Machopan - Rauchzeichen

31.12.2004 um 05:45 Uhr

Neujahrsansprache 2004

Der Jahreswechsel ist meist der richtige Zeitpunkt um kritisch über das Geschehene zu schauen und, was bleibt weiter übrig, mit zusammengekniffenen Augen in die Zukunft zu blicken.
Unser Bundeskanzler wird sicher heute Abend in seiner Neujahransprache das Wort „vertrauensvoll“ und „Zukunft“ mehrfach verwenden. Und natürlich wird er wieder, wie jedes Jahr, über die rechtzeitig eingetretene Naturkatastrophe in Asien reden, um nicht über die von ihm selbst mit erzeugte Katastrophe im Inland reden zu müssen.

War ich vor einigen Wochen bei den Reizthemen der Nation noch in der Lage, die Schieflage der Republik und den Dummfug einiger ihrer Insassen mit Ironie und Sarkasmus zu beschreiben, so ist mir diese Fähigkeit und die dazu notwendige Toleranz dazu zwischenzeitlich abhanden gekommen.

Zuviel ist in den letzten Tagen dieses Jahres noch geschehen, als dass ich diese seichten oberlehrerhaften gebetsmühlenartig vorgetragenen Sprüche und die nunmehr teilweise geheuchelte Reue diverser Damen und Herren aus Politik und Wirtschaft, deren Namen ich hier wegen dem limitierten Platzangebot eines Weblogs nicht aufzählen kann, noch ertragen könnte. Denken Sie sich einfach einige Kandidaten für eine solche Liste aus und ich bin mir sicher, wir hätten erhebliche Mehrfachnennungen.

Man muss dazu nicht immer gleich in die hohe Politik schauen, wo sich Berufspolitiker, Funktionäre und Lobbyisten in einem System aus Korruption, Schwarzgeld, Bestechung und Vetternwirtschaft trefflich eingerichtet haben.

Ein Blick in die Wirtschaft, ein Blick hinter die Kulissen, ein Blick auf die Macher, ihre Netzwerke, ein Blick auf die gut bezahlten Legionäre des Kapitals, die sich Geschäftsführer, Vorstand und Aufsichtsrat nennen, aber funktionieren wie Berufskiller, Auftragsmörder und Kriminelle. Menschen ohne eigenes finanzielles Risiko, unbeteiligt an der Sache, die nach Erledigung ihres Auftrags mit ihrem Blutlohn das Weite suchen und sich wie Geier um den nächsten Auftrag des Kapitals schlagen.

Unterstützt wird dies von einem Heer gefügiger Vasallen in Ministerien, Behörden, Ämtern, Verbänden und Parteien, die dabei den eigenen Vorteil nicht aus dem Auge verlieren. Sie haben sich in jahrzehntelanger Kleinarbeit ein undurchdringliches Gestrüpp aus Regelwerken und Vorschriften geschaffen, das sie administrieren und gegen jeden Eindringling hartnäckig verteidigen. In diesem Gestrüpp bleibt jeder hängen, der keine Helfer hat, jeder der sich keine Lobby leisten  kann oder aus Überzeugung nicht leisten will. Und jeder der in diesem Lande leben muss oder noch so dumm ist es zu wollen.
 
Fast vernachlässigen darf man in diesem System die kleinen Gauner, Betrüger und Blutsauger, die mit immer wieder neuen Tricks auf der Jagd nach der schnellen Geld und dem eigenen Vorteil sind.
Der einzige Unterschied zu den großen Gaunern ist nur die Dimension der Tat.
Warum lügen, wenn man sich nur der Medien bemächtigen muss.
Warum bestechen, wenn man ganz legal Subventionen verteilen und annehmen kann.
Warum korrupt werden, wenn man sich für „Beratung“ entlohnen lassen kann?
Warum betrügen, wenn man die Preise bestimmen kann?
Warum rauben, wenn man nur die Gesetze ändern muss?
Warum stehlen, wenn man legal enteignen kann?
Warum erpressen, wenn man Steuern erheben kann?
Warum eine Bank ausrauben, wenn man eine hat?
Warum eine Rentnerin abzocken, wenn man alle abzocken kann?
Warum einen Arbeitnehmer kündigen, wenn man mit der ganzen Fabrik umziehen kann.

Nur noch Brechreiz löst das alles bei Otto Normalverbraucher aus und er wendet sich angewidert ab.
Hören Sie die Gespräche Ihrer Mitbürger?
Hören Sie worüber gesprochen wird? Es dauert meist keine zwei Minuten, dann ist man beim Thema Nummer eins. Nein, nicht Sex und auch nicht das Wetter. Das war mal! Das war noch im letzten Jahrhundert.
Da werden die Köpfe zusammengesteckt, als würde man einen schmutzigen Witz erzählen. Dann noch rasch ein Blick rechts und links über die Schulter und dann geht es los.
Dann hören Sie Volkes Meinung zur Lage der Nation, zu Parteien, zu speziellen Politikern, zur Arbeitslosigkeit, zur Wirtschaft und auch zur Problematik der Ausländern.
Und sehr häufig hören Sie als letztes Wort: „DIE SIND DOCH ALLE GLEICH! DAS IST DOCH EIN EINZIGES LUMPENPACK!“

DA SOLLTEN DIE GEWÄHLTEN VERTRETER DES VOLKES MAL ZUHÖREN.
DA SOLLTEN DIE WIRTSCHAFTSBOSSE MAL ZUHÖREN.

Da ist nur noch Hohn und Spott und abgrundtiefe Verachtung für das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche System dieser Republik.
Und vielleicht begreifen dann endlich noch ein paar Menschen, was sich da zusammenbraut!

Warum mir das ausgerechnet zum Jahreswechsel einfällt?
Ganz einfach, weil es in meiner Familie seit Jahren Tradition ist, sich zum Jahreswechsel für das neue Jahr etwas vorzunehmen und es in den nächsten 365 Tagen dann auch erfolgreich umzusetzen.
Was das ist, kann ich Ihnen leider nicht sagen, denn sonst können die Vorsätze nicht gelingen und die Wünsche nicht in Erfüllung gehen. Aber wenn Sie sich auch einen guten Vorsatz für das Jahr 2005 ausdenken – dann treffen wir uns sicher in Berlin.
 
Vor Jahren hat mich mal ein „lieber Freund“ gefragt, was ich tun würde, wenn mir mein Arzt mitteilen würde, dass ich unheilbar erkrankt wäre und nur noch kurze Zeit zu leben hätte.
Spontan wollte ich damals antworten: „Einen Colt kaufen, nach Seattle fliegen und Bill Gates erschießen.“
Vor einigen Jahren hat sich dieser letzte Wunsch dann präzisiert und es ist „ein Flugzeug chartern und mich damit auf’s Weiße Haus zu stürzen“ daraus geworden.
Heute müsste ich zur Durchführung dieser letzten Tat und um das „Land von den Tyrannen zu befreien“ nicht mal mehr nach Amerika fliegen. So klein ist die Welt geworden.

Heute Abend wird mir der Rechtsverdreher aus Hannover mal wieder seine Sicht der Dinge zur Lage der Nation und sein übliches Wort zum Sonntag erzählen.
Getreu nach dem Motto: „Was interessiert mich mein Geschwätz von vor ein paar Tagen. Lassen Sie uns doch gemeinsam weiter vertrauensvoll in die Zukunft schauen.“

Was wird er noch erzählen?
«Was will uns der Kanzler der Arbeitslosigkeit, der Kanzler der leeren Kassen und der drückenden Schulden, der Kanzler der ungerechten Verteilung, jener, der die soziale Marktwirtschaft zerrissen und das Soziale verdrängt hat (*)»  in der Sylvesternacht zum Jahr 2005 diesmal wieder weismachen?
Um die Erfolge der Regierung Schröder allen Zuhörern vor Augen zu führen, wäre es wohl das Beste, der Bundesgerd würde einfach aus seiner Rede zum außerordentlicher Parteitag der SPD am 17. April 1998 in Leipzig vorlesen, als er noch als Ministerpräsident des Landes Niedersachsen gegen die Regierung Kohl gewettert hat:
«Ich habe an das Regierungshandeln der Zukunft einen ganz besonderen Vorbehalt - einen Vorbehalt, an dem ich mich messen lassen möchte und messen lassen werde, an dem wir uns im übrigen alle werden messen lassen müssen. Ich nenne ihn den "Beschäftigungsvorbehalt". Meine Prüffrage - anders ausgedrückt - ist die Frage nach der Beschäftigungswirksamkeit aller Politik. Auf diesen Vorbehalt möchte ich, liebe Genossinnen und Genossen, fünf Grundsätze beziehen, fünf Grundsätze, die unsere Politik bestimmen werden.
Wir werden jede Maßnahme und jedes Instrument unserer Politik auf den Prüfstand stellen, ob es vorhandene Arbeit sichert oder neue Arbeit schafft. Politik kann - das wissen wir - und soll dem Ziel dienen, zu mehr Eigenverantwortung und Initiative zu befähigen. Die Menschen - das ist unsere Auffassung - wollen den Staat nicht vor der Nase haben. Nein, sie wollen ihn an ihrer Seite wissen. Bürokratischen Übermut und obrigkeitsstaatliches Denken haben sie satt - und wir auch.
Hier gilt es in Deutschland wieder anzusetzen: beim Leistungswillen und bei der schöpferischen Kraft unserer Menschen. Die muß der Staat ermutigen, die darf er nicht behindern.
Aber eines wissen wir auch, liebe Genossinnen und Genossen: Politik ist keine Glücksverheißung. Unser privates Glück - das werdet ihr vielleicht gerade mir glauben - müssen wir schon selber in die Hand nehmen.
Aber daß falsche Politik die Menschen ins Unglück treiben kann, das haben wir in den letzten Jahren zur Genüge erlebt.
Liebe Freundinnen, liebe Freunde, nie seit den Gründungsjahren der sozialen Marktwirtschaft war die deutsche Arbeitsgesellschaft so zerrissen wie heute: gespalten in Arbeitsplatzbesitzer und Arbeitslose, gespalten in die, die Überstunden kloppen, und die, die auf ungesicherte Gelegenheitsjobs angewiesen sind, vor allen Dingen aber gespalten zwischen denen, die sich ökonomisch sicher fühlen, weil ihre Arbeitsplätze ungefährdet sind und denen, die Angst um die eigene materielle Zukunft und die ihrer Familien haben.
In den letzten Jahren ist die Zahl der Empfänger von Sozialhilfe um 700 000 gestiegen, liebe Genossinnen und Genossen - auch ein Ergebnis Kohlscher Politik in Bonn.
Noch nie in der Nachkriegsgeschichte gab es in Deutschland so viele Langzeitarbeitslose: Es sind über 1,6 Millionen. Alles in allem fehlen in diesem Land 7,6 Millionen wettbewerbsfähige Arbeitsplätze. Die Kosten der Arbeitslosigkeit belaufen sich dieses Jahr auf 180 Milliarden DM. Ist es da nicht hundertmal sinnvoller, endlich ranzugehen und Arbeit anstatt Arbeitslosigkeit zu finanzieren?»

Diesen Text kann man nicht mehr kommentieren. Das schaffe selbst ich nicht mehr.
Aber Sie sehen, dass die Tradition sich gute Vorsätze zu fassen auch in der Familie Schröder gepflegt wird.
Wenn Sie sich noch dieses Jahr erbrechen wollen, dann empfehle ich Ihnen, diese Rede ganz zu lesen.
Die Neujahrsansprachen von Gerhardt Schröder aus den vergangenen Jahren finden Sie im Internet unter www.bundeskanzler.de

Aber vielleicht geht es Ihnen wie mir und der der Bundesgerd kann in der Neujahrsnacht erzählen was er will, es interessiert niemand mehr.
Zu oft hat er gelogen, zu oft hat er getäuscht, zu oft gesagt und nicht getan!
Zu oft war es ihm recht, dass man ihn wohl falsch verstanden hat!

Er und seine Genossen können sich auf den Kopf stellen und dazu auch noch Grimassen schneiden. Sie können mit Engelszungen reden, Andersdenkende beschimpfen und als uneinsichtig, unbelehrbar bezeichnen und störrisch nennen, aber sicher werden viele Bürger dieser Republik nicht mit ihnen in ihre Zukunft fahren wollen.

NICHT MIT EINEM SCHIFF, DAS TITANIC HEISST!
Da bauen wir doch lieber mit guten Freunden an der ARCHE NOAH !!
Denn die Flut kommt.
Nach einer solchen Ebbe kommt immer eine Flut!

Welche Katastrophe darf es denn als nächstes sein“ habe ich vor einem Jahr geschrieben.
Ich konnte nicht wissen, dass die damals aufgezählten Ereignisse mit der Flutwelle in Asien einen weiteren traurigen Rekord erfahren würden.
Ein Prognose für das nächste Regierungsjahr von Rot-Grün in  2005 wage ich daher lieber nicht.

Statt dessen werde ich mich bis zum Beginn der Neujahrsansprache des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland, im Kreise meiner Bedarfsgemeinschaft durch kollektives Kampftrinken und gegenseitiges Vorlesen der Neujahrsansprachen aus den Jahren 19992000, 2001, 2002 und 2003 die Zeit vertreiben und mich in einen Zustand der staatsbürgerlichen Lethargie versetzen.

Oder können Sie unseren Bundeskasper Gerhard Schröder noch in nüchternem Zustand ertragen?

(*) Gerhard Schröder am 17. April 1998 über Bundeskanzler Helmut Kohl

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30.12.2004 um 05:45 Uhr

Insolvenzen 2004

Na also, es geht doch!
Ein sattes Plus hat es gegeben, aber wie immer hat es im Land des Jammerns und Leidens kaum jemand zur Kenntnis genommen.
Rechtzeitig zum Jahresende hat das Statistische Bundesamt die Jubelmeldung veröffentlicht:


Wie sagt der Bundesgerd immer so schön „Wir leiden auf hohem Niveau“ und diesmal ist es uns gelungen dieses Niveau sogar in das sechste Regeierungsjahr von Rot-Grün zu retten.
Genügend Anlass für mich,  mir die Zahlen des Statistischen Bundesamtes mal näher anzusehen:

«WIESBADEN – Für das Jahr 2004 erwartet das Statistische Bundesamt rund 39 000 Unternehmensinsolvenzen, 48 000 Verbraucherinsolvenzen und 30 000 Insolvenzen von anderen Schuldnern wie ehemals selbstständig Tätigen, Gesellschaftern größerer Unter­nehmen und Nachlässen. Damit läge die Zahl der Unternehmensinsolvenzen geringfügig unter dem Vorjahresniveau (39 320). Die Verbraucherinsolvenzen stiegen dagegen um über 40% (2003: 33 609) und die der anderen Schuldner um rund 8% (2003: 27 794). Die starke Zunahme der Verbraucherinsolvenzen steht auch im Zusammenhang mit der Ende 2001 geschaffenen Möglichkeit, die Verfahrenskosten stunden zu lassen. Der Anstieg ist deshalb nicht allein als Ausdruck einer aktuellen Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Verbraucher zu werten.»

Schön haben sie das formuliert, die Jungs vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Besonders der letzte Satz springt förmlich vom Auge ins Denkhirn und löst dort leichte Verwirrung aus. Also noch mal lesen:
«Die Verbraucherinsolvenzen stiegen dagegen um über 40%. Die starke Zunahme der Verbraucherinsolvenzen steht auch im Zusammenhang mit der Ende 2001 geschaffenen Möglichkeit, die Verfahrenskosten stunden zu lassen. Der Anstieg ist deshalb nicht allein als Ausdruck einer aktuellen Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Verbraucher zu werten.»

„Hääääääääähhhhhhh?“ Haben SIE das verstanden?
Also ich dachte immer, dass Insolvenz etwas mit Schulden und Zahlungsunfähigkeit zu tun hat. Also auf gut Deutsch, wenn jemand PLEITE ist.
Es wird doch wohl niemand so bescheuert sein, einen Insolvenzantrag zu stellen, nur weil er sich die Gebühren stunden lassen kann.
Das wäre ja fast so, als ob ich mit Absicht in eine Radarfalle fahre, nur weil ich den Strafzettel nicht gleich bezahlen muss, sondern stunden lassen kann.
Sowas macht doch kein Mensch!
Oder doch?

