Machopan - Rauchzeichen

31.07.2004 um 05:45 Uhr

Verkehrte Welt

Stimmung: Telfonanierbereit sitz ich hier am Telefon und warte schon
Musik: Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich

Fast jeder Mensch hat nicht nur Freunde.
Fast jeder Mensch hat auch ein Telefon.
Zumindest in der wiedervereinigten bundesrepublikanischen Bananenrepublik deutscher Nation ist das (noch) so.
Und in dieser Republik gibt es auch ein Telefonaniebuch, in dem alle Telefonaniegrundgebührenzahler der Deutschen Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft eingetragen sind, die sich nicht dagegen gewehrt haben.  

Warum?
Ja weil diese Leute halt nicht wollen, dass jemand anderer erfährt dass sie im Besitz einer solchen technischen Sprachübertragungseinheit sind.

Warum?
Ja weil, dann sonst jemand von den Unfreunden die Möglichkeit hätte sich zu nachtschlafender Zeit in die Intimsphäre des Besitzers der Sprachübertragungseinheit einwählen zu können, um dort durch die Auslösung akustischer Signale dessen Ruhe zu stören.

Denn zu der Zeit, wo die Sprachübertragungseinrichtungen noch aus schwarzglänzendem schweren Plastik gebaut und mit ordentlichen Kabeln versehen waren, konnte man solche Lausbubenstreiche gefahrlos durchführen ohne erwischt zu werden. Da war es ohne Probleme noch möglich den Klassenlehrer durch Anrufe so zu zermürben, dass er frühzeitig dienstunfähig wurde, was sich an der hohen Zahl frühpensionierter Pädagogen auch leicht statistisch nachweisen lässt.

Durch technische Entwicklungen und digitale Sprachübertragung wurde es aber zunehmend gefährlicher für den Anrufer, denn die Anrufe wurden nicht nur mit Computern aufgezeichnet, sondern auch im Anzeigefeld der angerufenen Sprachübertragungseinrichtung erschien die Nummer der rufenden Sprachübertragungseinrichtung.

Da nun der nächtens gestörte Pädagoge sehen konnte wer ihn da beim abendlichen Liebesspiel gestört hatte, war es ihm möglich im Rahmen der ihm vom Gesetzgeber zugestandenen Notengebung und Zeugniserteilung Rache zu nehmen. Auch diese Entwicklung lässt sich in der Statistik eindeutig nachweisen, da die Zahl der frühpensionierten Lehrer zurückging, während zeitgleich die Zahl der Schulabgänger ohne erfolgreichen Schulabschluss rapide anstieg.

In letzter Sekunde gelang es damals der Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft durch Entwicklung und Freigabe einer "Rufnummernunterdrückungsfunktion in der rufenden Sprachübertragungseinrichtung" diesen verhängnisvollen Trend zu stoppen.

Wenn jetzt so ein ruhegestörter Pädagoge wissen wollte, wer ihn denn hier nächtens bei seiner Lieblingsbeschäftigung stört, dann musste er einen Antrag bei der Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft auf Überwachung seiner Sprachübertragungseinrichtung stellen. Denn die Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft wusste ja ganz genau, wer da Mitbürger, Vorgesetze und alleinstehende Damen mit seinen Anrufen belästigte. Aber sie durfte das den Belästigten nicht mehr sagen! Weil es ein neues Datenschutz- und Telekommunikationsgesetz gab! Und nach diesem Gesetz war es verboten, die Daten des Anrufers weiterzugeben, weil er ja sonst bestraft werden würde und dann den Herausgeber seiner Daten auf Schadenersatz verklagen könnte. Verkehrte Welt!

Nach dem Telekommunikationsgesetz musste man also dem bösen Anrufer VORHER sagen, dass die Sprachübertragungseinrichtung bei der er immer nach 24:00 Uhr anruft und die Leute stört, jetzt überwacht wird und er Gefahr läuft erwischt zu werden. Trotz Rufnummernunterdrückungsfunktion!

Na, ja war ja klar – der hat dann da nicht mehr angerufen. So doof waren wirklich nur Wenige. Deshalb hat man ihn ja dann auch nicht erwischt!
Statistisch lässt sich das auch nachweisen, denn die Anzahl der erwischten Telefonstörer ging nach Einführung des neuen Telekommunikationsgesetzes drastisch zurück.

Aber wie da so ist im Leben, kann es eine Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft ja nicht allen Leuten recht machen.
Denn da gab es doch tatsächlich Menschen, meist weiblichen Geschlechts, die WOLLTEN angerufen werden. Zu jeder Tages- und Nachtzeit! Von allen Leuten! Die mussten noch nicht mal etwas sagen am Telefon! Die mussten nur zuhören. Je länger desto besser! Halt solange bis sie befriedigt waren.
Obwohl die technischen Anforderungen für das Abhören von Tonbandgestammel sehr einfach waren, entstanden dabei viel höhere Verbindungskosten und darüber hat sich die Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft natürlich sehr gefreut.
Als die Anrufer gemerkt haben wie teuer das ist und dass sie sich das privat nicht mehr leisten konnten, da haben sie einfach von der Firma aus telefonaniert. Das ist aber auch bald aufgeflogen, weil sich die Putzfrauen über die vielen Flecken unter den Schreibtischen beschwert haben.
Dabei war doch die Selbstbefriedigung in Behörden und Ämtern schon vorher weit verbreitet. Na ja, allerdings auf Papier und nicht auf elektronischem Wege. Daher hat der Gesetzgeber reagiert und hat die "Ruf mich doch mal" Masche durch neue Vorschriften geregelt.

Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende.
Denn jetzt fingen die unerwünschten Anrufe wieder an. Nein, nicht mehr Nachts, mitten am Tag.
"Klingelingeling, guten Tag. Herzlichen Glückwunsch. Sie sind unter den Gewinnern! Rufen Sie unverzüglich unser Gewinnbenachrichtigungszentrale unter der Nummer 0190/123456789 an und nennen Sie Ihre Glücknummer 123-456-789. Viel Glück."

Unter der Nummer 0190/123456789 hört man dann minutenlang die Werbeaussagen des Unternehmens und dreht einige Ehrenrunden durch die, wegen der hohen Gewinnquoten, überlasteten Warteschleifen um dann zu erfahren, dass man der glückliche Gewinner einer köstliche Flasche Südtiroler Landwein im Wert von 2,89 € ist. Diese Flasche steht auf einem berühmten Weingut in der Nähe von Meran zur Selbstabholung bereit. Abholung binnen der nächsten 14 Tage, sonst verfällt der Gewinnanspruch. Kostengünstige Anreisemöglichkeiten und Übernachtung vor Ort werden aber natürlich von Partnerunternehmen angeboten und können gleich gebucht werden. So ein Zufall!

Für die Kosten des Telefongesprächs hätte sich der Anrufer eine ganze Kiste Rotwein in Tirol abholen können.

Wenn jetzt einer der Besitzer einer Sprachübertragungseinrichtung VOR seinem Anruf wissen wollte, wen er da anrufen soll, dann durfte er das nicht erfahren. Es war zwar erlaubt bei der Telefonauskunft anzurufen einen Namen und die Adresse zu nennen und dann eine Telefonnummer genannt zu bekommen. Aber es war VERBOTEN eine Telefonnummer zu nennen und dann Name und Adresse des Besitzers dieser Sprachübertragungseinrichtung zu erhalten.

DATENSCHUTZ sagte der Gesetzgeber und die Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft!

MARKTLÜCKE sagten sich ein paar clevere Geschäftsleute, klemmten sich das Telefonbuch der deutschen Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft unter den Arm, flogen nach China und ließen das Buch abtippen, auf CD-Rom speichern, nannten das Ganze  D-INFO und verkauften die CD für ein paar locker Deutschmark an die Besitzer von bundesdeutschen Sprachübertragungseinrichtungen.

DATENKLAU – rief da die Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft und rief nach ihrem Freund, dem deutschen Gesetzgeber.

OH, OH, OH, OH, OH – sagte der, das ist nicht so einfach. Da müssen wir nur vorher noch ein bisschen am Gesetz drehen. Aber das war dann gar nicht nötig, denn man fand heraus, dass es zu der CD von D-Info ein kleines schnuckeliges Progrämmchen dazugab, für ein paar billige DeutschMark natürlich, mit dem man endlich anhand der Telefonnummer den Besitzer einer Sprachübertragungseinrichtung feststellen konnte. "Inverse Suche" hieß diese Funktion.

DATENSCHUTZ – schrie die Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft
GESETZESWIDRIG – stimmte der Gesetzgeber mit ein.Und gemeinsam fügten sie hinzu:
VERHAFTEN – ANKLAGEN – VERURTEILEN – EINSPERREN – PLATTMACHEN.

Gesagt – getan. Das war das Ende einer innovativen Jungunternehmerkarriere, nach dem Entdecken einer Marktlücke im Geschäftsfeld der staatsmonopolisierten Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft.

WAS RECHT IST MUSS AUCH RECHT BLEIBEN – sagte damals der Besitzer einer deutschen Sprachübertragungseinrichtung und dachte damit wäre die Angelegenheit wohl zu Ende.

Doch jetzt, ja genau jetzt im Juli des Jahres 2004, bekommen diese Besitzer deutscher Sprachübertragungseinrichtungen Post von der Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft, die sich zwischenzeitlich einen State-of-the-Art Namen zugelegt hat.

In dem Schreiben wird auf eine Änderung bei den für die Telefonauskunft im Telefonbuch, das natürlich längst in digitaler Form vorliegt, gespeicherten Daten hingewiesen. Denn nach einer Änderung des Telekommunikationsgesetzes vom 14. Mai 2004 kann nun auch über die Telefonnummer der Sprachübertragungseinrichtung nach Name und Adresse des Besitzers eben dieser Anlage gesucht werden. In Fachkreisen werde dieser Vorgang als Inverssuche bezeichnet.
Widerspricht der Kunde nicht binnen vier Wochen durch Anruf der kostenpflichtigen Nummer 01375/103300 (Achtung, die gibt es tatsächlich), so ist er mit dieser neuen Nutzung einverstanden.

MEHRWERTDIENST – jubelt die ehemalige Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft
FORTSCHRITT – ruft der Gesetzgeber
WAS ILLEGAL WAR IST JETZT LEGAL - sagt sich jetzt der verdutzte Besitzer einer Sprachübertragungseinrichtung.
WEM DAS JETZT WOHL NÜTZT? - frag ich mich.

D-Info ist es bestimmt nicht!

Zuerst wird der Angerufene zu Hause beim Libido gestört.
Da sagt man ihm nicht wer das ist.
Dafür gibt man ihm eine Telefonnummer bei der er Anderen beim Libido zuhören kann, sagt ihm aber nicht was das kostet.
Dann ruft man ihn zu Hause an und sagt ihm er habe gewonnen und wenn er merkt, dass man in wieder abgezockt hat, darf man aus Datenschutzgründen nicht sagen wer das war.
Und jetzt soll der geplagte Besitzer einer deutschen Sprachübertragungseinrichtung auch noch kostenpflichtig dagegen votieren, wenn er an dem neuen(!!!!) Telefonauskunftsverfahren mit inverser Suche nicht teilnehmen will.

Verkehrte Welt!

Oder verstehen sie das?





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30.07.2004 um 05:45 Uhr

In dubio pro reo


Vor einigen Wochen hatte ich über meine Erlebnisse mit der Nigeria-Connection berichtet.

Jetzt lese ich bei Heise-Online, dass man die Übeltäter erwischt und 13 Westafrikaner wegen Vorauskasse-Betruges, angebahnt durch Spam-Mails, vor Gericht gestellt hat.
In einer großen Polizeiaktion waren Ende Januar diesen Jahres 23 Wohnungen durchsucht, 52 Personen
festgenommen und Computer mit Spam-Software, 50.000 Euro in bar sowie gefälschte Reisedokumente beschlagnahmt worden. Außerdem fielen den Fahndern Listen mit falschen Firmenbezeichnungen und die Namen der angeblichen Direktoren in die Hände.

"Na das ist doch erfreulich", denke ich mir, "endlich mal eine positive Nachricht. Endlich mal eine Nachricht, die nicht an Verstand und Vernunft der Menschheit zweifeln lässt" und lese interessiert weiter "dass das Gericht die Angeklagten wegen Mangel an Beweisen freigesprochen hat."

Also ich denk, da soll mich doch gleich der Amtsschimmel in die Weichteile treten!
Das darf doch nicht wahr sein!
Aus Mangel an Beweisen?
Was für Beweise braucht das Gericht denn noch?

Ach so, die Computer waren nicht eingeschaltet!
Ja dann!
Ja dann ist ja alles klar!
Das weiß ja nun doch jeder Depp, dass man mit ausgeschalteten Computern kein Spam verschicken kann.
Und der bloße Aufenthalt in einem Raum in dem Computer stehen, von denen aus man Spam verschicken könnte, ja dieser Aufenthalt ist nun mal nicht strafbar.
Das muss doch auch jedem Nichtjuristen einleuchten, oder?

In dubio pro reo!

Wer es nicht glauben kann oder will, darf gerne bei Heise-Online nachlesen.

Wenn ich mir das Gelesene und die Denkweise der Richter durch den Kopf gehen lasse, dann bedeutet das doch, dass man mit einem ausgeschalteten Computer keine Straftat begehen kann, außer man haut das Ding einem Mitmenschen über den Schädel.

