Machopan - Rauchzeichen

31.10.2004 um 05:45 Uhr

Pflanzzeit

Herbstzeit ist Pflanzzeit.
Jeder Hobbygärtner weiß das. Und an einem der vermutlich letzten schönen warmen Tage musste ich auch ran.
Nicht dass ich unbedingt ein Mensch mit "grünem Daumen" bin. Aber um Säcke mit Blumenerde zu schleppen und kleinere Handreichungen zu machen, bin ich schon zu gebrauchen und bemühe mich auch nach besten Kräften "den an mich gestellten Anforderungen gerecht zu werden".
Als es darum ging, den Balkon mit Zeitungspapier vor Verschmutzungen durch die Topf- und Umtopfarbeiten zu schützen, war es meine Aufgabe in den Keller zu traben, alte Zeitungen zu besorgen und damit den Balkon auszulegen.

Damit fertig behielt ich vorsichtshalber die demütig kniende Haltung vor der vor mir stehenden in dezentes Grün gekleideten Vollblutgärtnerin und Besten aller Frauen bei und heuchelte Interesse an ihren biologischen Erläuterungen.
Vollkommen zufällig (ganz ehrlich!) schweifte dabei mein Blick ab und blieb an einem Zeitungsinserat hängen, neben dem sich meine linke Hand abstützte, damit der Rest meines von der ungewohnten Arbeit geschwächten Körpers nicht umfiel.

Sarah (8) hat im Diktat eine Fünf.
Wenn sie groß ist, will sie Lehrerin werden.
S
arah’s Rechtschreibleistungen verschlechterten sich trotz intensiven Übens.
Die Eltern standen vor einem Rätsel und auch die Lehrerin war ratlos.
Inzwischen wird Sarah seit rund sechs Monaten nach unserer neuen patentierten Lehrmethode individuell gefördert. Ihre Schreibsicherheit und ihr Wortschatz haben sich bereits spürbar verbessert und sie ist wieder motiviert.
Schließlich will sie mal Lehrerin werden – und dafür, das weiß Sarah ganz genau, braucht sie gute Noten.
Über den individuellen Förderunterricht für Ihr Kind informiert Sie .....
Termine nach Vereinbarung!


Da fiel mir ein, dass ich erst vor einigen Tagen einen Bericht im Fernsehen gesehen hatte, bei dem es um Lese- und Verständnisprobleme von "heranwachsenden" Jugendlichen ging.
Sender und Titel des Berichts habe ich (Altersdemenz oder die Gnade der frühen Geburt?) leider vergessen.

Bei ersten Test sollten die Jugendlichen einen Text aus einem Roman (F. Forsyth) vorlesen in dem das Wort "Gehenkter" vorkam. Sie haben den Text nicht verstanden, weil sie nicht wussten was das ist.
Im zweiten Versuch sollte ein klassischer Text (Schiller?) gelesen werden. Wieder Fehlanzeige, denn die Jungs und Mädels konnten ihn weder richtig lesen noch die Wörter richtig aussprechen.
Deshalb noch ein dritter Versuch mit dem Text einer Sprechblase aus einem Mickey Mouse Heft: "Da können/werden wir ja stundenlang im Dschungel herumirren".
Der Schüler wusste nicht was "herumirren" heißt.

Leider sind solche Berichte und Meldung heutzutage ja normal.
Ich hätte das Gesehene und Gehörte auch abgehakt und vergessen, wenn – ja wenn da nicht noch die verantwortliche Deutschlehrerin interviewt worden wäre. Die zuckte, auf die katastrophale Leseleistung ihrer Schüler angesprochen, nur resignierend mit den Schultern und meinte dass man da wohl nichts dagegen machen könne. Und auf die Frage, was wohl aus ihren Schülern mal werden wird, wenn sie Texte nicht richtig lesen und nicht verstehen können, meinte die Pädagogin, dass die Schüler eben handwerkliche Berufe ergreifen müssten, bei denen es auf das Lesen und Verstehen nicht so sehr ankommt.
Auf die Frage welche Berufe das wohl sein könnten, wusste sie keine Antwort.
Die Frau hatte anscheinend "null" Interesse an ihrer Tätigkeit und war sich ihrer Rolle in unserer Gesellschaft nicht bewusst.

"Wo bist du denn mit deinen Gedanken"? Diese Frage riss mich zurück in die Gegenwart, in der ich noch immer in demütiger Haltung vor der vor mir stehenden Besten aller Frauen kniete und mit halbem Ohr ihrem Vortrag lauschte. "Es interessiert dich wohl nicht so sehr, was ich dir zu sagen habe. Du meinst wohl, du brauchst das nicht zu lernen?", hörte ich die sonst liebliche Stimme, diesmal vermischt mit einem vorwurfsvollen Unterton.

"Doch, doch, sehr sogar, ich habe mir nur gerade überlegt, wann denn eigentlich die richtige Pflanzzeit ist", versuchte ich mich zu verteidigen. Dabei wagte ich aus meiner demütigen Position einen verstohlenen Blick nach oben und zuckte zusammen, als es mir –ganz wie in der Schule- donnernd entgegenschlug:

"Es ist immer Pflanzzeit. Jeden Tag. Überall. Merk dir das!"

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30.10.2004 um 05:45 Uhr

Mobile Erotik

"Der Markt für mobile Erotikinhalte wächst", meldet dieser Tage Heise-Online
Demnach werden (Zitat) «im Jahr 2008 die Handynutzer weltweit 1 Milliarde US-Dollar für pornografische Inhalte ausgeben, die ihnen auf ihr Mobiltelefon geschickt werden
Das haben die Marktforscher der Yankee Group festgestellt. Sicher im bezahlten Auftrag der Firma Phonebox, die ein drahtloses Erotik-Portal betreibt, was immer man sich darunter auch vorstellen mag. 

Soll ich Ihnen jetzt mal ein erotisches SMS schicken?
Interessieren Sie sich für bumsende ameisengroße Figuren auf dem Handy-Display?
Oder wie wäre es mit einem Kopulationsklingelton von Dolly Buster?
Es kann auch eine geile Sprachnachricht vom Band auf die Mailbox gespielt werden, jederzeit und beliebig oft abrufbar!
Auch verschiedenartige Vibrationsalarme sind im Angebot, das vom konstanten Dauerbrummen für 1$ je Zeiteinheit bis zur professionellen, intervallartigen Frequenzmodulation auf der nach oben offenen Preisrichterskala reicht.
Das Komplettangebot sowie individuell zusammengestellte Dienste können bereits jetzt mit dem Jamba-Monatspaket erworben werden.

Na wenigstens wissen wir jetzt, was unsere Arbeitskollegen so treiben, wenn wir sie mit dem Handy in den Toilettenräumen verschwinden sehen ;-)

Und wem das Handy mit Vibrationsalarm oder der PDA (Porn Display Assistant) schon mal in die Toilette gefallen ist, dem kann mit einem sehr preiswerten, aber technisch hochwertigen Headset geholfen werden.
Einige Abgeordnete des Bundestages haben sich des Problems bereits angenommen und fordern Dockingstationen für Handy und/oder PDA in allen öffentlichen Bedürfnisanlagen und an Haltestellen und Bahnhöfen.

Momentan sei der Markt noch gebremst, zumal vor allem in den USA noch unklar sei, wie Minderjährigen der Zugang zu mobilen pornografischen Inhalten verwehrt werden kann.
Hier gibt es im amerikanischen Bundesstaat Tennesee erste juristische Ansätze um gegen "mobil porn" mit Geldstrafen zwischen 2 und 50 Dollar vorzugehen.
Wenn man bedenkt was bei uns das Telefonanieren ohne Freisprechanlage kostet, dann sind das geradezu humane Preise!

Auch der Spiegel hat sich im April 2004 bereits mit diesem Thema befasst. Seitdem versuche ich im Stau immer neben Fahrzeugen mit Navigationssystem zum Stehen zu kommen ;-)
Die Bedeutung des Straßenverkehrs, der Straßenverkehrsordnung und die Inhalte der Verkehrsnachrichten werden wohl in den nächsten Jahren auch bei uns durch den Gesetzgeber neu definiert werden müssen.

Und wissen Sie was passiert, wenn große Kreise der Bevölkerung zeitgleich ihren mittäglichen Vibrationsalarm abrufen?
Genau – dann gibt es ein Erdbeben, wie das die Japaner jetzt leidvoll feststellen mussten.

Der absolute Verkaufsschlager sind derzeit abnehmbare Handyschalen mit erotischen und pornografischen Abbildungen. Das Spitzenmodell reagiert auf die Abnahme der hinteren Schale mit dem Versand einer erotischen SMS mit dem Text "Jaaaa, jaaaa, komm und mach mich nackisch!" zum Preis von 4,95€. Als Sonderwunsch und durch Eingabe der PIN kann von volljährigen Personen der Zusatz "Du Sau" aktiviert werden.

Was? Wie bitte? Jetzt wollen Sie wirklich wissen, was passiert wenn man die vordere Handyschale abnimmt?
Oh Gott!
Ich glaub Sie sind wirklich pervers!
Wahrscheinlich haben Sie auch so ein Navigationssystem mit DVD-Player im Auto.

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29.10.2004 um 05:45 Uhr

Sorge Recht

Vater werden ist nicht schwer – Vater sein dagegen sehr.

Zumindest bei meinem Vater stimmte dieser Spruch. Ich war zwar nicht dabei, als er sich zum Vater machte, aber später war ich jahrelang das Objekt seines Vaterseins, bis ich mich im zarten Mannesalter von 18 Jahren seinen väterlichen Erziehungsversuchen entzog und es vorzog einen eigenen Hausstand zu gründen und mich nach dorthin verzog.

Die räumliche Distanz hat unserem Verhältnis nicht geschadet.
Mit zunehmenden Alter ist es sogar sehr gut geworden, besonders ab dem Zeitpunkt als ich mich selbst zum Vater machte. Das ging übrigens ganz leicht und ich kann mich auch nicht mehr genau daran erinnern, wann es geschah.

Also irgendwann war ich Vater und bekam es gleich nach der Geburt mit dem deutschen Gesetz zu tun, denn es ist für deutsche Behörden von immenser Wichtigkeit amtlicherseits festzustellen, wer die Erzeuger dieser eben geborenen und zukünftig zu verwaltenden Person (Kind) sind.
Der Mutter (weiblicher Elternteil) kann man leicht habhaft werden, weil sie so kurz nach der Geburt (Verwaltungsvorgang zur Anlage einer Akte) noch nicht in vollem Umfang fluchtfähig ist.
Ganz anders beim Vater (männlicher Elternteil). Das muss nicht das Weichei sein, das während des Gebärvorganges im Kreissaal ohnmächtig umfiel! Es soll schon Fälle gegeben haben, bei denen es sich dabei nur um einen "guten Freund" gehandelt haben soll.

Nein, ganz so einfach wie bei der Mutter ist das beim Vater nicht, deshalb muss die Vaterschaft amtlicherseits festgestellt werden.
Das deutsche Recht kennt den Begriff des "Leiblichen Vaters" und für die Vaterschaft kommen drei Möglichkeiten (in absteigender Reihenfolge) in Betracht:

  1. Vater eines Kindes ist der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist. Diese Regelung findet unter Umständen keine Anwendung, wenn das Kind zwar während der Ehe, aber nach einem Scheidungsantrag geboren wurde.
    Wird ein Kind innerhalb von 300 Tagen nach dem Tod des Ehemanns geboren, so gilt der verstorbene Ehemann grundsätzlich als Vater.
  2. Vater ist der Mann, der die Vaterschaft anerkannt hat. Die Anerkennung bleibt schwebend unwirksam, solange ein anderer Mann - etwa wegen bestehender Ehe zum Zeitpunkt der Geburt - als Vater des Kindes gilt. Erst mit erfolgreicher Anfechtung der Scheinvaterschaft wird die Anerkennung des Vaters wirksam.
  3. Vater ist der Mann, dessen Vaterschaft gerichtlich festgestellt ist.

