Mehrarbeit
Stimmung: grübelnd und anal-ysierend
Musik: Tote Hosen - Zehn kleine Jägermeister

Nachdem die Bundesländer die Arbeitszeitregelungen für ihre Bediensteten gekündigt haben, ist jetzt die Diskussion um längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich neu entbrannt.
Die Länder und die Arbeitgeber aus anderen Wirtschaftsbereichen wollen die Arbeitszeit auf bis zu 42 Wochenstunden anheben.
Mich wundert's, war doch die "Arbeitszeitverkürzung" bisher das richtige Mittel für mehr Arbeitsplätze. Also wenn uns das linksrum im Kreis fahren nix gebracht hat, probieren wir es jetzt halt mal mit rechtsrum fahren.
Ich habe daher versucht mich mit dem Problem auf rein mathematisch-ideologisch Basis zu beschäftigen und deshalb mal in alten und neuen Rechenbüchern bei den Textaufgaben umgesehen und dabei folgendes gefunden:
Rechenaufgabe zur Aufnahmeprüfung in das Kombinat "Müde Pumpe":
Ein Betrieb hat 20 Werktätige. Jeder Genosse arbeitet 40 Stunden pro Woche und erhält dafür einen Bruttowochenlohn von 10 Mark.
Wegen der schlechten Wirtschaftslage und der hohen Arbeitslosigkeit sollen die Werktätigen je Woche zwei Stunden ohne Bezahlung länger arbeiten.
Frage: Wie viele neue Genossen können durch diese Maßnahme neu eingestellt werden?
A: Keiner?
B: Einer?
C: Rainer?
D: Einer geht noch!
Richtige Antwort: D
Begründung: Der kapitalistische Arbeitgeber könnte sogar einen Genossen entlassen, denn 19 Werktätige arbeiten im Rahmen der Planerfüllung bei 42 Stunden pro Woche mindestens soviel wie 20 Mitarbeiter mit 40 Stunden. Da sich das wirtschaftliche Umfeld durch die Mehrarbeit nicht verändert hat, könnte der kapitalistische Arbeitgeber einen Genossen entlassen und würde sich damit die Bruttolohnkosten in Höhe von 10 Mark pro Woche sparen, wenn die Partei das nicht verhindern würde.
Rechenaufgabe zur MBA-Certification:
Die Republik Bananistan hat 38,5 Millionen Arbeitnehmer, die an 5 Arbeitstagen pro Woche alle im Durchschnitt 38 Stunden pro Woche arbeiten und im Jahr durchschnittlich 24.500 Penunzen vor Steuern und Sozialabgaben verdienen.
Wegen der schlechten Wirtschaftslage und der hohen Arbeitslosigkeit sollen die Mitarbeiter je Woche zwei Stunden ohne Bezahlung länger arbeiten.
Frage: Wie viele neue Arbeitsplätze werden dadurch geschaffen?
A: Hire and Fire – auf deutsch: Eeene meene schmu und raus bist du.
B: Ich will zwar nur Junior Consultant werden, aber irgendwer wird schon was davon haben.
C: Das hängt von Business Case , Roadmap, Best Practice und Viral Marketing ab!
D: Ein paar Millionen? Mindestens!!! Stand im Handelsblatt! Oder war’s im Manager Magazin?
Richtige Antworten: D & B.
Begründung: Durch die Globalisierung der Märkte und dem exzessiven Raubbau an fossilen Rohstoffen verbunden mit der aktuellen politischen und finanziellen Lage der Nation, sowie dem generellen Absinken des Bildungsniveaus und der Hemmschwelle zum Rückbau der sozialen Marktwirtschaft und des sozialen Friedens, empfehlen die Weisen aus Wirtschaft und Politik zur Profitoptimierung eine Besinnung auf die Regelwerke der Groß- und Schwerindustrie mit langfristiger Sicherstellung der Vollbeschäftigung der arbeitsfähigen Bevölkerung durch den Bau von Autobahnen und Rollfeldern in Ost-West-Richtung zur Erschließung neuer, attraktiver Märkte und Ressourcen im Osten.
HTH

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Für mich hat sich der Fernsehabend mit Stern-TV auf jeden Fall rentiert, denn ich habe meinen Traumberuf gefunden:
In wenigen Minuten -auch von Laien- aufgebaut, beheizt und zum Abkassieren einsetzbar. Wegen geringem Platzbedarf (2,40x1,70x2,20) auch für Fußgängerzonen, öffentliche Parkplätze, Straßenecken, Bedürfnisanlagen, Spielplätze, Brücken und Unterführungen bestens geeignet.
Rund 2000 einstige Zollbeamte die nach dem Wegfall der innereuropäischen Grenzen nichts mehr zu tun haben, sowie gut 2100 Ex-Beschäftigte der Bundesagentur für Arbeit, die sich schon länger mit Schwarzarbeit befassen, sollen jetzt der illegalen Beschäftigung, die für immerhin gut 17 Prozent des Bruttoinlandprodukts gut sein soll, Herr werden.
Beim Limbosprung muss man über eine Stange von mindestens 16,5 cm hüpfen und beim Hochlimbo unter einer Stange mit einer Höhe von mindestens 245 cm durchkriechen.
Heute, seit der Einführung des Euro ist das nicht mehr so einfach. Ohne Taschenrechner kriegt das kaum noch jemand hin. Selbst die gescheitesten Leute scheitern an den Gesetzen der Mathematik.
Jetzt sind im kleinen Bundesland Bremen Ross und Reiter auf dem Multimedia-Parcour am Insolvenzgraben gestürzt.
Was will uns wohl der Künstler damit sagen? 