Verkehrte Welt
Stimmung: Telfonanierbereit sitz ich hier am Telefon und warte schon
Musik: Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich

Fast jeder Mensch hat nicht nur Freunde.
Fast jeder Mensch hat auch ein Telefon.
Zumindest in der wiedervereinigten bundesrepublikanischen Bananenrepublik deutscher Nation ist das (noch) so.
Und
in dieser Republik gibt es auch ein Telefonaniebuch, in dem alle
Telefonaniegrundgebührenzahler der Deutschen
Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft eingetragen sind,
die sich nicht dagegen gewehrt haben.
Warum?
Ja weil diese Leute halt
nicht wollen, dass jemand anderer erfährt dass sie im Besitz einer
solchen technischen Sprachübertragungseinheit sind.
Warum?
Ja weil, dann sonst jemand von
den Unfreunden die Möglichkeit hätte sich zu nachtschlafender Zeit in
die Intimsphäre des Besitzers der Sprachübertragungseinheit einwählen
zu können, um dort durch die Auslösung akustischer Signale dessen Ruhe
zu stören.
Denn zu der Zeit, wo die Sprachübertragungseinrichtungen noch aus schwarzglänzendem schweren Plastik gebaut und mit ordentlichen Kabeln versehen waren, konnte man solche Lausbubenstreiche gefahrlos durchführen ohne erwischt zu werden. Da war es ohne Probleme noch möglich den Klassenlehrer durch Anrufe so zu zermürben, dass er frühzeitig dienstunfähig wurde, was sich an der hohen Zahl frühpensionierter Pädagogen auch leicht statistisch nachweisen lässt.
Durch technische Entwicklungen und digitale Sprachübertragung wurde es aber zunehmend gefährlicher für den Anrufer, denn die Anrufe wurden nicht nur mit Computern aufgezeichnet, sondern auch im Anzeigefeld der angerufenen Sprachübertragungseinrichtung erschien die Nummer der rufenden Sprachübertragungseinrichtung.
Da nun der nächtens gestörte Pädagoge sehen konnte wer ihn da beim abendlichen Liebesspiel gestört hatte, war es ihm möglich im Rahmen der ihm vom Gesetzgeber zugestandenen Notengebung und Zeugniserteilung Rache zu nehmen. Auch diese Entwicklung lässt sich in der Statistik eindeutig nachweisen, da die Zahl der frühpensionierten Lehrer zurückging, während zeitgleich die Zahl der Schulabgänger ohne erfolgreichen Schulabschluss rapide anstieg.
In letzter Sekunde gelang es damals der Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft durch Entwicklung und Freigabe einer "Rufnummernunterdrückungsfunktion in der rufenden Sprachübertragungseinrichtung" diesen verhängnisvollen Trend zu stoppen.
Wenn jetzt so ein ruhegestörter Pädagoge wissen wollte, wer ihn denn hier nächtens bei seiner Lieblingsbeschäftigung stört, dann musste er einen Antrag bei der Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft auf Überwachung seiner Sprachübertragungseinrichtung stellen. Denn die Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft wusste ja ganz genau, wer da Mitbürger, Vorgesetze und alleinstehende Damen mit seinen Anrufen belästigte. Aber sie durfte das den Belästigten nicht mehr sagen! Weil es ein neues Datenschutz- und Telekommunikationsgesetz gab! Und nach diesem Gesetz war es verboten, die Daten des Anrufers weiterzugeben, weil er ja sonst bestraft werden würde und dann den Herausgeber seiner Daten auf Schadenersatz verklagen könnte. Verkehrte Welt!
Nach dem Telekommunikationsgesetz musste man also dem bösen Anrufer VORHER sagen, dass die Sprachübertragungseinrichtung bei der er immer nach 24:00 Uhr anruft und die Leute stört, jetzt überwacht wird und er Gefahr läuft erwischt zu werden. Trotz Rufnummernunterdrückungsfunktion!
Na, ja war ja klar – der hat dann da
nicht mehr angerufen. So doof waren wirklich nur Wenige. Deshalb hat
man ihn ja dann auch nicht erwischt!
Statistisch lässt sich das
auch nachweisen, denn die Anzahl der erwischten Telefonstörer ging nach
Einführung des neuen Telekommunikationsgesetzes drastisch zurück.
Aber wie da so ist im Leben, kann es
eine Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft ja nicht allen
Leuten recht machen.
Denn da gab es doch tatsächlich Menschen,
meist weiblichen Geschlechts, die WOLLTEN angerufen werden. Zu jeder
Tages- und Nachtzeit! Von allen Leuten! Die mussten noch nicht mal
etwas sagen am Telefon! Die mussten nur zuhören. Je länger desto
besser! Halt solange bis sie befriedigt waren.
Obwohl die
technischen Anforderungen für das Abhören von Tonbandgestammel sehr
einfach waren, entstanden dabei viel höhere Verbindungskosten und
darüber hat sich die Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft
natürlich sehr gefreut.
