Machopan - Rauchzeichen

17.03.2004 um 10:49 Uhr

Neue Verkehrszeichen

Stimmung: verkehrsbereit
Musik: Brüder zur Sonne, zur Freiheit

Dass sich die SPD seit geraumer Zeit auf rapider Talfahrt in abschüssigem Gelände befindet pfeifen ja schon die Spatzen von den Dächern.

Viele Genossen wollten die Schussfahrt nicht länger mitmachen und sind zum Zeichen ihres Unwillens mit der Mannschaft im Führerhaus längst von der Ladepritsche gesprungen während sich die Partei in Richtung 18% bewegt.

Dass neben Mitgliederschwund und Verweigerung der Wählergunst dann noch erheblicher Gegenverkehr aus den eigenen Reihen dazu kam, störte die Lenker dieser volksnahen Partei nicht weiter. Immer weiter verbissen geradeaus auf der linken Fahrspur – wie die Geisterfahrer eine Gefahr für die Allgemeinheit und sich selbst!

Doch immer weniger Genossen wollen diesen Irrsinn weiter mitmachen und wehren sich vehement. Wird doch ein Busfahrer dafür bezahlt, dass er dahin fährt wo seine zahlenden Passagiere hin wollen. Da aber die Führungsmannschaft der SPD durch tumbes Beharren auf die Richtigkeit der eingeschlagenen Richtung jeglichen Kontakt zu ihren Genossen verloren zu haben scheint, beginnt jetzt die nächste Phase der Eskalationsstufe.

Wenn man den SPD Bus schon nicht bremsen oder gar zum Einlenken bringen kann, dann wechselt man eben das Fahrzeug, denn nicht alle Genossen wollen teilnahmslos zusehen, wie sich die Partei –wie bei "Lohn der Angst"- in den Abgrund stürzt oder in die Luft sprengt.

Den fliegenden Fahrzeugwechsel und das Überholen in der dritten Spur will die Parteiführung der SPD jetzt aber mit disziplinarischen Mitteln ahnden und hat zur Gegenoffensive geblasen. Auch wenn die ursprüngliche Farbe des eigenen Fahrzeugs schon heftig gelitten hat und mit seiner schwarz-grünen Mischbereifung sicher den nächsten TÜV-Termin in 2005 nicht überstehen wird.

Mit einem Parteiausschlussverfahren geht die SPD-Spitze gegen die Abweichler aus den eigenen Reihen vor, die zum Parteiaustritt oder zur Gründung einer neuen Partei aufrufen.
Der ehemalige Parteichef Gerhard Schröder begründete die Ausschlussverfahren nach einer SPD-Vorstandssitzung damit, dass es eine "selbstbewusste Partei" wie die SPD nicht akzeptieren könne, wenn die eigenen Mitglieder zum Parteiaustritt aufrufen.
Vor der Vorstandssitzung hatte es noch ein Tauziehen über die Frage gegeben, ob es einen generellen Unvereinbarkeitsbeschluss der Parteiführung gegenüber der im linken Gewerkschaftslager gebildeten Gruppierung geben solle. Damit wären automatisch alle SPD-Mitglieder ausgeschlossen gewesen, die dort mitarbeiten.

Ich denke mal, es war der SPD-Führung nach den gewaltigen Mitgliederverlusten der letzten Monate einfach zu riskant durch Parteiausschluss auf einen Schlag die Hälfte ihrer noch verbliebenen Mitglieder zu verlieren.

Jetzt dürfen "nur" die sechs Rädelführer vor der Schiedskommission beweisen, dass die Vorwürfe gegen sie "gegenstandslos" seien und sie die Gründung ihrer "wahlpolitische Alternative" aufgeben, ohne dass die SPD substanzielle Kurskorrekturen vornimmt.

"Mitgegangen - mitgehangen", kann ich da nur sagen.
Und laut Straßenverkehrsordnung machen sich Beifahrer und Passagiere mitschuldig, wenn sie bei offensichtlicher Fahrunfähigkeit des Fahrers nicht unverzüglich eingreifen.
Wie lange wollen die Jungs denn noch zuwarten?





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16.03.2004 um 05:45 Uhr

Miss "Wahl"

Stimmung: sanftmütig und gaaaaanz brav
Musik: Stones - Ruby Tuesday


Hat der Herr Köhler eigentlich seinen alten Job beim IWF schon gekündigt?

Dann könnte er ja arbeitslos werden, wenn er jetzt bei der Wahl zum Bundespräsidenten Pech hat. Und die Bundesagentur für Arbeit wird da auch ganz pingelig, wenn man die Arbeitslosigkeit selbst verschuldet hat.
Es soll ja schon Wahlen gegeben haben, die kurz vorher noch gekippt sind, nur weil jemand zum unpassenden Zeitpunkt die eine oder andere Bombe gelegt hat.

Nicht die Bomben, die fürchterliches Leid unter den Betroffenen des spanischen Bevölkerung angerichteten, haben die Wahl gekippt, sondern die Lügen der Politiker, die aus wahltaktischen Gründen wesentliche Informationen schönreden wollten.
Statt den Stier an den Hörnern zu packen und die Wahrheit auf den Tisch zu legen, haben sie zu lange mit dem roten Tuch vor ihm herumgefuchtelt.

Während die spanischen Politiker schon wissen wie schnell die Gunst der Wähler wechseln kann, übt sich bei uns der Kandidat noch im Fettnapfhüpfen auf dem aufgeheizten politischen Parkett.

Die Bemerkung des mutmaßlichen Bundespräsidenten Köhler, mit der er die mutmaßliche Bundeskanzlerin Merkel kürte, war ja wohl nur ein Missverständnis und noch keine offizielle Misswahl. Dennoch gibt es jetzt schon Missstimmung und Missvergnügen und der Kandidat ist in misslichen Erklärungsnöten über die mutmaßliche Ausgestaltung des Amtes als mutmaßlicher Bundespräsident.

Sechs Jahre hat der 61-jährige Horst Köhler nicht mehr in Deutschland gelebt. Und jetzt hastet er von PR-Termin zu PR-Termin und wirft mit guten Ratschlägen um sich.
Er wäre nicht der erste Kandidat, der sich im Vorfeld der Wahl um Kopf und Kragen geredet hat.

Der "beispiellose Aufstieg" des Herrn Köhler aus "bescheidensten Verhältnissen" einer Flüchtlingsfamilie könnte im Minenfeld unseres Politsystems sehr schnell zum Flug des Ikarus werden.
Man sollte dem Herrn Köhler vielleicht mal sagen, dass sich dank parteipolitischer Misswirtschaft und kollektivem finanziellem Missmanagement die Lage in Deutschland seit seinem Abgang nach USA sehr verändert hat.

Die drei Sternsinger Merkel, Stoiber und Westerwelle könnten bei ihrem Bericht zur Lage der Nation doch ein bisschen viel Weihrauch und Myrre zur Benebelung der Sinne des Kandidaten eingesetzt haben.
Aber wenn die himmlischen Chöre zum politisch, garstigen Lied werden, dann hat das so seine Tücken und Gefahren.
Und aus einer misslichen Lage, in die man blauäugig durch andere gebracht wurde, hilft statt der Devise "Augen zu und durch" meist nur noch der geordnete Rückzug.

Ach ja, hat der Herr Köhler eigentlich seinen alten Job beim IWF schon gekündigt?





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15.03.2004 um 05:45 Uhr

Verkocht


Hessens Ministerpräsident Roland Koch fordert die 41-Stunden Woche: "Die Deutschen müssen sich auf mehr Arbeit für weniger Geld einstellen".

Das habe ich heute im "Äppler", der lokalen Wochenendzeitung mit Biss gelesen.
Ich bin zwar nur "zugereister" Hesse, immer kurz vor der Abschiebehaft, darf aber dennoch "noch" an den Landtagswahlen teilnehmen. Und da weiß ich jetzt schon ganz genau, was ich beim nächsten Mal nicht wähle.
Was würde wohl aus dem Herrn Koch werden, wenn bei der nächsten Wahl nur noch Politiker mit einem Mindest-IQ von –sagen wir mal- 110 das passive Wahlrecht ausüben dürften.

Noch besser wäre allerdings, wenn wir das russische Wahlverfahren einführen würden.
Nein, ich meine nicht das russische Roulett. Da ist ja die Wahrscheinlichkeit, dass es einen der Glücksspieler erwischt leider nur 5:1, vorausgesetzt man spielt das Spiel mit einem Trommelrevolver.
Ich meine wirklich das russische Wahlrecht.
Die Russen dürfen ja jetzt auch wählen, so mit Stimmzettel und Urne und dem ganzen Kram. Sogar unter mehreren Kandidaten.
Ungefähr so halt, wie bei uns bei der Wahl zum Bundespräsidenten.

