Machopan - Rauchzeichen

30.06.2004 um 05:45 Uhr

Scheinvereine


Ich gebe ja zu dass ich viel lese oder genauer gesagt "angucke" um mich dann zu entscheiden, was wichtig und was unwichtig ist. Wichtiges wird bei "To Do" abgelegt und Unwichtiges bekommt mein Sachbearbeiter Wolf. Vorname: Papier.
Auch elektronische Post kommt und wird meist zeitnah verarbeitet. Und weil mich regionale Nachrichten aus verschiedenen Städten des Bundesgebietes interessieren, habe ich mich bei
www.presse-service.de in den Verteiler aufnehmen lassen und werde von dort mit den offiziellen Mitteilungen der Stadtverwaltungen versorgt.
Heute habe ich folgende Pressemeldung einer größeren deutschen Stadt in meinem Posteingang, die ich sehr interessant finde, weil ich beim ersten Überfliegen den Eindruck hatte, es könnte sich um eines dieser derzeit im Umlauf befindlichen rechtsradikalen Emails handeln, die mit falschem Absender unterwegs sind:

"Schein-Vereinen" soll das Handwerk gelegt werden.
Stadtverwaltung und Polizei bekämpfen mit gemeinsamen Aktionen die ausufernde Tendenz zur Gründung von sogenannten "Kulturvereinen".
Insbesondere in der Innenstadt wachsen diese Vereine wie Pilze aus dem Boden.

Unter dem Deckmantel eines Kulturvereines, der sich mit wohl klingendem Namen und sauber ausformulierter Vereinssatzung angeblich um die Förderung kultureller Anliegen unterschiedlicher landsmannschaftlicher Belange kümmert, findet häufig alles andere als grundsätzlich begrüßenswerte Kulturarbeit statt. In unzähligen "Vereinslokalen" in der gesamten Stadt wird das Wohl einiger weniger Zeitgenossen gefördert, die, als Organe von Kulturvereinen getarnt, Gaststätten und Kneipen führen oder illegales Glücksspiel und illegale Wettbüros betreiben. So werden behördliche Konzessionsverfahren umgangen, Steuern hinterzogen oder gar Straftaten verübt. Auffällig ist die Anzahl dieser Vereine, insbesondere in der Innenstadt und den Stadtrandgebieten. Häufig gehen von diesen "Vereinslokalen" Störungen aus, die von der Bürgerschaft als Belastung oder gar Bedrohung empfunden werden, worauf erst Ende März der Bürger- und Gewerbeverein hingewiesen hat.

Der Bürgermeister hat nun in einer Stellungnahme an das  Wirtschaftsministerium die Problematik dargestellt und zur Verbesserung des behördlichen Instrumentariums eine Änderung des Gaststättenrechtes angeregt.

"Wir sind der Meinung, dass Vereine, die öffentlich zugänglich sind oder gegen Entgelt in ihren Räumen Speisen oder Getränke verabreichen, nichts anderes als Gaststätten sind und auch so behandelt werden müssten" erklärt der u.a. für Sicherheit und Ordnung zuständige Bürgermeister. " Es ist nicht akzeptabel, dass ein Gastwirt seinen Betrieb anmelden muss, einer strengen behördlichen Zuverlässigkeitsüberprüfung und ständiger Kontrolle unterliegt, seine Steuern zahlen muss und sofort Probleme bekommt, wenn er gegen Vorschriften wie Sperrzeitfestlegungen verstößt und für sog. Kulturvereine, die letztlich dem gleichen Gewerbe nachgehen, völlig andere Regeln gelten sollen", verdeutlicht der städtische Dezernent seine Auffassung.

Gemeinsame Kontrollen von Wirtschaftskontrolldienst und Fachbereich Sicherheit und Ordnung in den letzten Wochen haben ergeben, dass es sich bei vielen der sog. Kulturvereine um getarnte Gaststätten handelt. Mehrere Verfahren wegen des Betreibens von Schankwirtschaften ohne Genehmigung wurden eingeleitet, einige der besuchten Vereine stellten ihren Vereinsbetrieb sofort freiwillig ein. "Wir sind uns sicher, dass die Organe dieser Vereine, wie Vorstände, deren Stellvertreter oder Schriftführer, die oft auch identisch sind mit den Betreibern der Vereinslokale, die Rechtslage nicht gut genug kennen", erläutert der Leiter des Fachbereiches Sicherheit und Ordnung.

Für sog. Ausländervereine, um die es sich fast immer handelt, gelten spezielle Regeln des Vereinsrechtes. Danach sind diese Vereine verpflichtet, ihre Existenz mit bestimmten Mindestangaben innerhalb von 14 Tagen nach Gründung der zuständigen Kreispolizeibehörde, dem Fachbereich Sicherheit und Ordnung, anzuzeigen.

Die Anmeldung hat zu enthalten:

  1. die Satzung oder, wenn der Verein keine Satzung hat, Angaben über Name, Sitz und Zweck des Vereins,
  2. Namen und Anschriften der Vorstandsmitglieder oder der zur Vertretung berechtigten Personen und
  3. Angaben, in welchen Ländern der Verein Teilorganisationen hat.

Jede Änderung dieser Angaben sowie die Auflösung des Vereins sind ebenfalls innerhalb von zwei Wochen zu melden. Die Anmeldevorschriften gelten entsprechend auch für ausländische Vereine. Rechtsgrundlage für die Anmeldepflicht für Ausländervereine ist § 19 der Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Regelung des öffentlichen Vereinsrechtes (VereinsG-DVO) und für die ausländischen Vereine § 21 VereinsG-DVO.

Dem Fachbereich Sicherheit und Ordnung liegen die Namen von 197 Ausländervereinen vor, die beim Registergericht eingetragen sind. Die Mehrheit der Vereine, die sich in jüngster Zeit in der Stadt angesiedelt haben und "Vereinslokale" betreiben, sind allerdings gar nicht als Verein eingetragen, haben also keine eigene Rechtspersönlichkeit.

Die Anmeldepflicht gegenüber dem Fachbereich Sicherheit und Ordnung gilt für alle Ausländervereine und ausländischen Vereine, unabhängig davon, ob die jeweiligen Vereine rechtsfähig sind oder nicht. Sie sollte nicht mit der Eintragung in das beim Amtsgericht geführte Vereinsregister verwechselt werden.

Das Polizeirevier hat alleine 50 Vereine festgestellt, die im dortigen Revierbereich ihren Sitz haben bzw. ein "Vereinslokal" betreiben. Diese sind in der Regel nicht beim Registergericht eingetragen, aber wohl auch bisher ihrer Verpflichtung zur Meldung bei der Kreispolizeibehörde nicht nachgekommen. Der Fachbereich Sicherheit und Ordnung weist darauf hin, dass dieses Meldeversäumnis eine Ordnungswidrigkeit darstellt, die mit bis zu 1.000 Euro geahndet werden kann. "Wir fordern die Vereinsvorsitzenden auf, schnellstmöglich den Verein beim Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Polizeibehörde anzumelden. Die Vereine erhalten dann von uns eine Meldebestätigung, die jederzeit bei Kontrollen vorzuzeigen ist.
Wenn die Anmeldung versäumt wird, werden wir zukünftig umgehend Verfahren einleiten", zeigt sich der Behördenleiter unbeugsam. "Niemand soll uns den Vorwurf machen, wir würden die Sorgen und Nöte der Bürgerschaft gerade in der Innenstadt nicht ernst nehmen. Wir werden alle Register ziehen und alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen um die Missstände rund um diese Schein-Vereine zu beseitigen. Wir bekämpfen nicht die Problemtrinkerszene, die Beschaffungsprostitution und investieren viele Ressourcen in Sicherheit und Sauberkeit um dann untätig dieser neuen Entwicklung zuzusehen. Dabei sind wir uns der Unterstützung durch alle betroffenen Polizeiorganisationen sicher, vom Polizeirevier bis zu den Stellen in der Kripo, die sich mit organisierter Kriminalität befassen", erklärt der Dezernent die harte Haltung der Stadt. "Niemand hat etwas gegen die Aktivitäten von Vereinen, die sich ernsthaft der Kulturförderung oder der Förderung ausländischer Kulturen in unserem multinationalen Gemeinwesen annehmen. Der Spaß hört aber auf bei einem Ausländer-Schachverein, der angeblich den kulturellen Austausch von und mit in Deutschland lebenden Menschen unterschiedlicher Nationalität fördert, in dessen Vereinsräumen weder Schachfiguren noch ein Schachbrett zu finden sind, dafür aber viele Kartenspiele und mit Samt bezogene Zockertische".

Aus welcher deutschen Stadt könnte diese Pressemitteilung wohl stammen?





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29.06.2004 um 05:45 Uhr

Zahlensalat

Zwei mal drei macht vier – widde widde witt und Drei macht Neune
Ich mach' mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt ....

Nein, das singt nicht nur Pippi Langstrumpf. Das ist jetzt auch das neue Rechenverfahren bei der "Bundesagentur für Arbeit" nachdem Anfang des Jahres 2004 noch nach der Methode "Eene meene muh und raus bist du" gerechnet wurde.

Nach Ansicht von Frank-Jürgen Weise, dem Chef der Bundesagentur für Arbeit, könnten die Arbeitslosenzahlen schon Anfang nächsten Jahres auf fünf Millionen ansteigen.

Um neue Schreckenszahlen vom Arbeitsmarkt zu verhindern, will Weise die bisherige Berechnungsmethode der Arbeitslosenzahlen ändern lassen. Wer keinen Job suche, sondern mit der Arbeitslos-Meldung nur seine Leistungsansprüche aufrechterhalten wolle, dürfe in der Statistik nicht mitgezählt werden.

Denn durch die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum neuen Arbeitslosengeld II müssen sich 250.000 bis 300.000 bisherige Sozialhilfeempfänger arbeitslos melden, wenn sie weiter Geld bekommen wollen.
Aus der "Arbeitslosenstatistik" müsse deshalb eine "Jobsucherstatistik" werden, meint Weise.
Dieses Verfahren hat Methode, hat man doch erst Anfang des Jahres alle Arbeitslosen aus der Statistik genommen, wenn sie an einer Fortbildungsmaßnahme teilnehmen und dadurch dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen.