Wenn also nach dem Zeugungsakt und dem Geburtsakt auch dieser Amtsakt, am besten durch gerichtliche Feststellung, erledigt ist, bleibt es für Mutter und Kind meist nur wichtig, dass der Vater schafft. Daher auch der Name "Vaterschaft".
Vaterschaft ist ein Synonym für "Unterhalt" und darunter versteht man Leistungen zur Sicherstellung des Lebensbedarfs einer Person. Die Verpflichtung Unterhalt zu leisten, ergibt sich meist Kraft Gesetzes aus der amtlich festgestellten Vaterschaft, mit der, nebenbei bemerkt auch noch ein Sorgerecht verbunden sein soll, was aber von bundesdeutschen Gerichten meist vehement bestritten und als Recht auf Sorge ausgelegt wird.

Nun wäre diese Erkenntnis der Feind jeder zeugungsfähigen Erektion und daher werden Männer im entsprechenden Alter von der Natur mit einem genetischen Defekt versehen, der sie diesen äußerst komplizierten Sachverhalt ignorieren lässt.

Dazu meinte der Bundestagsabgeordnete Wowereit vor laufenden Kameras: "... und das ist gut so!"
Vermutlich hat er die Meldung gesehen, die am 19. Oktober 2004 um 10:07 Uhr über den Ticker der Stuttgarter Zeitung lief:

Urteile aus Straßburg für deutsche Gerichte nicht zwingend
Karlsruhe (dpa) - Deutsche Gerichte müssen sich nicht zwingend an Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte halten. Das entschied das Bundesverfassungsgericht. Stattdessen muss die deutsche Justiz die Rechtsprechung Straßburgs nur gebührend berücksichtigen und schonend in die nationale Rechtsordnung einpassen. Damit hob Karlsruhe eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Naumburg auf. In dem Fall geht es um einen Sorgerechtsstreit. Straßburg hatte das OLG gemahnt, die Rechte des leiblichen Vaters stärker zu berücksichtigen.

Daher mein Tipp an alle Männer im zeugungsfähigen Alter: Entweder ihr macht gar nix mehr, oder ihr macht es selber oder nur noch safer oder macht es wie der Herr Wowereit, der Herr Westerwelle und der Ole von Beust oder kümmert euch mal um Vasektomie statt um Vaseline.

Ein ganz interessanter Artikel zu diesem Thema ist auch bei www.vaeter.de erschienen.

 

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28.10.2004 um 05:45 Uhr

Ölpreis

Manchmal hat es auch Vorteile, wenn man zur Mittagszeit kurzzeitig vor einem Fernsehgerät verweilen kann. Denn dann läuft im ARD das Mittagsmagazin und der pausierende Zuhörer erfährt –unter anderem – auch Neues von der Börse.

Nicht etwa etwas weltbewegendes Wichtiges. Halt wie immer die seichten Erklärungen, warum die Aktienkurse gerade rauf oder gerade runter gehen. Meist ist es ja die Angst der Anleger, dass etwas geschieht oder etwas nicht geschieht. Oder es sind die Spekulanten, die auf die Angst der Anleger spekulieren. An den Brokern kann es nicht liegen, denn die verdienen immer, zumindest so lange es rauf und runter geht. Und dann sind da noch die Analysten, die dem staunenden Fernsehzuschauer die Hintergrundinformationen zum Geschehenen liefern.

Heute war ein Exemplar dran -Name habe ich leider vergessen-, der hat versucht sich mit der Aussage, dass der hohe Ölpreis der deutschen Wirtschaft nützt, zu profilieren.
Und das geht nach Meinung des Analysten so:

"Wenn der Ölpreis hoch ist, verdienen die Öllieferanten viel Geld. Dieses Geld müssen sie investieren und kaufen an der Börse Aktien. Durch die stärkere Nachfrage nach Aktien, steigen die Aktienkurse und mit ihnen die Firmenwerte. Wegen der höheren Firmenwerte können die Unternehmen mehr Fremdkapital aufnehmen um zu investieren. Durch diese Investitionen wird die Wirtschaft angekurbelt und die Produktivität erhöht. Das ist gut für die deutsche Wirtschaft. Es geht aufwärts."

Auf die Frage des Moderators, ob durch diese Vorgänge auch Arbeitsplätze geschaffen werden, antwortete der Analyst mit heftigem Kopfnicken und dem bei vollem Bewusstsein ausgesprochenen Satz: "Ja, dadurch werden auch Arbeitsplätze geschaffen."

Blende - Schnitt – zurück ins Studio – nächstes Thema.

Ich glaube, ich bin dagesessen wie ein Depp! Staunend und mit offenem Mund, als wäre gerade der Papst mit seinem neuen Papamobil von Ferrari an mir vorbei gebrettert.

Das ist des Rätsels Lösung!
Dass mir das nicht selber eingefallen ist!
Der Ölpreis muss rauf! Je höher desto besser.
Na klar, deswegen war der Bundesgerd ja auch in Libyen bei dem Herrn Gaddafi!
Damit der den Ölpreis erhöht!

Denn das würde nicht nur der deutschen Industrie helfen, sondern auch dem Finanzhans, weil der über die Mineralölsteuer an dem Geschäft ja prozentual beteiligt ist.
Und dem Superwolli würde das, wegen der neuen Arbeitsplätze, sicher auch helfen.

Und zum Dank dafür hat der Bundesgerd den Gaddafi gleich nach Berlin gegeneingeladen. Vielleicht können die zwei "Staatsmänner" dann der Diskothek "La Belle" einen gemeinsamen Besuch abstatten, um dort ihr Geschäft mit dem einen oder anderen Cocktail zu begießen.
Obwohl, ich glaub der Gaddafi darf in die Disco gar nicht rein, - das ist doch ein Ausländer.
Aber für den Hauptaktionär von -zum Beispiel- Volkswagen, könnte man eigentlich mal eine Ausnahme machen. Der Ede Stoiber müsste halt für die Dauer des Staatsbesuchs den Herrn Beckstein an die Leine legen. Das macht der glatt, wenn man ihm verspricht, dass der Gaddafi bei der Abreise die Angie "Missgriff" Merkel als Haremsverstärkung mitnimmt.

Und wenn dann noch den Firmensitz von Wolfsburg nach Tripolis verlegt wird, könnte auch die EU nicht gegen das Volkswagengesetz klagen.
Den Gewerkschaften hätte man auch ein Schnippchen geschlagen, denn für die Arbeiter bei VW würden dann Gehälter nach dem beduinischen Wüstenflächentarifvertrag gezahlt. Und ein neues Modell könnte man, nach Passat, Golf, Scirocco, Bora und Jetta (das sind alles Winde) auch bauen – auf der Basis des Touareg. Wüstentauglich, natürlich unbewaffnet, zur Suche der von der deutschen Wehrmacht im "World War II" im libyschen Wüstensand verbuddelten Tretminen.
Und sicher könnte man noch ein paar hunderttausend Langzeitfaulenzer für 1 Euro je Stunde zum Sand schaufeln mitschicken.
Genau, die könnten dann schon mal mit dem Bau der Auffanglager vom Innenschily anfangen und dort ein bisschen probewohnen.

Und weil mit zunehmendem Geschäftsverkehr zwischen der BRDDR und Libyen zu rechnen sein wird, müsste man das Mittelmeer untertunneln oder mindestens überbrücken. Das wäre doch nach der Autobahnmaut mal ein richtiges schönes Projekt für Manfred den Stolperer.

Doch da reißt mich ein kollegialer Stoß gegen die Schulter und ein "Hallo! Sag mal pennst du?" aus meinen Gedankengängen. "Das ist ja typisch für dich. Kaum setzt du dich hin und starrst fünf Minuten in die Glotze –schon bist du weggetreten. Wo warst du denn?"

Ein "in Libyen – mit dem Bundesgerd - bei Gadaffi" und ein blödes Grinsen beenden meine Mittagspause.

Mahlzeit!

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27.10.2004 um 05:45 Uhr

Wahlalter

Was machen sie wenn sie ein Bad nehmen wollen und anhand des Thermometers feststellen, dass das Badewasser zu heiß geworden ist und Sie innerhalb kurzer Zeit in einen gekochten Hummer verwandeln würde?
Ich gebe Ihnen jetzt mal ein paar Minuten Zeit sich die Antwort zu überlegen.
Solche Dinge sollten nicht übers Knie gebrochen werden, denn schließlich geht es ja um Ihre Haut, die gerettet werden muss.

So - zum Zeitvertreib erzähle ich ihnen eine Geschichte, die ich in der Berliner Zeitung gelesen habe. Nicht dass Sie dabei denken, ich möchte Sie nur ablenken und hätte diesmal nix im Schilde :-)
Natürlich nicht.
Die Katze kann das Mausen halt nicht lassen.
Also in der Berliner Zeitung habe ich gelesen, dass man «in Berlin mehr Demokratie wagen und Jugendliche schon ab 16 Jahren an den Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen teilnehmen lassen will. Und das schon beim nächsten Mal im Jahr 2006. Die Verfassung soll nach Ansicht des Parlaments entsprechend geändert werden. Noch bis zum Jahresende soll ein entsprechender Gesetzentwurf vorliegen»

Sie werde sich jetzt denken, ... "na und" werden Sie denken. "Schön für die Kids", werden Sie denken, "wen juckt‘s. Hängen ja doch nur auf der Realschule oder dem Gymnasium ab oder in der Lehre oder zu Hause bei Muttern rum. Waren noch nicht beim ZIVI oder BUND (gibt‘ s ja alles auch nicht mehr, oder nicht mehr lange). Dürfen noch nicht mal mit dem Auto am Verkehr teilnehmen. Warum sollten sie dann nicht wenigstens wählen und ihre politische Meinung zum Ausdruck bringen dürfen? Wer hat damit ein Problem?"

Weil Ihr Badewasser sicher noch nicht auf die richtige Badetemperatur abgekühlt ist, nehme ich mir mal die Freiheit und hole zur Beantwortung dieser Frage mit einer Gegenfrage aus. Wie ein Boxer, der zu einem Schwinger ausholt und dann entweder auf den gegnerischen Punkt trifft oder eine Luftnummer hinlegt und durch den eigenen Schwung auf die Schnauze fällt.

Können Sie sich noch daran erinnern, dass das Alter zur Ausübung des aktiven Wahlrechts ursprünglich auf 20 Jahre festgelegt war und 1945 sogar auf 21 Jahre angehoben wurde?
Das war das Jahr in dem die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki geworfen und Jürgen Möllemann und Franz Beckenbauer geboren wurden.

1970 wurde dann das Wahlalter auf 18 Jahre gesenkt, weil – man höre und staune – es nicht sein durfte, dass man(n) seinen 18-monatigen Wehrdienst als Staatsbürger für das Vaterland ableisten musste, ohne die politische Entwicklung der Republik auch als Wähler beeinflussen zu können. In diesem Jahr trennten sich die Beatles, in Deutschland wurde die Rote Armee Fraktion (RAF) gegründet und Andrew Agassi und Jennifer Lopez erblickten das Licht der Welt. Leider starben im gleichen Jahr Jimi Hendrix und Janis Joplin.

Dann war erst mal 25 Jahre lang Ruhe an der Wahlfront, bis dann 1995 in Niedersachsen das Wahlalter für die Kommunalwahlen auf 16 Jahre gesenkt wurde. Einige andere Bundesländer sind diesem Beispiel zwischenzeitlich gefolgt. Gleich im Januar diesen Jahres erschütterte ein schweres Erdbeben die japanischer Stadt Kobe. 5000 Menschen wurden getötet und über 400.000 verletzt. Ein weiteres Erdbeben erschütterte die Halbinsel Sachalin und brachte 2.000 Menschen den Tod. Ach ja, und Jürgen Klinsmann wurde Fußballer des Jahres(!) und Vangelis war mit dem Hit "Conquest of paradise" 11 Wochen lang in den Charts.

Und jetzt ist Rot-Grün dabei das Wahlalter in Berlin zu ändern. Die FDP ist zwar noch dagegen, aber Sie wissen ja wie das ist, mit dem Fähnchen im Wind. Und während Sie darauf warten, dass Ihre Badewasser endlich eine Temperatur annimmt bei der es Ihnen nicht die Schamhaare dauerwellt, denke ich halt daran welche weltweiten Katastrophen die Absenkung des Wahlalters in Berlin im Jahre 2005 wohl auslösen wird.

Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen, dass immer rechtzeitig zu den Wahlterminen in Deutschland Katastrophen eintreten, von denen der Bundesgerd dann behaupten kann, dass er daran nicht schuld war?

Ach Sie meinen ich sollte jetzt endlich, wie anfangs angedroht, zur Sache kommen oder meine Luftnummer beenden. Mach ich, mach ich! Aber damit komm ich jetzt auf meine eingangs gestellte Frage zurück:
"Was machen sie wenn sie ein Bad nehmen wollen und anhand des Thermometers feststellen, dass das Badewasser zu heiß ist und Sie innerhalb weniger Minuten in einen gekochten Hummer verwandeln würde?"
Richtig - sie lassen kaltes Wasser aus der Wasserleitung dazulaufen, bis die Temperatur angenehm ist und Sie ihren Leib in die Fluten tauchen und mit dem Einseifen beginnen können .

Sehn Sie - Rot-Grün macht das in Berlin auch so. Die lassen durch Absenkung des Wahlalters und Verbreiterung der Wahlberechtigung kaltes Wasser in ihre Badewanne laufen, damit sie sich bei der nächsten Wahl weder den Arsch verbrennen noch Gefahr laufen sich hartgekochte Eier zu holen. Und dann können sie mit dem Einseifen weitermachen

In diesem Sinne - nichts für ungut, dass ich Sie jetzt so lange aufgehalten habe.
Und nicht vergessen – schon manches Kind, das mit dem Bade ausgeschüttet wurde, war hinterher mit allen Wassern gewaschen :-)

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26.10.2004 um 05:45 Uhr

Schöpfungshöhe

Können Sie erkennen, welchem dieser Bilder die für ein Werk der bildenden Kunst notwendige "Schöpfungshöhe" fehlt, da nicht ersichtlich ist, welche "Kunstfertigkeit", die nicht jedem gegeben ist, vorgelegen haben muss um das Werk zu erstellen?


 

 

 

 

 


Sagen Sie jetzt bitte nicht: "Hääääh!", sondern informieren Sie sich lieber über die aktuelle Gesetzeslage beim Websiteklau und Abkupfern ("Übernahme") digitaler Medieninhalte.
Das OLG Hamm hat dazu im Namen des Volkes mit Urteil vom August 2004 (Az. 5 U 51/04) wie folgt Recht gesprochen: 
«Nach Ansicht der Richter handelt es sich bei den übernommenen Bildern nicht um Werke der bildenden Kunst, die einen Schutz nach § 2 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) beanspruchen könnten. Vielmehr fehle es ihnen an der dafür notwendigen "Schöpfungshöhe", da nicht ersichtlich sei, dass für die verwendeten Effekte eine "Kunstfertigkeit vorgelegen habe, die nicht jedem gegeben sei". Auch ein Lichtbildschutz nach § 72 UrhG bestehe für die Computergrafiken nicht. Diese Vorschrift schütze nur die "persönliche Leistung des Lichtbildners". Eine Computergrafik sei dagegen nur das Ergebnis eines Programms, welches das Bild hervorbringe, "ohne eigenes selbständiges Zutun dessen, der den Computer bedient". Dagegen sei es beim Lichtbildner nicht damit getan, nur auf den Bildauslöser zu drücken. Aus diesem Grund ergebe sich ein rechtlicher Schutz für digitale Grafiken nur in Ausnahmefällen, so die Richter aus Hamm.»

Nur um es nochmals zu erwähnen, dieses Urteil stammt nicht aus der Fernsehsendung "das königlich bayerische Amtsgericht" von Anno Dunnemal, sondern vom OBERLANDESGERICHT HAMM im Jahre des Herrn nach Christi Geburt 2004.

Auch wenn es www.DotComTod.com nicht mehr gibt, möchte ich es dennoch nicht versäumen ein kräftiges dreifaches "Boo Boo Boo" nach Hamm zu rufen.
Akustisch natürlich, eventuell auch noch analog, aber auf jeden Fall nicht digital – von wegen der Schöpfungshöhe.

Und den Rest des Tages verbringe ich damit meinem Grafikprogramm dabei zuzusehen, wie es ohne mein Zutun, bis heute Abend die für das nächste Posting benötigte Computergrafik hervorbringt.
Sollte das Programm dazu nicht fähig sein, werde ich über meinen Anwalt Klage wegen Arbeitsverweigerung einreichen.

Wo?
Na beim Oberlandesgericht in Hamm!
Die haben doch dort ein paar Richter, die sich mit selbsttätig arbeitenden Grafikprogrammen bestens auskennen.

Tara ruft.

 

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25.10.2004 um 05:45 Uhr

Tafelwasser

Bonaqua – das war mal, vor langer langer Zeit, gleich nach dem großen Krieg, die Hauptstadt dieses Landes und lag, wie der Name schon sagt, am Ufer des größten und schönsten aller Flüsse, nach dem sogar eines unserer Bundesländer benannt wurde.

Dann wurde irgendwann die Hauptstadt an einen anderen Ort verlegt und der Name zur Sanierung der maroden Staatsfinanzen an ein Unternehmen verkauft, das es sich zur Aufgabe gemacht hatte, Leitungswasser der Städtischen Wasserwerke in Flaschen zu füllen und als Tafelwasser zu verkaufen. Es soll ein äußerst lukratives Geschäft sein – hat man mir mal erzählt, denn ich bin auf diesem Gebiet sehr unerfahren und brauche Wasser nur zum Waschen und zum Baden und zum Duschen und zum Kochen und last but not least zum Spülen. Trinken tue ich was Anderes, aber das würde jetzt den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Ich sag nur ein Wort mit "Jot" – Aljohol.

Weil ich mich, wie gesagt, mal über Bonaqa schlau machen wollte, habe ich mich im Internet (übrigens eine ganz geile Erfindung, wenn man das als älterer Mitbürger dieser Republik mal so salopp äußern darf), nach Bonaqa erkundigt und dort gelesen, dass Bonaqa ein Tafelwasser ist und unter diesem Link erfahren, dass «Tafelwasser ein Getränk ist, das hauptsächlich Trinkwasser enthält und welches die Anforderungen an Mineralwasser nicht erfüllt. Es dürfen fast beliebig Zusatzstoffe im Rahmen des allgemeinen Lebensmittelrechts zugegeben sein. In der Regel wird es in einer Fabrik abgefüllt, die einen Zulauf aus dem örtlichen Trinkwasser-Netz hat.»

Und dann hat mich fast der Schlag getroffen.
ICH bin bei Wikipedia erwähnt! ICH! Ja ehrlich! Nein, ich bin nicht betrunken! Der Alkoholspiegel liegt unter Normalnull. Echtes Biertrinkerehrenwort!
Also wenn Sie mir das nicht glauben, dann gucken Sie selber halt mal nach.

HIER
Ganz unten unter Weblinks, bei "Weblogartikel zu Dasani – DAS bin ICH.
ICH bin bei Wikipedia erwähnt!
Freu - Strahl – Stolz – Schulterkopf – Brust schwell.

Jetzt noch das Kinn hoch, damit man das zweite auch mal sieht. Und dann brauch ich nur noch jemand, der mich für das Bundesverdienstkreuz mit Schwertern und Brillianten vorschlägt. Ich würde für die Verleihung sogar einen Tag Urlaub nehmen und auf eigene Kosten sogar nach Berlin fahren – obwohl Bonaqa wäre halt schon näher gewesen.

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24.10.2004 um 05:45 Uhr

Burzeltag

Alles Gute zum Gebruts ...
Alles Gute zum Gebusrt ...
Alles Gute zum Gerbuts ...
Alles Gute zum Geburst ...
Alles Gute zum Geburtts ...
Alles Gute zum Geburtsts ...
Alles Gute zum Geburtstat

Ach verflixt noch mal
– du weißt schon was ich meine.

Dann sing ich halt ...

:-) :-o :-O :-D :-a :-| :-o :-D :-O

HABBY BIRTSDAY ...
HABBY BIRTHSDAY TO YOU ...
HABBY BIRSTDAY TOU YOU ...
HABBY BIRTSDAY LIEBE CARO ...
HABBY BIRTHSDAY TO YOU!

:-) ;-) ;-) :-) :-) :-) ;-) :-) ;-) :-)

23.10.2004 um 05:45 Uhr

Verböserung

Stimmung: Verbösert und verbiestert
Musik: Gus Backus - Ich esse gerne Pferdefleisch und tanze gerne Polka ... oder so



Sie werden es nicht glauben, aber heute wurde mir gedroht!
Nein, ich habe keinen Drohanruf erhalten.
Ich habe angerufen.
Weil ich einen Brief bekommen habe.
Drei Seiten maschinell erstellt. Graues Papier in grauem Umschlag mit Wappen drauf. Stilisierte Krone mit drei nach links züngelnden Löwen. Hab ich auf einem Bierdeckel auch schon mal so ähnlich gesehen. Löwenbräu war das, soweit ich mich an den Abend, trotz Filmriss, überhaupt noch erinnern kann.

Ich denk mir noch, warum die mir jetzt schreiben, nachdem der Schaden, den wir dort mit dem Kegelclub angerichtet haben, doch längst beglichen ist. Ohne Polizei und ohne Versicherung und ohne Gutachter. Na ja, wir müssen halt dieses Jahr auf unseren Kegelausflug verzichten, nächstes Jahr könnte es wieder für eine Fahrradtour um Frankfurt reichen.

Ich mach also das Schreiben auf und denk das ist von der Brauerei, da springt mich auch schon der Briefkopf an:

FINANZAMT!
EINHEITSWERTBESCHEID.
NACHFESTSTELLUNGSBESCHEID AUF DEN 1.1.2004
.

Was wollen denn die jetzt schon wieder. Sicher geht es wieder um Geld, oder haben Sie schon mal Post vom Finanzamt bekommen, wo es nicht um Geld ging. Also ich nicht.
NACHFESTSTELLUNGSBESCHEID AUF DEN 1.1. 2004.
Wir haben jetzt Oktober 2004.
Mein Gott ist der Brief aber lange unterwegs gewesen. Ich guck auf den Briefstempel. Natürlich keiner drauf. Auch keine Briefmarke. Nur so ein vorgedrucktes Ding: "Port Payé Freimachung (DV) im Fenster" steht da. Sonst nix. Port Payé, das ist wahrscheinlich so eine Hafenstadt auf den Bahamas, wo es von Briefkastenfirmen nur so wimmelt. So schaffen die Jungs also ihr Geld ins Ausland! Als Briefporto! Jetzt sind die auch noch zu faul, um mit dem Geldkoffer über die Grenze nach Luxemburg oder Liechtenstein zu fahren. Wo soll das noch enden?
Und was soll "Freimachung im Fenster" heißen. Soll ich mich etwa exhibitionistisch ins Fenster stellen und warten bis meine Nachbarin ihr Staubtuch rausschüttelt? Aber nicht mit mir!
Was wollen die denn? Die schreiben mir doch nicht nur, weil ich eine Beziehung zu meiner Nachbarin zwecks Gründung einer Hartz IV-relevanten Bedarfsgemeinschaft aufbauen soll.

Ach da steht doch was: ...wird der Wert neu festgestellt. Die DM-Beträge wurden mit dem amtlichen Kurs (1 € = 1,95583 DM) in Euro-Beträge umgerechnet. Der Einheitswert wurde gem. § 30 BewG i.d.F. des Steuereuroglättungsgesetzes auf volle Euro gerundet. Die Nachfeststellung ist erforderlich, weil die wirtschaftliche Einheit (Untereinheit) neu gegründet worden ist. Rechtsbehelfsbelehrung siehe Rückseite.

Also ehrlich, an der Stelle wäre ich jetzt froh gewesen, wenn es doch ein Schreiben von der Brauerei gewesen wäre.
So aber hab ich das Schreiben umgedreht und sah mich einer DIN-A4-Seite Kleingedrucktem in einer Schriftgröße von maximal 8 Pixel gegenüber. Nur mit Lesenbrille, Lupe und viel Zeit war da was zu machen, denn die von Superwolli Clement beschworene Bürgernähe und der Bürokratieabbau hatten sich auf dieses amtliche Formular offensichtlich noch nicht ausgewirkt.

