Machopan - Rauchzeichen

10.06.2004 um 09:25 Uhr

Dam Dam, Dam Dam

Stimmung: aufgewärmt, angeheizt und heftig verschwitzelt
Musik: Mammon, Steiß und Steuer drückt


Wir kennen sie alle, hatten schon oft mit ihnen zu tun und sind es manchmal (gaaaanz selten) selbst.

Es gibt sie überall. Kurze und lange Geschichten kann man über sie erzählen. Saisonal unabhängig. Ganzjährig.
Manchmal hat man wirklich das Gefühl, dass sich ganze Massen zeitgleich auf einen stürzen. Als wäre man regelrecht umzingelt. Man könnte fast meinen, dass irgendwo Nester sein müssen, aus denen sie wie die Ameisen Tag und Nacht ausschwärmen um ihre Mitmenschen zu ärgern.
Nimmt man den Telefonhörer ab, hat man einen von ihnen dran. Geht man ins Restaurant, sitzen welche am Tisch oder man muss ihre Gespräche anhören.
Macht man in der Firma mal ne kurze Pause auf dem Klo, um der rauchfreien Zone zu entkommen, hört man sie im Toilettenvorraum rumlabern. Man trifft sie beim Bäcker, im Supermarkt, an der Tankstelle, im Baumarkt, in Behörden und Vereinen. Man erlebt sie als Kunde, als Mitarbeiter, als Chef, als Verkäufer und als Kollege.

Kein Beruf, kein Gesellschaftsbereich, keine Region, nichts wird von ihnen verschont.
Sogar im Urlaub in den entferntesten Winkeln der Erde habe ich sie schon getroffen. Da denkt man, man hätte seine Ruhe. Aber da ist einer im gleichen Hotel, am gleichen Strand, ausgerechnet im Liegestuhl nebenan. Einer von der allerschlimmsten Sorte und so was von penetrant anhänglich, dass man ihn erst durch die zugeschlagene Hoteltüre abwimmeln kann.
Bis zum Frühstück......

Wovon ich rede, wollen sie wissen?
Na von den DAM‘s natürlich.
Sagen sie bloß, das haben sie nicht gewusst!
Oder wollen sie etwa behaupten sie kennen keinen DAM?
Mit DAM sind die "Dümmsten Anzunehmenden Mitmenschen" gemeint, die objektiv gesehen keine oder wenig Ahnung von Nichts haben, sich (und anderen) dies jedoch nicht eingestehen.

Ein DAM sucht üblicherweise die Schuld für jede Art von Problemen bei anderen, etwa bei Händlern, beim Hersteller des Produktes oder bei dem Experten, von dem sich der DAM hat beraten lassen.
Oder bei Politikern, die er gewählt hat. Oder bei Wählern, die ihn gewählt haben.
Also mir fallen massenhaft DAM’s ein.

Zum Beispiel der ..... halt das kann ja nicht sein, der ist ja Minister geworden.
Dann der ....., na wie heißt denn der noch mal, der Dings ....., ach das geht ja auch nicht, der ist glaub ich Parteivorsitzender bei dieser FKK-Partei. Natürlich kennen sie die! Die wollen doch, dass wir uns alle ausziehen und nackig machen, damit sie alles erkennen können.
Wie? Nicht nackig? Ach durchsichtig! Den gläsernen Bürger wollen die haben.
Also ich weiß nicht ob das gut aussieht, wenn man beobachten kann wie sich so eine vermantschte Currywurst mit Pommes rot-weiß oder eine Portion Luckeleskäs und zwei Weizenbier durch den Magen-Darm-Trakt in Richtung Rosette kämpfen.

Aber jetzt fällt mir jemand ein!
Die Frau Schmidt! Die kennen sie doch! Natürlich kennen sie die!
Das ist die, die immer so rumjammert wegen den Gesundheitskosten und der Praxisgebühr.
Ja genau die, die abends noch beim Zahnarzt um die Ecke zum Putzen geht. Natürlich schwarz, was denken sie denn!
Warum ich die Frau Schmidt für einen DAM halte?
Ja haben sie schon mal gehört was die gute Frau bei ihrer Schwarzarbeit immer singt:

Weine nicht, wenn die Beitrag steigt
Dam dam, dam dam
der Kontostand sich dem Ende neigt
Dam dam, dam dam

Nimm den goldenen Ring von dir
Dam dam, dam dam
Sei nicht traurig und geb ihn mir
Dam dam, dam dam

Steuer, Maut und Euro steigt
aber das habt ihr selbst vergeigt
Alles, alles geht vorbei
doch ich bleib euch treu





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09.06.2004 um 08:50 Uhr

Teilwertabschreibung


Komisch, komisch.
Jetzt blähen sich wieder alle und jeder "Steuerexperte" meldet sich zu Wort.