Da könnte ich jetzt doch meinen perversen Neigungen nachgehen und auf die Idee kommen aus dem Internet ganz grausliche Dateien auf meinen Computer herunterladen (nennt man das nicht file-sharing?), mich lustig damit vergnügen, kopieren, verkaufen und übers Internet weiter verteilen.

Und wenn dann die Staatsanwaltschaft an der Tür läutelt, drücke ich mal schnell den Notausknopf am Computer um den Zustand des Beweismangels herzustellen, bevor ich die Tür öffne.

Heißt denn das dann nicht auch, dass ich nur noch verurteilt werden kann, wenn ich WÄHREND einer Straftat, also "in flagranti" erwischt werde.
Allein der Aufenthalt in einem Raum mit einer zerstückelten Leiche ist ja nicht strafbar, wenn die Kettensäge nicht mehr eingeschaltet ist.
In dubio pro mio!





Der lesenswerte Link zum Thema

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29.07.2004 um 05:45 Uhr

Noch'n Formular


Dass der Mensch in Deutschland nur mit Hilfe von amtlichen Formularen verwaltet werden kann, saugt sich der deutsche Bürger ja schon mit der Muttermilch ein.

Also über die vielen Formulare wundert sich bestimmt kein Mensch mehr, eher wird man misstrauisch wenn mal irgendwo kein Formular ausgefüllt werden muss.

Doch in der letzten Zeit habe ich den Eindruck, dass die Bürokratie etwas schlampt, denn es häufen sich die Fälle, dass die falschen Daten erfasst werden oder –was fast noch schlimmer ist- sogar die falschen Formulare verwendet werden.

Ganz ehrlich gesagt ist es mir so richtig erst bei den Formularen zur Beantragung von Arbeitslosengeld II aufgefallen.
Auch die Formulare zur Ummeldung und Anmeldung von für den öffentlichen Verkehr zugelassenen Fahrzeugen waren mir nicht ganz koscher.

Jetzt habe ich im Spiegel gelesen, dass die Formulare zur Abrechnung der Krankentransportkosten mit den Krankenkassen Informationen über die Krankheit des Fahrgastes enthalten, weil es für den Taxifahrer sehr wichtig ist, ob er da eine Infektionskrankheit auf der Rückbank hat oder nur einen Schwangerschaftsabbruch.

Man kann jetzt darauf warten, dass es einen Antrag zur Beantragung einer Bahnfahrkarte gibt, auf dem der Reisegrund erfragt wird. Schon heute muss man ja schon vor der Hinreise sagen, wann man an die Rückreise denkt. Ja, damit die Bahn ihre Waggons entsprechend disponieren kann. Die hängen dann wenn viele Leute zurück reisen wollen einfach noch ein paar Waggons an den Zug dran, damit niemand stehen muss.
Wenn Sie also bei Ihrer letzten Bahnreise stehen mussten, dann kann es sich nur um einen Hinreisezug gehandelt haben.

Oder Sie beantragen bei Ihrer Gemeinde eine größere Mülltonne für "Hausmüllähnlichen Abfall deutschstämmiger Einheitsfamilien nach dem vierten Buch Rürup" und müssen auf dem Antragsformulare (sofern der vorgesehene Platz nicht ausreichend ist, bitte Zusatzblätter verwenden) dort den Müll spezifizieren, den Sie über diese Tonne der Entsorgung zuführen wollen. Also nicht einfach nur "Restmüll" angeben, sondern Menge und Art des Abfalls aufschlüsseln. Gleichzeitig entbinden Sie Ihren Hausarzt von der ärztlichen Schweigepflicht und erklären sich damit einverstanden, dass Ihre Angaben zu Kontrollmeldungen an das "Statische Bundesamt", das "Bundesministerium für Gesunddung", das "Bundesministerium für finanzielles Fiasko" und das "Bundesministerium für innere Verunsicherung" verwendet werden.

Auch bei den Kirchenbehörden geht man mit der Zeit. Aus zuverlässiger Quelle konnte ich erfahren, dass die Katholische Kirche beabsichtigt ein Antragsformular zur Abnahme der Beichte in den Gotteshäusern auszulegen. Um die andere Seite des Beichtstuhls mit den in speziellen Priesterseminaren in Österreich ausgebildeten Spezialisten der göttlichen Liebe zu besetzen, muss auf dem Formular die Art der Sünde (Ehebruch, Gotteslästerung, Diebstahl, etc.) durch einfaches Ankreuzen angegeben werden. Die vollständig mit Name und Anschrift versehenen Formulare sind auf den Kirchenbänken in der Nähe des Altars abzulegen und werden zweimal täglich von den Messdienern eingesammelt.

Oder Sie wollen mit dem Flugzeug nach Amerika fliegen, da müssen Sie auf dem "Antragsformular für die Einreise nichtamerikanischer potenzieller Terroristen"  neben Ihrer Adresse, Telefonnummer, Bankverbindung inklusive des Kontostandes, auch angeben was Ihre Lieblingsspeisen sind, wie oft sie duschen und ob Ihre Großmutter väterlicherseits Kontakte zu amerikafeindlichen Sabotagegruppen hatte.

Ach so, Sie glauben ich will Sie wieder mal verscheißern?
Ja dann fahren Sie doch mal mit dem Taxi zum Krankenhaus, oder noch besser Sie fliegen mal schnell nach Amerika.





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28.07.2004 um 05:45 Uhr

Dschingis Kahn

Musik: Dsching-, Dsching-, Dschingis Kahn

Dschingis Khan, der alte Hunnenkönig stand einst mit seinen wilden Horden  vor den Toren Europas und wollte dessen Jungfrauen schänden. Dschingis war mehrfach verheiratet und soll sogar mit einer seiner Gattinnen gleich bei der Trauung die Begattung in aller Öffentlichkeit vorgenommen haben. Was seine eben Angetraute davon hielt, ist der Nachwelt leider nicht überliefert.

Sein Volk hat ihn ob seiner Manneskraft bewundert  und noch heute wird über seine Heldentaten gesungen:
Dsching-, Dsching-, Dschingis Kahn,
Er zeugte sieben Kinder in einer Nacht 
und über seine Feinde hat er nur gelacht, 
denn seiner Kraft konnt´ keiner wiederstehn.
Hu Ha, Hu Ha, Hu Ha, Hu Ha, Hu Ha, Hu Ha Ha.

Auch Dschingis Kahn der Zwote steht mit seinem wilden Hoden vor dem Tor. Auch er ist verheiratet und hat die Ehe vollzogen. Danach hat auch er gern bei jeder sich bietenden Gelegenheit dem Volk seine Manneskraft unter Beweis gestellt. Was seine Angetraute davon hält kann in den Medien nachgelesen werden.

"Elf Freunde müsst ihr sein" hat einst Sepp Herberger zu seiner Horde gesagt und ist damit erfolgreich gewesen. Doch selbst mit den modernsten Trainingsmethoden war der beste Freund von Olli K., sein elfter Finger, nicht unter Kontrolle zu bekommen. Kaum zeigte sich irgendwo ein offenes Tor – peng schon war Olli dran, der Freund drin und Kamera und Schreiberlinge hautnah mit dabei.

Und nun muss ich in der Zeitung lesen, dass sich Olli jetzt darüber beschwert, dass die ganze Republik weiß was er so mit wem, wo, wie und wann getrieben hat.

Ist halt der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert.
Das hat doch bisher nicht gestört.
Oder geht es jetzt nur darum ordentliche Familienverhältnisse nachzuweisen, um bei der Scheidung und Vergabe des Sorgerechts für die Kinder nicht leer auszugehen und an die Ex nicht all zuviel Kohle abdrücken zu müssen.

Das hätte er sich doch vorher mal überlegen können, oder einfach mal Bum Bum Boris fragen sollen.
Um zu lernen, muss man nicht jede Erfahrung selber machen müssen.

Vielleicht kann ja der neue Bundestrainer das Problem lösen und das Medieninteresse auf einen Nationaltorhüter lenken, dem nicht permanent die eigenen Bälle um Sackhaarbreite ins eigene Tor kullern.

Hu Ha, Hu Ha, Hu Ha, Hu Ha, Hu Ha, Hu Ha Ha!





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27.07.2004 um 05:45 Uhr

Nichtnutzungssteuer

Stimmung: FUBAR - Fucked Up Beyond All Repair
Musik: Das alte Haus von Rocky Docky hat vieles schon erlebt

Sind Sie auch schon mal auf der Suche nach FUBAR ziellos durch die Weiten des World-Wide-Web gegoogelt?
Ich hab das gemacht. Jawohl! Und wie üblich habe ich vergessen was ich eigentlich gesucht habe, aber den Link wo ich gelandet bin, den habe ich mir gemerkt.

Warum ich mir den Link gemerkt habe?
Na weil ich mich aufgeregt habe.
Ich(!) rege mich(!) auf!
Wo ich doch sonst ein Mensch bin, den nichts aus der Ruhe bringen kann. Bin ich doch einer der gütigsten, friedliebendsten, gemütlichsten und freundlichsten Menschen, die man sich überhaupt vorstellen stellen kann.
Das können sie mir aber glauben, verdammt noch mal!

Also reingegoogelt bin ich hier und habe das dann gelesen.
Ich weiß nicht an was es lag, war es das Thema, irgendwas in dem Text oder ich hab wegen der derzeit herrschenden <satire> mittäglichen "Julihitze" </satire> überreagiert.
Also in dem Beitrag wurde doch tatsächlich eine "Leerstandssteuer" für unvermieteten Wohnraum vorgeschlagen. Erst habe ich mir überlegt, ob ich mich nicht besser wieder verziehen soll, ohne einen Kommentar abzugeben.
Aber irgendwie schwillt mir der Kamm, wenn ich auf derart geballten Unsinn treffe.
Vielleicht habe ich auch ein paar Satiretags überlesen, oder die Autoren haben vergessen sie zu setzen.

"Leerstandssteuer" und "Grundbesitzsteuer" und "Grunderwerbsteuer" gibt es doch schon, die heißen nur ein bisschen anders.
Grunderwerbsteuer ist wohl klar, oder?
Grundbesitzsteuer müssten selbst jeder Mieter kennen, denn in seiner Nebenkostenabrechnung taucht die als "Grundsteuer" auf, die der Vermieter per Mietvertrag vom Mieter bezahlen lässt. Das Geld bekommt die Gemeinde und die steuert die Einnahmenquelle über die Hebesätze.

Jetzt kommen wir noch zu der Steuer, die den Leerstand einer Wohnung verhindern soll.
So eine Art Strafsteuer für vermietungsunwillige Vermieter. Auf so eine Idee kann nur jemand kommen, der wirklich keine Ahnung von Immobilien hat. Eine leerstehende Wohnung kann gar nicht im Interesse eines Vermieters sein. Das ist wie Geld auf einem Bankkonto ohne Verzinsung, wobei das Kapital durch Steuern (siehe oben) und Verwaltungskosten (Hausverwalter, Hausmeister, Reinigung, Steuerberater), Zins- und Tilgung für Bankdarlehen, Kontogebühren, Instandhaltung/Reparaturen und weiterlaufende Betriebskosten (Heizung/Kaminkehrer) einem ständigen Verzehr unterliegt.

Wenn eine Wohnung also dennoch leer steht, dann liegen andere Gründe vor, z.B.

  • Wohnung soll/muss verkauft/zwangsversteigert werden. Das ist einfacher wenn die Wohnung leer steht.
  • Wohnung steht leer, weil durch das neue Mietrecht die Kündigungszeiten auf 3 Monate gekürzt. Innerhalb von drei Monaten kann man keinen Nachmieter finden, der selber wieder eine Kündigungszeit von drei Monaten hat. Also Leerstand ein bis zwei Monate.
  • Wohnung steht leer, weil der Mieter einfach fort ist. Juristisch gesehen ein sehr, sehr schwieriger Fall, denn der Vermieter darf nicht in diese Wohnung ohne sich des Hausfriedensbruch schuldig zu machen, bis der Mieter (ei wo is er denn?) erklärt hat, dass er an einem Fortbestand des Mietverhältnisses nicht interessiert ist.
  • Wohnung steht leer, weil der Vermieter keine Mieter findet, denen er zutraut, dass sie langfristig auch die Miete bezahlen (können)
  • Wohnung steht leer, weil sich kein neuer Mieter findet, der bereit ist die (hohe) Miete zu bezahlen, damit der Vermieter seine Kosten (siehe oben) decken kann
  • Wohnung steht leer, weil der Vermieter sich ausgerechnet hat, dass der Leerstand weniger kostet, als gegen einen nicht zahlenden Mieter eine Räumungsklage durchzufechten, Rechtsanwälte zu beschäftigen und anschließend noch die Kosten einer Wohnungsgrundrenovierung übernehmen zu müssen.

Wozu sollte die Leerstandssteuer noch mal gut sein?
Ach so ja, gegen Leerstand. Aber da wird sie wohl kaum helfen.

Aber die Idee mit einer "Nichtnutzungssteuer" find ich jetzt richtig gut.
Könnte man eigentlich auf alles erheben, was irgendwann mal (gegen Entgelt) erworben wurde und nicht genutzt wird.
Da fällt Ihnen sicher in ihrem Haushalt (spontan) auch was ein.

Wie wär’s mit einer linearen Nichtnutzungsteuer in Höhe von 1% des Anschaffungswerts?
So würden diese ungenutzten Gegenstände über einen Zeitraum von 100 Jahren allmählich wieder in Gemeinwohl übergehen.

Ach Entschuldigung, jetzt hab ich auch die Satiretags vergessen.
Aber Sie wissen schon wie’s gemeint ist!