Also nicht, dass ich mich noch über irgendetwas in dieser Republik wundern würde, seit die rot-grüne Narrenzunft das Zepter schwingt.
Aber dass es innerhalb von nur 6 Jahren gelungen ist neben dem Kuckuck auch den Pleitegeier in großer Zahl in Deutschlands Auen heimisch werden zu lassen, das verdient schon unsere uneingeschränkte Bewunderung für die effiziente Politik unserer Bundesregeierung.

Dass der Finanzhans sich mit dem Gedanken trägt, den Bundesadler durch eine effizientere und kostengünstigere Mutation aus Pleitegeier und „gemeiner blutsaugender Kuckucksfledermaus“  (Cuculus desmodus rotundus vulgaris) zu ersetzen, wollten offizielle Berliner Regierungsstellen auf Anfrage jedoch (noch) nicht bestätigen.

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29.12.2004 um 05:45 Uhr

Zuwanderung

Irgendwie bin ich heute von der Muse geküsst!
Mir geht ein Liedtext der Schweizer Gruppe „Rumpelstilz“ nicht mehr aus der angejährten Hirnrinde. Das muss schon so an die dreißig Jahre her sein, als die Jungs zu einer flotten Melodie und in schwyzerdütschem Dialekt das Lied vom Kiosk sangen und damit kurzzeitig sogar in den deutschen Charts waren:

Also, er sammle für 'nen guten Zweck,
sagt der Fritz, der vor mir steht.
Dabei muß ich selber sammeln,
wenn das so weitergeht.
Alle wollen was von mir,
das Finanzamt sowieso.
Und an dieser Melkmaschine geht die
stärkste Kuh k.o.

Später heißt's in meiner Kneipe:
Du, zahl' mir noch 'n Bier.
Aber ich bin völlig abgebrannt,
ich kann doch nichts dafür.
Und da kommt schon wieder einer:
Hast 'ne Zigarette, Mann?
Ich geb' ihm meine letzte und ich zünd'
sie auch noch an.

Leute, bin ich denn ein Kiosk?
Oder bin ich etwa 'ne Bank?
Oder seh' ich aus wie ein Hotel?
Oder wie 'n Kassenschrank?

Ja, da kommt so'n wilder Hippie mit
geflicktem Hosenbein.
Und fragt mich überfreundlich:
Kannst du mir 'nen Fünfer leih'n?
Kaum zehn Meter weiter, da quatscht
mich jemand an:
Er hätte grad kein Kleingeld für die
Fahrt mit der Straßenbahn.

Ich schieb mir einen Lolli rein und
ein Mädchen lächelt nett.
Ihre Wimpern klimpern, und sie fragt,
ob ich noch einen hätt'.
Sie könnte nirgends schlafen und
wollte mit zu mir.
Doch hat man mir gekündigt, ich steh'
selber vor der Tür.
©1977 by Edition Taurus, Hamburg

Auch wenn sich in den letzten 30 Jahren in unserer Republik einiges geändert hat, so passt der Song doch heute wieder, wie die Faust auf Nachbars Auge.
Und zum 1. Januar 2005 wird sich noch mehr ändern, denn es häufen sich die Gerüchte, dass es um die Zukunft unserer Republik nicht zum Besten gestellt ist.
An allen Ecken und Enden wird über die wirtschaftliche und politische Situation unserer Republik gemurrt, geschimpft und geflucht.
Dabei reichen die Kommentare von schierer Verzweiflung, über sachlich konstruktive Kritik bis zu reinem Hohn und Spott, kann man doch die Erfolge unserer Regierung an den steigenden Arbeitslosenzahlen und Menschen in Armut ablesen.

In der TAZ, stand jetzt zu lesen, dass der Zentralrat der Juden in Deutschland sich darüber mokiert, «dass er über die neuen Zuwanderungsregelungen für Juden aus den GUS-Staaten erst wenige Tage vor der Sitzung der Ministerpräsidenten informiert wurde. Nach Auskunft des Generalsekretärs des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer protestiert der Zentralrat offiziell gegen mehrere dieser geplanten neuen Regeln.»
Dazu gehören:
  1. Haben sie eine Bescheinigung einer jüdischen Gemeinde in Deutschland, dass eine Aufnahme in die Gemeinde möglich sei?
  2. Verfügen sie über Grundkenntnisse im Deutschen?
  3. Können sie, etwa anhand eines alten sowjetischen Passe, eine jüdische Herkunft nachweisen?
  4. Bieten sie eine ausreichende Gewähr dafür, nach Einwanderung in Deutschland nicht von Sozialhilfe abhängig zu sein
Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sind seit  Anfang der Neunzigerjahre fast 200.000 Juden aus den GUS-Staaten nach Deutschland eingewandert. Im Jahre 2004 waren es knapp 10.000.  
Wie schreibt die TAZ:
«Die Zuwanderung der Juden hat zu einer Renaissance des jüdischen Lebens in Deutschland geführt. Noch Anfang der Achtzigerjahre drohten die jüdischen Gemeinden der Bundesrepublik, langsam auszusterben. Eine neue Blüte erlebten sie in den vergangenen Jahren durch die "Russen", wie die Zuwanderer in den Gemeinden häufig genannt werden. Allerdings sind etwa 85 Prozent der jüdischen Zuwanderer aus der GUS in der Bundesrepublik dauerhaft von Sozialhilfe abhängig
«Die Bundesrepublik muss jährlich schätzungsweise 1,8 Milliarden Euro aufbringen, um die inzwischen rund 197 000 Juden aus Osteuropa zu unterstützen.» schreibt die Berliner Zeitung in ihrem Tagesthema zum 21.12.2004

Und jetzt gehen mir zwei  Dinge im Kopf rum.
Einmal, warum man den Zentralrat der Juden in Deutschland vorher darüber informieren muss, was die Ministerpräsidenten der Länder wohl beschließen könnten. Denn soweit ich in der Schule gelernt habe, gehört der Zentralrat der Juden in Deutschland NOCH nicht zu den staatlichen Organen dieser Republik, die NOCH DEUTSCHland heißen darf.
Man wird es den Millionen von Arbeitslosen, die nach dem Verlust des Arbeitsplatzes über die Stufen unserer sozialen Sicherungssysteme nach unten durchgereicht wurden und ab 1. Januar 2005 bei ALG II auf dem Sozialhilfeniveau angekommen sind, schwer erklären können, warum dieses doch so arme, arme Land auch noch zusätzlich „dauerhafte Sozialhilfeempfänger“ importiert.

Und zum anderen geht mir dieses Schweizer Lied vom Kiosk nicht mehr aus dem Sinn:
Leute sind wir denn ein Hotel?
Oder sind wir etwa ne Bank?
Oder sehn wir aus wie ein Kiosk?
Oder wie ein Kassenschrank?

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28.12.2004 um 05:45 Uhr

Dutch Money


Es ist eine wahre Freude, wie sie sich alle um „Dutch Money“ bemühen und versuchen an die  „Geldern van den Anderen“ zu gelangen.

Bund fordert Milliarden von Toll Collect
Der Bund will für die Verzögerungen beim Start der Lkw-Maut viel mehr Geld als bisher bekannt vom verantwortlichen Betreiber-Konsortium. Toll Collect soll neben Schadenersatz auch eine Vertragsstrafe zahlen.

Transnet will Lkw-Maut für Schienenausbau verdoppeln
Der Vorsitzende der Verkehrsgewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, hat eine Verdoppelung der geplanten Lkw-Maut zur Finanzierung des Bahn-Ausbaus verlangt. Den geplanten Börsengang der Bahn will der Gewerkschaftschef erst einmal verschieben.

Logistik-Branche macht sich für Pkw-Maut stark
Während Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe die Spediteure für den fristgerechten Start der Lkw-Maut in die Pflicht nimmt, fordern die Logistik-Unternehmen eine Maut auch für Pkw. Damit soll der Ausbau des Straßennetzes gesichert werden.

Welches Straßennetz?
Gibt es noch eins, das nicht schon über KFZ-Steuer und Mineralölsteuer fett finanziert wird?
Es ist richtig Mode geworden in dieser Republik, für die gleiche Leistung mehrfach zu kassieren!

Ich will ja nicht schon wieder unken, aber auf die Auswirkungen dieser Steuern auf die Endverbraucherpreise ab Januar 2005 bin ich gespannt.
Um das schön zu rechnen muss sich das Statistische Bundesamt aber noch mehr anstrengen als bei der Euro-Einführung.

Ach Sie wollen wissen wer „van den Anderen“ ist?
Na der, der so saudumm fragt!

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27.12.2004 um 05:45 Uhr

Rentnerbande

Musik: Kinks: Where have all the good times gone

Ein Team vom Hessischen Rundfunk hat sich um die Ungleichverteilung der finanziellen Mittel zwischen Rentnern und Alleinerziehenden gekümmert.
An sich keine schlechte Idee und durchaus im Trend der Zeit. Ein weiteres Puzzlestück zur Klärung der Fragen
  • warum es der BRddr so schlecht geht
  • warum in diesem reichen Land plötzlich überall das Geld fehlt?
  • wo das ganze Geld geblieben ist, das von den Generationen seit 1947 erarbeitet wurde?
Zur Visualisierung des Beitrags hat sich ein Team des HR auf dem Frankfurter Flughafen umgesehen und dort doch tatsächlich einige Rentner erwischt, die in Urlaub fliegen wollten.
Und das angesichts der Tatsache, dass in diesem unseren Lande Alleinerziehende von Sozialhilfe leben müssen.
Da war ein Rentnerehepaar dabei, die haben sogar behauptet, sie hätten sich das Geld für die Urlaubsreise „zusammengespart“. Dabei weiß doch jeder Mensch unter 30, dass das angesichts der gestiegenen Kosten für Telekommunikation und Verkehr gar nicht möglich ist.
Nicht einer der Rentner, die am Frankfurter Flughafen auf den Checkin warteten hatte ein schlechtes Gewissen und alle waren doch tatsächlich der Meinung, sie hätten sich ihre Rente „redlich“ verdient. Dieses Argument konnte bisher auch nicht aus der Welt geschafft werden, denn es ist kein Fall bekannt geworden, bei dem Rentner wegen Rentenbetrug angeklagt und rechtskräftig verurteilt wurden. Bisher führte die Spur wegen hoher Rentenbescheide immer zu dieser Agentur in Berlin und die konnte bisher immer darauf verweisen, dass bei der Berechnung der Renten alles ganz pingelig nach dem Buchstaben des Gesetzes ging.
Jetzt frag ich mich aber, wie die Rentner an diese offensichtlich überhöhten Rentenzahlungen kommen, die ihnen die Durchführung von Urlaubsreisen in die Karibik erlauben, während sich der Rest der darbenden Bevölkerung vor den Arbeits- und Sozialämtern die Beine in den Bauch steht und zum Überleben auf die Sonderangebote bei ALDI und LIDL angewiesen ist.

Äußerst verdächtig war den Reportern vom HR auch, dass die Rentner alle Koffer dabei hatten, mit denen sie vermutlich ihr in 40 und mehr Arbeitsjahren zusammengegaunertes Vermögen ins Ausland schleppen. Aber auch daran finden die zum Bundesfinanzministerium gehörenden Zollbeamten nichts Verdächtiges und lassen die Rentner ohne Durchsuchung und Beschlagnahmung das Land verlassen, dem finanziell angeblich das Wasser bis unter die Nasenlöcher steht. Das kapiere wer will. Vielleicht ist das ja Absicht, weil der Finanzhans immer noch hofft, dass die Rentner wegen dem „Strafbefreiungsgesetz“ bei der Rückkehr ihr ganzes Auslandvermögen wieder mitbringen.
   
Ein Sachverständiger durfte in der Sendung auch nicht fehlen. Der sah aus, als hätte er gerade Freigang aus einer geschlossenen Anstalt erhalten und vergessen sich vorher die Haare zu kämmen. Der war sowas von sachverständig, also sachverständiger kann man gar nicht mehr sein. So wie der die Lage der armen Alleinerziehenden erklärt hat, gewann ich den Eindruck dass diese jeden Tag mehrfach von maskierten Rentner auf offener Straße überfallen und ihrer kargen Barschaft beraubt werden.

Dazu wurde eine Rentnerin gezeigt, die sich ganz allein mit einem Einkaufswagen in den Supermarkt traute. „900 Euro Rente würde sie bekommen“, meinte sie, „und das für 40 Jahre Arbeit Schichtarbeit beim Postsortierdienst.“ So wie sie das sagte, war ihr das offensichtlich zu wenig und empfand das als ungerecht.
Jetzt frag ich mich, was diese Frau eigentlich noch will, jetzt wo sie alt ist und den Jungen auf der Tasche liegt. Beschwert sich durch die Blume, dass sie nicht genug Geld hat, dabei würde sie doch sowieso jeden überschüssigen Euro heimlich ihren Enkeln zustecken.

Auch eine selbsterziehende Mutter mit zwei halbwüchsigen Kindern, die ihren Mann durch Scheidung verloren hatte, klagte den Reportern vom HR ihr Leid.
Mit (exakte Zahl habe ich leider vergessen) 1.300 Euro Sozialhilfe muss sie im Monat über die Runden kommen. Da hatte es eine Kriegerwitwe mit ihren zwei Kindern, die ihren Vater auf dem Schlachtfeld zum Ruhme des Vaterlandes verloren haben, ja noch besser. Denn die bekam bei der Währungsreform 1948 wenigstens noch 40 DM pro Person Startgeld, während bei der Währungsunion 1990 die meisten Bürger ja leer ausgingen.
Und von der Euroumstellung, der nachfolgenden Teuerungswelle und den Steuererhöhungen wollen wir jetzt erst gar nicht anfangen.

Irgendwas muss seitdem in dieser Republik schief laufen, denn die Jungen glauben anscheinend wirklich, dass die Alten ihnen ihr Geld wegnehmen.
Oder wird den Jungen nur glauben gemacht, dass die Alten ihnen das Geld wegnehmen?
Sowas Unverantwortliches würde doch niemand tun!
Oder doch?

Sicher reißt es die Jungen nicht gerade zu Begeisterungstürmen hin und macht ihnen nicht unbedingt Mut für die Zukunft, wenn sie zusehen müssen wie sie über die Runden kommen und erkennbar ist welches Schicksal sie im Alter erwartet.
Das ist der Unterschied zwischen Alt und Jung, zwischen jahrelanger Erfahrung und jugendlicher Spontanität, aber auch zwischen Glauben und Wissen.
Die Alten glaubten an ihre gesicherte Zukunft und die Jungen wissen, dass sie keine haben werden.

Der „alleinerziehende Rentner“ scheint mir daher das optimale Überlebensmodell in dieser aus den Fugen geratenen Gesellschaft zu sein.
Oder - und das ist jetzt natürlich bei dem gegenwärtigen Konflikt zwischen den Generationen etwas schwierig - das Erkennen wer wohl an diesem Konflikt ein primäres Interesse haben könnte.
Denn nicht beantwortet wurde in der Sendung vom HR die Frage, wo denn das ganze Geld geblieben ist, das von den Generationen seit 1947 erarbeitet wurde.
Aber darüber könnte vielleicht der Armutsbericht der Bundesregierung Aufschluss geben, sofern es tatsächlich bei der vorab bekannt gewordenen Version bleiben sollte.

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26.12.2004 um 05:45 Uhr

Deutschlandlied Teil II

Was bisher geschah.

2. Akt.

Kurze Zeit später kommt Gerhard zurück, startet den Wagen und fährt weiter.