Der Grund liegt in Vodafones Forderung nach teilweiser Abschreibung des Anschaffungswertes für die Firma Mannesmann.

Teilwertabschreibungen sind im Steuerrecht dann möglich, wenn der Wert eines Bilanzpostens dauerhaft unter den Betrag gefallen ist, mit dem er in den Büchern steht. Das sei bei dem Erwerb von Mannesmann durch Vodafone 1999/2000 der Fall gewesen. Das Unternehmen wurde auf dem Höhepunkt des Aktienbooms gekauft, von März 2000 an verloren die internationalen Aktienbörsen dramatisch an Wert. Ein kurzer Blick auf den Kursverlauf der Aktien von Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche genügt.
Steuerrechtlich ist das Ersuchen der Fa. Vodafone völlig legal. Aber jetzt geht es um einen Betrag von 50 Milliarden Euro und das würde bedeuten, dass Vodafone in den nächsten Jahren keine Steuern an den deutschen Finanzhans abführen muss, weil die Teilwertabschreibungen den zu versteuernden Gewinn mindern.

Das Finanzministerium in Berlin sprach von einem "befremdlichen Vorgang" und kündigte eine eingehende juristische Prüfung an.
«Die ganze Sache hat ganz klar einen sehr faden Beigeschmack. Es könne nicht sein, dass am Ende der deutsche Steuerzahler dieses Geschäft bezahlen soll -- inklusive der Tantiemen und Abfindungen für die beteiligten Manager
"Befremdlicher Vorgang" ist sicher die richtige Bezeichnung für eine "deutsche Steuererklärung". Vodafone ist für das deutsche Steuerrecht nicht verantwortlich und wenn es für den deutschen Fiskus einen "faden Beigeschmack" gibt, dann doch nur weil er kein Geld bekommt. Der "fade Beigeschmack" wäre wohl eher bei den Einnahmen aus der Versteigerung der UMTS-Lizenzen oder der Einführung des (zeitlich begrenzten) Solidaritätszuschlags angebracht gewesen. Und die Abfindungen für die Manager sind doch sicher ordnungsgemäß deklariert und versteuert worden? Oder etwa nicht, Herr Esser?

Politiker aller Parteien reagierten mit Empörung.
Der CDU- Haushaltsexperte Dietrich Austermann sagte, der «beabsichtigte steuerliche Beutezug müsse verhindert werden, notfalls durch eine rückwirkende Änderung des Steuerrechts».
"Eine rückwirkende Änderung des Steuerrechts" will dieser "Haushaltexperte" der CDU!
Egal was gestern Recht war – heute machen wir es durch Gesetzesänderungen zu Unrecht.
Rechts vor links – bis man selbst einen Unfall hat, dann dreht man das Ganze eben um.
"Oh Herr wirf Hirn vom Himmel", kann ich da nur sagen. Genügt zur Qualifikation als Haushaltexperte der CDU jetzt schon der Nachweis vom Besuch der Grund- oder Sonderschule? Und als Wirtschaftsexperte muss man wohl mit 2,0 Promille Blutalkohol mindestens drei Kneipen wiederfinden, in denen man sich selbst unter den Tisch gesoffen hat?

«Der Vorgang ist eine Schweinerei», sagte SPD-Fraktionsvize Michael Müller dem Tagespiegel am Sonntag.
Genau! Wie so manch anderes, was von Rot-Grün in Gesetzesform erbrochen und dem würgenden Bürger zum Fraß vorgesetzt wurde. Komisch, dass die Jungs das immer nur bei den anderen merken.

Sein Fraktionskollege Rainer Wend sagte der Bild am Sonntag, dies sei ein «unglaublicher Skandal».
Na also, es geht doch! Man kann sein Nichtwissen über Steuerrecht und Wirtschaft auch auf weniger ordinäre Weise ausdrücken.