Eigentlich habe ich immer gedacht es würde genügen ohne Arbeit zu sein, um arbeitslos zu sein. Und dann habe ich noch im Ohr, wie der Herr Weise beim letzten Mal die Arbeitslosenzahlen präsentiert hat. Vierkommaeinsmillionen sollten es sein, wie immer ein saisonabhängiger, leicht rückgängiger Anstieg. Wenn jetzt die dreihunderttausend Sozialhilfeempfänger noch dazu kommen, dann sind das zusammen ....
Lassen sie mich mal rechnen.....
Also, das ist gar nicht so einfach, weil man ja nicht genau weiß, wie viele Arbeitslose zum Zeitpunkt der nächsten Zählung auf einem Fortbildungskurs weilen (müssen).

Und unter Berücksichtigung der saisonalen Dunkelziffer, der vom Statistischen Bundesamt ermittelten Schwarzarbeitsrate und der politisch eingefärbten neuen Nürnberger Rechenmethode werden wir es sicher nicht so genau erfahren (dürfen).

Aber wenn der Herr Weise der Presse jetzt schon erzählt, dass es (offiziell) über fünf Millionen sein werden (könnten), dann .....
Dann sind sicher alle Aus- und Fortbildungsplätze belegt!

Mich erinnert die Art und Weise wie unsere Regierung mit der Arbeitslosigkeit umgeht, an die Geschichte von dem Mann, der unter Durchfall litt und deshalb seinen Hausarzt aufsuchte (das war noch vor der Schmidtschen Gesundheitsreform).
Nach der Untersuchung schrieb der Arzt seinem Patienten ein Medikament auf, das ihn von seinem Leiden erlösen sollte. Nachdem der Patient die Praxis verlassen hatte, bemerkte der Arzt, dass er dem Patienten statt einem Medikament gegen Durchfall ein starkes Beruhigungsmittel verschrieben hatte.
Als er einige Tage später dem Patienten zufällig auf der Straße begegnete erkundigte er sich daher besorgt nach dessen Befinden.
"Ach ganz gut Herr Doktor", meinte der Mann, "ich scheiße zwar immer noch in die Hose, aber es macht mir jetzt nichts mehr aus".

Und ich geh mich jetzt erbrechen!
Ich glaube ich kann den "Nürnberger Zahlensalat a la Weise" nicht vertragen.
Kotz würg!





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28.06.2004 um 05:45 Uhr

Schmiermaxe


"Wer gut schmiert, der gut fährt", sagt der Mund des Volkes. 
Gemeint ist dabei ein physikalischer Vorgang, bei dem durch Reibung zweier Körper Wärme entsteht (hach, liest sich das aber erotisch). Damit es dabei nicht zu Materialzerstörungen kommt, werden die sich bewegenden Teile geschmiert. Wird nicht ordentlich geschmiert, gibt es einen Kolbenfresser oder gar einen Lagerschaden. Früher nannte man die Personen, die für das ordentliche Schmieren zuständig waren – Schmiermaxe. Kein sehr angesehener Beruf, denn man roch nach heißen Fett oder Öl und machte sich Hände und Kleidung schmutzig.

Jetzt muss ich dem Handelsblatt vom 22. Juni 2004 entnehmen, dass es im Südwesten unserer Republik, im Ländle der Auto-, Maschinen- und Häuslesbauer, einen Kolbenfresser und Lagerschaden gegeben hat.
"Da ist bestimmt nicht richtig geschmiert worden", geht mir da, als altem Tüftler und Hobbybastler, instinktiv durch die Großhirnrinde und ich lese interessiert weiter:

«Durchsuchung im Stuttgarter Wirtschaftsministerium – Spendenaffäre um Wirtschaftminister Döring zieht weitere Kreise. Auch nach dem Rücktritt des baden-württembergischen Wirtschaftsministers Walter Döring (FDP) ziehen seine (Meinungs-)Umfragedaten weitere Kreise. Dabei rückt zunehmend der umstrittene PR-Berater Moritz Hunzinger in den Mittelpunkt. Am Montag wurde bekannt, dass Hunzinger als Privatperson bereits 1997, im Jahr nach Dörings Eintritt in die Stuttgarter Landesregierung, an seinen Heimatkreisverband eine Spende über 7 500 Mark geleistet hat. Dagegen gehen die Ermittler inzwischen davon aus, dass die bisher von Döring als Spende der Hunzinger-PR-GmbH dargestellte Zahlung von 10 000 Mark vom Dezember 1999 tatsächlich gar keine Parteispende war. Bei dem Unternehmen sei der Betrag als "Zahlung ohne Rechnung" verbucht, erläuterte ein Kripo-Beamter am Montag im Untersuchungsausschuss des Stuttgarter Landtags. Der FDP-Politiker hatte in der vergangenen Woche gegenüber seinen Parteifreunden die 10 000 Mark als irrtümlich unter seinem Namen verbuchte Spende dargestellt, die tatsächlich von Hunzinger stamme.
Warum der PR-Berater dem Stuttgarter Minister die 10 000 DM überwiesen hat, ist weiterhin unklar.
Neue Einzelheiten erbrachte auch die Durchsuchung der Staatsanwaltschaft Stuttgart im Wirtschaftsministerium am vergangenen Freitag. Im Schreibtisch der früheren Büroleiterin des Ministers, Margot Haussmann fand die Staatsanwaltschaft eine Rechnung des Meinungsforschungsinstituts Infas über 31 000 Mark. Döring selbst erklärt bis heute, die Umfrage sei kostenlos gewesen. Haussmann sagte bei der Staatsanwaltschaft, die Erhebung habe 10 000 Mark gekostet. Diesen Betrag soll das Unternehmen Flowwatest, eine Tochter der Ettlinger Skandalfigur Flowtex, zugleich Namensgeberin des Untersuchungsausschusses, bezahlt haben. Die damalige Firmenchefin Bettina Morlock verweigerte am Montag die Aussage vor dem Ausschuss, da gegen sie wegen einer Scheinrechnung und des Verdachts der Vorteilsgewährung Ermittlungsverfahren laufen.
Gegen Haussmann, Hunzinger und Infas-Geschäftsführer Menno Smidt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts uneidlicher Falschaussage. In Smidts Aktentasche fand die Staatsanwaltschaft Hinweise, dass die Umfrage von 1999 von Anfang an rund 30 000 Mark kosten sollte. Die Rechnung über 30 194 DM enthielt einen handschriftlichen Vermerk: "Frau Dr. Haussmann z.K + o.k." Offen ist, ob die damalige Büroleiterin ihren Minister im Unklaren gelassen hat. Döring selbst betont, er könne diese Vorgänge nicht erklären.
Die Verbindung zu Hunzinger forderte am Montag ein weiteres Opfer. Die Grünen-Abgeordnete Heide Decedere legte ihren Sitz im Flowtex-Ausschuss nieder. Als die Staatsanwälte bei Hunzinger zur Durchsuchung anrückten, studierte dieser gerade von ihr überlassene Protokolle des Ausschusses, die nicht zur Veröffentlichung bestimmt sind

Jetzt nehm ich erst mal einen großen Schluck der Flüssigkeit, die kurz nach ihrer Herstellung noch warmer Kaffee war.
"Bäääh – ist ja ekelerregend. Sieht aus, riecht und schmeckt wie Wagenschmiere" – dieser Kaffee.
Und das im Südwesten sieht mir aus wie Schmierentheater:

Verhunzt und zugeschmiert
oder "Wie der Walter zu seinen dicken Backen kam"
Ein schwäbischer Schwank mit vielen Akten.

In den Hauptrollen:
Walter Döring (Wirtschaftsminister) - "Alles Paletti" & "Dicke Backen" & "Von nix ne Ahnung"
Margot Haussmann (Büroleiterin) – Alles im Griff aber die Belege in der Schublade
Bettina Morlock (Firmenleiterin) Ohne meinen Anwalt sage ich erst mal gar nix
Menno Smidt (Meinungsforscher) – Oh Menno, mitgegangen, mitgehangen
Heide Decedere (Abgeordnete) Eine Hand wäscht die andere, es wird schon nützen

Und als "Special Guest":
Moritz Hunzinger (Berater) - Spezialität: Schmieren, ölen, salben und einfädeln





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27.06.2004 um 05:45 Uhr

Job Titles


Von der Firma StopStöhn, nach eigenen Aussagen Europas führendes Portal für Karriere und Recruiting-Lösungen bekomme ich immer wieder Email mit attraktiven Job-Offers.
Nein nicht von ausländische Firmen, die versuchen auf dem deutschen Markt zu expandieren. Es sind meist deutsche Firmen die mit englischen Job Titles ihre Anzeigentexte aufzumotzen versuchen.
Blickfang hieß das noch vor ein paar Jahren, aber jetzt nennt sich das "Eye Catcher"

Director of Business Development
Senior Business Development Analyst
Principal Business Management Financial Services
Chief Operator Strategist
Manager Strategic Marketing
Teamleiter Call Center
Senior Relationship Manager
Team Manager
Senior/Managing Consultant

Wissen sie was ein "Principal Business Management Financial Services" bei der Siemens Business Services GmbH & Co. OHG in Hamburg können und machen soll?
Ich wusste es auch nicht und habe mir die entsprechende Stellenanzeige mit der Jobnummer GER22011 bei "StopStöhn" mal durchgelesen:

Ziel der Funktion (Mission)

  • weiterer Geschäftsaufbau BM Banken durch das gezielte Einbringen von Consulting-Leistungen (insbesondere bankfachliche Themen wie Basel II Gesamtbanksteuerung etc.)
  • verantwortliches Erstellen von Angeboten, Übernahme von Geschäftsverantwortung und Projektmanagementaufgaben bei der Abwicklung von Kundenprojekten
  • Aufbau von Kundenbeziehungen und Absicherung einer hohen Kundenbindung durch ein aktives Beziehungsmangement
  • aktive Unterstützung des Account Management Banken sowie der Vertribseinheiten bei der Kundenentwicklung, Mitwirkung bei der Erstellung von Kundenentwicklungsplänen etc.
  • Kundenbezogene Geschäftsplanung, Durchführung von Aquisitionen, Kundenbesuchen, -gesprächsrunden, Präsentationen
  • Beobachtung von aktuellen Trends im Bankenümfeld und Ableitung von Ansätzen zur Weiterentwicklung des Leistungsspektrum gegenüber dem Kunden
  • themenbezogene Zusammenarbeit mit den Leistungseinheiten der SBS bei der Definition und Positionierung vonkundenspezifischen Problemlösungen sowie Verantwortung für die Inhalte, die Einbindung und die Vermarktbarkeit von Consulting-Leistungen
  • Managementberatung auf Führungsebenen, Mitglied in Lenkungsausschüssen, Akzeptanzmanagement