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26.07.2004 um 05:45 Uhr

Offene Stellen


Der Begriff der "offenen Stelle" findet in der deutschen Sprache häufige Verwendung, führt aber ebenso häufig zu Missverständnissen.
Und weil sich der Mensch bei der sprachlichen Verwendung der "offenen Stelle" erheblichen Ärger einhandeln kann, habe ich den Begriff der "offenen Stelle" einmal einer sprachwissenschaftlichen Studie unterzogen.

Dazu habe ich mich frei zugänglicher Recherchefunktionen des World-Wide-Webs bedient, durch die geschickte Einschaltung listiger Filterfunktionen die Auswahl aber auf deutschsprachige Inhalte begrenzt.
Daher erhebt die folgende Analyse auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit.

Für die "offene Stelle" lassen sich in der Deutschen Sprache drei Anwendungsschwerpunkte ausmachen:

  1. in der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik
  2. in der Medizin
  3. in der Erotik

Allen Bereichen ist gemein, dass Experten eine rasche Versorgung der "offenen Stelle" für angebracht halten.Anlieferung offener Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit durch ein Schweizer Speditionsunternehmen
Die Übergänge der Bereiche sind jedoch fließend und lassen sich auch bei größter journalistischer Sorgfalt nicht wissenschaftlich exakt voneinander abgrenzen.
Jugendlichen unter 18 Jahren und Menschen ohne Abitur wird deshalb empfohlen die Lektüre dieser wissenschaftlichen Abhandlung hier zu beenden.

Der Autor möchte aber dennoch nicht versäumen sich bei diesem Personenkreis für das gezeigte Interesse zu bedanken und würde sich freuen diese Leserschaft nach Vorliegen der Eingangsvoraussetzungen wieder hier begrüßen zu dürfen. TO EXIT NOW ► KLICK HERE

Achtung:
In dem folgenden Text befinden sich Informationen und Behauptungen, die bei Personen, die unter mediensensibler Epilepsie leiden, zu Schrei-, Schüttel- und Weinkrämpfen sowie Herzflimmern, Bewusstseinsstörungen, Desorientierung und unfreiwilligen, zuckenden Bewegungen bzw. Krämpfen und Abortus Spontanis führen können.
Fragen Sie also vor dem Weiterlesen besser Ihren Arzt oder Apotheker.


So, nachdem jetzt die Experten für "offene Stellen" unter sich sind, brauchen wir auch gar nicht mehr lange um den heißen Brei herum schreiben und können gleich zur Sache kommen.
Des Pudels Kern ist, dass der Begriff der "offenen Stelle" in den obengenannten Bereichen Arbeitsmarkt, Medizin und Erotik häufig und –das ist das Überraschende an der Untersuchung, ohne dem Ergebnis vorgreifen zu wollen- missverständlich verwendet wird.

In der Arbeitsmarktpolitik ist eine "offene Stelle" die Bezeichnung für eine "zu besetzende Position (engl. open position) bzw. "(An-)Stellung".

In der Medizin ist eine "offene Stelle" eine äußerliche oder innerliche Verletzung der menschlichen Extremitäten, wie man bei www.med-kolleg.de nachrecherchieren kann.
Besondere Beachtung habe ich dabei im Rahmen meiner wissenschaftliche Studie den IDC-10-Codes 31.0 ff mit Schwerpunkt IDC-10-Code 31.5 sowie 31.4 und 31.2 bzw. 31.3 geschenkt.

Im Bereich der Erotik spielt der Begriff der "offenen Stelle" eine ganz andere Rolle und umschreibt aus medizinischer Sicht den IDC-10-Code 31.4 und aus Sicht der männlichen Bewohner dieses Planeten "das Land wo Milch und Honig fließen soll". Leider wurden meine Recherchen nach "offenen Stellen" auf den einschlägigen Internetseiten (Link-Liste kann gegen eine Schutzgebühr von 10,-- Euro und Kopie des Personalausweises beim Autor angefordert werden) durch Beamte des Bundeskriminalamts in Wiesbaden (BKA) erheblichst behindert. Nähere Informationen zu diesem hochinteressanten Aspekt der Studie können daher erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden, wenn der Autor seine vom BKA beschlagnahmte Festplatte wieder zurückbekommen hat.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die umgangssprachliche Verwendung des Begriffs der "offenen Stelle" ohne eindeutige Zuordnung zu einem klar definierten Themenbereich zu Missverständnissen mit gravierenden Folgen führen kann.

Dazu einige Beispiele:

  1. Kommt ein Arbeitsloser von der Suche nach einer "offenen Stelle" nach Hause und verkündet seiner Frau hocherfreut "er habe eine neue Stellung", so wird diese ihm sicher antworten, er solle sich lieber um eine anständige Arbeit kümmern. Je nach Gemütslage könnte sie ihrem Gatten mittels Nudelholz auch noch eine "offene Stelle" an den oberen Extremitäten zufügen, die ihn der Medizin zu- und dem Arbeitsmarkt entführen würde. (*) In die Neuzeit adaptierte Version eines Witzes, über den schon unsere Großväter (nicht) lachen konnten.
  2. Auf eine offene Stelle kommen 29 Bewerber
    (*)Netzeitung vom 29.6.2004 
      
  3. Offene Stellen nach Brustverkleinerung    
    (*)www.gofeminin.de 
  4. Langzeitarbeitslose würden noch nicht einmal unter einem Minirock nach einer offenen Stelle suchen.
    (*) Derber Stammtischwitz aus dem bayrischen Sprachraum
  5. Suchen Sie einen Mann, die Ihre offene Stelle optimal besetzt?
    (*)Überschrift eines Stellengesuchs im Kleinanzeigenbereich einer lokalen Tageszeitung.

Sie werden jetzt sicher verstehen, dass Jugendliche und intellektuell bedürftige Personen von diesen komplizierten Zusammenhängen eher verwirrt werden.
Dennoch darf ich an dieser Stelle vollkommen unpassend anmerken, dass Intelligenz wohl noch das am gerechtesten verbreitete Gut der Menschheit ist, denn mir ist niemand bekannt, der sich jemals über einen Mangel an selbiger beklagt hätte.

Noch komplizierter und verworrener werden die untersuchten Sachverhalte um die "offenen Stellen" aber mit dem Verfahren zur Besetzung der für die Umsetzung von Harz IV und Einführung des Arbeitslosengeldes II benötigten "Fallmanager" und "Antragssachbearbeiter".

Nach einer internen Studie der "Bundesagentur für Arbeit" (BA) würden für die Betreuung der Arbeitslosen sowie Erfassung und Verarbeitung der Antragsdaten von ca, 5 Millionen Menschen 14.200 "offenen Stellen" geschaffen, deren Besetzung schnellstmöglich erfolgen muss (siehe Einführung).

Achtung:
In dem folgenden Text -der einer namhaften deutschen Tageszeitung entnommen wurde- befinden sich Informationen und Maßnahmen, die bei Personen die unter chronischer Polit- und Behördenallergie leiden, zu Wut-, Schrei-, Schüttel- und Weinkrämpfen sowie Herzflimmern, Bewusstseinsstörungen, Desorientierung und unfreiwilligen, zuckenden Bewegungen bzw. Krämpfen und Abortus Vulgaris Spontanis führen können.
Schlagen Sie also vor dem Weiterlesen die Augen zum Himmel und fragen Sie ihren Schöpfer um Rat und Erlaubnis.

Diese "offenen Stellen" sollen laut Arbeitsministerium durch 3000 Beamte der Telekom-Auffanggesellschaft Vivento, die bereits für die BA abgestellt wurden, geschlossen werden.
Neben der Deutschen Telekom will jetzt auch die Deutsche Bahn der BA beschäftigungslose Beamte zur Verfügung stellen. "Wir sind mit der BA im Gespräch", sagte eine Bahn-Sprecherin.

Mir dagegen hat es die Sprache verschlagen, denn diese Jungs von ehemaligen Staatsbetrieben haben doch alle Arbeit und stehen bei ihren Arbeitgebern in Lohn und Brot.
Erscheint es da nicht angebrachter die "offenen Stellen" mit tatsächlich arbeitslosen Mitbürgern zu besetzen?


 

 

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25.07.2004 um 05:45 Uhr

Bild Zeitung


Am 15. Juli des Jahres 2004 habe ich eine Bild Zeitung geschenkt bekommen! Als Werbegeschenk im Getränkemarkt!
Zuerst habe ich dankend abgelehnt, aber die Verkäuferin meinte es wäre die letzte Zeitung und da ich der letzte Kunde sei (bevor sie schließt, natürlich), würde sie die Zeitung wegwerfen, wenn ich sie nicht mitnehme.

"Na gut", hab ich mir gedacht, "dann nehm ich sie halt zum Wegwerfen mit."

Jetzt liegt diese "Zeitung", die auf mich den Eindruck eines großen Werbecomics ohne durchgängige Story macht, auf meinem Schreibtisch und ich lese im Aufmacher, dass der DFB bei der Suche nach dem Bundestrainer jetzt auf Käse-Taktik setzen will.

Weiter erfahre ich, dass die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie festgestellt hat, dass der Niedergang Deutschlands einzigartig ist. Es freut mich zwar, dass es doch noch etwas gibt , wo wir weltweit führend sind, aber eine Studie hätte man dazu nun wirklich nicht gebraucht.

Auch dass Michelle Hunziker "Rätsel um neue Liebe" aufgibt, ist für das Blatt erwähnenswert. Garniert natürlich mit einem Foto, das Frau Hunziker mit dem üblichen Schmusemund und Dekollete bis zur Brustwarze zeigt.

Knapp darunter zeigt Faten A. Martin(19) mit hochgehobenen Brüsten und gespreizten Beinen wie schön Kuba ist.

Auf Seite 2 geht es dann weiter mit Angie "Missgriff" Merkels 50. Geburtstag, garniert mit einem ganz züchtigen Foto. Für die Auflage wäre es sicher besser gewesen, wenn Angie (50) mit hochgehobenen Brüsten und gespreizten Beinen dem Leser gezeigt hätte, wie schön Deutschland ist.

Aber das hätte nicht zu dem halbseitigen Bericht über Deutschlands bösesten Übeltäter und Staatsfeind Nr. 1 gepasst, denn der ehemalige Staatssekretär Holger Pfahls, Schlüsselfigur in der (CDU)Parteispendenaffäre wurde in Paris verhaftet. "Wenn der jetzt dem ehemaligen Bundeskanzler Kohl als Ghostwriter hilft, sich an den zweiten Teil seiner Memoiren zu erinnern", denke ich mir, "dann könnte einigen Parteimitgliedern der CDU das Schmunzeln vergehen".

Weiter geht es mit den unheimlich wichtigen Meldungen, dass der Frankfurter Flughafen neue Glühbirnchen bekommt und was ein Englischkurs in Frankfurt kostet.

Darüber dann die Schlagzeile" Mannesmann Prozess - Ackermanns letzte Worte" erzeugt in mir kurzfristig die Vorstellung als hätte sich der Beklagte in seiner Zelle erhängt.

Auf Seite 4 folgt dann der TV-Teil des Blattes mit der Information "Fernsehen wird durch Bild erst schön" und den neuesten Informationen über die "Alm der gescheiterten Stars. Natürlich testet Bild deren Alm-Tauglichkeit und vergibt dazu "Mistgabeln".

"Na, ja", denk ich mir, "ein halbes Jahr enthaltsam auf der Alm und Inge Meysel, deren letzte Pflegerin sich auf gleicher Seite äußert, gewinnt auch wieder an Attraktivität."

Hat sich denn auf den ganzen Seiten dieses Blattes kein besseres Plätzchen für die stets züchtig gekleidete "Mutter der Nation" gefunden, als ausgerechnet neben diesen ausrangierten Möchtegern-Sternchen und Horizontalfilmdarstellern?

Auf den weiteren Seiten folgt dann Werbung, ganzseitig von H&M, halbseitig von LIDL, aufgelockert mit Meldungen wie: Dachstuhl abgefackelt – Ohne Gesichtskontrolle kein Wagner – Dr. Klatschko und der Polizeihund – Flughafen wächst dank Fußball-EM - BILD kämpft für sie – 29 Autos in Niederursel abgefackelt, Täter kennt sich aus – komplettiert durch eine halbe Seite "Was guckst du?" und der Aussage, dass es zum Schreien ist "wenn sich die Kultfigur Macho Hakan mit dem typisch türkischen Kontrollgriff ans Gemächt packt".

Anschließend 2 (zwei) Seiten Kino-Bild mit Werbung für die Top(!) Filme in Deutschland (der WiXXer auf Platz 9) und die Kinos im Großraum Frankfurt sowie der Information, dass Kino 5+6 in "Dr. Müller’s Blue Movie Center" jeden letzten Samstag im Monat nur für Pärchen zugänglich ist. Den Partner muss man allerdings selber mitbringen. Garantiert reißfeste Qualitätspapiertaschentücher wird es sicher an der Kasse geben. Oder beim Einkauf bei ALDI dessen Werbung die ganze nächste Seite belegt.

Dann geht es weiter mit einer halben Seite Dieter Bohlen, der fordert: "Premiere für alle und es lebe billig mit Preisvorteil von 235 €".
Auf gleicher Seite findet sich die absolute Horrormeldung für Gerhard Schröder: "Darf die Currywurst bald nicht mehr Currywurst heißen?" Der Berliner Großbäcker(!) Klaus Wiedemann hat sich den Namen "Currywurst" für 10 Jahre beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen lassen.