Aber da gibt es etwas im russischen Wahlrecht, das fand ich ganz spontan so klasse, dass es mir nicht mehr aus dem Kopf geht, seit ich es heute in den Nachrichten bei SWR1 gehört habe.

Stellen Sie sich mal vor, dass in Russland eine Wahl ungültig ist, wenn sich nicht mindestens 50% der Wahlberechtigten beteiligen. Ist ja eigentlich logisch, denn dann hat ja die Mehrheit der Wähler gar nicht gewählt. Also kann auch keine Partei oder kein Kandidat die Mehrheit haben. Also muss die Wahl wiederholt werden.

Was ich jetzt daran so klasse finde?
Das sich keiner der Kandidaten aus der ersten Wahl wieder aufstellen kann, sondern komplett neue Kandidaten benannt werden müssen.

Stellen Sie sich die Möglichkeit mal bei uns in Deutschland vor.
Mit einem Schlag neue Gesichter, vielleicht sogar mit neuen Ideen. Nur durch einfaches NIchtwählen.

Vielleicht würde sich dann der Herr Ministerpräsident Koch auch überlegen was er so daher babbelt, bevor er den Mund aufmacht.





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14.03.2004 um 05:45 Uhr

Knackarsch

Stimmung: Ausgeschlafen
Musik: Small Faces - Lazy Sunday


Nur ein Prozent der Frauen will beim ersten Mal Sex

«München (dpa) - Beim ersten Treffen mit ihrem Traummann sind die meisten Frauen eher zurückhaltend. Nach einer Umfrage des Hamburger Meinungsforschungsinstituts GEWIS für die Zeitschrift «GQ Gentlemen's Quarterly» wollen nur 1 Prozent der Frauen beim ersten Mal Sex. Fast die Hälfte der Frauen (48 Prozent) wartet dagegen erst einmal ab. Jede dritte Frau (27 Prozent) gab an, sich bei der ersten Verabredung «verführerisch» zu präsentieren. Jede fünfte Frau sagte, dass sie nicht darauf wartet, dass der Mann aktiv wird. Nur drei Prozent gaben sich zugeknöpft und verschlossen.

Bei der Auswahl ihres Traummanns legen Frauen vor allem Wert auf Humor (35 Prozent), Aussehen (24 Prozent) und Intelligenz (16 Prozent). Die von Männern selbst oft vermuteten Top-Merkmale Beruf und Geld bedeuten den Frauen laut Umfrage dagegen weniger. Nur für 9 Prozent zählen nach eigener Aussage der Job, für 5 Prozent das Einkommen.

Das Institut hat 1078 Frauen im Alter von 20 bis 50 Jahren befragt. »

Und was mach ich jetzt mit meinem Knackarsch?

Da quäle ich mich seit Jahren zweimal die Woche auf diesen fürchterlichen Mördermaschinen im Fitness-Studio und dabei hätten es ein paar Kurse über humoristisches Erzählen an der Volkshochschule auch getan.

 





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13.03.2004 um 05:45 Uhr

Petit escargot


@
Petit escargot = Shift alpha = Sauschwanzerl = Klammeraffe = -.- .-.. .- -- -- . .-. .- ..-. ..-. .

Ray Tomlinson, Entwickler bei der Firma BBN, verschickte 1971 die erste E-Mail und verwendete dazu den Klammeraffen (@-Zeichen) für die E-Mail-Adressierung.

Hätte der gute Mann damals gewusst, welche rasante Verbreitung die elektronische Post erfahren würde, er hätte sich sicher seine Idee durch eine kostenpflichtige Lizenz schützen lassen und wäre ein (sehr) reicher Mann geworden.

Vielleicht sogar noch reicher wie Bill Gates, der ja mit der Produktion von "Bugs" nun wirklich viel Geld verdient hat.

Die spezielle Assoziation des "Klammeraffen" mit dem Internet in Deutschland ergibt sich schlicht daraus, dass das Zeichen hierzulande vor dem Internet-Boom höchstens Programmierern und Heimcomputer-Freaks bekannt war, da es im deutschen Schriftverkehr traditionell keine Rolle spielte.

Im englischen Sprachraum dagegen war das Zeichen bereits vorher lange in Gebrauch, daher existiert eine derartige Assoziation dort nicht.

Ursprünglich bedeutet das "@" im Englischen Geschäftsverkehr dasselbe wie "à" im Deutschen ("3 Flaschen Wasser à 1,10 Euro" <--> "3 Water Bottles @ 1,40 Euro").

Wie die Übersetzung zeigt ist der Gebrauch des "@" ähnlich wie in der Deutschen Sprache, nur der Preis für Wasser ist in England höher, seit dort die amerikanische Firma Coca Cola am Zapfen ist.
Die beiden Schreibweisen "à" und "@" nahmen beide ihren Ursprung im Französischen.

Ich persönlich ziehe "petite escargot", das kleine Schneckchen dem "Klammeraffen" vor.
Hört sich doch irgendwie erotischer an, finde ich.





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12.03.2004 um 05:45 Uhr

Michel Miesepeter

Stimmung: Friday on my mind
Musik: Easybeats - selbige


"Give me a smile" war vor vielen Jahren ein gängiger Werbeslogan.
Aber das ist lange her und vielen Menschen ist in der Zwischenzeit das Lachen vergangen.
Doch jetzt schreibt die "Financial Times Deutschland" (FTD) am 10. März im Jahre des Herrn 2004, dass das jetzt anders werden soll. Denn der neue Bundespräsident "Horst Köhler könnte den Deutschen die Miesepeter-Falle erkennen helfen. Befreien müssen sie sich selbst".
Ganz gegen meine sonstige Gewohnheit möchte ich diese Kolumne "Lächeln Sie doch mal" von Margaret Heckel in der FTD "nur" kommentieren.

Haben Sie heute schon jemandem zugelächelt? Aufmunternd zugenickt, so als wollten Sie sagen: "Wir schaffen das schon!" Versuchen Sie es! Setzen Sie ein Zeichen gegen den unerträglichen Missmut, der dieses Land so fest im Griff hat.
Versuchen Sie das doch mal.
Am Frankfurter Hauptbahnhof, morgens auf dem Weg zur Arbeit, zum Beispiel. Wenn Sie noch Arbeit haben!
Als Frau erwecken sie damit nur den Eindruck einer kontaktfreudigen "Dame".
Als Mann erwartet sie eine zur Kralle geformte Hand und die Frage: "Haste mal nen Euro?"
Und als Kind hält man sie schlicht für dumm, mongoloid oder autistisch.

Natürlich gibt es jede Menge Gründe, zu nörgeln und zu schimpfen - und die allermeisten davon sind auch gerechtfertigt. Ja, es war ein unwürdiges Gezerre, das die Opposition bei ihrem Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten veranstaltet hat. Der Konjunkturaufschwung lässt immer noch zu wünschen übrig. Die Steuerreform ist nicht wirklich bei den Bürgern angekommen, der Konsum noch immer viel zu schwach.
Na also, es geht doch Frau Heckel! Das liest sich doch schon mal ganz ordentlich. Jedes einzelne Ereignis ist nicht unbedingt ein Grund zum kollektiven Jammern. Aber in Summe ist dieser seit Jahren andauernde politische Schwachsinn nicht mehr zu ertragen. Und Aussicht auf Besserung gibt es auch nicht. Ob von links oder rechts oder aus der Mitte - nur Sprechblasen, Parteienproporz und Politsatire.

Das größte Problem der Deutschen jedoch ist ihre Mutlosigkeit: Wir geraten immer tiefer in eine Miesepeter-Spirale nach unten, aus der uns auch der nahende Frühling nicht herausholen wird.
Ach Sie meinen "Miesepetrigkeit" ist eine Stimmungslage und unterliegt nur saisonalen Schwankungen? Nein, es handelt sich hier um eine Art chronisch nationaler Menstruationsbeschwerden und hängt mit den Legislaturperioden zusammen.
Was in der Natur normalerweise zur Erneuerung unbefruchteter Eizellen dient, aus denen mal wieder nix geworden ist, ist zu einem Dauerzustand für unsere Nation geworden. Jetzt reagiert sie auf die andauernde Schändung, Vergewaltigung und Gewalt im bundesdeutschen Ehealltag nur mit Liebesentzug. Wir haben eine massive Ehekrise und einen schweren Vertrauensbruch. Ein paar Rosen zum Valentinstag oder Muttertag helfen jetzt auch nix mehr.