Daher hier aus dem ganzen Text nur die wichtigsten Punkte, dafür aber wortgetreu wiedergegeben::

  1. Sie können die mit diesem Bescheid bekannt gegebene Entscheidungen mit dem Einspruch anfechten.
  2. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen oder zur Niederschrift zu erklären.
  3. Soweit diesem Bescheid Entscheidungen zugrunde gelegt sind, die im Einheitswertbescheid getroffen worden sind, kann der Bescheid nicht mit der Begründung angefochten werden, der Einheitswertbescheid sei unzutreffend. Dieser Einwand kann nur gegen den Einheitswertbescheid erhoben werden.
  4. Von der Einlegung des Einspruchs kann abgesehen werden, wenn sich die Einwendung nur gegen Entscheidungen richten, die im Einheitswertbescheid getroffen sind, und diese bereits im Einspruch gegen den Einheitswertbescheid geltend gemacht worden sind.

Nachdem ich diese Sätze entziffert hatte, verfiel ich zuerst in eine große Nachdenklichkeit, die sich trotz längerer konstanter oraler Aufnahme alkoholischer Getränke zu einer Depression dritten Grades verschlimmerte. Ein Mensch mit einer etwas schwächeren Konstitution wäre sicher in ein administratives Koma verfallen.

Aber ich nicht!
Statt dessen griff ich zum Telefon, um den Absender dieses behördlichen Drohbriefes um Erklärung des von bundesdeutschen beamteten Sprachakrobaten verfassten Silbenrätsels zu bitten.
Bereits nach wenigen "Tüüt tüüt tüüt" nahm dann auch der gewünschte Gesprächspartner das Gespräch entgegen und erkundigte sich nach meinem Begehr. Eine kurze Erläuterung der Sachlage, Nennung des Aktenzeichens, Beantwortung der Frage nach meinem Wohnort mit Postleitzahl, Straße und Hausnummer genügte und schon war der Staatsbedienstete bereit, mir mit seinem geballten verwaltungstechnischen Wissen mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen.

Doch bereits bei meiner ersten Frage zum Anlass der "Nachfeststellung des Einheitswertsbescheides wegen Neugründung einer wirtschaftlichen Untereinheit" entzündete sich sein beamtetes Gemüt und er erbrach sich in einem mir unverständlichen Wust von Vorschriften, Paragraphen, Ermessenspielräumen, Verwaltungsakten und Amtshilfeersuchen.

Als ich dann auch noch den Mut hatte, mich verbal frech in eine Lücke zu quetschen, die er zum Luft holen benötigte, war es um die von Superwolli Clement verkündete Bürgernähe geschehen. Das Gespräch wurde zunehmend obrigkeitslastiger und als ich verkündete, dass ich mich mit dem Gedanken tragen würde, diesen Einheitswertbescheid durch schriftlichen Einspruch fristgemäß anzufechten – da ist der Diener dieses Staates ausgerastet.
Er hat mich bedroht! Er hat zu mir gesagt und das habe ich mir wörtlich mitgeschrieben, um es ja nicht zu vergessen, dass für den Fall, dass ich den Einheitswertbescheid durch Einspruch anfechten würde, führe dies zu einer "VERBÖSERUNG meines Tuns".

Und jetzt sitz ich hier, am Rande einer staatsbürgerlichen Ohnmacht, unter weiterer oraler Zuführung eines bayrischen Hopfenerzeugnisses und grüble darüber nach, wie das große weiße Pferd, das durch die Amtstuben äpfelt, denn auf die Idee gekommen ist, sich um die zum 1. Januar 2004 rückwirkende Nachfeststellung des Einheitswertes einer Streuobstwiese zu kümmern, auf der seit 20 Jahren nichts anderes als Gras und Unkraut wächst.

Sie können sich ja mal, natürlich nur bei Interesse, bei Wikipedia  durch die Erklärung des Einheitswertes, des Verkehrswertes, des Beleihungswertes, des Marktwertes und des gemeinen Wertes eines Wirtschaftsgutes nach der Wertermittlungsverordnung unter Auslegung der Verkehrswertdefinition gemäß § 194 BauGB kümmern.

Und ich hol mir jetzt noch’n Bier.
Denn die Verböserung und der Suff – des reibt die Menschheit uff.
Oder so!

Prost!

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22.10.2004 um 05:45 Uhr

Lochverstopfer

Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto,
ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, ein Loch ...
Mach’s zu, oh Henry, oh Henry
mach’s zu, oh Henry, oh Henry, mach’s zu ...
Womit denn , Karl-Otto, Karl-Otto
womit denn, Karl-Otto, womit ...

Früher wählte man für ein derartiges Problem ein Naturprodukt (Stroh) aus, konnte aber damit – wie der weitere Liedtext zeigt - das eigentliche Problem nicht lösen.

Daher würde ich gerne, sofern es mir gestattet ist und da anscheinend niemand was dagegen hat, denn ich höre keine gegenteilige Meinung, gehe ich wohl recht in der Annahme, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt und in Anbetracht der prekären Lage der Nation ja geradezu notwendig erscheint, sich mit dem Begriff des Eimers und der Problematik des Loches näher auseinander zusetzen.

Schon mit der Frage "was ist ein Eimer?" könnte ein gewandter Rhetoriker einen abendfüllenden Vortrag halten. Ich erlaube mir, im Einklang mit den derzeit in unserer Gesellschaft stattfindenden Reform- und Rationalisierungsbemühungen, die Definition des Eimers von Wikipedia  zu übernehmen:
Ein Eimer ist ein zylindrischer oder schwach konischer Behälter mit flachem, seltener gewölbtem Boden, der aus unterschiedlichen Materialien, früher vorzugsweise aus Holz oder Leder, heute aus Metall oder Kunststoff besteht. Er ist ein vielseitig einsetzbares Transportmittel. Bevorzugt wird er zum Transport von Flüssigkeiten oder Schüttgut verwendet. Zum Tragen ist der Eimer mit einem beweglichen Henkel versehen, der zum Ausschütten oder Ausgießen des Inhalts heruntergelegt werden kann.

Wenden wir uns nun dem Loch, unserem eigentlichen Problem, zu.
Auch bei Wikipedia erfahren wir, das Loch sei «
eine leere oder offene Stelle, die von Materie umgeben ist, welche im Loch nicht (mehr) vorhanden ist. Löcher entstehen meist durch äußere Einwirkung: beispielsweise durch absichtliche Beschädigung der sie umgebenden Materie. Ein Loch ist nicht Nichts, sondern immer Etwas, weil es trotz der Abwesenheit von Materie (hää?) sichtbar und greifbar ist. Löcher dienen dazu, dass man etwas in ihnen aufbewahren kann. Man kann auch saufen wie ein Loch, oder jemandem Löcher in den Bauch fragen. Es besteht sogar die Möglichkeit, jemanden ins Loch zu stecken. Man kann Löcher in die Luft gucken, Löcher in die Wand stieren oder Löcher in die Luft schiessen. Manche stecken ein Loch zurück und wieder andere pfeifen gar aus dem letzten Loch. »

Und jetzt werden Sie es mir nicht glauben, aber genau so ein Loch habe ich jetzt gefunden!

Ich habe das mehrfach pfeifende Loch entdeckt!
Durch dieses Loch pfeift es rein. Da pfeift es auch raus. Manche pfeifen auf dieses Loch und andere pfeifen aus diesem Loch.
Gemeint ist das Loch im Haushaltseimer. Jeder Haushalt hat so einen Eimer. Auch der Haushalt der Bundesrepublik Deutschland hat einen solchen Eimer, obwohl böse Zungen ja behaupten, der Haushalt wäre im Eimer.
Wie auch immer, sicher ist, dass der Bundeshaushaltseimer der Bundesrepublik Deutschland ein Loch hat. Und dieses universell verwendbare Loch soll jetzt gestopft werden.
Nein nicht mit Stroh wie eingangs gezeigt, sondern mit Papier. Mit Aktien, mit T-Aktien. Mit vielen T-Aktien. Wie das geht kann man in einer Meldung von Heise-Online nachlesen.

Nicht vergessen sollten wir dabei, wie wir bei Wikipedia gelernt haben, dass Löcher meist « durch äußere Einwirkung: beispielsweise durch absichtliche Beschädigung der sie umgebenden Materie» entstehen. Ganz interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Erfahrungen, die ein Teil unserer Mitbürger in der Vergangenheit bei der Sicherung ihrer Zukunft durch T-Aktien gemacht haben. Dazu gibt es sogar eine eigene Website, die sich T-Bakel.de nennt
Da kann man viel über die Technik zum Stopfen von selbstgemachten Haushaltseimerlöchern lernen.

Und mir fällt dazu ein, beziehungsweise habe ich davon geträumt, dass man ganz bestimmte Arten von Löchern, deren volkstümliche Bezeichnung häufige umgangsprachliche Verwendung findet (Körperöffnung mit 9 Buchstaben, fängt mit A an und hört mit CH auf) durch aktives Wählen beseitigen kann.

Zumindest könnte man versuchen diese Löcher durch andersfarbige Löcher zu ersetzen.

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21.10.2004 um 05:45 Uhr

Märzenbier


"Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt" habe ich in der Schule singen müssen.
Dass es sich dabei um ein von der deutschen Landbevölkerung häufig gesungenes Volkslied handelte, änderte nicht viel an meiner (damaligen) Einstellung zu diesem Lied , die man mit Verlaub und heutigen Worten gesagt, als "eeeh baooaaah eeeeh Mann, da kannste echt abkacken, Alter", beschreiben kann.

Mit zunehmenden Alter fand jedoch ein Getränk meine  Aufmerksamkeit, das sehr viel mit diesem Liedgut zu tun hatte, denn es nennt sich auch heute noch Märzen und sieht auch heute noch aus wie frischgebrunzte Pferdepisse. Die Amerikaner nennen es "Lagerbeer", denn es handelt sich um ein untergäriges Bier, das nur während der kühlen Monate gebraut werden konnte, da zu seiner Herstellung Temperaturen von unter 10 Grad Celsius benötigt wurden und das ging eben vor Erfindung der Kühlhäuser meist nur bis März.

Heute wissen ja nicht mehr viele Menschen, dass nach der bayerischen Brauordnung von 1539 "Märzenbier" nur zwischen dem 29. September und dem 23. April gebraut werden durfte. Und weil die Haltbarkeit des Bieres maximal nur 6 Monate betrug musste das Oktoberfest schon im September stattfinden :-)
Man könnte also durchaus behaupten, dass das Oktoberfest 
eigentlich so eine Art Sommerschlussverkauf des Bieres war, bei dem die verfallgefährdeten Restbestände weggesoffen werden mussten, weil man die Fässer für die nächste Brausaison benötigte.
Trotz der Erfindung der maschinellen Kühlung hat sich dieser Brauch bis heute gehalten.

Mit diesem Bier hängt übrigen auch die Erfindung der Biergärten zusammen, denn um die unterirdischen Lagerräume im Sommer zu kühlen, pflanzte man darüber großblättrige und Schatten spendende Kastanienbäume an. Und darunter lässt sich noch heute trefflich hocken und über den lieben Gott, das Bier, die Politik, die Weiber und den Erfindungsreichtum der Bierbrauer philosophieren, die uns das Märzen hinterlassen haben.

Und genau jetzt, rechtzeitig zu Beginn der Brauzeit und nach dem Ende des Oktoberfestes ist das Merzen wieder in aller Munde und in allen Blättern.
Da sitzt der zugereiste Schwabe in den letzten wärmenden Strahlen der diesjährigen Sonne, vor einer bayrischen Gartenwirtschaft, hat ein frischeingeschenktes (zweites) Maß  Bier vor sich auf dem Tisch stehen und die Schwäbische Zeitung auf Armeslänge vor der Nase und liest zu seinem Entsetzen von amerikanischen Bierimperialismus auf deutschem Boden und vom Rückzug des CDU-Spitzenpolitikers Friedrich Merz aus allen Partei- und Fraktionsämtern.
Einen Brief habe er der CDU-Vorsitzenden Angela "Missgriff" Merkel geschrieben, dass er diesen Entschluss nach reiflicher Überlegung getroffen habe.