Ausbildung

  • Hochschule BWL/Wirtschaftswissenschaften

Kenntnisse

  • bankfachliches (Prozess-) Know-how
  • Einblick/Erfahungen aus wesentlichen Bankbereichten (Privatbanking, Firmenkundengeschäft, Investmentbanking etc.)
  • Überblick über Steuerungs- und Wirkungsmechanismen innerhalb einer Bank
  • Einblick in die wesentlichen regulatorischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen (MAK, Basel II, IAS etc.)
  • Kenntnisse von Markt- und Technologietrends der Bankbranche
  • Produkt-, System- und Dienstleistungsspektrum von IT-Dienstleistern
  • sicheres Auftreten und sehr gute kommunikative Fähigkeiten
  • ausgeprägte Eigeninitiative, Planungs- und Organisationsgeschick, Präsentationskompetenz und starke Kundenorientierung
  • Mobilität
  • sehr gute Englischkenntnisse

Erfahrungen

  • mindestens 5 Jahre Berufserfahrung im Bereich Consulting und/oder eines Bankenfachbereichs, im Projekt Management und/oder im Vertrieb von komplexen Dienstleistungen im Bankensektor
  • Erfahrung in Führung und Steuerung von Projektteams

Fähigkeiten

  • Ergebnisorientierung
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Analysefähigkeit
  • Strategisches Denken
  • Teamfähigkeit
  • Durchsetzungsfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Networking Skills
  • Kundenorientierung

Zusätzliche Informationen
Standorte: Hamburg Berlin Düsseldorf Hannover

BITTE ONLINE BEWERBEN! DANKE

Also, ehrlich gesagt würde ich mich da nicht bewerben. Noch nicht einmal Online!
Warum?
Wenn ich all diese Fähigkeiten wirklich hätte, dann würde ich mich bestimmt nicht bei einer Firma bewerben, die ihren Anzeigentext derart schludrig, in miserablem Deutsch und mit Rechtschreibfehlern (
Beziehungsmangement, Vertribseinheiten, Bankenümfeld, Erfahungen, Bankbereichten) hingeschlampt hat.
Aber sicher hat der/die Verfasser(in) dieses Textes sehr gute Englischkenntnisse!

Ach und ist ihnen noch was aufgefallen?
Ja, genau – von BEZAHLUNG steht in der Anzeige gar nichts drin.

Siemens Business Service (SBS) ist übrigens eine Tochtergesellschaft der Siemens AG und überrascht die Besucher seiner Website (www.sbs.de) mit einer ganzen Reihe von Erfolgsmeldungen:

25.05.2004
Siemens Business Services führt 'SAP for Banking' bei der norisbank ein.
07.05.2004
Siemens Business Services installiert 9.500 PCs bei hessischen Finanzämtern in Rekordzeit
10.05.2004
Siemens Business Services erhält Government-Auftrag von der flämischen Arbeitsvermittlung in Höhe von 16 Millionen EUR
05.05.2004
Siemens-Tochter Kordoba KG erhält erneut Großauftrag für Bankensoftware
27.04.2004
Siemens Business Services betreut in Deutschland für Audi 18.000 PC-Arbeitsplätze
22.04.2004
Hilfe unter 115 – Siemens Business Services erhält Auftrag von der italienischen Feuerwehr für neue Einsatzleitstellen.
20.04.2004
Siemens Business Services erhält europaweiten Auftrag im Rahmen der SAP-Einführung bei MAN Nutzfahrzeuge.

Jetzt kann ich nur hoffen, dass SBS in den Projekten sorgfältiger arbeitet, als bei der Erstellung der Anzeigentexte.

Obwohl, wenn ich da so an die hessischen Finanzämter denke, hab ich doch so meine Zweifel.





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26.06.2004 um 05:45 Uhr

Dear President

Folgendes Mail erreichte mich heute Nacht gegen 2:00 Uhr Ortszeit.

Dear President /Ceo,

I got your contact from our Chamber of Commerce where your name was listed as a reputable person . I therefore decided to contact you to assist me in the mentioned venture below.
I am the first wife of General Sanni Abacha, the late Head of State of Nigeria. When my husband was alive I used to move funds running into millions of United States Dollars to Brazil and Lebanon.
However, on the eve of my husband's death in June 8, 1998, he gave me the sum of US$39m(million) in cash to move to Lebanon ,but immediately my husband died I moved the funds to a security company through a diplomatic courier service where the fund is right now.
The funds have been in the security company since July 1998. Because of the restriction placed on my family by the Nigerian Government, I Simply cannot travel to secure the funds from the security company where this said amount was deposited.
Please contact me immediately so that I will give you the contact of my Lawyer for more details.

Best regards,

Mrs Hajia Mariam Abacha

Alternatevi E-mail address:maryam_00@zwallet.com

Ich fühlte mich natürlich durch die Anrede geehrt und habe der armen Mrs. Abacha sofort –aus reiner Nächstenliebe- per Email meine Mithilfe als christlich erzogener Mitteleuropäer und "Präsident" zugesagt.
Die halbe Nacht habe ich nicht geschlafen, weil ich außer dem Anrufbeantworter bei meinem Bankinstitut niemand erreicht habe.

Im Schulatlas hab ich auch schon nachgesehen wo dieses Nigeria eigentlich ist. Das liegt ja in Afrika, direkt am Strand.

Heute gehe ich nicht zur Arbeit. Die können mich doch alle mal. Erst mach ich mal auf krank, dann nehm ich meinen Resturlaub und dann wird gekündigt.

Jetzt bin ich schon seit Stunden dabei diese einmalige Gelegenheit gedanklich umzusetzen und warte sehnsüchtig auf die Antwort von Mrs. Abacha. Mit der Bank habe ich gerade auch  telefoniert und sie angewiesen mein Konto auf einen größeren Geldeingang vorzubereiten.

Endlich mal ein Geldgeschäft bei dem der Betrag größer ist als die Bankleitzahl! *seufz*
Was man mit dem Geld alles anfangen könnte? *träum*
Bahamas, Malediven, Karibik - Mädchen, Frauen, Weiber – Porsche, Maserati, Ferrari - Partys, Gelage, Orgien – Austern, Champagner, Kaviar und alles vom Feinsten und nur für mich *freu*

Das Mail habe ich schon so oft gelesen, dass ich es auswendig kenne.
Ganz verstanden habe ich aber immer noch nicht, wie die gute Mrs. Abacha ausgerechnet auf mich gestoßen ist.

Und was heißt eigentlich CEO?






Weiterführende Links:
Die Nigeria-Connection
Auswärtiges Amt - Reiseinformationen
Nigeria-Connection - Die Masche
Nigeria-Connection - §419 Betrug
Nigeria-Connection und die Stadt Enningerloh

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25.06.2004 um 05:45 Uhr

US-Visit

Die Chinesische Mauer sollte China vor den wilden Mongolenhorden schützen.
Der Limes die Römer vor den Germanen.
Die Maginotlinie die Franzosen vor den Deutschen.
Der Westwall das Deutsche Reich vor den Allierten.
Die Mauer in Berlin den Arbeiter- und Bauernstaat gegen die Republikflucht.
Der Eiserne Vorhang den Kommunismus vor dem Kapitalismus.
Mit SDI versuchten sich die Amis gegen Raketenangriffe und Atombombenangriffe der Russen zu schützen.
Habe ich noch irgendeine Mauer, Wall, Damm oder Zaun vergessen?

Jetzt wollen sich die Vereinigten Staaten von Amerika mit US-VISIT gegen den internationalen Terrorismus schützen.
"US-VISIT", so der Name des Systems, soll Einreisende schon überprüfen, noch bevor sie einen Fuß auf US-amerikanischen Boden gesetzt haben. Flugpassagierdaten in Verbindung mit nicht näher bezeichneten globalen Datenbanken sowie biometrischen Daten, die bei der Beantragung von Visen gesammelt werden, sollen bei dieser Aufgabe behilflich sein.

Seit Januar 2004 implementiert das Department of Homeland Security an allen US Flughäfen das neue US-VISIT Programm.

Bei "US-VISIT" werden biometrische Daten in Form eines Fotos und zwei digitaler Fingerabdrücke erfasst. Außerdem werden Name, Geschlecht, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Rassenzugehörigkeit, Religionsbekenntnis, Passnummer, Ausstellungsort, Wohnsitz, Telefonnummern, Email-Adressen, Bonusmeilen, Anzahl Gepäckstücke, besondere Essenswünsche, Visumnummer, Ausstellungsdatum und -ort, Registrierungsnummer und die Adresse während des Aufenthalts in den USA erfasst und durch einen Abgleich dokumentiert.
Datenzugriff haben verschiedene US-Behörden, wie etwa Einwanderungs-, Grenz- oder Polizeibehörden und konsularische Vertretungen. Die Datenerhebung erfolge bei den Reisenden, die Fluggesellschaften seien nicht verpflichtet, Daten zu übermitteln.
So werden im Rahmen des Advanced Passenger Information System (API) die in den Reisedokumenten von Passagieren und Crew enthaltenen Daten von Luftverkehrsgesellschaften eingelesen, gespeichert und nach Abfertigung des Flugzeuges an die Zoll- und Grenzbehörden der USA übermittelt. Beim Passenger Name Record (PNR) sind Luftverkehrsgesellschaften, die die USA an- oder überfliegen wollen, seit dem 5. März 2003 verpflichtet, den Zoll- und Grenzbehörden der USA den Online-Zugriff auf den Buchungsdatensatz zu ermöglichen, der für jeden Passagier im Reservierungssystem der Fluglinie gespeichert ist.
Die EU-Kommission hatte dem Abkommen zur Weitergabe von Flugpassagierdaten an die USA formell zugestimmt. Demnach dürfen die USA über jeden EU-Passagier 34 Daten von der Kreditkartennummer bis zu Bonus-Meilen erfassen und dreieinhalb Jahre lang speichern. Die EU-Kommission geht davon aus, dass die an die US-Behörden übermittelten Flugpassagierdaten nur zum vorgesehenen Zweck verwendet werden. Auch sei von den USA zugesagt worden, dass die Daten ausreichend gegen Missbrauch und unbefugten Zugriff geschützt sind.

Das beruhigt!
Ungemein!
Fast hatte ich befürchtet, dass das wieder so eine Falschmeldung ist, wie die Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein oder die Beteiligung des Irak beim Angriff auf das World Trade Center.

Visit US?
Wer?
Ich?
No Thanx! Erst wenn dort wieder "demokratische" Verhältnisse herrschen.





