Machopan - Rauchzeichen

22.01.2005 um 05:45 Uhr

Jubiläum

Vor wenigen Tage jährte sich, von den Massenmedien und der Mainstreampresse fast vollständig unbeachtet, das einjährige Bloggerjubiläum von Machopan beim Internetprovider Blogigo.

Was als spontane Idee begann und mit dem ersten auf Blogigo veröffentlichten Text „Thierse“ begann, hat seitdem mehr als 230.000 Besucher gefunden. Es soll sogar Besucher geben, die es wagen wieder zu kommen um die Hirnblähungen eines notorischen Quer- und Selbstdenkers und seinen täglichen Schriftwechsel mit einem „lieben Freund“ zu ertragen, wobei die Doppeldeutigkeit in der Anrede „Mein lieber Freund“ durchaus gewollt erscheint.

Nicht immer ist es für den Leser leicht, derart Gegranteltes und Gemotztes zu früher Morgenstunde zu sich zu nehmen. Denn während der Autor noch die Matratze abhorcht und mit der Muse schmust, erscheint täglich immer um 5.45 Uhr automatisch (Blogigo sei Dank) einer neuer Brief im Netz und findet binnen weniger Minuten die ersten Leser, die sich „Machopan’s Rauchzeichen“ zusammen mit der zweiten Tasse Kaffee und der ersten Zigarette bis zur  morgendlichen Notdurft antun wollen.  
Warum immer um 5.45 Uhr?
Auch dies hat, wie so vieles, was zwischen den Zeilen steht, seinen Grund. Denn in manchen Geschichtsbüchern kann man noch nachlesen, dass seit 5:45 Uhr zurückgeschossen wird. Genauso gut hätte aber auch eine andere geschichtsträchtige Uhrzeit Verwendung finden können. So war lange Zeit 11:11 Uhr die erste Wahl, nur kurzzeitig verdrängt von 5 vor zwölf und „High Noon“. Die Wahl fiel dann auf 5:45 Uhr, wobei den Ausschlag gab, dass es sich um eine historische Uhrzeit aus der deutschen Geschichte handelt, die den Beginn einer großen Katastrophe für die Menschheit markierte. Auch hier ist eine  - wie auch immer geartete - Doppeldeutigkeit nicht ganz unbeabsichtigt.

Überhaupt stehen Menschen, vor allem die kleinen Leute im Schwitzkasten von Politik und Bürokratie im Mittelpunkt der „Rauchzeichen aus der hessischen Provinz“, die sich journalistisch eine teils „fäkale Ausdrucksweise“ nachsagen lassen müssen. „Nicht ungern und schon gar nicht ungewollt“, wie der streitbare Jubilar „Machopan“ bestätigt.
Auf seinen etwas ungewöhnlichen Nickname angesprochen hüllt er sich aber in Schweigen und weicht weiteren Fragen mit dem Hinweis auf Süßes (Marzipan), Männliches (Macho) und Behütendes und Musisches (Pan) geschickt aus.

Nach seinem innigsten Wunsch gefragt, bekundete der Jubilar starkes Interesse die gesamte Bundesregierung nebst einigen Herren aus Wirtschaft und Presse mit einer Zaunlatte durch die Straßen seiner Heimatstadt jagen zu dürfen.
Bedenken, dass er dazu wegen seines Alters und seiner überwiegend sitzenden Tätigkeit körperlich nicht in der Lage sein könnte, wollte sich der noch sehr rüstige und wackere Rentner nicht anschließen. „Das solle man schon seine Sorge sein lassen“, meinte er in vertrauter Runde, „er sei sich sicher, dass ein wütender Bürger dieses Landes schneller laufen und auch härter zuschlagen könne, als sich das vollgefressene und satte Politiker und Manager  träumen lassen. Er wolle es deshalb gerne auf einen Versuch ankommen lassen.
Und mit einem verschmitzten Lächeln fügte er hinzu, dass „außerdem der Besitz einer Dach- oder Zaunlatte in diesem Lande noch nicht waffenscheinpflichtig wäre.“
Leider war noch kein Politiker zu dieser volksnahen Belustigung, die sicher hohes Medieninteresse finden würde, bereit.

In seiner Rede bedankte sich der Jubilar -neben einigen Seitenhieben auf Politik und Wirtschaft- auch bei seinen vielen Unterstützern. Besondere Erwähnung erfuhren neben den unbekannten treuen Besuchern der Site, auch die Gäste, die sich die Mühe machen im Gästebuch einige Worte zu hinterlassen, was im Zeitalter von PISA und Tele Tubbies keine Selbstverständlichkeit mehr ist und für manchen Gast mit einigen Schwierigkeiten verbunden zu sein scheint
Seinen speziellen Dank sprach Machopan den Bloggern und Forenbetreibern aus, die sich auf „Machopan’s Rauchzeichen“ verlinken bzw. Beiträge in vor allem sozialkritischen Foren posten.

Jetzt will er mit der „besten aller Frauen“ erst mal Bloggerpause in Flut- und Wirbelsturm gefährdeten Gebieten dieser Erde machen, die sich jedoch durch höhere Tages- und Nachttemperaturen besser für den Aufenthalt älterer Mitbürger eignen, als milde Winter in der vom  Reformstreusalz und Sozialneid zerfressenen wiedervereinigten BRddr. Auch sei von Zeit zu Zeit etwas Abstand zu den täglichen Horrormeldungen aus Politik und Wirtschaft angebracht, die dem Jubilar nicht nur Brechreiz verursachen, sondern -wie er es nennt- auch „auf die männlichen Weichteile“ gehen

Die zu den Jubiläumsfeierlichkeiten geladenen Ehrengäste wurden gebeten während der Feierlichkeiten von lautstarken Jubelschreien und unflätigen Verbalkommentaren Abstand zu nehmen.

Glückwünsche, Lobhudeleien, Neid- und Beileidsbezeugungen in Schriftform dürfen untertänigst im Gästebuch hinterlegt werden.
Wobei beleidigende, gesetzeswidrige, pornographische und rechtsradikale Äußerungen der gnadenlosen Zensur durch den Jubilar zum Opfer fallen werden.

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21.01.2005 um 05:45 Uhr

Sicherheitsabstand

Stimmung: Verkehrsbereit

«Wegen der steigenden Zahl von Unfällen mit Kleintransportern plant die Bundesregierung, Drängler härter zu bestrafen. Wie die «Saarbrücker Zeitung» berichtet, plant das Verkehrsministerium eine Anhebung der Geldbuße von 150 auf 250 Euro bei grob verkehrswidrigen Verstößen. Auslöser für die Verschärfung sind nach Informationen des Blattes steigende Unfallzahlen bei Kleintransportern. Diese stark motorisierten und oftmals schwer beladenen Fahrzeuge würden in der Regel den erforderlichen Mindestabstand erheblich unterschreiten.» meldet die Netzeitung.

Das ist wieder mal typisch deutsche Bürokratie.
Statt die Kleintransporter endlich als Lastwagen und Busse einzustufen und ihre Geschwindigkeit (technisch) zu begrenzen, wird an eine härtere Bestrafung mit höheren Geldstrafen gedacht.
«Ab einer Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde sollen künftig je nach Abstand zum nächsten Fahrzeug Bußgelder zwischen 60 und 250 Euro drohen. Ein Fahrverbot würde dann schon verhängt, wenn Drängler einen Sicherheitsabstand von 24 Metern unterschreiten. Bislang muss der Führerschein erst abgegeben werden, wenn man weniger als 16 Meter Sicherheitsabstand einhält.»

Wem das nützt ist ja wohl klar!
Auf jeden Fall nicht dem Verkehr und auch nicht der Verkehrssicherheit. Das Problem der Kleinlastraser und Drängler ist doch ein ganz anderes.
Diese Fahrzeuge sind konstruktionsbedingt rollende Bomben und in Verbindung mit einem gewissen Fahrertyp müsste man dafür im Besitz eines Waffenscheins sein um das Ding bewegen zu dürfen.
Die jetzt geplante „Verschärfung“ der Geldbuße trifft aber alle Autofahrer unabhängig vom Fahrzeugtyp. Damit ist das keine verkehrstechnische Maßnahme, sondern schlichtweg eine Anhebung der Bußgelder um noch mehr Kasse zu machen.
Denn jeder Autofahrer, der heute in Ballungsgebieten mit dem Fahrzeug auf Autobahnen unterwegs ist, wird automatisch zum Drängler, weil er den vom Gesetzgeber geforderten Mindestabstand gar nicht mehr einhalten kann, ohne zum rollenden Verkehrshindernis und Staugrund zu werden.