"Clevere Geschäftsidee", denke ich mir, "und jetzt mahnt er dann jeden ab, der das Wort Currywurst verwendet. Das mach ich jetzt auch. Ich lass mir das Wort Scheiße schützen! Das bringt noch mehr Kohle als Currywurst. Zumindest solange Rot-Grün ......"

Dann gibt es noch ein bisschen Verruchtes: Lehrer Jürgen S. (50) aus Halle hatte drei Jahre lang ein Verhältnis mit seiner Schülerin Beate(15). Sie hatten Sex in der Turnhalle(!), im Wald(!) und im Hotel(!). Und unter dem Titel "Die schrille Witwe Tatjana und die Aschenputtel-Richterin" wird über das Prozessduell der schwangeren Richterin und der angeklagten Schminkschönheit Gsell berichtet. Warum die "Millionenerbin" Gsell vor Gericht steht und wie sie an die Millionen gekommen ist, wird in dem Artikel aber nicht erwähnt.

Auf Seite 14 wird dann der Leser unter dem Titel "Meine Firma" von 10 Mitarbeitern der hessischen Fruchtsaftkelterei "Rapp’s" durch den Betrieb in Karben geführt.

Weiter geht es auf Seite 15 mit einem Kreuzworträtsel, einer Werbeanzeige von "REAL" und einem von Bild-Reportern entlarvten gemeinen Bettelbetrug, einer Kurzmeldung über einen vergifteten Wachhund und einen 16-jährigen Serienvergewaltiger in Berlin. Er war bereits wegen Sexualstraftaten bekannt, aber darf halt immer noch draußen rumlaufen und Frauen mit einem Messer zum Sexualverkehr "überreden".

Dann wird es richtig interessant, denn der Leser erfährt im Impressum auf der nächsten Seite nicht nur, wem er diese buntgedruckten "journalistischen Seichtigkeiten" zu verdanken hat, sondern auch noch die Hintergründe über einen Brudermord in Kaiserslautern, einen bücherklauenden Professor in Bonn und einen bombenbauenden Schüler in Chemnitz (Bumm – tot).

Beigemischt wird etwas Anglerlatein über einen in Schwerin gefangenen 2-Meter-Wels und die Erklärung warum es in österreichischen Priesterseminaren jetzt auch nach Fisch riecht, dort zungengeküsst wird und was es mit der Hand am "Gemächt" eines Priesterschülers auf sich hat. Echt zum Schreien, auch wenn es diesmal kein türkisches "Gemächt" war.

Um das "Gemächt" eines Mächtigen geht es auch in den Leserzuschriften, wo sich Leser über Frau Christiansen äußern dürfen, die Herrn Bill Clinton beleidigt haben soll. Das ist der Bill Clinton, der Monica Levinsky sein präsidiales Gemächt überließ. Die Frau Christiansen soll ziemlich unwirsch mit dem ehemaligen Herrn des Oral-Office umgegangen sein. Können Sie sich vorstellen, was Frau Christiansen gegen fremdgehende Ehemänner hat?

Passend dazu hat auch Prof. Hawking seine Meinung über "schwarze Löcher" geändert. Sie sollen nicht nur alles verschlingen was in ihre Nähe kommt, sondern –das ist jetzt das Neue- manchmal auch wieder was hergeben. Dann besteht ja noch Hoffnung, dass die Gelder aus dem CDU-Spendenskandal wieder mal auftauchen. Außerdem wäre das auch eine Erklärung dafür wie die BILD-Redaktion an ihren Input kommt. Das können nur die Ausscheidungen eines "Schwarzen Loches" sein.

Nach einer ganzen Seite Werbung für die kleinen Preise von Plus "billig will ich" geht es dann weiter mit dem Putsch gegen Adolf Hitler und der erstaunlichen Information, dass es für verstorbene marokkanische Erstfrauen keine Witwenrente gibt, solange die Zweitfrau noch lebt.

Dazu noch die Meldung, dass die Schülerin Steffi(18) nach dem Sex mit einem Deutschpolen von ihm erwürgt und im Hafen versenkt wurde, während Jessica(21) ein bisschen "bi, hihi" ist und in die heißeste Mädchen-WG des Jahres einzieht.

Die Seiten von BILD SPORT mit "Sturz-Schock für Ullrich" und "BILD schenkt Ihnen Schumi live" und einem Foto von Bohlen-Naddel mit dem Maskottchen der "Frankfurt Lions" habe ich schnell überflogen um auf einer hochinteressanten Seite mit der Überschrift "Hallo! –täglich in BILD FRANKFURT" mit sehr klein gedruckten Informationen zu stoßen.

Es scheint sich dabei um so eine Art Tiermarkt oder Inserate von Zoohandlungen zu handeln und erscheint mir durch die vielen Abkürzungen nur für Tierliebhaber verständlich:

Rass TAB rotha. Rassekatze 06104-660715
AV-Stute franz. + NS m. Aufn. 069-280849
Linda AV FF & Evita gr. OW! 06181-13110
Honey 27J. schlk. Riesen-Mu.! 069-78079930
36J franz.opt ZK AV a.H + H 069-316947
REIF XXL-Bus stark beha. 06104-660715
TS –No. 1 SM NS FF von A-Z 069-95520653

Besonders gefallen hat mir die "Stellenanzeige" eines anscheinend französischen Fräuleins, die mehrmals zum Rasieren ins Haus kommt:

FRÄULEIN" 28J kommt mehrmals rasiert FRANZ. OPT. s."ALLES" 069-682175

Diese Telefonnummer habe ich mir sicherheitshalber mal aufgeschrieben.

Danach kommt noch eine ganze Seite über die gemeinsame "Volks-Aktion" von BILD.DE, MediaMarkt und T-Online. Der "VOLKS-Fotodrucker EPSON Stylus C84 Photo Edition" für nur 75,- € mit einzelnen Tintenpatronen inklusive 6in1-USB-Card-Reader.

Anschließend auf Seite 26+27 diverse Berichte über eine Sportart in der Deutschland gegenwärtig auf internationalem Niveau nicht sehr erfolgreich ist, was dann auch zu den früheren Rückflügen aus Portugal geführt hat, von denen dann der Flughafen Frankfurt (siehe Meldung weiter oben) überdurchschnittlich profitiert hat.

Auf der letzten Seite stellt sich dann noch die Frage "Ob sich die Aliens einen Flughafen in Polen gebaut haben". Mir ist das verhältnismäßig gleichgültig solange sie keinen Asylantrag in der angrenzenden BRD stellen wollen.

Ach und dann steht da auch noch, dass Film-Tarzans Steve Sipek‘s Tiger ausgebüchst ist und von einem "Wildhüter" erschossen wurde, Britney Spears schon am frühen Morgen Whiskey on the Rocks braucht und der einzige Papagei der nicht fliegen kann, ausstirbt und eine Turbine auf dem Moskauer Flughafen einen Flughafenarbeiter verfleischwolft hat und das Wetter in Deutschland beschissen ist und .....

Und dass mich der käufliche Erwerbung die BILD-ZEITUNG vom 15. Juli 2004 50 (fünfzig) Eurocent gekostet hätte....
Ja, wenn ich nicht der letzte Kunde gewesen wäre.
Schwein gehabt, denn gekauft hätte ich mir ein so "informatives Presseerzeugnis" sicher nicht.

Also wenn ich jetzt ganz ehrlich bin, ganz unter uns, so ein Blatt würde ich zukünftig noch nicht einmal für "um a umme" mitnehmen.





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24.07.2004 um 05:45 Uhr

Emma Tiger


Meist lebe ich in dem Bewusstsein, dass in diesem unserem Lande alles ordentlich geregelt ist was Rechte, Pflichten, Wünsche und Bedürfnisse des kleinen Mannes anbelangt.
Das fängt beim Neigungswinkel des weiblichen Uterus an, nach dessen Verlassen der Neubürger in das Licht dieser Republik blinzelt und hört beim Neigungswinkel des Grabsteins auf, unter dem er als altersseniler Versorgungsfall seine letzte Ruhe findet.

Bei Newsclick.de musste ich jetzt lesen, dass auch die Zeit zwischen diesen Ereignissen besser geregelt ist, als mir das bisher bewusst war und man auch als Erzeuger diesem Menschlein keinen Namen geben darf der deutschen Beamten und deutschen Gerichten nicht gefällt.

Ein Mädchen darf nicht "Emma Tiger" heißen.
Das hat das Landgericht Hannover –nach dem Amtsgericht Hannover- jetzt in zweiter Instanz entschieden.
Nur zum Schutz des Kindes vor späterem Spott oder weil aus dem Namen nicht eindeutig auf das Geschlecht des Kindes geschlossen werden kann.

Genau!
Endlich greift hier die deutsche Justiz auch in das Räderwerk der ausufernden Multikulti-Namensgebung ein und hält seelischen Schaden, Hohn und Spott von unserem Nachwuchs fern.
Am Namen der Bürger dieser unserer Gesellschaft muss ein deutscher Beamter erkennen können, ob es sich bei dem Individuum um ein Mitglied oder ein solches ohne handelt.
Steh- oder Sitzpinkler – das war hier die Frage die juristisch zu klären war.

Um den komplizierten Sachverhalt im Zusammenhang mit dem Familiennamen klar zu machen gebe ich jetzt mal ein paar Beispiele:
Hans Eichel – eindeutig männlich, erlaubt
Hans Wurst – männlich aber verboten weil diskriminierend
Alice Schwarzer – weiblich, aber wegen Rassendiskriminierung verboten
Mai Käfer – weiblich, erlaubt
Mari Huana – vermutlich weiblich, muss aber eingedeutscht werden in: Maria Gras
Nico Tien - männlich, wegen Verwechslungsgefahr mit asiatischen Namen nur bedingt empfehlenswert
Axel Nässe – männlich deutsch erlaubt
Dick Erchen – männlich, aber durch Erlass von Frau Ernährungsministerin Künast verboten
Sevgi Oluk – verboten, Geschlecht nicht eindeutig
Perry Ode – eindeutig weiblich, erlaubt
Gümrük Müsavirligi – verboten, Geschlecht nicht eindeutig
Claire Anlage – eindeutig weiblich, erlaubt
Vaclav Havel – verboten, Geschlecht nicht eindeutig, muss eingedeutscht werden in "Waschlaff"
Oğuzhan Celik – verboten, Geschlecht nicht eindeutig
Manlang Danfa – verboten, Geschlecht nicht eindeutig
Semra Varol – verboten, Geschlecht nicht eindeutig

Manlang Danfa und Semra Varol haben übrigens gerade hier in Deutschland ihr Abitur mit Auszeichnung gemacht. Auf dem Foto sahen sie sehr männlich und sehr weiblich aus.
Und "Emma Tiger" ist auch erlaubt.
In Amerika!

Auch für die Kinder deutscher Eltern.





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23.07.2004 um 05:45 Uhr

Lieber jetzt als nachher


Nach dem Motto "lieber jetzt als nachher" planen Politiker den Umbau ihrer eigenen Einkünfte.

Unter der Überschrift

Politiker kappen ihre Renten
berichtet die Berliner Zeitung am 21. Juli 2004 auf den ersten Blick Sensationelles
Weiter heißt es:

SPD-Bundestagsfraktion plant Einschnitte bei Altersbezügen der Abgeordneten / Diäten sollen im Gegenzug angehoben werden
Ach so, nur nach dem Motto "Lieber jetzt als nachher"

Die SPD-Bundestagsfraktion will die Altersbezüge von Abgeordneten kappen, im Gegenzug aber die Diäten erhöhen.
Was du dir heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Ich hab immer gedacht "Diät" hätte etwas mit "Abnehmen" zu tun.

Der Parlamentarische Geschäftsführer Wilhelm Schmidt sagte der Berliner Zeitung, wenn normale Rentner finanzielle Einbußen hinnehmen müssten, müsse dies auch für Parlamentarier gelten.
Fragen Sie mal einen Rentner nach seinen "finanziellen Einbußen" und er wird Ihnen etwas über "existenzbedrohende Abzocke" erzählen.

Schmidt sagte, die SPD-Fraktion werde ein entsprechendes Gesetz im Herbst in den Bundestag einbringen. Er habe darüber auch schon mit den anderen Fraktionen gesprochen.
Gesprochen vielleicht ja. Aber was haben die gesagt? Können sich die nach den Bundestagsferien nach an ihr dummes Geschwätz von gestern erinnern? Man darf nicht vergessen – das sind Politiker!

Nach Vorstellungen des SPD-Politikers soll dann noch in dieser Legislaturperiode ein zweites Gesetz folgen, um künftige Abgeordnete zu verpflichten, mehr private Vorsorge für ihr Alter zu treffen. Im Gegenzug könnten die Pensionsansprüche an den Staat abgesenkt werden.
Wieso so human und zögerlich? Warum nicht alles in einem Paket? Wie wäre es mit der Einforderung von mehr Eigeninitiative und weniger Anspruchsdenken? Und was heißt hier "könnten die Pensionsansprüche gesenkt werden"? Einfach senken, streichen, halbieren, schön rechnen und zur besseren Glaubwürdigkeit mit etwas Statistik unterlegen.

"Wenn wir bei der Alterversorgung Einschnitte machen, bin ich dafür, dass wir die Diäten leicht anheben", sagte Schmidt weiter.
Genau! Wenn der Einschnitt so schwer wie die leichte Anhebung ist, könnte man das so machen. Aber wer schneidet sich schon gerne ins eigene Fleisch?