Das können nur wir selber tun. Und deshalb lohnt es sich, kurz innezuhalten und den Reigen der angeblichen "Zumutungen" an sich vorbeiziehen zu lassen: Ist es tatsächlich so, dass unser persönlicher Wohlstand bedroht ist, weil wir und unsere Familienmitglieder jetzt 10 Euro Praxisgebühr pro Quartal zahlen? Nach ersten Schätzungen entfaltet die Gebühr bereits die angestrebte Lenkungswirkung: Nach fünf bis acht Prozent weniger Arztbesuchen im Januar sind die Gänge zum Doktor im Februar um weitere drei bis fünf Prozent zurückgegangen. Einige Kassen prüfen bereits, ob das schon Spielraum für Beitragssenkungen gibt.
10 Euro? Sie haben den Zahnarzt vergessen, das macht dann 20 Euro! Je Quartal! Und die Zuzahlungen bei den Medikamenten? Und die beim Zahnersatz? Und natürlich alles nach BAT (Bar Auf die Tatze), als ob wir keine Kreditkarten oder EC-Cash hätten.
Am eigentlichen Problem und am Missbrauch unseres Gesundheitswesen hat sich nichts geändert! Es wird nur anders finanziert! Und ob die evtl. möglichen Beitragsenkungen die Mehrkosten bei den Zuzahlungen auffangen, darf bis zum Eintreten dieser Beitragssenkungen zumindest bezweifelt werden.

Und wird sich der Rentnerhimmel wirklich dauerhaft verdüstern, wenn ab April der volle Pflegebeitrag gezahlt werden muss und es dadurch erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik zu faktischen Rentenkürzungen kommt? Sicher gibt es Rentner, für die beispielsweise 9,78 Euro pro Monat weniger ein herber Schlag sind. Im Schnitt aber verfügen die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland über höhere Haushaltsnettoeinkommen als Familien mit Kindern.
Das ist doch nicht das Verschulden der Rentner, die für ihre Rente ein Leben lang gearbeitet und bezahlt haben! Es handelt sich doch eher um ein jahrzehntelanges Versagen unserer Steuer- und Familienpolitik, das man jetzt durch Schuldverschiebungen und Herbeireden eines Generationenkonflikts zu eskalieren versucht, während die wahren Schuldigen jahrelang aus den wohlgefüllten Rentenkasse versicherungsfremde Leistungen finanziert haben.

Und es ist auch allenfalls die Gewerkschaftswelt, die untergeht, wenn sich Belegschaften zur Firmensicherung auf Mehrarbeit einlassen - sei sie bezahlt oder unbezahlt. Gerade noch 16 Prozent seiner Zeit verbringt ein deutscher Mann am Tag durchschnittlich in seinem Beruf, hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet. Frauen widmen den Zahlen zufolge dem Essen und der Körperpflege mehr Zeit (zwölf Prozent) als der bezahlten Erwerbsarbeit (zehn Prozent).

Uuuups, also diese Statistik hätte ich jetzt lieber nicht zitiert. Denn wie der geübte Leser sofort erkennt, weist die Statistik die durchschnittliche Zeitverwendung der Deutschen ab einem Lebensalter von ZEHN JAHREN aus, d.h. auch alle nicht oder nicht mehr im Erwerbsleben stehenden Personen, wie Rentner, Strafgefangene und Arbeitslose. Nach dieser Statistik würde ein Arbeitnehmer nur 16% seiner Tageszeit von 24 Stunden mit "Erwerbstätigkeit" verbringen. Das wären exakt 3,84 Stunden pro Tag. Mehr muss man wohl zu dieser Art Statistik nicht mehr sagen. Wir können ja noch von Glück sagen, dass Säuglinge und Kleinstkinder nicht einbezogen wurden, sonst könnte der Eindruck entstehen, dass die bundesdeutsche Arbeitnehmerschaft den ganzen Tag die Matratze abhört und in die Windeln kackt.
Und das mit der "Mehrarbeit" und den "Gehaltskürzungen" erzählen Sie mal den Mitarbeitern der Firma Pfaff, die jetzt ihre Produktion ins Niedriglohnland China auslagert und ebendiese Mitarbeiter auf die Straße setzt.

Nun ist es schon so, dass all diese Änderungen in ihrer Kumulation das schüren, was derzeit so plakativ "Zukunftsangst" genannt wird. Sie ist inzwischen auch in den eigentlich gut situierten Mittelschichten angekommen, wo einst sichere Akademiker-Jobs nun nach Indien oder Osteuropa verlagert werden.
Welche Mittelschichten?
Wenn in einem rohstoffarmen Land die Bereiche von Bildung, Forschung, Innovation, Kreativität und Unternehmertum derart vernachlässigt werden wie dies seit Jahrzehnten bei uns der Fall ist, dann darf man sich nicht wundern, wenn die guten Jobs ins Ausland abwandern. Wer einen Schulrektor, einen Arzt, einen Juristen, einen Werkstattmeister bei Opel, einen Gruppenleiter bei der Allianz und einen familiären Kleinunternehmer als Besserverdienende und Melkkühe des ausufernden Kapitalbedarfs unseres Polit- und Sozialsystems benützt, muss doch wissen was er da anrichtet.

Daraus aber zu schlussfolgern, Deutschland sei über kurz oder lang zum Untergang als Wirtschafts- und Wohlstandsnation verdammt, zeigt nur eines - wie mut- und energielos wir Deutschen inzwischen geworden sind. Der Oppositionskandidat für das Amt des Bundespräsidenten, Horst Köhler, hat vor diesem "Abgleiten in Pessimismus" bereits gewarnt. Der bisherige Generaldirektor des Internationalen Währungsfonds könnte mit seiner während der vergangenen Jahre gewonnenen globalen Erfahrung deshalb genau der richtige Präsident sein, um den notwendigen Stimmungswechsel in Deutschland zu fördern. "Wir müssen die Leute ermutigen, Risiken einzugehen und auf Veränderungen positiv zu reagieren", sagte Köhler kurz nach seiner Ernennung als Kandidat.
Puuuuuh! Das war aber ein langer Satz. Ich denke der mutmaßliche neue Herr Bundespräsident war zu lange im Ausland.
Wir gleiten nicht in den Pessimismus – wir sind bereits dort. Lesen Sie denn keine Zeitung? Hören Sie denn keine Nachrichten?
Fatalismus, Perspektivlosigkeit, Zukunftsangst, Lethargie, Wut, Egoismus, Abzockerei, Vetternwirtschaft, Politgerangel, dumme Sprüche, Lügen, Betrug sind doch an der Tagesordnung.
Ein Risiko geht hier niemand mehr ein, schon gar kein Unternehmer oder Arbeitnehmer.
Zu oft belogen und betrogen, zu oft der Dumme gewesen, zu oft die Arschkarte gezogen.
Das VERTRAUEN ist weg. Das Vertrauen in unsere Politik, in unsere Systeme und in unser Land.
SCHÖNREDEN und ein paar AUFMUNTERNDE WORTE helfen hier nichts mehr.

Trotz der derzeitigen Reformen in den Sozialsystemen wird kaum jemand ernsthaft behaupten können, dass das Niveau der Grundsicherung in Deutschland nicht an der Weltspitze liegt. Dabei müsste eine noch immer derart komfortabel ausgestattete Grundsicherung eigentlich die Risikobereitschaft der Bürger stärken, weil der Staat im Zweifel immer hilft. Doch in Deutschland scheinen die Jahrzehnte des sich immer weiter aufblähenden Sozialstaates das genaue Gegenteil erreicht zu haben, sodass sich jetzt mit dem Thema Sozialstaatsumbau fast ausschließlich Verlustängste verbinden.
Erzählen sie das mal jemand der 40 Jahre lang zwangsweise in die Rentenkassen einbezahlen musste und jetzt "Durchschnittsrentenempfänger" mit fallender Tendenz ist.
Der kann sich nicht mehr wehren, sondern ist diesem System der "schmelzenden Eisscholle" hilflos ausgeliefert. Die "Durchschnittsrente" beträgt angeblich 1.200. Euro, das heißt doch aber dass mindestens die HÄLFTE der Rentner WENIGER hat als der Durchschnittsrentner. Sicher sind es mindestens ZWEI DRITTEL der Rentner, die unter diesem rechnerischen Durchschnitt liegen.
Mein Vorschlag: Leben Sie doch einfach mal von dieser angeblich so komfortabel ausgestatteten Grundsicherung. WUM - RIIISIIIKOOOO – Thööööölke.
Und hören Sie doch endlich auf, einen bundesdeutschen Rentner mit einem indischen Wanderprediger zu vergleichen!

