Machopan - Rauchzeichen

12.07.2004 um 11:11 Uhr

Montagsdemo

Stimmung: Agressiv verharzt
Musik: Lieb Vaterland magst ruhig sein .....

It goes loose!

Dieser, wohl fälschlicherweise unserem ehemaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke zugeschriebene Satz, zuckt mir spontan durch den Kopf, wenn ich in der Sueddeutsche Zeitung vom 7 Juli 2004 den Bericht über Langzeitarbeitslose in den neuen Bundesländern lese.

Um gleich irgendwelchen dummen Kommentaren über faule Ossies, die mental noch nicht im Westen angekommen sind, vorzugreifen – ICH bin Wessie und halte dennoch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, egal ob Ost oder West, für eine NATIONALE KATASTROPHE mit einem erheblichen Gefährdungspotential für unser Land und seine Bürger.

Denn man muss sich einfach mal fragen, was Langzeitarbeitslose nach Hartz IV noch zu verlieren haben?

Es wäre nicht zum ersten Mal in der Geschichte, auch in der europäischen, dass Massenarbeitslosigkeit und stetig zunehmende soziale Armut breiter Bevölkerungsschichten zu politischen Veränderungen ungeahnten Ausmaßes geführt hat. Zerstörte Volkswirtschaften mit Millionen von Toten waren die Folge.

Seit Jahrzehnten werden in unserem Land immer mehr Menschen ins gesellschaftliche Abseits und die Armut verschoben. Gleichzeitig wird ihnen gesagt, dass sie daran selber schuld sind.

Doch seit vielen Jahren geschieht das mit Menschen die eben nicht mehr selbst schuld sind.
Menschen, die meinten ihren Platz und ihre Existenzberechtigung in unserer Gesellschaft sicher zu haben. Aber dann mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes und ohne die Möglichkeit sich selbst ernähren zu können trotz teurer sozialen Sicherungssysteme stetig nach unten in die staatsverwaltete Vormundschaft durch gemahlen wurden. Ohne Aussicht auf Besserung.
Wer zweihundert Bewerbungen geschrieben hat und unzählige Vorstellungsgespräche mit teils entwürdigendem Seelenstriptease über sich ergehen lassen musste, der hat keine Hoffnung mehr. Der resigniert und entspricht dann genau dem Bild vom faulen Sozialschmarotzer, das unseren Politikern und Wirtschaftsführern, die einschneidenden Maßnahmen zur "Reform" der Sozialsysteme so leicht begründen lässt.

Der noch amtierende Bundeskanzler Gerhard Schröder ist 1998 mit den folgenden Worten in seiner Regierungserklärung angetreten:
"Vor uns liegen gewaltige Aufgaben. Die Menschen erwarten, daß eine bessere Politik für Deutschland gemacht wird. Wir wissen: Ökonomische Leistungsfähigkeit ist der Anfang von allem. Wir müssen Staat und Wirtschaft modernisieren, soziale Gerechtigkeit wiederherstellen und sie sichern, das europäische Haus wirtschaftlich, sozial und politisch so ausbauen, daß die gemeinsame Währung ein Erfolg werden kann. Wir müssen die innere Einheit Deutschlands vorantreiben; und vor allem und bei allem: Wir müssen dafür sorgen, daß die Arbeitslosigkeit zurückgedrängt wird, daß bestehende Arbeitsplätze erhalten bleiben und neue Beschäftigung entsteht"

Und heute scheut er sich nicht mit dem Satz "Was wir jetzt tun ist die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe und diejenigen, die davon betroffen sind, erwerben sich den Anspruch in Arbeit vermittelt zu werden. Und das ist doch ein großer Erfolg." in den Medien präsent zu sein.
Dieser Satz ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die seit sechs Jahren darauf warten und hoffen, dass eine bessere Politik in Deutschland gemacht wird, bestehende Arbeitsplätze erhalten bleiben und neue Beschäftigung entsteht. Diesen Satz vor der letzen Bundestagswahl und die Wähler hätten anders entschieden.
Den ANSPRUCH auf Arbeit kann man nicht essen, das ist VERSAGEN auf der ganzen Linie!

Wenn die ersten Menschen wieder zu den Montagsdemonstrationen gehen, dann wird es keine friedliche Lösung dieses Konflikts mehr geben, denn diese Menschen haben keine Chance und NICHTS mehr zu verlieren.
Was glauben sie wohl, was vier oder noch mehr Millionen Menschen, auch wenn sie nur mit Stöcken und Steinen bewaffnet sind, aus dieser Republik machen werden?
Sie werden nicht nur die Verantwortlichen aus ihren Bungalows zerren und die Parlamente stürmen, sondern auch die Wirtschaftsbosse und Bankdirektoren aus ihren Hochhäusern holen.

Selbst einem Strafgefangenen geht es im Knast mit geheizter Zelle, regelmäßigem Essen und ärztlicher Versorgung immer noch besser als einem von Harz IV zwangsverwalteten und in die Armut gedrückten Billiglohnarbeitssklaven.

Wer nichts mehr hat, noch nicht einmal mehr Hoffnung – der hat NICHTS zu verlieren. Außer seinem Leben, das NICHTS mehr wert ist.
Diesen Gedanken sollten sich die Verantwortlichen mal unters Kopfkissen legen und in ihren gebetsmühlenartig wiedergekäuten Schwachsinn aufnehmen.

BEVOR es zu spät ist.





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11.07.2004 um 11:11 Uhr

Katzenautos

Hab gestern fast den ganzen Tag damit verbracht Katzenautos anzugucken.
Was? Kennste nicht?
Diese schnellen, meist roten Dinger, die beim vorbeiflitzen immer "Miaauuuuuu" machen.

Klar kennste die!
Dann kennste auch den Schumi und seinen Windschatten, den Bari Chello.
Die fahren für das Team von Ferrero. Hab ja lange Zeit nicht gewusst, dass die neben Kirschen in Schokolade auch noch was mit Katzenautos machen.

Also die roten Katzenautos gewinnen meistens. Aber die anderen sind auch ganz lustig. Da war zum Beispiel vor ein paar Wochen das Rennen in Monte Cacao. Da hatte das Team von MacPlärren noch ganz viel Glück im Unglück, denn da ist der David Cool hart von Fischi Schella übersprungen worden und danach noch sauber auf dem Kopfpit gelandet.

Echt, hab ich selbst gesehen. Das war doch das Rennen, wo der Juan Trullala mit dem Rennold ganz überraschend auf den ersten Platz gerast ist und Jim Knopf auf Cash-Honda Zweiter wurde.

Nein, das Team von BEE-EMM-HEE kam nur auf Platz vier obwohl sich der Juan Pablo Mozarella heftig mit Schumi I angelegt hat und der Spanier Alfon So den Schumi II im Tunnel kopuliert hat. Er hat vermutlich gedacht, da sieht es keiner. Aber ich hab genau gesehen wie der Alfon So rückwärts aus dem Tunnel geschossen kam und noch den erigierten Mittelfinger der rechten Hand zum Kühlen in den Fahrtwind hielt.

Wie das letzte Rennen ausgegangen ist?
Woher soll ich das wissen. Sitz du mal vor dem Fernsehen und schlaf nicht ein wenn die Autos immer mit diesem "Miauuuuuuuu" an dir vorbei sausen.

Guck doch beim nächsten Mal selber, wenn’s nicht glaubst.