Gerhard: „Alles erledigt!“
Wolfgang: „Was hast du gemacht?“
Gerhard: „Ich hab mit ihm gesprochen und hab ihm die Situation in aller Ruhe erklärt. Er wollte sich dazu zwar nicht äußern, schien aber generell Verständnis für die Lage zu haben, in die er sich durch eigenes Verschulden gebracht hat. Und da hab ich ihm dann vereinbarungsgemäß den Euro neben den Kopf gelegt.“
Hans: „Und was hast du auf den Zettel geschrieben. Ich hab genau gesehen, das du was auf einen Zettel geschrieben hast.“
Gerhard (lacht): „Wollt ihr das wirklich wissen?“
Ulla, Wolfgang und Hans: „Ja.“
Gerhard: „Ich habe draufgeschrieben: Ich habe sie angefahren weil sie auf der Straße rumlaufen statt zu arbeiten. Leider steht zu vermuten, dass Passanten der Vorfall beobachtet haben  und jetzt hierher schauen. Die glauben, dass ich Ihnen jetzt meine Adresse auf diesen Zettel schreibe. Das tu ich aber nicht! Gute Besserung!“
Wolfgang (bewundernd): „Das ist Klasse, Gerhard –sowas kannst nur du!“
Ulla: „Das habe ich jetzt nicht verstanden. Wieso gute Besserung, kommt der Mann jetzt doch ins Krankenhaus. Wir hatten doch vereinbart, dass ...“
Hans: „Ach Ulla, hör schon auf. Manchmal ist es mit dir wirklich nicht zum Aushalten.“
Gerhard: „Also Schluss jetzt! Wir fahren wieder vorwärts! Leg mal die Kassette mit dem schönen Lied über Deutschland ein, das mir Doris zum letzten Geburtstag aufgenommen hat. Und jetzt singen wir alle zusammen ....
Das alles und ohne Sinn, könn wir machen, weil ich König von Deutschland bin ...“.
Hans: „Gerhard! Ich hab dir schon hundert Mal gesagt, dass das der falsche Text zum falschen Lied ist. Du singst den Text von „Ton, Steine, Scherben“ zur Melodie der Deutschen Nationalhymne von Josef Haydn.“
Ulla: „Der Text mit dem König von Deutschland ist nicht von Ton, Steine, Scherben, sondern von Rio Reiser.“
Gerhard: „Ist mir doch egal, wer das ist. Ich find den Text einfach gut. Also jetzt alle, zwo, drei vier ...
Deutschland, Deutschland über Aahhalles, üüüber Aaahalles in der Welt, von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt ....."
Hans: „Gerhard! Ich hab dir schon tausendmal  Mal gesagt, dass das der falsche Text für dieses Lied ist. Diese Strophe singt man nicht mehr. Das heißt jetzt - wart mal lass mich mal nachdenken – das heißt jetzt  ‚Blüh' im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland!‘ oder so ähnlich."
Wolfgang: „Woher weißt du denn das alles?“
Hans: „Ich hab Internetanschluss im Büro. Da kann man alles bei www.deutschlandlied.de nachlesen. Der Text ist von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben.“
Wolfgang: „Hat der wirklich so geheißen, oder war der Mitglied in einer mehrköpfigen  gleichgeschlechtlichen Bedarfsgemeinschaft?“
Gerhard (lacht): „Super Wolli – und das mit den blühenden Landschaften hat er sich bei Helmut Kohl geklaut!“
Hans: „Nein, aber der Helmut Kohl hat zusammen mit dem Richard von Weizsäcker festgelegt, dass die dritte Strophe des Liedes der Deutschen von Hoffmann von Fallersleben mit der Melodie von Joseph Haydn die offizielle Nationalhymne für das deutsche Volk ist.“
Ulla: „Ach Mensch, jetzt versteh ich aber gar nix mehr. Hat jetzt der Helmut Kohl die deutsche Nationalhymne komponiert, oder wer?“
Gerhard, Hans und Wolfgang (einstimmig): „Ach Ulla, ach Ullala, wir singen dir noch ein Trullala!“

Nachdem der Wagen mit den vier Insassen in der Dunkelheit verschwunden war und das Geräusch des mit Vollgas im zweiten Gang gequälten Motors am Horizont verklingt, lösten sich aus dem Schatten einer alten Scheune zwei obdachlose Landstreicher, die den ganzen Vorgang beobachtet hatten. Der eine hat früher bei Opel gearbeitet, der andere bei Karstadt.

„Konntest du das Auto erkennen?“, fragt der Karstädter.
„Nee, das war kein Opel und andere gute Autos gibt es nicht mehr“, meint der Opelianer.
„Aber Opel gibt es auch nicht mehr“, sagt der Karstädter.
„Genau wie Karstadt“, gibt der Opelianer zurück, „aber hast du gesehen, wer da aus dem Auto ausgestiegen ist?“
„Nee hab ich nicht! Gestiegen kann man ja nicht sagen – eher geklettert. Ziemlich kleinwüchsig, eigentlich zu klein um am Steuer eines solchen Geländewagens zu sitzen. Könnte aber auch ne Frau gewesen sein“, meint der Karstädter.
„Genau“, sagt der Opelianer, „irgendwie kam mir die Figur bekannt vor, ich glaub ich kenn die“
 „Und wer ist es deiner Meinung nach gewesen?“, will der Karstädter wissen.
„Also, ich würde auf Angela Merkel oder den Hessen-Koch tippen“, meint der Opelianer, „aber kannst du mir sagen, warum der Fahrer erst aussteigt, sich dann lange mit der Wildsau unterhält, die ihm da vors Auto gelaufen ist. Und dann schreibt er ihr noch seine Adresse auf einen Zettel und legt ihn zusammen mit einem Euro neben das Tier, bevor er wieder einsteigt, den Wagen startet, Vollgas gibt und vorwärts nochmals über die arme Sau drüberfähr. Und dazu gröhlt er zur Melodie der ehemaligen Hymne der Deutschen irgendwas vom König in Deutschland.“
„Ne, keine Ahnung“, meint darauf der Karstädter, „muss aber ein ziemlich durchgeknallter Typ sein, der jetzt mit Vollgas wieder in die Richtung fährt aus der er ursprünglich gekommen ist. Kannst du dich noch an den Text der ehemaligen Nationalhymne der Deutschen erinnern?“
„Ja“, sagt der Opelianer und beginnt zu summen „lass mich mal kurz nachdenken, das ist schon lange her. Aber ich glaube der Text ging so:

Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand:
Blüh im Glanze dieses Glückes, Blühe, deutsches Vaterland!

Mein Gott, waren das noch Zeiten!“

Vorhang.

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25.12.2004 um 05:45 Uhr

Deutschlandlied Teil I

Heute erzähle ich mal eine Geschichte, die ich mir vor einigen Wochen aus den Fingern gesaugt habe und die seitdem der Zensur durch mehrere wohlmeinende Freunde unterlag, die bei der Lektüre die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben.
Was Sie also jetzt hier lesen können ist die entschärfte und jugendfreie Version eines ursprünglich als Weihnachtsgeschichte in zwei Akten geplanten Theaterstücks, das noch auf seine Uraufführung wartet.
Die Originalversion wurde im Beisein eines Anwalts den Flammen übergeben.

1. Akt.
Gerhard Schröder, Hans €ichel, Wolfgang Clement und Ulla Schmidt sind am Weihnachtsabend noch im Auftrag der Republik mit dem Auto auf einer einsamen Landstraße unterwegs, als
es zu einer Kollision mit einem ULO (Unbekanntes Laufendes Objekt) kommt, das kurz vor dem herannahenden Auto die Straße überqueren will.
Gerhard Schröder, der am Steuer sitzt und sich angeregt mit Hans €ichel über die fünfte vorgezogene Stufe der zweiten Jahrtausendsteuerreform unterhält, hat anscheinend den Zusammenprall nicht bemerkt und fährt weiter.
 
He“ sagt der Hans, „du hast gerade etwas umgefahren. Hast du den Rumpler nicht gehört?“
„Nee“, sagt der Gerhard, „da war nix. Außerdem was soll hier in dieser einsamen Gegend um diese Uhrzeit auf der Straße rumlaufen?“
„Vielleicht ein Langzeitarbeitsloser auf der Suche nach Arbeit, oder auf dem Weg zu seiner nächsten zumutbaren Arbeitstelle“, meint der Wolfgang.
Gerhard: „Da war kein Langzeitarbeitsloser. Die gibt’s hier überhaupt nicht. Nicht in dieser Gegend. Nicht hier im Westen.“
Hans: „Natürlich war da was. Ich hab es doch gesehen. Es war genau vor meinem Fenster. Ich seh doch keine Gespenster. Wenn ich sage, dass da was war, dann war da was. Ich habe mich noch nie getäuscht!“
Wolfgang (lacht): „Du und deine Täuschungen. Wenn wir die alle im Kofferraum hätten, würden  wir den Deckel nicht mehr zu kriegen. Gell Ulla!“
Ulla: „Das musst gerade du sagen. Wenn wir deine 1-Euro-Jobs auch alle im Kofferraum hätten, dann wäre da noch massenhaft Platz für die Täuschungen vom Hans.“
Gerhard: „Ja das stimmt, da könnte man sogar noch die Irrtümer von der Ulla mit rein packen.“
Hans: „Das find ich jetzt aber gar nicht lustig. Du fährst da hinten auf der Straße irgendwas über den Haufen und statt nachzusehen was passiert ist, machst du dich hier über uns lustig. Dabei sitzen wir alle im gleichen Boot.“
Gerhard: „Das stimmt, aber ich bin der Kapitän und du nicht. Und außerdem ist das kein Boot sondern ein Auto und noch so eine Bemerkung und ich schalt die Kindersicherung auf deiner Seite aus.“
Wolfgang: „Jetzt hört doch auf zu streiten. Hans hat recht, wir sollten zurückfahren und nachsehen was passiert ist. Vielleicht hat der Hans ja doch recht und es hat auch noch jemand gesehen, dass wir das waren.“
Gerhard: „Mmhh.. Du meinst, dass das Dingens, das mir da ins Auto gelaufen ist, war nicht allein?“
Hans: „Du hast also doch was gesehen?“
Gerhard: „Nicht genau! Nur schemenhaft! Hab zuerst gedacht es wäre der Stolpe Manfred gewesen, der die Mauteinnahmen sucht. Den kannste fünfmal überfahren, der ist wie ne Katze, kommt immer wieder auf die Beine. Den Stolpe kannst du nur mit nem Lastwagen überfahren.“
Ulla: „Also ich bin auch dafür, dass wir zurückfahren. Vielleicht ist die Person ja verletzt und braucht medizinische Hilfe oder gar seelsorgerischen Beistand.“
Gerhard: „Soll ich jetzt vorher noch beim Johannes Rau vorbeifahren und ihn mitnehmen, dass  er diesem Ding, das mir da ins Auto gerannt ist, die letzte Beichte abnehmen kann?“
Hans: „Die Idee ist gut, vielleicht verrät der Verletzte uns dann noch wo er seine Vermögensgegenstände im Ausland hat.“
Ulla: „Mensch Hans, der Mann ist vielleicht schwer verletzt und liegt im Sterben und du denkst nur an sein Vermögen.“
Wolfgang: „Das heißt nicht mehr Vermögen, das heißt jetzt Habseligkeiten. Aber Hans hat schon Recht,  wir sollten wirklich zurückfahren, denn vielleicht gehört die Person, die der Gerhard da umgenietet hat, zu eine meldepflichtigen ALGII-relevanten Bedarfsgemeinschaft.“
Gerhard: „Du bist echt super, Wolli. Du willst ihn doch nicht etwa gleich ein Meldeformular an die BA unterschreiben lassen?“
Ulla: „Ihr seid echt unmöglich. Typisch Männer. Aber habt ich euch schon mal überlegt, wen wir da überfahren haben könnten. Das könnte ja eine echte Rarität sein, sowas wie der Ötzi.“
Gerhard: „Wie meinst du denn das?“
Ulla: „Ja stell dir mal vor, das war vielleicht der letzte Langzeitarbeitslose Deutschlands, der nach den Reformen überlebt hat. Und du fährst ihn einfach über den Haufen und lässt ihn auf der Straße liegen.“
Gerhardt: „Ja und, was soll ich sonst mit ihm machen? Außerdem glaube ich nicht, dass das ein Langzeitarbeitsloser ist, die haben wir doch alle weggerechnet. Oder nicht Wolli?“
Wolfgang: „Ja schon, aber Ulla hat recht. Wenn es wirklich ein Langzeitarbeitsloser ist und dazu auch noch der letzte seiner Rasse, dann müssen wir den aufheben, denn das ist doch der Beweis, dass unsere Reformen gewirkt haben. Das ist, als wäre uns der Yeti im Himalaja vor die Flinte gelaufen. Was für eine Jagdtrophäe! Mann, Gerhard hast du einen Dusel!“
Gerhard; „Du hast recht Wolli. Wir fahren zurück und sichern uns den Typ. Hans, nimm dein Handy und ruf gleich mal die Presse an. Sag ihnen sie sollen schon mal die erste Seite der führenden Tageszeitungen freihalten und sich die Termine für die Pressekonferenzen reservieren.“
Hans: „Warum immer ich? Immer muss ich mit meinem Handy telefonieren und krieg dann die Rechnung auf’s Auge gedrückt. Und dann heißt es wieder ‚ich weiß überhaupt nicht wo du das Geld immer hinbringst“.
Wolfgang: „Jetzt stell dich nicht so an. Wenn du nicht willst, dann soll halt die Ulla anrufen.“
Ulla: „Ich hab kein Handy, das verursacht nur Krebs am Gehörknorpel und seit der Gesundheitsreform werden die Behandlungskosten nicht mehr von der Kasse übernommen, ruf du doch selber an, Wolli.“
Wolfgang:: „Ich? Ich hab kein Handy. Ich geh nicht einmal mehr im Ministerium ans Telefon. Ich hab mal angeboten, dass mich Langzeitarbeitlose anrufen können, wenn sie mit dem Ausfüllen von dem ALGII-Antrag nicht zu Rande kommen.“
Gerhard (lacht): „Hab ich von gehört. Hat mir die Doris erzählt. Die hat sich dabei halb tot gelacht. Aber jetzt mal Spaß beiseite, könnt ihr euch dran erinnern, wo uns das Dingens in den Weg gelaufen ist, es muss doch hier irgendwo gewesen sein.“
Hans: „Also ich möchte jetzt einmal klarstellen, dass wir mit der Sache nichts zu tun haben. Du bist gefahren. Ich habe ja gleich gesagt, dass du anhalten und nicht weiterfahren sollst.“
Gerhard: „Du hättest ja aussteigen können.“
Hans: „Du hast ja nicht angehalten.“
Gerhard: „Noch ein Wort Hans und ich drück gleichzeitig auf die Knöpfe für die Kindersicherung und das Schiebedach. Das wirkt wie ein Schleudersitz.“
Wolfgang: „Hört auf, wir sind da. Da vorne ist es passiert. Ich glaub der Typ liegt noch genauso da, wie vor einer Viertelstunde.“
Gerhard: „Was meint ihr? Kann er seine irdischen Grundrechte noch wahrnehmen oder hat er schon eine andere Nationalität angenommen.“
Hans: „Halt doch mal an und lass uns erst mal die Gegend sondieren. Ist ja zappenduster hier. Weißt du wo wir hier sind?“
Gerhard: „Irgendwo in der Nähe von Hannover oder Kassel. Könnte auch Frankfurt oder Stuttgart sein.“
Wolfgang: „Sag mal, Gerhard, hast du die Orientierung verloren?“
Gerhard: „Ich? Ich verlier doch nicht die Orientierung. Ich doch nicht! Ich fahr immer vorwärts, da kannst du dich nicht verfahren. Immer Vollgas vorwärts. Steht doch so auch in unserer Road Map, der Agenda 2010.“
Hans: „Jetzt seid doch mal ruhig und fahr mit dem Auto so hin, dass man im Scheinwerferlicht wenigstens ein bisschen was sehen kann.“
Gerhard: „So?“
Wolfgang: „Ja, aber so dicht hätte es nun wirklich nicht sein müssen. Aber lass mal gut sein, sonst musst du noch ne halbe Stunde Umparken üben.“
Ulla (ängstlich): „Ich seh nix. Ist er tot?“
Hans: „Weiß nicht, rührt sich halt nicht.“
Gerhard: „Aber verletzt sieht er nicht aus. Liegt ganz friedlich da und tut nix. Ich hab zwar noch keinen Langzeitfaulenzer gesehen, aber ich fress einen Besen, das ist einer. Genau so hab ich mir die Kerle immer vorgestellt. Nur ein bisschen größer, bedrohlicher halt. Wie so eine Art Big Foot“
Ulla: „Jetzt sitzt du ja auch hoch oben auf dem Fahrersitz von nem Wolfsburger Geländewagen. Steig du doch erst mal aus.“
Hans (gereizt): „Haltet doch endlich mal die Klappe. Ich glaube er hat sich bewegt.“
Gerhard: „Soll ich mal den Motor ausmachen?“
Hans: „Ja, wäre vielleicht ganz hilfreich, nachdem du uns die ganze Misere eingebrockt hast.“
Gerhard. „Sei vorsichtig Hans, denk an die Kindersicherung!“
Hans: „Wir stehen Gerhard, wäre schön wenn du das auch mal zur Kenntnis nehmen würdest.“
Gerhard: „Wir stehen nicht, wir haben nur angehalten um die Lage zu sondieren. Und ich lege großen Wert auf die Tatsache, dass wir in Fahrtrichtung angehalten haben.“
Wolfgang: „Das ist alles richtig Gerhard. Aber wir sind zurückgefahren und stehen jetzt anders rum, als zu dem Zeitpunkt als du den Langzeitarbeitlosen umgenietet hast.“
Gerhard: „Dass ich einen Langzeitarbeitslosen umgenietet habe, steht noch gar nicht fest, weil das Ding da, liegt in Fahrtrichtung vor unserem Kühlergrill und das andere, das von vorhin, das lag hinter uns. Das hab ich im Rückspiegel genau gesehen. Und da hat sich das Ding auch noch bewegt.“
Ulla: „Der hat sich nicht bewegt, sondern der ist umgefallen und über die Straße gerollt.“
Gerhardt: „Und jetzt? Bewegt er sich jetzt noch?“
Wolfgang: „Ich meine ja.  Ich glaube, ich hab gesehen wie er die Hand bewegt hat.“
Gerhardt: „Dann ist es kein Langzeitarbeitsloser, denn die machen noch nicht mal einen Finger krumm. Komm lass uns fahren.“
Ulla: „Selbst wenn das kein Langzeitarbeitloser, sondern vielleicht ein Sozialschmarotzer ist, dann können wir den doch nicht einfach so liegen lassen.“
Wolfgang: „Komm wir steigen aus, bringen ihn in eine stabile Seitenlage und legen ihm nen Euro hin, dann kann er sich, wenn er wieder zu Besinnung kommt, selber helfen.“
Hans: „Bist du verrückt? Das ist viel Geld. Soviel hab ich grundsätzlich nie bei mir. Kannst du ihm nicht helfen Ulla?“
Ulla: „Ich? Helfen? Weißt du was das kostet? Ich hab tagsüber alle Hände voll zu tun um die Leute von Krankenhäusern und Ärzten fernzuhalten. Da fahr ich doch nicht nachts mit euch über die Landstraßen um für behandlungsfähigen Nachschub zu sorgen. Und überhaupt könnte man ihn sowieso ohne Überweisungsschein seines Hausarztes nicht in die Klinik bringen. Glaubst du, der Verletzte kann sich in seinem Zustand überhaupt an seinen Hausarzt erinnern?“
Hans: „Oh verdammt, ich glaube da drüben stehen Leute. Die haben uns gesehen. Jetzt haben sie uns erwischt. Ich hab ja gleich gesagt, dass wir anhalten sollen und dass wir auf dieser Straße nicht ans Ziel kommen und uns mitten in der Nacht womöglich noch das Benzin ausgeht oder ....“
Gerhard: „Ach halt die Klappe Hans. Du Weichei. Du bekommst ja schon bei 3,0 Prozent Staatsdefizit das Hosenflattern. Eine schöne Mannschaft hab ich mir da zusammengebaut.“
Wolfgang: „Wie meinst du das, Gerhard?“
Gerhardt: „Du weißt genau wie ich das meine, Wolli. Ich sag nur 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum oder muss ich das noch näher erläutern.“
Wolfgang (rückwärts brummelt): „dnuhredölbudhcsramahcodhcimkcelhcA.“
Gerhard: „Komm Ulla steig mal aus und leiste Erste Hilfe.“
Ulla: „Ich hab keine Ahnung von Erster Hilfe.“
Wolfgang: „Wie bist du dann an den Job im Gesundheitsministerium gekommen?“
Hans (hämisch): „Das frag ich mich manchmal auch.“
Ulla: „Sei du bloß still, ich frag bei dir auch nicht nach deiner Qualifikation als Finanzexperte.“
Wolfgang: „Also bei mir ist es ganz anders. Ich hab den Gerhard schon vor früher gekannt.“
Gerhard: „Mein Gott, hört doch endlich auf ihr Pappnasen. Ich mach die Angelegenheit jetzt zur Chefsache. Ich fahr einfach vorwärts noch mal über das Ding drüber und fertig.“
Ulla (entsetzt): „Das kannst du doch nicht machen!“
Wolfgang: „Steig einfach aus und erklär dem Mann die Sache, der hat sicher Verständnis für seine Lage.“
Hans: „Das ist eine gute Idee. Man muss den Leuten eben die Zusammenhänge erklären."
Ulla: „Das stimmt, das mach ich auch immer.“
Wolfgang: „Ach Ulla, bevor man die Zusammenhänge erklärt, muss man sie erst mal selber verstanden haben.“
Ulla: „Das versteh ich jetzt nicht.“
Hans (lacht): „Ist auch nicht so wichtig.“
Gerhard: „Also ihr Nulpen, jetzt ist Ende der Diskussion. Ich habe die Situation im Griff. Ich steig jetzt aus und kümmere mich um den Mann. Ist es ein toter Langzeitarbeitsloser, dann nehmen wir ihn im Kofferraum mit. Zur Beweissicherung. Und ist es ein Langzeitarbeitsloser, aber er ist noch nicht tot, dann leg ich ihm einen Euro hin und wir hauen ab. Abgemacht?“
Hans: „Na ja, einverstanden, aber muss das mit dem Euro wirklich sein?“
Ulla: „OK, aber nur weil er sicher keine Überweisung vom Hausarzt in der Tasche hat.“
Wolfgang: „Also ich bin auch dafür, dass wir das so machen. Ist er tot, ist alles klar, dann war es der letzte seiner Rasse und wir haben den Beweis für den Erfolg unserer Reformen. Oder er lebt noch, dann täuschen wir mit dem einen Euro vor, dass es ein ALGII-Empfänger ist, der während seines Heimaturlaubs vom Aufschwung niedergemäht wurde.“