Mit Veränderungen positiv umgehen zu können ist in weiten Teilen eine Frage der Bildung: Je besser wir einschätzen können, was auf uns zukommt, desto leichter fällt uns eine angemessene Reaktion. Doch gerade mit ihrer Bildung gehen die Deutschen sträflich um: Wir als Gesellschaft - aber auch die betroffenen Eltern - lassen es zu, dass jeder zehnte Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlässt.
Und gesellt sich zu den schon vorhandenen vier Millionen Analphabeten. In Ewigkeit Amen!
Gegen schlechte Schulnoten und Lernverweigerung half früher ein kurzes Gespräch zwischen Pädagoge und Eltern, die ihrerseits die notwendigen Erziehungsmaßnahmen verschärften.
Ganz bewusst habe ich jetzt nicht das Wort "Prügelstrafe" verwendet, auch werde ich nicht das Wort "antiautoritäre Erziehung" benutzen.
Aber eines kann ich mir nun wirklich nicht verkneifen:
Schauen Sie sich doch mal bei der Sendung "Wer wird Millionär?" an, wie viele Menschen aller Berufsgruppen dort mit kleinen Geldbeträgen nach Hause gehen. Schüler habe ich dort bisher noch keine gesehen, sondern nur Erwachsene – auch viele mit akademischer und pädagogischer Ausbildung die an den lächerlichst einfachsten Fragen gescheitert sind.

Bildungsforscher wie Dieter Lenzen, der für besonders begabte Kinder die Einschulung mit vier Jahren möglich machen will, werden von Eltern und leider oft auch Lehrern ausgebuht. Die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan musste sich dafür rechtfertigen, dass sie Grundschülern schon in der ersten Klasse Englischunterricht anbieten wollte.
Was sollen denn die Kids auch gleich zu Schulbeginn mit einer ZWEITEN Fremdsprache? Die können doch heute noch nicht einmal richtig DEUTSCH!

Damit würden die lieben Kleinen überfordert, warnten - und warnen - die Besitzstandswahrer aller Fraktionen, Parteien und Lobbygruppen. Wie schwachsinnig das ist, wird jedem klar, der erlebt hat, wie begeistert sein siebenjähriger Sohn oder die fünfjährige Nichte Abzählreime in flüssigem Englisch von sich gibt.
Genau! Und auf die Frage "wer hat da ins Bett gepinkelt?" antwortet: "des girl mit de red hair". Auch würde mich interessieren, wie sie zu der Erkenntnis kommen konnten, dass fünfjährige Nichten den gleichen IQ aufzuweisen scheinen, wie siebenjährige Söhne. Gibt es dazu eine wissenschaftlich basierte Langzeitstudie? :-)

Und das ist nur ein winziges von vielen Beispielen dafür, dass Mut, Risikobereitschaft und Veränderungswille sich auszahlen. Es muss nur jemand damit anfangen.
Natürlich müssen sich Mut, Risikobereitschaft und Veränderungswille in unserer Gesellschaft auszahlen! Aber doch zuerst mal für die, die diese Eigenschaften auch aufbringen und einsetzen. Bestimmt nicht für Politkriminelle, Steuerverschwender, Subventionsgauner, Wirtschaftsverbrecher, Sozialschmarotzer und Scheinasylanten (Man beachte die Reihenfolge)

Am besten mit einem Lächeln.
Lächeln? Eher ein Grinsen. Lachen wäre noch besser! Egal ob Anlachen oder Auslachen!
Denn Humor ist wenn man trotzdem lacht!
GALGENHUMOR!

P.S.
Ach und noch ein Satz zu dem mutmaßlichen neuen Bundespräsidenten Köhler, der im parteienseitigen, fraktionsverordneten, kollektiven Herdentrieb erwählt werden soll: Der wird daran nichts ändern. Kann er ja anhand der ihm laut vom Grundgesetz zugedachten Rolle auch nicht.

Er ist nicht Teil der Lösung – er ist ein Teil des Problems.





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11.03.2004 um 13:54 Uhr

Mutterkuhantrag

Nicht versäumen möchte ich es, wenn auch kurzfristig, auf die folgende informative Verstaltung hinzuweisen:

Name der Veranstaltung:  Neues zum Mutterkuhantrag 2004
Veranstalter:                       ALLB Ilshofen
Art der Veranstaltung :     Informationsveranstaltung
Ort:                                       Bubenorbis, Gasthaus Sonne
Datum:                                 Donnerstag, 11.03.04
sonstige Datumsangaben: Beginn 20.00 Uhr
Veranstalter:                       ALLB Ilshofen
Referent/in:                        Frau Weller, Frau Kirchen
Themenbereich:                 Rindviehhaltung
Ansprechpartner:               Frau Weller, Frau Kircher
Telefon:                                07904 / 7007 - 125
Anmeldung erforderlich:   nein

Die Teilnahme an der Informationsveranstaltung ist kostenfrei und sicher auch für NICHT-Mutterkuhhalter hoch interessant.





 

11.03.2004 um 05:45 Uhr

Mattenrichter

Bei fast allen Kampfsportarten, bei denen es darum geht den Gegner mehr oder weniger gewaltsam auf die Matte zu schicken, gibt es meist auch einen Matten- oder Ringrichter.

Das ist der Mann oder die Frau in Anzugkombination - bei offiziellen Kämpfen mit schwarzem Blazer und Fliege - auf der offiziellen Kampffläche, die mit Matten ausgelegt ist damit sich die Kämpfer beim Fallen und Stürzen nicht tödlich verletzen.

Den Erfolg oder Misserfolg der kämpferischen Aktivitäten kommentiert der Mattenrichter durch Handzeichen, ebenso wie Verstöße gegen die Kampfordnung oder unsportliches Verhalten.

Im realen Leben heißt der Mattenrichter "Bundespräsident", die Kampffläche "Bundesrepublik" und die Kämpfer "Bürger", "Politiker", "Parteien", "Behörden" und "Wirtschaft".

Jetzt soll nach "Bruder Johannes", der gegen Ende seiner Laufbahn nur noch mit dem Kreuzeszeichen über der Matte geschwebt ist, ein neuer Bundespräsident als Mattenrichter berufen werden und was glauben sie wohl was dieser "mutmaßliche Bundespräsident Hotte Köhler" macht, bevor er überhaupt auf der Matte steht und sich einen ersten Überblick übers das aktuelle Kampfgeschehen verschafft hat?

Er verteilt Ratschläge!

An die kämpfenden Parteien, die im Moment nichts anderes zu tun haben, als sich immer noch hintervotzigere Gemeinheiten auszudenken und anzuwenden um den Anderen aufs Kreuz zu legen.

Auf der bundesrepublikanischen Matte ist schon längst keine Rede mehr von "Fair Play".
Und von den "Bürgern", denen im Doppelnelson von Politik und Bürokratie die Luft ausgeht kämpfen viele nur noch ums nackte Überleben.
Da helfen auch keine Erklärungen mehr, warum jetzt alle damit beschäftigt sind den Gürtel der jeweils Anderen enger zu zerren.

Es gehört schon eine ziemliche Unverfrorenheit dazu, die Menschen zuerst in den Schwitzkasten zu nehmen, ihnen die Luft abzudrücken bis es ihnen schwarz vor Augen wird und dann mehr "Eigenverantwortung" einzufordern.

Wörtlich meinte der neue Mattenrichter Köhler: "Wir sollten nicht zuerst fragen: Was kann der Staat für mich tun, sondern: Was kann ich selbst tun."
Dieser abgelutschte Spruch kommt sicher nicht nur mir sehr, sehr bekannt vor.
Einst kreiert von Abraham Lincoln, runderneuert von John F. Kennedy, aufgewärmt von Gerhard Schröder in seiner Regierungserklärung und jetzt nachgeplappert von Hotte Köhler.

Dabei fällt mir auf, dass die beiden Amerikaner anschließend eines gewaltsamen Todes gestorben sind. Wenn das mal kein böses Omen ist. Oder liegt das nur an der Art wie andere Nationen ihre Probleme lösen?

Weiter meint unser "mutmaßlicher" neuer Bundespräsident: "Deutschland steht vor der Herausforderung, unseren Wohlstand zu sichern und unser Land wetterfest zu machen. Mit dem Mut zur Wahrheit und mit Tatkraft können und werden wir es packen. Viele der Probleme, über die in Deutschland heftig gestritten werde, seien aus dem Ausland betrachtet eher nachrangig."

Natürlich hat der Herr Köhler Recht, wenn er darauf hinweist, dass es einem Amerikaner ziemlich egal ist, wenn in Deutschland die Sozialkosten zu hoch sind und die Renten gekürzt werden. Genauso egal wie einem Chinesen der Benzinpreis in Amerika, aber der ist einem Amerikaner eben nicht egal.

Natürlich hat der Herr Köhler auch recht, wenn er meint, dass wir die Probleme mit "Mut zur Wahrheit" und mit "Tatkraft" packen können.
Dabei vergessen darf er aber auch nicht, dass wir hier in diesem unserem Land seit vielen Jahren von der Politik als tumbes Wahlvieh behandelt und systematisch belogen und betrogen werden.
Und "Tatkraft" wird auch immer nur von den Anderen eingefordert um die eigenen Pfründe zu sichern und auszubauen.
"Partnerschaft" ist es immer dann wenn der "Partner schafft" und man selbst die Hände –nicht unbedingt untätig- in den eigenen Schoß legt.