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10.07.2004 um 11:11 Uhr

Fahrzeugverkauf


Gestern habe ich einen Rat bekommen.
Nicht, dass ich ihn wirklich gebraucht oder in Auftrag gegeben hätte. Auch hat der Rat nichts gekostet, obwohl er von sehr hoher Stelle kam.
Der Rat kam vom Herrn Landrat unseres Bundeslandes persönlich.
Ist ja auch seine Aufgabe als Landrat den Menschen im Land mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Besonders wenn diese Menschen beabsichtigen ihr Kraftfahrzeug zu verkaufen.
Denn dann lauern überall Gefahren und deshalb hat der Herr Landrat seinen Rat an die Bürger des Bundeslandes Hessen in einem kostenlosen Merkblatt zusammen gefasst, das in den Räumlichkeiten der KFZ-Zulassungsbehörden bei den Straßenverkehrsämtern -natürlich nur während den Dienstzeiten- ausliegt.

In diesem Merkblatt heißt es:

Ihre Kfz-Zulassungsstelle rät ...

ACHTUNG BEIM FAHRZEUGVERKAUF !!!

Sie möchten Ihr Fahrzeug verkaufen?
Dann beachten Sie bitte diese wichtigen Hinweise:

Jede Veräußerung eines Fahrzeuges ist der zuständigen Kfz-Zulassungsbehörde (und der Kfz-Haftpflichtversicherung) unverzüglich anzuzeigen. Die Veräußerungsanzeige (Kaufvertrag) muss vollständig sein. D.h., dass darin neben den Angaben zum Verkäufer und zum Fahrzeug sowie des Vertragsdatums und der Unterschriften des Verkäufers und des Käufers auch

  1. der Name und die Anschrift des Erwerbers (bitte lassen sie sich den Ausweis zeigen und tragen in der Veräußerungsanzeige die Ausweisnummer mit ein)
  2. die vom Erwerber unterschriebene Empfangsbestätigung über den Erhalt des Fahrzeugbriefes und –scheines (bzw. bei stillgelegtem Fahrzeug statt des Fahrzeugscheins die Abmeldebestätigung) enthalten sein müssen.

Fehlen diese Angaben, ist der Kaufvertrag unvollständig. Das hat zur Folge, dass der eingetragene Halter (Verkäufer) weiter die Kfz-Steuer und evtl. die Kfz-Versicherung zu zahlen hat, wenn der Erwerber seiner Pflicht zur Um- oder Abmeldung des Fahrzeugs nicht nachkommt.

Daher bitten wir sie um Vorlage der vollständigen Veräußerungsanzeige.

Besonderer Tipp Ihrer Kfz-Zulassungsbehörde:

Der Halter (Verkäufer) schützt sich am besten vor einer drohenden Weiterzahlung der Kfz-Steuer und evtl. der Kfz-Versicherung, wenn vor der Übergabe des Fahrzeuges und der Fahrzeugpapiere das Fahrzeug vorübergehend stillgelegt wird. Dazu benötigt Ihre Kfz-Zulassungbehörde lediglich die Vorlage des Fahrzeugbriefes, des Fahrzeugscheines sowie der Kennzeichenschilder. Die Gebühr für die vorübergehende Stilllegung beträgt derzeit 5,60 EUR.

Deshalb: Fahrzeug vor dem Verkauf sicherheitshalber vorübergehend stilllegen!

Ihre Kfz-Zulassungsbehörde

Auf der Rückseite des Merkblatts sind dann noch Vordrucke zum Ausschneiden und Aufkleben auf Postkarten für die Veräußerungsanzeige nach §27 III StVZO an die Zulassungsbehörde und die Meldung über den Verkauf des Kraftfahrzeugs an die Versicherung.

Schön gell!
Nur dass das so im realen Leben nicht funktioniert.
Und noch nie so funktioniert hat.
Denn die meisten privaten Fahrzeugverkäufe finden an den Wochenenden statt. Und mit dem privat verkauften Fahrzeug wird meist bis zum Verkaufstag noch gefahren. Zumindest will aber der Kaufinteressent vor dem Kauf eine Probefahrt machen.

Mit einem abgemeldeten und stillgelegten Fahrzeug geht das aber nicht!
Ein abgemeldetes und stillgelegtes Fahrzeug ist von Privat so gut wie nicht zu verkaufen!
Ein abgemeldetes und stillgelegtes Fahrzeug darf auch nicht mehr auf öffentlichen Straßen oder Plätzen abgestellt werden.

Und weiterhin heißt es im Kraftfahrzeugbrief (Formular Bundesdruckerei 505 932 7.95) auf der Seite wo die Stilllegungen nach §27 Abs. 6 StVZO eingetragen werden:
Bei Vermerk der vorübergehenden Stilllegung im Brief gilt das Fahrzeug als endgültig aus dem Verkehr gezogen, wenn es vor Ablauf eines Jahres nicht wieder in Betrieb genommen wird. Soll das Fahrzeug danach wieder in Verkehr gebracht werden, ist nach §27 Abs. 7 StVZO der unbrauchbar gewordene Brief zur Einziehung vorzulegen und ein neuer Brief unter Beibringung eines neuen Gutachtens eines amtlich anerkannten Sachverständigen auszustellen.

Weiß denn der Herr Landrat was das Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverständigen kostet?
In den meisten Fällen dürfte das den Zeitwert des Kraftfahrzeuges übersteigen.
Also ich überlege mir jetzt (ernsthaft), ob ich dem Herrn Landrat einen Brief schreiben und ihm sagen soll, wo er sich seinen Rat -meiner Meinung nach- hin stecken kann.

Viel besser wäre es doch gewesen, die Kfz-Zulassungsstelle auch an den Wochenenden zu öffnen und Werktags natürlich auch bis 20:00 Uhr. Nicht um 11:30 Uhr die Rollläden runterlassen und Freitags sogar schon um 11:00 Uhr die Türen verrammeln.

Und noch viel besser wäre es gewesen, als Käufer oder Verkäufer nach erfolgtem Verkauf per Handy das Call-Center der Zulassungsstelle anrufen zu können, die Wunschnummer durchzugeben und innerhalb von 20 Minuten fährt das Servicemobil der Zulassungsstelle am Verkaufsort vor, montiert die neuen Nummerschilder, stellt den neuen Kfz-Schein aus, trägt den neuen Halter in den Kfz-Brief ein, macht noch rasch TÜV und ASU neu und nimmt eine kurze Innen- und Außenreinigung des Fahrzeugs vor.

Innovationen braucht dieses Land, Herr Landrat - nicht Merkblätter!





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09.07.2004 um 11:11 Uhr

Merkblätter


Was man sich nicht merken kann, das schreibt man auf.
Schon unser Johann Wolfgang von Frankfurt war der Meinung, "was man Schwarz auf Weiß besitzt, das kann man getrost nach Hause tragen".
Dabei spielt es keine Rolle, ob es was Wichtiges ist, oder etwas vollkommen Unwichtiges. Manche Menschen schreiben ja alles auf, können sich aber gleichzeitig an überhaupt nichts erinnern oder haben gar nichts verstanden.

Ich stand vor einigen Tagen, -ich habe darüber schon berichtet- in der Wartehalle einer Behörde und –was soll man dort auch anderes tun- wartete dort auf die Bearbeitung meiner Angelegenheit. Um mir die Zeit zu vertreiben, ließ ich meinen Blick durch die Wartehalle schweifen und entdeckte Plakate an den Wänden. Nicht für Veranstaltungen wie Fußballspiele, Gesangsabende oder gar den Zirkus.

Nein, das waren Plakate mit Informationen für den Zirkus, den dieses Behörde aus dem Verkauf eines Kraftfahrzeuges macht. Das ist nicht so einfach, wie sich das der verwaltungstechnische Laie so vorstellt.
So nach dem Motto: A übergibt seinen PKW (gegen Entgeld) an B.