Gerhard öffnet vorsichtig die Fahrertüre, steigt aus und sieht sich nach allen Seiten um, bevor er in der Dunkelheit verschwindet.
 
Fortsetzung folgt - hier.

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24.12.2004 um 05:45 Uhr

Schöne Bescherung

Stimmung: Weihnachtsbaum anzündelig


Weihnachten ist ein Fest der Liebe, ein Fest der Besinnung.
Wenn da nur nicht immer diese Lieder wären, die so gar nicht zum Rest des fast vergangenen Jahres passen.

„Vom Himmel hoch, da komm ich her
ich bring Euch gute neue Mär,
der guten Mär bring ich so viel,
davon ich sing'n und sagen will.

Die gute Mär, die kennen wir!
Mär Steuern, mär Abgaben, mär Arbeitslosigkeit, mär soziale Ungerechtigkeit, mär Bürokratie!
Der guten „Mär“ haben wir schon zuviel, die hätten sich die da oben ruhig schenken können
Und noch „mär“ Märchen in der Sylvesternacht, um uns den Gürtel noch „mär“ enger zu schnallen.

Also, wenn ich dieses Jahr an Weihnachten denke, dann verliere ich die Besinnung und von Liebe ist auch weit und breit nichts zu sehen.
Kaum eine Gazette, kaum eine Meldung, bei der es mir nicht „mär“ den Magen hebt. So kurz vor Jahresende scheint sich da noch eine ganze LaOla-Welle erfreulicher Nachrichten anzukündigen oder ins Licht der Weihnachtskerzen gezerrt zu werden.

Alle Jahre wieder“ scheint für unsere Politiker und Parteien der Startschuss zu sein, um zum Schwachfug vom letzten Jahr noch einiges Selbstgebasteltes nachzulegen.

Auch „Es ist ein Ros entsprungen“ wird nicht als knospendes,  lieblich duftendes Blümchen verstanden, sondern als großes weißes Pferd vom Amt, das in der Republik herumäpfeln darf, dass es eine wahre Freude ist.
 
Dem Ruf „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ würden wir als Bürger im zeugungsfähigen Alter ja gerne nachkommen, wenn der Unterhalt für die Nachkommen nicht immer stärker unser Auskommen gefährden und uns zu entmündigten Kunden eines maroden Bildungssystems am Rande des sozialen Abstiegs machen würde.

Stille Nacht, heilige Nacht“ dürfte wohl auch bald der Vergangenheit angehören, angesichts der knurrenden Mägen und weinenden Kinder in den ALG II Bedarfsgemeinschaften. Von den  klappernden Zähnen der Obdachlosen unter den Brücken dieser Republik erst gar nicht zu reden.

Macht hoch die Tür“ möchte man rufen, damit sich zwischen den von Rot-Grün selbstgebastelten Geschenken der letzten Jahre in der Reparaturwerkstatt dieser Republik noch irgendwo Platz finden lässt für die Erfindungen des laufenden und kommenden Jahres:
Öko-Steuer, Krankenversicherung, Zinsabschlagsteuer, Dosenpfand, Tabaksteuer, Hartz IV, Mineralölsteuer, Mehrarbeit, Autobahnmaut, Pendlerpauschale, Spekulationssteuer, Pflegeversicherung, Sparerfreibetrag, Steuervergünstigungsabbaugesetz, Rezeptgebühr, Rentenversicherung, Solidaritätszuschlag, Praxisgebühr, ALG II,  Versicherungssteuer,  Erbschaftssteuer, Eigenheimpauschale, KFZ-Steuer und Puffsteuer und und ...

Noch nicht einmal „Oh Tannenbaum“ traut man sich mehr zu singen, angesichts des maroden Zustands unseres Waldes.
Und können Sie sich noch daran erinnern, als Sie zum letzten Mal bei „Oh du fröhliche“ vorsichtig mitgebrummelt haben? Das muss ja schon Jahre her sein.

Man müsste die ganzen unverlangten Geschenke von oben irgendwie zurückschicken können!
Oder einfach zurückschießen, nach oben auf diesen Planeten der unbeirrbaren Dampfplauderer und weintrinkenden Pharisäer der Republik Absurdistan.


Da fällt mir doch glatt Elvis Presley ein.
Der hat mal, ich glaub das war nach seiner Militärzeit in Deutschland, „Return to sender“ gesungen, „adress unknown, no such number, no such home“.
Irgendwie muss der Elvis damals schon so eine Ahnung gehabt haben, was bei uns in der wiedervereinigten BRddr abgehen wird.

Oder verwechsle ich das jetzt mit „In the ghetto“?

Fröhliche Weihnachten

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23.12.2004 um 05:45 Uhr

Daschner - Das Urteil

Nach dem „Autobahnraser von Karlsruhe“ war es der „Frankfurter Folter Fall“ Daschner, der die bundesrepublikanischen Gemüter erregte. Es gibt wohl kaum ein Medium, kaum ein Forum in dem dieser „Fall von Menschenrechtsverletzung“ nicht heiß diskutiert und von allen Seiten ausgeleuchtet wurde.
Nun wurde im Namen des Volkes das „Urteil“ gesprochen und führt zu weiteren Diskussionen, aus denen ich mich nach den Erfahrungen der vergangenen Monate nunmehr heraushalten werde.

Denn dieser Prozess, der in den Medien wie ein Schau- oder Hexenprozess gegen den Unmenschen und Folterer Daschner dargestellt wurde und die Kommentare und Meinungen dazu haben mich mehr verändert als der schreckliche Mord an Jacob von Metzler, der vom seinen Entführer erstickt oder ertränkt wurde, damit er ihn nicht mehr identifizieren kann. Anschließend hat der Mörder, den Sack mit der Leiche des Jungen in einem See nord-östlich von Frankfurt geworfen und dort versenkt.

Für mich war der Prozess gegen den Polizeibeamten Daschner und seinen Kollegen der kollektive Verlust des Realitätssinns einer (großen?) Bevölkerungsgruppe, deren Argumente meine tiefste Abneigung finden. Es ist einfach unglaublich, wie die Verteidigung eines Kindermörders mit dem Argument der „angedrohten“ Folter des Täters, unser Rechtssystem auf den Kopf stellen und derart viele Mitstreiter finden kann.

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber bei mir haben diese Vorgänge Abscheu hervorgerufen und mehr als nur einen schlechten Beigeschmack hinterlassen.
Hier wurde aus einer Mücke (verbale Androhung von körperlichen Schmerzen) ein Elefant (durchgeführte Folterung der schlimmsten Art) gemacht und zur Übergröße (Folterstaat BRD, Zustände wie in Abu Ghraib) aufgeblasen. Und das alles nur zu dem Zweck, um den Mörder eines Kindes wegen eines juristischen Verfahrensfehlers der irdischen Gerechtigkeit entziehen zu können.
Aus Sicht der Verteidiger, mag diese Vorgehensweise eine clevere Art der Verteidigung darstellen, wobei ich mir die Frage nach den ethnischen und charakterlichen Eigenschaften eines solchen Juristen lieber nicht stelle.

Es ist sicherlich richtig, dass von einem Polizisten ein wesentlich höheres Maß an Selbstkontrolle abzuverlangen ist, gerade weil die Würde eines jeden Menschen, auch die eines Straftäters gewahrt bleiben muss. Dennoch darf man die Verhältnismäßigkeit nicht aus den Augen verlieren. Auch Opfer haben Rechte und Polizeibeamte sind die ersten Anwälte des Opfers und haben dessen Rechte wahrzunehmen.
Wer die Rechte eines geständigen Kindsentführers auf physische und psychische Unversehrtheit höher bewertet, als das Recht eines Kindes auf Leben, der führt unser Rechtssystem absurdum.
Wer von Polizisten, die einem geständigen Kindesentführer gegenüberstehen, der sich weigert  den Aufenthaltsort des entführten Kindes zu nennen und die Ermittler an der Nase herumführt, in einer solchen Situation gleichzeitig Verständnis, Rücksicht, Bürgernähe und auch noch emotionale Distanz verlangt, sollte sich ernsthaft Sorgen um seinen Realitätssinn machen.

Im Februar 2004 habe ich mich erstmals zum „Fall“ Daschner geäußert, weil mich die Absicht der Verteidigung des Kindermörders Magnus Gäfgen aus der Androhung körperlicher Schmerzen während der Vernehmung ihres Mandanten durch die Polizei einen Verfahrensfehler zu konstruieren, zutiefst empört hat.
Sollte Karlsruhe mir Recht geben, ist Magnus Gäfgen in drei Jahren frei und hat Anspruch auf Haftentschädigung", sagte damals sein Verteidiger Endres.

Mich hat diese Äußerung und die Vorstellung, dass die Verteidigung mit diesem Vorhaben erfolgreich sein könnte, spontan an den Fall Bachmeier  erinnert.
Vor 20 Jahren tat ich mich schwer, die Beweggründe und die Tat von Frau Bachmeier zu verstehen und zu akzeptieren.
Dieses Problem habe ich heute nicht mehr.

Heute schäme ich mich!
Ich schäme mich, für die Geringschätzung, mit der Juristen mit den Rechten der Opfer umgehen und unsere Rechtssystem auf den Kopf gestellt haben.
Ich schäme mich vor der Familie von Jacob von Metzler, deren Sohn und Bruder auf bestialische Weise getötet wurde und dessen Recht auf Leben hinter dem Recht auf körperliche Unversehrtheit des Täters zurückstehen sollte.
Ich schäme mich für das, was dem Menschen Daschner und seiner Familie durch den Prozess angetan wurde.
Und ich schäme mich für Juristen, die unser Rechtssystem ausnützen bis zum letzten Paragraphen und bis zum letzten Rechtsmittel um aus Recht Unrecht zu schaffen.