Ganz interessant sind für den vielfahrenden Bürger auch die Ursachen, warum es so häufig zu Auffahrunfällen kommt. Man(n) und Frau kann das bei www.fahrprofi.de nachlesen. (Achtung: vorher Parkplatz aufsuchen, Fahrzeug zum Stillstand bringen, Motor abstellen und Fahrzeug durch dazu geeignete Maßnahmen gegen Wegrollen sichern)
Allerdings habe ich dort die Erklärung für ein Phänomen nicht gefunden das Sie sicher auch kennen.  Es geht um die Frage warum dort wo gerade noch genügend Sicherheitsabstand vor ihrem Fahrzeugkühler war, plötzlich ein Klein-Fahrzeug seine Bahn zieht, dessen Lenker sich offensichtlich mit einer anderen Art von Verkehr beschäftigt, als dem an dem er gerade teilnimmt. Sie können das meist leicht an seinem erigierten Finger erkennen, den er ihnen durch Heckscheibe, Seitenscheibe oder gar Schiebedach zeigt.

Verkehrspolitisch mitursächlich für das häufigere Zustandekommen von Auffahrunfällen soll ja nach Ansicht von Experten auch eine stetig wachsende Verkehrsdichte sein.
Das erscheint mir irgendwie logisch. Wenn man die Länge des bundesdeutschen Straßennetzes durch die Anzahl der in- und ausländischen Fahrzeuge auf deutschen Straße dividiert, erhält man die pro Fahrzeug durchschnittlich zur Verfügung stehende Fahrbahnlänge. Demnach dürfte ein für den Straßenverkehr in der BRddr zugelassenes Fahrzeug vermutlich nicht länger als 3,20 Meter sein – inklusive Sicherheitsabstand natürlich. Wenn wir das zurückrechnen auf die damit straffrei zu fahrende Geschwindigkeit (siehe Verschärfung des Strafmaßes weiter oben), dann gehen sie schneller zu Fuß.
Obwohl, jetzt habe ich bei meiner Berechnung nicht berücksichtigt, dass bei Unterschreitung des Sicherheitsabstandes ein (mehrmonatiges) Fahrverbot droht. Damit würde ja die Zahl der Verkehrsteilnehmer zumindest vorübergehend sinken und sich das Platzangebot je Fahrzeug erhöhen. Damit wären natürlich auch wieder höhere Geschwindigkeiten möglich, ohne straffällig zu werden.
Vielleicht findet sich an irgendeiner Universität mal ein Prof, der mit seinen Schutzbefohlenen und mit Hilfe des Universitätscomputers anhand mathematischer Simulationsmodelle errechnet wie viele Führerscheine eingezogen werden müssen um den optimalen volkswirtschaftlichen Nutzen aus Umweltschonung, Spritverbrauch, Bußgeldoptimierung und den Einnahmen aus den Idiotentests zu erreichen.
Vielleicht können wir dann auf den Autobahnen mit der Geschwindigkeit eines unmotorisierten Tretrollers rollern, bis ...
... bis die Einnahmen aus der LKW-Maut den zügigen weiteren Ausbau des bundesdeutschen Straßennetzes erlauben.
Schneller würde das natürlich gehen, wenn wir die PKW auch mautpflichtig machen und das Besitzen und/oder Bewegen eines Fahrzeugs generell bußgeldpflichtig wird!

Als Zwischenlösung könnte man die aus dem unmotorisierten Zweiradbereich bewährten Abstandshalter auch für motorisierte Fahrzeuge zur Pflicht machen.
Diesmal aber in Fahrtrichtung, oberhalb der Windschutzscheibe angebracht. Vielleicht sogar elektronisch und sattelitengestützt dynamisch an die Geschwindigkeit des Fahrzeugs anpassbar. Die Mautbrücken könnten dabei zur Datenübertragung benutzt werden, vorerst durch einen einfachen mechanischen Versteller oder Fanghaken, der unter der Mautbrücke montiert wird und bis auf die durchschnittliche Höhe eines normal beladenen Pkw ohne Dachaufbau herunterreicht.
Das Problem der rasenden Kleinlastwagen wäre damit auch gelöst.
Spätestens an der ersten Mautbrücke.

Für diese innovative Idee könnte ich mich jetzt richtig begeistern.
Ich glaub ich schreib das mal dem Bundesgerd, der fährt auf solche Innovationen total ab.
Oder ich wende mich an die Frau Bundesforschungsministerin Bulmahn, wenn sie von ihrem Tsumanivortrag aus Asien wieder zurück ist.
Vielleicht könnte man für die Tsunamis auch diese Abstandshalter verwenden – damit die Wellen nicht so nah ans Ufer kommen.
Natürlich müssten dazu noch Tests durchgeführt werden. 
Mangels eigener Tsunamis in Nord- und Ostsee könnte man zum Beispiel erst mal Teile von Holland fluten.
Ich stecke heute mal wieder voller Ideen, die ich jetzt aber dringend auf natürliche Art und Weise der örtlichen Kanalisation übergeben muss.

Man liest sich.
Schönen Tach noch!
Und immer auf Abstand achten. Nicht nur zum Vordermann, sondern auch zum anderen Geschlecht.
Nicht dass Sie mir noch zum Gähntest müssen!

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20.01.2005 um 05:45 Uhr

Stabilitätspakt ahoi!

Kaum zwei Jahre ist es her als in Europa eine gemeinsame Währung eingeführt wurde.
Stellenweise Skepsis gegen ein solches Vorhaben wurde mit Hinweis auf die Qualität und Stärke der neuen Währung, den zunehmenden Wettbewerb und die sinkenden Preise, den Wegfall der Devisentransferkosten im europäischen Zahlungsverkehr und auf die Fälschungssicherheit des neuen Geldes und last but not least auf den „Stabilitätspakt“ vom Tisch gewischt.

Man braucht nicht lange darüber zu diskutieren was eingetreten ist. Oder haben Sie etwas von sinkenden Preisen bemerkt? Oder sind etwa die Bankgebühren im europäischen Zahlungsverkehr weggefallen? Wir haben zwar noch keine handgemalten Euros im Umlauf, aber auf jedem besseren Fotokopierer lassen sich die „fälschungssicheren“ Geldscheine vervielfältigen.
Deshalb war es ja für den Bürger immens beruhigend, dass wenigstens der Stabilitätspakt noch stand wie eine „Eins“, auch wenn man ihn mehrere Jahre in Folge „verletzen“ musste.

Dann ist der Finanzhans mit dem von ihm gesteuerten ehemaligen Luxusliner „MS BRddr“ immer heftiger in widriges Fahrwasser geraten und hat nun wohl dauerhaft nicht mehr genügend Wasser unter dem Kiel. Auch mit der Navigation hat es nicht so ganz geklappt, weil man nicht auf die Lotsen hören wollte. Und jetzt ist für die wilden Ruderbewegungen der „MS BRddr“ die Fahrrinne zu schmal.
Doch statt endlich mal das Schiff unter Kontrolle zu bekommen, musste erst ein Teil der Passagiere über Bord gehen um Ballast abzuwerfen. Jetzt hängen die verbliebenen Passagiere der 3. Klasse über der Reling und kotzen sich die Seele aus dem Leib und in der 2. Klasse macht sich erste Panik breit. Nur auf dem Promenadendeck wird noch getanzt.

Und weil das alles noch nicht reicht um die MS BRddr aus der Ebbe wieder in die Fahrrinne und auf Kurs zu bekommen, muss jetzt der letzte Leuchtturm, dessen Leuchtfeuer noch den richtigen Weg weist, geschleift werden.

Hans Eichel sägt am „Stabilitätspakt-Leuchtturm“ und das nur, weil die Offiziere und Mannschaft der MS BRddr nicht in der Lage sind, das Schiff unter Kontrolle und auf Kurs zu bringen.

Da hilft auch alles Erklären und Argumentieren in der FTD vom 23.12.2004 nichts:
«"Wir brauchen sechs, sieben oder acht ökonomische Kriterien, die abgeprüft werden, wenn ein Land über der Drei-Prozent-Grenze liegt und sich die zwei Fragen auftun. Erstens: Lösen wir das Defizitverfahren aus? Zweitens: Welche Perspektive bietet das Land, um da wieder herauszukommen?", sagte Eichel im Interview der Financial Times Deutschland. Als neue Beurteilungskriterien, die unter anderem für jedes Land gleichermaßen gelten sollten, nannte Eichel die Höhe der EU-Nettotransfers, der Bildungsausgaben, Strukturreformen in den sozialen Sicherungssystemen sowie den gesamten Schuldenstand eines Landes.»