Dabei solle sich der Bundestag an den letzten Tarifabschlüssen orientieren.
Oha, das hört sich aber mutig an. So richtig mit Gehaltskürzung, 40 Stunden Woche, Verzicht auf Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld, Mehrarbeit ohne Lohnausgleich, Streichung von Feiertagen zur Finanzierung der Gesundheitskosten.

Das bedeute, dass die Diäten um maximal zwei Prozent steigen würden.
Bezogen auf die Diäten in Höhe von 7009 Euro ist das eine Erhöhung von 140 Euro pro Monat. Hier in Frankfurt verhandelt ein großer Arbeitgeber mit ver.di gerade über eine 20%ige Absenkung der Bruttogehälter. Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld wurden letztes Jahr schon gestrichen.

Eine solche Anhebung sei angemessen, zumal es für die Abgeordneten seit den 70er-Jahren bereits zehn Nullrunden gegeben habe. "Wir werden nicht zu gut bezahlt", sagte Schmidt.
Das sagen wir doch alle! Ich auch! Nur bei manchen stimmt es und bei anderen stimmt es halt nicht! Es ist doch alles eine Frage einer leistungsbezogenen Vergütung. Wie wäre es denn damit? Das geht ganz einfach. Ziele vor der Wahl definieren und durch den Wähler bestätigen lassen. Jährliche Zielerfüllungskontrolle durch die Wähler vornehmen lassen - Below expectation - Meet expection - Exceed expectation. Und danach wird bezahlt. Da gibt es dann Kohle – oder auch nicht!

"Wir wollen doch auch für den Bundestag qualitativ hohen Nachwuchs haben. Das heißt, dass wir Leute gewinnen müssen, die auch in der Wirtschaft eine Chance hätten."
Heißt das, dass jetzt keine Lehrer und Beamte mehr für den Bundestag kandidieren dürfen? Dann aber Achtung und aufgepasst, ihr lernresistenten Kleinkinder und dickmöpsigen Teenies und ihr großen dicken weißen Pferde. Jetzt geeeheeets los, jetzt geeeeheeets los

Vorwürfe, die Abgeordneten würden finanziell zu üppig bedient, wies Schmidt nachdrücklich zurück.
Ja das versteh ich. Das zuzugeben wäre auch zuviel verlangt.
Da hätte ich der Presse auch nicht die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit erzählt.

Im Vergleich zu Manager-Gehältern seien die Diäten sehr bescheiden.
Und stehen damit im direkten Verhältnis zu den erbrachten Leistungen.

Volkswagen hat 2 700 Führungskräfte, von denen jeder Einzelne mehr verdient als jeder Bundestagsabgeordnete, sagte Schmidt.
Warum ist denn dann der Bundestag in einer Art kollektivem "Zug der Lemminge" von Bonn nach Berlin gewandert?
Aus finanziellen Gründen wäre doch Wolfsburg viel besser gewesen. Auf diese zusätzlichen 601 "Führungskräfte" bei Volkswagen wäre es doch sicher auch nicht mehr angekommen.

Und für die Summe, auf die Daimler-Chef Schrempp jetzt freiwillig verzichten will, müsste ein Abgeordneter acht Jahre lang arbeiten.
Ja der Herr Schrempp hat ja –im Gegensatz zu den Abgeordneten- auch nur einen Versicherungsschaden von 234 Millionen Euro verursacht.
Aber dass Abgeordnete jetzt auch arbeiten, das ist neu.
Wie lange muss denn ein Facharbeiter eigentlich arbeiten um das Einkommen eines Bundestagsabgeordneten zu verdienen?

Die monatlichen Diäten eines Abgeordneten belaufen sich derzeit auf 7 009 Euro; hinzu kommt eine Kostenpauschale von 3 551 Euro im Monat.
Die Kostenpauschale ist doch steuerfrei, wird ohne Rücksicht auf die tatsächlichen "Werbekosten" des Abgeordneten in seinem Wahlkreis ausgezahlt und jedes Jahr automatisch an die gestiegenen Lebenshaltungskosten angehoben. Da gibt es keine Versteuerung von geldwertem Vorteil, keine Kostenkappung für das heimische Büro, keine kleinliche Abrechnung mit dem Finanzamt nach der Bundesreisekostenverordnung mit Tagespauschalen und Kürzung für Frühstücksanteil. Da kann ein Arbeitnehmer schon ins Schwärmen kommen. Für Dienstreisen in seiner Funktion als Mitglied des Deutschen Bundestages erhält der Abgeordnete natürlich Kostenerstattung durch seinen "Arbeitgeber" den Bundestag.Außerdem übernimmt der Bundestag noch den hälftige Anteil zur Kranken- und Pflegeversicherung. Zu erwähnen wäre dann noch das Überbrückungs-/Sterbegeld, das bei den in der gesetzlichen Krankenversicherung Versicherten gänzlich entfallen ist und daher bei den Abgeordneten um 1.050,00 € gekürzt wurde. Vergessen hat der Herr Abgeordnete Schmidt dann noch die bis zu 9,910 € die die Bundestagsverwaltung für Löhne und Gehälter von Mitarbeitern des Abgeordneten übernimmt.
Informationen in dieser Sache gibt es auf den Internetseiten des Deutschen Bundestages.

Einfach mal vorbeisurfen.

Das hier ist besonders lesenswert
Mir kommen die Tränen!





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22.07.2004 um 23:27 Uhr

20six & myblog.de

Blog-Dienst 20six übernimmt myBlog.de

Der in Frankreich, Holland, Großbritannien und Deutschland tätige Weblog-Service 20six übernimmt den deutschen Blog-Dienst myBlog.de. MyBlog.de ist vor zwei Jahren als Hobby-Projekt des zwanzigjährigen Studenten Nico Wilfer gestartet. Erst kürzlich ergab eine Untersuchung, dass myBlog.de mittlerweile nahezu jedes zweite deutschsprachige Online-Journal betreut (PDF). 20six belegte mit einem Marktanteil von 14 % bisher Platz zwei.

Diese Meldung ging am 21.7. 2004 bei Heise-Online über den Ticker.

Wen die ganze Meldung interessiert und auch die Diskussionsbeiträge lesen will kann das hier tun.

22.07.2004 um 05:45 Uhr

RUF! MICH! AN!

Stimmung: Antrag studierend und Bleistiftstummel kauend
Musik: Reinhard Mey - Antrag auf Erteilung eines Antragformulars


Nachdem der Bundeswirtschaftsminister Clement gerade dabei erwischt wurde, wie er versucht die Langzeitarbeitslosen um eine volle Monatszahlung zu bescheißen, wenn sie von der Arbeitslosenhilfe zum Arbeitlosengeld II wechseln, bietet er ihnen auch noch seine "persönliche" Mithilfe beim Ausfüllen des 16-seitigen Formularmonsters an.

Maximal 30-45 Minuten werde man zum Ausfüllen dieser "hervorragenden" Formulare benötigen meint der Superminister Clement Wenn es jetzt Kritik gebe, zürnte der Minister, zeige das nur, dass sich viele Betroffene nicht rechtzeitig um die notwendigen Informationen gekümmert hätten. Wer Geld vom Staat beanspruche, müsse diese Arbeit aber auf sich nehmen. "Wer nicht zurechtkommt, soll mich anrufen!", so Clement.

Also so ein Angebot lasse ich mir doch nicht zweimal machen!
Aber verdammt noch mal wo bekomme ich denn jetzt auf die Schnelle diese Formulare her. Die Bundesagentur für Arbeit hat zwar vor einigen Tagen mit dem Versand begonnen, schafft es aber pro Tag nur ca. 600 Stück dieser vielseitigen Bürokratiemonster nebst Anleitungen und Erklärungen zu verschicken.

Bis ich da, vermutlich als einer der letzten von den 1,3 Millionen dienstälteren Langzeitarbeitslosen in 2166 Tagen drankomme, ist Rot-Grün längst abgewählt und der Herr Clement ist in die Zwangspensionierung mit vollen Bezügen und Beratervertrag geschickt worden, obwohl ich ihn lieber samt Kollegen auf der Guillotine gesehen hätte.

Die Formulare finde ich als Muster bei www.tacheles-sozialhilfe.de 
Und die Nummer von dem Herrn Superminister Clement wollte ich mir auch besorgen und hab ihn zuerst mal auf seiner Website
www.bmwi.de beim BMWA –das ist nicht die Berliner Dependance der Bayrischen Motorenwerke (BMW), sondern die Abkürzung für: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit- besucht.
Nach den Bildern auf der Website zu urteilen, ist das ein schönes Mehrfamilienhäuschen in der Berliner Scharnhorststraße, wo der Herr Minister da wohnhaft ist.
Telefon hat der Superminister für Wirtschaft und Arbeit auch. Ich hab ihn dann gleich unter der auf der Website angegebenen Telefonnummer 030/2014-9 angerufen, aber da war nur die Telefonzentrale dran.

"Guten Tag", hab ich gesagt, "meine Name ist Gerhard Mustermann. Ich bin mit Frau Erika Mustermann verheiratet und wohne in Musterstadt. Ich bin Langzeitarbeitsloser und habe Probleme mit dem Ausfüllen des Antrags auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem zweiten Buch Sozialgesetzbuch, Klammer auf SGB II Klammer zu, amtliche Formularnummer BA Alg II –A1- 2004.07, dem Zusatzblatt 1 zur Feststellung der angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung, dem Zusatzblatt 2 zur Einkommenserklärung/Verdienstbescheinigung für den Antragsteller sowie für Angehörige, dem Zusatzblatt 3 zur Feststellung des zu berücksichtigenden Vermögens und dem Zusatzblatt 4 zur Eintragung weiterer Angehöriger.
Ich würde daher gerne die professionelle Hilfe von Herrn Superminister Clement annehmen, die er mir angeboten hat. Nach eigener Aussage kann der Herr Minister diese Formulare in 30-45 Minuten ausfüllen. Er wird doch sicher jetzt ein halbes Stündchen Zeit für einen in Nöten befindlichen Bürger und SPD-Wähler haben. Wären Sie wohl bitte so nett, mich mit dem Herrn Minister zu verbinden."

Erstaunt höre ich wie die Dame am anderen Ende der Leitung mir mitteilt, dass das leider im Moment nicht möglich wäre, da der Herr Minister beschäftigt sei.

"Ach das verstehe ich," gebe ich zur Antwort, "er ist sicher damit beschäftigt, jemand anderem der vor mir angerufen hat, beim Ausfüllen des Antrags zu helfen. Dann warte ich halt die halbe Stunde. Wissen Sie ich habe ja Zeit, seit ich keine Arbeit mehr habe. Das war vor, jetzt lassen Sie mich mal nachdenken, das war gleich nach meinem 25-jährigen Betriebsjubiläum. Damals wurde die Firma bei der ich gearbeitet habe, mit einem anderen Unternehmen verschmolzen und in eine GmbH umstrukturiert, die erhebliche Lizenzzahlungen an die –nun amerikanische- Muttergesellschaft zu zahlen hatte. Ich hab da als gelernter Diplom-Ingenieur für Mess- und Regeltechnik als Business Unit Manager –Industrial Service Management- gearbeitet. Ein knappes Jahr später wurde ein Großteil der Mitarbeiter entlassen oder in den Vorruhestand geschickt. Mir wurde so ein wildgewordener Cowboy aus USA vor die Nase gesetzt, der weder die Bundesstaaten seines Heimatlandes aufzählen konnte, noch Geschäftskultur, Organisationsform, Gesetze und Regelwerke des europäischen Marktes und seiner Kunden kannte. Ein halbes Jahr später schrieben wir tiefrote Zahlen und Motivation und Engagement der verbliebenen Mitarbeiter war plattgemacht. Der Betrieb war insolvent, wurde abgewickelt und wir gingen zum Arbeitsamt. Da hab ich zum ersten Mal in meinem Leben die Behörde, die ich jahrzehntelang durch meine Beiträge finanziert hatte, von innen gesehen.

Genutzt hat es nichts und kurz vor der Bundestagswahl 1998, ja ich kann mich noch genau daran erinnern, da hab ich dann die SPD gewählt, weil der Gerhard Schröder sich um wirtschaftlichen Aufschwung, soziale Gerechtigkeit und die Schaffung neuer Stellen kümmern wollte. Ich bin dann sogar in die Partei eingetreten, hab auf der Straße Handzettel verteilt und an der Basis mitgearbeitet. Unentgeltlich natürlich, was denken denn Sie. Ich kann doch als Arbeitsloser nicht schwarz für die Roten arbeiten. Das wäre ja ein Ding gewesen! Nein, ich hab immer pünktlich meine Parteibeiträge bezahlt. So lange ich das noch konnte. Aber nach der Einführung des Euro und der Teuerung ist das halt nicht mehr gegangen. Das Rauchen hatte ich ja schon vorher aufgegeben und das Geld lieber in die Partei investiert.