In Wirklichkeit ist das ist ein äußerst komplizierter Verwaltungsakt mit vielen Tücken, Problemen, Risiken, Vorschriften, Formularen und -last but not least- Gebühren und Steuern.
Deshalb gibt es in der Behörde Wandplakate, die auf diesen Sachverhalt hinweisen und weil ich mir das alles nicht merken konnte, bat ich den Herrn Sachbearbeiter um Überlassung von Kopien, damit ich als Bürger dieser Republik diese Anleitungen zum Verkauf und Zulassung eines Personenkraftwagens in Hessen "schwarz auf weiß besitze und getrost nach Hause tragen kann".

Und hier sitze ich nun, mit Tränen in den Augen.
Wird mir doch jetzt erst klar wie unbedarft und unschuldig ich bisher durch diese böse, böse Welt geirrt bin. Jetzt erst begreife ich wie gefährlich mein Tun bisher war und welch enormen Risiken ich mich ausgesetzt habe.
Doch jetzt hat sich das Bundesland Hessen, dessen Bürger ich seit einigen Jahren "muss sein wollen können dürfen", dieser Sache angenommen.

Im Merkblatt zur Zulassung eines Kraftfahrzeuges in Hessen stehet geschrieben:
Das Land Hessen verliert jedes Jahr Millionenbeträge durch säumige Kraftfahrzeugsteuerpflichtige. Dieses Geld geht unmittelbar dem Land Hessen und damit seinen Bürgern und Bürgerinnen verloren. Um die Einnahme der Kraftfahrzeugsteuer für die Zukunft zu erleichtern, führt das Land Hessen deshalb ab dem 01.01.2004 ein Modellprojekt durch, welches die Zulassung eines Kraftfahrzeuges von den nachfolgenden Voraussetzungen abhängig macht.

  • Die Zulassung eines Kraftfahrzeuges erfolgt nur noch, wenn der KFZ-Halter eine Einzugsermächtigung für die Kraftfahrzeugsteuer von einem eigenen Bankkonto erteilt.
  • Ein Kraftfahrzeug wird darüber hinaus nur noch zugelassen, wenn der KFZ-Halter bei den Hessischen Finanzämtern keine Kraftfahrzeugsteuerrückstände oder Rückstände von diesbezüglichen steuerlichen Nebenleistungen (Säumniszuschläge) hat. Werden Rückstände festgestellt, ist deren Begleichung vor Ort möglich.
  • Werden für einen KFZ-Halter Kraftfahrzeugsteuerrückstände festgestellt, wird unmittelbar vor Ort die Steuer für das erste Jahr der Zulassung erhoben.

Das geht dann auf dem DIN A4-förmigen Formblatt so weiter und beschreibt das Verfahren wenn ein Bevollmächtigter die Anmeldung vornehmen soll. Davon kann ich nach meinen jüngsten Erlebnissen auf der Behörde nur abraten!

Das Merkblatt endet mit dem Satz:
Im Rahmen ihrer Mitwirkung bei der Erhebung der Kraftfahrzeugsteuer werden die Zulassungsbehörden als Landesfinanzbehörden tätig.

Wenn ich das vorher gewusst hätte, dann hätte ich da gleich mal reklamieren können wo denn mein Steuerbescheid mit Rückzahlung aus dem Jahre 2002 bleibt und was meine Einspruchsverfahren gegen die Steuerbescheide von 1996, 1997, 1998, 1999, 2000 und 2001 machen.

So für heute lass ich es jetzt aber gut sein und morgen schreib ich dann über das andere Merkblatt.





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08.07.2004 um 11:11 Uhr

Blog Muffel


In der Wiener Urania am Donaukanal haben sie sich getroffen und zwei Tage lang über die Blogosphäre diskutiert, wobei die deutschen Blogger dabei nicht gut weggekommen sind.

Mit einem adaptionsgeklonten, äußerst kreativen Zitat aus Asterix und Obelix begann Nico Lumma, von Blogg.de seinen Beitrag auf der Blogger-Konferenz BlogTalk.

Sein "die ganze Welt bloggt, nur das kleine germanische Dorf weigert sich bisher standhaft..." habe ich durch die intensiven Comic-Studien während meiner Jugendzeit noch etwas anders in Erinnerung.
"Ganz Gallien ist von den Römern besetzt.... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten."
Ein kurzer Blick in meine vollständige Sammlung großer Weltliteratur von Uderzo und Goscinny formt diese Vermutung binnen weniger Minuten zur Tatsache.

Versorgt mit diesem Hintergrundwissen und meiner langjährigen Erfahrung als Blocker (ja ja, früher –vor der Anpassung der deutschen Sprache an die PISA Normen- schrieb man das noch mit ZeeKa. Mein Gott, was haben wir damals beim Volleyball geblockt und beim Fußball gemauert. Mein alter Trainer sagte damals –als er noch an meine Karriere als Torwart glaubte- immer "Jung mach wie Klosterfrau, lass keinen rein". Später durfte ich dann, während meiner Militärzeit an den Wochenenden die langen Flure in den Kasernen blocken. Ich war sicher der bester Blocker in der ganzen Kompanie. Ein richtiger Blockwart!

Von da an war meine Karriere als Blocker nicht mehr aufzuhalten. Vom Alpha-Blocker, Beta-Blocker, Popup-Blocker, Spam-Blocker, Viren-Blocker über den Beta-Blogger ging die Entwicklung bis zum Web-Blogger. Suma sumarum bin ich sicher einer der wenigen Blogger mit suma cum laude und dem großen Uderzo-Latinum. *stolz*

Doch was muss ich da auf meinen alten Tage bei Heise-Online in der Berichterstattung über die BlogTalk-Konferenz, -zu der ich übrigens nicht eingeladen war,  dies nur am Rande- erfahren und den heißen Diskussionen im Forum entnehmen?
"Da wundert sich Dr. Stefan Glänzer, Chef des Weblog-Dienstleisters 20six
: Gerade einmal 7.500 aktive Online-Journale im deutschsprachigen Raum habe er ermitteln können. Verglichen mit den geschätzten 3,5 Millionen Selbstpublizisten in den USA ist das Bloggen hierzulande ein Randphänomen. Frankreich und Holland hätten da ein ganz anderes Selbstverständnis, die bloggten direkt los. Provokativ heißt sein Konferenzbeitrag dann auch "Does Blogging suck?"

Jetzt gibt es ja verschiedene Übersetzungsmöglichkeiten für das Modewort "suck in die Sprache der Dichter und Denker.
Mir ist daher nicht ganz klar geworden, wie der Herr Dr. Glänzer das jetzt wohl gemeint haben könnte.

Aufgefallen ist mir auch, dass vom führenden Weblog-Dienstleister für den deutschsprachigen Raum  anscheinend niemand unter den Teilnehmern war oder gar auf der Rednerliste stand.
Sollte etwa ein derart wichtiger Event wie die BlogTalk-Konferenz von den Marketingspezialisten dieses Dienstleisters übersehen oder gar ignoriert worden sein?

Ach und eine Frage habe ich noch, bevor ich jetzt dringend meinen morgendlichen körperlichen biologisch bedingten Körperfunktionen Rechnung tragen muss.

"Wer hat denn das Blog-Pow-Wow eigentlich finanziert?"