Die Grünen forderten ein zügiges und scharfes Vorgehen der Finanzbehörden. «Es kann nicht angehen, dass Fantasiekurse für Aktienpakete durch Abschreibungen zu solchen gigantischen Steuerausfällen führen», sagte die finanzpolitische Sprecherin der Grünen, Christine Scheel, am Samstag der dpa in Berlin.

Es darf gelacht werden! Wer von den Finanzbehörden ein "zügiges und scharfes Vorgehen" fordert, muss schon mit einer steuerpolitischrealitätsfernen Naivität ausgestattet sein. Und die Fantasiekurse der an der Börse gehandelten Mannesmannaktien lassen sich in jeder Kurshistorie taggenau nachvollziehen. Ganz übersehen hat die gute Frau Scheel wohl auch, dass die zu Fantasiekursen bewerteten Aktienverkäufe der Mannesmannaktionäre bereits als Spekulationsgewinne versteuert wurden.

Der CSU-Mittelstandsexperte Hans Michelbach stellte die Forderung, Finanzminister Hans Eichel zur Berichterstattung in den Finanzausschuss des Bundestages vorzuladen. «Teilwertabschreibungen auf eine Luftblase seien eine "völlige Perversion», sagte Michelbach, «notfalls müsse der Gesetzgeber Konsequenzen ziehen
Mittelstandexperte! Boooaaaw! Da sollte man aber das Handelsrecht und das Steuerrecht zumindest in seinen Grundzügen beherrschen. Nach dem Handelsrecht muss ein Unternehmen eine Wertminderung durch eine bilanzielle Maßnahme berücksichtigen. Das Schwierige daran ist nur der Bewertungsansatz.
Selber nix wissen, aber den Finanzhans zu Berichterstattung gleich vor den Finanzahnungslosenausschuss des Bundestages zitieren wollen.

Kritik kam auch vom niedersächsischen SPD-Fraktionschef Sigmar Gabriel. «Selbst wenn das Vorgehen des Konzerns legal sei, überschätzten viele Manager offenbar den wachsenden Zorn und die Resignation vieler Menschen», sagte Gabriel im Deutschlandfunk. «Das könnte auf Dauer dazu führen, dass die Menschen sich vom demokratischen System abwendeten
Das ist wohl das Dümmste was ich seit langer Zeit gehört habe. Seit der Herr Gabriel sein Ministeramt verloren hat und nicht mehr zur Babbelrunde bei Christiansen eingeladen wird, sind seine Sprüche auch nicht besser geworden. Aber dass er das mit dem Zorn und der Resignation gemerkt hat lässt noch hoffen. Und statt "überschätzten" hat er wohl "unterschätzten" gemeint. Merke: Auch im Deutschlandfunk lässt sich trefflich auf Undeutsch drauf los babbeln.

«Wenn Konzerne damit durchkommen, ist das für mich ein eklatantes Beispiel, wie sich Kasino-Kapitalismus entwickeln kann», sagte der SPD-Spitzenkandidat für die Europawahl, Martin Schulz.
Oh Gott, diesen Herrn und seine Sprüche habe ich mir schon letzten Sonntag bei Christiansen angetan. Wenn das der Spitzenkandidat der SPD ist, wie sieht dann erst der Rest der Mannschaft aus? Auch mit Kasino-Kapitalismus wird echtes Geld gemacht, wenn der Spekulant die Gewinne oder Verluste realisiert. Bei den Gewinnen greift der Fiskus dann zu und nimmt sich seinen Teil von den Spekulationsgewinnen. Spekulationsverluste sind nach dem Steuerrecht aber eher als "Privatvergnügen" zu behandeln. Welch ein Zufall.