Wir brauchen bestimmt auch keinen Bundespräsidenten, der "nach innen und außen vermitteln will, dass Deutschland ein wunderschönes Land mit großartigen Menschen ist".

Wir brauchen einen Präsidenten und Mattenrichter, der dafür sorgt dass wieder Chancengleichheit und Fairness auf der Matte herrschen und unsportliches Verhalten mit sofortiger Disqualifikation geahndet wird.

Wir brauchen einen Präsidenten, der diesem "großartigen Land und seinen wunderschönen Menschen (ich glaube der Herr Köhler kennt mich)" hilft, diesen unnötigen Ballast aus Bürokratie, Vetternwirtschaft und unfähiger Politik abzuwerfen.

Und dann muss man die schwarz-gelben Parteien auch mal fragen dürfen, warum sie jetzt so tun als wären sie nicht sechzehn Jahre lang selbst in der Regierung gewesen.

Was wir jetzt garantiert nicht brauchen ist ein Präsident, der nach der Methode "wes Brot ich ess, des Lied ich sing" an die ungelösten Probleme unserer Republik herangeht.

 

10.03.2004 um 05:45 Uhr

Wuff

Ham se nich , ham se nich, ham se nich n Hund für mich?
Ja ja ja, ham wer alles da.
Als Bully Buhlan vor vielen, vielen Jahren dieses Lied sang, da suchte er noch eine Braut.  

Aber jetzt sind die Männer auf den Hund gekommen.
Zumindest die arbeitslosen Männer.

Mit einem kleinen Schubs von Vater Staat werden die dauerfernsehenden, Bölkstoff trinkenden und permanent kopulationsbereiten Langzeitarbeitslosen von der heimischen Couch in die ICH-AG gestoßen.

Was das mit Hunden zu tun hat?
Ja kennen sie denn nicht die Erfolgstory des Kleintiertaxi-Ich-AG-Unternehmers Gerrmann mit dem die Bundesregierung unter dem Motto "Wir glauben an ICH" für die ICH-AG wirbt.

Sein Geschäftsmodell: Krankenfahrten, Bring- und Holdienst beim Tierarzt, Trimmfahrten , Gassi Service und Haus-Tier-Betreuung.
Das Unternehmen bietet seine Dienste sogar schon unter
http://www.kleintiertaxi-online.de/ im Internet an.

Warum ich jetzt hier darüber schreibe?
Sie müssten mich jetzt eigentlich gut genug kennen, um zu wissen, dass ich mir solche "Erfolgsmeldungen" immer etwas näher anschaue, denn ich konnte schon als Jugendlicher von solchen "nachbarschaftlichen Dienstleistungen" wie "Rasen mähen", "Zeitung austragen" und "Hund Gassi führen" meinen asketischen Lebensstil nicht finanzieren.

Aber die ICH-AG wird ja drei Jahre lang mit 600 Euro monatlich vom Arbeitsamt gefördert.
Das sind stolze 21.600 Euro unternehmerische Starthilfe, aber insgesamt dennoch verdächtig nah an den Sozialhilfesätzen.
Denn so einfach wie sich das die Bundesagentur für Arbeit, die politischen Parteien und der Herr Hartz das vorstellen ist der Gang in die profitable Selbstständigkeit nun wirklich nicht.

Ein Transporter, Tierliebe, Telefon, viel Engagement und fertig ist die Ich-AG.
So einfach ist das nicht.

Denn in Deutschland gibt es noch jede Menge andere Gesetze, Vorschriften, Verfügungen, Gebote und jede Menge Behörden, Verbände und Organisationen, die einem kleinen Unternehmerchen, das versucht auf eigenen Beinen zu stehen, das Leben verdammt schwer machen.

Die erste Behörde mit der es ICH-AG Gründer Gerrmann zu tun bekam, war die Genossenschaft für Taxi-Unternehmen, denn ein Unternehmer zur gewerbsmäßigen Beförderung von Personen benötigt eine entsprechende Lizenz.
Dann kam das Ordnungsamt . Denn wenn Frauchen mit zum Tierarzt fährt, dann braucht der Fahrer einen "Personenbeförderungsschein" dessen Erwerb so um die 500 Euro kostet.
Dass man dazu noch ein polizeiliches Führungszeugnis braucht und eine Prüfung für Mietwagenbesitzer bei der IHK ablegen muss versteht sich von selbst.

Die Kosten für die KFZ-Versicherung des Kleintransporters sind natürlich auch höher als bei einem Privatfahrzeug, steigt doch das Unfallrisiko durch den Transport eines Rehpinschers oder eines kranken Meerschweinchens enorm an.

Und krankenversicherungsbeitragstechnisch ist der Umgang mit wilden, gefährlichen Tieren ebenfalls entsprechend zu berücksichtigen. Im Einzelfall kann allerdings auf Antrag seitens der Behörde auf den Nachweis einer speziellen Schulung für den artgerechten Umgang mit exotischen Tieren verzichtet werden.
Natürlich muss auch über entsprechende Beitragsanpassungen bei den Beiträgen zur Haftpflichtversicherung dem erhöhten Verletzungsrisiko durch gefährliche Tiere in Extremsituationen Rechnung getragen werden.

Zu beachten ist außerdem, dass zum Betrieb eines Unternehmens, dessen Geschäftstätigkeit mit häufigen An- und Abfahrten zum Firmenstandort verbunden ist, eine Sondergenehmigung des Gewerbeaufsichtsamts benötigt wird, die allerdings nur für reine Gewerbegebiete oder Gewerbemischgebiete erteilt werden kann, selbst wenn für den Ort der überwiegenden Erwerbstätigkeit nachbarschaftliche Duldungserklärungen vorliegen sollten.

Für das Aufstellen von speziellen Tierhaltungsbehältnissen zur vorübergehenden Unterbringung von heimischen und/oder exotischen Tieren sind die baubehördlichen, umweltökologischen und veterinärmedizinischen Nachweise in 12-facher Ausfertigung beizubringen.

Und nicht zu vergessen das Finanzamt, das bei Aufnahme einer gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit detaillierte Angaben zur Prüfung einer Steuerpflicht im Sinne des Einkommen- und Gewerbesteuergesetzes will. Diese Rechtsgrundlage ergibt sich aus den §§ 30a, 88, 90, 93, 97 und 138 der Abgabenordnung i.V.m. §37 Einkommensteuergesetz und §19 Gewerbesteuergesetz. Durch das Ausfüllen des Fragebogens in dreifacher Ausfertigung wird eine etwa bestehende Anzeigepflicht gegenüber der zuständigen Behörde nach §14 Abs. 1 und/oder §55c der Gewerbeordnung nicht ersetzt.
Auf die Verpflichtung zur rechtzeitigen Abgabe der Lohnsteuer-Anmeldungen nach §41a EKStG und der Umsatzsteuervoranmeldungen nach §18 Umsatzsteuergesetz wird der Unternehmer gesondert hingewiesen

Die Anmeldung und Erklärung zur Abfallbeseitigung gemäß Abfallwirtschaftsgesetz (AWS) über hausmüllähnlichen Gewerbeabfall muss beim zuständigen Abfallwirtschaftsamt des Landratsamts gestellt werden.

Abschließend ist nach §11 Abs. 2 Landesdatenschutzgesetz noch zu beachten, dass Daten über die Aufnahme oder Änderung einer gewerbsmäßigen Tätigkeit nach §14 Gewerbeordnung regelmäßig an das Landratsamt, das Finanzamt, das Statistische Landesamt, das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, das Eichamt, das örtlich zuständige Arbeitsamt, den Landesverband der gewerblichen Berufsgenossenschaft, die örtlich zuständige Bezirksdirektion der AOK, das Registergericht sowie den örtlich zuständigen Wirtschaftkontrolldienst übermittelt werden müssen.
Verstöße oder Ordnungswidrigkeiten können mit Geldbußen bis zu 1.000 Euro geahndet werden.

Ob der Kleintiertaxi-Ich-AG-Unternehmers Gerrmann zwischenzeitlich profitabel ist?

Nach eigener Aussage nicht.
Er hat noch einen anderen Nebenjob und lebt überwiegend vom Verdienst seiner als Angestellte arbeitenden Ehefrau.

Ham se nich , ham se nich, ham se nich n Hund für mich?
Ja ja ja, ham wer alles da.
Wuff.





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09.03.2004 um 05:45 Uhr

Virtual Reality


Der neue Vorstand der Arbeitsagentur für Arbeit Weise hat das Projekt des "virtuellen Arbeitsmarktes" wegen ungeklärten Mehrkosten von circa 100 Millionen Euro durch einstweilige Verfügung gestoppt.