Und ich schäme mich für die Menschen, die in Leserbriefen und Internetforen ihre jämmerlichen Schmierereien über den „Folterstaat“ BRddr und persönlichen Diffamierungen über dessen „Folterknechte“ ausgegossen haben.
Es ist absolut jämmerlich, wie man sich hier mit missionarischem Eifer in die Spurrillen einer kollektiven Staatskritik schmiegt und sich in argumentativer Ideologensülze ergießt.
Unter den Einträgen in den Internetforen befinden sich wirklich einige der widerlichsten Machwerke, die mir in letzter Zeit untergekommen sind.

Heute kann ich Frau Bachmeier verstehen.
Nicht verstehen kann ich allerdings, warum der Artikel in der Welt vom 2. März 2001 im Untertitel von dem „mutmaßlichen“ Mörder spricht.
Nur weil die Juristen ihn nach der Selbstjustiz der Mutter nicht mehr verurteilen oder freisprechen konnten?
Oder weil in unserer Gesellschaft in den letzten 20 Jahren alles „mutmaßlich“ geworden ist?

Denn eines ist sicher – der mutmaßliche Mörder wäre heute sicher wieder auf freiem Fuß.
Außer er hätte sich rechtzeitig ein weiteres Opfer gesucht,  wäre dabei wieder erwischt worden und bei seiner Vernehmung wären keine „Verfahrensfehler“ gemacht worden.

Aber all das spielt im „Fall“ Daschner ja keine Rolle. So zumindest interpretiere ich die auf den Internetseiten der AG Friedensforschung an der Uni Kassel gesammelten Kommentare.
Nicht nachvollziehen kann ich aber, was der „Fall“ Daschner mit „Friedensforschung“ zu tun hat.
Außer dem Umstand, dass Jacob von Metzler durch Magnus Gäfgen auf grausamste Art und Weise seinen ewigen Frieden finden musste.

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22.12.2004 um 05:45 Uhr

Schmierblutung

Dass sich Politiker mit der Wahrheit, in diesem unserem Lande, der wiedervereinigten BRddr, schwer tun und mit der Wahrheit nur tröpfchenweise herausrücken, erleben wir immer wieder mit Staunen.
Diese Verhaltensweise tritt nicht nur im politischen Leben in Erscheinung, wo es um Taktieren und Durchsetzung eines mehrheitlich vereinbarten politischen Willens geht.
Besonders krass tritt dieses Phänomen des „Sich in die Tasche lügens“ gerade dann auf, wenn es um das Füllen der eigenen Taschen und um eigene Vorteile geht.
So leichtfertig sonst aus Politikermund die Worte vom „Sparen und Gürtel enger schnallen“ und von der „Offenlegung der Managergehälter“ kommen, um so verschlossener bleiben diese Lippen, wenn es um den Inhalt des eigenen Geldbeutels geht und wer da aus welchem Grund Geld und Naturalien einbringt.
Getreu nach dem Motto „Nimm mit was du kriegen kannst“ wird zusammengerafft und mitgenommen was man unter die Finger bekommt.
Das ist eben der Unterschied zwischen „Beuteltieren und „Beutetieren“, zwischen "Politikern" und "Normalos".

Vermutlich hat der Herr Bundeskanzler daher auch seine Erkenntnisse über die „Mitnahmementalität“ der Deutschen.  Der Bundesgerd hat in seiner Ansprache ans gemeine Volk nur vergessen zu sagen, dass er damit den Prototyp des „deutschen Politikers“ gemeint hat.
Die Namen der Erwischten vom Stamme „Raff und Gier“ füllen zwischenzeitlich nicht nur ganze staatsanwaltschaftliche Aktenberge, sondern man könnte damit eine ganze Klagemauer beschriften

Jetzt hat es wieder einen erwischt, der den Hals nicht voll genug bekommen konnte.
Das meldet die Berliner Zeitung, nach dem der CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer von seinem einstigen Arbeitgeber, dem Versorger RWE/VEW, mehr als preislich vergünstigten Strom bezogen hat:
«Auf die Abgeordneten-Grunddiät von damals 8 875 Mark gab es für Meyer einen amtsbezogenen Zuschlag von 4 438 Mark zuzüglich einer Aufwandspauschale von 941 Mark sowie die Bereitstellung eines vom Land finanzierten Dienstwagens samt Fahrer. Damit, so das damalige Kalkül der NRW-Unionisten, sollte auch der durch die Aufgabe des Fraktionsvorsitzes bedingte Einnahmeverlust Meyers halbwegs ausgeglichen werden.
Was die Parteifreunde nicht wussten: Mit dem Verzicht auf den Fraktionsvorsitz hatte Meyer prompt seinen überaus gut dotierten Managervertrag beim Dortmunder Energieversorger VEW wieder aufleben lassen, so dass er mit sofortiger Wirkung neben seinen Präsidial-Bezügen auch sein volles VEW-Gehalt wieder kassieren konnte.»
Soweit die Berliner Zeitung, die sich auf eigene Recherchen beruft.

Neben dem Umstand, dass mit „Laurenz Nimmersatt“ einer der „weinsaufenden Wasserprediger“, der seine eigenen Taschen nicht voll genug bekommen konnte,  über seine eigene Gier stürzt, fallen mir im Zusammen mit diesem Skandal mehrere Dinge auf. Wobei ich nicht den Umstand meine, dass Politiker mit ihrem Geld trefflich, mit dem Geld der Steuerzahler aber nur mäßig umgehen können.

Fällt Ihnen auch etwas auf?
Ich sag jetzt einfach mal so vor mich hin und plapper mal ein bisschen ins Blaue.
  1. Die Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung ist mit der Politik von Rot-Grün nicht sonderlich zufrieden.
  2. Im Jahr 2006 sind die nächsten Bundestagswahlen.
  3. Es ist sicher mit einer weiter abnehmenden Wahlbeteiligung und einer Zunahme der Protestwähler zu rechnen.
  4. Die einzige Partei die Rot-Grün ablösen könnte ist die CDU, evtl. ergänzt durch den einen oder anderen andersfarbigen Kopulationspartner.
  5. Um die Wahl zu gewinnen, muss man nicht gut sein, sondern nur weniger miserabel als die Konkurrenz.
  6. Bezugnehmend auf Punkt 1 wage ich jetzt einfach mal zu behaupten, dass dazu derzeit nicht viel gehört.
  7. Die konservativen Parteien schieben ihre Kanzler-Frage vor sich her und jeder einigermaßen interessierte Bürger kann erkennen, dass hier mehrere Bewerber im Spiel sind. Ich nenn das mal salopp ein „gemischtes Herrengemauschel mit Damenbehinderung“.
Vor diesem Hintergrund ist es ja nun sehr interessant, wessen Vasallen in der CDU da in Kalamitäten geraten und  öffentlich gemeuchelt werden.
Denn parteiintern sind doch diese Nebenjobs und die Mitnahmementalität der Abgeordneten längst bekannt und gehören zum normalen Geschäftsgebaren eines bundesdeutschen Parlamentariers. Das ist doch nichts Neues. Nur das vollkommen fehlende Unrechtsbewusstsein der Volksvertreter überrascht den Bürger doch immer wieder.

Jetzt gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten, wer ein Interesse daran haben könnte innerhalb der nächsten 12 Monate den politischen Gegner zu schwächen und die eigene Position zu stärken.

Die FDP?
Wohl kaum! Das ist ihrem Vorsitzenden von der unreinen Haut, der aussieht wie der Bruder von Jürgen Prochnow, nun wirklich nicht zuzutrauen. Möllemännchen, konnte das – aber Warmduscher Guido?

Die Grünen?
Das glaub ich nicht, da ist noch zu viel missionarischer Eifer, dieses Land zu einer atom- und plastikfreien Öko-Multi-Kulti-Kita voll biologisch ernährter, Rad fahrender Gutmenschen zu machen.

Die SPD?
Hmmmh? Spontan würde ich „Jein“ sagen. Gibt eigentlich keinen richtigen Grund, denn man hat sich ja durch gehorsamen Reformeifer rechtzeitig die Gunst des Kapitals und der Wirtschaft gesichert.
Und nachdem es jetzt auch noch gelungen ist, die Gewerkschaften ins Koma verfallen zu lassen, gibt es eigentlich keinen Grund den politischen Gegner in die Bredouille zu bringen. Zumindest solange der das ganz alleine auch noch viel besser kann.
 
Die CSU?
Unwahrscheinlich, nachdem man sich in der Gesundheitsreform in aller Öffentlichkeit und überwiegend an der Sache vorbei gekeilt hat. Und nachdem der Unruheherd Seehofer, der Erfinder der schwarzen „Krankenhausinstandhaltungspauschale“, die ihre Wiedergeburt in der rot-grünen „Praxisgebühr“ erfahren durfte, auch für’s Erste entsorgt scheint, gibt es eigentlich keinen Grund einzelne CDU-Abgeordnete wegen kollektiver Mitnahmementalität ins öffentliche Tranchiermesser zu schubsen.
Außer es handelt sich um einen privaten Feldzug des Stoiber Ede, denn hinterfotzig könnens ganz schön sein die Bayern. Wenn die erst mal den Hirschfänger aus der Lederhose ziehen – jo mei, dann gibt‘s a Gaudi.

Die CDU?
Puuuuh! Gegenfrage - welche?
Die von Angie „Miss Griff“ Merkel“ oder die vom Hessen-Koch?
Wie sich die Jungs und Mädels da gegenseitig zerfleischen um in die beste Position zum Wahlsieg und um an die Pfründe zu kommen, ist ja schon fast eine Art Bandenkrieg mit Kettensägen und Pump Guns.

Die K-Kandidaten?
Ich glaub die Frage hat sich schon beantwortet und die Vendetta  wurde so richtig losgetreten, als der CDU-Vize Merz (vereinbarungsgemäß) das Betttuch mit Angie zerschnitten und das Handtuch geworfen hat. Der Junge kommt sicher wieder, wenn nach der Wahl die Zinsen aus dem Judaslohn fällig werden.

Wir dürfen gespannt sein, wer als nächstes zum Hammelsprung ansetzt und ausgezählt wird!
Auch wenn der Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach seinem Parteikollegen Laurenz Meyer noch mal eine Chance geben will, damit sich die CDU  wieder den Problemen des Landes und seiner Zukunft zuwenden kann.
Also scheinen aus Sicht von Herrn Bosbach Politiker, die in finanziellen Dingen nicht immer so ganz die Übersicht behalten - Hauptsache die Kasse stimmt - nicht zu einem Problem unseres wiedervereinigten Landes zu gehören. Aber mit der schonungslosen Aufarbeitung eigener erklärungsbedürftiger Finanztransaktionen hat sich die CDU ja schon immer etwas schwer getan.

Jetzt werden halt zur Besänftigung der aufgebrachten Volksseele einige Euro an die SOS-Kinderdörfer gespendet.
Getreu nach der Devise: Schmieren, weiterschwindeln und periodisch halt etwas bluten und so tun als ob!

Das könnte doch schon mal eine Lösungsmöglichkeit für die anderen, auf der Gehaltsliste von RWE stehenden, Berufspolitiker sein.  Das heißt, wenn sich ab Januar 2005 überhaupt noch jemand für mehrfachverdienende Oppositionspolitiker interessiert.
Denn schließlich treten ja pünktlich zum Beginn des neuen Jahres umwälzende technologische und gesellschaftliche Neuerungen der Bundesregierung in Kraft, die die geballte Aufmerksamkeit der Bürger dieser Republik erfordern werden.

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21.12.2004 um 05:45 Uhr

Goldreserven

Der Countdown läuft und wenn der Bundesgerd uns in der Nacht zum neuen Jahr wieder seine Sicht der Dinge erzählt, dann hat der Finanzhans entweder ein Problem, oder die Republik ist schon wieder um eine Illusion ärmer.

Worum es geht? Sie werden sich sicher denken können, dass es beim Finanzhans immer um das Geld anderer Leute geht, die sich (sowas soll es ja noch geben) noch nicht mit diktatorischer Fiskalenteignung anfreunden können.

Noch ist es erst  wenige Tage her, seit der Finanzhans, der seit Beginn seiner Amtszeit die gravierende Haushaltssituation der Bundesrepublik beschönigt und unablässig klamme Sprüche klopft, sein neues Märchen „Finanzplan 2005“ der staunenden Öffentlichkeit vorstellte und gegen jegliche Kritik vehement verteidigte.
Und - ich kann mir eine gewisse Schadenfreude wirklich nicht verkneifen – schon hat er wieder ein Finanzloch.
Denn der Vorstand der Bundesbank zickt  mit dem fest eingeplanten Verkauf von ca. 120 Tonnen Gold im Gegenwert von etwa einer Milliarde Euro herum.
So ungefähr ist der Sachverhalt über den die FTD am 20.12.2004 berichtet.
«In der Bundesbank gibt es Streit um den Verkauf der Goldreserven. Nach Informationen der FTD will Präsident Axel Weber die Bestände möglichst früh losschlagen. Im achtköpfigen Vorstand der Notenbank hat er aber nur das für Finanzmärkte zuständige Mitglied Hans-Helmut Kotz auf seiner Seite. Der Rest des Gremiums lehnt einen Verkauf noch in diesem Jahr ab.»

Obwohl also der neue Bundesbankpräsident von Eichels Gnaden, Axel Weber, artig und wie geplant alles daran setzt seinem Gönner aus der finanziellen Bredouille zu helfen, findet sich im Vorstand der Bank keine Mehrheit für den Verkauf des Goldes noch in diesem Jahr.

Aber dieser Verkauf vor dem 31.12.2004 ist für den Finanzhans sehr wichtig, obwohl sich dieser Sachverhalt dem unbedarfte Zeitgenossen und Mitbürger nicht auf den ersten Blick erschließt.

Lassen Sie mich deshalb informativ etwas ausholen:
Dass Gold aus den Währungsreserven der Bundesbank verkauft werden soll, steht schon längere Zeit fest. Einen kurzen Überblick über die Ereignisse der Vergangenheit kann man sich im Internet zusammengoogeln,
Ganz interessant ist in diesem Zusammenhang eine Meldung des Hamburger Abendblatt vom 22. Januar 2004.
«Bundesbank verkauft Gold für die Bildung
Berlin - Der Vorschlag des Bundesbank-Chefs Ernst Welteke, Gold aus den deutschen Reserven zu verkaufen und so Projekte für Bildung und Forschung zu finanzieren, findet immer mehr Befürworter. Nach SPD und Grünen sagte gestern FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper, man wolle "statt Gold in den Tresoren Gold in den Köpfen". Die Bundesbank will bis 2009 insgesamt 600 Tonnen Gold verkaufen. Das Geld daraus könnte zinsbringend angelegt werden, um mehr Professoren und bessere Einrichtungen zu bezahlen. Deutschland hält mit 3400 Tonnen im Wert von 28 Milliarden Euro nach den USA die zweitgrößten Goldreserven der Welt. dpa/ap»

Können Sie sich noch an den Herrn Welteke erinnern?
Ja, der war bis April 2004 Präsident der Bundesbank und wollte die Gewinne aus dem Verkauf der Goldreserven nicht dem Finanzhans überlassen um selbstgemachte Haushaltlöcher zu stopfen.
Dafür wurde er dann ordentlich abgewatscht bzw. durfte über ein gut gewetztes Messer springen.