Und was sagen die Experten?
Die geplante Milliardenabschreibungen von Vodafone im Zusammenhang mit der Übernahme des Mannesmann-Konzerns, die Finanzministerium ebenso wie Politiker aller Parteien entrüstete, ist nach Ansicht von Steuerexperten rechtens.
«Es entspricht der Durchsetzung des objektiven Nettoprinzips, Verluste auch in dieser eklatanten Höhe in den Verlustvorträgen zu berücksichtigen», sagte der Wirtschaftsjurist Alexander Lüdtke-Handjery vom Kölner Institut für Steuerrecht der dpa, «schließlich habe der Staat auch bei Gewinnen aus Aktienverkäufen kräftig abkassiert

Die Pläne von Vodafone erfordern nach Darstellung der Bundesregierung keine neuen Gesetzesinitiativen, hieß es mittlerweile aus dem Finanzministerium. Unter anderem könnten seit 2002 Teilwertabschreibungen nur noch begrenzt bei dauerhafter Wertminderung steuerlich geltend gemacht werden, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Zudem dürften Konzerne seit 2004 höchstens noch 60 Prozent des aktuellen Gewinns mit Verlusten verrechnen und so die Steuerlast mindern.
Aha, also die ganze Aufregung umsonst. Alles in Butter. Alles im Lot. Null Problemo für den Finanzhans. Echt cool man.

Aber warum Unternehmen nur noch höchstens 60% des realen Gewinns mit Abschreibungsverlusten verrechnen dürfen, das versteh ich jetzt nicht ganz.
Wäre es da nicht auch konsequent, dass man auch nur noch 60% von seinem Einkommen versteuern muss und wahlweise 40% als Bürgerlebenserhaltungskostenpauschalengrundbetrag oder als Teilwertabschreibung auf die zu erwartende staatliche Grundrente noch zu Lebzeiten abziehen sollen können dürfen möchte?   





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08.06.2004 um 08:03 Uhr

Neue Berufe


Also ich versteh die Welt nicht mehr.
Da jammert die halbe Republik rum, dass es ihr so schlecht geht und sie keine Arbeit hat.
Und die andere Hälfte ist im Arbeitsstress, hat kaum Zeit und weiß nicht wohin mit dem Geld.

Dabei hat der Bundesgerd doch gesagt, man solle innovativ und positiv denken und dass das Glas eben nicht halb leer sei, sondern halb voll. Nur der Strohhalm sei zu kurz.

Nach den schmerzlichen Erfahrungen die der Bundesgerd dieser Tage in Mannheim mit seinen neuen Genossen machen musste, wurde mir bewusst was passieren kann, wenn man immer was anderes macht als man so daher geplaudert hat.

Deshalb habe ich mich mal hingesetzt und mir überlegt wie man den Arbeitsmarkt durch neue Ideen und Innovationen wieder in Schwung bringen kann.

Aus eigenen Erfahrungen und intensive Lektüre der Presseerzeugnisse dieses unseren Landes wurde mir rasch klar wo das Problem liegt.
Es gibt viel Arbeit, aber die meisten Arbeitnehmer haben den falschen Beruf ergriffen und sind für die neuen Berufsbilder nicht qualifiziert. Und sie sind einfach nicht flexibel genug um die Chancen der neuen Berufsbilder zu erkennen.

Das ist das ganze Problem!
Deshalb versuchen die Unternehmer ja auch händeringend ausländische Mitarbeiter zu rekrutieren.

Dringend gesucht werden in Festanstellung:
Apothekenberatungtestkäufer
Arbeitsgaleerenmakler
Ausbildungsabgabenberechner
Bildungsdünnbrettbohrer
Bildungsniveauregulierer
Biometriedatenerfasser
Chipkartenüberprüfer
Elefantenrundenmanager
Ich-AG-Insolvenzenverwalter
Jobkartendesigner
Kampfhundkastratoren
Kopftuchkontrolleure
Lehrstellenermittler
Mautstellenbewacher
Mehrarbeitskalkulatoren
Mülltrennungsassistenten
Ökosteuergestaltungstechniker
Parteispendensplitter
Politlügenmoderatoren
Praxisgebühreneintreiber
Schwarzarbeitsfahnder
Schwarzgeldwäscher
Sozialhilfedetektive
Sprechblasenproduzenten
Steuergestaltungsdesigner
Studiengebühradministratoren
Subventionsprofiteure
Subventionsstreicher
Terroristenbetreuer
Verschmutzungszertifikatstrader
OBU-Installateure
Wahlprognosengesundbeter

Außerdem besteht ein hoher Bedarf an Zeitarbeitskräften und Saisonarbeitern:

Ja-Sager
Abnicker
Sesselfurzer
Dummschwätzer
Schwarzseher
Spesenritter
Streikbrecher
Marktschreier
Polizistenhasser
Dampfplauderer
Phrasendrescher
Politreanimateure

Und was haben die Arbeitsnehmer dagegen zu bieten?

