblock unbekannter Herkunft hat dieses einmalige Projekt seine Spuren hinterlassen.
Das muss aber noch vor dem 11. September 2001 gewesen sein.

Jetzt bröckelt "die Achse der Guten", denn der innenpolitische Druck auf die Regierungen steigt. Die Engländer sind haarscharf an einer innenpolitischen Katastrophe vorbeigeschrammt, die spanischen Wähler haben die Konsequenzen bereits gezogen und die Polen fühlen sich angesichts der Tatsache, dass sie bei den Informationen über (irakische) Massenvernichtungswaffen getäuscht wurden, ebenfalls nicht mehr besonders wohl und rudern zurück. In Richtung Europa!
Diese "alten Europäer", das sind vielleicht Weicheier!

Aber so etwas kann doch George Bush und seine "Gang" im Kampf gegen die "Achse des Bösen" nicht aufhalten.
Jetzt wird eben der neue "prefered partner" Pakistan aufgerüstet.
Waren das nicht die mit der Atombombe und diesen ganzen Uran- und Plutoniummauscheleien?

Wenn die Amis so weitermachen, werden sie irgendwann mit ihrem letzten Vasallen und "prefered partner" dem "Rest der Welt" den "heiligen Krieg" erklären müssen.
Wer aus der Geschichte nichts lernt, den bestraft das Leben!
Irgendwann mit dem Tode.
Es ist nur eine Frage der Zeit.

So help us God.





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23.03.2004 um 05:45 Uhr

Déjá-vu

Stimmung: depressiv-pflegebedürftig-arbeitsscheu-urlaubsreif
Musik: Hamsterlied - Es war einmal ein Hamster, das war ein großer Gangster


Ich glaube - ich bin krank!

Wenn nicht sogar eine dissoziative Identitätsstörung oder ein False-Memory-Syndrom vorliegt, würde ich -als medizinischer Laie- mindestens ein "Déjá-vu" diagnostizieren.

Oder geht es ihnen nicht auch manchmal so, dass sie glauben sie hätten das alles schon mal erlebt.
Laut Wikipedia handelt es sich bei Déjá-vu um ein psychologisches Phänomen, das sich in dem Gefühl äußert, eine an sich völlig neue Situation schon ein Mal exakt so erlebt, gesehen oder geträumt zu haben. Dabei handelt es sich nicht um eine falsche Wahrnehmung, sondern um ein paradoxes Gefühlserleben.
Eine abschließende Erklärung für dieses Phänomen wurde noch nicht gefunden. U. a. gibt es die Theorie, dass dieses Phänomen in Situationen auftritt, die an ein verdrängtes tatsächlich erlebtes Ereignis oder eine verdrängte Phantasie
erinnern.

Es gibt auch Vermutungen, dass es sich um spezielle Situationen handelt, in denen Kurz- und Langzeitgedächtnis für einen Moment nicht aufeinander abgestimmt sind.
Déjà-vu-Erlebnisse kommen gehäuft bei Erschöpfungszuständen sowie Psychosen und Neurosen vor
.

Warum ich mir deshalb Sorgen mache? Na hören sie mal, was würden sie denn sagen, wenn sie am Tage des Herrn den 19. März 2004 morgens in aller Herrgottsfrühe die "Financial Times Deutschland (FTD)" aufschlagen und ihnen die folgende Schlagzeile gegen die Pupille hüpft:

Industrie will Kassenkarte vorfinanzieren
Die neue Krankenkassen-Chipkarte könnte von Unternehmen der Technologiebranche vorfinanziert werden.
Die Gesundheitskarte ist das größte IT-Projekt, das derzeit in Europa in der Planung ist. 80 Millionen Karten müssen ausgegeben, 350.000 Ärzte, 22.000 Apotheken, 2000 Krankenhäuser und 300 Krankenkassen vernetzt werden.