Allein bei der Vorstellung, dass der „Schuldenstand eines Landes“ die Verletzung der Stabilitätskriterien auslösen dürfte, rollen sich bei mir die Augenbrauen. Auch wenn es zwischenzeitlich noch Schützenhilfe von Martin Schulz, Chef der Sozialistischen Fraktion im Europäischen Parlament, gibt, ändert das nichts an der Tatsache, dass neue Schulden zur Tilgung alter Schulden reiner Selbstmord sind und der Weg zur Schuldnerberatung angebracht erscheint.

Mit dem Stabilitätspakt wurde den nach Sicherheit verlangenden Bürgern Europas die Einführung der neuen, gemeinsamen Währung schmackhaft gemacht.
Wer diesen Pakt heute, nach knapp zwei Jahren in Frage stellt, ändern und die Kriterien neu definieren und an sein eigenes Leistungsvermögen anpassen will, der disqualifiziert sich selbst.
Der sollte eher die Konsequenzen aus seinem Versagen ziehen und das Ruder anderen überlassen.
Denn wenn wir erst anfangen, die Leuchttürme dahin zu setzen wo auch ein blinder Kapitän sie sehen kann, dann wird die MS BRddr ihr Ziel sicher nie erreichen.
Denn allem Taktieren und Lamentieren zum Trotz wird der Stabilitätspakt ja nicht deshalb gebrochen, weil so viel Geld aus dem Haushalt „investiert“ wird, sondern deshalb, weil man das Geld für eine ausufernde Bürokratie, Steuer- und Subventionsgeschenke und zur Bedienung der Zinsen aus Altschulden benötigt. Da ist die Vermutung, dass man nun doch weniger „neue“ Schulden macht als der Amtsvorgänger von der anderen Partei schon mal eine Jubelmeldung in den Medien wert.
 
Der Mehrzahl der zahlenden Passagiere der MS BRddr ist das längst klar.
Es fehlt ihnen nur noch der Mut und vielleicht der richtige Anführer um die Brücke zu entern.
Es wäre nicht das erste Mal, dass Kapitäne und Offiziere auf einem einsamen Eiland ausgesetzt oder einfach über Bord geworfen werden.
Das Problem scheint derzeit nur zu sein, dass niemand so ganz genau weiß auf welchem Meer die MS BRddr gerade treibt.
Vielleicht sollte man zuerst mal eine Standortbestimmung machen und die Mehrheit der Passagiere entscheiden lassen wo sie hinwollen und danach den Kurs legen und – das wäre meine persönliche Bitte – dann auch einhalten.
Und vielleicht könnten wir dann auch die Leute in den Rettungsbooten wieder an Bord nehmen.
Weil den Platz dort brauchen wir ja für Kapitän und Offiziere. Natürlich nur sofern wir uns entschließen, sie in die Boote gehen zu lassen und nicht gleich an Ort und Stelle standrechtlich erschießen.

2005 wird sicher ein finanztechnisch interessantes Jahr werden, denn über Deutschland schwebt immer noch das durch Intervention der EU-Staaten ausgesetzte Defizitverfahren wegen (mehrfacher) Verletzung des Stabilitätspaktes. Es kann bei Wiederaufnahme eine Geldstrafe in Milliardenhöhe nach sich ziehen. Für Eichels „auf Kante genähten“ Bundeshaushalt wäre das der „finale Todeschuss“.
«Die EU-Kommission hatte unlängst entschieden, den weiteren Verlauf des Jahres 2005 abzuwarten, bevor sie weitere Schritte gegen Deutschland einleitet. Die Bundesrepublik droht nach gängigen Prognosen, die Drei-Prozent-Defizit-Grenze des EU-Pakts 2005 zum vierten Mal in Folge zu verletzen.» schreibt die FTD am 23.12.2004.
Und weil Eichel das auch weiß, will er unbedingt den Stabilitätspakt aufweichen und hofft darauf, dass die Neuausrichtung der Defizitkriterien noch 2005 wirksam werden könnte.

Wenn nicht ...
Dann könnte es durchaus sein, dass der Kapitän der MS BRddr den Zahlmeister als ersten über Bord gehen lässt.
Und die Zeche zahlen - wie immer - die Passagiere.
Außer sie finden endlich den Mut die Brücke zu entern.
Aber jetzt wiederhole ich mich.

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19.01.2005 um 05:45 Uhr

Familienplanung

Auch wenn der Anlass dazu manchmal(!) in einer kurzen gefühlsbedingten „Gedankenlosigkeit und Unachtsamkeit“ begründet sein kann, ist Familienplanung meist eine langfristige Angelegenheit.
Einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten sollte man schon in den Betrachtungshorizont einbeziehen. Denn von der Geburt des Kükens bis zum Flug des Adlers vergehen schon mal  leicht zwanzig und mehr Jahre.
Es ist also keine leichte Aufgabe, die sich da die heterosexuellen Eltern -dieser Seitenhieb auf gleichgeschlechtliche Paare war mir jetzt ein inneres Bedürfnis- da aufgeladen haben.
Wie wichtig diese Aufgabe auch für unserer Gesellschaft ist, kann man leicht daran erkennen, dass es sogar ein eigenes Ministerium dafür gibt. Das war es dann aber auch schon, denn in der Hackordnung der Ministerien steht dieses Ministerium hinter dem Finanzministerium, dem Verteidigungsministerium, dem Ministerium für innere Sicherheit, dem Gesundheitsministerium dem Umweltministerium und all den anderen Ministerien ganz weit unten.
Normalerweise hört und sieht man nichts von diesem Ministerium.
Man hört nichts, wenn durch Steuererhöhungen und Preissteigerungen die finanzielle Existenz von Familien gefährdet wird.
Man hört nichts, wenn die Ernährer der Familien in die Arbeitslosigkeit geschickt werden, weil unsere Wirtschaft meint, auf ihre Arbeitskraft verzichten zu können.
Man hört nichts, wenn unser Bildungssystem einen schiefen Turm nach dem anderen produziert.
Man hört nichts, wenn der Nachwuchs keine Lehrstelle bekommt und statt etwas zu lernen, weiterhin bei seinen Erzeugern die Beine unter den Tisch strecken muss, um zu überleben.
Man hört nichts, wenn Kuckucksväter wissen wollen, ob sie für die Lendenfreuden anderer Geschlechtsgenossen zur Kasse gebeten werden.
Man hört nichts, wenn es um den angeblichen „Generationenkonflikt“  und die Sicherung unserer Rentensysteme geht.
Man hört auch nichts, wenn die Kosten der Gesundheitsvorsorge unserer Kinder nur von den Zwangsmitgliedern in den gesetzlichen Krankenkassen aufgebracht werden müssen.
Ja selbst wenn für jedes Familienmitglied eine Praxisgebühr zu entrichten ist oder eine Pro-Kopf-Versicherungsprämie in Planung ist, hört man aus dem Familienministerium dazu NICHTS.

Bei mir erhebt sich die Frage, was man mit einem Ministerium machen soll, das eigentlich NICHTS macht. NICHTS wäre mir persönlich zu wenig!

Aber jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen!
Fast zeitgleich ist die Familie, sind Mutter und Kind plötzlich in aller Munde und bei all diesen Schreiern wird plötzlich die Forderung nach besseren Rahmenbedingungen für Familien erhoben.
Und ich frage mich jetzt – warum jetzt?
Sollten vielleicht doch einige Politiker zu Besinnung und Vernunft gekommen sein oder die 1979 veröffentlichte Studie „Leistungen für die nachwachsende Generation“ endlich Leser gefunden haben. Die Grundaussage dieser Studie lautet: «"Leistungen für die nachwachsende Generation haben eine gesellschaftserhaltende Funktion“. Erfasst wurden auch die Geldausgaben, die die Familien direkt oder indirekt für ihre Kinder tätigten, sowie der Zeitaufwand, der für Leistungen zu Gunsten von Kindern und Jugendlichen in den Familien aufgebracht wurde. Im Referenzjahr der Studie (1974) trugen in dieser Sicht die Familien rund 74% aller gesellschaftlichen Aufwendungen für die nachwachsende Generation. Die "Kinderlast" der Gesellschaft erwies sich dezidiert als "Privatlast" in Gestalt einer investiven Vorleistung von Familien für die Realisierung des Wohlstandsniveaus der Gesellschaft.»