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07.07.2004 um 17:43 Uhr

Nacktschnecke


Dass das Internet das Zeitalter des Kopierens ist, weiß man nun ja schon länger.
Für Nicht-Internetianer sei mir der Hinweis erlaubt, dass das mit Cut & Paste, das sind die Tastenkombinationen Strg-C und Strg-V auf einfache Art und Weise geht. Auf manchen Rechnern soll das (Gewährleistung ausgeschlossen) auch  –tastaturabhängig- mit der Tastenkombination Strg-Alt-Entf (deutsche Tastatur) oder Strg-Alt-Del (englische Tastatur) funktionieren. Einfach mal ausprobieren :-).

An dem Problem, dass bei der Verwendung von Cut&Paste leider auch die unbeabsichtigten und (bewußt) eingebauten Schreibfehler mitkopiert werden, soll die Firma Kleinweich ja noch arbeiten.

Dass Ideen geklaut und Erfindungen kopiert werden ist auch so alt wie die Menschheit.
So mancher Mitmensch ist wohl doch bei der Zuteilung der Kreativität und/oder Innovationskraft leer ausgegangen. Macht aber nix, denn die Summe aller Charaktereigenschaften ist schließlich immer 100%. Muss man halt das Manko durch andere Eigenschaften ausgleichen, deshalb muss man sich ja nicht gleich das Leben nehmen.
Und vom abkupferten oder nachgemachten Melodien, Sketchen, Witzen und Bildern leben schließlich auch ganze Industriezweige, denn nichts vervielfältigt sich mit derart rasender Geschwindigkeit wie erfolgreiche Produkte.

Aber jetzt habe ich zum ersten Mal -fast live- erlebt, dass quasi über Nacht eine "fake story" kopiert wurde.
Doch jetzt erst mal der Reihe nach.

Angefangen hat es eigentlich mit einem Posting von Machopan zu den diversen Blog-Statistiken bei Blogigo. Aus den Beiträgen zu diesem Posting ergab sich, dass es bereits vier Wochen vorher in "Frau Mitzis rote Bar" eine ähnliche Diskussion gegeben hatte. Als dann noch XY12 das Thema aufgriff; wurde in den Kommentare darüber diskutiert mit welchem Thema und welchen Keywords man ein Blog wohl unter die "Top Ten" oder gar auf "Platz 1" bringen könnte.
Herauskristallisiert hat sich das Thema der "Nacktschnecke" und "Sex" sowie viele andere Worte, die Suchmaschinen zum Rotieren bringen.
Das Ganze ein Hirnriss, ein Spleen, eine fake story.

Aber nicht für "Das Wort zum Tage"
Der erste Artikel handelt zwar vom "Nacktmulch" und nicht von der "Nacktschnecke", aber ich muss zugestehen, dass der auch mehr Ähnlichkeit mit menschlicher Anatomie hat, als dies bei der Nacktschnecke der Fall gewesen wäre. Sorry Girls, das musste jetzt auch mal gesagt werden.

Die Site ist gut gemacht, man spürt sofort dass sich der Autor mit der Materie auskennt. :-)
Zur optischen Verbesserung würde ich aber noch einige GIF-Animationen als Sex-Tracker verwenden. Das beschäftigt das Auge des Besuchers, der die Site sicher nicht nur aufgesucht hat um viel Text zu lesen.

Schon der nächste Artikel soll übrigens von einem ganz ausgefallenen Thema handeln:

DER NACKTSCHNECKE

Wie uncool.





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07.07.2004 um 05:45 Uhr

Tabubruch

Im Leben jedes Menschen gibt es Tabus; vorgegebene und selbst gesetzte.
Auch ich habe Tabus, aber ich sag jetzt nicht welche.

Aber seit heute habe ich ein Tabu weniger. Eigentlich durch einen Zufall. Aber ich erzähle das lieber mal der Reihe nach.

Ich bin heute mal so durch die Bloggs bei Blogigo gesurft und habe mir mal angesehen was da so drin steht, was das für Leutchen sind und mit was sich die bzw. was die so beschäftigt.

Dabei sind mir zwei Blogs aufgefallen, die sich -zumindest vom Titel her- mit der gleichen Sache befassen.

Und jetzt komm ich zu meinem Tabubruch.
Denn diese Blogs haben "Big Brother" zum Thema und ich hatte mir geschworen, mich damit nie mehr zu beschäftigen oder gar darüber zu äußern, nachdem ich das schon vor Monaten getan hatte, als die Bewerbungsphase 
gerade anlief.

<tabubrechzone beg>
Gesucht wurden damals Kandidaten mit "Verantwortung für Niveau und Eloquenz", mit "Führungsqualitäten", einer "hervorragender Ausbildung" und einem "breiten Wissensspektrum".
Und jetzt muss ich in einem der Bloggs lesen, dass die so hervorragend besetzten Teams an einer Aufgabe gescheitert sind, die das Niveau der letzten Klasse Grundschule hat.

Die Teams mussten 12 Länder, Städte, Sehenswürdigkeiten auf einer "englischsprachigen" Landkarte finden. Für jeden Begriff hatten sie 60 Sekunden Zeit.
Die Begriffe waren:

  1. Mount Everest
  2. Casablanca
  3. Panama
  4. Canberra
  5. Vancouver
  6. Wüste Gobi
  7. Reykjavik
  8. Surinam
  9. Kuala Lumpur
  10. Honolulu
  11. Murmansk
  12. Madagaskar

Ein Team schaffte innerhalb der Zeit elf Punkte, die beiden anderen Teams nur jeweils sechs.

Als ich das gelesen habe -sofern es stimmt, denn ich habe die Sendung nicht gesehen. Das wäre ja ein Tabubruch gewesen- kamen mir doch erhebliche Zweifel an der "hervorragenden Ausbildung" und dem "breiten Wissensspektrum" der Kandidaten.

Denn jeder einigermaßen gebildete normale Mitteleuropäer kann diese Orte doch innerhalb von 60 Sekunden auf einer Landkarte lokalisieren. Da ist auch die englischsprachige Landkarte kein Handicap.

Hat der Sender doch wieder Kandidaten ausgewählt, deren IQ gerade so weit reicht, dass sie sich daran erinnern können wo der Kühlschrank ist und sich nicht auf dem Weg zwischen Klo und Schlafzimmer verlaufen?

Das Siegerteam soll zur Belohnung sogar einen Fresskorb bekommen haben.
Also ich hätte die Jungs und Mädels auf Wasser und Brot gesetzt, denn wer diese Begriffe nicht alle innerhalb von 12 Minuten finden kann.... der ist einfach nur STRUNZDOOF!!!!!!
</tabubrechzone end>





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06.07.2004 um 05:45 Uhr

Tri Tra Tralala

 

Tri Tra Tralala, Tri Tra Tralala - der Kasper der ist wieder da.

Nun liebe Bürger gebt fein acht, ich hab mir wieder was ganz Dämliches ausgedacht:

"Was wir jetzt tun ist die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe und diejenigen, die davon betroffen sind erwerben sich den Anspruch in Arbeit vermittelt zu werden!"

"Und das ist doch ein großer Erfolg."

Eurer Bundeskasper

05.07.2004 um 05:45 Uhr

Zapfenstreich

Musik: Wer wird denn weinen wenn man auseinandergeht, wenn an der nächsten Ecke schon ein Andrer steht


Endlich klärt mich jemand auf. Das Internet erweitert meinen Horizont.
Jetzt weiß ich endlich welche Gefühle einen Mann beim "Zapfenstreich" beschleichen.


Danke Schandmännchen, vielen Dank.

Ich habe mir die Szenen mit Bundesbruder Johannes im Fernsehen angetan.
Besonders beeindruckt war ich ja von dem Trompeter, der da zum Halali geblasen hat.
Erinnert hat mich die Szene so ein bisschen an den Film "Verdammt in alle Ewigkeit" mit Montgomery Cliff, Burt Lancaster und Frank Sinatra. Dieser Film spielt im Jahre 1941 kurz vor dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour. Der Gefreite Prewitt (Montgomery Cliff) spielt Trompete für seinen getöteten Freund und die Tränen laufen ihm dabei über die Wangen. Eine sehr bewegende Szene.