Jetzt ist es ja nicht gerade so, dass wir von großkotzigen und innovativen Projekten zur Sicherung der Technologiestandorts Deutschland die Nase voll hätten.
Nein, bei Leibe nicht! Wir sind da doch durchaus noch leidensfähig.
Aber muss es jetzt nach Cargolifter, Magnetschwebebahn, Toll Collect, Virtuellem Arbeitsmarkt und Finanzamtsoftware Fiscus denn unbedingt die Gesundheitskarte sein.

Allein schon der Name dieser Karte verursacht mir die üblichen Hirnblähungen.
Gesundheitskarte!
Was ist denn an dieser Karte so gesund und wen macht denn diese Karte gesund?
Kann ich mir die Karte irgendwo hin stecken, zum Fiebermessen zum Beispiel?
Oder kann ich damit im Notfall einen Arzt anrufen?
Verschafft mir die Karte durch UV-Strahlung ein gebräuntes Aussehen?
Bekomme ich damit freien Eintritt im Hallenbad oder im Fitness-Center?
Schützt mich die Karte vor Erkältungskrankheiten?
Hilft die Karte gegen Elektrosmog, Luftverschmutzung, Karies oder Fusspilz?
Kontrolliert die Karte Leberfettwerte, Blutzucker oder gar den Blutalkoholspiegel?

Interessiert lese ich weiter in der FTD:
«Die Finanzierung ist bislang ungeklärt. Das Gesundheitsministerium hatte angepeilt, dass Krankenkassen und Ärzte die Mittel aus den Töpfen für Kassenleistungen aufbringen. Das jedoch könnte nach FTD-Informationen dazu führen, dass die Beitragssätze der gesetzlichen Kassen um bis zu 0,2 Prozentpunkte steigen müssten -
das wäre im Wahljahr 2006 ein politischer Sprengsatz.»

"Wie wahr, wie wahr", denke ich mir, "gut dass die Wähler das erst nach der Wahl erfahren sollen" und jetzt bin ich richtig gespannt wie es weitergeht, denn das kommt mir so unheimlich bekannt vor.
Irgendwer wird sich an der Gesundheitskarte so richtig gesund stoßen wollen und irgendwer wird das ja bezahlen müssen.
Déjá-vu, Déjá-vu, Déjá-vu, Déjá-vu.

«Unser Entwurf sieht vor, dass die Industrie die Infrastruktur finanziert und betreibt. Bezahlt wird dann zum Beispiel pro Transaktion", sagte Walter Raizner, Chef von IBM Deutschland, der FTD auf der Computermesse Cebit. IBM werde sich an einer entsprechenden Ausschreibung für das ehrgeizige Großprojekt beteiligen. Eine gesicherte Finanzierung würde die Chancen erhöhen, dass der Starttermin 2006 eingehalten werden kann. "Viele Firmen stellen derartige Überlegungen an", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums zu dem Vorschlag von IBM. IBM-Chef Raizner wird Gesundheitsministerin Ulla Schmidt am kommenden Montag eine Machbarkeitsstudie und einen technischen Entwurf für die Einführung der Karte übergeben.
Die Kosten für die Einführung der Karte werden nach Schätzung des Gesundheitsministeriums in den Jahren 2005 und 2006 zwischen 0,7 und 1,4 Mrd. Euro liegen. Ein Gutachten im Auftrag von Krankenkassen und Ärzten, das in den nächsten Tagen veröffentlicht wird, beziffert die Kosten auf 1 bis 1,4 Mrd. Euro. Die genaue Höhe hängt von einer ganzen Reihe noch offener Entscheidungen zu technischen Details ab.
Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte die Karte am Mittwoch bei der Eröffnung der Computermesse Cebit in Anspielung auf die Lkw-Maut ausdrücklich als ein Vorhaben genannt, "das von Anfang an funktionieren muss, denn die Gesundheitskarte ist eines der Vorzeigeprojekte –ein Prestigeobjekt- der Bundesregierung".»

Prestigeobjekt? Eines der Vorzeigeprojekte? Gibt es da noch andere? Zum Vorzeigen meine ich.
Die anderen Projekte sind doch längst tot und liegen in ihren Millionengräbern.
Auf dem Pleiten-Pech-und-Pannen-Friedhof ist kein Platz mehr – da kann man nur noch umbetten oder Massengräber ausheben!