Bevor Sie sich jetzt aber unbegründeten Hoffnung hingeben, dass die Politiker dieser Republik zwischen all ihren Nebenjobs und Machtkeilereien endlich das Wohl der Bürger und Familien entdeckt hätten, darf ich Sie daran erinnern, dass in gut 12 Monaten Bundestagswahlen ins Haus stehen. Eine Familie sind mindestens ZWEI Wählerstimmen, eventuell ergänzt durch ein oder gar zwei Jungwähler die mangels Masse noch nicht flügge werden konnten. Und weil Familienplanung etwas Langfristiges ist, beginnt man jetzt schon mit dem Rühren der Werbetrommel für die Wahlversprechungen.

Dabei ist das Problem und die Verursacher der gesellschaftsgefährdenden Geburtenknappheit schon lange bekannt.
Unzählige Male wurde darüber berichtet und darüber diskutiert.
Geändert hat sich – NICHTS.
Seit einigen Jahren kommt zu den alten Problemen noch die zunehmende Arbeitslosigkeit dazu, an der sich trotz großmauliger Wahlversprechen nichts geändert hat. Ganz im Gegenteil.
Und das rächt sich jetzt!
Man kann Menschen nicht ihrer Existenzgrundlage berauben und erwarten, dass sie sich vermehren!
Man kann nicht einer Familie den oder auch die Ernährer wegnehmen und erwarten dass Kinder gezeugt werden.
Man kann nicht Millionen von Menschen in Armut und Arbeitslosigkeit leben lassen und erwarten dass sie ihrer gesellschaftspolitischen Aufgabe nachkommen.
Ein Arbeitloser bereitet mindestens vier weiteren Menschen Existenzangst“ habe ich mal irgendwo gelesen. Das erscheint logisch, denn wie wir aus der Behandlung der „Bedarfsgemeinschaften“ beim ALG II wissen, sind durch Arbeitslosigkeit eines Einzelnen immer mehrere Menschen betroffen. Darunter auch die Kinder, die eventuell sogar mit ihrem „Vermögen“ für die langzeitfaulenzenden Eltern bezahlen müssen.
Bei offiziell 4,5 Millionen Arbeitslosen sind das etwa 22 Millionen Menschen in unserem Land, die Angst vor der Zukunft haben. Das ist ein Viertel unserer Bevölkerung, was sich leicht mit den mathematischen Möglichkeiten der Multiplikation, einer Rechenart, die selbst Berufspolitiker beherrschen könnten, berechnen lässt.
An die inoffiziell mehr als 8 Millionen Arbeitslosen mag ich in diesem Zusammenhang gar nicht erst denken!

Glauben Sie wirklich, dass die sich plötzlich vermehren, nur weil unsere Bundesmutter und Familienministerin Renate Schmidt (SPD) sich jetzt in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" beklagt die «Kinderlosigkeit in Deutschland sei "einmalig auf der Welt". Deutschland sei zwar nicht kinderfeindlich, aber von Kindern entwöhnt. Der Staat müsse dafür sorgen, dass Menschen sich ihre Kinderwünsche auch erfüllen könnten. In ihren Plänen, die Betreuung zu verbessern, werde sie tatkräftig von Bundeskanzler Gerhard Schröder unterstützt. "Die Mannsbilder haben begriffen, dass Familienpolitik nicht ein weiches Weiberthema ist, sondern ein hartes Zukunftsthema", sagte Schmidt.»
 
Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich bekomme Brechreiz wenn ich so was höre.
Wer ist denn für diese kinder- und familienfeindliche Politik verantwortlich?  
Wer nimmt denn den Bürgern und Familien die Grundlage für eine sichere Existenz?
Wer ignoriert denn, dass Frauen im Beruf weniger verdienen als Männer?
Wer hat denn zugelassen, dass Millionen von Menschen im arbeitsfähigen Alter an den Rand der Gesellschaft und in die Arbeitslosigkeit gedrängt wurden?
Wer hat denn dafür gesorgt, dass immer mehr Kinder in Armut aufwachsen?
Doch genau die gleichen Leute, die jetzt begriffen haben sollen „dass Familienpolitik kein weiches Weiberthema ist, sondern ein hartes Zukunftsthema“!

Glauben Sie wirklich, dass ein viermal verheirateter Bundeskanzler ohne eigenen Nachwuchs oder irgendein schwuler Bundespolitiker weiß, wie viel Pflege und Aufmerksamkeit Kinder brauchen bis sie in etwa 20 Jahren (hoffentlich) anfangen sich selbst zu vermehren?
Es ist wirklich einmalig auf der Welt, wie in Deutschland Bevölkerungspolitik gemacht wird und warum Politik, Wirtschaft, Arbeitgeber und Gewerkschaften immer nur sporadisch ein Licht aufzugehen scheint, wenn es um die „Familie als Grundlage unserer Gesellschaft“ geht.

Man muss in diesem Zusammenhang jetzt also nicht nur fragen, wer denn in den letzten 6 Jahren für die Familienpolitik zuständig war, sondern wer die gesellschaftspolitische Verantwortung in den letzten zwanzig Jahren dafür hatte.
Wie schizophren und heuchlerisch sich Verantwortliche verhalten und wie sie ihr Mäntelchen man so und mal so in den Wind halten, lässt sich an Dieter Hundt (mit DeTe), dem Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände aufzeigen, den ich mir jetzt einfach mal mit einem Zitat aus der „2DF Heute Sendung“ vom 16.1.2005 herausgreife:
«Hundt würdigte die Anstrengungen der Arbeitgeber für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Arbeit. Durch die Einführung flexibler Arbeitszeiten und den Aufbau von Betriebskindergärten hätten sie bereits Enormes geleistet. Eine familienfreundliche Personalpolitik sollte in den Unternehmen auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen.  "Ich fordere die Unternehmen auf, bei ihren Anstrengungen nicht nachzulassen, Müttern und Vätern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu erleichtern", sagte Hundt

Das ist der gleiche Hundt, der nach längerer Arbeitszeit schreit und den weiteren Abbau von Arbeitsplätzen androht, wenn den Forderungen der Wirtschaft nicht nachgekommen wird.
Es ist der gleiche Hundt, der weitere Kürzungen im Rentensystem und dessen Umbau zu Lasten der Arbeitnehmer für unerlässlich hält.
Das ist der gleiche Hundt, der für weitere Abstriche am sozialen System votiert und eine radikale Verminderung der unternehmensseitigen „Lohnnebenkosten“ fordert.
Das ist der gleiche Hundt, der sich für die Absenkung der Ausbildungsvergütung stark macht und eine Ausbildungsabgabe für ausbildungsunwillige Unternehmen strikt ablehnt.
Das ist der gleiche Hundt, der es erst zur Profitmaximierung der Unternehmen und Wahrung der internationalen Konkurrenzfähigkeit deutscher Firmen für richtig hält den Ernährer der Familie auf die Straße zu setzen und dann engelszüngig die „familienfreundliche Personalpolitik“ der Unternehmen lobt.
So ein Hund – dieser Hundt.
 
Und jetzt sollen wir glauben, dass die gleichen Jungs und Mädels die schon seit zwanzig Jahren NICHTS gemacht haben, jetzt was anderes als NICHTS machen?
Da müssten wir schon wirklich blöd sein!
Wer bis heute nicht begriffen hat wie eine Gesellschaft funktioniert und dass Kinder das Ergebnis von Vertrauen, Sicherheit und Zukunft sind, der hat auch nicht begriffen, wem er selbst seine Existenz verdankt.
„Reiner Zufall“ war es in den wenigsten Fällen, aber selbst diesem Herrn würde heute als „Vater“ ja der Nachweis des „Genitors“ erschwert, solange er sich nur brav um die Aufzucht kümmert.
Die gleichen Politiker, die jetzt nach der Einführung von DNA-Tests zur Ermittlung von Straftätern rufen, verweigern dies einem beschuldigten Vater zum Nachweis seiner Unschuld.
Die gleichen Politiker, die jetzt für die Verbesserung der familiären Rahmenbedingungen vors Mikrofon treten, sind eifrig mit dabei, wenn diese Bedingungen im staatlichen Interesse und zum Wohle der Wirtschaft zusammengestrichen und eliminiert werden.