Da werden bei Accenture wohl einige "Consultants" bald zur "Pink Slip Party" gehen dürfen.
Gerade noch rechtzeitig, um am 22.3. eine nach SGB III-förderfähige Trainingsmaßnahme und Fortbildung zum Vermittlungscoach (nicht –couch) mit IHK-Zertifikat beim Münchner Institut für Vermittlungscoaching  zu buchen. Vermittlungscoachs, so die Theorie, vermitteln Arbeitslose an Arbeitgeber und bekommen dafür die entsprechenden Gutscheine.
Das Besondere dabei: Bei entsprechender Voraussetzung erhalten arbeitslose Interessenten den Kurs kostenlos, da er durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert werden kann.
Anmeldeformular gibt es gleich hier

Echt ein geniales System!

  1. Zuerst schicken wir die Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit.
  2. Dann werden sie kostenlos zum Vermittlungscoach umgeschult.
  3. Anschließend verdienen sie ihr Geld damit, dass sie anderen Arbeitslosen den Tipp geben, sich kostenlos zum Vermittlungscoach umschulen zu lassen.
  4. Irgendwann haben wir dann keine Arbeitslosen mehr, sondern nur noch coachende Vermittler.

Aber was machen die denn dann, wenn es keine Arbeitslosen mehr gibt? Dann sind doch die Vermittler arbeitslos?

Ach so, dann fangen wir wieder mit Nr. 1 an.
Aber halt, das geht ja nicht. Ein Ich-AG Einzelunternehmer kann sich ja nicht selbst entlassen. Der ist dann einfach nur pleite und kann gucken wo bleibt. Für den ist dann auch nicht mehr die Bundesagentur für Arbeit zuständig und Arbeitslosengeld bekommt er ja auch nicht.
Wie wäre es dann mit einer Umschulung zum Sozialhilfeempfänger?
Kann man sich da jetzt schon anmelden, bevor der Nachfrageboom losgeht?

Gerade habe ich aus zuverlässiger Quelle gehört, dass die hübsche Bea von der Bundesagentur für Arbeit angeblich eine Affäre mit dem Robert von T-Online hat.
Na ja, kann man ja verstehen, dass sie versucht eine Familie zu gründen und Hausfrau und Mutter zu werden, bevor sie auch arbeitslos wird.





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08.03.2004 um 05:45 Uhr

Wasserblase


Ab einem gewissen Lebensalter glaubt man ja, man hätte schon (fast) alles erlebt und gehört.
Aber dann gibt es doch wieder Dinge, da ist man einfach nur noch sprachlos.

Und wenn man die Fassung wieder gefunden hat, dann fallen einem keine Worte mehr ein und man pumpt nur warme Luft an den Stimmbändern vorbei.

Gestern lese ich in der Zeitung (hab leider vergessen in welcher – Sorry!) dass Coca-Cola Leitungswasser verkauft.
Na ja, denke ich mir, das machen ja andere Firmen auch.
Aber dann begreife ich was Coca-Cola macht.
Die haben einfach Wasser aus einem Londoner Wasserhahn in Flaschen gefüllt und als Mineralwasser "Dasani" für 1,40 Euro verkauft.
Je halbem Liter versteht sich, schließlich handelt es sich doch um die Marke eines Weltkonzerns.
Das macht dann nach Adam Riese 2000 Flaschen "Dasani" pro Kubikmeter Leitungswasser aus dem Londoner Ortsteil "Sidcup".
Einkaufspreis sicher weniger als 100 Euro. Verkaufspreis 2.800 Euro. Handelspanne 2.700 Euro.
Der Versuch des Coca-Cola Konzerns, den Flaschenpreis mit der Veredelung des Wassers zu rechtfertigen, ging gründlich daneben. In der Presse-Erklärung und auf der firmeneigenen Website heißt es nämlich, das Dasani-Wasser habe einen "ausgeklügelten Reinigungsprozess" durchlaufen. Judith Snyder, Produktmanagerin von Dasani, machte danach noch einen Rettungsversuch: "Wir würden nie sagen, dass Leitungswasser nicht trinkbar wäre. Es ist nur so, dass Dasani so rein ist, wie Wasser nur sein kann - es gibt unterschiedliche Niveaus von Reinheit", sagte sie.

Merke: Nur wo "Dasani" drauf steht ist auch Leitungswasser drin!

Es gibt auch verschiedene Niveaus von Dummheit, liebe Frau Snyder! Natürlich bekommen sie von ihrem Arbeitgeber viel Geld dafür, dass sie Kunden für dumm verkaufen.
Aber müssen es wirklich so platte Sprüche sein.
Dann schon lieber "Dasani Duell" spielen.

Wer jetzt aber glaubt, dass es sich dabei um eine rein englische Posse handelt, der irrt.
In Deutschland verkauft Coca-Cola das Tafelwasser Bonaqa und setzt als Werbefigur den TV-Promi Johannes B. Kerner ein.

Auch bei Bonaqa kommt der Grundstoff, also 99,9 Prozent von den örtlichen Wasserwerken der Abfüllbetriebe. Da der Begriff Tafelwasser in Deutschland eine solche Herstellungsweise zulässt, kommt der Getränkehersteller auch nicht in Konflikt mit dem Gesetz. Christina Jacob, Sprecherin der Coca-Cola GmbH, weist außerdem darauf hin, dass die Reinigung und Aufbereitung mit Mineralien für eine deutschlandweit gleiche Qualität sorgt, die in Bezug auf Haltbarkeit und Geschmack weitaus höheren Anforderungen genügen muss als Leitungswasser.

170 Millionen Liter Tafelwasser, das nichts anderes ist als aufgemotztes Leitungswasser, werden jährlich umgesetzt.
Für den Bundesverband der Verbraucherzentralen ist die Preispolitik aber nicht zu kritisieren. "Das ist gesundes Unternehmertum", sagt Sprecherin Angelika Michel.

Und "Gesundes Verbraucherverhalten" ist es, wenn diese jetzt das Tafelwasser aus der Harnblase lassen. Und dann die Tafelwasserblase einfach nicht mehr nachfüllen.

Warum sollte man auch etwas im Getränkemarkt teuer einkaufen, wenn das gleiche Produkt zuhause viel billiger aus dem Wasserleitung kommt?

Das wäre doch einfach nur "Blödes Verbraucherverhalten". Oder?





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07.03.2004 um 09:58 Uhr

Formel 1


Vor einigen Tagen kam ein ehemaliger Arbeitskollege mit einem Geschäftspartner aus Australien vor dem Rückflug in die Heimat bei mir vorbei.
Aus dem anfänglichen Smalltalk bei Kaffee und Kuchen über die anstehende neue Saison in der Formel 1 wurde rasch – wie kann es bei Geschäftsleuten auch anders sein- eine heftige Diskussion über die aktuelle wirtschaftliche und politische Lage in Deutschland.
Als es Zeit wurde zu gehen, weil der Flieger sicher nicht warten würde, meinte der Australier im Aufstehen:

"Ihr Deutschen seid komische Menschen. Da habt ihr sehr gute Autofahrer, habt hervorragende Autos und habt gute Mechaniker. Und trotzdem bekommt ihr euren Wirtschaftsboliden nicht zum Laufen.

Besinnt euch doch einfach auf die einfachsten und wichtigsten Dinge, die zum Sieg führen:        

  1. in einem Rennwagen sitzt immer nur ein Fahrer
  2. hinter dem Teamchef steht ein Team, in dem jeder seine Arbeit exakt und zuverlässig macht
  3. Presse, Medien und Boxenluder lenken nur vom Rennen ab und müssen warten bis nach dem Rennen
  4. ein Siegerfahrzeug hat ganz sicher keine Anhängerkupplung und keine Trittbretter
  5. mit schlechten oder runderneuerten Reifen braucht ihr gar nicht erst an den Start gehen
  6. Zebrastreifen, Fußgängerampeln und Krötentunnels gehören nicht auf die Rennstrecke
  7. Es bringt euch keinerlei Vorteil für jede Fahrt erst einen Reiseantrag zu stellen und nach dem Rennen eine Kilometergeldabrechnung und Bewertung des geldwerten Vorteile für die Steuererklärung des Fahrers machen zu müssen.
  8. die Poleposition nützt euch gar nichts, wenn ihr bei Rennbeginn noch darüber diskutiert wer für die Bremsklötze vor den Rädern verantwortlich sein könnte.
  9. Wenn ihr nach der ersten Runde des Rennens immer noch auf der Startgeraden steht und Presseinterviews gebt, werdet ihr aus dem Rennen genommen und disqualifiziert
  10. Last –but not least- begreift die Personen neben der Rennstrecke als zahlende Zuschauer und nicht nur als dumme, gaffende Menschenmasse.

Doch ihr diskutiert permanent darüber, dass ihr euch das Benzin für ein ganzes Rennen nicht mehr leisten könnt, weil euer Rennwagen angeblich zuviel Benzin verbraucht.
Dann nützt es aber gar nichts einen kleineren Tank einzubauen oder langsamer zu fahren.