Irgendwie kommt mir das alles so bekannt vor.
Das ist alles so maßlos traurig!
Ich glaube - ich bin krank.
Dissoziative Identitätsstörung oder False-Memory-Syndrom.

Wenn ich jetzt ne Gesundheitskarte hätte!





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22.03.2004 um 12:05 Uhr

Oralie

Stimmung: Verblasen und verwurstelt
Musik: Rudi Schurike - wenn bei Capri die gelbe Tonne im Meer verstinkt


Das stürmische Tief mit dem sinnigen Namen "Oralie" hat in der Nacht zum Sonntag aber heftig geblasen!
Und wo waren Deutschlands Männer? 
Natürlich wie immer schnarchend im Bett - Matratze abhören!
Selber schuld!

Nur einer war wach und ich weiß auch wer!
Das war der Stefan. Der Stefan Selz.
Denn der hat sich das Orkantief mit dem erotischen Namen und den typisch weiblichen Formen nämlich bestellt!

Und das kann jeder! Im Internet bei der Uni in Berlin.
Ganz einfach unter: www.wetterpate.de bestellen oder als Schäppchen bei www.ebay.de ersteigern.
Ein Hoch kostet 299,-- € und ein Tief 199,-- €.

Das ist günstig, wenn man berücksichtigt, dass "Oralie" dafür das ganze Wochenende heftig geblasen hat.

Unbedingt zu beachten sind allerdings die Namensregeln.
Unentschlossene können sich bei der Namenswahl auch von www.firstname.de inspirieren lassen

Ich habe da mal nachgeschaut, "Analiese" ist noch frei.
Na, wenn das für 199,-- € mal kein Schnäppchen ist?

Und "Onan" wäre für 299,-- € auch noch zu haben.





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22.03.2004 um 05:45 Uhr

Kurmasana

«Die SPD ringt mit sich» titelt heute die Frankfurter Rundschau und der Spiegel meint:"Schröders Partei auf der Suche nach sich selbst"

Hauptsächlich wird jedoch auf dem Sonderparteitag konträr um die richtige Strategie gegen den zunehmenden Gegenwind und die drohende Abwahl bei den nächsten Bundestagswahlen diskutiert werden. Ganz schlimme Abweichler drohen sogar mit Auszug aus der gemeinsamen Parteizentrale, weil sie die parteipolitischen Verrenkungen, Grimassen und Phrasen nicht mehr ertragen können.

Anlässlich des Sonderparteitags und der Wahl eines neuen Parteivorsitzenden durften daher jetzt auch Durchhalteparolen und Selbstbeweihräucherung nicht fehlen.
Vize-Parteichef Wolfgang Thierse meinte: "Díe SPD muss noch viel deutlicher machen, worin der Sinn ihrer Reformen liegt".
Die Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein Heide Simonis warnte gar: "Die SPD könnte durch eine Linkspartei so viele Stimmen verlieren, dass künftig die CDU/CSU beinahe automatisch Wahlen gewinnt".
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck ergänzte, die Gründer einer Linkspartei gefährdeten die Regierungsfähigkeit der SPD und besorgten "das Geschäft des politischen Gegners".
Verteidigungsminister Peter Struck sagte: "Wer als Gewerkschafter einen Funken Verstand hat, muss einsehen, dass er mit einer Regierung aus Union und FDP keine bessere Arbeitnehmerpolitik durchsetzen kann".
Der frühere SPD-Chef Hans-Jochen Vogel mahnte, bei der Bundestagswahl 2006 könne es schon von entscheidender Bedeutung sein, wenn der SPD durch eine neue Linkspartei "auch nur 0,5 Prozent der Stimmen verloren gehen".
Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer warf Schröder abermals "eine unsoziale und arbeitnehmerfeindliche Politik" vor. Vom neuen SPD-Chef Müntefering erwarte er, "dass er die Konsultationen mit den Gewerkschaften wieder intensiviert".
Der Abgeordnete Horst Schmidbauer: "Jeder Versuch einer Spaltung führt nicht nach vorne, sondern eher zurück".
Und der Abgeordnete Rüdiger Veit meinte, er sei besorgt, dass die SPD "auf der linken Seite zu viel Platz" lasse, er verspreche sich unter dem Parteichef Müntefering aber "eine Akzentverschiebung in der Regierungspolitik".
Gewerkschaftssekretär und SPD-Mitgliedl Thomas Händel: Unser Ziel ist es, die Partei möglichst schnell zur Umkehr zu bewegen".
Der ehemalige Parteivorsitzende und Noch-Bundeskanzler Gerhard Schröder meinte: "Der Abschied von diesem Amt fällt mir nicht leicht".
Der neue Vorsitzenden Franz Müntefering: "Was beschlossen ist, wird nicht verändert, wir sind uns einig, dass die bisherige Politik richtig ist".