Um die Zusammenhänge zu erkennen, muss man sich nur die Gründe für den Geburtenrückgang in den neuen Bundesländern seit der Wende ansehen.
Und um eine Ahnung davon zu bekommen, wie man es machen könnte, braucht man nur über den Rhein nach Frankreich zu blicken. Denn auch im Land der Liebe müssen zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts eng zusammenarbeiten um aus einer Partnerschaft eine Familie zu machen. Und das nicht nur für den Zeitpunkt der Zeugung, sondern über einen langen, sehr sehr langen Zeitraum hinweg.

Langfristig halt!
Denn wenn man im Alter Opa und Oma sein möchte und von der Arbeit der Enkel leben muss, weil Andere das erwirtschaftete Vermögen verprasst haben, dann kann man mit der Schaffung der Voraussetzungen nicht erst bei Eintritt ins Rentenalter damit anfangen.
Und da nützt es jetzt auch nichts mehr, wenn Oma Renate der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ das Wort zum Sonntag erzählt.

Selbst wenn die Bürger dieser Republik sich sofort und emsig an die Umsetzung der Anweisungen unserer Familienministerin machen würden – das Ergebnis geht erst in achtzehn Jahren wählen, Geld verdienen und Steuern zahlen. Bis dahin kostet der Nachwuchs nicht nur unzählige schlaflose Nächte, Einschränkungen und Sorgen, sondern auch noch ein kleines Vermögen für Pflege, Essen, Wohnen, Gesundheit, Bildung und Freizeit.  
Und den vermehrungsfähigen Männlein und Weiblein dieser Republik ist das bekannt. Es ist ihnen aber auch bekannt, dass es immer die kleinen Leute sind, die am Ende im Regen stehen bleiben und die Arschkarte gezogen haben.
Also erzählt uns nicht die Geschichte vom Storch!

Denn hier geht es um ein gesellschaftspolitisches Verteilungsproblem, welches weder durch kurzzeitigen Wahlaktionismus, noch durch sozialdemagogische Kampfansagen zwischen Eltern und Kinderlosen zu lösen ist.
Zur nachhaltigen Lösung dieses „Generationenproblems“ gehört nicht nur die Aufwertung traditioneller Familienformen und Geschlechterverhältnisse, sondern auch die Bereitstellung arbeitsmarktpolitischer Rahmenbedingungen zur Schaffung und nachhaltigen Sicherung von Arbeitsplätzen, ergänzt durch Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur.
Das ist sicher kein Wahlkampfthema sondern eine Jahrhundertaufgabe.
Aber das wusste man schon 1979.

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18.01.2005 um 05:45 Uhr

Moshammer

Rudolph Moshammer ist tot.
Das ist eine Tatsache, die ich -da ich den Verstorbenen nicht kannte und ihm auch Zeit seines Lebens keine Beachtung schenkte- nun angesichts seines Todes nicht kommentieren muss
Über die Umstände seines Todes, die Bedeutung seines Lebens für die Gesellschaft und die Kommentare über seine Neigungen überlasse ich gerne den Massenblättern der deutschen Medienlandschaft. Sie werden mit der Person Moshammer und ihrem Leben noch lange die Seiten ihrer Blätter füllen und Geld damit verdienen.

Geld verdient wird mit Moshammer schon im Internet, wo bei EBAY die kuriosesten Dinge versteigert werden, von deren Existenz der Verstorbene bis zu seinem Tod sicher nicht die leiseste Ahnung hatte. Aber das sind wir in den schwierigen Zeiten unserer Republik ja gewohnt, dass Mogelpackungen und Replikate als Innovation und Original verkauft werden.
Selbst „Daisy Moshammer“ goes online!

Also wird sicher nicht überall wo Moshammer drauf steht, auch Moshammer drin sein.
Drin sein wird Moshammer aber demnächst in der Grabstätte der Moshammers auf dem Münchner Ostfriedhof. Der Spiegel meldet diese für unsere Bevölkerung unheimlich wichtige Information am 17. Januar des Jahres 2005 und reiht sich mit dem weiteren Wortlaut dieser Meldung artig auf dem Niveau gleich neben der BILD Zeitung und den anderen Blättern der Regenbogenpresse ein.

Nach Informationen der Münchner "Abendzeitung" wollen enge Freunde des Ermordeten die Beisetzung organisieren, da „Mosi“ mit seiner Verwandtschaft „gebrochen“ habe.
Die „BILD“-Zeitung berichtet, dass bei der Trauerfeier Moshammers Lieblingsmusik zu hören sein wird und üppiger Blumenschmuck in Moshammers Lieblingsfarbe Rosa zur Dekoration verwendet wird. Die Leiche des Modeschöpfers soll laut dem Blatt in den nächsten Tagen in der Pathologie einbalsamiert und dann offen aufgebahrt werden.
Tjaa, und „Daisy“ seine Lebensgefährtin wird sicher einen Kranz niederlegen!

«Gewaltsames Ende eines Lebens für die Öffentlichkeit» schreibt  der Spiegel dazu und die Medien und Trittbrettfahrer werden den Rudolph Moshammer noch lange gewaltsam in der Öffentlichkeit halten. Wie einfach das geht, kann man an dem Artikel im Spiegel sehen, der zu einem Drittel (140 Worte) an Zusammengeklaubtem aus anderen Blättern besteht und zu mehr als zwei Dritteln (340 Worten) aus einem Bericht über die Schwulenszene in München besteht, wo es unter anderem heißt:
«Derweil befürchten homosexuelle Politiker, der Mord an Moshammer könne eine Schmutzkampagne um Münchens Schwulenszene auslösen»
Vielleicht haben diese homosexuellen Politiker Recht und es könnte neben der Bestechlichkeit und Vorteilsannahme im Amt auch noch das Schwulsein zur Gefährdung dieser Bevölkerungsgruppe führen. Ein Gedanke, der mir nun nicht unbedingt Kopfschmerzen bereitet.
Viel eher beunruhigt mich der Gedanke, dass ein rauschgiftsüchtiger und Nutten fickender Rechtsanwalt jetzt (wieder) eine eigene Fernsehshow erhalten hat um den Rest der Bevölkerung mit seinem hirnlosen Gesülze vom rechten Wege abzuhalten.
Auch die Tatsache, dass der Täter, der dem Modeschöpfer Moshammer ein vorzeitiges Ende bescherte, ein angeblich asylsuchender Ausländer ist, könnte noch einige Fragen zur Asyl- und Integrationspolitik aufwerfen. Aber diesem Thema möchte ich nicht vorgreifen, es wird sich sicher in den nächsten Monaten, angesichts der in 2006 anstehenden Bundestagswahl (fast) von selbst in die Medien drängen.

Armer Rudolph, kann ich nur sagen.
Es würde ihm sicher manches nicht gefallen, was jetzt Medien, Bekannte und „gute“ Freunde aus seinem Leben und seinem Sterben in die Schlagzeilen und unters Volk bringen werden.
Wir werden darauf warten können, bis der Streit ums Erbe beginnt und Verwandte und Bekannte, angebliche gute Freunde und ehemalige Geliebte und ihre Kinder mit Hilfe von Rechtsanwälten versuchen an Moshammer‘s Moos zu kommen.
Und vielleicht darf ich es auch noch erleben, dass „Daisy’s Memoiren – Mein Leben mit Rudolph“ erscheint, die Bestseller Listen stürmt und anschließend -vielleicht mit Bruno Ganz in der Hauptrolle- verfilmt wird.

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17.01.2005 um 05:45 Uhr

Maulwurflobbyisten

Maulwürfe gehören in der Natur zu den geschützten Spezies und sollen dort Gutes tun, manchmal sehr zum Ärger der Bauern..
In der Wirtschaft und in der Politik (wenn sie entdeckt werden) sind sie aber immer wieder Anlass zum Ärger und Grund zur kurzfristigen Sorge.
Lobbyisten sind dagegen in der Natur relativ selten, aber in Wirtschaft und Politik angesehen und emsigst am Werken, sehr zum Ärger der Bürger die sich aus finanziellen Gründen keinen Lobbyisten leisten können.

Jetzt tritt vermehrt eine Mutation beider Arten auf, deren Existenz bisher nur unter Experten Beachtung fand.
Es handelt sich um den „Maulwurflobbyisten“, dessen Existenz jetzt auch von Bundestagspräsident Wolfgang „Vater Abhraham“ Thierse in einem Interview mit der Berliner Zeitung indirekt bestätigt wurde.

Dieses Interview verdient nun nicht unbedingt das Prädikat „Besonders wertvoll“, erscheint mir aber dennoch lesenswert,  gehört der Herr Thierse zu einer eher vom Aussterben bedrohten Spezies von Politikern, die noch denken bevor sie etwas sagen und dann auch noch in etwa das sagen was sie sich gedacht haben.