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24.06.2004 um 05:45 Uhr

Dick und Doof

Nach der PISA-Studie, in der unserem Nachwuchs eine gewisse intellektuelle Genügsamkeit bescheinigt wurde, kümmert sich jetzt die Verbraucherministerin Renate Künast um die körperlichen Ausuferungen der Kids.
Ich möchte mich aber -als männlicher Experte- ganz bewusst bei den weiteren Ausführungen ausschließlich auf das weibliche Übergewicht beschränken. :-)
Denn dass die Unförmigkeit der Mädels nicht nur an der derzeit modischen Hüfthose liegt, sieht man ja auf den ersten Blick.

Nach Angaben des Statistischen Ringerbundes sind die Maße eines weiblichen deutschen Teenies etwa 80-90-100 bei durchschnittlich 85 Kg Kampfgewicht.
Das Ganze von oben in ein zu kurzes und zu enges T-Shirt gezwängt und von unten durch eine zu enge und nur knapp über dem Schambein endende Hose ergänzt.
Halt – fast hätte ich noch das Nabelpiercing und das Arschfaltentatoo vergessen, die als Eye Catcher eingesetzt werden.

Wenn so Etwas kaugummimahlend wie eine Kuh beim Wiederkäuen, mit scheuernden Oberschenkel, leichter X-Beinstellung und der Anmut einer vom Bus angefahrenen Ente auf der Straße daher kommt, wechselt man schon mal gerne auf die andere Straßenseite, um nicht überrollt zu werden.

Im Rahmen ihrer Regierungserklärung wies Frau Verbraucherschutzministerin Renate Künast darauf hin, dass «jeder dritte Jugendliche in Deutschland zu dick ist. Acht Prozent seien deshalb sogar krank. Übergewicht und Fettleibigkeit verursachten 71 Mrd. Euro Folgekosten jährlich. Nach Erhebungen des Robert-Koch-Instituts sind zwei Drittel der männlichen und die Hälfte der weiblichen Bevölkerung übergewichtig. "Die junge Generation wird die erste sein, die vor ihren Eltern stirbt", zitierte Künast aus einer britischen Studie. Bei ungebremstem Trend werde in 40 Jahren jeder zweite Erwachsene unter Fettleibigkeit leiden. Die Grünen-Politikerin nannte es inakzeptabel, dass Armut, Herkunft, Bildung und Übergewicht eindeutig zusammenhingen. Besonders Kinder aus Migrantenfamilien seien negativ betroffen. Es dürfe nicht zu einer "neuen Benachteiligung" von ohnehin Schwächeren kommen. Die Grünen-Politikerin will unter anderem für Werbung und Lebensmittelindustrie strengere Auflagen durchsetzen. Zugleich sollen junge Leute zu mehr Bewegung angeregt und über Nachteile einer einseitigen Fastfood-Ernährung aufgeklärt werden»

Also, dass Dummheit frisst, wusste man schon zu meiner Jugendzeit. Und dass Bewegungsarmut keine Krankheit ist, auch. Dazu hat man keine "Regierungserklärung" gebraucht. Man brauchte dazu auch keine "Plattform für Ernährung und Bewegung" oder Werbeverbote, sondern nur einen gesunden Menschenverstand, viel Bewegung, viel Arbeit und –vor allem- weniger Essen und noch weniger Süßigkeiten.
Denn Fresssucht, falsche Ernährung und Faulheit haben gar nichts mit einer "neuen Benachteiligung" von sozial Schwachen oder gar Migranten zu tun, in deren Heimatländer teilweise Schönheitsideale gelten, die sich am weiblichen "Kampfgewicht" orientieren.

Wenn es stimmt, dass diese dicke Generation vor ihren Eltern stirbt, dann wird sich sicher die Lage am Rentnermarkt ganz automatisch entspannen.
Also liebe Jungs und Mädels, dröhnt euch weiterhin die Wampe mit Burger, Döner, Coke, Schokoriegel und all den anderen feinen Sachen zu.
Der Dank der älteren Generationen wird euch auf eurem letzen Weg ins Doppelgrab begleiten.

"Dummheit frisst", "Intelligenz säuft" und "Klugheit genießt" sagt der Volksmund.
Und nun lasset uns miteinander klug sein: "Die or Diet, that’s the question."





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23.06.2004 um 05:45 Uhr

Prozentrechnen

Familienfeste in Gaststätten haben neben allen Nachteilen auch –zumindest für mich- einen wesentlichen Vorteil.

Man bekommt Zeitschriften zu lesen, die man sonst nie käuflich erwerben würde. So geschehen vor wenigen Tagen, als mir ein fast ungelesenes Exemplar des "Schwarzwälder Boten" in die Hände geriet. Beim gelangweilten Durchblättern fiel mein Blick auf eine kurze Notiz, die sich mit einem meiner Lieblingsthemen beschäftigte – mit der Gesundheitsreform.

«Kranke zahlen bei Arznei jetzt kräftig zu» stand da zu lesen und weiter hieß es: «Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten vier Monaten fast 40% mehr für Medikamente auf Rezept ausgegeben und durchschnittlich 13 Euro für rezeptfreie Arzneien bezahlt. Diese Zahlen errechnete die Gmünder Ersatzkasse (GEK). Demgegenüber lobte das Gesundheitsministerium, die Kassen hätten in diesem Zeitraum 15 % weniger für Medikamente ausgeben müssen. Zudem senken demnach immer mehr Kassen ihre Beiträge. 2005 sei mit einem Beitrag von 13,6 Prozent zu rechnen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt zog am Mittwoch im Bundeskabinett in Berlin eine positive Bilanz der im Januar in Kraft getretenen Gesundheitsreform. Nach Einführung der Praxisgebühr habe es 10% weniger Arztbesuche gegeben

Die letzten drei Schlucke meines mit Schwarzwälder Quellwasser gebrauten Weizenbieres kamen schlagartig am Stück aus dem Verdauungstrakt wieder hoch. Das muss irgendeine allergische Reaktion auf das Reizthema "Gesundheit mit Ulla Schmidt" sein, an dem ich da leide. Nächste Woche werde ich damit mal zum Arzt gehen müssen!

Also, da gehen 10% Versicherte weniger zum Arzt, zahlen aber 40% mehr für Medikamente auf Rezept, die Kassen sparen aber nur 15% ein und die Gesundheitsulla zieht daraus eine positive Bilanz.

Während ich mich rasch dem Grund meines fast vollen Weizenbierglases entgegentrinke um den gallenartigen Geschmack im Rachenraum zu lindern, fällt mir ein, dass Menschen mit einer Lese-Schreibschwäche Legastheniker heißen.

Aber es fällt mir ums Verrecken nicht mehr ein, wie man Menschen nennt, die unter einer  Rechenschwäche leiden.

Politiker?





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22.06.2004 um 08:04 Uhr

Surfin WLAN

Zu meiner Jugendzeit (ja, ja es war einmal) war "Surfin USA" ein Hit der Beach Boys und stand stellvertretend für eine neue Lebensart, bei der es schick war auf den Wellen zu reiten und knackige Mädchen zu gucken. Oder war das umgekehrt? Wie gesagt, das ist schon länger her.

Heute ist aus "Surfin USA" das "Surfin WLAN" geworden. Mit dem Laptop in den Park und offene Funknetze (WLAN’s) suchen um im Internet zu surfen und zeigefreudige Mädchen per Webcam zu gucken. Fortschritt nennt sich das! Na ja, wer’s mag.

Jetzt hat es in Hamburg einen WLAN-Schwarzsurfer erwischt.

Nein er wurde nicht vom "Weißen Hai" gebissen, sondern zwei Bullen haben ihn auf die Hörner genommen, als er mitten im Hamburger Schanzenviertel mit seinem Laptop durch offene Funknetze im Internet gesurft ist. Ist ja auch verdächtig, wenn ein Student am helllichten Tag mit einem Laptop durch die Gegend marschiert. Vielleicht war der junge Mann auch noch so dumm, hat dabei gelächelt und damit das Interesse der Staatsmacht auf sich gezogen, denn welcher Student hat heute noch was zu lachen. Ich glaube zwar nicht, dass die Beamten genau verstanden haben, was der junge Mann da tat, aber es hat ausgereicht um den Laptop zu beschlagnahmen und Strafanzeige zu erstatten.

Doch jetzt hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Geringfügigkeit und mangelndem öffentlichen Interesse nach §153 Strafprozessordnung eingestellt und der Student erhielt  seinen Laptop zurück.
Offensichtlich war der Staatsanwaltschaft bei diesem "Freispruch zweiter Klasse" nicht so ganz klar, wie der Sachverhalt einzuordnen ist. War das jetzt:

a. Ausspähen von fremden Dateninhalten
b. Erschleichen von Internet-Surf-Dienstleistungen
c. Internetfriedensbruch
d. Verstoß gegen die Laptopschutzzonenverordnung
e. Errregung öffentliche Dummheit
f. arglistige Beamtentäuschung
g.  Schwänzen von staatlich subventionierten Vorlesungen

Drum merke:
Surfst du im Park mit dem Laptop im Summer – bringt dir das nicht erst im Winter Kummer!





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21.06.2004 um 05:45 Uhr

Dreckfuhler

Eigentlich dürfte es sie gar nicht mehr geben.
Die Dreckfuhler und Wechstabenverbuchsler sollten im Zeitalter der Elektronik, dem papierlosen Büro und der multimedialen Kommunikation eigentlich längst verschwunden und ausgestorben sein.
Rechtschreibprüfprogramme, Autovervollständigungsfunktionen, Spracheingabesysteme, automatische Schrifterkennungsverfahren, Datenerfassungshilfen, ergonomisch geformte Keyboards und Mausklicks kämpfen vergeblich gegen Dreckfuhler, Wechstabenverbuchsler, Zahlendreher und Legastheniker.
Selbst die Rechtschreibreform konnte nichts ausrichten, eher entstand -zumindest bei mir- der Eindruck einer zusätzlichen Verschärfung des Problems.

Dabei war die Reform nur der von der "Inderessengemeinschafft der khronischen Legastheniker" seit langem geforderte Schritt zur Anpassung der Rechtschreibregelwerke an die grammatikalische Leistungsfähigkeit eines Großteils unserer gemischtdeutschsprachigen Bevölkerung.