Ja meine Frau, die kennen Sie ja auch, ja das ist dieeeeee Erika Mustermann, ja die auf den Personalausweisen, ja die Erika Mustermann aus Musterstadt. Genau! Also die hat ja noch Arbeit. Und da liegt jetzt auch zum Beispiel eines der Probleme, warum ich nicht weiß was ich in die Anträge reinschreiben soll. Also das Geld, das ich jetzt beantrage gibt es ja erst im Januar 2005. Eventuell auch erst im Februar, aber das ist eine andere Sache. Was er sich dabei gedacht hat muss ich mal mit dem Herrn Minister persönlich besprechen, wenn er mir mal zufällig übern Weg und vor die Flinte lauft.
Aber jetzt zurück zu meinem Problem.
Also ich bin in dritter Ehe mit Frau Erika Mustermann verheiratet. Ja, die zwei anderen hießen auch Mustermann, haben auch für die Bundesdruckerei in Berlin gearbeitet, wurden dann pensioniert und haben sich kurz danach scheiden lassen. Die erste Erika Mustermann ist mit einem Amerikaner nach USA abgedüst und die zweite Erika soll, so habe ich gehört, wohl als Drittfrau von irgendeinem Asylbewerber dessen Ausweisung verhindert haben.
Also das Problem ist, dass ich auf dem ‚Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem zweiten Buch Sozialgesetzbuch Klammer auf SGB II Klammer zu‘ unter ‘II Persönliche Verhältnisse‘ Angaben zum Partner des Antragsteller machen muss. Und jetzt weiß ich nicht was ich da eintragen soll, weil ich nicht sicher bin, ob ich im Januar 2005 noch einen 'nicht dauernd getrennt lebenden Partner‘ habe oder 'allein stehend‘ bin. Denn meine Frau, die jetzige Erika Mustermann, macht mir in letzter Zeit mit ihren Äußerungen über Langzeitarbeitslose und Sozialschmarotzer in dieser Beziehung doch Sorgen. Ganz unter uns, von Harmonie und Ehefrieden ist da bei Mustermanns schon lang keine Rede mehr. Seit die Kinder nach Australien ausgewandert sind und die Bank mir den Dispokredit gekündigt und die Kreditkarten eingezogen hat, wird das Gehalt meiner Gattin auch nicht mehr auf das gemeinsame Konto überwiesen. Ja, gleich nachdem das Geld aus dem Verkauf unserer Eigentumswohnung verbraucht war, hat sie sich ein eigenes Konto eingerichtet und gibt mir jeden Monat ein kleines Taschengeld. Ja viel brauche ich auch nicht mehr. Das Auto, meinen 5-er BMW, habe ich, lassen Sie mich mal nachdenken, ja den habe ich gleich nach der Euroumstellung an einen Osteuropäer verkauft. Ich hab gedacht, bevor mir der Wagen noch irgendwo gestohlen wird, über die offenen Ostgrenzen verschwindet und die Versicherung mir auch noch Versicherungsbetrug unterstellt wie bei der Frau Gsell, da verkauf ich lieber und hab das Geld. Na, viel war es nicht was ich bekommen habe, obwohl der Wagen gerade erst zwei Jahre alt und scheckheftgepflegt war.

Das bringt mich jetzt direkt zu meiner nächsten Frage an den Herrn Minister, denn auf dem ‘Zusatzblatt 3 zur Feststellung des zu berücksichtigenden Vermögens‘ heißt es: ‘Vermögen ist die Gesamtheit der in Geld messbaren Güter einer Person, bewertet zum Zeitpunkt der Antragstellung, soweit das Vermögen nicht später erworben wurde. Von Bedeutung sind ihr eigenes Vermögen und das Vermögen der mit Ihnen im Haushalt lebenden Angehörigen‘.
Weiter heißt es da, dass die Angaben durch geeignete Nachweise zu belegen sind.

Denn ich habe ja da noch das alte Motorrad, das habe ich zwar dieses Jahr aus Kostengründen nicht angemeldet, aber so um die 2000 Euro könnte ich eventuell noch dafür kriegen. Ich müsste jetzt halt nur genau wissen, welches Vermögen ich noch haben darf um ab Januar 2005 Arbeitslosengeld II zu bekommen. Verstehen Sie, ich muss das jetzt wissen, weil wenn ich jetzt in den Antrag reinschreibe, dass das Motorrad 2000 Euro wert ist und ich deswegen im Januar 2005 kein Arbeitslosengeld II bekomme, da kann ich nicht mitten im Winter das Motorrad für 2000 Euro verkaufen, denn da bekomme ich höchstens noch die Hälfte dafür.

Ist denn der Herr Minister Clement immer noch nicht zu sprechen? Das dauert ja ewig. Da hat er wohl gerade einen ziemlich schwierigen Fall in der Beratung, der Arme.

Und wie soll ich das denn jetzt mit der Briefmarkensammlung von meinem Großvater machen?
Nein, die ist nicht komplett, da sind halt ein paar Marken drin mit dem Hakenkreuz und Adolf Hitler drauf. Von Hindenburg sind auch noch ein paar Marken dabei. Den wertsteigernden Trauerrand bei einigen Marken hab ich selbst mit Tusche gemalt. Und dann sind da noch jede Menge Briefmarken mit ganz irren Werten drauf. Ja echt, das sind Briefmarken dabei, die haben wirklich mal 1 Mrd. Deutsche Mark gekostet. Wie soll ich die denn jetzt bewerten? In Euro oder in D-Mark. Mit dem Nennwert oder dem Zeitwert?

Weiter unten auf dem Formular wird dann gefragt, ob mein Ehegatte/Lebenspartner oder weitere im Haushalt lebende Personen über Konten und Geldanlagen verfügen. Als ich meine Frau, Erika die Dritte, danach gefragt habe, was glauben Sie was die zu mir gesagt hat – nach soviel Ehejahren? Ich habe immer gedacht, die Erika das wäre eine richtig freundliche, nette Dame in den besten Jahren, wie sie da so von den Musterausweisen der Deutschen Bundesrepublik herunterlächelt. Also diese Dame – die Frau Bundesrepublik- hat zu mir gesagt, dass mich das einen Sch....... angehe.

Hallo, sind sie noch da?
Hallo! Haaaaaloooooooooooo!!!

Ja das ist ja ein Ding. Da rufe ich den Herrn Minister Clement an und warte dann am Telefon ganz geduldig bis ich an die Reihe komme, unterhalte die Dame am Telefon noch ein bisschen mit ein paar lustigen Geschichten aus meinem Leben und dann wirft man mich plötzlich aus der Leitung.
Hat sich da jetzt jemand anderer vorgedrängelt oder braucht der Herr Minister für das Ausfüllen der Formulare doch länger als eine halbe Stunde?"

Und was mach ich jetzt?
Ich glaube ich muss mir jetzt was ganz Radikales überlegen, bevor ich wieder wertsteigernde Trauerränder auf Briefmarken mit Politikerköpfen male.

Ich könnte vorher natürlich auch die Telefonaktion von Tacheles unterstützen und nochmal beim BMWI anrufen und den Herrn Clement verlangen.





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21.07.2004 um 05:45 Uhr

Wut im Bauch


So langsam dämmert's!
Selbst den Dümmsten, die bisher noch an die Sprüche von Rot-Grün geglaubt haben.
Auf der Ausgabenseite nach Eigeninitiative rufen und auf der Einnahmenseite weiter kassieren. Echt ein super Geschäftsmodell.

Nachdem das mit den neuen Arbeitsplätzen nicht geklappt hat, reformiert Rot-Grün die Arbeitslosen auf der Ausgabeseite einfach in die selbstversorgende Armut.

Wenn damit gleichzeitig für die Nicht-Arbeitslosen auch die Entlassung aus der Zwangsmitgliedschaft in der Arbeitslosenversicherung einher gegangen wäre, dann könnte man der Maßnahme ja noch ein gewisse Sympathie abgewinnen.
Aber so .....

Wer jahrelang (zusammen mit seinem Arbeitgeber) treu und brav einkommensabhängige Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt hat, dann in die Arbeitslosigkeit gegangen wurde und nach Arbeitslosengeld jetzt mit Harz IV auf dem Niveau eines Sozialhilfeempfängers angekommen ist, der hat nicht nur eine stille Wut im Bauch.

Offiziell sind es knapp 5 Mio Arbeitslose mit weiter steigender Tendenz. Bezogen auf die deutsche Durchschnittsfamilie sind damit mindestens ca. 15-20 Millionen Menschen mit den Auswirkungen von Arbeitslosigkeit konfrontiert.

Wenn man den Menschen zuhört, dann kommt nach einigen Minuten die Enttäuschung, die Hoffnungslosigkeit und die Resignation durch. Die Gewissheit von den Regierenden über den Tisch gezogen und betrogen worden zu sein, ist allgegenwärtig. Jeder hat seine Geschichte und da ist nichts vom Leiden auf hohem Niveau zu spüren. Das ist nicht nur Angst vor der Zukunft, sondern das ist nackte Existenzangst.

Ein langzeitarbeitsloser Single bekommt ab 1.1.2005 vom Staat 651.-- € im Monat. Bevor sich jemand zu früh freut oder meint er müsste darüber das Maul aufreißen – das ist inklusive dem Unterkunftsanteil von 301,--€.
Und dieses Geld bekommt er auch nur dann, wenn er nicht noch eigenes "Vermögen" hat.
Oder ein naher Verwandter angezapft wird und als CashCow herhalten muss.

Unter diesem Gesichtspunkt sollten sie in den nächsten Monaten mal ihre Verwandtschaft, Bekanntschaft, eheähnliche Beziehungen und ähnliche Verhältnisse untersuchen, bevor sie mit der Post ihre "Gewinnbenachrichtigung" von der Bundesagentur für Arbeit bekommen.
Muss man sich ja nicht unbedingt antun, die finanzielle Patenschaft für so einen asozialen, kriminellen Sozialschnorrer auf’s Auge gedrückt zu bekommen. Ach sie denken in ihrer Verwandt- und Bekanntschaft gibt es keine Asozialen und keine Kriminellen?

Ja, jetzt noch nicht. Aber warten sie mal ab!
Wenn es erst in der Zeitung steht, ist es zu spät!





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20.07.2004 um 05:45 Uhr

Schlips

Fast jeder Mann hat einen Schlips zu Hause.
Damen haben zwar auch Schlips zu Hause, aber um die geht es hier nicht.
Es geht ausschließlich um die Schlips, die man sich um den Hals binden kann. Natürlich könnte man sich auch einen Damenschlips um den Hals binden, aber sind sie doch mal ehrlich, das würde ja abartig aussehen.
Nein es geht jetzt ausschließlich um den Schlips, den sich der Mann um den Hals binden muss um geschäftsfähig auszusehen.
Man könnte zu dem Schlips auch Krawatte sagen, aber das wäre nicht exakt.

Denn zwischen Schlips und Krawatte gibt es einen Riesenunterschied,
Welchen? Was das wissen sie nicht? Ja dann sollten sie mal die Frau Elke Heidenreich fragen, die kennt den Unterschied.
Die Frau Heidenreich kennen sie doch, ja klar diiiiiieeee Elke Heidenreich.
Die, die früher immer im Radio ihre flotten Sprüche losgelassen hat. War echt erste Sahne, die Elke.
Ja, ja, ich weiß, das war lange vor den "Tele Tubbies", "Erkan und Stefan" und "Was guckst du?".(
man beachte die Reihenfolge von Ursache und Wirkung)

Jetzt moderiert die Elke ja im 2DF diese Ernährungssendung für Legastheniker "esen mit elke heidenreich!"

Und in dieser Sendung hat sie jetzt einen Spruch losgelassen (das kann sie ja gut), mit dem sie jemand auf den Schlips getreten ist.
Dieser Schlips oder auch Binder (das ist die Version, die die Herren tragen, wenn sie ihre Tage haben) ist laut Wikipedia ein längliches Stück Stoff, das um den Hals gebunden wird und in der Regel (aha, also doch!) zusammen mit einem Hemd getragen wird.
Dieses Stück Stoff ist ca. 140 cm lang und an seinem unteren Ende etwa zwei- bis dreimal so breit wie an seinem oberen Ende, das nach dem Knoten hinter das sichtbare Ende gesteckt wird.

Konnten sie diesen Text bis hierher lesen?
Gut, denn dann gehören sie nicht zu den Menschen, denen Frau Heidenreich auf den Schlips getreten sein soll. Also ich habe die von Frau Heidenreich moderierte Sendung "esen mit elke heidenreich!" im 2DF nicht gesehen und verlasse mich jetzt einfach mal auf den Wahrheitsgehalt der Berichterstattung im Spiegel
(Risiiiikooooo!)

Der Versuch mir vorzustellen, wie man jemand auf ein 140 cm langes Tuch treten kann, das um den Hals getragen werden soll, ist mir misslungen.
Das funktioniert doch nur bei Liliputanern, oder sollte ich mich da irren?

Haben sie das Geschriebene bis hierher verstanden?
Gut, dann können sie mir vielleicht auch den folgenden Satz aus dem Bericht des Spiegel erklären, denn den habe ich nicht verstanden:
Als Ursache für Analphabetismus gelten neben negativen Erfahrungen in Elternhaus und Schule vor allem spätere Erlebnisse von Diskriminierung.

Ich habe immer gedacht für Analphabetismus reicht es aus, wenn man nicht LESEN und nicht SCHREIBEN kann. So jedenfalls steht es bei Wikipedia und die sollten es doch eigentlich wissen.
Weiter heißt es aber dort auch noch, dass es eine "grössere Gruppe der modernen Analphabeten gibt, die funktionellen Analphabeten, die zwar Buchstaben erkennen und durchaus in der Lage sind ein paar Worte zu schreiben, die jedoch den Sinn des Textes nicht verstehen."

Und jetzt komm ich dann doch ins Grübeln.
Denn jetzt mal ganz ehrlich – ich hab den Sinn des ganzen Theaters nicht verstanden.
Und wenn sie mir das auch nicht erklären können ........

Dann sollten wir uns wohl jeder einen Schlips kaufen!

 

 

Ehrenvorsitzender im "Verein praktizierenden Legastheniker in den alten Bundesländern e.V."