Und jetzt kurz vor Jahresende könnte das ganze Mobbing umsonst gewesen sein und der Griff nach den Goldreserven ins Leere gehen.
Denn wenn der Verkauf nicht mehr im Jahr 2004 stattfindet, sondern erst nach dem 31.12.2004, dann trägt der geplante Verkaufserlös von ca. 1 Milliarde Euro nicht mehr zum Gewinn der Bundesbank für das Jahr 2004 bei. Und das bedeutet im Klartext, dass die Bundesbank dem Finanzhans in Jahr 2005 entsprechend weniger Gewinn überweisen wird. Das neue Jahr hätte noch nicht einmal angefangen, da wäre schon wieder ein Finanzloch im neuen Haushalt zu stopfen. Und deshalb ist der Finanzhans ganz wild darauf, dass das Gold noch vor dem 31.12.2004 verkauft wird. Sonst hätte sich ja der ganze Aufwand nicht gelohnt oder die Welt am Sonntag hätte mit ihrem Artikel vom 11.April 2004 Recht gehabt.
 
Am 1.1.2005 nützt dem Finanzhans der Verkauf des Goldes nichts mehr, denn dann bekommt er den Gewinn erst im Jahr Wahljahr 2006 überwiesen. Und bis dahin müsste er sich, zumindest als ordentlicher Kaufmann, der sich für den von ihm angerichteten Schaden verantwortlich fühlt, längst am Schreibtisch erschossen oder am leeren Tresor erhängt haben.
Keine Angst, sowas würden nur ordentliche Kaufleute mit Charakter machen, die mit der Schmach ihres Versagens nicht weiterleben können!
Erwarten Sie sowas grundsätzlich nicht von jemand, der ... .Aber lassen wir das so kurz vor dem Fest der Liebe.
Außerdem wäre so ein ungeplanter Staatstrauertrag in 2005 doch sicher schädlich für den zu erwartenden Aufschwung!
Können Sie sich eigentlich noch an die Reaktionen und Kommentare aus Wirtschaft und Politik erinnern, als im Frühjahr 1999 der Finanzminister Lafontaine nach kurzer Amtszeit zurückgetreten ist?
Damals konnte sich auch niemand in den kühnsten Träumen vorstellen, „was danach kommt“. Oder müsste das jetzt richtigerweise „was da nach kommt“ heißen?

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20.12.2004 um 05:45 Uhr

Postpaket

Stimmung: Postalisch ausreichend freigemacht
Musik: Traa raaa, traa raaa, die Post ist da

Rechtzeitig zu Weihnachten erhöht die Deutsche Post die Preise für Pakete und Päckchen!

Das ist falsch, denn sowas würde doch ein deutsches und zudem ehemaliges Staatsunternehmen ausgerechnet zum Fest der Liebe nicht tun.
Gell!
Also gleich wieder abregen, auf Weihnachten freuen und im Konsum rauschen, wie es sich für potente Kaufkraftboliden gehört.
Oder doch nicht?
«Kunden der Deutschen Post müssen ab dem 1. Januar mehr für den Versand von Paketen und Päckchen bezahlen. Die Deutsche Post begründete die Preiserhöhungen mit allgemeinen Kostensteigerungen.» meldet die FTD am 8.12.2004.

Also doch!
Aber halt erst nächstes Jahr!
Das ist ja immerhin etwas, da darf man als Postkunde nicht maulen.
Stellen Sie sich mal vor, der Hans Eichel wäre nicht Finanzminister sondern Postminister (ja, liebe Kinder, den gab es wirklich mal), dann hätte der doch das Porto rückwirkend zum 1. Januar  2004 erhöht und noch im gleichen Aufwasch ein „Notopfer Berlin“ und eine Briefkastenbenutzungsgebühr zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer erhoben.

Wir Bürger und Postkunden können schon froh sein, dass die Post kein Staatsunternehmen mehr ist.
Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Briefe jetzt viel früher und viel schneller beim Empfänger ankommen?
Und mehr Briefkästen gibt es jetzt auch. Obwohl es ja in jeder Ortschaft genügend Poststellen und Postämter gibt, wo man rund um die Uhr seine Postgeschäfte erledigen kann. Na gut, ein bisschen Zeit muss man schon mitbringen, um ein Einschreiben abzugeben. Das ist schon richtig. Aber dafür können Sie während der Wartezeit jetzt bei der Post auch Schreibwaren kaufen und Fotokopien machen.
Natürlich nur sofern Sie in einem dieser neuen Postämter anstehen und die Möglichkeit haben Ihren Platz in der Warteschlange durch ein nummeriertes Märkchen absichern zu können.
Das ist ein echt starkes System, erinnert mich irgendwie an die Warteschlangen vor den H&O Läden in der guten alten DDR.
Und da soll mal einer von diesen Ossies behaupten wir Wessies hätten nichts aus der DDR übernommen.

«Die Post begründete die Preissteigerungen von durchschnittlich vier bis fünf Prozent mit höheren Kosten: "Durch Rationalisierungsanstrengungen allein konnten Mehraufwendungen in der Produktion, im Personalbereich und bei den gestiegenen Treibstoffpreisen nicht mehr kompensiert werden", hieß es in einer Mitteilung.»

Dafür hab ich vollstes Verständnis leide ich doch als Berufspendler ebenfalls unter gestiegenen Treibstoffpreisen. Allerdings auch unter gekürzten Pendlerpauschalen.
Ähnlich verhält es sich im Personalbereich. Allerdings bedingt durch Lohnkürzung, Mehrarbeit und Zuzahlungen im Gesundheitswesen retrograd umgekehrt proportional wie bei der Post.

Doch auch für solche Postkunden gibt es eine gute Nachricht, denn der ¸Kompaktbrief kostet im kommenden Jahr 5 (fünf) Cent weniger“
Das ist ja echt super! Das ist ja viel mehr als bei der letzten Preissenkung am 1. Januar 2003! (War das nicht so etwas um 1 Cent beim Standardbrief?) Damals bezifferte der Vorstand der Deutschen Post den negativen Effekt daraus auf Umsatz und Ergebnis auf rund 300 Mill. Euro jährlich.

Und noch einen heißen Tipp mit zwei „p“ habe ich für Sie.
Auf die angekündigte Portopreiserhöhungen von knapp 5% sollte der (clevere) Postkunde durch den frühzeitigen Erwerb von Briefmarken (noch vor dem Jahresende und noch zum alten Preis) reagieren, denn ab 1. Januar 2005 wird dann eine 55 Cent Briefmarke für rund 58 Cent über den Ladentisch gehen.
Bis zum 31.12.2004 gibt es die Dinger noch zum absoluten Schnäppchenpreis, danach nur noch bei EBAY, solange der Vorrat reicht.

Ich weiß ja jetzt nicht, wie viele Päckchen und Pakete mit Solidaritäts- und/oder Beileidsbezeugungen Sie jedes Jahr in die Zone schicken, um die von der Hartzer Reform heftigst gebeutelten Mitbürger in den neuen Bundesländern zu unterstützen und für das Leben „danach“ zu motivieren. Aber wenn die Situation da „drüben“ noch länger anhält, dann kann das ganz schön ins Geld gehen.

Mich betrifft das ja nicht!
Ich schicke keine Päckchen oder Pakete!
Ich schicke „Rauchzeichen“ und die kosten nix – denn das Feuer legen die anderen!

Übrigens, das muss Ihnen klar sein, dass im Rahmen dieser Preiserhöhungen auch Brief- und Paketbomben teurer werden. Wenn Sie also noch ein Päckchen mit brisantem Material nach Berlin schicken wollen, dann müssten Sie sich jetzt aber etwas sputen.

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19.12.2004 um 05:45 Uhr

Geschäftsmodell

Der Bürger als Geschäftsmodell!
Darauf muss man ja erst mal kommen!
Zuerst erhöht man permanent die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und zur Rentenversicherung, sei es durch Erhöhung des Prozentsatzes oder durch Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze.
Damit einhergehend erhöht man die Steuerlast in immer neuen Variationen und nennt das dann Steuerreform.
Zwischendurch wird noch eine neue Währung eingeführt, die zwangsläufig zu einer stattlichen Teuerungsrate führt, von deren staatlichen Steuermehreinnahmen man mit profitiert.
Dann sorgt man durch verfehlte Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik und durch ständig neue Gesetze und Verordnungen für eine ausufernde Bürokratie und ständige Bevormundung von Bürgern und Wirtschaft.
Zeitgleich wirft man die Steuergelder mit vollen Händen zum Fenster raus, verbuddelt sie in irgendwelchen sinnvollen(?) staatlich/kommunalen Bauvorhaben oder investiert in „zukunftsträchtige“ Technologien.
Geld das man nicht hat, besorgt man sich einfach durch „Neuverschuldung“.
Und da das auch noch nicht reicht, verscherbelt man Vermögensgegenstände auf Teufel komm raus und schreckt selbst vor dem Verkauf zukünftiger Forderungen nicht zurück.
Nebenher plündert man geschickt noch die Rentenkasse auf Kosten der Beitragszahler.
Und jetzt holt man sich das Geld aus der Arbeitslosenversicherung.
Dazu kürzt man zuerst den Bezugszeitraum auf ein zeitlich überschaubares Maß.  
Danach steckt man den „Langzeitarbeitslosen“ zu Billiglohn in den „zweiten“ Arbeitsmarkt und – jetzt kommt der Hit ...... für alle Arbeitslosen, die nicht innerhalb einer angemessenen Zeit für einen Euro an den Mann gebracht werden können, muss auch noch Strafe an die Verursacher dieser Misere bezahlt werden!!!
Aus den Beiträgen der Versicherten natürlich.

Das ist wirklich die "eierlegende Wollmilchsau in der reitbaren Version“!

Bei Boney M. und Ma Baker hieß das noch „Put your hands up in the air – and give me all your money“



Heute heißt das kurz und zackig „Hartz IV“ oder gefällt Ihnen „Agenda 2010“ besser?

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18.12.2004 um 05:45 Uhr

Abmahnung

Die Zeiten sind schwer geworden.
Man muss vorsichtig sein, was man sagt oder schreibt. Ganz besonders wenn man sich aus Kostengründen keinen großen Stab von mit allen Wassern gewaschenen Juristen leisten und bei Abmahnungen und Unterlassungserklärungen gleich zum Gegenschlag ausholen kann.

Da gibt es schon Fälle, in denen der eine oder andere Bürger mit einem Schreiben von einer Anwaltskanzlei auf 90-100 Gramm Papier, oben mit mächtig beeindruckendem Briefkopf und unten mit unleserlicher Unterschrift abgemahnt oder zu Unterlassung bestimmter Behauptungen aufgefordert wurde. Streitwert so um die 50.000 Teuronen. Entsprechende Kostennote des Anwalts liegt dem Schreiben gleich bei. Zahlbar bis .... auf eines unserer Konten. Ansonsten – Drohung.

Ein ganzer Geschäftszweig hat sich da entwickelt.
So  wie früher die Anzeigen bei (angeblichen) Verstößen gegen die Preisauszeichnungsverordnung, weil der Bäckerin das Preisschild aus dem letzten traurigen Stück Sahnetorte in der Auslage gefallen war.
Heute kann man solche Geschäftsideen zur Abzocke umsetzen ohne den Hintern aus der Tür heben zu müssen.
Man holt sich einfach einen jungen, engagierten Jurastudenten, oder noch günstiger einen langzeitarbeitslosen Juristen (güüüüübs denn düüüüüüü) für 1 Euro pro Stunde, setzt ihn an einen Computer mit Internetzugang (Flatrate empfehlenswert) und schickt ihn mit einer entsprechenden Wortliste zum Ermitteln abmahnungsfähiger Vorgänge zu Google.
Dazu noch ein Drucker und ordentliches, wichtig aussehenden Geschäftspapier um die täglichen Fundsachen zum Postversand zu bringen und schon war es ein erfolgreicher „Arbeitstag“ mit Gebührenforderungen von mindestens 500 € je Geschäftsvorfall. Zahlt die abgemahnte Person nicht fristgerecht, legt man eine Mahnung mit weiteren Kosten und Gebühren nach. Geht der Beschuldigte nicht zum Anwalt und wehrt sich nicht gleich mit juristischen Mitteln gegen die Abzocke, steht irgendwann der Gerichtsvollzieher vor der Türe um das Geld einzutreiben.
Merke: Bei Abmahnung immer sofort anwaltliche Verstärkung besorgen!!!

Dieses Geschäftsmodell ist bekannt und hat auch in den Medien schon seine Würdigung gefunden.
Aber jetzt gibt es ein neues Geschäftsmodell, wie die Abarten und Varianten bei den Computerviren. Es funktioniert wie das Spiel bei Hase und Igel. Man sucht sich einen Hasen aus und dann schickt ihm der erste Igel eine Abmahnung. Jetzt bekommt der Hase Angst und beherzigt den Rat sich Verstärkung zu holen, um sich zu wehren. Und hier kommt der zweite Igel ins Spiel, denn der steckt mit dem ersten Igel unter einer Decke und weiß ganz genau,  dass der Hase vom ersten Igel abgemahnt wurde und auf der Suche nach „qualifizierter“ Hilfe ist. Und wo wird der Hase wohl Hilfe suchen? In den gelben Seiten? In der Tageszeitung? Im Bekanntenkreis? Wohl eher nicht!
Was würden Sie machen?
Also ich würde, so im ersten Impuls, bei Google nach „Abmahnung“, „Anwalt“ und „Wohnort“ suchen, um mir einen Überblick über fachkundige Juristen in der Nähe zu verschaffen und/oder mich in entsprechenden Internetboards erkundigen und mich nach telefonischer Terminvereinbarung mit einem Anwalt meiner Wahl treffen.
Dass ich extra für die Abmahnung ausgesucht worden bin, weil ich zufälligerweise in der gleichen Ortschaft wohne wie der zweite Igel, darauf bin ich natürlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gekommen.
Die Treibjagd war erfolgreich, weil der Hase vorher von den Igeln gezielt ausgesucht worden war. Treibst du mir meine Kunden zu – treib ich dir deine Kunden zu.
Wer daran verdient?
Merke: Die Anwälte verdienen immer, egal wie die Geschichte ausgeht!

Also sind Sie misstrauisch wie Lumpi, denn bei ihrem Internetauftritt bringen Sie sich leicht in eine exponierte Position und wenn Sie nicht aufpassen, kann Ihnen jeder in den Schritt sehen.
Da sollte man schon vor dem Balanceakt für eine leistungsfähige Infrastruktur und hochmotivierte Mitstreiter sorgen.

Achten Sie mal auf die kontextsensitive Google-Werbung auf den Webseiten. Die Leute, die dort werben haben dafür bezahlt und wollen Geld verdienen.
Erfahrene Jäger latschen halt nicht ziellos durch den Wald, sondern legen sich an der Tränke oder am Futterplatz auf die Lauer.
Oder lassen sich das Wild zutreiben.

Halali.

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Links zum Thema
Abmahner und Absahner im Web
Das Buch dazu gibt es hier
Abmahnunwesen
KFZ-Kennzeichen Abmahner

17.12.2004 um 05:45 Uhr

Weihnachtsfeier 2004

Am Schwarzen Brett einer Firma im Großraum Stuttgart fand ich vor einigen Tagen folgende Mitteilung des Weihnachtsmannes:


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Einladung zur Weihnachtsfeier



Trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage!

Es gibt dennoch eine Weihnachtsfeier für Euch, liebe Mitarbeiter/innen!

Wir treffen uns am Freitag den 17.12.04 um 8:00 Uhr an der Autobahnauffahrt (A381) Vaihingen (Richtung Stuttgart).
Fahren anschließend per Anhalter Richtung Stuttgarter Hauptbahnhof.

Mittagessen:
Erbsensuppe in der Bahnhofsmission. „Suppe mit Erbsen“ 40 Cent, „Suppe ohne Erbsen“ 20 Cent. Bitte genügend Kleingeld mitbringen !!!

Programmablauf:
Wettfahrt auf der Rolltreppe im Kaufhaus C&A.
(Dem Sieger spendiert die Geschäftsleitung 14 Tage Windsurfen in Acapulco – bei eigener Anreise und eigener Unterkunft)

Danach geht es zum Neckar: Schiffe gucken !!!
Anschließend folgt ein Folklorenachmittag im Altersheim in Stuttgart Bad Cannstatt mit anschließender Polonaise.

Bis zum Abendessen:
Open Air Konzert der Heilsarmee auf dem Bahnhofvorplatz.