Als die Anrufer gemerkt haben wie teuer
das ist und dass sie sich das privat nicht mehr leisten konnten, da
haben sie einfach von der Firma aus telefonaniert. Das ist aber auch
bald aufgeflogen, weil sich die Putzfrauen über die vielen Flecken
unter den Schreibtischen beschwert haben.
Dabei war doch die
Selbstbefriedigung in Behörden und Ämtern schon vorher weit verbreitet.
Na ja, allerdings auf Papier und nicht auf elektronischem Wege. Daher
hat der Gesetzgeber reagiert und hat die "Ruf mich doch mal" Masche
durch neue Vorschriften geregelt.
Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende.
Denn jetzt fingen die unerwünschten Anrufe wieder an. Nein, nicht mehr Nachts, mitten am Tag.
"Klingelingeling,
guten Tag. Herzlichen Glückwunsch. Sie sind unter den Gewinnern! Rufen
Sie unverzüglich unser Gewinnbenachrichtigungszentrale unter der Nummer
0190/123456789 an und nennen Sie Ihre Glücknummer 123-456-789. Viel
Glück."
Unter der Nummer 0190/123456789 hört man dann minutenlang die Werbeaussagen des Unternehmens und dreht einige Ehrenrunden durch die, wegen der hohen Gewinnquoten, überlasteten Warteschleifen um dann zu erfahren, dass man der glückliche Gewinner einer köstliche Flasche Südtiroler Landwein im Wert von 2,89 € ist. Diese Flasche steht auf einem berühmten Weingut in der Nähe von Meran zur Selbstabholung bereit. Abholung binnen der nächsten 14 Tage, sonst verfällt der Gewinnanspruch. Kostengünstige Anreisemöglichkeiten und Übernachtung vor Ort werden aber natürlich von Partnerunternehmen angeboten und können gleich gebucht werden. So ein Zufall!
Für die Kosten des Telefongesprächs hätte sich der Anrufer eine ganze Kiste Rotwein in Tirol abholen können.

Wenn jetzt einer der Besitzer einer Sprachübertragungseinrichtung VOR seinem Anruf wissen wollte, wen er da anrufen soll, dann durfte er das nicht erfahren. Es war zwar erlaubt bei der Telefonauskunft anzurufen einen Namen und die Adresse zu nennen und dann eine Telefonnummer genannt zu bekommen. Aber es war VERBOTEN eine Telefonnummer zu nennen und dann Name und Adresse des Besitzers dieser Sprachübertragungseinrichtung zu erhalten.
DATENSCHUTZ sagte der Gesetzgeber und die Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft!
MARKTLÜCKE sagten sich ein paar clevere Geschäftsleute, klemmten sich das Telefonbuch der deutschen Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft unter den Arm, flogen nach China und ließen das Buch abtippen, auf CD-Rom speichern, nannten das Ganze D-INFO und verkauften die CD für ein paar locker Deutschmark an die Besitzer von bundesdeutschen Sprachübertragungseinrichtungen.
DATENKLAU – rief da die Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft und rief nach ihrem Freund, dem deutschen Gesetzgeber.
OH, OH, OH, OH, OH – sagte der, das ist nicht so einfach. Da müssen wir nur vorher noch ein bisschen am Gesetz drehen. Aber das war dann gar nicht nötig, denn man fand heraus, dass es zu der CD von D-Info ein kleines schnuckeliges Progrämmchen dazugab, für ein paar billige DeutschMark natürlich, mit dem man endlich anhand der Telefonnummer den Besitzer einer Sprachübertragungseinrichtung feststellen konnte. "Inverse Suche" hieß diese Funktion.
DATENSCHUTZ – schrie die Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft
GESETZESWIDRIG – stimmte der Gesetzgeber mit ein.Und gemeinsam fügten sie hinzu:
VERHAFTEN – ANKLAGEN – VERURTEILEN – EINSPERREN – PLATTMACHEN.
Gesagt – getan. Das war das Ende einer innovativen Jungunternehmerkarriere, nach dem Entdecken einer Marktlücke im Geschäftsfeld der staatsmonopolisierten Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft.
WAS RECHT IST MUSS AUCH RECHT BLEIBEN – sagte damals der Besitzer einer deutschen Sprachübertragungseinrichtung und dachte damit wäre die Angelegenheit wohl zu Ende.
Doch jetzt, ja genau jetzt im Juli des Jahres 2004, bekommen diese Besitzer deutscher Sprachübertragungseinrichtungen Post von der Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft, die sich zwischenzeitlich einen State-of-the-Art Namen zugelegt hat.
In dem Schreiben wird auf eine Änderung
bei den für die Telefonauskunft im Telefonbuch, das natürlich längst in
digitaler Form vorliegt, gespeicherten Daten hingewiesen. Denn nach
einer Änderung des Telekommunikationsgesetzes vom 14. Mai 2004 kann nun
auch über die Telefonnummer der Sprachübertragungseinrichtung nach Name
und Adresse des Besitzers eben dieser Anlage gesucht werden. In
Fachkreisen werde dieser Vorgang als Inverssuche bezeichnet.