Wenn der hohe Benzinverbrauch am Fahrstil des Fahrers liegt, dann schmeißt den Fahrer raus.
Wenn es am Motor liegt, baut einen anderen Motor ein.
Wenn es am Auto liegt, ändert die Aerodynamik oder baut gleich ein anders Auto.
Wenn es an den Reifen liegt, macht Druck auf den Sponsor oder jagt ihn zum Teufel.
Wenn es am Teamchef oder dem Team liegt, wechselt die Leute aus – wer nichts taugt fliegt.

 

Aber kommt mir nur nicht auf die Idee, dass die zahlenden Zuschauer an euren Problemen schuld sind.

So und jetzt muss ich zum Flieger!





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06.03.2004 um 05:45 Uhr

Entjungfert


Ich habe es getan! Zum ersten Mal in meinem Leben!


Ich habe mich gegen die Staatsmacht und Parteienbürokratie aufgelehnt und habe mich geweigert die Praxisgebühr zu bezahlen.

Ganz bewußt und im Vollbesitz meine geistigen Kräfte habe ich gegen das Gesetz verstoßen.

Ich bin nicht mehr nur Stimmvieh, sondern auch Staatsbürger und versuche den Fehler zu korrigieren, den ich bei der letzten Bundestagswahl gemacht habe.
Ja ich war das!
Ich gebe es ja zu.
Ich habe dem Gerhard und dem Joschka geglaubt.
Ich habe gemeint, die meinen das ehrlich als sie gesagt haben: "Wir stehen hier ganz persönlich zur Wahl. Wir wollen diese Koalition fortsetzen und machen das gemeinsam oder gar nicht".
"Gar nicht" wäre besser gewesen. Auf jeden Fall nicht so.

Man muss eine Nation nicht vergewaltigen um sie zu befruchten!
Merkt euch das!
Ab heute wird zurückgeschlagen!
Nicht nur "Nein"-Sagen und Schimpfen.
Nicht erst bei der nächsten Wahl radikal oder gar nicht wählen.

Wehren! Jetzt! Ziviler Ungehorsam! Stören!
Sand im Getriebe der Abzockmaschine!
Zucker im Tank der Politbürokratie!
Ein Teilchen dieser Nation wehrt sich!

Ich habe es getan!
Komm ich jetzt ins Fernsehn?





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05.03.2004 um 13:18 Uhr

Bordellbesuch

Bordellbesuch auf Sozialamtskosten abgelehnt
Frankfurter Rundschau (Online) 5.3.2004

Ansbach (dpa) - Sozialämter müssen nicht für die Bordellbesuche von Sozialhilfeempfängern aufkommen. Mit diesem Urteil hat das Verwaltungsgericht Ansbach einen entsprechenden Antrag eines Sozialhilfeempfängers abgelehnt.
Die Kosten für Bordellbesuche seien mit dem Regelsatz der Sozialhilfe abgegolten.
Der mit einer Thailänderin verheiratete 35-Jährige hatte betont, er brauche die Bordellbesuche für sein psychisches Gleichgewicht (*). Seine Frau könne ihn wegen Geldmangels derzeit nicht in Deutschland besuchen.
 
(*) Wenn der gute Mann die Bordellbesuche mit der Stabilisierung seines physischen Gleichgewichts begründen würde, hätte ich ja noch durchaus Verständnis für seine Lage, denn wer fliegt schon gerne wegen Samenstau permanent auf die Schnauze.
Doch auch dem medizinischen Laien wird beim Lesen des Artikels klar, dass offensichtlich beim männlichen Lebewesen ein direkter Zusammenhang zwischen Hirn und Fortpflanzungapparat besteht.
Der notwendige Niveauausgleich erfolgt anscheinend automatisch über das Rückrat.
Das würde auch erklären, warum Akademiker meist kinderlos bleiben.
 
 
 
 
 
 
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05.03.2004 um 05:45 Uhr

Schreibstil

Stimmung: warte auf Tara
Musik: Sweet Child Of Mine - Guns n Roses


In einem Internetboard (ich schreib jetzt nicht welches) habe ich lesen müssen, dass MACHOPAN einen "fäkalen Schreibstil" hätte und sich auch meist provokant-proletarischer Kraftausdrücke bediene.

Nicht, dass mich das ärgern würde! Nein.... mich doch nicht!

Nein, natürlich nicht – ich frage mich nur wer so einen Scheiß schreibt.

"Fäkale Schreibe", so ein Quatsch!
Eine "kräftige, volksnahe Sprache" hätte ich mir schon eher gefallen lassen.

Auch gegen "proletarisch" und "provokant" hätte ich nichts gehabt, ja hätte mich fast geadelt gefühlt.

Jetzt mach ich es eben wie der Held eines Schauspiels aus dem Jahre 1773, als er mit dem Häuflein seiner letzten Getreuen in seiner Burg eingekesselt ist und am Fenster stehend dem Anführer der weit überlegenen kaiserlichen Truppen zuruft: "Vor Ihro Kaiserliche Majestät hab ich, wie immer, schuldigen Respekt. Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsch lecken!"

Dieser Satz, in etwas abgewandelter Form, hat es geschafft die Jahre bis heute zu überdauern und ist selbst in unserer modernen Zeit mindestens einmal täglich in aller Munde.

Warum wohl?

Den Götz von Berlichingen kennt heute jeder.
Aber sicher kein Mensch kann sich an den Namen von "Ihro Kaiserliche Majestät" erinnern.





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04.03.2004 um 20:00 Uhr

Weise?


Der Chef der Bundesagentur für Arbeit Weise erklärt die Millionenaffäre um den "Virtuellen Arbeitsmarkt" für beendet.
Er gehe davon aus, dass die Online-Stellenbörse nun als Thema erledigt sei, tönte Weise heute in Nürnberg. "Alles das, was wir bisher mit bestem Wissen und Gewissen sagen konnten, ist gesagt. Etwas Neues gibt es nicht."
Mit diesen Worten wollte der BA-Chef der Öffentlichkeit heute Stillschweigen über den hauseigenen Internet-Skandal verordnen.
Und damit niemand noch etwas Falsches sagt, hat Weise gleich heute Mittag auch noch für die Versetzung seiner Pressesprecherin gesorgt.
Sie habe nicht den von ihm gestellten Anforderungen entsprochen, ließ er mitteilen.

Außerdem will Weise ab April das operative Geschäft der Behörde selber übernehmen und seinen Vorstandkollegen Heinrich Alt ablösen. Damit erhalten die Gerüchte um einen "Machtkampf" zwischen den Vorstandsmitgliedern neue Nahrung.

Ob es von dem Herrn Weise so weise ist, Projektmehrkosten in Höhe von 100 Millionen Euro so einfach vom Tisch zu wischen, wir sich noch zeigen. Bei seinem Vorgänger Gerster haben noch 15 Millionen Euro ausgereicht um ihn von seinem Posten zu entfernen. Oder war das etwa nur ein intern konstruierter Vorwand um den eigenen, ungeliebten Chef zu mobben?

Geld scheint ja in unserer Republik generell keine Rolle mehr zu spielen. Wenn halt keins mehr da ist, werden die Steuern und Beiträge einfach erhöht und damit basta.

Und jetzt hört ihr da unten am Olymp, ihr arbeitsloses Gesindel, endlich auf rumzumosern und rumzustänkern. Geht endlich arbeiten und macht was die Götter von euch verlangen:
Manna nach oben pumpen.

Mal ganz ehrlich – würden sie von diesem Mann ein gebrauchtes Auto kaufen?

 

 

 

 

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04.03.2004 um 05:45 Uhr

Alles klar?

Stimmung: keine
Musik: Verkehnsnachrichten

Überall nur noch Abkürzungen!
Als hätten die Menschen keine Zeit mehr um die Wörter vollständig auszusprechen.
Sprache und Schrift, einst ein Mittel der Kommunikation ist zum Gestammel auf dem Niveau noch selbstverkotender Kleinkinder verkommen.
Oder verstehen sie das alles noch?

SMS WAP PDA MMS RSS GPS P2P BVB URL B2P CSU XML RDF AKW SVG BRB MTK AKH DBB SPD BGH SBB BOD ÖBB AOK ÖMV BOB FDP BAB CPD UPS WKN AKF MKW SAP WMF LKW PKW KSC DEL DFB ABS ZDF ASC BMF KMH B2B CDU LOL EDF EEG RWE SAG MAX DAK SBK HRB BLZ FRA MUC FAX OHP MCV PPS JPG SAT PHP AGB SCM VMR MCI SVC EXE COM BFS AFP DPA PKK KPN MP3 AVI USA PCI DSL IBM DOS BBC PET DNA BAR SEX THW GAY WEB TNT ARD BAP ULK ROD EDI BMW AOL DAX GEZ USD NOK FCB NET PAP FAZ NTV KPD LPG PDS ETA DEM ATS TIP ASS BTW PPP GBI HAM FCC EDS PPT

Alles klar?