Abendessen:
Betteln bei der Arbeiterwohlfahrt; gegen 20:00 Uhr gemeinsame Einnahme des erbettelten Essens.

Rückfahrt:
21:30 Uhr gemeinsame Schwarzfahrt mit der Bahn nach Hause.

Die Geschäftsleitung erwartet das zahlreiche Erscheinen der Mitarbeiter.

Es grüßt Euch ganz herzlich Euer Weihnachtsmann !!!

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Post Scriptum
In der Firma werden ab 1.1.2005 die Gehälter um 20% gekürzt bei gleichzeitiger Anhebung der Wochenarbeitszeit auf 40 Wochenstunden. Seitens des Arbeitgebers wird in 2004 und den Folgejahre auf die Zahlung des Weihnachtsgeldes verzichtet.

Da darf man sich in der Geschäftsleitung nicht wundern, wenn es zu wilden Plakatierungen am Schwarzen Brett kommt.

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16.12.2004 um 05:45 Uhr

Zwangsmitgliedschaften

Dass das tumbe Arbeitnehmervolk zwangsweise in die Krankenversicherung, die Rentenversicherung und die Pflegeversicherung einzahlen darf, ist wohl jedem unselbstständig Beschäftigten, dessen Bruttoeinkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, bekannt. Auch wenn dieses Wissen im täglichen Leben gerne verdrängt wird, um den Überlebenskampf nicht noch deprimierender zu gestalten.

Man(n) und Frau hat es auch so schon schwer genug, nach Abzug aller Steuern, Gebühren und Beiträge mit dem verbliebenen Geld über die Runden zu kommen. Da kann man sich nicht auch noch Gedanken darüber machen, was mit dem vom Arbeitgeber gleich einbehaltenen und an die Hüter der verlorenen Schätze weitergereichten Anteile geschieht.
Noch weniger Gedanken macht Man(n) und Frau sich darüber, wer aus den Honigtöpfchen schleckt, geht doch die Mär, dass diese Töpfchen chronisch leer sind.

Irgendwelche geschickten Gesellen und listige Algorithmen sorgen dafür, dass trotz permanentem Zufluss die Vermögensspeicher nicht überlaufen und der Pegel auf Normalnull bleibt.

Haben Sie sich den Haushalt Ihrer Krankenkasse schon mal angesehen?
Wissen Sie, was da mit Ihren Beiträgen geschieht?
Kommen Sie mir jetzt bloß nicht mit Ausflüchten.
Geben Sie doch einfach zu, dass Sie null Ahnung haben!
Sie bringen doch einfach nur, ich sag das jetzt mal so klar und deutlich, einfach nur den Arsch nicht aus dem Sessel und verschanzen sich aus reiner Faulheit hinter dem Argument, dass Sie eh ja nur ein kleines Würstchen sind und alleine nichts erreichen können.
Sind Sie mir nicht  böse, aber das ist eine reine Schutzbehauptung.
Sie ärgern sich und motzen ein bisschen in der Gegend rum und beim nächsten Arztbesuch drücken Sie treu und brav ihre Praxisgebühr ab. Solche Bürger braucht dieses Land!

Haben Sie sich schon mal um Ihre Beiträge bei der Rentenversicherung gekümmert und sich schriftlich zusichern lassen, dass Ihr Geld dort sicher und gewinnbringend angelegt wird?
War Ihr Rentenversicherer bereit Ihnen einen festen Mindestzinssatz für Ihre Geldanlage zu garantieren?
Nein? Dann würde ich an Ihrer Stelle aber diesen unseriösen Anbieter wechseln, schließlich geht es um Ihre Zukunft!
Was soll das heißen, das geht nicht? Weil der Gesetzgeber das nicht zulässt und alle Arbeitnehmer mit einem Einkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze einer staatlichen Fürsorge unterliegen. Eine schöne Fürsorge ist das und dabei spielt es keine Rolle, auf welcher Seite des Generationenvertrages Sie unterschrieben haben.
Was? Sie haben keinen Vertrag unterschrieben? Ja, dann sind Sie auch nicht an einen solchen Vertrag gebunden.
Was Sie jetzt machen sollen? Ja, ich würde dem Gesetzgeber schreiben, dass Sie von Ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch machen und dass er sich –natürlich nach Ihrer Meinung- seinen ominösen Generationsvertrag hin stecken kann, wo immer auch er will. Fordern Sie, dass die Beitragsbemessungsgrenze mit sofortiger Wirkung auf Null gesenkt wird und kündigen Sie ersatzweise Ihre Mitgliedschaft mit sofortiger Wirkung.
 
Wissen Sie, wer Ihre Beiträge zur Pflegeversicherung bekommt?
Ach so, das ist Ihnen gerade entfallen! Aber wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich zugeben, dass mir dieses von Norbi Blüm (die Rente is sischeeer) als große soziale Errungenschaft verkaufte System zur Aufbewahrung und Entsorgung älterer, bettlägeriger Mitbürger schon immer nicht ganz geheuer war.
Oder haben Sie verstanden, warum Rentner diese Pflegekosten mit ihrer üppigen, durch jahrzehntelange Tätigkeit als Arbeitnehmer erworbene Rente, eigentlich nicht selbst bezahlen können?
Der Norbi hätte damals doch einfach die Beiträge zur Rentenversicherung ein bisschen anheben müssen, um (fast) den gleichen Effekt zu erreichen.
Aber da hätten die Beitragszahler zur Rentenversicherung sicher protestiert.
Doch wenn das Geld für die kranke Oma und den kranken Opa eingesammelt wird, da ist das ja für einen guten Zweck und dem kann Man(n) und Frau Beitragszahler sich nicht verwehren. Schließlich ist Man(n) und Frau ja auch selber mal Kind gewesen.
Schreiben Sie doch mal an ihre Pflegeversicherung und legen dem Schreiben Ihre Patientenverfügung, mit Ihren Wünschen über humanes Sterben und legale Sterbehilfe bei. Mit gleichem Schreiben sollten Sie auch die Freistellung von den Beiträgen zur Pflegeversicherung fordern.
Weil wenn Sie erst mal im Koma liegen und mit einer Magensonde zur künstlichen Ernährung am Tropf hängen, ist es dazu zu spät. Und dann werden Sie gepflegt und gepflegt und gepflegt und wenn Sie nicht gestorben sind, dann pflegen wir Sie noch heute... denn das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkasse wurde ja 2004 abgeschafft und welcher Pflegedienst  verliert schon gerne einen Kunden der sich alles gefallen lassen muss und keinen eigenen Willen mehr hat, bzw. keinen für den sich jemand interessiert.

Haben Sie bis hierher gelesen und sind noch nicht depressiv?
Dazu gehört eine gesunde Konstitution!
Ich könnte Ihnen ja jetzt noch einen kurzen Exkurs über die Zwangsabgabe der Rundfunk- und Fernsehgebühren erzählen. Aber dieses System ist allgemein bekannt und gehört zum normalen Irrsinn dieser Republik, ähnlich der KFZ-Steuer, die man auch für etwas bezahlen muss, das man mit versteuerten Eigenmitteln angeschafft hat und es noch nicht einmal nutzen muss um der Steuer- und Abgabenpflicht zu unterliegen.
Feines System, gell?

Nein, ich hab noch einen!
Einen, den Sie vermutlich noch gar nicht kennen. Hat man ja auch so nicht herumerzählt und gedachtt, dass es niemand merkt. Und ist eigentlich auch ganz clever gemacht. So durch die Hintertür, aber mit voller Absicht, hat man dieses System angezapft und im großen Trubel der Reformen und Reförmchen ist es weitgehend unbemerkt geblieben.
Es geht um die Arbeitslosenversicherung, von der wir in der Zwischenzeit durch geduldiges Erklären der von uns gewählten Volksvertreter wissen, dass es gar keine Versicherung ist, obwohl alle unselbstständig Beschäftigten deren Bruttoeinkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, zur zwangsweisen Betragszahlung verdonnert sind.
Im Leistungsfall wird Arbeitslosengeld aus den vereinnahmten Versichertenbeiträgen gezahlt. Das ist ganz wichtig, dass das Arbeitslosengeld –nicht das ALG II – aus den Beiträgen der zwangsweise Versicherten bezahlt wird. Bei Gelegenheit sollten sie sich mal den Haushalt der Bundesagentur für Arbeit (Achtung: 170 Seiten PDF-File) zu Gemüte führen und sich mal ansehen, für was da sonst noch Geld ausgegeben wird.

Im Haushaltsplan für das Jahr 2005, der am 12.11.2004 vom Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit festgestellt wurde, ist eine Ausgabeposition für den Aussteuerungsbetrag in Höhe von 6,72 Milliarden Euro neu veranschlagt, den die BA nach dem SGB II (§ 46 Abs. 4 SGB II) an den Bund für die Fälle zu zahlen hat, die innerhalb von drei Monaten nach dem Bezug von Arbeitslosengeld einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II erworben haben, d.h. noch nicht in Arbeit vermittelt worden sind.

Das muss man sich jetzt mal auf der Zunge zergehen lassen und ein bisschen darüber nachdenken. In der Presse wurde zwar spät, aber dennoch, über diesen Aussteuerungsbetrag berichtet und dass der Finanzhans das Geld schon in seinen verfassungskonformen Bundeshaushalt für 2005 eingeplant hat. Denn der Finanzhans geht wohl richtigerweise davon aus, dass im Frühjahr 2005 nicht plötzlich auf wundersame Weise genügend Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose entstehen werden.

Haben Sie schon vergessen, dass eine der wichtigsten Errungenschaften von Hartz IV die Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe ist?
Haben Sie auch schon vergessen, dass die Arbeitslosenhilfe gar nicht aus Beiträgen der zwangsversicherten Beitragszahler geleistet wurde, sondern aus Steuermitteln des Bundes?

Und wer bezahlt jetzt das ALGII für die ehemaligen Arbeitslosenhilfeempfänger?

Na, wer bezahlt jetzt?
Dreimal dürfen Sie raten – die Schweizer, die Steuerzahler oder die Zwangsmitglieder der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung?
 
Sicher nicht die Schweizer!!!
Und die Steuerzahler auch nicht!!!
Die müssen auch den Aussteuerungsbeitrag nicht bezahlen, den sich der Bund im Rahmen der Risikoverlagerung für Langzeitarbeitslose auf die Bundesagentur für Arbeitslosigkeit von dieser bezahlen lässt.
Sehr schön, hat diesen Sachverhalt „Wie zapfen wir die Beitragszahler der Arbeitslosenversicherung zur Sanierung der Staatsfinanzen an“ Benjamin Hoff, Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus auf seiner Homepage  beschrieben.
Dass der Mann Mitglied der PDS und auch noch -dafür kann er nix- mit dem Nachteil der östlichen Geburt geschlagen ist, ist mir persönlich in diesem Zusammenhang wirklich schnurzwurstegal.
Denn dieser Benjamin Hoff hat das schon im August geschnallt, was da abläuft. Aber so ist das halt, wenn man Mitglied der PDS ist, da glaubt einem kein Schwein und schon gar kein Wessie.

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15.12.2004 um 05:45 Uhr

Leitkultur

Sind Sie es nicht auch bald leid, diese Debatte mit der Leitkultur?
Jetzt hat sich auch noch Angie „Miss Griff“ Merkel des Themas angenommen.

Auf ihrem Weg zur Macht rennt sie wie ein Hündchen jedem Prügel nach, der egal von wem und wohin auch immer, geworfen wird.
Diese Frau hat keine eigene Ideen, keine Visionen, kein Garnichts.
Ihr ist wirklich kein Trittbrett zu schmal, keine Lücke zwischen den Stühlen zu groß und kein Darm zu eng – Angie „Missgriff“ Merkel ist drauf, dazwischen oder drin.
Erst war es der Irakkrieg, dann der EU-Beitritt der Türkei und jetzt ist es die Integration von Ausländern. Wir dürfen gespannt sein, was es morgen ist, denn bis zur Bundestagwahl ist noch ein bisschen hin und die K-Frage könnte sich dann durchaus selbst beantworten.
Eeen meene schmuh – und raus bist du.

Jetzt, passend zum Nikolaustag, holt Angie die gute alte „Leitkultur“ von Friedrich Merz aus dem Sack, nachdem der erst mit Angie das Betttuch geteilt, dann das Tischtuch zerschnitten und (vorerst) das Handtuch geworfen hat.

 Merkel fordert Orientierung an Leitkultur in Deutschland und erklärt das Konzept einer multikulturellen Gesellschaft für gescheitert.
«"Die Idee einer multikulturellen Gesellschaft kann nicht gelingen", sagte Merkel in ihrer Grundsatzrede auf dem CDU-Bundesparteitag in Düsseldorf. "Das Ideal einer Multikultur führt zum Nebeneinander, nicht zum Miteinander." Merkel betonte, in Deutschland müssten für alle, etwa auch für türkische Frauen, gleichermaßen die Werte des Grundgesetzes und der europäischen Menschenrechtskonvention gelten. "Aus diesem geistigen Fundament speist sich ganz wesentlich unsere freiheitlich demokratische Leitkultur. Und ich sage dies ganz bewusst im Gegensatz zu Multikulti."»

Es ist echt erstaunlich welche Halbwertzeit diese Frau(?) besitzt, sind es doch die gleichen Worte die auch CDU-Fraktionschef Friedrich Merz im Jahr 2000 verwendet hat. Ich will ja jetzt nicht behaupten, dass die gute Angie einfach nur schamlos bei ihrem Parteikollegen Merz abgeschrieben hat, sondern ihr eher zugute halten, dass der Denkprozess bei ihr eben solange gedauert hat.

«Merkel warb erneut für die Haltung von CDU und CSU, der Türkei keine Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) anzubieten, sondern lediglich eine privilegierte Partnerschaft. Wer glaube, die Europäische Union sei mit einem Mitglied Türkei die gleiche wie vorher, erliege einer Lebenslüge.»

Ich musste im Duden nachschlagen um mich über den Begriff „Lebenslüge“ schlau zu machen, hatte ich den Begriff doch irgendwie mit „Illusion“ und „Selbsttäuschung“ in Zusammenhang gebracht. Jetzt ist es nicht so, dass ich mich nie getäuscht hätte.
Ich hatte mal die Illusion, dass es den Menschen in der Europäischen Union mal besser gehen würde, dass es ein Europa der Kulturen und der Bürger werden würde, die über ihre Verfassung auch selbst entscheiden können.
Ich hatte mal die Illusion, dass mit der Europäischen Union weniger nationale Bürokratie und mehr steuerliche Gerechtigkeit kommen würden und mit dem Euro mehr finanzielle Sicherheit, Preisstabilität, Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze und soziale Sicherheit.
Jetzt kann ich der Frau Merkel nicht ganz folgen, warum ausgerechnet der Beitritt der Türkei in 10 oder mehr Jahren das herrschende Desaster noch vergrößern könnte.
Der erschwindelte EU-Beitritt Griechenlands hat ja auch keine Konsequenzen gehabt und immerhin hatten wir damit die Olympischen Spiele in der EU und nicht irgendwo auf dem Balkan.
Der Beitritt der Türkei zur EU hätte meiner Meinung nach erhebliche Vorteile.
So könnten zum Beispiel die Türken deutscher Nation mit deutschen Autos auf europäischen Autobahnen nach Hause fahren und die EU hätte endlich Zugang zum Schwarzen Meer und Außengrenzen mit 6 neuen Nachbarstaaten wie Georgien, Armenien, Aserbaidschan, dem Iran, dem Irak und Syrien. Das wären so summa summarum ca. 2000 Kilometer neue Grenzen die gegen Wirtschaftsflüchtlinge bewacht und geschützt werden müssten. Das würde Arbeitsplätze schaffen ohne Ende.
Vielleicht könnte man ja vor dem Beitritt der Türkei zur EU die „Europäische Union“ in „Eurasische Union“ umbenennen und das vor der Atlantikküste treibende und immer noch herumzickende Großbritannien, wenn es sich immer noch weigert eine gemeinsame Währung einzuführen, einfach aus der neuen EU ausschließen.