«“Es darf niemals eine verdeckte Lobbyarbeit geben meinte Wolfgang Thierse und «wünscht sich klarere Regeln für Abgeordnete mit Nebenjob und eine breite Debatte über weitere Reformen»

Nun kann man über das Thema „Verdienste Anderer“ an jedem Stammtisch und in jeder Kneipe ebenso trefflich wie bei „Sabine Christiansen“ oder  „Fliege“ debattieren und wird mit fortschreitender Zeitdauer zu den abenteuerlichsten Regelwerken kommen, um die sich danach kein Mensch mehr kümmert. Bis zu nächsten Debatte.

Mit diesen Verfahren und Abläufen sieht sich der gläserne Bürger dieses Landes immer dann konfrontiert, wenn es um die Handhabung von Parteispenden, um die Offenlegung von Parteivermögen oder um die Einkünfte, Nebeneinkünfte und sonstigen geldwerten Vorteile von Politikern geht.
Dann wird taktiert, angeblich nix gewusst, vernebelt, verschleiert, getrickst, geheuchelt, geleugnet, gezwungenermaßen zugegeben, erklärt, angeblich offengelegt, sich nichts Böses dabei gedacht, in Einzelfällen in Betracht gezogen, Besserung gelobt und nachdem die Aufregung sich gelegt hat – Business as usual gemacht.
Meist stinkt es schon gewaltig zum Himmel, wenn die Maden im Speck darüber debattieren müssen, welche Verhaltensweise den Maden im Speck zumutbar ist, sofern sichergestellt bleibt, dass immer genügend Speck für die Maden vorhanden ist.
Diese Diskussion wird für die Maden sicher keine wesentlichen Veränderungen bringen, sofern sich die Diskussion sowieso nicht irgendwann im Speck verläuft.

Dabei ist es so einfach! Wenn man will!!!
Ich will mich jetzt hier nicht darüber auslassen, nach welchem erfolgsbezogenen Verdienstsystem unsere Volksvertreter und ihre Standesorganisationen für ihre „Verdienste“ um das Wohl des Deutschen Volkes entlohnt werden sollten.
Es genügen eigentlich zwei Prämissen: „Verdient wird für nachweisliche Verdienste“ und „sag uns wess Brot du isst, damit wir wissen wess Lied du uns eigentlich vorsingst“.
Mit diesen Gedanken im Kopf habe ich mir das Interview mit „Großvater Abraham“ Thierse durchgelesen und so mancher seiner Sätze hat sich mir in der Hirnrinde verkeilt und kann nicht unkommentiert bleiben.  

Frage: Herr Thierse, wie schädlich ist die Debatte um Nebeneinkünfte für das Ansehen der Abgeordneten?
Thierse: Das kommt darauf an, mit wie vielen Verdächtigungen die Debatte verbunden wird und welche Vorurteile sich festsetzen.
Machopan: Aber Herr Thierse, wir sind doch schon längst nicht mehr in der Phase der Verdächtigungen und Vorurteile. Wir sind schon bei den harten Tatsachen und Fakten und wollen jetzt endlich rechtsverbindliche Ergebnisse und Strafmassnahmen sehen.

Frage: Wird sie angemessen geführt?
Thierse: Nein. Die wichtigste Frage wird gar nicht gestellt. Welche Art von Parlament wünschen sich die Deutschen? Diejenigen, die heute erregt mit dem Finger auf alle möglichen Abgeordneten zeigen, sind teilweise dieselben, die vorher immer den Spruch wiederholt haben: "Der Bundestag ist mal voller, mal leerer, aber immer voller Lehrer." Wollen wir ein Parlament, in dem nur noch Beamte sitzen, oder eines, in dem es auch Anwälte, Gewerkschafter und Unternehmer gibt? Ich will keine geschlossene Gesellschaft im Bundestag. Deshalb bin ich für klare Regeln, die den Wechsel ins Parlament und aus dem Parlament heraus ermöglichen, aber auch den Bedürfnissen der Bürger nach Transparenz und Offenlegung gehorchen.
Machopan: Reichlich komisch wie sich der Herr Bundestagspräsident Thierse da die Zusammensetzung des Bundestages vorstellt. „Anwälte, Gewerkschafter und Unternehmer“ scheinen aus seiner Sicht neben den Beamten einen repräsentativen Querschnitt unserer Bevölkerung darzustellen.
Alle Achtung Herr Thierse, Sie scheinen von den ca. 83 Millionen Bürgern dieser Republik wohl 80 Millionen vollständig vergessen zu haben. Darunter die Mehrheit der Arbeitnehmer, der Selbstständigen, der Freiberufler, der Gewerbetreibenden und sonstiger für unsere Gesellschaft wohl eher unwichtigen Randgruppen.
 
Frage: Da wäre der "Gläserne Abgeordnete" doch perfekt, der alle Nebeneinkünfte offen legt und nicht in den Verdacht kommt, ein Raffke zu sein.
Thierse: Es wäre kein Unternehmer mehr bereit, ins Parlament zu gehen, wenn er im Unterschied zu seinen Konkurrenten sein privates Einkommen veröffentlichen müsste.
Machopan: Aber Herr Thierse!  Wir wollen hier doch mal genau unterscheiden zwischen Einkünften, die ein Abgeordneter als Unternehmer oder Gewerbetreibender aus einem eigenen Geschäftsbetrieb und eigenem unternehmerischen Risiko hat und den Mitteln, die ihm von Dritter Seite heimlich zufließen oder unter fadenscheinigen Argumenten unter Vortäuschung falscher Tatsachen zugesteckt werden.
 
Frage: Müssen Abgeordnete höheren moralischen Ansprüchen gerecht werden als normale Bürger?
Thierse: Man darf von Abgeordneten nicht verlangen, dass sie heiligmäßige Vorbilder sein sollen. Aber ich erwarte von Abgeordneten, dass sie sich an die Regeln halten, die sie selber verabschiedet haben.
Machopan: Dem habe ich zwar nicht viel hinzuzufügen! Erinnert mich aber irgendwie an die Madendebatte.

Frage: Manche halten sich nicht daran.
Thierse: Im Bundestag gibt es die strengsten Transparenzregeln von allen Berufsständen. Ich wünsche mir aber eine intensive Diskussion darüber, ob wir die Regeln verschärfen oder konkretisieren müssen.
Machopan: Wie wäre es denn erst mal mit einer bedingungslosen Durchsetzung dieser „strengsten Transparenzregeln aller Berufsgruppen“ und die konsequente Bestrafung der Verstöße durch Einzug der Gelder bis zum Parteiausschluss und/oder Verlust des Mandats und passiven Wahlrechts mit einhergehender strafrechtlicher Verfolgung?

Frage: Der Kontakt zum alten Arbeitgeber könnte manchen Abgeordneten zur Lobbyarbeit verleiten.
Thierse: Es muss möglich sein, den Kontakt zur bisherigen beruflichen Sphäre aufrecht zu erhalten - in einer vernünftigen, nachvollziehbaren Form. Aber es darf niemals eine verdeckte Lobbyarbeit geben. Das muss alles transparent sein.
Machopan:  Gegen einen „Kontakt zur bisherigen beruflichen Sphäre“ hat wohl niemand etwas. Auch geht es überhaupt nicht um „unentgeltliches Engagement“ zum Wohle des Volkes. Alles andere sollte sich ein „Angestellter des Volkes“ als genehmigungspflichtige und offenzulegende Nebentätigkeit vom Präsidenten des Deutschen Bundestages und/oder des jeweilige Landtages genehmigen lassen (müssen). Zur Bekanntmachung einer solchen Tätigkeit inklusive der finanziellen Ausstattung würde mir persönlich die Veröffentlichung im Bundesanzeiger vollkommen genügen.

Frage: Kann man eigentlich Abgeordneter im Nebenberuf sein?
Thierse: Nein. Wir müssen deutlicher unterscheiden zwischen dem Hauptberuf als Abgeordneter und dem Nebenberuf und das in den Verhaltensregeln deutlicher fassen.
Machopan: Aha! Ist Ihnen bei dieser Antwort etwas aufgefallen? Was mich stört ist die Verwendung des Wortes „müssen“. Ich hatte die „strengsten Transparenzregeln aller Berufsgruppen“ so verstanden, dass wir das bereits „machen“.