Beim Zapfenstreich vom Bundesbruder Johannes wurde auch geblasen und trompetelt; sogar von einem Mann mit Stahlhelm. Aber nicht so bewegend wie im Film und geweint hat auch niemand.

Ich habe dann rübergezappt auf einen anderen Kanal.
Hab ich ja kein Verständnis für, dass sich der Bundesbruder in aller Öffentlichkeit den Zapfen streichen lässt.
In seinem Alter! Muss man sich nun wirklich nicht antun, oder?





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04.07.2004 um 05:45 Uhr

Currywurststeuer


Eigentlich wusste ich bis vor wenigen Minuten nicht so genau über was ich mich heute auskotzen soll. Es gibt eigentlich nicht viel Neues. Nein, nicht dass sich jetzt plötzlich alles zum Guten gewendet hätte und unsere Entscheider zur Vernunft gekommen wären. Nein, das nicht!
Aber darüber habe ich mich schon so oft ausgelassen, dass es einem wirklich zum Halse heraushängt.

Doch seit dem mir heute sehr früh der Morgen graute, lese ich mich zusammen mit einer großen Tasse schwarzem Kaffee durch die Gazetten im Internet.
Und da stößt mir die neue Forderung der Grünen sauer auf, die ich bei "Spiegel Online" lesen muss:

«Currywurst soll höher besteuert werden

Mit der Ökosteuer wollten die Grünen die Autofahrer bremsen - jetzt schlägt eine ihrer Politikerinnen vor, den Deutschen per Steuer das ungesunde Essen zu verleiden. Betroffen wären Pommes, Würste und Limonade. Die Grünen-Politikerin Ulrike Höfken sprach sich in der "Bild"-Zeitung dafür aus, den Kampf gegen Übergewicht gerade bei Kindern zu verschärfen. Deshalb solle für Lebensmittel, die besonders viel Salz, Fett oder Zucker enthielten, künftig nicht mehr der halbe Mehrwertsteuersatz (7 Prozent) gelten - sondern der übliche von 16 Prozent. Höfken findet: Der Staat sollte diese Lebensmittel nicht zusätzlich durch ermäßigte Steuern subventionieren - auch wenn es durchaus legitim sei, hin und wieder mal eine Limonade zu trinken. Die Politikerin ist stellvertretende Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Ernährung. Mit der Initiative will sie auch die Ausbreitung von Karies hemmen. Verbraucherschutzministerin Künast hatte bereits angeregt, die Steuern auf ungesunde Nahrungsmittel anzuheben. Höfken macht nun einen der ersten konkreten Vorschläge. Noch eine Idee: Der Vorsitzende des Bundeselternrates, Wilfried Steinert, schlug in der Zeitung vor, mit den zusätzlichen Einnahmen aus der Currywurst-Steuer Gratisessen in Kindergärten zu finanzieren. Gesundes Gratisessen natürlich. »

Da bin ich mir aber fast sicher, dass das dem Bundesgerd und Familie nicht gefallen wird.

Spontan fällt mir deshalb ein Gegenvorschlag ein, der die selbe Wirkung hätte:
Die Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel wird auf 0 % (Null) gesenkt.

Warum zahlen wir überhaupt Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel, Frau Höfken?
Und das auch noch aus unserem bereits versteuertem Nettoeinkommen?
Denken sie doch mal in diesen Richtung, Frau Höfken.
Vielleicht würden ihnen dann nicht nur ihre Parteikollegen sondern auch die Bürger dieser Republik folgen!

Eine Verbesserung unserer Politik können wir vermutlich nur erreichen, wenn wir dafür Sorge tragen, dass bei der nächsten Wahl nur Kandidaten auf dem Wahlzettel stehen dürfen, die einen Idiotentest bestanden haben.

Ach was schreibe ich denn jetzt hier wieder, das ist doch sicher heute schon so, oder?





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03.07.2004 um 05:45 Uhr

BLOGG Statistik


"Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast".
Wer kennt diesen wahren Spruch nicht?
Größer, weiter, höher, schneller, besser, schöner, stärker, schwerer, leichter, kleiner, feiner, dümmer, verrückter, beknallter – das ist das Motto unserer schnelllebigen Gesellschaft.
Dass der Mensch dazu neigt seine Leistungen mit anderen messen zu wollen und zu müssen, ist so alt wie der Mensch selbst. Angefangen hat das schon im Paradies mit den noch schöneren Äpfeln und ging dann weiter über Kain und Abel mit dem besseren Rauch bis in die Jetzt-Zeit.

Um sich in der Anonymität des Internet mit Anderen zu messen, ist man rasch auf die Anzahl der Klicks bzw. den Traffic verfallen. Ganze Inkassosysteme und Werbeprämien basieren auf diesen Werten. Ich habe lange Zeit immer gedacht ein Klick wäre ein Klick und Traffic wäre eine Art Messwert für das bewegte Datenvolumen.

Seit es bei Blogigo die neuen Statistiken gibt habe ich mich etwas näher mit diesen Werten beschäftigt um zu verstehen, was da eigentlich passiert.

Eigentlicher Grund war ein Blogg der schlagartig, quasi über Nacht, in den "Top Ten" aufgetaucht ist, gerade mal vier Postings hatte und nur wenige Tage vorher angelegt worden war.
Diesen Blogg gibt es in der Zwischenzeit nicht mehr, deshalb spielt der Name auch keine Rolle.
Aber mich hat interessiert wie dieser Blogg derart raketenartig in die Charts schießen konnte.

Bei Sedo habe ich dann gelernt, dass es "guten Traffic" und "schlechten Traffic" und "gute Klicks" und "schlechte Klicks" gibt. Dort ist "jede Art von künstlich herbeigeführten Zugriffs- und/oder Klickzahlen durch Bewerbung der Domain in Newsgroup-Postings, E-Mail-Kampagnen, Chatrooms, sowie durch automatisierte Zugriffe durch Hitbots, Clickbots, Spiders, Cgi-Scripten, Java-Scripten, Zero-Pixel-Frames, Iframes, Popups oder ähnliche Methoden" verboten.

Nicht dass ich von diesem technischen Zeug viel verstehen würde, aber trotzdem interessiert mich natürlich wer denn meine täglichen "Rauchzeichen und Hirnblähungen" eigentlich liest.
Außer mir, natürlich!

Ein paar von den Jungs und Mädels kenn ich schon, einige haben auch dem Bloggen den Rücken gekehrt, haben hingeworfen und den Blogg gelöscht. Von anderen stehen die verwaisten Gedankenruinen noch, werden nur noch sporadisch gepflegt und verschwinden langsam in der Vergangenheit.

Fast täglich kommen neue Bloggs dazu. Sie tauchen kurz euphorisch in der Statistik auf, mit Titeln wie "My daily frustration" (hoffentlich bin ich jetzt niemand auf die Füße getreten) und verschwinden wieder. Außer dem Eröffnungseintrag stehen auch nach Wochen und Monaten keine neuen Frustrationen drin, da muss wohl schon die Eröffnung des Bloggs ziemlich frustrierend gewesen sein.

An den neuen Statistiken kann man jetzt auch sehen wie beliebt man ist, wie viele Einträge man hat, wie viele Besucher da waren, welcher Blogg neue Einträge hat und wer die eifrigsten Blogger sind.
Ich habe mir die ganzen Bloggs in den verschíedenen Charts mal angesehen und bin zu dem Schluss gekommen, dass das alles nur zur Befriedigung unseres eigenen Egos dient.
Der informative Nährwert ist gleich Null.