Ja das hat er wirklich, der Friederich!
Die zwei Jahre, nachdem ihn die Angie "Missgriff" Merkel 2002 aus dem Rennen um den Fraktionsvorsitz der CDU gekegelt hat, hat er dazu gebraucht um zu erkennen, dass ein gemischtes Doppel mit Damenbehinderung auf die Dauer keinen Spaß macht.
Und als dann auch noch sein Vorschlag vom Oktober 2003 (man beachte das Datum) über ein neues Steuerkonzept, das mit drei Stufen auf einem Bierdeckel erklärbar sein sollte, sowohl bei der Partei als auch beim bierbrauenden Gewerbe auf wenig Gegenliebe gestoßen ist, hat er jetzt im Oktober 2004 (man achte auch das Datum) seinen Ausstand gegeben.
«
Die weiteren Pläne von Merz sind undeutlich. Es hieß, er wolle wieder als Rechtsanwalt arbeiten oder in die Wirtschaft gehen. Sein Lebensmotto gab er erst vor wenigen Tagen bei der Vorstellung seines jüngsten Buches preis: «Nur wer sich ändert, wird bestehen.», schreibt die Schwäbische Zeitung und dem quer- und selbstdenkenden Schwaben wird bei einem tiefen Schluck aus dem Maßkrug klar, dass hier wohl nach den Regelwerken der bayerischen Brauordnung von 1539 ein hessisch-bayrisches "Merzenbier" gebraut werden wird und die Claims für die nächste Bundestagswahl im Jahre 2006 abgesteckt werden.

Von wegen Rückzug!
Wohl eher wird mit "Läufer auf D4" mal der eigenen Arsch in Sicherheit gebracht und die schwarze Dame zum Angriff freigegeben.
Nach dem Aus von Merz, kann nun das Unkraut auf dem Acker mit Stumpf und Stil ausgemerzt und der Acker durch Umpflügen und Ausbringung des Saatguts für die nächste Ernte vorbereitet werden.
"Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt ....."
Und nur wer sich ändert wird bestehen.

Ich gehe jede Wette ein, dass der Herr Merz spätestens bei der nächsten Bundestagswahl im September 2006 (man beachte das Datum), wenn es um die Besetzung der Ministerposten geht, sein geballtes Wissen aus Wirtschaft und Steuerwesen mit ähnlicher Dynamik in die Waagschale werfen wird, wie er es an der Seite von Angie "Missgriff" Merkel getan hat,

Schon 1453 wurde in der bayrischen Brauordnung festgeschrieben, dass bei Vermeidung von Strafe an Leib und Gut "die Brauer sollten prewen nur allein von gersten, hopfen und wasser und sonst nichts darein oder darunter thun noch sieden".
Ergänzend heißt es im bayrischen Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516  (übersetzt ins Neudeutsche): "Ganz besonders wollen wir, daß forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Wer diese unsere Androhung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Faß Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden."

Und nicht vergessen – Oktoberfest ist im September und gekocht und gebraut wird bis März!!!
Das gilt auch für bayrisch-hessische Merzenbiere.
Aber n
och ist Hopfen und Malz nicht verloren.

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20.10.2004 um 05:45 Uhr

Wer zuletzt lacht ...


Eigentlich wollte ich nach den Spätnachrichten im gebührenpflichtigen TV meinen langen Arbeitstag beenden und mein müdes Haupt zur wohlverdienten Ruhe betten.
Doch im Arbeitszimmer föhnte sich der Computer noch lautstark Luft zu und das wäre doch Energieverschwendung gewesen, ihn den Nacht über durchlaufen zu lassen.
Doch statt auf "Start – Beenden – Herunterfahren - Ja" klickt die Maus auf Spiegel-Online.de 
und mein Blick störte sich trotz der fortgeschrittener Stunde sofort an der Schlagzeile "Neue Hoffnung für die SPD" und das Bett konnte erst mal warten.

Am Ende dieses langen Artikels im Spiegel zur Lage der CDU und der Schadenfreude der SPD heißt es dann:
«Zu deutlich soll die Freude über die Selbstzerstörung der Union jedoch nicht zur Schau getragen werden, wurde im Parteivorstand beschlossen. Schließlich könnte die Stimmung jederzeit wieder kippen. Als nächster möglicher Konfliktherd bei der SPD gilt die Umsetzung von Hartz IV im Januar. Doch niemand erwartet eine Wiederholung der Unruhen des Sommers. "Hartz IV haben wir gewonnen", so die einhellige Meinung.
Mit größerer Spannung werden im Moment die Windungen des Gegners verfolgt - und fröhlich kommentiert. Stiegler warnt allerdings vor Übertreibung. "Wir wollen der Bevölkerung dieses Schauspiel ja nicht vorenthalten", so der clevere Bayer. "Deshalb sollte man nicht zu früh klatschen, sonst wird es am Ende abgebrochen"

Jetzt überlege ich mir gerade, ob Hartz IV ein neues Spiel ist, so ähnlich wie "Mau Mau" oder "Schwarzer Peter" und wie viele Demonstranten bei den Montagsdemos ein Parteibuch der CDU/CSU in der Tasche hatten. Für Millionen Bundesbürger ist das Geschehen auf der politischen Bühne seit Jahren kein Schauspiel, sondern eine Tragödie. Da gibt es nichts zu mehr klatschen.

Womit der clevere Bayer Stiegler allerdings Recht hat, ist die Sache mit dem Konfliktherd im Januar 2005.
Der 3. Januar 2005 ist ein Montag, da müsste eigentlich die richtig berechnete Zahlung des neuen ALG II schon bei vielen Millionen Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängern auf dem Konto sein – und wenn nicht, oder wenn nicht genug, dann gibt es für die Genossen nichts mehr zum Klatschen.

Und wenn dann doch Karstadt und Opel und Schlecker und ... und wenn dem Aufschwung dann auch noch die Farbe ausgeht ...
Denn erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt.
Dann Freunde habt ihr nichts mehr zu lachen ....
Und wer zuletzt lacht ...

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19.10.2004 um 05:45 Uhr

Melkfett für Nessie

Alles Nessie oder was?Von vielen in unserem Lande kaum beachtet und von der LKW-Maut in den Schatten gestellt, nimmt derzeit ein weiteres Bürgerfleisch fressendes bürokratisch-elektronisches Monster Gestalt an.
Wie das sagenhafte Ungeheuer von Loch Ness, hat es so manch aufmerksame Wanderer durch die Gazetten schon mal hier oder da gesehen oder zumindest im Mediennebel rumoren hören.

Nur damit niemand überrascht ist, wenn Nessie plötzlich aus dem Wasser steigt, hier vorab einige "Fundstücke" eines eifrigen Chronisten.
Möge sich jeder seinen eigenen Reim darauf machen:

Gestern hatte das Statistische Bundesamt die erste bundesweite Krankenkostenrechnung vorgestellt. Mit "Krankenkosten 2002" wurde bekannt, dass die Krankenkosten in Deutschland im Jahre 2002 mit 223,6 Milliarden Euro größer als die Steuereinnahmen des Bundes waren, die rund 192 Milliarden Euro betrugen. Demgegenüber beliefen sich die Einnahmen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen auf rund 160 Milliarden Euro. Die neue Gesundheitskarte soll ab 2005 mit Produkten wie e-Rezept, später e-Arztbrief und e-Patientenakte für jährliche Einsparungen von 500 bis 700 Millionen Euro sorgen. Diesen Einsparungen stehen Einführungskosten von mindestens 1,5 Milliarden bis 1,7 Milliarden Euro gegenüber. Die Gesundheitskarte gilt als derzeit ehrgeizigstes und größtes IT-Projekt der Welt.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) glaubt an ein Einsparpotenzial von einer Milliarde Euro durch die für 2006 geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Die Kosten von schätzungsweise 700 Millionen bis einer Milliarde Euro für die Entwicklung und Einführung der Karte sollen sich spätestens nach zwei Jahren amortisieren, sagte Schmidt.

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK), die 2006 bundesweit eingeführt werden soll, wird von einer massiven Datenflut begleitet. Beim elektronischen Rezept gehen die Planer in ihrer Solution Outline von jährlich 890 Millionen Rezepten in der Größenordnung von 1,53 Terabyte aus, bei vollständiger Erfassung der Arzneimittel kommen sie auf 1,28 Milliarden Positionen und einen Speicherbedarf von 1,4 Terabyte

Mit 11 Milliarden Transaktionen pro Jahr und einem Datenaufkommen von mindestens 23,6 Terabyte pro Jahr (ohne Bilddaten) gehört die Digitalisierung der medizinischen Versorgung in Deutschland zu den anspruchsvollsten IT-Projekten der Welt. Am 1.1.2006 müssen, so sieht es das Sozialgesetz vor, 71 Millionen Versicherte ihre Karte erhalten, auf denen zunächst nur die Grunddaten stehen, auf die dann aber mindestens bei 12 Millionen Versicherten die möglicherweise lebensrettenden Notfalldaten aufgebracht werden sollen. Mit 890 Millionen eRezepten pro Jahr soll sich das 1,7 Milliarden Euro teure Kartenprojekt in wenigen Jahren durch die erzielten Einsparungen im Gesundheitswesen amortisieren. Etwa ab 2012 sollen nach Angaben des bIT4Health-Konsortiums jährlich 350 Millionen eArztbriefe und 1,24 Milliarden ePatientenakten über die Gesundheitskarte abgewickelt werden. Auf diese Patientenakten soll der mündige Patient Zugriff haben, entweder nach dem 4-Augen-Prinzip beim Arzt oder über eine Datenbankabfrage, für die er zusätzlich eine qualifizierte digitale Signatur besitzen muss. Auch hier wird von den Experten der Aufklärungsbedarf der Bevölkerung als "hoch" eingeschätzt.

Die IT-Chefs deutscher Krankenhäuser warnen vor einer Art "Toll-Collect-Desaster" im Gesundheitswesen. Bei einer Tagung der Arbeitsgruppe Archivierung von Krankenunterlagen (AKU) der Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemologie (gmds) wurde auf die vielen blinden Flecken in der Architektur für die Einführung der Elektronischen Gesundheitskarte hingewiesen. Die Karten sollen laut dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz am 1. Januar 2006 ausgegeben werden.

Vor einiger Zeit warnten die Zahnärzte durch ihre Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) davor, dass mit der Chipkarte die Gefahr des Datenmissbrauchs groß ist. "Denn wenn Daten einmal gesammelt und auf zentralen Servern gespeichert werden, sind Sicherheitslücken und Datenmissbrauch nicht mehr auszuschließen", erklärten die Zahnärzte.
Diese Darstellung beschrieb das Bundesgesundheitsministerium in einer
Mitteilung als falsch und unbegründet. Es sei unmoralisch und unverantwortlich "mit falschen Argumenten Angst zu schüren, denn allein die Patientinnen und Patienten besitzen über diese Dokumentation die Verfügungsgewalt", reagierte das Ministerium leicht verschnupft.

In einer Pressemitteilung hat Bundesministerin Ulla Schmidt betont, dass die Gesundheitskarte allen Zwistigkeiten zum Trotz kommen wird. Wie gemeldet, platzte der Termin zum 1. Oktober, an dem die so genannte Selbstverwaltung der Leistungserbringer und die Krankenkassen ihr eigenes Konzept zur elektronischen Gesundsheitskarte vorlegen sollten.

Was auf der eGK gespeichert wird und was die Versicherten als Hoheitsträger ihrer Karte löschen können, darüber streiten sich seit einiger Zeit Ministerium und Arztverbände. Jürgen Fedderwitz, der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereingigung, hat nun die Kritik an dem Speicherkonzept der eGK bekräftigt: "Der behandelnde Arzt kann sich auf die Vollständigkeit der hier gespeicherten Daten in keiner Weise verlassen", meinte Fedderwitz. Das Argument, kostentreibende Doppeluntersuchungen und Verschreibungen könnten vermieden werden, stimme einfach nicht

Auf die anonymisierten Daten der Gesundheitskarte hatte unlängst Bernd Wegener vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie den Zugriff für seine Branche gefordert, damit sie die Wirkungen von Arzneimitteln verfolgen könne. Thomas Wolf vom Bundesverband Managed Care hatte zuvor auf dem Deutschen Ärztekongress erklärt, dass ein Szenario denkbar wäre, bei dem eine Versicherung keine Policen ausstelle, wenn die Kunden ihre Akte nicht öffneten. Kartenkritische Patientenvertreter kamen entgegen der Programm-Ankündigung in Darmstadt übrigens nicht zu Wort.

Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland nimmt die Finanzierung der elektronischen Gesundheitskarte Form an. So sollen die Krankenkassen bereit sein, die Kosten für die Ausgabe der neuen Karten und für die zentralen Rechner zu zahlen, auf denen die Daten liegen. Sie betragen nach Angabe der Zeitung zwischen 500 und 850 Millionen Euro.

Möglicherweise wird die elektronische Gesundheitskarte wesentlich mehr kosten als bisher angenommen wird. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das Kritiker der Karte und der dahinter stehenden Architektur an die Bundesärztekammer geschickt haben. In diesem Schreiben ist davon die Rede, dass das Projekt der elektronischen Gesundheitskarte beste Chancen hat, zu einem "gigantischen Toll Collect II" zu werden, weil die Preise falsch kalkuliert seien.

Eine im Frühjahr 2004 veröffentlichte Analystenstudie von Soreon Research hat die verschiedenen Gratifikationsmodelle für die deutsche Gesundheitskarte durchgerechnet. Die Analysten kamen zu der mit einer guten Amortisationschance bezeichneten Empfehlung, den Ärzten und Apothekern auf 10 Jahre hinaus 28 Cents für das e-Rezept zu vergüten und gleichzeitig bei den Versicherten eine Kartengebühr von 5 Euro pro Quartal zu erheben. Diese Gebühr sollte nach den Empfehlungen der Studie über die ersten drei Jahre nicht erhoben werden, um die Einführung der Gesundheitskarte nicht zu gefährden.

Also doch, das "Melkfett für Nessie" wird von den Kassen nicht übernommen, sondern per zusätzlichen Gebühren und über Umlageverfahren beim Beitragszahler abgesahnt.

Etwas ganz Lustiges habe ich bei den Recherchen in einem Artikel bei Heise Online gefunden.
Es geht dabei um das Verfahren, wie HEUTE im Jahre des Herrn 2004 die Gebühren für die informationstechnologische Verarbeitung der Rezeptformulare (gedruckt, gestempelt und unterschrieben) abgerechnet werden:
«In der Regel wiegen heute die Rechenzentren der Apotheker die eingegangenen Rezeptbündel einer Apotheke mit einer Feinwaage und errechnen daraus die von der Apotheke zu zahlende Gebühr für die digitale Verarbeitung des Papierrezeptes. Sie beträgt derzeit 0,269% vom Rezeptumsatz»

Ist eigentlich die Frau Ulla Schmidt genetisch mit dem Herrn Manfred Stolpe verwandt?

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18.10.2004 um 05:45 Uhr

Kalbfred's Wiegenlied

Gerade ging über den Ticker von NTV folgende Meldung:
Superwolli Clement (SPD) «appelliert an die streikenden Opel-Mitarbeiter in Bochum ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Sie sollen nicht zusätzlich Unsicherheit schaffen, sondern "zuversichtlich sein, dass in den Verhandlungen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden", so der Minister. Die Unternehmensleitung habe zugesagt, so schnell wie möglich mit den Arbeitsnehmervertretern zu verhandeln um Klarheit zu schaffen

Was mir dazu spontan einfällt ist – na was wohl – das Lied vom Kalbfred.

Sei ein braves, dummes Rindvieh
mit viel Fleisch und wenig Speck
und gehorche deinem Herren
und sei auch zum Metzger nett
!
© Marieluise Ritter vom Frankfurter Figurentheater

Außerdem kam heute im Laufe des Tage auf SWR1 ein Interview mit dem ehemaligen Aufsichtsratvorsitzenden von Opel, Herrn Gaeb. Dieses Interview hat in mir Erinnerungen an die selbsterlebte hervorragende Qualität des amerikanischen Managements Ende der 90iger Jahre hervorgerufen.

Und ich habe die Meldung noch vor Augen, die damals über den Ticker ging, als den Machtkämpfen personelle Konsequenzen folgten:
Neuer Chef bei Opel.
24.10.1998 Rüsselsheim. Opel hat den Ruecktritt seines Aufsichtsratsvorsitzenden Gaeb heute offiziell bestaetigt. Wer Nachfolger wird ist unklar. Nach Informationen des Spiegel wird Robert Hendry neuer Chef der General Motors Tochter Opel, bisher Chef der GM-Tochter SAAB. Bei General Motors reagiert man damit offenbar auf die Kritik am urspruenglichen Kandidaten Hanenberger. Er war frueher Entwicklungschef bei Opel und als solcher umstritten.

Und bevor Superwolli solche Durchhalteparolen über die Sender gehen lässt, sollte er sich vielleicht mal schlau machen, wo denn die Probleme bei Opel herkommen.
Das ist nichts anderes als "Karstadt International".

Der folgende Artikel ist im Internet frei zugänglich und gibt eine leise Ahnung davon, was bei GM und OPEL in den letzten Jahren über die Bühne gegangen ist: GM's Revolving Door Hits Opel
Man muss sich halt nur erinnern (wollen)!
Jetzt von den Arbeitern in Bochum Stillhalten und Zuversicht zu verlangen, "dass in den Verhandlungen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden", ist mehr als ministerielle Traumtänzerei. Diesen Managern kann und sollte man nicht mehr trauen.

Das Lied vom Kalbfred beginnt übrigens mit den Worten:
"
Nur dumm glotzen; ja nicht denken, sei schön brav und brülle nicht, irgendwer wird dich schon lenken, ob du’s merkst oder auch nicht" und lässt sich hervorragend zur Melodie der deutschen Nationalhymne singen.

Mit dem folgenden Liedtext von den Prinzen(?) klappt das leider nicht:

Jeder Popel fährt 'nen Opel, jeder Affe fährt 'nen Ford
Jeder Blödmann fährt 'nen Porsche, jeder Arsch 'nen Audi Sport
Jeder Spinner fährt 'nen Manta jeder Dödel Jaguar,
nur Genießer fahren Fahrrad und sind immer schneller da.

In diesem Sinne!

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Links zum Thema:
Opel-Management fordert Einschnitte von Beschäftigten
Gewerkschaften weisen Mitschuld an Opel-Misere zurück
Betriebsratschef greift Opel-Management an
Opel-Management fordert Einschnitte von Beschäftigten
Beck kündigt «deutliche Worte» mit Opel-Management an
Der Opel-Betriebsrat ruft den Kanzler zu Hilfe
Das wird hässlich – Spiegel Dossier

17.10.2004 um 05:45 Uhr

Treib gut


Nach einer nichtpräservativen weltweiten Umfrage des Kondom-Herstellers Durex, nehmen die Nachkommen von Adam und Eva den ihnen von der Schöpfung gegebenen Auftrag "Seid fruchtbar und mehret euch" je nach Nationalität unterschiedlich ernst.
Der Kondomhersteller Durex wertete nach eigenen Angaben für seinen "Global Sex Survey" die Antworten
von mehr als 350 000 Menschen aus 41 Ländern zu sexuellen Einstellungen und Verhaltensweisen aus.
Die Umfrage wurde von Mai bis Juli 2004 online über die Durex-Website durchgeführt

Danach liegt der weltweite Durchschnitt der Populationshäufigkeit bei 111 mal pro Jahr, also etwa bei zwei mal pro Woche, ganz wie es schon Martin Luther in seinen an die Kirchentüre genagelten Thesen gefordert hat: "In der Woche zwier – das schadet weder ihr noch mir."

Am aktivsten sind der Befragung zufolge mit 137 Mal – na wer wohl? Natürlich die Franzosen, das behaupten sie mal wieder. Die vom Aussterben bedrohten Deutschen liegen international mit durchschnittlich 98 mal Sex im Jahr im hinteren Drittel.
Aber immer noch vor so bevölkerungsstarken Staaten wie China und Indien. Und ich dachte immer, die Populationshäufigkeit würde in einem kausalen Zusammenhang zu der Geburtenrate stehen.
Sollte vielleicht an der jungfräulichen Empfängnis doch was dran sein?

Auch weist die Studie aus, dass Männer deutlich mehr unterschiedliche Sexpartner haben als Frauen. Nach eigenen Angaben teilen Männer in ihrem Leben durchschnittlich mit 12 Frauen das Laken oder die Besenkammer. Aber nur bei 7 Frauen ist dies der Fall. Jetzt frag ich mich was haben die restlichen 5 Männer gemacht, so allein in der Besenkammer?
Im europäischen Vergleich liegen die Deutschen mit 6,3 Bekanntschaften weit hinter den Schweizern mit 9,6 und den Österreichern mit 8,2.
Ich glaube das liegt nur daran, dass in der Schweiz und Österreich die Berge höher sind und die Jagdsaison auf die "willigen Skihaserln fremder Nation" einfach länger dauert.
Doch das ist noch gar nix gegen die Chinesen, denn die machen in ihrem Leben (nach eigenen Angaben!) sagenhafte 19,3 Chinesinnen glücklich. Dafür aber auch nur (!) 90 mal im Jahr.
Gleiches gilt für die Brasilianer mit 15,2 Gespielinnen und 96 Begattungen per anno und die Japaner, die mit ihren 46 Populationen pro Jahr (zur Erinnerung der Durchschnitt liegt bei 103), in ihrem Leben etwa 12,7 Japanerinnen kaum strapazieren dürften.

Die standfestesten Liebhaber, zumindest in Europa, sind die Dänen. Die schaffen 101 Begattungen pro Jahr und verschenken ihre Gunst durchschnittlich an 12,5 verschiedene Personen. Wieder nach eigenen Angaben natürlich. Wie sang Michael Holm so schön – Dänen lügen nicht.

Weil der Kavalier ja genießt und meistens schweigt, sind auch die folgenden Angaben sehr, sehr sehr mit Vorsicht zu genießen.
Erste Behauptung: Die Dauer des Vorspiels liegt weltweit bei rund 20 Minuten (19,7).
Zweite Behauptung: Weibliche und männliche Sichtweisen gehen hier auseinander: Männer verweilen mit 20,2 Minuten länger beim Vorspiel als Frauen (18,8 Minuten).
Dritte Behauptung: Am meisten Zeit zum Anheizen nehmen sich Briten (22,5) und Deutsche (22,2).

Ich denke wir sollten jetzt an dieser Stelle eine kleine Pause einlegen und über das soeben Gelesene in aller Ruhe nachdenken und bevor wir weiterlesen etwas aus dem Fenster sehen oder zwischendurch mal zur Toilette gehen.

Bei den Briten kann ich das Vorspiel nicht beurteilen. Mich hat noch keiner, der eher als prüde geltenden Inselbewohner, zu seinen Liebesspielen eingeladen.
Aber den Angaben der deutschen Männer habe ich mich mal mit den Taschenrechner angenommen, denn ich habe den Verdacht, die Jungs verwechseln das Vorspiel mit der Halbzeitpause beim Fußball. Also wenn das stimmt was die Germanen da von sich gegeben haben, dann verbringt ein deutscher Mann im Jahr 2.175,6 Minuten (98 x 22,2) mit Vorspiel auf der Matratze.
Das sind 36 Stunden und 26 Minuten!
Das ist fast eine ganze Arbeitswoche. Und das jedes Jahr! Rechnen Sie sich das mal hoch auf die Lebensarbeitszeit!
Wenn wir diese Zeit, die ja volkswirtschaftlich keinen Sinn ergibt, da sie ja nicht zum Bevölkerungswachstum beträgt, wenn wir also diese Zeit als Arbeitnehmer ohne Lohnausgleich in unsere Wirtschaft investieren würden – dann mein lieber Freund, davon bin ich fest überzeugt, würde Deutschland im internationalen Vergleich aber ganz anders dastehen.

Und für die unbefriedigten Freundinnen und Ehefrauen zu Hause ........  könnte man ja Abertausende von 1-Euro-Jobs schaffen.
Oder ist Ihnen 1 Euro zuviel, um ihre Partnerin eine Stunde lang glücklich zu machen? Ein ganzes Jahr lang für knapp 100 Teuronen. Wenn Sie bedenken, was heute eine Schachtel Zigaretten kostet, dann ist das ein echter Freundschaftspreis. Ein richtiges Schnäppchen!