Schauen sie doch nur einmal in die Zeitung vom letzten Samstag:

Projektcontroller (arbeitslos) sucht
Dipl. Ing (FH) sucht
Betriebswirt (FH) sucht
Verwaltungsfachangestellte sucht
Bilanzbuchhalterin
Busfahrer sucht
Steuerberater sucht
Diplom-Kauffrau sucht
Sanitär-Heizungsmonteur
Dental-Hygienikerin
Arzthelferin
Fussballtrainer sucht
Tischlermeister sucht
Dipl.-Wirtschaftsingenieur sucht
Maschinenbauingenieur sucht
Chefsekretärin sucht
Industriekaufmann sucht
Fachinformatiker sucht
usw. usw.

Da wundert es doch niemand mehr, dass die alle keinen Job finden.
So unflexibel wie die sind.






P.S. Bekomme ich für diese Analyse jetzt ein Beraterhonorar?

07.06.2004 um 13:03 Uhr

Getürckt?

Frankfurt am Main ist ein heißes Pflaster. Prostitution, Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Raub, Diebstahl, Mord, Körperverletzung und Vergewaltigung sind an der Tagesordnung.

Ein Ausländer vergewaltigt mitten auf dem Gehweg vor einer Gaststätte eine Deutsche.
Stellen sie sich das einmal vor!
Mitten in Deutschland!
Mitten in Frankfurt!
Mitten auf dem Gehweg.
Und keiner hat es gemerkt!
Auch die Frau nicht! Unvorstellbar!

Also passiert sein soll es im Sommer 2002 und gemerkt hat es die Vergewaltigte einige Monate später. Seit Frühjahr 2003 ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen den Täter. Jetzt im Mai 2004 hat die Anwältin des mutmaßlichen Täters, der die Tat natürlich bestreitet, eine Klageschrift erhalten.

Natürlich kennt man den mutmaßlichen Täter. Der ist doch stadt- und medienbekannt. Moderiert bei einem Fernsehsender so eine Art Talkshow über Beziehungskisten, Pubertäts- und Sexualprobleme. So eine Art "Bravo – Dr. Sommer online"!

Türck heißt der Mann.
Andreas Türck. Ziemlich ungewöhnlicher Vorname für einen Ausländer. :-)
Sein Arbeitgeber hat ihn natürlich "sofort" nach Bekanntwerden der staatsanwaltlichen Ermittlungen beurlaubt. Angesichts des Vorwurfs eines Sexualdelikts und des überwiegend jugendlichen Publikums der Sendung sah sich der Sender außer Stande, die Sendung weiter von Türck moderieren zu lassen.

Warum ich darüber schreibe?
Weil ich die Berichterstattung über den Vorfall in der "Welt" gelesen habe und jetzt kommen mir doch einige Dinge "sonderlich" vor.
Dem Bericht zu Folge haben sich Andreas Türck und die 27-jährige Sabine G. in einer Disco kennengelernt. Nach dem Verlassen des Lokals soll Andreas Türck Sabine G. dann bedrängt, gewürgt und vergewaltigt haben. Für die Tat, bei der die stark alkoholisierte Sabine G. Würgemale am Hals und blaue Flecken davongetragen haben soll, gibt es mehrere Zeugen -darunter eine Freundin von Sabine G.-, die sich nur wenige Meter vom mutmaßlichen Tatort befanden aber keine Hilferufe, Schreie oder Abwehr des Opfers bemerkt hätten.

Sabine G. hat ihren mutmaßlichen Vergewaltiger nach der Tat nicht angezeigt. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft war erst Monate später durch eine Telefonüberwachung auf den Fall aufmerksam geworden, als Sabine G. einem Bekannten, dessen Telefon überwacht wurde, von dem Vorfall erzählt hat.

Andreas T. bestreitet nicht, dass es nach dem Verlassen des Lokals zu sexuellen Handlungen mit Sabine G. gekommen ist, wehrt sich jedoch gegen den Vorwurf der Vergewaltigung.

Eine von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene psychologische Begutachtung des vermeintlichen Opfers habe die "Möglichkeit von Wahnvorstellungen" attestiert.
Ich denke auch, dass im vorliegenden Fall Wahnvorstellungen und Profilierungssucht eine große Rolle spielen.
Allerdings nicht bei Sabine G.
Und auch nicht bei Andreas T.