Dazu einige typische Beispiele in beliebiger Reihenfolge:

PISA ist eines/einer der ältesten Bloggs (ist Blogg eigentlich männlich, weiblich oder sächlich?) und führt die Hitstatistik an. Liegt aber bei der Anzahl der Einträge nur im hinteren Drittel. Aktualisiert wurde der Blogg seit Wochen nicht mehr, was seiner Beliebtheit aber nicht zu schaden scheint.

MACHOPAN liegt in den Hits auf Platz zwei, wird fast täglich aktualisiert, ist aber weit weniger beliebt wie PISA, obwohl MACHOPAN viel mehr Einträge hat (die aber auch aus Altdatenübernahme vom Vorprovider stammen .)

KINO UND FILME liegt auf Platz drei bei den Hits aber bei den aktivsten Bloggs noch nicht mal unter den ersten 20 und auch in der Statistik der meisten Einträge nicht zu finden. In der Beliebtheitsskala aber auf Platz 5.

BESSER MIT CHARKTER .. (Hallo Yuna! Es grüßt dich ein täglicher Leser.) auf Platz 5 bei den Hits und auf Platz 6 bei der Beliebtheit. Bei der Anzahl Einträge im Mittelfeld und bei den aktivsten Bloggs nicht platziert.

XY12 ist dagegen einer der aktivsten Bloggs, belegt dort Platz 2 und hat in der Liste der meisten Einträge den vierten Platz inne. Aber unter den meistbesuchten Bloggs ist er nicht zu finden. Kann ja auch nicht anders sein, wenn man sein Blogg (samt Statistik) eigenhändig in den Mülleimer haut und dann (mit Cut & Paste? der alten Einträge) wieder von vorne anfängt.

LILITH – FIKTIVE TAGEBÜCHER führt die Statistik der meisten Einträge an, rutscht dann aber bei den Aktivitäten auf Platz 8, in der Beliebtheitsskala auf Platz 13 und der Hitliste auf Platz 16.

BIG BROTHER – DAS BUCH der Aufsteiger des Monats. Fährt vermutlich dank aktueller Medienberichterstattung durch die Statistik wie ein heißes Messer durch die Butter. Innerhalb weniger Tage auf Platz 6 in der Hitliste, Tendenz stark steigend mit Zuwachsraten von 500-600 Hits pro Tag. Bei der Anzahl der Einträge auf einem guten Mittelfeldplatz – aber in der Beliebtheitsskala nicht zu finden. Ein ungeliebter Blogg? – Wer liest den dann?

MIT DEM KOPF VORAN ist genau so ungeliebt wie BIG BROTHER aber unter den Top Ten der Hitstatistik und auf Platz 2 bei den meisten Einträgen.

YET ANOTHER BLOODY WEBLOG ist der beliebteste Blogg bei Blogigo, noch vor PISA . Liegt jedoch im Gegensatz zu PISA nur im hinteren Drittel der Hitliste. In der Aktivitätenstatistik und der Statistik der meisten Einträge taucht der Blogg nicht auf.
Ganz im Gegensatz zu

BETZINGERS WEBJOURNAL, welches die Liste der aktivsten Bloggs anführt (58 Einträge binnen 14 Tagen). Das reicht auch in der Statistik der meisten Einträge zu einem Platz unter den ersten 10. Doch obwohl der Blogg schön gemacht ist schlägt sich das nicht in den Hits oder der Beliebtheitsskala nieder.

Und was sagt uns das alles?
Statistik ist SCH.........

Aber es würde mich trotzdem brennend interessieren wer meinen Blogg liest.
Oder gibt es da vielleicht einen oder mehrere Hitbots, Clickbots, Spiders oder Googler, die das erledigen?





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02.07.2004 um 05:45 Uhr

Bundesträner

Nach Rudi nur noch ratlos.
Und der DFB mit Mayer-Feuermelder an der Spitze ist auch nicht Spitze.
Kein Konzept ist halt auch ein Konzept.

Damit hat die deutsche Fußballnation und ihre Verantwortlichen wohl nicht gerechnet, dass niemand Amt und Würden des Deutschen Nationalträners übernehmen will.
Nachdem der Otmar Hitzfeld jetzt abgelehnt hat sieht man allerorten nur noch Fragezeichen. Und es ist erstaunlich wer da alles so als Kandidat gehandelt wird und wer prinzipiell nichts dagegen hätte, wenn ihn einer fragen würde.

Von Loddar "Schnodderschnauze" bis "Schnupfennase" Daum reicht die Palette der Kandidaten. Wie weit soll denn das Niveau des Deutschen Fußballs noch absinken?
Hat eigentlich schon mal jemand Uwe Seeler gefragt?
Was ist mit Sepp Maier?
Hat der Karlheinz Rumgekigge eigentlich eine Tränerlizenz?
Und was macht "Auge" Augenthaler?
Franzl "Kaiser" Beckenstecker hat ja auch schon "WinkeWinke" gemacht. Der wird wohl wissen warum!
Helmut Rahn ist ja leider zu früh verstorben, sonst hätte man ihn noch, zumindest als Co-Träner, reanimieren können.

Am schönsten ließe sich das Problem ja mit Oddo Rehhagel lösen.
Das wäre für den konzeptlosen DFB doch die eleganteste Lösung. Der Oddo spricht einigermaßen Deutsch und hat seine Mannschaft aus griechischen Individualkickern bis ins Finale der EM gebracht. Das wäre doch jetzt richtig schick, wenn der Oddo sich jetzt mit den Primadonas der Deutschen Nationalmannschaft und deren Vereinspräsidenten rumhauen würde. Dann könnte man beim DFB einfach weiter in die dick gepolsterten Sessel furzen und den Herrgott einen guten Mann sein lassen. Der Oddo wird’s schon richten.
Ich denke der wäre doch schön bescheuert, wenn er diesen Schleudersitz übernehmen würde.

Wie wäre es denn mit dem Spielfeldrandexperten Günther "BlaBla" Netzer. Der weiß doch alles und immer besser. Babbelt nur für gut Geld in der TV-Lobby rum und hat eigentlich nix zu sagen.

Jetzt lassen wir doch unseren Schweif mal über die bundesdeutschen Fußballexperten blicken.
Wie wäre es mit Jürgen von der "dicken" Lippe. Die Pressekonferenzen mit dem wären doch der Knaller, oder?
Oder wenn nicht Oddo Rehhagel, dann vielleicht Oddo Walkes. Den habe ich auch schon mal mit kurzen Hosen und einem Ball in der Hand gesehen.
Vielleicht sollte der DFB die offene Stelle des Deutschen Bundesträners einfach mal an die Bundesagentur für Arbeit melden. Die kennen sich mit der Fehlbesetzung von Leitungsfunktionen bestens aus.
Da fällt mir noch unser Bundeskasper Gerhard ein. Den habe ich auch schon mal nach einem Ball treten sehen.
Nein, der Außenjoschka kommt nicht in Frage, der hat konditionelle Probleme und kann die langen Wege zwischen den DFB-Funktionären nicht mehr gehen.
Man müsste irgendeinen Fehlpassspezialisten finden, dem man in zwei Jahren bei der WM auf heiligem nationalen Boden das frühzeitige Ausscheiden der bundesdeutschen Millionenkicker in die gesponserten Kickstiefel schieben könnte, um ihm dann als Ursache allen Übels die rote Karte zeigen zu können.