Man sieht also, dass sich die Genossen mal wieder durchaus einig sind.
Und wenn das so ist, wie der Herr Müntefering behauptet, dann gibt es ja auch gar keinen Grund für die SPD sich Sorgen zu machen.
Was soll denn dann die ganze Aufregung und operative Hektik?

Vielleicht hilft den Genossen zur Entspannung ein bisschen Yoga.
Ich persönlich würde, in Anbetracht der derzeitigen Lage, die Übung Kurmasana -die Schildkröte- empfehlen.

Da brauchen sich die Genossen nicht so stark zu verändern.


Wirkungen von Kurmasana, die Schildkröte:

Körperlich: Eine starke Bauchübung. Sie regt die Bauchorgane an, z. B. Magen, die Leber und die Bauchspeicheldrüse. Sie wirkt harmonisierend auf die Verdauung und regt die Abwehrkräfte an.

Energetisch: Kurmasana ist eine energetisch sehr wirksame Asana, besonders, wenn sie lange gehalten wird. Sie hilft, die nach außen strahlenden Prana-Ströme nach innen zu lenken, sodass sie regeneriert werden können.

Geistig: Hilft, die Sinne und den Geist nach innen zu richten. Gute Vorübung für die Meditation, besonders wenn diese Asana mindestens 3-10 Minuten gehalten wird.

 

Ach ja, einen schönen Gruß auch noch an Frau Merkel!
Sie kann die Hand- und Fußfesseln bei Beate Uhse wieder abbestellen.
Die SPD schafft es auch aus eigener Kraft heftig auf die Schnauze zu fallen!






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21.03.2004 um 05:45 Uhr

Ü40


Einst war das Wort "Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän" mit 42 Buchstaben der absolute Renner bei diversen Gesellschaftsspielen.

Heute nervt unsere Gesellschaft im realen Leben mit noch längeren Worten, wie

  • Telekommunikationsuniversaldienstleistungsverordnung
  • Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz
  • Lebensmittelfarbstoffzulassungsverordnung
  • Genehmigungsverfahrensbeschleunigungsgesetz
  • Unternehmensteuerreformfortentwicklungsgesetz
  • Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaftsgesetz
  • Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz

Es fällt doch auf, dass es sich immer um Worte aus Gesetzen und Verordnungen handelt.

Da sieht man halt wieder, dass Beamte und Behörden einfach eine andere Zeitrechnung haben.

Und bei einem Wort wie: "Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz" fällt mir spontan BSE ein.

Aber das ist ja eine Hirnkrankheit bei Rindern, die mit Schlachtung und Verbrennung geahndet wurde.




Wie war denn das?
War die Krankheit jetzt eigentlich auch auf Menschen übertragbar?
Oder nur auf spezielle Beamte im gehobenen Dienst?




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20.03.2004 um 05:45 Uhr

Brandis

Stimmung: verstimmt
Musik: Tote Hosen - Zehn kleine Jägermeister


Lesen Sie den "
Brandiser Stadtbote"?
Wenn nein, dann sollten sie das aber schleunigst tun.