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01.06.2004 um 05:45 Uhr

Umzug – 3. Akt

Stimmung: Telefonisch befriedigt
Musik: Ohne - alles schon verpackt


Es geschehen wirklich noch Zeichen und Wunder.
Der Nachsendeantrag bei der Post war eigentlich auch kein Problem, wenn man davon absieht, dass sowas früher umsonst war und heute eben 14,90 Euro kostet.
Das sind immerhin fast 30 Deutsche Mark, liebes Statistisches Bundesamt in Wiesbaden, nur um das mal so nebenbei erwähnt zu haben.

Jetzt hofft der Bürger nur noch, dass es dann wenigstens auch funktioniert und nicht wie beim letzten Mal, die Poststelle in der Ortschaft aufgelöst wird und mit ihr der Nachsendeantrag über die Rationalisierungswupper geht.

Aber jetzt erstmal der Reihe nach.
Pünktlich um 8:00 Uhr MEZ hängt der Bürger am Telefon und tippt Null-acht-null-null-drei-drei-null-eins-null-null-null. Bevor es richtig läutet reißt am anderen Ende der Leitung eine weibliche Stimme das Gespräch an sich und fragt freundlich nach des Bürgers Begehr.
"Ich habe im Internet einen Umzugsservice beauftragt und wollte wissen welchen Stand die Angelegenheit hat. Ich hoffe dass ich sie damit nicht überfordere", meint der Bürger etwas provozierend.
"Handelt es sich um die Rufnummer, von der sie jetzt gerade telefonieren", möchte die Dame wissen. "Genau", antwortet der Bürger, "genau um diese Nummer handelt es sich".
"Es tut mit leid, aber zu dieser Nummer kann ich keinen Auftrag finden", hört er dann zu seinem Entsetzen, "tut mir leid, es gibt keinen Auftrag zu dieser Rufnummer. Wann haben Sie denn den Auftrag erteilt?"
"Vor einer guten Woche. Ich versteh das nicht mehr. Wir fliegen zum Mond, aber sind nicht in der Lage einen Telefonanschluss von A nach B zu verlegen", meint der Bürger resignierend und sieht sich an seinem neuen Wohnort in kommunikationstechnischen Abseits jenseits aller onlinebankingfähigen Konten, Newsletter und Freemailsysteme angekommen.

"Wenn sie wollen, erfasse ich den Auftrag noch mal, dann haben sie ihr Telefon in ein paar Tagen", hört der Bürger unglaubliche Worte aus dem Telefon an sein Trommelfell prallen. "Wie gleich jetzt, geht das denn?", erkundigt sich der Bürger überrascht.
"Ja jetzt gleich hier am Telefon", sagt die freundliche Stimme und löst damit im Hirn des Bürgers spontane Sympathie aus.

Gesagt – getan. Langer Rede - kurzer Sinn. Ein kommunikatives Quickie und nach 10 Minuten ist alles erledigt. Telefon, ISDN, T-DSL, angemeldet, abgemeldet und Tarife umgestellt. Genaue Installationstermine teilt die Dame wenige Minuten später per Rückruf mit. Leider klappt es mit T-DSL nicht mehr zum gewünschten Termin, da die Techniker dafür 6 Werktage Vorlauf benötigen. Aber dafür bringt man als Kunde nach einer solchen Odyssee doch Verständnis auf.
Auftragsbestätigung kommt per Post. Und "Tschüss" und einen schönen Tag noch.

Ja, warum denn nicht gleich so!
Liebe T-COM, solche Mitarbeiter müsst ihr im Servicecenter einsetzen! Und nicht solche Typen, denen der Hörer aus der Hand fällt, sobald  ein Kunde anruft.

Ich werde die unbekannte Helferin, die sich mein Problem zu eigen machte und binnen weniger Minuten erledigt hat, in mein Nachtgebet einschließen.
Denn dank ihr, kann ich in wenigen Tagen wieder Briefe schreiben an "Meinen lieben Freund" und die Bürger unseres Landes wieder mit "Rauchzeichen aus der Provinz" zwangsbeglücken.

Uff Uff, das war knapp.

Halleluja !!!!





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