Ich hab’s! Ich weiß was wir machen! Das darf aber keiner merken! Deshalb einfach Schnauze halten und so tun als könnte man kein Wässerchen trüben.

Wir nehmen die erfolgreichen Fußballdamen, verpassen denen einen Männerhaarschnitt, kleben ihnen einen Oberlippenbart oder Vollbart an, bringen ihnen bei, dass man beim Mauerbilden nicht die sekundären, sondern die primären Geschlechtsmerkmale  schützen muss und zeigen Ihnen wie man seinen Speichel medienwirksam auf den Rasen rotzt.

Das müsste gehen. Also ich bin davon überzeugt, dass das - zumindest an der Spielstärke- keiner merkt!
Man darf nur nicht vergessen, dem Mannschaftskapitän zu sagen, dass der Kapitän einer Herrenmannschaft die Binde sichtbar am Arm tragen muss.

Ole ole ole ole – die größten Pfeifen sind beim DFB





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01.07.2004 um 05:45 Uhr

Bürokratenland


Manchmal denkt man sich es kann nicht noch schlimmer kommen!
Und dann wird es doch noch schlimmer!
So geschehen mir hier und heute!

Es kann ja durchaus sein, dass ich nicht immer und überall auf dem neuesten Stand bin. Man möge mir dies verzeihen und ich bin ja auch noch durchaus lernwillig und lernfähig. 
Was sich der Gesetzgeber ausdenkt und in Paragraphen gießt ist die eine Sache.
Und was Behörden und Ämter daraus machen, das ist die andere – die mit der der Bürger konfrontiert wird.

Den heutigen Tag hatte ich mir dazu auserkoren mein Auto bei der Kraftfahrzeugzulassungsstelle umzumelden. Ich muss betonen –UMMELDEN-, denn meine Adresse hat sich durch Verlegung des Hauptwohnsitzes geändert. Nur meine Adresse und sonst gar nix.
Auf dem Einwohnermeldeamt war ich schon und habe meinen Personalausweis umschreiben lassen. Hier wundere ich mich schon lange nicht mehr mit welchem Aufwand mit Schreibmaschine und Tesafilm Aufklebetiketten für einen angeblich "fälschungssicheren" Personalausweis gefertigt werden.
Aber ich schweife ab, heute ging es "nur" um das Auto.
Dieses Auto ist auf meinen Namen zugelassen, es ist ordnungsgemäß versteuert und versichert. Also ich heute mit Auto, Nummernschilder, Kraftfahrzeugbrief und Kraftfahrzeugschein zu besagter Kraftfahrzeugzulassungsstelle. Vor dem Gebäude montiere ich die alten Nummernschilder ab, klemme mir selbige unter den Arm und betrete das Gebäude.

Dann schaue ich mich kurz um und marschiere nach kurzem Zögern auf den Informationsschalter zu, hinter dem ein Herr in den besten Mannesjahren steht.
"Guten Tag! Ich möchte mein Auto UMmelden", teile ich ihm mein Begehren mit.
Statt einer Antwort schiebt er mir einen Zettel im DIN A5-Format über den Schaltertisch.
Strassenverkehrsbehörde steht oben drüber. Dazu Adresse und Telefonnummer. Das verstehe ich zwar nicht ganz, denn ich bin ja da und hergefunden habe ich auch alleine. Aber dann lese ich weiter.
Es folgen Öffnungszeiten, Von Mo-Do 7:30 – 11:30 Uhr, Mittwoch zusätzlich von 13:30 – 17:00 Uhr, dafür am Freitag nur von 7:30 – 11:00 Uhr.
Das verstehe ich auch nicht, denn es ist Donnerstag gegen 10:30 Uhr und das Amt hat geöffnet, zumindest ging die Türe von alleine auf, als ich kam.

Ich schaue den Herrn hinter dem Schalter an, aber der hat in der Zwischenzeit begonnen ein Telefongespräch zu führen und schenkt mir nur seine Missachtung.
Also lese ich weiter. Da steht:

ABMELDEN: Orginal-KFZ-Brief, KFZ-Schein, Kennzeichen.
ANMELDEN: (Orginal-Papiere) KFZ-Brief, KFZ-Schein oder Abmeldebescheinigung, Abgasuntersuchungsbescheinigung, Hauptuntersuchungsbericht (wenn nicht im KFZ- oder Abmeldeschein vermerkt) , Deckungskarte der Versicherung, Einzugsermächtigung für die KFZ-Steuer, KFZ-Kennzeichen, gültigen BPA oder Reisepass mit Meldeschein (nicht älter als 3 Monate), ggf. Vollmacht und Ausweis des Vollmachtgebers, ggf. auch Gewerbeanmeldung, KFZ (Auto) vorführen, auch RE-Importe, bei Erstzulassung (Dt. KFZ-Brief), Umschreibung im Kreis oder neuem TÜV (nicht älter als 6 Monate) ist eine Vorführung nicht erforderlich, Geld
.

Verdutzt drehe ich das Blatt um. Hinten drauf ist – nichts.
Fragend blicke ich auf, denn der Herr hinter dem Schalter hat sein Telefongespräch beendet.
"Ich will UMMELDEN – nicht Abmelden, auch nicht Anmelden – nur UMMELDEN", sage ich sehr klar und deutlich betonend und angrifflustig das Kinn vorstreckend.

"Ja eben", meint der Mann hinter dem Schalter, "steht doch alles da."  Ich sehe ihm an, dass er es sich gerade noch verkneifen kann zu sagen "Können Sie denn nicht lesen?". Stattdessen fügt er in einem Tonfall, in dem man sonst nur mit geistig Behinderten redet, hinzu "UMmelden ist ABmelden und ANmelden zusammen. Verstehen Sie das?"

Ich nicke stumm - aber noch nicht ergeben.
So leicht werde ich es dem selbstsicheren Herrn hinter seinem Amtsschalter nicht machen.
"Ich stehe hier vor ihnen, weil ich die Änderung der Anschrift des Fahrzeughalters dieses, meines Fahrzeuges anzeigen möchte. Genauso wie es hier im amtlichen Kraftfahrzeugschein für dieses Fahrzeug steht. Dort heißt es nämlich, man beachte den Wortlaut, ich zitiere: Jede Änderung der Anschrift des Fahrzeughalters ist der Zulassungsbehörde für Kraftfahrzeuge unverzüglich anzuzeigen. Mit der Anzeige sind Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief vorzulegen. Und ich bin der Fahrzeughalter, hier ist der Fahrzeugbrief und der Fahrzeugschein und hier ist mein amtlicher Personalausweis mit der neuen Adresse. Außerdem haben wir hier noch die Nummernschilder und draußen auf dem Parkplatz steht das Fahrzeug. Sie können es von hier aus sehen, wenn sie sich ein wenig außerhalb ihres Dienstschalters bewegen wollen. WO bitte ist jetzt das Problem? Den Zettel hier, den sie mir so voreilig über den Tresen geschoben haben, gebe ich ihnen zu meiner Entlastung zurück. Wo kann ich jetzt bitte einem Mitarbeiter dieser Behörde die Änderung der Anschrift des Fahrzeughalters anzeigen und das Fahrzeug UMmelden?".

Klapp, macht der Kiefer meines Gegenübers, dem langsam die souveräne Überlegenheit aus den Gesichtszügen entgleist.
"Ohne diese Unterlagen", meint er dann und zeigt dabei auf den Zettel, "können sie HIER ein Fahrzeug werden AN- noch AB- noch Ummelden!", wobei er die Arme vor der Brust verschränkt. "Körpersprache", denke ich mir, "er geht in die Verteidigung."