Denn im "Brandiser Stadtbote" können Sie Wichtiges und Interessantes über die Stadt Brandis und ihre Stadtteile erfahren.
Die Stadtverwaltung Brandis zum Beispiel benützt dieses Presseerzeugnis für "Amtliche Bekanntmachungen" und berichtet dem Bürger über wichtige Ereignisse in der Gemeinde wie das 120-jährige Jubiläum des "Rassegeflügelzüchter-Vereins e.V."

Auch für den Steuerpflichtigen bietet der Brandiser Stadtbote  durchaus Interessantes und Lesenswertes. So erfährt der ortsansässige Hundehalter, dass er mal wieder die Hundesteuer berappen und mit seinem Hund unverzüglich zur Abholung der neuen Hundemarken beim Bürgerbüro zu erscheinen hat.

Ach, Sie haben auch keinen Hund. Dann sollte man meinen, brauchen sie den "Brandiser Stadtbote" nicht regelmäßig zu lesen.
Um ehrlich zu sein, ich wusste bis vor wenigen Tagen noch nicht einmal, dass es dieses Presseerzeugnis überhaupt gibt.

Dann aber bekam ich Post.
Vom Steueramt der Stadt Brandis.
Wegen rückständiger Steuerzahlungen.
"Mahnung" stand ganz groß und dick gedruckt auf den schon vorgedruckten Überweisungsformularen, denen ich nach längerem Studium entnehmen konnte, dass ich es versäumt hatte die fälligen Grundsteuern fristgerecht zu begleichen.
Fällig wären gewesen Euro 0,03 zum 15.11.2003 und Euro 28,75 zum 15.2.2004., sowie Mahngebühren über Euro 5,00 fällig zum 20.2.04. Also insgesamt die gewaltige Summe von Euro 33,78.
Da ich normalerweise ein pünktlicher Steuerzahler bin , blickte ich durchaus beschämt auf den ordentlich mit Euro 0,55 frankierten Briefumschlag, der mir diese ungeheuerliche Nachricht über mein Versagen ins Haus transportiert hatte. Doch trotz längerem Überlegen fiel mir nicht ein, wann ich den Grundsteuerbescheid für das Jahr 2004 erhalten und zu zahlen vergessen hatte. Da blieb mein Blick an einem Zettelchen in der Größe eines ¼-DIN A4 Blattes hängen, der halb aus dem geöffneten Briefumschlag lugte.

Erstaunt nahm ich folgende Information des Steueramtes der Stadt Brandis, veröffentlicht im "Brandiser Stadtbote" Ausgabe 12/11. Dezember 2003, zur Kenntnis:

Sehr geehrter Steuerzahler,
bitte beachten Sie, dass Ihr letzter Steuerbescheid aus dem Jahr 2003 nach §29 Grundsteuergesetz im Jahr 2004 fortgilt. Es werden 2004 voraussichtlich keine neuen Jahresbescheide erlassen, außer wenn veränderte Grundlagenbescheide seitens des Finanzamtes eingehen. Die Mahngebühren steigen 2004 aufgrund der Änderung der sächsischen Landesgesetzgebung auf mindestens 5 €. Bitte nutzen Sie deshalb die Möglichkeit des Lastschrifteinzugsverfahrens um Mahnungen zukünftig zu vermeiden.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Steueramt.

Ich hatte plötzlich das Gefühl, als hätte mir der Brandiser Steueramtsschimmel mitten auf den Schreibtisch geäpfelt und spürte in mir das unbändige Verlangen nach einer körperlichen Züchtigung des selbigen.
Doch als kultivierter Mitteleuropäer, atmete ich dreimal tief durch und benützte meine digitale Telekommunikationsanlage mit automatischer Wahlwiederholung wegen permanentem Besetztzeichen, um durch eine ad hoc verbal formulierte Anfrage beim Steueramt den Verbleib des Grundsteuerbescheides für 2004 zu erfahren.