Widerspricht
der Kunde nicht binnen vier Wochen durch Anruf der kostenpflichtigen
Nummer 01375/103300 (Achtung, die gibt es tatsächlich), so ist er mit
dieser neuen Nutzung einverstanden.
MEHRWERTDIENST – jubelt die ehemalige Telefonaniegrundgebührenkollektierungsgesellschaft
FORTSCHRITT – ruft der Gesetzgeber
WAS ILLEGAL WAR IST JETZT LEGAL - sagt sich jetzt der verdutzte Besitzer einer Sprachübertragungseinrichtung.
WEM DAS JETZT WOHL NÜTZT? - frag ich mich.
D-Info ist es bestimmt nicht!
Zuerst wird der Angerufene zu Hause beim Libido gestört.
Da sagt man ihm nicht wer das ist.
Dafür gibt man ihm eine Telefonnummer bei der er Anderen beim Libido zuhören kann, sagt ihm aber nicht was das kostet.
Dann
ruft man ihn zu Hause an und sagt ihm er habe gewonnen und wenn er
merkt, dass man in wieder abgezockt hat, darf man aus
Datenschutzgründen nicht sagen wer das war.
Und jetzt soll der
geplagte Besitzer einer deutschen Sprachübertragungseinrichtung auch
noch kostenpflichtig dagegen votieren, wenn er an dem neuen(!!!!)
Telefonauskunftsverfahren mit inverser Suche nicht teilnehmen will.
Verkehrte Welt!
Oder verstehen sie das?

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Also ich denk, da soll mich doch gleich der Amtsschimmel in die Weichteile treten!
Also über die vielen Formulare wundert sich bestimmt kein Mensch mehr, eher wird man misstrauisch wenn mal irgendwo kein Formular ausgefüllt werden muss.
Dschingis Khan, der alte Hunnenkönig stand einst mit seinen wilden Horden vor den Toren Europas und wollte dessen Jungfrauen schänden. Dschingis war mehrfach verheiratet und soll sogar mit einer seiner Gattinnen gleich bei der Trauung die Begattung in aller Öffentlichkeit vorgenommen haben. Was seine eben Angetraute davon hielt, ist der Nachwelt leider nicht überliefert. 
Jetzt liegt diese "Zeitung", die auf mich den Eindruck eines großen Werbecomics ohne durchgängige Story macht, auf meinem Schreibtisch und ich lese im Aufmacher, dass der DFB bei der Suche nach dem Bundestrainer jetzt auf Käse-Taktik setzen will.
Ein Mädchen darf nicht "Emma Tiger" heißen.
Maximal 30-45 Minuten werde man zum Ausfüllen dieser "hervorragenden" Formulare benötigen meint der Superminister Clement Wenn es jetzt Kritik gebe, zürnte der Minister, zeige das nur, dass sich viele Betroffene nicht rechtzeitig um die notwendigen Informationen gekümmert hätten. Wer Geld vom Staat beanspruche, müsse diese Arbeit aber auf sich nehmen. "Wer nicht zurechtkommt, soll mich anrufen!", so Clement.
Nachdem das mit den neuen Arbeitsplätzen nicht geklappt hat, reformiert Rot-Grün die Arbeitslosen auf der Ausgabeseite einfach in die selbstversorgende Armut. 
Ja, jetzt wird sich so mancher, wie ich vor einigen Monaten auch, fragen "ja was ist denn das jetzt schon wieder?". 
Das Bundesministerium des Inneren (BMI) hat daher angeordnet, dass bis zum 31.Dezember 2004 alle Bundesbürger vermessen und gewogen werden.
Männer greifen seltener als Frauen zur frischen Unterhose.
Da wurde doch tatsächlich in Stuttgart an der Haltestelle Hauptbahnhof/Arnulf-Klett-Platz gegen 17:00 Uhr ein Mann festgenommen. Zeugen hatten zuvor berichtet, dass dort zwischen Gleis 2 und Gleis 3 ein Mann stehen und beim Anblick vorbeilaufender Frauen mit geschlossener Hose onanieren würde.
Als kleiner Junge mit ersten Taschengeldengpässen habe ich von einem guten Freund den heißen Tipp bekommen auf den abgeernteten herbstlichen Feldern nach einem für die Landwirtschaft sehr schädlichen Nagetier zu jagen – der berüchtigten "Dilldappe", ein Tier in Hamstergröße, für dessen Fell es damals sagenhafte 5 DM bei der Ortsgemeinde geben sollte.
Das kann aber teuer für sie werden, denn Kinderlose sollen jetzt höhere Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen. Von der Beitragssatzerhöhung verspricht sich die rot-grüne Koalition Mehreinnahmen von rund 800 Millionen Euro, die zur Deckung der Finanzlücke verwendet werden sollen. Davon betroffen sind etwa zehn bis 15 Millionen Beitragszahler.