Hier zur Auffrischung die 10 wichtigsten Regeln der neuen Rechtschreibung in Kürze:

  1. ss-ß: Auf kurzen Vokal folgt ss: Fass, Erstklässler. auf langen Vokal oder Dipthtong ß, wenn im Wortstamm kein Konsonant mehr folgt: Straße, heiß ...
  2. Nach betontem kurzen Vokal wird ein Konsonant verdoppelt: nummerieren, Ass, Tipp ...
  3. Man schreibt getrennt!
    Verbindungen mit sein: pleite sein.
    Verbindungen von Verb + Verb: kennen lernen.
    Partizip + Verb: gesagt haben, lächelnd einschlafen.
    Substantiv + Verb: Rad fahren.
    Adverb und Verb: beiseite legen.
    Ableitungen auf –ig, -isch, -lich + Verb: lästig fallen.
    Adjektiv + Verb: gut lesen.
  4. Man schreibt groß:
    Substantive, Substantivierungen, Ableitungen: Trimm-dich-Pfad, Leid tun, das Dutzend, im Deutschen, Schweizer Käse ...
  5. Man schreibt wie die Verwandtschaft: Stange / Stängel, Grauen / Gräuel ...
  6. Man schreibt alle Buchstaben die zusammentreffen: Schifffahrt, Rohheit, Fetttropfen ...
  7. Man schreibt du, dir, dein, eure, ... in Briefen klein.
  8. Fremdwörter werden eingedeutscht:
    fon/fot/graf schreibt man mit f.
    Grafologe ... und viele französische schreibt man, wie man sie hört: Schikoree ...
  9. Weniger Kommas:
    In Satzreihen vor "und" und "oder" kein Komma mehr, vor erweitertem Infinitiv mit "zu" meistens kein Komma mehr: Ich brauche nicht viel _ um glücklich zu sein.
  10. Trennen nach Sprechsilben: Fens-ter, Bä-cker, A-bend

Die ganze Reform und alle Technik hilft auch den Analphabeten in Deutschland nicht weiter.
Etwa vier Millionen Menschen sollen es nach Expertenangaben sein. Diese Zahl sei seit etwa 25 Jahren konstant, sagte Jürgen Genuneit vom "Bundesverband Alphabetisierung" in Bernburg, was mich zu der Vermutung veranlasst, dass Analphabeten langsamer altern als andere Menschen oder in der Lage sind der "Allgemeinen Deutschen Schulpflicht" auszuweichen, bzw. diese ohne bleibende Schäden über sich ergehen zu lassen.

Rechnet man alle Bevölkerungsgruppen, die mit Deutscher Schrift und Deutscher Sprache so ihre lieben Probleme haben zusammen und berücksichtigt dabei auch die Konsumenten von "Was guckst du?", den "Tele Tubbies", von "Erkan und Stefan", von "Mickey & Donald", den "Schlümpfen" und und und ..... sind es bestimmt noch ein paar Millionen mehr.

Ist ja auch egal, wie viele es sind.
Es sind auf jeden Fall zu viele.
Die können wir nicht alle zur Darmspiegelung schicken!
Denn seit Susan Stahnke in der RTL-Sendung "Der große Deutsch-Test" als Klassenbeste abgeschnitten hat, ist auch wissenschaftlich bewiesen, dass sich Darmspiegelungen forteilhaft auf das Rechtschreipferhalten auswirken.

Und um der Frage zuvor zukommen: Ich hatte noch keine Damrspieckelunk!





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20.06.2004 um 05:45 Uhr

Freu !


Gerade erreicht mich folgendes Email:

WINNING NOTICE
FROM: THE LOTTERY COORDINATOR, INTERNATIONAL PROMOTIONS/PRIZE AWARD DEPARTMENT

DEAR WINNER
Congratulations to you as we bring to your notice, the results of the Category "A" draws of GOLDEN LOTTERY U.K.
We are happy to inform you that you have emerged a winner under the First Category, which is part of our promotional draws.The draws were held prior to your notification.
Participants were selected through a computer ballot system drawn from
4,000,000 names/email addresses of individuals and companies from America, Asia, Australia,Africa, Canada, Europe,Middle East, and New Zealand as part of our International Promotions Program.
You/Your Company, attached to ticket number 3322/6181-22,with serial number 92-71 drew the lucky numbers 19, 21, 25, 30,41,44 (22), and consequently won in the Category "A".
You have therefore been awarded a lump sum pay out of £6,500,000.00 (Six Million Five Hundred Thousand Great Britain Pounds) in cash, which is the winning payout for Category "A"winners.
This is from the total prize money of £13,000,000.00 shared among the 2 international winners in this category.

CONGRATULATIONS!

Your funds are now deposited with GLOBAL LINK CASH CHANGE U.K LTD, a reputable finance firm in the U.K., insured in your name.

In your best interest and also to avoid mix up of numbers and names of any kind, we request that you keep the entire details of your award strictly from public notice until the process of transferring your claims has been completed, and your funds remitted to your account. This is part of our security protocol to avoid double claiming or unscrupulous acts by participants/nonparticipants of this program.

We also wish to bring to your notice our mid year (2004) high stakes where you stand a chance of winning up to £40.Million, we hope that with a part of your prize you will participate.

Please contact your claims agent immediately, to begin your claims process;

MR.FELIX PETERSON
CLAIMING OFFICER
GLOBAL LINK CASH CHANGE U.K LTD
TEL: +31 627 196 656
EMAIL: goldenlottery001@winning.com

For due processing and remittance of your prize money to a designated account of your choice.
Remember, you must contact your claims agent not later than two weeks after the receipt of this mail. After this date,all funds will be returned as unclaimed.
NOTE: For easy reference and identification find below your reference and Batch numbers. Note that you are to forward this email to the finance firm in your first correspondence with them, whether by email.
REFERENCE NUMBER: GLUK/6181/11-02/04
BATCH NUMBER: 1811-TH
Congratulations once again from all our staff and thank you for being part of our promotions program.

Sincerel

Soll ich jetzt den Mr. Felix (der Glückliche) Peterson anrufen und ihm meine Bankverbindung mitteilen?





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19.06.2004 um 05:45 Uhr

Nach dem Debakel

Betretene Gesichter ziehen, Wunden lecken, Durchhalteparolen, stotternd nach Erklärungen suchen, Kursänderungen diskutieren, personelle Konsequenzen fordern, besser verständlich machen, den Leuten zeigen wo wir hinwollen, kreative Reformpause einlegen, die Schuld bei anderen suchen.

Das sind auf den ersten Blick so die wesentlichen Reaktionen der Politiker auf das schlechte Wahlergebnis vom letzten Sonntag.

Und was ist mit Problemerkennung und Konsequenzen ziehen?

Mitnichten!

Der Kanzler will "um des Landes Willen" an seinem "Reformkurs" festhalten und bat die Mitglieder Bundestagsfraktion um Unterstützung: «Wer nicht kämpft hat schon verloren. Ich habe den Auftrag bekommen, das zu machen und das Mandat reicht bis 2006 – zunächst. Man wird sich noch wundern. Die Agenda 2010 ist vielleicht nicht in allen Punkten die richtige oder angemessene Antwort auf die Herausforderungen der Zeit, beschreibe aber den richtigen Weg.»

Der linke Parteiflügel fordert «höhere Erbschaftsteuer auf große Vermögen und die Wiedereinführung der Vermögensteuer. Nur so könne die Partei wieder aus ihrer schweren Vertrauenskrise kommen und soziales Profil zurückgewinnen»

Nach den Worten des Partei- und Fraktionsvorsitzenden Franz Müntefering hat es keine «Kritik am Kanzler oder an führenden Funktionsträgern der Partei gegeben. Niemand fordert eine Rolle rückwärts»

Auf Antrag der Berliner Parteiführung hat die SPD-Schiedskommission in Bayern vier bayerische IG-Metall-Funktionäre aus der SPD ausgeschlossen. Sie hatten zur Gründung einer neuen Linkspartei aufgerufen.

Also Business as usual.
Nach dem Debakel ist vor dem Debakel.
Macht nur weiter so, Genossen!
Vorwärts! Immer vorwärts! Auch wenn man längst die Orientierung verloren hat.

Der Wähler wird es beim nächsten Mal schon richten.
Leider sieht unsere Wahlrecht zur Gültigkeit einer Wahl keine Mindestwahlbeteiligung vor, denn sonst könntet ihr nicht weiter von Mehrheiten faseln und wärt schon längst WFF (Weg vom Fenster).

Und eine kleine Anmerkung eines Menschen, der sich mangels wählbarer Alternativen diesmal (zum ersten Mal in seinem Leben) der Stimme enthalten hat, sei mir noch gegönnt:

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass der Bundesgerd bei der letzten Bundestagswahl mit der Agenda 2010 im Wahlprogramm angetreten ist. Also kann er dafür vom Wähler auch kein bis 2006 reichendes Mandat erhalten haben. Wunschdenken und Realitätsferne gehen meist einher mit Luftspiegelungen und Halluzinationen.
Und was meint der Kanzler mit "Man wird sich noch wundern". Ist das eine Drohung?
So nach dem Motto "Wenn ich über Bord gehe, dann geht ihr aber alle mit".

Die Ohrfeige hat wohl noch nix genützt!





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18.06.2004 um 08:06 Uhr

MicroSAP


Dem Vorgang wurde in der Presse nur kurze Aufmerksamkeit zuteil, bevor die Mainstream Journaille sich rasch auf die nächste Sensation stürzte.
Und die Boulevardpresse hat den Vorgang überhaupt nicht wahrgenommen. Warum auch, es ist ja nichts passiert.

Am 8. Juni 2004 meldete die Financial Times Europe:
«SAP entkommt Microsoft – Der weltgrößte Softwarehersteller Microsoft wollte den Walldorfer Softwarekonzern SAP kaufen. Microsoft hat Ende vergangenen Jahres vergeblich Übernahmegespräche mit dem deutschen Weltmarktführer für Firmensoftware geführt. Die Übernahme wäre die größte Fusion aller Zeiten in der IT-Branche gewesen. Die Marktkapitalisierung von SAP beträgt 41,8 Mrd. Euro. Microsoft sucht Wachstumsfelder jenseits des angestammten Geschäfts mit Betriebssystemen für PC. Diesen Markt dominiert Microsoft mit einem Anteil von über 90 Prozent. SAP ist Weltmarktführer im lukrativen Geschäft mit Firmensoftware. Analysten erwarten seit geraumer Zeit, dass Microsoft versucht, in diesem Markt stärker Fuß zu fassen.»

Nach Vodafone-Mannesmann und Sanofi-Aventis jetzt eine weitere deutsche Firma in ausländischer Hand?
Noch nicht, denn nach Angaben beider Unternehmen wurden die Verhandlungen im Frühjahr 2004 abgebrochen. "Es besteht keine Absicht, diese Gespräche wieder aufzunehmen", teilten SAP und Microsoft mit.
Die Verhandlungspartner werden die Gründe kennen und dieses Wissen für sich behalten.
Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Microsoft auf Einkaufstour ist und es nur diesmal (noch) nicht geklappt hat.