Frage: Sollen ruhende Arbeitsverhältnisse auch bezahlt werden?
Thierse: Nein. Wir brauchen strengere Regeln, die leistungsloses Einkommen von Abgeordneten verhindern. Aber wir sollten erlauben, dass Abgeordnete für nachvollziehbare berufliche Tätigkeiten Einkommen erhalten.
Machopan: Oh Gott wirf Hirn vom Himmel und sei seiner Krämerseele gnädig! Zu Kriegszeiten wäre Vater Abraham Thierse für diese Äußerung wegen „Feigheit vor dem Feind“ standrechtlich erschossen worden. Jetzt versucht er doch tatsächlich die „Quadratur des Kreises“ und Verlagerung der Problemlösung in die Zukunft unter Hinweis auf die dazu notwendigen „strengeren Regeln“ die in den „strengsten Transparenzregeln aller Berufsgruppen“ anscheinend noch nicht enthalten sind.

Frage: Wie schaffen es die Leute, für 2 000 Euro im Monat 20 Stunden pro Woche im Nebenberuf zu arbeiten, wo sie schon der Hauptberuf als Abgeordneter bis zu 60 oder mehr Stunden in Anspruch nimmt?
Thierse: Die Frage müssen Sie an die jeweils Betroffenen richten. Viele Abgeordnete sind fleißig.
Machopan: Oooch Herr Thierse! Was soll denn so ein dummer Satz? Sind Sie jetzt der Präsident des Deutschen Bundestages, oder nicht? Wessen Interessen vertreten Sie denn eigentlich? Oder sind Sie einfach auch nur Teil dieser Madendebatte, ein Teil des Problems und nicht der Lösung? Dann ersparen Sie uns doch zukünftig solche Interviews und treten Sie erst wieder vors Volk, wenn Sie den ersten Skalp eines solchen fleißigen schlangenzüngigen Parteibleichgesichts an die Außentür des Bundeswigwams in Berlin nageln können. Es darf ruhig noch ein bisschen Blut dran sein. Die Blutgruppe oder gar die Farbe des Blutes ist mir persönlich dabei vollkommen egal.
Und kommen sie den geschröpften Bürgern dieser Republik nicht mit einem Toupet aus Kunsthaar daher, denn in der Zwischenzeit akzeptieren wir auch Skalps, die nicht unbedingt vom Kopfhaar stammen müssen.

Uff, ich habe gesprochen!

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Schöner Link zum  Thema

16.01.2005 um 05:45 Uhr

Schreckstunde

Stimmung: Erschreckend schrecklich erschrocken
Musik: Schrecklich

Sind sie auch schon mal erschrocken?
Oder haben sie sich gar erschreckt?
War das transitiver Schrecken oder mehr ein intransitiver Schrecken?
Oder gar der eher selten auftretende reflexive Schrecken?
Was soll das heißen, sie wissen das nicht?  
Sie sind einfach nur erschrocken, weil sie von etwas erschreckt wurden?

Das erschreckt mich jetzt aber.
Das ist doch schrecklich leichtsinnig von ihnen.
Jeder erschrockene Mensch würde sich doch über den erschrockenen Schrecken ganz schreckliche Gedanken machen!
Dann sind sie auch nicht wirklich richtig erschrocken.
Also ich hab mal eine Kollegin erschreckt. Die erschrak sich aber heftig. „Mein Gott“, hat sie zu mir gesagt, „haben sie mich jetzt aber erschrocken. Machen sie das nicht noch mal, da erschrickt man sich ja zu Tode“.

„Ach das ist noch gar nichts. Da müssen sie erst mal im Spiegel das Regelwerk zum Verb „erschrecken“ lesen. Das ist vielleicht schrecklich. Da kommt ihnen das Grausen. Das ist der reinste Gräuel.“

Apropo Gräuel und Grauen ... da könnt ich Ihnen aber auch ein paar Dinge erzählen.

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15.01.2005 um 05:45 Uhr

Anglerlatein

Als ich mich am Dienstag, denn 11. Januar 2004 mit meinem letzten Tässchen rentnermagenschonenden Kaffee durch die elektronischen Medien des Internets klickte, hab ich mir doch fast den früher Herztod erkasperst.
Mein Gott bin ich erschrocken, als mir die Schlagzeile der Berliner Zeitung ins noch morgentrübe Auge schlug:
 
«Grüne wollen Fliegen teurer machen»

„Jetzt schrecken die auf der Jagd nach dem schnöden Mammon anderer Leute noch nicht einmal mehr vor den Hobbyanglern zurück“, zuckte mir durch das eben erst langsam warm laufende Hirn. Nicht genug dass die armen Männer (ich hab noch nie ne Frau beim Angeln gesehen) stundenlang fast chancenlos an, durch die Öko-Maßnahmen immer kälter werdenden Gewässern hocken oder gar bis zum Schritt im kalten Wasser stehen müssen, um in immer klareren Wasser von den Fischen noch besser gesehen zu werden.
Jetzt sollen sie auch noch zusätzlich zur kostenpflichtigen Anglerlizenz, dem kleinen Anglerlatinum, dem jährlichen Eignungstest nach den ökologischen Richtlinien der  „Bundesvereinigung für artengerechtes Sportfischen“, der Fangquotenregelung für heimische Süßwasserfische und der Sportgerätesondersteuer in Höhe des halben Mehrwertsteuersatzes zur Renaturierung industriell genutzter Binnengewässer, auch noch mit einer „Fliegensteuer“ belastet werden.

In richtigem Deutsch müsste doch die Schlagzeile etwa so aussehen:

„Grüne Fliegen sollen teurer werden“

Es gibt diese großen, grünlich schillernden Fliegen, die meist in ländlichen Gegenden in der Nähe von Misthaufen und fladenartigem Kuhdung vermehrt auftreten. Der Volksmund nennt diese Fliegen, die sich während ihres Fluges durch ein markantes sonores Brummen bemerkbar machen, fälschlicherweise „Schmeißfliege“.
Dabei haben selbst international anerkannte Wissenschaftler längst eindeutig nachgewiesen, dass diese Fliegenart wegen ihres nicht aerodynamischen Körperbaus absolut nicht für das „Schmeißen“ (volkstümlich für „werfen“) geeignet ist.
Jetzt fehlt wirklich nur noch, dass die Kommune unseren renaturierten Baggersee nebst eigenhändig ökologisch liebevoll zum Erholungsgebiet umgestalteten Umland auch noch zur Hamsterverdachtsfläche erklärt.

Ach übrigens,  hätte ich jetzt fast vergessen, der Artikel in der Berliner Zeitung unter der redaktionell etwas lax formulierten Überschrift


hat überhaupt nichts mit Anglern und Fischen zu tun.
Nur mit Fliegen. Und Autofahren. Und Bahnfahren. Und der Kerosinsteuer.
Und der Fortentwicklung der Ökosteuer.
Und was uns die bringt, das wissen wir ja schon aus den Vorjahren.
Mir persönlich wäre es ja lieber, man würde die Ökosteuer abwickeln oder einwickeln, statt entwickeln.

Aber auch mich hört ja mal wieder keiner!
Na ja, ist vielleicht auch manchmal besser so.

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14.01.2005 um 05:45 Uhr

Jugendgefährdung

Das Leben ist ein einziger Kampf ums Überleben.
Besonders Jugendliche scheinen besonders gefährlich zu leben.
Wie sonst erklärt sich die Tatsache, dass 59 % der Jugendlichen ein Handy für wichtig halten – vor allem für Anrufe in Notfällen.
So meldet das Heise-Online unter Bezug auf eine von der Zeitschrift Eltern in Auftrag gegebene Umfrage unter 1796 Schülern zwischen 9 und 19 Jahren.

Wo früher die durch kräftige Stimmbänder erzeugten analogen Schallwellen ausreichten um im Notfall um „Hilfe“ zu rufen, muss es heute schon ein digitaler Sprechprügel eines Markenherstellers möglichst mit UTMS, SMS, Voicebox, Vibrationsalarm, eigenem Logo und individuellem Klingelton sein, um einen „Notfallruf“ ins Netz abzusetzen.

Ich hatte immer gedacht und bin in dieser Meinung nicht nur durch eigene Beobachtungen und Medienberichte bestätigt worden, dass Handys für Jugendliche eher ein Spielzeug und Statussymbol sind.

Aber so kann man sich halt täuschen, wenn man sich auf seinen eigenen Eindruck verlässt. Dann werden sicher die hohen Kosten für den Betrieb des Handys auch mit den häufigen „Notrufen“ wegen „Jugendgefährdung“ zusammenhängen.
Oder irre ich mich da jetzt schon wieder?