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19.07.2004 um 05:45 Uhr

Stalking is in

"Dra di net um um um, der Kommissar geht um um um", hat Falko einst gewienert.
Aber das war übergestern, denn jetzt gehn die "Stalker" um.

Ja, jetzt wird sich so mancher, wie ich vor einigen Monaten auch, fragen "ja was ist denn das jetzt schon wieder?".

"Stalking" kommt aus dem Englischen und ist nicht etwa ein gelispeltes "Talking" sondern bedeutet in der Jägersprache soviel wie "auf die Pirsch gehen".

Nach einhelliger Expertenmeinung sind "Stalker" also Personen, die "vorsätzlich, mit böswilliger Absicht und wiederholt, eine andere Person verfolgen oder belästigen oder glaubwürdige Drohungen aussprechen, die bei der anderen Person die begründete Angst wecken, dass ihr Leben oder das Leben von Familienmitgliedern, und/ oder die eigene körperliche Gesundheit und/oder die von Familienmitgliedern in Gefahr ist".

Sicher kennen sie auch ein paar Stalker. Sie wussten nur bis jetzt nicht, dass das Stalker sind. Sie haben das bestimmt für "Persecution mania" " gehalten, nur halt anders rum.

Jetzt habe ich in der Presse gelesen, dass auf die Stalker die ganzjährige Jagdsaison eröffnet wurde.
Na endlich!
Jetzt geht es den Stalkern an den Kragen!
Jetzt ist Schluss mit lustig.
Jetzt schießen und hauen die Opfer zurück!

Ich hab mich schon seit langer Zeit mit Stalking beschäftigt und darf mich heute getrost als Experte bezeichnen, der leider bisher von den Medien noch nicht entsprechend in die laufende Diskussion mit einbezogen wurde. Gegen Entgelt natürlich, versteht sich. Rechtsverbindliche Interviewanfragen mit Angabe der Honorarhöhe nimmt mein Medienberater per Brief, Fax oder Email entgegen. Telefonische Anfragen können leider nicht berücksichtigt werden.

Wie ich Stalking-Experte wurde wollen sie wissen?
Ja gezwungenermaßen, das war so eine Art Notwehr. Ich fühlte mich bedroht und musste mir selber helfen, denn damals gab es den § 241a StGB im Strafgesetzbuch noch nicht.
Dieser Paragraph stellt jetzt das "Unzumutbare Nachstellen oder Verfolgen" unter Strafe. Strafbar macht sich:

  1. Wer einem Menschen unbefugt gegen dessen ausdrücklich oder schlüssig erklärten Willen unzumutbar nachstellt oder ihn verfolgt, indem er fortwährend
    a. dessen körperliche Nähe sucht
    b. unter Verwendung von Fern- oder sonstigen Kommunikationsmitteln Kontakt herzustellen versucht,
    c. ihn, einen Angehörigen oder eine andere ihm nahestehende Person bedroht oder
    d. einen ähnlichen Eingriff vornimmt
    und dadurch bei ihm die begründete Befürchtung einer gegenwärtigen Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut der eigenen Person, eines Angehörigen oder einer anderen ihm nahestehenden Person hervorruft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
  2. In besonders schweren Fällen wird die Tat mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter durch die Tat zugleich gegen eine zivilrechtliche Schutzanordnung verstößt.
  3. Die Tat nach Absatz 1 wird nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält

Wer mich da verfolgt und bedroht hat wollen sie auch noch wissen?
Ja, eigentlich darf ich darüber ja nicht sprechen, bevor der Täter nicht rechtskräftig verurteilt ist. Aber weil es sich bei dem "mutmaßlichen" Täter um einen chronischen Wiederholungstäter handeln könnte, sag ich’s halt trotzdem. Aber nur um andere Menschen vor diesem Übeltäter zu warnen:

Also sie werden es nicht glauben, aber es ist mein Wohnsitzstättenfinanzamt!
Die haben mir soviel Post geschickt, haben mich so oft angerufen und wollten immer dass ich ihnen Geld gebe, dass ich mich existenziell bedroht gefühlt habe.

Aber jetzt verklage ich die Jungs wegen 241a StGB.
Jetzt geht es den Stalkern an den Kragen!
Jetzt ist Schluß mit lustig.
Jetzt schlägt das Opfer zurück!





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18.07.2004 um 05:45 Uhr

I be dumm


Also ich glaube jetzt wirklich, dass ich dumm bin!

Ich bin sowas von dumm, dass man sich wundern muss warum ich überhaupt solange in dieser Gesellschaft überleben konnte.
Oder ist heute der 1. April und keiner hat es mir gesagt

Heute am 17. Juli lese ich im Spiegel dass die Hartz-Reform eine einmonatige Lücke in die finanzielle Versorgung der Langzeitarbeitslosen reißen wird. Wörtlich heißt es da:
"Der Grund für die einmonatige Lücke in den Arbeitslosenbezügen ist die Umstellung von der bisherigen Arbeitslosenhilfe auf das neue Arbeitslosengeld II. Bislang wird die Arbeitslosenhilfe zum Monatsende rückwirkend ausgezahlt. Demnach erhalten Arbeitslosenhilfe-Empfänger zum 31. Dezember 2004 ihre letzte Zahlung. Das neue Arbeitslosengeld II soll aber nach den jetzigen Plänen zum Monatsbeginn im Voraus ausgezahlt werden. Deshalb würden die Berechtigten im kommenden Jahr erst zum 1. Februar die erste Zahlung erhalten.
Die Lücke beschränkt sich dem Bericht zufolge nicht nur auf den Jahreswechsel. Das Gleiche gelte nach dem 1. Januar 2005 immer dann, wenn Empfänger von Arbeitslosengeld I nach zwölf Monaten in das Arbeitslosengeld II rutschen. Auch sie würden dann im ersten Monat kein Geld bekommen.
"

Egal wie oft ich diesen Text auch lese, ich verstehe nicht wo das Problem ist.
Ich verstehe auch den Artikel nicht.
Dass eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums den Bericht bestätigt und Abhilfe angekündigt hat, verwirrt mich nur noch mehr.

Wo mein Problem liegt wollen sie wissen?
Da ist eigentlich ganz einfach – ich kann die Versorgungslücke nicht sehen! Oder kann mir mal jemand ganz langsam und zum Mitschreiben erklären wie es zu dieser Lücke kommen soll.

Gehen wir einfach mal davon aus, dass ich ein Langzeitarbeitsloser bin und Arbeitslosenhilfe beziehe, die jeweils zum Monatsende rückwirkend ausbezahlt wird. Also wird das Geld für den Dezember 2004 am 31.12.2004 ausbezahlt..

Ab 1.1.2005 bekomme ich das neue Arbeitslosengeld II nach Harz IV. Dieses Geld wird zum Monatsbeginn im Voraus ausgezahlt. Also muss ich doch das Geld für Januar 2005 am 1.1.2005 bekommen.

Wo ist denn jetzt die Lücke?
Das ist doch nur einmal schlafen, bis es wieder Kohle gibt!
Wenn es umgekehrt wäre, dann würde ich das ja noch verstehen.

Aber so?

Ich glaub ich bin dumm!
Oder versucht sich da etwa jemand um die Zahlung für den Januar 2005 zu drücken?

Hiiiiilfeeeeee....... Hiiiiiiiilfeeeeeee ....... Warum hilft mir denn keiner.......





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17.07.2004 um 05:45 Uhr

BMI Bulimie


Eine Expertengruppe aus führenden europäischen Wissenschaftler hat jetzt in einer noch geheimen Studie, die mir vorab von einem Freund, dessen Namen ich hier jetzt nicht nennen möchte, zugespielt wurde, den wahren Grund der Klimaveränderungen festgestellt.

Die Menschen sind zu schwer!
Das Gewicht der Menschheit drückt die Erdoberfläche immer weiter ins Erdinnere in dem immer noch Magma und Lava brodeln. Gleichzeitig wird das Wasser der Weltmeere nach oben gedrückt, was sich durch verheerende Überschwemmungen in tieferliegenden Gebieten bemerkbar macht.

Wenn also bei der Fußballweltmeisterschaft im Jahre 2006 hier in Deutschland der zwar eher unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass 60.000 übergewichtige Fußballfans gleichzeitig aufspringen und "Tor" jubeln - dann stehen die Malediven im Indischen Ozean unter Wasser! Rudi Völler weiß das, dafür wollte er die Verantwortung nicht übernehmen. Und der Otmar Hitzfeld weiß das auch, welche Gründe hätte der sonst haben sollen, den Job als Bundesträne abzulehnen.

Unter diesen Gesichtspunkten muss man sich mal vorstellen, dass es im Endspiel zu einer Begegnung zwischen Deutschland und Holland kommen könnte. Verlieren die Holländer das Spiel würde das Gewicht der im unkontrollierten Freudentaumel hüpfenden übergewichtigen deutschen Sieger den tiefergelegten Staat Holland in eine Lagune verwandeln.
Angesichts dieser Tatsache bedarf es schon großer Naivität seitens des "Deutschen Fußball Bundes" ausgerechnet einen Holländer mit dem Training der deutschen Nationalmannschaft betreuen zu wollen.

Im Rahmen von Präventivmaßnahmen hat das Bundesministerium für innere Verunsicherung in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe -Currywurst- des Bundesministeriums für nationale Ernährungsangelegenheiten einen Stufenplan zur Gewichtserfassung aller deutschen Staatsbürger erarbeitet.

Das Bundesministerium des Inneren (BMI) hat daher angeordnet, dass bis zum 31.Dezember 2004 alle Bundesbürger vermessen und gewogen werden.

Aus den Parametern Alter, Körpergröße, Geschlecht und Gewicht wird der jeweilige Bodymaß-Index (BMI) errechnet.

Der ideale BMI liegt bei 20 bis 25.

Das amtliche Mess- und Wiegeprotokoll ist mit den Ausweispapieren mitzuführen und den Kontrollbehörden auf Verlangen vorzuzeigen. Zuwiderhandlungen können mit Geldstrafe bis zu 1000 € ersatzweise mit Arbeitslager bis zu 6 Monaten bestraft werden.

Vom Bundesministerium für Finanzen wird derzeit ein Konzept erarbeitet, bei dem der individuelle BMI als Multiplikator im Berechnungsverfahren der Lohn- und Einkommensteuer Verwendung findet.

Gleiches gilt für Fahrkarten in öffentlichen Verkehrsmitteln, Eintrittskarten für öffentliche Veranstaltungen und kommunale Gebühren und Abgaben.

Die steuerberatenden Berufe haben bereits auf die sich abzeichnenden Konsequenzen für die Steuerzahler reagiert und die existenzsichernde Bulimieberatung, deren Kosten jedoch nicht von den Krankenkassen übernommen werde, in ihr Portfolio aufgenommen.





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16.07.2004 um 05:45 Uhr

Gelbstich

Stimmung: Wie heißt noch mal das kleine schwarze Tier mit den Adidas-Streifen?


Jetzt ist es amtlich und statistisch bewiesen.

Männer greifen seltener als Frauen zur frischen Unterhose.

Nach einer "repräsentativen" Untersuchung des Offenbacher Marplan-Instituts wechseln gerade mal 62 Prozent der Herren am Morgen die Unterhose. Der Rest muffelt duftverstärkend in dem Altteil von (vor-)gestern weiter.
Das sind sicher die gleichen Männer, die behaupten, dass Männerschweiß auf Frauen eine erotisierende Wirkung habe.

Gewundert habe ich mich schon manchmal, wenn man auf Reisen oder in Gaststätten gezwungen war eine öffentliche Bedürfnisanstalt aufzusuchen und der in gleicher biologischer Mission nebenstehende Mensch den Eingriff seiner Unterhose öffnete um seinem "besten Freund" an die "frische Luft" zu holen.

Unbekannt waren die Düfte schon, die da durch die Räume zogen, orientalisch waren sie nie. Beim heiteren Beruferaten hätte man man da schon mal auf so ungewöhnliche Berufe wie "sauerkrautverarbeitender Fischfabrikant" tippen können.

Auch soll bei beiden Geschlechtern die Bereitschaft zum Wäschewechsel mit zunehmenden Alter abnehmen.
Während bei den 14- bis 54-jährigen Männern täglich noch 67 Prozent das saubere Wäschestück wählen, sind es bei den Älteren nur noch 50 Prozent.

Also Vorsicht meine Damen! Vorsicht bei älteren Liebhabern, bei denen die aphrodisierenden Düfte nicht immer aus der Parfümflasche kommen müssen und auch kein Zeichen für besondere Liebesfähigkeiten sind. Lassen sie sich hier nicht täuschen.

Und auch die Frage ihres Partner nach einem kurzen morgendlichen Blick in die getragene Unterhose "ob Baumwolle rosten kann" sollte sie äußerst misstrauisch machen.

Männer haben übrigens mit den Körpergerüchen von Frauen überhaupt keine Probleme, wenn man sich den regen Handel mit (mehrfach) getragener Damenwäsche im Internet ansieht. 
Wenn ich das richtig verstanden habe, dann soll der Grund warum Männer die Frauen gut riechen mögen, nach einem Bericht der Zeitschrift VITAL an dem maiglöckchenartigen Geruch der unbefruchteten weiblichen Eizelle liegen.

Also da wär ich jetzt so von alleine nicht draufgekommen.
Na ja, Man(n) gönnt sich ja sonst nichts!