Dem informationstechnologischen Laien, dem Nutzer von Softwareprogrammen und Arbeitnehmer jedoch, mag sich die Bedeutung dieser Meldung nicht auf den ersten Blick erschließen.

Microsoft ist mit einem Marktanteil von mehr als 90% Weltmarktführer im Bereich der PC-Betriebssystem (Windows) und Office-Produkte (Word, Excel, Powerpoint usw.). Dieser Bereich wird nach Ansicht von Experten nur noch geringfügig wachsen. Außerdem ist er für die Kunden (meist) nicht von unternehmensstrategischer Bedeutung.

Durch Zukäufe der Firmen NAVISON und GREAT PLAINS versucht Microsoft seit Jahren in den Bereich der betriebswirtschaftlichen Unternehmenssoftware vorzudringen. Mit dieser Software werden unternehmensspezifische Wirtschaftabläufe organisiert, die (meist) zum Kerngeschäft der Unternehmen gehören (Fertigung, Vertrieb, Lagerhaltung, Finanzen, Controlling) und damit von existenzieller Bedeutung für diese Unternehmen sind.

SAP (Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung) ist Weltmarktführer im Bereich eben dieser betriebswirtschaftlichen Unternehmenssoftware für die Fertigungsindustrie, Konsumgüterindustrie und Handel, Prozessindustrie, Service und Versorgung, Finanzdienstleistern sowie Öffentlicher Dienst und Verwaltung. Die Kundenliste liest sich wie das "Who is who" der weltweiten Top 500 Unternehmen. Da ist wirklich alles vertreten was Rang und Namen hat.

SAP und Microsoft sind seit Jahren Kooperationspartner im Bereich der Betriebssystemsoftware (Windows Server) und zugleich scharfe Konkurrenten bei der Unternehmenssoftware.

Microsoft hat bisher Milliarden in den Zukauf von SAP-Konkurrenten investiert, doch der große Durchbruch ist nicht gelungen. Da das eigentliche Kerngeschäft von Microsoft langfristig keine ausreichenden Wachstumsraten bietet, muss Microsoft in den Bereich der Unternehmenssoftware eindringen.

Die Marktkapitalisierung der SAP mit Sitz in Walldorf (Baden) beträgt etwa 50 Mrd. Euro.
Microsoft-Chef Steve Ballmer hat zwar immer wieder betont, dass sein Konzern, der über mehr als 56 Mrd. $ Barreserven verfügt, derzeit die SAP-Stammkundschaft nicht im Visier habe.

Aber mal ganz ehrlich – würden sie diesem Mann so etwas glauben.
Anschauen lohnt sich, vielleicht wird das ja bald ihr neuer Arbeitgeber!





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17.06.2004 um 05:45 Uhr

I say YES - you say NO

Stimmung: Bist du des Lebens nicht mehr froh - liegt es bestimmt am Libido
Musik: Auf und nieder, so hat er's gestern g'macht, so macht er's heut


Ein 81-Jähriger Mann, der mehrere Vergewaltigungen begangen haben soll, hat in Karlsruhe vor dem Bundesverfassungsgericht erfolgreich gegen eine Untersuchung seiner Erektionsfähigkeit geklagt.
Das Bundesverfassungsgericht gab seiner Verfassungsbeschwerde in einem Beschluss statt
.

Gegen den Mann wird wegen mehrerer Vergewaltigungen ermittelt, die er im Sommer 2003 begangen haben soll.
Mehrere Vergewaltigungen? Damals war er 80!

Der Mann bestreitet die Vorwürfe und macht geltend, er leide seit Jahren an Diabetes und sei deshalb erektionsunfähig.
Was macht dein Zucker? Dumme Frage, gestern hat er noch gezuckt!

Das Oberlandesgericht (OLG) Köln ordnete daraufhin eine maximal dreitägige Nachtschlafuntersuchung zur Aufzeichnung nächtlicher Erektionen an. (Aktenzeichen: 2 BvR 715/04 - Beschluss vom 21. Mai 2004)
Hart ist der Zahn der Bisamratte – noch härter ist die Morgenlatte. Das muss sich doch auch wissenschaftlich nachweisen lassen.

Laut Bundesverfassungsgericht ist diese Anordnung gegen den Willen des Mannes unverhältnismäßig, schon deshalb, weil sich sogar der Sachverständige widersprüchlich zum Nutzen der Untersuchung geäußert habe.
Sachverständige äußern sich immer widersprüchlich.
Zwei Sachverständige – mindestens drei Meinungen!

Nach der Aussage des Sachverständigen soll einerseits eine solche Untersuchung gegen den Willen des Betroffenen möglich sein, andererseits sei seine Kooperationsbereitschaft wesentlich.
Aber der Betroffene hört doch dabei nur die Matratze ab. Das wäre doch der erste Mann, der im Schlaf nicht ganze Horden von wilden Weibern vernascht, in wachem Zustand aber lammfromm und meilenweit von einer Kopulationsbereitschaft entfernt ist.

Damit sei der Schutz der Freiheit der Person verletzt, befanden die Karlsruher Richter.
Nehmt dem Mann doch einfach sein VIAGRA weg, bevor er sich damit noch einen Herzinfarkt holt.





P.S.
Das ist kein Aprilscherz. Es ist schon erstaunlich, mit welch wichtigen Angelegenheiten sich unser Bundesverfassungsgericht beschäftigen muss. Sogar mit den nächtlichen Erektionen eines 81-jährigen Rentners.
Wenn das meine Oma noch hätte erleben dürfen.

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16.06.2004 um 05:45 Uhr

Urnengang

Stimmung: Demokratisch aktiv, aber politisch schmollend
Musik: Garstige Lieder - Wahlversprechen aus fünf Jahrzehnten BRD


Lange habe ich mit mir gerungen, ob es mir denn erlaubt sei zu den Wahlen vom letzten Sonntag meine Stimme zu erheben, obwohl ich sie nicht abgegeben habe.

Eigentlich müsste mich der Ausgang der Wahlen in meinem Ego bestätigen, getreu nach dem Motto eines notorischen alten Nörglers und Besserwissers, "Ich hab’s euch ja schon immer gesagt, aber auf mich hört ja sowieso keiner".

Eigentlich müssten die langen, betretenen Gesichter der betroffenen Politiker in mir hohntriefende Schadenfreude auslösen und den vermeintlichen Siegern (das sind die weniger Abgewatschten) müsste ich ins Poesiealbum schreiben: "Ihr habt zwar diesmal noch Schwein gehabt, aber nur weil ihr weniger schlecht seid als die Anderen. Ihr seid noch nicht einmal befriedigend und von Gut oder Spitze weit entfernt."

Die Entscheidung zur Wahl zu gehen oder von diesem demokratischen Grundrecht keinen Gebrauch zu machen ist eine individuelle Entscheidung und hat vielschichtige Gründe.
Ich bin diesmal nicht zur Wahl gegangen, weil es Nichts gab, was für mich wählbar gewesen wäre.
Und eine Entscheidung für das vermeintlich kleinere Übel, wie die Wahl zwischen Tod durch Erhängen und Tod durch Erschießen, ist für mich -der ich noch etwas am Leben hänge- keine Wahl.

Und jetzt erfahre ich aus den Medien, dass es Millionen von Menschen auch so ging. Die Mehrheit ist nicht zur Wahl gegangen und hat kein Kreuz auf dem Stimmzettel gemacht.
Aber dennoch haben sie sich diese Menschen entschieden und gewählt.
Sie haben sich dazu entschieden KEIN Kreuz zu machen.
Sie haben sich dazu entschieden KEINE der angebotenen Möglichkeiten zu wählen.
Sie haben sich dazu entscheiden KEINE der Parteien mit der Vertretung IHRER Interessen zu beauftragen.
Sie haben sich dazu entschieden KEINE weitere Unterstützung für dieses System und seine Akteure zu leisten und haben aus dem Wahlzettel einen Denkzettel gemacht.
Denn Demokratie ist kein kurzes Lotteriespiel, bei dem man jahrelang hohe Einsätze bezahlen muss um an einem Sonntag sein Kreuzchen machen zu dürfen. Um dann hinterher festzustellen, dass man wieder nur der Dumme ist.

Wenn ich jetzt in die langen Gesichter der nichtgewählten Politiker blicke und ihren Erklärungen und Diskussionen lausche, dann wird mir klar, dass die Jungs und Mädels nichts begriffen haben und auch nichts begreifen wollen.
Wer sich für ein Amt oder eine Funktion zur Wahl stellt, erhält von seinen Wählern den Auftrag, das umzusetzen und sich für das einzusetzen, was er vor seiner Wahl ins Amt gesagt hat.
Man nennt das Wahlversprechen, das heißt es wird etwas versprochen. Auf dieser Basis sind früher Verträge geschlossen worden. Heute ist ein Wahlversprechen eine Art verbaler Fehltritt, nach dem Motto "Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern".
Wer überwiegend parteipolitisch taktiert und auf den eigenen Machterhalt fokussiert ist, dazu noch in der Sache wenig Fachkompetenz, gesunden Menschenverstand und ein Auge und Händchen für das Machbare hat, wird zur Belastung für eine Gesellschaft.
Wer dann jahrelang, hartnäckig und verbohrt eine Politik gegen den Willen der Mehrheit eines Volkes betreibt wird bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit dafür bestraft.
Das ist normal, das weiß jeder normale Mensch.

Jetzt wird versucht das Verhalten der Wähler zu analysieren, zu erklären, zu deuten, die Gründe zu erforschen, das Ergebnis zu interpretieren, Schuldige zu suchen, Verantwortungen zu verschieben, zu lamentieren, zu ignorieren und schließlich zu dem Ergebnis zu kommen, dass man selbst nichts falsch gemacht hat, sonder nur der Wähler nicht verstanden hat um was es eigentlich geht.
Der Wähler ist schuld!
Der dumme Wähler, der trotz aller Bemühungen der Politiker, die hohe Qualität der Politik und die Größe der Probleme nicht verstanden hat.
"Es ist uns nicht gelungen unsere Politik dem Wähler verständlich zu machen", höre ich aus Politkermündern fast täglich.
Und das stimmt mich traurig.
Deshalb habe ich keinen Grund zur Freude.
Noch nicht einmal zur Schadenfreude.
Weil ich ein dummer, dummer Wähler bin.
Na, denn – dann bis zum nächsten Urnengang.