"Es wurden für das Fiskaljahr 2004 keine Grundsteuerbescheide verschickt", teilte mir die Dame vom Brandiser Steueramt mit starkem sächsischen Akzent mit, "denn es hat sich an der Höhe der Steuer gegenüber 2003 nichts geändert."
Bevor ich dazu etwas sagen konnte, fügte sie noch stolz hinzu: "Dadurch spart die Stadt Brandis erhebliche Verwaltungskosten und das Briefporto".
"Aber mir haben sie jetzt einen frankierten Brief geschickt mit einer Mahnung und 5 Euro Mahngebühr und da werde ich wohl nicht der Einzige sein", bemerkte ich trocken.
"Ja", meinte die Dame vom Steueramt, "das ist richtig. Deshalb haben wir allen Mahnungen auch eine kurze Information über die unveränderte Steuer beigelegt. Diese Mitteilung müssten sie auch bekommen haben."
Ich spürte wie sich mir die Nasenflügel aufrollten, aber bevor ich etwas Unhöfliches sagen konnte, hörte ich noch: "Diesen Sachverhalt haben wir allen Steuerpflichtigen schon im Dezember 2003 im Brandiser Stadtbote mitgeteilt".

"Ich habe leider keine Möglichkeit den Brandiser Stadtbote zu lesen", sprach ich betont ruhig in die Sprechmuschel, "ich wusste noch nicht einmal, dass es diesen Stadtboten gibt."
"Hier in der Gegend lesen aber alle Bürger den Brandiser Stadtboten", meinte meine Gesprächspartnerin beim Steueramt Brandis etwas schnippisch.

"Wie Sie unschwer an meiner Adresse sehen können, wohne ich nicht in Brandis, sondern in Frankfurt", antwortete ich, "am Main und nicht an der Oder".
Nach einem kurzen Zögern drang ein "das ist allerdings etwas ungewöhnlich" an mein Ohr.
"Was ist daran ungewöhnlich? Dass ich in Frankfurt wohne? Hier in Frankfurt am Main, auf der westlichen Seite der ehemaligen Mauer wohnen viele Menschen. Auch aus den neuen Bundesländern! Und ich werde zukünftig mit dem Steueramt Brandis nur noch per Inserat in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder der Frankfurter Rundschau kommunizieren, denn die werden hier im Frankfurter Raum von fast allen Bürgern gelesen".

Mit einem leisen "oh Herr wirf Hirn vom Himmel" beendete ich das Gespräch mit der Steuerbehörde in Brandis, die zur Kosteneinsparung die Steuerbescheide für 2004 nicht verschickt hat und jetzt die ortsfremden Steuerpflichtigen mit 5 Euro zur Kassen bitten kann.

Ein wirklich hervorragendes Geschäftsmodell!
Widerspruch zwecklos, denn Behörden sind in diesem unseren Lande immer noch ohne Fehl und Tadel.
Ach und wenn Sie mich jetzt fragen wollen, warum ich die fälligen Grundsteuern nicht per Lastschriftverfahren einziehen lasse, dann muss ich ihnen leider sagen, dass das im chaotischen wilden Osten nach der Wende gar nicht möglich war und erst ab dem Jahre 2005 ist man in der Lage per Lastschrift die jährliche Grundsteuer zur Jahresmitte einzuziehen.

Aber Polen in die Europäische Union aufnehmen, das können wir.

Übrigens der "Brandiser Stadtbote" (auch ein zweiter Blick lohnt sich nicht) erscheint monatlich mit einer Auflage von 4600 Exemplaren(!).





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19.03.2004 um 19:57 Uhr

Zähbit Rumors

Stimmung: Aperitift
Musik: Das ist bestimmt *hust hust* meine letzte Zigarette

TONline kopuliert mit Micki$oft

Treffen sich zwei Monopolisten.
Sagt der Eine "Hey du!"
Sagt der Andere "Warum gerade ich."
Sagt der Erste: "Weil sonst keiner mehr da ist."
Sagt der Zweite: "Doch. Du!"

Ich habe den Witz auf der ZähBIT einem Manager von TONline erzählt – der fand ihn gar nicht lustig.