Geradezu vehement machte sich Angie Merkel auf dem Partei für den Antrag der CDU-Spitze  zur Integrationsförderung stark, den die CDU auf ihrem Parteitag beschließen soll:
«Die CDU-Spitze stellt Deutschkenntnisse und Integrationsbereitschaft der Einwanderer in den Mittelpunkt. Die Sprachförderung müsse bereits in der Vorschule beginnen, der islamische Religionsunterricht an öffentlichen Schulen müsse in deutscher Sprache und unter deutscher Schulaufsicht geführt werden. Wer als Erwachsener nicht an Integrationskursen teilnehmen wolle, müsse auch mit einer Ausweisung rechnen. Außerdem müsse die Chancengleichheit der eingewanderten Frauen gewahrt werden. Die moslemischen Institutionen in Deutschland werden in dem Papier aufgefordert, sich klar vom Islamismus abzugrenzen. "Wer unsere Wertordnung - unsere freiheitliche demokratische Leitkultur - ablehnt oder sie gar verhöhnt und bekämpft, für den ist in unserem Land kein Platz."»

Jawohl, jawohl jawohl!
Und wer das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland mit Füßen tritt, gegen seinen Eid auf die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland verstößt und die Rechte der Bürger missachtet, ihnen durch permanente Erhöhung der Abgabenlast die finanzielle Lebensgrundlage entzieht - der kann gleich mitgehen!

Ich müsste mich mal mit dem persönlichen Referenten von Frau Merkel in Verbindung setzen, damit Angie diese Idee als Basis ihrer weiteren politischen Karriere benützen kann, um eventuell die K-Frage frühzeitig zu entscheiden.

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14.12.2004 um 05:45 Uhr

Kronenverlichtung

Mit Kronenverlichtung meint man nicht den nachlassenden Alkoholnebel im Hirn eines Mitbürgers, der sich mehrere hinter die Binde gegossen hat, um anschließend einen in der Krone zu haben.

Aber so ungefähr sah unsere zuständige Ministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast (Grüne) aus, als sie, zusammen mit einem Förster und einem Kamerateam der ARD(?), durch den Wald marschierte, um sich vor Ort über den besorgniserregenden Zustand des deutschen Waldes informieren zu lassen.

Der Wald sei „Nicht mehr ganz dicht in der Krone“ dichtelte die Frankfurter Rundschau und bezog sich dabei auf den neuesten „Waldzustandsbericht“ der im Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft die Alarmstufe „Künast“ ausgelöst hat.

«“Die lang anhaltende Trockenheit und hohe Ozonwerte haben Wälder getroffen, die bereits durch anhaltende Säure- und andere Belastungen aus der Luft geschwächt seien“, sagte die Ministerin bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes in Berlin.»
Damit vermutete sie die Ursachen der Misere außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs bei ihrem Parteikollegen und Umweltminister Jürgen Trittin, der jedoch den Ball sofort geschickt zurückspielte und die Bauern dafür kritisierte, dass «aus der Landwirtschaft immer noch zu viele Stickstoffe in die Erde gelangen. „Gülle killt den Wald“, sagte Trittin.»

Wie auch immer, es ist mal wieder niemand zuständig, der dafür zuständig ist.
Je pinger desto pongts. Hauptsache der Ball bliebt im Spiel.

«Eine Prognose wollte Künast genauso wenig wagen wie ihre Fachleute. Klar sei aber, dass nur entschlossener Klima- und Umweltschutz für Besserung sorgen könne. "Es gibt keine Alternative zu einer konsequenten Umweltpolitik", sagte die Ministerin und verwies - keine Überraschung - in diesem Zusammenhang auf eine breite Palette rot-grüner Maßnahmen auf dem Gebiet der Energie-, Agrar- und Waldpolitik.», schreibt die Frankfurter Rundschau.

Jetzt komm ich aber doch ein bisschen ins Grübeln, denn wegen dieser entschlossenen Umweltpolitik fahre ich heute mit einem Auto mit Katalysator, das auch noch mit bleifreiem Benzin betrieben werden muss. Und die Heizungsanlage habe ich auch auf umweltverträgliches Gas mit Erdwärmekopplung umstellen lassen, Isolierglasfenster eingebaut und die Wärmedämmung am gesamten Wohngebäude verbessert.
Wegen dieser entschlossenen Umwelzpolitik renne ich auch jede Woche einmal zum Müllcontainer um Glas, Pappe, Papier vom Restmüll getrennt zu entsorgen.
Lebensmittel kauf ich nur noch Öko, Eier nur von glücklichen freilaufenden Hühnern, kaum noch fleischliche Ernährung, nur noch pflanzliche Produkte, recyceltes Toilettenpapier, Körperpflege nur noch mit Naturprodukten. Im Garten steht eine High-Tech-Hausmüllkompostieranlage, die Toilettenspülkästen kennen jetzt große und kleine Geschäfte um Wasser zu sparen.
Der Strom kommt aus alternativen Energiequellen, das Hausdach ist zugepflastert mit Sonnenkollektoren.  
Das alles hat ein Schweinegeld gekostet !!!
Und jetzt ist der Wald so krank wie nie zuvor, weil die Bauern in den Wald „güllern“?

Zur Lösung der Probleme ist jetzt  wieder mal der Verbraucher gefragt.
«Durch die verstärkte Nutzung heimischer Hölzer soll die „nachhaltige“ Waldwirtschaft gefördert werden, erklären die Autoren des Waldzustandberichts. Die Wälder in Deutschland mögen nicht gesund sein, aber sie wachsen hurtiger als je zuvor. Gleichzeitig nimmt das Durchschnittsalter der noch nicht geschlagenen Bäume zu, womit sie anfälliger gegen Umweltstress und Schädlinge werden. "Eine am Zuwachs ausgerichtete und damit nachhaltige Holznutzung ist daher ein wichtiger Beitrag zum Schutz unserer Wälder", heißt es im Bericht»

Wenn etwas nicht gesund ist, aber dennoch hurtig wächst – dann nennt man das in der Medizin „Krebs“ und verordnet dem Patienten eine Chemotherapie.  Und wenn die nicht anschlägt , dann ...

Obwohl, man sollte der Renate Künast ja zugute halten, dass sie sich mit Gummistiefeln und sorgenvoller Miene noch in den Wald traut.
Denn glauben Sie, dass nach Veröffentlichung des Armutsberichts der Bundesregierung die Familienministerin Renate Schmidt, oder Superwolli Clement, oder der Finanzhans oder gar der Bundesgerd sich in Gummistiefeln und ohne Bodyguards unter die Bevölkerung trauen, um sich davon zu überzeugen wie hoch die von ihnen produzierte „Gülle“ schon durch die privaten Haushalte schwappt?
Es würde ihnen dabei sicher kein Zacken aus der Krone fallen, könnte aber eventuell zur Kronenverlichtung (lichte Momente unter der Krone) führen!

Da der Bundesgerd in seinen Neujahrsansprachen ja immer gerne irgendwelche Katastrophen für die missliche Lage der Nation verantwortlich macht, dürfen wir gespannt sein, was es nach dem Anschlag auf das WTC 2001, die Jahrhundertflut 2002 und das Erdeben im Iran 2003 in diesem Jahr 2004 sein wird.
Vielleicht der „trockene Sommer“?

Können Sie sich noch daran erinnern was er Ihnen letztes Jahr in der Neujahrsnacht erzählt hat?
«Wir haben versucht, Arbeit und das Schaffen von Arbeitsplätzen attraktiver zu machen, um endlich aus der Phase der wirtschaftlichen Stagnation herauszukommen. Für manche von Ihnen, liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, sind bestimmte Maßnahmen mit Einschränkungen oder Verzicht verbunden. Wir wissen das. Und ich versichere Ihnen: Wir bemühen uns, die Lasten heute gerecht zu verteilen, damit wir in Deutschland die Chancen auch morgen noch gerecht verteilen können»

Und was ist daraus geworden?
„steigende Arbeitslosigkeit – zunehmende Verarmung - der Wald stirbt - Land unter und Kanal voll“

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13.12.2004 um 05:45 Uhr

Prinzip des Wu Wei

Heute muss ich mich kurz fassen.
Heute habe ich wenig Zeit.
Bin schon richtig im Stress, obwohl ich sonst ein Anhänger des „Wu Wei“ bin.
Muss gerade einen Brief an RWE schreiben.
Eine reklamierende Beschwerde.
Könnte auch eine beschwerende Reklamation werden.
 
Da hat doch die Firma RWE diesem Herrn mit dem abartigen Vornamen „Herrmann-Josef“ und Nachnamen  „Arentz“ mit „teezet“ seit 1992 ein Jahresgehalt von etwa 60.000 Euro gezahlt, ohne dass der Mann jemals für RWE einen Finger krumm gemacht hat.
Die scheinen das lange Jahre nicht gemerkt haben zu wollen.
Erst durch eine mysteriöse, anonyme Anzeige wurde auf diesen Sachverhalt hingewiesen.

Jetzt schreib ich der Firma RWE, dass das kein Einzelfall ist und ich diesen Vorgang zum Anlass nehme um mal nachzufragen, wo denn eigentlich mein Gehalt für mein Nichtstun bleibt. Dabei habe ich mich gerade in den letzten Jahren sehr eifrig darum bemüht (die Formulierung habe ich aus meinem letzten Arbeitszeugnis) für RWE nichts zu tun. Aber noch nicht einmal ein „Danke schön“ oder „Vergelt’s Gott“ habe ich bekommen.

Aber jetzt ist meine Geduld zu Ende, jetzt muss RWE mit der Kohle rüberkommen und mit kostenlosem Strom natürlich auch.
Gleiches Recht für alle.
Ich habe mir das mal ausgerechnet, was ich für mein Nichtstun für RWE von RWE einfordern muss und bewege mich da in der Größenordnung von ca. 700.000 Euro. Na ja, mein Gehalt ist nicht ganz so hoch wie das von dem Herrn Arentz, bis vor kurzem noch Vorstand der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA).
Ich konnte ja auch nicht auf so hohem Niveau nichts tun, wie der Herr Arentz, sondern war gezwungen eher an der Basis nichts zu tun. Aber deswegen ist mein Nichtstun nicht weniger wichtig.

Und bevor jetzt jeder Hinz und jeder Kunz auf die Idee kommt, sich wegen ausstehender Gehaltszahlungen an den Konzern RWE zu wenden, sei angemerkt, dass Kollege Arentz und ich uns schon seit Jahren auf’s Nichtstun nach internationalen Standards spezialisiert haben. Sowas kann nicht jeder. Das fällt einem nicht so einfach in den Schoß. Das sollten sich die hinter die Ohren schreiben, die jetzt eine Neiddebatte über den Zaun brechen wollen.

„Wasser gepredigt, Wein gesoffen“ titelt die Welt in ihrem Artikel vom 9.12.2004
 zum Abgang von Arentz.
Wasser wird er aber wohl auch zukünftig nicht trinken müssen, denn der Abgang wird ihm bis zu seinem 55 Lebensjahr durch ein Übergangsgeld von ca. 115.000 Euro versüßt. Und danach bekommt er für seine 25 Abgeordnetenjahre eine lebenslange Pension in Höhe 3.600 Euro. Im Monat natürlich. Und irgendein Beratervertrag oder gut dotierte Repräsentationsaufgabe wird sich doch für einen so jungen Pensionisten dann auch noch finden lassen.
Wäre doch schade, wenn man dieses in vielen Jahren gesammelte Wissen über das „Wu Wei“ nicht an kommende Generationen vermitteln würde.

Also ich mach jetzt meinen Brief an RWE wegen den fehlenden Gehaltszahlungen fertig.
Und morgen schreib ich denen dann noch, dass ich meine jährliche Stromrechnung um den Gehaltsanteil des Herrn Arentz rückwirkend zum 1.1.1992 kürze oder mich ersatzweise um die freigewordene Position bewerbe.

Denn NICHTSTUN kann ich auch!
Und niemand weiß, wie viel Unheil schon durch Nichts tun verhindert wurde.
Schon dafür müsste man eigentlich ein angemessenes Gehalt bekommen!

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12.12.2004 um 05:45 Uhr

Urlaub Plus

Wer macht nicht gerne Urlaub zum Schnäppchenpreis?
Da fällt mir doch vor einigen Tagen beim Einkaufen in der Supermarktkette mit den kleinen Preisen ein großformatiger Prospekt mit Urlaubsreisen in die Hände.
„5-Sterne Urlaub: Ägypten 15 Tage –Nilkombination“ steht neben einem Bild der Pyramiden. 1 Woche Kreuzfahrt und 1 Woche Baden p. P. ab 699,- Bootsausflug auf dem Roten Meer inklusive.



Na, denk ich mir, nimm mal mit und zeig das mal der „Besten aller Frauen“.
Gemacht – getan, dann aber zu Hause auf den Schreibtisch gelegt und – vergessen!

Gestern dann endlich mal wieder einen Home-Office-Tag zur Erledigung der Büroablage und nebenher im Internet surfen.
Da finde ich den Prospekt mit der verlockenden Kultur-Badereise nach Ägypten und die Details dieser „15-Tage Nilkombination“.
1. Tag: Flug von Deutschland nach Hurghada.
2. Tag: Bustransfer nach Luxor. Einschiffung
3. Tag; Zeit zur freien Verfügung oder Ausflugspaket Teil 1.
Fahrt über Esna nach Edfu.
4. Tag: Zeit zur freien Verfügung oder Ausflugspaket Teil 2.
Fahrt nach Kom-Ombo. Weiterfahrt nach Assuan.
5. Tag: Zeit zur freien Verfügung oder Ausflugspaket Teil 3.
6. Tag: Zeit zur freien Verfügung. Fakultativ: Ausflug nach Abu Simbel.:-)
7. Tag: Fahrt nach Luxor. Zeit zur freien Verfügung.
8. Tag: Zeit zur freien Verfügung oder Ausflugspaket Teil 4.
9. Tag: Transfer zum Hotel am Roten Meer. Zeit zur freien Verfügung.
10. Tag: Zeit zur freien Verfügung.
11. Tag: Zeit zur freien Verfügung.
12. Tag: Zeit zur freien Verfügung.
13. Tag: Zeit zur freien Verfügung.
14. Tag: Zeit zur freien Verfügung.
15. Rückflug nach Deutschland

„Aha“, denke ich mir während ich die Beschreibung des 5-Sterne-Schiffs und des 5-Sterne-Hotels überfliege und dann „was soll der Spaß denn kosten?“
Ach steht ja da auf so einem dicken, fetten Smilie - 699,-- € inklusive Bootsausflug auf dem Roten Meer.
Der nächste Blick geht dann zur Preistabelle, man ist ja schließlich Schwabe und diesem Ruf verpflichtet.
Also zu dem Grundreisepreis von  699,-- € kommt jetzt noch dazu der Flughafenzuschlag  Frankfurt in Höhe von 35,.-- €. Dann wäre da noch der Saisonzuschlag mit 45,-. € und die vor Ort zu zahlenden Visa-Bearbeitungsgebühr von 30,-- €.
Das macht dann zusammen 809,-- € p. P.
Doch für den gewünschten Abflugtermin kommt für Frankfurt noch mal ein Saisonzuschlag  von 45,--  € dazu.
Das sind ja dann schon, lass mich mal rechnen, das sind exakt und kaufmännisch gerundet 854,-- €.
Na ja, wenn man an die ganzen Ausflüge denkt, schau mer doch mal, was da konkret dazu gehört. Langsam streicht das Auge des reisefreudigen Schwaben über die Prospektseite von der Größe der Stuttgarter Zeitung.
Und was muss ich da lesen? Inklusive ist nur die Bootsfahrt auf dem Roten Meer. Das Ausflugspaket kostet extra 145,-- € und der Grundreisepreis beträgt in der Zeit von Oktober - Januar nicht 699,-- € sondern 849,-- €.
Zusammen kosten der Urlaub+ also –sofern ich mich in meiner Erregung nicht verrechnet habe- 1.100,-- €.

Ha, ich bin doch nicht Dagobert Duck!
Und Abu Simbel bin ich auch nicht, oder!

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