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15.06.2004 um 05:45 Uhr

Wirtschaftsbruder

Stimmung: Sackartig gewandet und promillisiert
Musik: Hollies - He is heavy, he's a brother


Heise-Online meldet am 10.6.2004:
Bundespräsident Rau rechnet mit Änderung im Steuerrecht
In der Diskussion um die Steuerpläne des Mobilfunkkonzerns Vodafone rechnet der scheidende Bundespräsident Johannes Rau mit einer Änderung im Steuerrecht. Alles spreche dafür, dass der Gesetzgeber eingreifen werde, sagte Rau in einem Interview der Freitagsausgabe der Frankfurter Rundschau. Vodafone will mit Abschreibungen in zweistelliger Milliardenhöhe nach der Übernahme von Mannesmann Steuern sparen.
Das Instrument des Verlustvortrags habe in der Steuergesetzgebung "ein unangemessenes Gewicht bekommen". Es sei falsch, dass Wertverluste auf dem Aktienmarkt "sozusagen zum Bilanzierungs- Hauptfaktor" werden könnten, kritisierte der Bundespräsident.
Vodafone will erreichen, dass der gesunkene Wert von Mannesmann steuermindernd berücksichtigt wird und hat einen entsprechenden Vorstoß bei den Finanzbehörden gestartet. Dies sei "in der Tat skandalös, weil der Vorwurf nicht völlig entkräftet ist, dass dies einer der Gründe für die Inszenierung der ganzen Geschichte war", sagte Rau der Zeitung. Mit dem Vorschlag hatte Vodafone eine öffentliche Debatte um Steuersparmodelle für Unternehmen ausgelöst. (tol/c't)

Man(n) und Frau merkt sofort, dass sich hier ein langjährig erfahrener Wirtschafts- und Steuerexperte zu Wort meldet. Mir selbst aber fällt es zunehmend schwer mich nur noch verbal mit derart viel angehäuftem Halbwissen und Wunschdenken auseinander zu setzen.
Viel lieber würde ich jetzt auf den Tisch oder gar woandershin hauen und zum Bundesbruder Johannes sagen: "Halt doch endlich die Klappe und zieh in Gottes Namen endlich Leine."

Man kann über den Vorgang der Teilwertabschreibung sicher durchaus unterschiedlicher Meinung sein, sollte aber doch dabei das Deutsche Steuerrecht nicht aus den Augen verlieren. Verlustvorträge sind dort unter bestimmten Bedingungen vorgesehen und erlaubt. Abschreibungen und Wertberichtungen nach Steuer- und Handelsrecht sogar vorgeschrieben und werden von ALLEN Firmen zur Bilanzgestaltung angewendet.

Ich bin mir sicher, dass die Finanzbehörden in enger Abstimmung mit dem Finanzhans über den Antrag der Firma Vodafone im Rahmen der gegebenen gesetzlichen Bestimmungen mit der notwendigen Sorgfalt und unter Berücksichtigung der aktuellen finanziellen Situation der Bundesrepublik Deutschland entscheiden werden.
Gegen diesen Entscheid wird die Firma Vodafone dann gegebenenfalls Rechtsmittel einlegen und dann werden sich die Finanzrichter mit diesem Fall beschäftigen.
Was wir jetzt gerade nicht brauchen ist eine "Lex Vodafone" und weiteres Stückwerk und Reparturflicken auf einem Steuerrecht, das selbst Experten nicht mehr durchschauen und das weit entfernt ist von "Steuergerechtigkeit".

Auch brauchen wir keine Hirnblähungen und unsachlichen Kommentare von Personen, die seit Jahrzehnten an diesem Übel aktiv beteiligt und verantwortlich sind.
Was wir dringend brauchen ist ein neues Steuerrecht und das nicht erst seit Vodafone und Mannesmann, sondern schon seit Jahrzehnten.
Nicht erst seit Rot-Grün sondern schon seit Schwarz-Gelb.

Und denk ich an den Bundesbruder Rau mit seinem schwarz-rot-goldenem Heiligenschein, dann denk ich auch an seine Zeit als Ministerpräsident in NRW und die dort mit seiner Hilfe in die Kohleschächte gepumpten Milliardensubventionen, die ohne Wirkung geblieben sind. Weitere große Heldentaten unseres von missionarischen Eifer getriebenen Gotteskriegers lassen sich in seiner Vita nachlesen.
Für seine Ruhmestaten ist der Bundesbruder nicht schlecht bezahlt worden und geht jetzt auch noch mit einer stattlichen staatlichen Rente auf Altersteilzeit.
Dass dieser "Kneipenjünger" sich jetzt auch noch als "Wirtschaftsexperte" präsentiert und bereit ist, das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit wegen 20 Milliarden Euro auf dem Scheiterhaufen der unbegrenzten politischen Dummheit zu opfern, verursacht mir -wie so manches in dieser Republik- heftigstes Erbrechen.

Manchmal Bruder Johannes, ist es besser keine Meinung zu haben oder einfach nur mal die Klappe zu halten.

 

 

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14.06.2004 um 05:45 Uhr

Bei Anruf - Licht!

Stimmung: Elektronisch aufgeladener Poweruser
Musik: Starlight Express - Electra


Gerade habe ich gelesen, dass das britische Unternehmen Cambridge Consultants auf der Wireless Connectivtity World (WiCon) in Amsterdam mit einem Handy das Licht in einem Zimmer, sogar in einem angrenzenden Nebenraum, anschalten kann.

Für technisch Interessierte hier dazu einige unheimlich wichtige Details:
Das Vorführsystem besteht aus einem Bluetooth-Handy und einem speziellen, berührungslos gesteuerten Lichtschalter, dessen Kern der Bluetooth-Chip BlueCore2 von CSR bildet. Eigens für diesen Chip bietet Cambridge Consultants für Entwickler den Bluetooth-Stack BlueStack, der sich über das im Paket enthaltene Toolkit Interface Express mit speziellen Steuerfunktionen erweitern lässt. Als Steuergerät eignet sich praktisch jedes Bluetooth-Handy, aber auch PDAs und andere Geräte, denn zur Kommunikation wird lediglich das verbreitete Object Push Profile (OPP) benutzt.

Weiter heißt es in dem Bericht, dass mit dem Verfahren Handys auch zur Fernsteuerung von Fernsehgeräten eingesetzt werden können.
Wenn ich als möglicher zukünftiger Anwender den Entwicklern dieser zukunftsträchtigen Technologie noch einen Hinweis geben darf, dann wäre ein damit verbundener Bierflaschenöffner und/oder Zigarettenanzünder auch recht angenehm.

Vielleicht lässt sich mit dieser Technik ja auch die Lautstärke der nachbarschaftlichen Stereoanlage drosseln und ausgiebig die Toilettenspülung nach der Sitzung des Sohnemanns betätigen.

Auf solche innovativen Entwicklungen hat die Welt gewartet!

Ich sehe mich schon mit dem Handy aus dem Küchenbereich durch die Medienkanäle des Fernsehers im Wohnbereich zappen:
Menue → Kommunikation → Extras → Medien → Geraete → Visualisierung → Kanal → Funktionen → Wechseln → RTL → Aktivieren → Sicher? [x] Ja → FunktionDurchgeführt → WeiterMachen? [x] [Ja] und dann Exit →Exit → Exit → Exit → Exit → Exit → Exit → Exit →Exit → Exit → Exit → Exit drücken.

Aber sicher wird die Einführung derartig unentbehrlicher Produkte durch die inkonsequente Unterstützung der vorhandenen Interfaces der Hersteller für J2ME gehemmt. Auch existiert die kritische Masse von JSR-82 Mobiles noch nicht und die Anwender irren in dem Glauben sie hätten BT & J2ME, oder gar Sync-ML oder BT, aber selbst das wäre noch keine endgültige Garantie für eine reibungsloses Zusammenspiel der Komponenten

Licht anmachen, Mikrowelle einschalten, Tür öffnen, PC runterfahren, Garage öffnen, Waschmaschine programmieren, Zigarettenautomat bedienen und Vibrator aktivieren – alles per Handy.
Hat ja jeder eins!

Obwohl, da fällt mir gerade ein, dass ich mein Handy mal verloren habe. Vom Einkaufen gekommen und alle Hände voll mit Tüten gehabt, Tür am Auto aufschließen wollen und dabei hat noch das Handy geklingelt. Nach dem immens wichtigen Gespräch :-| muss ich wohl das Handy auf das Autodach gelegt haben um die Hände frei zubekommen.
Beim ersten Überhol- oder Beschleunigungsmanöver hat das dumme Ding dann wohl den Halt verloren. :-(

Wenn ich mir jetzt vorstelle, wie ich zu Hause bei Kerzenlicht in der ungeheizten Wohnung sitze, nachdem ich die Tür aufgebrochen habe  und darüber nachdenke, warum ich mir eine Mikrowelle mit Bluetooth-Fernbedienung zulegen musste und einen Kühlschrank ,der nur durch SMS zu öffnen ist, dann würde ich am liebsten meine Mutter anrufen, ob ich nicht schnell auf einen Sprung zum Essen vorbeikommen kann.
Ach so, geht ja auch nicht. Hab ja kein Handy.

Wann kommt denn endlich jemand auf die Idee, dass man mit Lichtschaltern telefonieren kann, Fernsehgeräte ein eingebautes Tiefkühlfach mit integrierter Mikrowelle haben und man mit dem Autoschlüssel im Supermarkt bezahlt.





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13.06.2004 um 15:28 Uhr

Bildungsserver


Wenn man eine Bildungslücke hat, merkt man das ja meist nicht gleich. Und wenn man es merkt, dann ist das eigentlich ein Fall für PISA, oder für Wikipedia.
Ich habe mich aber für die LEARNBOX – Das Onlinetool für Schule und Internet entschieden.

Learnbox ist offizieller Partner der EU-Initiative Netd@ys und ist eingebunden in ein Netz von Bildungsservern.

Dort gibt es vom "Ministerium für Soziales" Gesundheitstipps für Eltern und Schüler.

Man erfährt sehr Informatives über Akne, Allergien, Beinfehlstellungen, Bettnässen, Fußpilz, Herzgeräusche, Hodenhochstand, Hyperlordose und –kyphose, Logopädie, Menstruationshygiene, Plattfüße, Proteinurie, Skoliose, Gesunde Haltung, Warzen, Milchgebiss und Vorhauthygiene.

Und das hat mich dann doch interessiert und ich habe mich dazu hinreißen lassen, diesen Link anzuklinken.
Was ich dort gefunden habe, hätte mich als sensiblen jungen Menschen, der ich einst war, sicher direkt in die Enthaltsamkeit eines Klosters geführt.