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19.03.2004 um 05:45 Uhr

Bucks-Exchange

Stimmung: ZähBIT
Musik: Ma Baker - Put your hands up in the air and give me all your money

Im Heise-Newsticker konnte man dieser Tage lesen:

Berlin will mit Microsoft kooperieren
Der Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS) will auf der CeBIT in Hannover am kommenden Freitag einen Vertrag mit dem Softwarekonzern Microsoft unterzeichnen. Vorgesehen sei die gemeinsame Entwicklung von Pilotprojekten in den Bereichen Innovation, Bildung und Verwaltung, teilt die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen am heutigen Mittwoch mit.
Der Grünen-Haushaltsexperte Jochen Esser vermutet, der Berliner Senat habe seit Mitte der 90er Jahre 120 Millionen Euro für nicht oder nicht richtig funktionierende IT-Großprojekte ausgegeben

Ach du Scheiße!
Nach "Virtuellem Arbeitsmarkt" und Steuerprojekt "Fiscus" jetzt auch das noch!
Ausgerechnet mit "Bugs" Bill Microsoft,
denen die EU-Kommission vorwirft, auf rechtswidrige Weise ihre Marktmacht bei PC-Betriebssystemen auf den Markt der einfachen Server-Betriebssysteme erweitert zu haben. Die Wettbewerbshüter erheben zudem den Vorwurf, Microsoft habe mit der Koppelung des Betriebssystems Windows mit dem Windows-Media-Player seine beherrschende Stellung gegen Konkurrenten ausgenutzt. 200 Millionen Euro Strafe sollen die Amis dafür jetzt an die Wettbewerbshüter in Brüssel zahlen.
Und Berlin will ausgerechnet zusammen mit dieser amerikanischen Firma Microsoft Pilotprojekte für Innovation, Bildung und Verwaltung entwickeln!
Unter den Blinden ist schon der Einäugige ein Seher!

Eigentlich sollte man meinen, dass solange deutsche Firmen nicht angemessen am Wiederaufbau im Wüstensand des Irak beteiligt werden, wir auch keine amerikanischen Firmen brauchen um Projekte gegen Entgelt auf deutschem Boden in den wüsten Sand zu setzen!

Warum sich der Herr Wirtschaftssenator Wolf von der PDS jetzt von Microsoft zwecks gegenseitiger Kopulation und Befruchtung aufs Kreuz legen lassen will, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Bis der Bundesrechnungshof mahnend den Finger hebt und das Projekt "Give me your bugs – I give you my bucks" wegen ausuferndem Kapitalbedarf und unprofessionellem Projektmanagement rügt, wird es zeitlich sicher noch etwas dauern. Irgendwann kommt dann –wie gewöhnlich zu spät- der Staatsanwalt und ermittelt wegen mangelhafter oder gar fehlender europaweiter Ausschreibung, überzogenen Beraterhonoraren und sonstigen finanziellen Seltsamkeiten.

Mir fällt da spontan ein passender Name für das Kopulationsprojekt ein - wie wäre es denn mit: "Bucks-Exchange".





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18.03.2004 um 12:05 Uhr

Abschied

 

Chipfabrik trennt sich von Vorständen.

Die Betreibergesellschaft der insolventen Chip-Fabrik in Brandenburg trennt sich nach einem Bericht der Märkischen Oderzeitung vom heutigen Mittwoch von drei Vorständen.
Die Gesellschafter hätten den Aufsichtsrat der Communicant AG beauftragt, das Ausscheiden der drei Vorstandsmitglieder umzusetzen. Danach sollen Vorstandschef Abbas Ourmazd und zwei weitere Vorstände gehen.

Alle drei sollen nach Angaben der Zeitung weniger als 1,5 Millionen Euro Abfindung erhalten. Ursprünglich waren dafür im Liquidationsplan drei Millionen Euro vorgesehen.

Von Beileidsbezeugungen am offenen Millionengrab bitten wir abzusehen!





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18.03.2004 um 05:45 Uhr

Abschiebung

Stimmung: stinkig
Musik: Wir verhökern unsrer Oma ihr klein Häuschen, ihr klein Häuschen

Innenminister Schily will Ausländer zukünftig schneller abschieben!