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15.07.2004 um 07:36 Uhr

Onanie Onana

Stimmung: Ähhhhh, Entschuldigung wie komme ich von hier am schnellsten zum Arnulf-Klett-Platz ?
Musik: Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste was es gibt auf der Welt


Es ist echt unglaublich.
Da schlappt man sich als Morgenmuffel mit einem halbvollen Eimer "Hallo-Wach-Kaffee" bis zum Computer, schafft es auch noch den tiefliegenden Einschaltknopf zu drücken ohne vornüber zu kippen und kann auf dem viel zu hellen Bildschirm gerade noch sein Passwort eingeben, bevor man zwischen unzähligen Werbebannern und Pop-Ups die wichtigsten Ereignisse der Weltgeschichte um die Ohren gehauen bekommt.

Da wurde doch tatsächlich in Stuttgart an der Haltestelle Hauptbahnhof/Arnulf-Klett-Platz gegen 17:00 Uhr ein Mann festgenommen. Zeugen hatten zuvor berichtet, dass dort zwischen Gleis 2 und Gleis 3 ein Mann stehen und beim Anblick vorbeilaufender Frauen mit geschlossener Hose onanieren würde.

Die eingreifenden Polizeibeamten nahmen den Verdächtigen wenige Minuten später noch am Bahnsteig vorläufig fest. Er muss jetzt mit einer Anzeige wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage rechnen.
Weitere Geschädigte können sich unter der Rufnummer 8990-3280 beim Polizeiposten Arnulf-Klett-Passage melden
.

Potz Blitz, denke ich mir und bin plötzlich hellwach.
Das war ja mitten in der Innenstadt!
Um 17:00 Uhr nachmittags!
Mit geschlossener Hose!
Beim Anblick von vorbeigehenden Frauen!

Mitten in der Innenstadt! Was macht ein Mann schon um 17.00 Uhr an einer öffentlichen Straßenbahnhaltestelle? Bei einer 50 Stunden Woche wäre der Mann um diese Zeit noch auf Arbeit gewesen. Aber auf die Arbeitgeber hört ja keiner, wenn es um das Wohl des Volkes geht.

Mit geschlossener Hose! Und wie kommt der Mann da an sein bestes Stück? Das wird doch nur begünstigt durch diese Mode mit den im Schritt rumhängenden Labberhosen in Kombination mit Feinrippunterhosen und Eingriff! Mit engen Jeans und einem Slip von Bruno Banani (!) wäre das sicher nicht möglich gewesen. Obwohl, da hab ich mal gelesen, dass enge Hosen für die Zeugungsfähigkeit nicht förderlich und neben Potenzschwäche eine der Hauptursachen für die geringe Geburtenrate sein sollen.

Beim Anblick vorübergehender Frauen! Ja das ist ja wohl der Hammer! Man(n) muss sich das mal vorstellen.
Da geht ein weibliches Wesen in knapp sitzender Hüfthose mit in den Hüften wiegenden Schritt über den Bahnsteig. Die Brüste unter dem kurzen Leibchen mittels Pushup-Bra bis zu den Mandeln hochgedrückt. Am Bauchnabel blitzt ein gepiercter Diamant und lenkt den Blick des Betrachters zum Hügel der Venus, welcher nur knapp von der tiefsitzende Hose bedeckt wird, bevor er sich im Schritt verliert, in dem man(n) dank der knapp sitzenden Oberschenkelverkleidung der Dame(!) jeden Wunsch von den Lippen ablesen kann.
Eingehüllt in eine Wolke aphrodisierender Duftstoffe schwebt sie an dem Betrachter vorbei, offensichtlich ohne die Auswirkungen ihrer Kampfstoffattacke auf die Umwelt zur Kenntnis zu nehmen.
Der Blick des Betrachters wird danach zwangsweise von den im regelmäßigen Takt wackelnden und zitternden Hüften und dem im Gleichklang hüpfende Arschgeweihtatoo angezogen.

Ein tiefer Luftzug zeigt die Freilegung seiner evolutionären Urinstinkte an und leitet innerhalb von Sekunden die Mutation vom männlichen Menschen zum steinzeitlichen Urochsen ein.
Doch damit nicht genug! Gerade in der richtigen Entfernung, damit man(n) Details noch erkennen kann, bleibt das weibliche Wesen stehen und bückt sich, um durch den freihängenden Ausschnitt mit den hochgequetschten Brüsten einen Blick auf das Bauchnabelpiercing zu gewähren.

Ein zweiter tiefer Atemzug des Betrachters lässt erkennen, dass er Wirkung zeigt und angeschlagen ist. Hilflos blickt er sich auf dem Bahnsteig um, denn er bemerkt wie ihm die Kontrolle über wichtige Körperfunktionen zu entgleiten beginnt.
Das Unheil nimmt seinen Lauf und wird zur Katastrophe als sich das weibliche Wesen wie zur Verrichtung der Notdurft mitten auf dem Bahnsteig vor seine Handtasche hinhockt um nach einem klingenden Handy zu suchen. Das Leibchen spannt sich über dem Rücken und entschließt sich aus Kapazitätsgründen nur noch die nach vorne geneigten Schultern zu bedecken. Fast zeitgleich verlässt die Hüfthose ihren angestammten Platz und bewegt sich in einer Art synchroner Abwärtsbewegung in Richtung Oberschenkel. Das Tatoo spannt sich und nimmt die Form eines mächtigen fliegenden Weißkopfadlers an, dessen Krallen von dem dünnen Schnürchen des Stringtangas gefesselt scheinen, welcher sich in der aufklappenden Falte zwischen den Pobacken verliert.

Dem Betrachter schießen hormongesteuert und ohne sein weiteres Zutun plötzlich Körpersäfte durch den urschwäbischen Ranzen(*mundartliche Bezeichnung für alles was sich anatomisch bei einem Schwaben zwischen Hals und Oberschenkel befindet).
Und dann begeht er einen verhängnisvollen Fehler!
Er greift sich in die Hosentasche, selbst überrascht von dem was ihm hier mitten in Stuttgart an der Haltestelle Hauptbahnhof/Arnulf-Klett-Platz ohne jegliche pharmazeutische Stimulation geschieht.

Das jedoch hätte er besser nicht getan, denn ein empörter Aufschrei aus unzähligen weiblichen Kehlen ist die Folge.
"Perverses Schwein" und Rufe nach der Polizei mischen sich mit "Lustmolch", "Entmannt ihn", "Sittenstrolch" und "Kinderschänder".

Doch das hier nur am Rande.
Dann schlugen ihn die Häscher in Bande.
"Was wolltest du mit der Hand in der Hose - sprich?"
"Ich wollt IHN doch nur aus den Schamhaaren befreien!"
"DAS sollst du am Kreuze bereuen"
"Ich bin, spricht jener, zu sterben bereit,
doch bitte ich um etwas mehr Zeit,
bis ich IHN aus den Haaren befreit,
dann lass ich den Freund euch als Bürgen,
IHN könnt ihr, von mir aus, erwürgen"
(*) Friedrich Schiller möge mir diesen Text unter schwäbischen Brüdern verzeihen

Ach übrigens, die Vorwahl von Stuttgart ist die 0711 – nur für den Fall, dass sie beim Polizeiposten in der Arnulf-Klett-Passage nach dem Stand der Dinge erkundigen wollen.





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14.07.2004 um 11:11 Uhr

Dilldappen

"Die Regierung kann auf den Aufschwung hoffen", meldete die Frankfurter Rundschau dieser Tage und bezog sich dabei auf mehrere nicht näher bezeichnete "Forschungsinstitute".
Das ist schön, wenn es denn so sein wird.

Aber ebenso wenig wie man mit der globalen Erwärmung und dem Treibhauseffekt eine 3-Zimmer-Wohnung beheizen kann, kann man Aufschwung essen oder damit seine Miete bezahlen.

Seit Kolumbus am Rande der Erdscheibe auf den amerikanischen Kontinent gestürzt ist und sich die Sonne um die Erde dreht, wissen wir dass längere Arbeitszeiten den Aufschwung anlocken.
40 Stunden in der Woche arbeiten? Null Problem!
45 Stunden? OK, wenn es denn dem Arbeitnehmer nützt!
50 Stunden? Hätte ich –für mich persönlich- auch noch kein Problem damit. Wenn es sich finanziell rentiert und für MICH kaufmännisch rechnet. Da bin ich leider etwas weniger dämlich und mehr egoistisch.

Und von den 4 Millionen Arbeitslosen, braucht man bestimmt der Hälfte nur zu sagen WO sie 40 Stunden in der Woche arbeiten sollen. Wenn sie dann auch noch sicher sein können, dass sie am Monatsende ihr Geld bekommen UND von dem Verdienst auch noch leben können, dann ist die Arbeitslosigkeit um 50% reduziert und die Wiederwahl gesichert.
So einfach ist das Herr Schröder!

Aber es zeichnet sich ja jetzt ein Ende des Albtraums ab. Denn zumindest die Verbringung der bei uns erzeugten Waren ins Ausland soll ja ordentlich brummen. Um den dazugehörenden Bären auch im Nationalpark Deutschland wieder heimisch zu machen, wäre eine 3K-Foundation (Kaufkraft-Konsum-Konjunktur) sicher besser geeignet als eine Agenda 2010 zum Aufbau einer Administrationsbehörde zur Futtermittelrationierung.
Aber noch ist vom Bär nichts zu sehen und schon wird an seinem Fell herumgeschnipselt.

Dilldappen sind sehr scheue Tiere und können nur mit einem Sack eingefangen werden, in den sie durch allerlei Gluckerlaute und Schnalzlaute des Jägers gelockt werden.Als kleiner Junge mit ersten Taschengeldengpässen habe ich von einem guten Freund den heißen Tipp bekommen auf den abgeernteten herbstlichen Feldern nach einem für die Landwirtschaft sehr schädlichen Nagetier zu jagen – der berüchtigten "Dilldappe", ein Tier in Hamstergröße, für dessen Fell es damals sagenhafte 5 DM bei der Ortsgemeinde geben sollte.
Also verbrachte ich einen ganzen Tag mit Klappstuhl, Kartoffelsack und zungenschnalzenden Lockrufen auf einem abgeernteten Acker. Bis mir schließlich in der zunehmenden Dunkelheit, verstärkt durch Hunger, Enttäuschung und Wut über die eigene Erfolglosigkeit die Erkenntnis kam, dass man sich mit mir einen dummen Scherz erlaubt hatte.

Ich habe damals dem "guten Freund" mit einem einzigen Fausthieb das Nasenbein gebrochen und ihm mit der vermutlich dicksten Dachlatte, die er je gesehen hat, die vermutlich heftigste Tracht Prügel verpasst, die er je in seinem Leben bekommen hat.
Nur das Eingreifen von Erwachsenen hat Schlimmeres verhindert.
Mein lieber Karlheinz – du bist damals nur knapp dem Tode entronnen.

Und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass "Einige" den Ernst der Lage nicht erkannt haben und es noch sehr amüsant finden einen Großteil unserer Bevölkerung wieder zur "Dilldappen-Jagd" zu schicken. Da kann ich nur davor warnen.
Gell Karlheinz – dir war das damals eine Lektion fürs Leben!

Wir könnten ja schon mal mit Spießrutenlaufen anfangen.
Genügend Leute, die eine entsprechende Gasse bilden könnten, haben wir ja schon und die Latten gibt es als Meterware in jedem Baumarkt.

Gell ................................................................. (<< Name des/der Verantwortlichen kann hier eingefügt werden)





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13.07.2004 um 11:11 Uhr

Schlappschwanz

Verhüten sie (noch) selbst oder will sich ihre Partnerin einfach nur nicht befruchten lassen?

Das kann aber teuer für sie werden, denn Kinderlose sollen jetzt höhere Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen. Von der Beitragssatzerhöhung verspricht sich die rot-grüne Koalition Mehreinnahmen von rund 800 Millionen Euro, die zur Deckung der Finanzlücke verwendet werden sollen. Davon betroffen sind etwa zehn bis 15 Millionen Beitragszahler.

Also wenn diese Zahlen so stimmen, dann kostet sie die gewollte oder ungewollte Kinderlosigkeit im Durchschnitt zwischen 53,33 und 80,-- Euro. Das hängt ein wenig davon ab, wie viel Betroffene noch rechtzeitig die Befruchtung, Schwangerschaft und Geburt hinbekommen.

Hier ist Zeit wirklich Geld!
Machen sie das ihrer Partnerin endlich mal klar!
Sie soll sich ihre Paarungsverhinderungsempfindlichkeiten aber schnellstens abschminken, sonst ist das Geld vom Konto und der nächste Urlaub.... ach den können sie sich schon lange nicht mehr leisten.
Ach dann, dann gibt es halt kein neues Auto ... ach, sie haben gar kein Auto mehr.
Ja dann, könnten sie ihr eventuell noch damit drohen, dass es keine neuen Klamotten mehr gibt, bis die alten in Fetzen sind. Ach das machen sie auch schon!

Dann müssen sie eben ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen. Kein Kaviar, kein Champagner, keine Gänseleber, kein Schinken und keine Trüffel mehr. Ach so, sie kaufen schon seit zwei Jahren nur noch das zum Überleben notwendigste bei Aldi.

Ja dann ist ja alles klar!
Sie sind ein Konsumverweigerer! Sie sind schuld an der misslichen wirtschaftlichen Lage unseres Landes. Wenn sie das Geld, das sie nicht mehr haben, auch nicht mehr ausgeben wollen, dann brauchen sie auch nicht rumzujammern dass sie ihren Job verloren haben.
Und jetzt sind sie noch nicht einmal mehr in der Lage ihre Partnerin erfolgreich zu befruchten?

Schlappschwanz, kann ich da nur sagen.





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