Doch wenden wir uns jetzt mal dem eigentlichen Akt und den im Kamasutra so ausführlich beschriebenen Variationsmöglichkeiten zu.
Nach der Studie sollen am experimentierfreudigsten und bestens mit Sexspielzeug und Pornofilmen ausgestattet sein ..., ja wer hätte das gedacht ... mit 79% die Bulgaren, die Kroaten, die Mazedonier und die Engländer. Dicht gefolgt von den, angeblich so prüden Amerikanern mit 75%. Die Deutschen erreichen hier nur magere 45%. Noch schlechter sind die Franzosen, nach eigenen Angaben die emsigsten Liebhaber der Welt, mit 41%. So ziemlich tote Hose ist es in dieser Beziehung seltsamerweise in Indien und in Vietnam, wo außer Pornofilmen kaum andere Hilfsmittel zum Einsatz kommen.
Besonders auffällig ist bei den Amerikaner der hohe Anteil von "Spanking"-Liebhabern (41%), die in Deutschland aber nur eine Randgruppe (5%) darstellen.

Dagegen sind Vibratoren weltweit beliebt. Jeder Vierte besitzt einen.
Bei mehr als einem Drittel der 25-34 Jährigen und der über 45 Jährigen gehören die vibrierenden Helfer zum Liebes-Equipment. Am weitesten sind sie in Island verbreitet: Mehr als die Hälfte (52 %) ist im Besitz eines Vibrators. In Norwegen (50 %) und Großbritannien (49 %) hat jeder Zweite einen. In Deutschland besitzt jeder Vierte einen Vibrator.
Überraschend war für mich auch, dass es auf Island die meisten Vibratoren gibt, weil ich immer gedacht habe, dass die Menschen da vor Kälte zittern.
Und Japan hat zwar die absolut schlechteste Populationshäufigkeit überhaupt, aber jeder Dritte hat dort einen Vibrator. Haben die nicht auch den Vibrationsalarm beim Handy erfunden?
Bei Anruf – Bruuuummmmmmmm bruuuuuuuuummmmmmm bruuuuuuummmmmmm. Hier ist die Voicebox von .... Ich kann Ihren Anruf im Moment leider nicht entgegennehmen ..... weil .... Oh oh  ja  ja  oh Gott ....
Vielen Dank für Ihren Anruf – ich rufe sie baldmöglichst zurück.

Auch wenn im Bett weltweit noch so laut gestöhnt und Zwiegespräche mit den Göttern gehalten werden, spätestens seit "Harry und Sally" wissen wir: "Nicht jeder Höhepunkt ist echt!"
Frauen kommen seltener als Männer: 17 % der Damen haben immer einen Orgasmus; bei den Männern sind es (nur?) 45%.
Bei den Italienern ist die Orgasmushäufigkeit am höchsten: 61% kommen immer. Ähnlich zielsicher geht es bei Liebespaaren in Serbien-Montenegro (56 %) und Mazedonien (54 %) zur Sache.
Ein Drittel der Deutschen (34 %) hat bei jedem Geschlechtsverkehr einen Höhepunkt.
Weltweit hat jeder Vierte schon mal beim Orgasmus geschummelt. Hier sind die Damen mit 39% eindeutig führend, aber auch 17% der Herren haben (nach eigenen Angaben) nur mal so getan als ob, in der Hoffnung hinterher nicht zum Dopingtest zu müssen.

Aber jetzt mal ehrlich, würden Sie einem Interviewer die Wahrheit über ihr Sexleben, sofern Sie eins hätten, sagen? Na seh’n Sie.
Das weiß anscheinend auch der Kondomhersteller Durex und schreibt deshalb in der Studie vorsorglich:
Mit der Ehrlichkeit bezüglich sexueller Vergangenheit und Gegenwart halten es die Befragten nicht so genau, auch wenn sie sich in einer langjährigen Beziehung befinden. Fast die Hälfte aller Befragten ist nicht ehrlich, beinahe ebenso viele legen auch nicht die Anzahl der bisherigen Sexualpartner offen.
63 Prozent würden jedoch über ihre sexuellen Fantasien sprechen."

Hab ich mir doch fast gedacht!
Also nicht dass man den "Report gelesen haben muss, aber für arbeitslose Mitbürger lohnt sich der Besuch der Website 
allemal, denn dort gibt es jeden Monat eine neue Stellung!

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16.10.2004 um 05:45 Uhr

Shoutbox


Haben sie auch schon eine Shoutbox?
Nein? Wie uncool!
Heute hat jeder, der was auf sich hält, eine Shoutbox.
Nach dem Gästebuch, dem Forum, dem SMS-Ticker, dem Chat und dem Weblog braucht jetzt jede Site eine Shoutbox.

Bei www.shoutbox.de kann der interessierte Internetbenutzer weitere Informationen erhalten:

Was ist eine Shoutbox und was bringt mir sowas auf meiner Homepage?
Eine Shoutbox ist eine Art Mischung zwischen Gästebuch, Forum und Chat. Seitenbesucher können Ihnen damit Mitteilungen zukommen lassen, Kommentare abgeben oder sich auch untereinander austauschen.
Eine Shoutbox gehört zu einer neuen Interaktionsmöglichkeit für Seitenbesucher auf einer Homepage. Mit einer Shoutbox bauen Sie ein persönliches Verhältnis zu Ihren Besuchern auf und bieten Ihren Besuchern damit immer wieder neue Anreize, Ihre Seite zu besuchen. Die Zugriffe auf Ihre Homepage steigern sich konstant! Kundennähe ist für heutige Internetseiten unverzichtbar.
Durch die individuell bestimmbare Grösse der Shoutbox lässt sich diese optimal in jede Homepage integrieren. Zudem bringt diese zusätzlichen und interessanten Content auf Ihre Seite!
Mit jeder Nachricht ändert sich der Inhalt einer Shoutbox, so dass diese immer wieder interessant und lesenswert ist!

Wie folgende Einträge aus der Shoutbox des Anbieters dokumentieren:
mikota: ello
MaLaU: Hi there
MaLaU: Wanna chat?
Nike: Bäh
MaLaU: I don’t understand wat da U saying
MaLaU: hmmmmm
hi: hi
Darkshade: Meine Katze riecht aus dem Mund nach Katzenfutter
shmp: muahahaha
ddvsd:sdvsdvsdv
Hallo: was fürn scheiß so ne shoutbox! da schreibt eh niemand was nei, und wenn nur dreck

Ich finde Hallo hat recht.

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15.10.2004 um 05:45 Uhr

Radio Ga Ga

Stimmung: All we hear ist Radio Ga Ga, Radio Goo Goo, Radio Blah Blah
Musik: Queen - Radio Ga Ga


Können Sie sich noch an Radio Eriwan erinnern?
Ich habe vor kurzem irgendwo gelesen, dass die jetzt auch in den alten und neuen Bundesländern der BRDDR vertreten sind und weiterhin Fragen ihrer Hörer beantworten.

Frage an Radio Eriwan:
Sind Rundfunkgeräte in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft anmeldepflichtig ?
Antwort von Radio Eriwan:
Im Prinzip ja. In einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft sind für die gemeinsam genutzten Geräte Rundfunkgebühren nur für ein Radio- und ein Fernsehgerät zu zahlen. Für den Partner, der für die gemeinsam genutzten Geräte Rundfunkgebühren zahlt, gelten seine weiteren Geräte in der Wohnung und/oder im Kraftfahrzeug als gebührenfreie Zweitgeräte.
Der andere Partner muss seine weiteren Geräte in der Wohnung (z.B. im Arbeitszimmer) oder im Auto selbst anmelden und dafür Gebühren zahlen.

Frage an Radio Eriwan:
Muss ich mein Autoradio anmelden?
Antwort von Radio Eriwan:
Im Prinzip ja. Autoradios in ausschließlich privat genutzten Fahrzeugen sind gebührenfreie Zweitgeräte, wenn derjenige, auf den das Kfz zugelassen ist, bereits für den Privathaushalt ein Radio angemeldet hat. Ansonsten ist das Radio im Auto ein anmelde- und gebührenpflichtiges Rundfunkgerät.

Frage an Radio Eriwan:
Ich bin Selbständiger/Freiberufler. Den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte lege ich mit meinem Privatfahrzeug zurück. Entsteht dadurch Gebührenpflicht für das Autoradio?
Antwort von Radio Eriwan:
Im Prinzip ja. Es handelt sich in diesem Fall um eine beruflich veranlasste Fahrt. Für das Autoradio besteht zusätzlich Anmelde- und Gebührenpflicht.

Frage an Radio Eriwan:
Ist es gestattet, dass ich privat von meinem Firmen-PKW aus mit meiner Gattin zu Hause telefoniere, wenn in meinem PKW kein Radio eingebaut ist und ich während des Gesprächs das Radio aus meinem privaten Wohnzimmer mithören kann?
Antwort von Radio Eriwan:
Im Prinzip ja. Aber nur wenn es sich um reines Privatgespräch handelt und es bietet sich an, dass ihre Gattin während des Gesprächs das Radio ausmacht, um unsere Außendienstmitarbeiter nicht zu verwirren und unnötigen Ärger zu vermeiden.

Frage an Radio Eriwan:
Gibt es in Deutschland mehr Humor als anderswo?
Antwort von Radio Eriwan:
Im Prinzip ja. Aber wir haben ihn auch bitter nötig.

Frage an Radio Eriwan:
Stimmt es, dass weltweit der Sozialismus am Abgrund steht?
Antwort von Radio Eriwan:
Im Prinzip ja, aber wir sind dabei, ihn mit dem globalisierten Kanibalismus zu überholen.

Mein lieber Freund, ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich kann mich über diese Witze immer wieder halb tot lachen.
Im Internet habe ich übrigens die neue Website von Radio Eriwan 
entdeckt. Das stehen vielleicht Sachen drauf, die sind sowas von schräg und echt zum Kringeln!

Haben wir ein Glück, dass es sich nur um sozialistische Witze handelt!
Gell?

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Ein Link zum Thema?

14.10.2004 um 05:45 Uhr

Vermittlungscoach


Haben Sie in ihrem Bekannten- oder Verwandtenkreis einen "Vermittlungscoach" – mit IHK-Zertikat natürlich?
Jetzt sagen Sie bloß, Sie wissen nicht was ein Vermittlungscoach ist?
Na das ist jemand, der "zur Begleitung Arbeit Suchender während der beruflichen Orientierung und der Arbeitssuche befähigt ist".
So jedenfalls steht es auf den Internetseiten von
www.vermittlungscoach.de  
Vereinfacht gesagt ist das also jemand, der einem Langzeitfaulenzer den Weg zum Arbeitsmarkt zeigen kann. Wir wären nicht in Deutschland, wenn es für dieses neue Berufsbild nicht auch schon einen Verband geben würde. Die selbst gesetzten Ziele und Aufgaben diese Verbandes (hört sich so nach Verletzung an) sind:

  1. Thematisierung und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und ihrer Folgen: Coaching statt Sozialleistungen
  2. Prägung des Begriffs Vermittlungscoaching
  3. Einführung einheitlicher Qualitätsstandards für das Vermittlungscoaching und Qualitätsmanagement
  4. Unterstützung bei der Einführung des Vermittlungscoachings und Vermittlung entsprechender Kontakte und Berater
  5. Ausbildung zum Vermittlungscoach: Festlegung und Überwachung der Ausbildungskriterien, Zertifizierung
  6. Fort- und Weiterbildung
  7. Supervision
  8. Beratung Arbeitsuchender bzw. Delegation an zertifizierte Mitglieder
  9. Zentrale Öffentlichkeitsarbeit für die Mitglieder, inklusive Kooperationsmöglichkeit bei Webauftritt
  10. Trainerqualifizierung für die Vermittlungscoachausbildung

Vermittlungscoach auf der Vermittlungscouch

Natürlich hat der Verband, wie es sich in Deutschland gehört, eine Satzung, drei Vorstände, einen Kassenwart und einen Geschäftsführer.