Gilt das auch für Schweizer Staatsbürger?
Ich meine solche, die in Frankfurt einer deutschen Bank vorstehen sollten und dafür mit 11 Millionen Euro pro Jahr auch gut bezahlt werden, aber einen Großteil ihrer Arbeitszeit in Düsseldorf vor Gericht verbringen, weil sie mit dem Geld anderer Leute nicht umgehen können.

Das Landgericht Düsseldorf hat Anklage wegen Untreue gegen den Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann und fünf weitere Beteiligte der Mannesmann-Affäre erhoben.
Der Vorwurf: Die Manager, zu denen auch Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und der frühere IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel gehören, sollen den Düsseldorfer Konzern um rund 110 Millionen Mark erleichtert haben.
Die Staatsanwaltschaft sieht darin einen besonders schweren Fall der Untreue.
Ackermann und den anderen Mitglieder des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten bei Mannesmann wird vorgeworfen sie hätten das ihnen anvertraute Vermögen der Mannesmann AG geschädigt, die gezahlten Prämien seien ungerechtfertigt und außerdem auf nicht rechtmäßige Weise beschlossen worden.

Was ist denn, wenn der Herr Ackermann jetzt von einem ordentlichen deutschen Gericht rechtskräftig verurteilt wird?
Dann erfüllt er doch sicher die Abschiebekriterien für Ausländer! Zumindest ist er als Chef einer "Deutschen Bank" durch eigenes Verschulden untragbar geworden.
Das nur, um schon mal im Vorfeld das eventuelle Verlangen nach einer Geldprämie für frühzeitiges Ausscheiden aus dem Amt abschlägig zu beantworten.
Oder ist man erst dann ein staatsfeindlicher Ausländer wenn man die Deutsche Bank erfolgreich an ausländische "Investoren" verkloppt hat?
Noch mal so eine Art "Mannesmann-Vodafone-Übernahme" mit satten Abfindungen für die Herren Vorstände?

Jetzt fehlt ja nur noch, dass die Gewinne der Deutschen Bank einbrechen und unserem Finanzminister Eichel ein weiteres Loch in seinen Schweizer Käsehaushalt pusten. Das könnte dann doch den Strafbestand der Wirtschaftsabotage erfüllen, nach den satten Gewinnen, die von der Bank noch zu Zeiten von Herrn Breuer abgeworfen wurden.

So mancher deutsche Zeitgenosse, könnte wie der Herr Hochhuth zu der Meinung kommen, dass es an der Zeit ist diesen Eidgenossen, der ja wie "Effe" Effenberg trefflich mit den ausgestreckten Fingern der rechten Hand gestikulieren kann, über den deutschesten aller deutschen Flüsse wieder in sein Heimatland auszuweisen, wo Ausländer noch nicht einmal einen Quadratmeter Boden erwerben dürfen.

Unter Berücksichtigung aller öffentlich bekannten Faktoren und Tatsachen kann es im Rahmen einer präventiven Bekämpfung von Staatsfeinden eigentlich keinen Grund mehr geben die Entfernung aus dem Amte und Abschiebung von Herrn Ackermann nicht in Betracht zu ziehen.
Gell Herr Schily!

Um möglichen internationalen Konflikten in der Finanzwelt aus dem Wege zu gehen, könnten ja die Aktionäre der Deutschen Bank auf ihrer nächsten Hauptversammlung dem Vorstand Ackermann erstmal das Vertrauen entziehen und der Aufsichtsrat dann wegen grober Pflichtverletzung die Vorstandsbestellung des Herrn Ackermann widerrufen.
Das wäre dann sowas wie eine fristlose Kündigung.

Dann wäre der Herr Ackermann arbeitloser Ausländer, dem die Behörden dann nur noch die Aufenthaltsgenehmigung (er ist nicht EU-Europäer) entziehen müssten.

Und Tschüüüss.
Vielleicht übt sich der Herr Ackermann deshalb schon mal mit "Winke Winke"?





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