Deshalb habe ich mich spontan dazu entschlossen diesen Text ins Licht des öffentlichen Interesses zu zerren. http://www.learnbox.be/zulieferer/abteilung_soziales/folders_gesundheit/vorhaut.htm

Vielleicht erbarmt sich auch mal eine Deutsch-Ag um den Artikel (nochmals) zu überarbeiten.

Ich wŸnsche viel VergnŸgen beim Lesen.





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12.06.2004 um 02:55 Uhr

Trojaner

Stimmung: Trojanisch infiziert, hundsmüde und gewaltbereit
Musik: Mozart - Keine Macht Musik


Ich hasse sie und könnte deren Urheber erwürgen!
Und die Idioten, die seit Jahren nicht in der Lage oder Willens sind, ihr Produkt so zu konstruieren, dass nicht jeder Depp und jedes Krankhirn damit Schindluder treiben kann.

Ich bin verseucht!
Ich habe mich infiziert!
Es macht mit mir was es will. I
Ich habe keine Gewalt mehr über meine Funktionen. Ich werde missbraucht, vergewaltigt, geschändet und zu Dingen gezwungen, die ich gar nicht will. Dinge, die mir keinen Spaß machen und die ich teilweise abscheulich finde.
Und das alles auf meine Kosten.

ICH HABE EINEN TROJANER.
Nein, ich habe keinen Ausländer geheiratet!
Ich habe mir auch den Film nicht angetan!
Ich habe den Trojaner aus dem Internet bekommen!
Nein, nicht bei Ebay ersteigert!
Er ist mir einfach zugelaufen und hat sich bei mir niedergelassen.

Zuerst habe ich nix gemerkt. Da war alles paletti. Null Problemo.
Angefangen hat es damit, dass das Einwählen ins Internet länger dauerte als normal. Na ja, hab ich mir anfangs gedacht, auch die alte Telekom hat mal langsame Tage, das wird schon wieder werden.
Dann fielen mir Pop-Ups auf, die mich auf Downloadmöglichkeiten von Mp3-Files hinwiesen.
"Scheiß Werbung" hab ich mir gedacht und die Dinger weggeklickt.
Dann kamen Werbeeinblendungen für Viagra und sonstige Potenz- und Rohrverstärker.
"Falsche Zielperson" hab ich mir gedacht und die Dinger weggeklickt.
Dann kamen Informationen über diverse Sexualpraktiken, über die ich mich aus Gründen des Jugendschutzes hier nicht näher auslassen möchte.
"Wer’s mag", hab ich mir gedacht und nach kurzem Hingucken (vielleicht lernt man ja noch was) die Dinger weggeklickt.
Dann hatte ich den Eindruck, dass mein Internet-Explorer von der Firma Kleinweich Dinge tut, die ich ihm nicht geheißen habe.
"Na, ja", habe ich mir gedacht, "das sind bestimmt die neuen Superduperfeatures dieser Superduperfirma aus Superduperseattle."
Dann fiel mir auf, dass meine Festplatten heftig aktiv sind, während ich nur vor dem Bildschirm sitze, ihn anstiere und in mich hinein denke.
"Jetzt reicht es anscheinend nicht mehr, dass nur der Lüfter dröhnt und ab und zu mit lautem Schnarren das Diskettenlaufwerk getestet wird, nein jetzt muss die Geräuschkulisse auch noch durch die Harddisk angereichert werden", hab ich mir gedacht.
Dann bemerkte ich, dass meine DSL-Router ohne mein Zutun mit hurtig blinkenden Signallämpchen im Internet unterwegs ist und sich anscheinend das World-Wide-Web ansieht.
"OK", habe ich mir gedacht, "wenn ich nicht Flat-Rate hätte, würde mich das jetzt stören – aber so. Es sei ihm gegönnt!"

Aber jetzt bin ich sauer.
Denn jedes mal, wenn ich zu Blogigo will um nachzusehen wer jetzt welche Statistik anführt und wer mal gerade wieder sein Blog eliminiert oder sein Archiv zerdeppert hat, da lande ich auf dieser blöden Webseite mit der Adresse res://mshp.dll/index.html#44272.

"Oh", denke ich mir, "da haben sich die Jungs bei Blogigo wohl ein neues Feature ausgedacht, allein mir verschließt sich der Sinn dieser Neuheit."
Doch dann merke ich, dass irgend so ein Schelm meinen Internet Explorer 6.0 verstellt hat und den braven, aber etwas dümmlichen Explorer immer auf eine andere Startseite leitet.
"Aber nicht mit mir!", denke ich mir und ändere flugs die Option für die Startseite und lösche sicherheitshalber alle Cookies und den Verlauf und den ganzen sonstigen Internetschrott, den diese Superduperfirma Kleinweich da auf meinem Computer gesammelt hat.
Doch ein neuer Test zeigt, dass das nichts nützt. Ich lande immer noch bei res://mshp.dll/index.html#44272 und mein Explorerle ist schon wieder verbogen.

"Ha", denke ich mir, "dich krieg ich, dich mach ich platt, nicht mit mir!" und mache die ganzen Anpassungen am Explorer noch mal.
Und dann ..... (ganz schön raffiniert) fahre ich den Rechner runter. Das machen die Jungs aus Seattle auch immer wegen jedem Scheiß. J

Anschließend habe ich die Computerkiste mit Kaltstart wieder hochgefahren (das dauert und dauert) und ..... immer noch der gleiche Zustand.
Scheint ein größeres Problem zu sein.
Also Virensuch- und –analyseprogramm angeworfen (das dauert und dauert) und vor die Glotze gesetzt. Dort natürlich (spannendes Programm auf allen Kanälen) sofort eingepennt und jetzt gerade zu mir gekommen.

Das Virenprogramm ist fertig und hat 465.831 Dateien gescannt und 15 "verdächtige Bedrohungen" gefunden.
Scheint irgendwas mit dem Windows Media Player von der Firma Kleinweich zu tun zu haben. Dumpf dämmert da irgendwas in meinem müden Hirn, dass da bei Heise-Online vor einigen Tagen eine Meldung war.

Aber jetzt habe ich echt kein Bock, mich darum zu kümmern.
Morgen, oder besser heute, werde ich zu einem achtzigsten Geburtstag (nein, nicht meiner) erwartet.
Und zwar mit Bügelfalten in der Hose und nicht im Gesicht.
Also mach ich jetzt die Kiste aus und leg mich aufs Ohr.
Und vor Sonntag guck ich das Ding nicht mehr an.

Und vielleicht wird es dem Herrn Trojaner bis dahin dann zu langweilig und er geht von alleine wieder zurück nach Internet.

Man weiß ja nie.

*Hoff*





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11.06.2004 um 05:45 Uhr

Beliebte Deutsche

Stimmung: Regional feiertäglich entspannt
Musik: Don't worry, be happy


Edmund Stoiber, Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus und die Bayern sind Deutschlands Lieblinge.
Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Magazins "Playboy" hervor, bei der das Meinungsforschungsinstitut Emnid Deutsche aus allen Bundesländern danach gefragt, mit welchem Menschenschlag in Deutschland es sich am besten aushalten lässt.

Mit 34% auf Platz 1 wählten die 1000 Befragten die Bajuwaren als Bevölkerungsgruppe mit der angenehmste Mentalität aller Deutschen.
Platz zwei belegten die Rheinländer mit 21 %, gefolgt von den Hamburgern mit 19 %.
Das Schlusslicht der Sympathie-Skala bilden die Saarländer, die nur von drei Prozent der Befragten gemocht werden.
Ins obere Drittel schafften es auch die Berliner und die Schwaben (*freu*) mit jeweils 16 Prozent.
Im Mittelfeld liegen die Sachsen, Niedersachsen, Schleswig-Holsteiner, Hessen und Franken sowie Thüringer und Mecklenburger mit Zustimmungswerten zwischen 10 und 14 Prozent. Pfälzer, Westfalen, Badener, Allgäuer, Friesen, Brandenburger und zuletzt die Saarländer - finden sich im einstelligen Bereich wieder.

Wen wundert das schlechte Abschneiden der Saarländer, hängen die doch seit Kriegsende am bundesdeutschen Subventionstropf.
Haben sie gewusst, dass die Franzosen das Saarland total ausgeraubt und geplündert haben?
Nein, nein, nicht jetzt. Vor 60 Jahren war das und von diesem Verbrechen haben sich die Saarländer bis heute wirtschaftlich nicht erholt. Also wenn wir das auf die neuen Bundesländer übertragen, dann haben wir ja noch einiges vor uns.

Deshalb haut ja auch der saarländische Ministerpräsident Peter Müller von der CDU so sehr in die Kerbe mit dem Aufbau Ost und sprach sich sogar für einen Kurswechsel aus. Fördermittel sollten "nicht mehr nach Himmelsrichtung, sondern nach Bedürftigkeit" vergeben werden, sagte er der Zeitung "Bild am Sonntag". Auch im Westen gebe es strukturschwache Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit. "Subventionsprogramme, die zu einer Jobverlagerung von West nach Ost führen, halte ich für bedenklich", fügte er hinzu. Müller warnte: "Wir müssen aufpassen, dass aus dem Aufbau Ost kein Abbau West wird."

Wen der Herr Müller wohl mit den "strukturschwachen Regionen im Westen" gemeint hat?

Ach und da fällt mir noch ein, dass es ja noch so einen Subventions-, Steuer- und Wirtschaftspezialisten im Saarland gibt.
Wie heißt denn der noch mal?
Der hat so einen unaussprechlichen französischen Namen, so eine Art deutsches Männeken Piss.
Na, Sie wissen schon , der der immer versucht dem Gerhard Schröder und der SPD ans Bein zu pinkeln, seit sie ihn nicht mehr mitspielen lassen.

LaFontaine heißt er, jetzt fällt es mir wieder ein.
Das ist genau der, der sich wegen seiner kurzzeitigen Verdienste um die deutsche Steuerpolitik, lieber im grenznahen Bereich zu Frankreich aufhält und ab und an mal weise Kommentare zur aktuellen Lage der Nation und zur rot-grünen Politik abgibt.
Dass er damals mit dabei war, als Tandemfahrer zusammen mit Gerhard an die Macht zu strampeln, bis ihn der böse Gerhard aus dem Kettcar geschubst hat, das vergisst er jetzt lieber.

Aber ich weiß es noch und ich werde das auch nicht vergessen, liege ich doch wegen seinen Änderungen im Steuerrecht im Dauerclinch mit dem Finanzamt.

Also ich mag solche Saarländer auch nicht!





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