Ich musste zweimal den Internetjoker nehmen und meinen Freund Google anrufen.

Und sie?





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03.03.2004 um 05:45 Uhr

Für’s Ländle

Stimmung: patriotisch schwäbisch - baden-württembergisch
Musik: muas I denn muas I denn zum Städele hinaus

Bundespräsidentenwahl
Telefonate, Treffen, Winkelzüge
Union streitet über Schäuble
FDP-Spitze schießt gegen Schäuble 
Westerwelle sondiert bei SPD und Grünen
SPD will Bundespräsidentin
FDP: Vorbehalte gegen Schäuble
Offener Machtkampf um Präsidentenfrage
Schavan oder Köhler? 
Rüttgers: Schäuble "Wunschkandidat" von CDU und CSU 
Schäuble schweigt 
"HAZ" sieht Stoiber als Präsidentschaftskandidaten 
Wie Schäuble demontiert wird
Hessische FDP-Landtagsfraktion meutert gegen Schäuble
Offener Streit um Kandidat Schäuble

MdB Brüderle sorgt für Unmut

Schäuble for President!

s‘ Brüderle hilft und’s Vetterle auch!
Missen doch die Schwaben zusammenhalten in diesen schwären Zeiten!
Also wenn dieses gelbe Aknemodell Westerdelle und die Miss Bondesdaag Merkle jetzt nicht endlich onser Wolfgängle nach Berlin nehmet, dann ......

Dann werdet mir aber jetzt sehr beese werden und a bissle am Blautopf rom schraube.

Dann weret d’r aber ganz schee bleed gucke, denn dann verändern mir nicht nur Deitschland, sondern glei ganz Europa.

Also jetzetle machet zu, denn sonst stoiberts!

Ha no! Gell

File Krise aus dem Ländle





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02.03.2004 um 05:45 Uhr

Clever, Alt und Weise

Stimmung: Rattenschwarz
Musik: Tote Hosen – Zehn kleine Jägermeister


Clever, Alt und Weise.
Namen verpflichten!
Sollte man meinen!
Wohl dem Unternehmen, das Männer mit diesen Namen an seiner Spitze stehen hat, bedeuten sie doch Geschick, Erfahrung und Klugheit.

Doch genau das Gegenteil ist der Fall.
Bei den Herren Alt und Weise handelt es sich um die Vorsteher dieser Bundesahnungslosenagentur.

Jetzt sind sie unter Druck geraten und sehen ziemlich alt aus. Wegen der Kostenexplosion ihrer Online-Stellenbörse, die als zentrale Säule der Neuausrichtung und Imagekampagne  der Bundesbedürfnisagentur gilt. Wie der Name "Börse" schon sagt, haben sie da viel Geld rein gesteckt. Aber wie viel, das wollen sie jetzt erst gemerkt haben, die beiden Vorstände für Finanzen und Penunzen.
Der Vorsitzende des Vorstands der BA Weise, selbst erst seit einigen Wochen im Amt, hat bereits den BA-Projektleiter Jürgen Koch von seinen Aufgaben entbunden, und das Projekt gestoppt, denn es gebe den Verdacht auf Korruption. Die Innenrevision habe die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Es seien Aufträge im Wert von 15 Mio. Euro ohne Genehmigung vergeben worden, sagte Weise der "FAZ".

Der Herr Clever ist der stellvertretende Vorsitzende des Verwahrlosungsrats der Bundesbedürfnisagentur in Nürnberg. Der macht jetzt auf ganz forsch: Er setzte dem Vorstand eine Frist bis Freitag, den 5. März 2004 um die plötzliche Kostenexplosion aufzuklären. Und der "Welt" erzählte er schon mal das Wort zum Sonntag, dass er trotz vieler Nachfragen über die Kostenentwicklung der Online-Stelle-Börse falsch informiert war. Jetzt will der Herr Clever sogar einen schriftlichen Bericht vom Vorstand haben, wie es dazu kommen konnte.
Ganz schön clever der Herr Clever.
"CYA" wie die Ami’s zu sagen pflegen, wenn es eng wird.

Ich frage mich jetzt, ob der Clever sich eigentlich immer nur mündlich berichten lässt. Dieses wichtigste Projekt der BA muss doch auch bei den Sitzungen des Verwaltungsrats eine nicht unbedeutende Rolle gespielt haben. Oder hat es darüber bisher nur Small-Talk und BlaBla gegeben?

Also wenn man der Presse glauben darf, dann sieht der Herr Vorstand Alt aber bald alt aus, denn er soll von den Kostensteigerungen seit August 2003 gewusst, aber den Verwaltungsrat nicht "ausreichend" informiert haben. Denn bereits zu diesem Zeitpunkt sei klar gewesen, dass die Jobbörse nicht 65 Millionen Euro sondern knapp 115 Millionen Euro kosten werde.

Vorstand Weise wies die Vorwürfe gegen seinen Vorstandskollegen ganz entschieden zurück. Gleichzeitig betonte er jedoch, er selbst trage für die Steigerung der Kosten beim so genannten Virtuellen Arbeitsmarkt keine persönliche Verantwortung.
"CYA" wie die Ami’s zu sagen pflegen, wenn es eng wird.

Bundeswirtschaftsminister Clement (SPD) hat. wie immer, dem Vorstand der BA schon mal vorsorglich sein Vertrauen ausgesprochen.
Bleibt ihm ja auch nicht viel anders übrig, hat er doch gerade erst vor wenigen Wochen, den Vorsitzenden des Vorstands der BA, den Herrn Gerster, wegen dubioser Beraterverträge in den vorgezogenen Ruhestand geschickt.
Aus der Presse konnte man damals erfahren, dass die Herren Clever und Weise daran nicht ganz unbeteiligt waren.
"CYA" wie die Ami’s zu sagen pflegen, wenn es eng wird.

Für nächste Woche ist ein Treffen der Projektbeteiligten auf Geschäftsführungsebene geplant(!).
Vorstand Weise erwägt laut "Spiegel" eine Neuausschreibung der Online-Stellenbörse(!).
Nach einem Bericht des "Focus" sieht er aber kaum Möglichkeiten für einen Ausstieg aus den umstrittenen Verträgen(!)
Irgendwie kommt mir das so unheimlich Toll-Bekannt vor!

Ich hätte da mal einen ganz persönlichen Vorschlag zur Lösung des Problems:
Wie wäre es denn mit einem "Warmen Abriss" der BundesEuroVerbrennungsagentur mitsamt ihrer ahnungslosen Vorstände, hauseigenen Projektleiter und accentrischen Erfüllungsgehilfen.

Der Gedanke dazu ist mir schon vor Wochen wie Rauch durchs Großhirn gezogen!





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01.03.2004 um 05:45 Uhr

Nick

Stimmung: Toll, kollektiv, kooperativ, konstruktiv, konspirativ
Musik: Shirley Bassey - Goldfinger


Kennen sie auch einen Nick?

Nick Nolte zum Beispiel, den Schauspieler.
Oder Nick "Jordan" Heidfeld, der Junge aus Mönchengladbach, der jetzt, wo er Geld verdient, in der Schweiz wohnt. (Verwerflich, verwerflich – meint Gerhard Schröder)

Oder können sie sich noch an Nick Knatterton erinnern?
Diesen Detektiv der Superlative!
Markenzeichen: Knickerbocker, Pfeife und Schlägermütze.
Keine Situation, die der Mann nicht bewältigen konnte, keine Verbrechen, die er mit seiner ungezügelten Denkfähigkeit und dem Ausspruch "Kombiniere ...." nicht aufgeklärt hätte.

Dieser Knick Knatterton hätte in unserer Republik jetzt alle Hände voll zu tun.
Denn es wird wieder genickt. Nicht etwa heimlich bei den Ratespielen mit Günter Jauch oder beim Skatspiel in der Kneipe.
Nein, in Wirtschaft und Politik wird genickt.
Nein, ich meine nicht "eingenickt"; ich meine "abgenickt".

"Nickst du bei mir, dann nick ich bei dir!"
Sagte der Herr Esser zu dem Herrn Ackermann und der Herr Zwickel zu dem Herrn Esser und der Thomas Haffa zu seinem Bruder Florian und der Herr Gerster zu dem Herrn Rexrodt und der Herr Kohl zu seinem unbekannten Parteienspender und der Herr Kanther zu dem Herrn Koch und der Herr Fürniß zu dem Scheich von Dubai und der Herr Strauss zu dem Herrn Schreiber und der Herr Schreiber zu dem Herrn Schäuble und der Herr Schäuble zur Frau Baumeister und der Herr Möllemann zu .....

Ach so ja, der sagt ja nichts mehr!

Und ich nicke angewidert den Kopf und wünsch mir Nick Knatterton, seine Denkfähigkeit und sein "Kombiniere..." zurück.

Heut spar ich mir das Erbrechen!





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