Dann wollen wir doch mal das Maskottchen dieser Behörde, das "große weiße Pferd" über den Acker hetzen. Man gönnt sich ja sonst nichts.
"OOOKAYYYY", sage ich und trete angriffslustig näher an den Tresen, was den Herrn dazu veranlasst einen Schritt zurückzuweichen, "dann erklären sie mir doch mal, warum ich eine Abgasuntersuchungsbescheinigung benötige, eine Deckungskarte der KFZ-Versicherung benötige und eine Einverständniserklärung zur Teilnahme am Banklastschriftverfahren für die Zahlung der KFZ-Steuer benötige, nur weil sich meine Adresse geändert hat. Meine Bankverbindung ist gleich geblieben und ich nehme auch schon am Banklastschriftverfahren für den Einzug der KFZ-Steuer teil. Auch meine KFZ-Versicherung will ich nicht wechseln, jetzt wo ich soviel Prozente bei der bekomme. Was soll denn der ganze Aufwand, ist es denn nicht schon schlimm genug, dass sich mein Auto an ein neues Kennzeichen gewöhnen muss?"

Der Herr hinter dem Schalter zieht es vor sich eine kleine Bedenkzeit zu verschaffen und durch mehrmaliges, heftiges Einatmen seinem Gehirn Sauerstoff zuzuführen. Hilfesuchend blickt er sich um, aber außer mir und ihm ist keiner da.
Also holt er noch einmal tief Luft und legt dann los: "Die Abgasuntersuchungsbescheinigung benötigen wir um sehen zu können, wann die nächste Abgasuntersuchung fällig ist, denn dafür bekommen sie eine Plakette, wie für den nächsten TÜV, auf die neuen Nummernschilder. Die Deckungsbeitragskarte von der KFZ-Versicherung brauchen wir zum Nachweis, dass ihr Fahrzeug versichert ist und um die Versicherung über die Neuanmeldung -Entschuldigung UMmeldung- zu informieren. Und die Einverständniserklärung zur Teilnahme am Banklastschriftverfahren zum Einzug der KFZ-Steuer brauchen wir, damit das Finanzamt sicher sein kann, dass die KFZ-Steuer auch bezahlt wird. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich. Diese Regelung gilt seit Januar 2004 und ist zur Vereinfachung der organisatorischen Abläufe bei den Finanzämtern eingeführt worden."
Dann hält er inne, kneift die Lippen zusammen und sieht mich triumphierend an. So nach dem Motto "dem habe ich es aber gezeigt."

"Aaaaaahaaaaaa", sage ich und lehne mich über den Tresen, was man mir fast als eine Art Hausfriedensbruch auslegen könnte, "sehen sie was das hier ist? Das ist ein amtliches Kennzeichen eines in der Bundesrepublik Deutschland zur Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr zugelassenen Fahrzeugs. Schauen sie ganz genau hin! Hier der Stempel hier, das ist das Wappen des Bundeslandes Hessen auf silbernem Grund, sogar vom Landrat des Landkreises bestätigt. Und oben drüber die gültige Plakette mit dem Nachweis der erfolgreich absolvierten Abgasuntersuchung. Man kann an der Anbringung der Plakette sogar den Termin für die nächste ASU ablesen – wenn man weiß wie. Und hier auf dem anderen Schild, das hat auch der Landrat abgestempelt, ebenfalls eine Plakette, auch in Grün, aber rund. Das ist die Plakette für die letzte Untersuchung des Fahrzeugs beim Technischen Überwachungsverein. Auch an dieser Plakette kann man sehen, wann das Fahrzeug wieder zum TÜV muss. Zumindest jeder Polizist kann das. Aber die sind wohl alle mal gerade im Außendienst oder arbeiten nicht hier auf der Straßenverkehrsbehörde. Jetzt schauen sie sich mal die beiden Nummernschilder genau an. Ganz genau! Diese Schilder haben sie vorher in ihrem ganzen Leben noch nie gesehen. Denn diese Schilder sind Unikate. Es gibt in der ganzen Bundesrepublik Deutschland, ja in ganz Europa, keine anderen Schilder, die so aussehen wie diese und die gleiche Nummer haben.
Und jetzt achten sie bitte auch noch auf die linke Seite der Schilder. Sehen sie das blaue Feld mit den kreisförmigen angeordneten Sternchen? Sieht aus wie die Kennzeichnung von Cognacflaschen, nur dass dort VSOP zwischen den Sternchen steht. Das hier ist das Zeichen für Europa, haben sie sicher schon was davon gehört? Und unter dem Kreis mit den Sternchen steht ein großes D, das Zeichen für DEUTSCHLAND. Mit diesen Schildern können sie nicht nur hier in diesem Bundesland, nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch noch in ganz Europa herumfahren. Diese Schilder sind wertvoll! Solche Schilder werden sogar gestohlen! Ich habe für diese Schilder viel Geld bezahlt, nicht nur für das Blech und die Farbe, sondern auch für die Stempel.
Nur weil in dieser Republik das amtliche Kennzeichen eines Fahrzeug in Zusammenhang mit dem Wohnort des Fahrzeughalters stehen muss, wollen sie mir erklären, dass ich nicht nur neue Schilder brauche, dass ich nicht nur den KFZ-Schein und den KFZ-Brief brauche, sondern auch noch eine Versicherungsdoppelkarte, die Abgasuntersuchungsbescheinigung und eine Lastschriftermächtigung für das Finanzamt. Nur weil ich umgezogen bin und sich MEINE Adresse geändert hat. Gestern war ich auf dem Einwohnermeldeamt und habe MICH umgemeldet. Das hat nichts gekostet und die neue Adresse wurde mit Tesafilm hinten auf den alten Personalausweis draufgeklebt. Nehmen sie sich daran mal ein Bespiel. Haben sie nicht gehört, dass alle Politiker von den Arbeitnehmern MOBILITÄT fordern. Und da kommen sie und diese Behörde hier und gefährden den ganzen Aufschwung, weil die Leute sich diese Mobilität gar nicht mehr leisten können, stundenlang hier auf dem Amt rumhängen und Versicherungsdoppelkarten, Abgasuntersuchungsbescheinigung und Lastschriftermächtigung beschaffen müssen. Wenn das der Bundeskanzler erfährt!
Glauben sie wirklich, dass das Finanzamt per Lastschrift leichter an die KFZ-Steuer kommt? Es sollen schon Lastschriften mangels Kontodeckung zurückgegangen sein und jeder Lastschrift kann man auch noch nach vier Wochen widersprechen . Meine Versicherung weiß längst dass sich meine Adresse geändert hat. Die haben eine Internetseite, das kann man das selbst eingeben. ‚Customer-Self-Service‘ nennt sich das. Funktioniert einwandfrei.
Ach ja, gestatten sie mir abschließend noch eine kurze Bemerkung zu den Sternchen. Beim Cognac ist es so, dass ein guter Tropfen viele Sternchen hat, je mehr desto besser. Bei Europa bin ich mir da nicht so sicher, ob die Anzahl der Sternchen etwas mit Qualität zu tun hat."

Dann schnappte ich mir meine Nummernschilder, meinen KFZ-Schein, meinen KFZ-Brief, meinen Personalausweis, den Merkzettel der "Strassenverkehrsbehörde" über das An- und Abmelden eines Kraftfahrzeuges und verließ erhobenen Hauptes -die ganze Person ein einzig protestierender Vorwurf- durch die sich automatisch öffnende Türe das Gebäude.

Morgen geh ich wieder hin!
Mit Versicherungsdoppelkarte, mit Abgasuntersuchungsbescheinigung, mit Lastschriftermächtigung und all dem anderen Kram.





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