In Kooperation mit der IHK wurde die Ausbildung zum Vermittlungscoach IHK konzipiert, die den Absolventen zur Begleitung Arbeit Suchender während der beruflichen Orientierung und der Arbeitssuche befähigt.
Die Ausbildung entspricht den Qualitätsstandards für das Fallmanagement, die vom Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge empfohlen werden. Derzeit kann die Ausbildung an folgenden Orten absolviert werden:
München - Fulda - Potsdam - Aalen - Dresden - Neubrandenburg
Was sich der Verband auf die Fahnen geschrieben hat, versteht man am besten nach Lektüre des folgenden Artikels:

Der Vermittlungscoach als Fallmanager
(von Thomas Heinle)
Die zielorientierte Fallmanagerausbildung. Es geht darum, den Menschen über seine beruflichen Ziele und nicht über seine Defizite kennen zu lernen. Durch diesen Ansatz steht von Anfang an das Positive im Vordergrund. Viele Vermittlungshemmnisse werden dadurch unerheblich. Die Stolpersteine werden zu Arbeitsaufgaben. Der Arbeitssuchende wird selbst zum handelnden Subjekt und nicht als Fall verwaltet. Aber er soll auch in Vollzeit mitwirken. Getreu dem Motto: Geh wohin Du willst, aber tu' es auch!
Wir gehen vom humanistischen Weltbild aus. Jeder Mensch will etwas leisten. In der Arbeitslosigkeit allein gelassen und nur mehr "verwaltet" zu werden widerspricht der Würde des Menschen.
Daher der Ansatz des Vermittlungscoachings: Ein neuer Teilnehmer kommt und wird nach seinen beruflichen Wünschen in 5 Jahren gefragt. Über dies lernen wir und die anderen Teilnehmer ihn kennen. Sie lernen dann z. B. einen Webdesigner kennen und nicht den arbeitslosen Elektriker mit seinem Hüftproblem. Alleine dieses Selbst- und Fremdbild wirkt. Der erste Eindruck beim Kennen lernen eines Menschen ist der Entscheidende. Dieses Bild bleibt und entfacht seine Wirkung. Und die wirkt auf den Teilnehmer zurück.
Jetzt besteht die Aufgabe darin, sämtliche Blockaden auf dem Weg zu beseitigen. Dies soll der Arbeitsuchende so weit es geht selbst in die Hand nehmen. Die Aufgabe des Fallmanagers besteht nun darin, dem Teilnehmer genau die Unterstützung zu geben, die er selbst zum Handeln braucht. Beim Thema Schulden geht es dann z.B. darum, dass der Arbeitssuchende selbst seine Schulden tabellarisch erfasst. Anhand eines vorgefertigten Serienbriefes wird ein Schreiben an alle Gläubiger verschickt. Und meistens bleiben dann nur noch wenige Gläubiger übrig, die auf den Vergleichsvorschlag nicht eingehen. Und hier kann der Coach die meisten Fälle lösen. Damit ist oft schon ein riesiges Vermittlungshemmnis beseitigt. Und der Teilenehmer bekommt ein Stück Selbstbewusstsein zurück.
Durch die neuen Ziele und durch das Auflösen der Isolation werden oft auch Alkoholprobleme überflüssig: Der Betroffene trinkt nicht mehr so viel wie früher.
Bei der Arbeitsplatzsuche stehen die Wünsche des Arbeitsuchenden im Mittelpunkt. Dementsprechend wird die Selbstvermarktungsstrategie entwickelt und der Arbeitsuchende wird dann bei der Umsetzung begleitet. Auf dem Markt agiert er meistens selbst. Aber er bekommt vom Coach und von den anderen Teilnehmer die Unterstützung, dass er dies auch kann. Und er bekommt dort immer wieder neue Motivation. Er bekommt damit wieder Marktnähe. So wird er den Arbeitsplatz, den er sich erkämpft hat, auch einnehmen - und behalten.
Wie dies möglich ist und effizient umgesetzt werden kann, das ist Bestandteil dieser Fallmanagerausbildung. Selbstverständlich sind dort alle Inhalte miteinbezogen, die der Deutsche Verein für private und öffentliche Fürsorge e.V. für die Ausbildung zum Fallmanager empfiehlt.

Übrigens, falls Sie es noch nicht bemerkt haben:
Thomas Heinle 
ist der erste Vorstand des Deutschen Vermittlungscoach Verbandes e.V.
Ganz interessant ist auch ein Artikel der am 2.9.2004 in der "Zeit
" erschien und den man, sofern man ihn liest, bis zum Ende lesen sollte.

Wer die Aktivitäten des Verbandes bezahlt?
Ja, dreimal dürfen Sie raten!

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Empfehlenswerte Links zum Thema:
Fördern aber wann?
Angst vor dem Drehtüreffekt
Familien-, Arbeits- & Gesundheitspolitik

13.10.2004 um 05:45 Uhr

Frauenmangel


«Die Gruppe "Corporate Women Directors International",
hat in New York eine Untersuchung veröffentlicht, nach der in den Vorstandsetagen der weltweit 200 größten Unternehmen Frauen stark unterrepräsentiert sind. Nur jeder zehnte Posten sei von einer Frau besetzt.
Am schlechtesten von den insgesamt 200 untersuchten Unternehmen aus 21 Ländern schneidet dabei die Firma DaimlerChrysler ab.
Das größte deutsche und nach Umsatz weltweit siebtgrößte Unternehmen hat bis Ende Juni 2004 noch nie eine Frau im Aufsichtsrat gehabt.
Die Organisation, die den Anteil von Frauen in Führungsetagen erhöhen will, verweist auf Studien, wonach ein direkter Zusammenhang zwischen gut gemischten Aufsichtsräten und der Schaffung von Mehrwert für die Aktionäre besteht. Sie fordert Unternehmen auf, das Anforderungsprofil für Führungskräfte zu verändern. Von allein ändere sich in den obersten Etagen nichts, weil Frauen gar nicht die Chance bekämen, die verlangte Erfahrung für Führungspositionen zu erwerben

Das wäre doch was für die Frau Antje Vollmer, die kulturpolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfarktion, nachdem es mit der Quotenregelung für das Dampfradio nicht geklappt hat.

Wenn nicht genügend weiblicher Managementnachwuchs vorhanden sein sollte, könnte man ja für eine Übergangsphase auch Geschlechtsumwandlungen in Betracht ziehen.
Also ich könnte mal –ganz unverbindlich natürlich- eine Liste bundesdeutscher Topmanager zusammenstellen, bei denen die Entfernung der Hoden fast eine Art Gnadenakt darstellen würde.
Die Sorte kennen Sie auch – kein Stehvermögen, keine Eier, können nix befruchten, bekommen nix hin was Arme und Beine hat, haben keine Haare auf der Brust, keinen Knackarsch in der Hose, aber 10 Semester Kamasutra mit Summa cum Laude studiert.

Sophia Loren als Vorsitzende der DaimlerChrysler AGWenn ich allerdings dran denke, dass bei DaimlerChrysler eine Frau im Vorstand für die Produktentwicklung verantwortlich sein könnte, dann müsste da schon mehr rüberkommen als nur beleuchtete Schminkspiegel auf der Fahrerseite der S-Klasse und extragroße Aufbewahrungsbehälter für diese weißen Steine, die Frauen bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus Körpersekreten und Papiertaschentüchern herstellen und in Aschenbecher und Türablagen stopfen.

Haben Sie sich mal die Homepage von diesen Corporate Women Directors International angesehen?
Dann stellen Sie sich mal einen deutschen Sportwagen in dieser Farbe vor. Würde ja aussehen eine Telefonzelle von der Deutschen Telekom auf Reisen.

Und so schlecht wie es auf den ersten Blick aussieht schneiden deutsche Firmen bei der Hodenregelung nun auch nicht ab, denn 10,3% der deutschen Führungskräfte sind Frauen. In den Niederlanden sind es nur 8,6%, in der Schweiz 7,7%, in Frankreich 7,2% und in Italien nur 1,8%. Nur das "United Kingdom" schneidet mit 12,5% besser ab, aber da wurde vermutlich noch das englische Königshaus samt Queen Mom mitgerechnet.

Und außerdem ist DaimlerChrysler in guter Gesellschaft, denn bei Toyota in Japan gibt es auch nur Dreibeiner in führenden Positionen.
Aber - das wissen wir doch aus der Werbung: "Nichts ist unmöglich – Toyota".

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Weiterführende Links zum Thema

12.10.2004 um 05:45 Uhr

Teebeutel Online

Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten sich über das Internet bei der Firma Teelepathie AG einige Pakete Teebeutel online gekauft. Dass die Anschaffung zum Preis von 27 Teuronen je Beutel ein Schnäppchen war, kann man nicht gerade behaupten. Aber was soll’s haben Sie sich gedacht, man gönnt sich ja sonst nix und außerdem, wer weiß zu was man die Teebeutel irgendwann noch mal brauchen kann. Geh‘n ja nicht kaputt die Dinger oder werden schlecht. Kann man aufheben für schlechte Zeiten, wie es der große, leider im Alter von 93 Jahren viel zu früh verstorbene Teebeutelexperte Kostolany gemacht hat. Der hatte in jungen Jahren mit russischen Teebeuteln spekuliert und ein Vermögen gemacht.

Aber wie wir seit der Boston Tea Party am 16. Dezember 1773 wissen, ist das mit dem Tee so eine Sache und wenn man nicht aufpasst kann es heftiges Teeater geben, das damals sogar in einem Krieg endete.

Jetzt werden sie sagen, dass man wegen einem Tee keinen Streit anfängt und einen Krieg schon gleich zweimal nicht.
Da kennen Sie die Teelepathie AG aber schlecht, beim Tee verstehen die keinen Spaß. Da sind die sowas von eigen und schrecken sogar vor Teerror nicht zurück. Sogar am Teelefon. Da können manche Teebesitzer ein Lied davon singen.

Also jetzt stellen sie sich weiter vor, dass eines schönen Tages bei Ihnen ihr Teelefon klingelt und die Firma Teelepathie AG mitteilt, dass Sie Ihre Teebeutel wieder zurückhaben will - für 8,99 Teuronen je Beutel.

"Ja", werden Sie sagen, "ich bin doch kein Teenager, den man so einfach über den Tisch ziehen kann. Was soll das Teeater? Ich werde meine Teebeutel behalten. Die werden sicher noch mal richtig teeuer und dann mach ich das wie der Teebeutelexperte Kostolany!"

Aber genau das würde ich mir an Ihrer Stelle noch mal sorgfältig überlegen, denn was macht der professionelle Teetrinker mit dem Teebeutel, nachdem er ihn mit heißem Wasser abgebrüht hat?
Genau! Er quetscht ihn aus!
Die seltsamen Menschen auf der Insel im Atlantik vor Europa nennen diesen Vorgang "Squeeze out", auf Deutsch könnte man auch "Enteignung" dazu sagen.
Gell, das ist ein Scheißspiel. Und was würden Sie daraus lernen, immer vorausgesetzt Sie wären damals wirklich so blöd gewesen sich Teebeutel online zu kaufen?
Finger weg von allem wo Tee drauf steht und lassen Sie sich bloß nicht wieder Teebeutel aufs Auge drücken. Das geht Ihnen sonst böse an die Börse. Muss man sich ja nicht antun, oder?

Übrigens sind hier bei uns in der BRDDR  Enteignungen nach dem Gesetz (Art. 14 Abs 3. Grundgesetz) nur erlaubt, wenn es dem Wohl der Allgemeinheit dienen würde und die Enteignung durch ein Gesetz oder einen Verwaltungsakt erfolgt.
Sowas wäre ja nur dann zu befürchten, wenn die Bundesrepublik Deutschland etwas mit der Teelepathie AG am Hut hätte, oder?
Und überhaupt hat die BRDDR ja gar keine Erfahrung und hatte noch nie Interesse an irgendwelchen Enteignungen.
Das behaupte ich jetzt einfach mal so!

P.S.
Bei
www.schandmaennchen.de habe ich gelesen, dass "der Börsengang" nach Rücknahme der Rechtschreibreform jetzt wieder "die Börsengang" heißen soll.

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