Während das Schreiben von SMS nur für 14 % der Jugendlichen wichtig ist, steht bei 54 % der Wunsch im Vordergrund, stets erreichbar zu sein.
Die Werthaltigkeit dieser Behauptung können Sie ganz einfach selbst überprüfen, wenn Sie Ihren Nachwuchs mehrfach am Tag auf dem Handy anrufen, fragen wo er denn so ist, was er denn so treibt und sich erkundigen, ob er eventuell gefährdet oder gar in einer Notlage sein könnte.
Ich garantiere Ihnen, dass Sie spätestens nach dem dritten Anruf ein „Du nervst“ hören werden und bei weiteren Anrufen feststellen müssen, dass der Teilnehmer „vorübergehend nicht erreichbar ist“ und Sie mögen bitte Name und Telefonnummer für einen baldigen Rückruf hinterlassen.
Soviel zur permanenten Erreichbarkeit und zu Notfällen handybesitzender Jugendlicher.
Oder irre ich mich da schon wieder?

Dabei scheint nach neuesten Medienberichten die eigentliche  Gefährdung vom Handy selbst auszugehen.
Oder werde ich da etwa schon wieder geirrt?

Und irre ich mich auch, wenn mir deucht, dass „Notrufe“ auch von einem Handy ohne SIM-Karte abgeschickt werden können?
Aber die Notrufzentrale bei „Jamba“ kann man damit natürlich nicht erreichen.

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13.01.2005 um 05:45 Uhr

Kuckuckskinder

Wenn Mann und/oder Frau im Biologie- oder Naturkundeunterricht aufgepasst hat, dann wird Mann oder Frau sich auch noch an die etwas unkonventionelle Art erinnern, mit der der Kuckucksvogel das Ergebnis seiner Populationsaktivitäten anderen Artgenossen zur Aufzucht ins Nest legt.
Dennoch ist die Verwendung des Namens „Kuckuckskind“ im Humanbereich nicht ganz zutreffend und fast eine Beleidigung für das gleichnamige Federtier. Denn im Gegensatz zu den Vogelzieheltern, bei denen man durchaus von einer untergeschobenen Adoption sprechen kann, wurde bei den menschlichen Ersatzeltern definitiv nur der weibliche Teil fremdbevögelt und hat sich anschließend das Ei selbst ins Nest gelegt.
Hier handelt es sich also beim gewollten oder ungewollten Ergebnis dieser Aktivitäten eindeutig um ein in Eigenarbeit erzeugtes Eigenprodukt, dessen Zeugung sich vom Geburtstermin durch mathematische Verfahren auf den Zeitraum weniger Wochen oder gar Tage zurückrechnen lässt.
Nun ist es bei der menschlichen Fortpflanzung nicht wie in der freien Natur, wo es zur Befruchtung ja teilweise genügt, dass Wind, Bienen oder Vögel den Anteil männlicher Samenspender über das Land verteilen. Daher hält sich im Volksmund, trotz unzähliger Aufklärungsversuche, auch hartnäckig der Begriff des „Vögelns“ für diese Art von Populationsmaßnahmen.
Wir sehen also, dass der Vorgang, um den es sich hier handelt äußerst kompliziert ist.
Deshalb haben sich nun auch ausgebildete Juristen dieser Problematik angenommen und sind auf eine ganz clevere Idee gekommen, die sie nun in ein Gesetz gießen wollen, welches bei Strafe verbietet, die Vaterschaft eines Kindes gegen den Willen der leiblichen Mutter feststellen zu lassen.

Dabei wird leider übersehen, dass auch Männer gerne die Gewissheit hätten, ob sie neben ihrer Rolle als Vater auch in der die Rolle des Genitors ihren Mann gestanden haben. Denn, das wissen wir doch alle, Frauen sind in der Vortäuschung falscher Tatsachen die wahren Weltmeister. Da reicht die Spanne vom vorgetäuschten Orgasmus (hab ich sogar schon im Kino gesehen), über die vorgetäuschte Schwangerschaft bis zur vorgetäuschten Vaterschaft. 
Nicht dass Männer jetzt ein grundsätzliches Problem mit vorgetäuschten Orgasmen hätten, ach wo denken Sie hin.
Selbst vorgetäuschte Schwangerschaften erzielen bei  Männern nur zeitlich begrenzte Wirkung. Denn nach spätestens 10 oder 11 Monaten verliert die Schreckensnachricht selbst bei den Dümmsten aller unverheirateten Männer ihre Wirkung. Und verheiratete Männer sehen nach diesem Zeitraum sicher Anlass an die dringend notwendig erscheinende Wiederaufnahme der ehelichen Pflichten zu erinnern.
Ganz anders sieht es aber mit vorgetäuschten Vaterschaften aus. Denn dabei ist das Problem nicht, wie von Frauen und auch von weiblichen Juristen gerne behauptet wird eine mögliche Gefährdung oder Zerrüttung der ehelichen oder unehelichen Lebensgemeinschaft. Es geht vielmehr um die Aufklärung eines (möglichen) Betruges, bei dem der Täterin (es sind seltsamerweise immer Frauen) ein Vetorecht zur Verhinderung eines Ermittlungsverfahrens eingeräumt werden soll.
Das wäre ja fast so, als könnte eine Frau einen Mann berauben und sich im Verdachtsfall dann erfolgreich weigern ihre Fingerabdrücke für die Ermittlungen zur Verfügung zu stellen um damit eine Aufdeckung der Straftat unmöglich zu machen.

Apropo Straftat!
Ist es nicht strafbar einen anderen Menschen einer Tat zu bezichtigen, die er nicht begangen hat?
Ist es nicht nur menschlich verwerflich einen unschuldigen Menschen lebenslang für etwas zur Rechenschaft (im finanziellen Sinne) zu ziehen, an dem er gar nicht beteiligt war?
Wäre das nicht ein Ansatz, um das Problem für alle Seiten vernünftig und für eine kultivierte Gesellschaft des 21 Jahrhunderts angemessen zu lösen?

Denn das Problem bei Kuckuckskindern ist für Männer ja nicht, dass Sie nicht den eigenen Lenden entstammen, sondern dass sie untergeschoben werden, was einen ungeheuerlichen Vertrauensbruch darstellt.
Oder was würden Sie zu einem Mann sagen, der plötzlich mit einem Baby im Arm nach Hause kommt und Ihnen mitteilt Sie wären gerade Mutter geworden?

Da würden Sie doch auch zum Wattestäbchen greifen, eine Speichelprobe einholen und amtlicherseits klären lassen wollen, warum dieser Zeugungsprozess so unbemerkt an Ihnen vorbei gehuscht ist.
Und das nicht nur weil Sie mit konkreten finanziellen Verpflichtungen konfrontiert werden, sondern aus dem Biologieunterricht auch noch wissen, dass die Möglichkeit der erfolgreichen Fremdbestäubung besteht.

Eben – na also!

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Links zum Thema:
Spiegel: Zahlväter rüsten zum Wattestäbchenkrieg
Spiegel: Wattestäbchen auf Irrwegen
RP-Online: Zypries will Vaterschaftstest-Entwurf überarbeiten
Berliner Zeitung: Mein oder nicht mein?
N-TV: Streit um Kuckuckskinder

12.01.2005 um 05:45 Uhr

Attentione Attentati!

Attentäter sind lernfähig.
Während beim Ohrfeigenattentat auf unseren Bundeskanzler Schröder der deutsche Täter noch in die Partei eintreten musste, um auf Armeslänge an sein Zielobjekt heranzukommen, gelang das jetzt einem Italiener ohne Parteibuch.

Wie der Spiegel meldet, hat ein skifahrender Italiener(!) den wegen seiner in Parteifinanzangelegenheiten gerichtsbekannten Ahnungslosigkeit allseits beliebten hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch auf offener Piste niedergemäht.
«Der hessische Ministerpräsident Roland Koch ist im Skiurlaub in Südtirol verunglückt. Ein Italiener habe den Christdemokraten auf der Piste umgefahren, sagte ein Sprecher. Nach Angaben eines Sprechers trug der andere Unfallbeteiligte einen Helm und fuhr direkt in den Regierungschef hinein. Roland Koch zog sich einen Nasenbeinbruch zu. Er wurde außerdem ins Krankenhaus gebracht, wo Ärzte eine Wunde im Gesicht nähen mussten.»

Nur eine Wunde im Gesicht?
Das hat mich jetzt aber doch überrascht. Nach einem Attentat hätte ich da eigentlich mehr erwartet. So hört sich das eher nach einer Art missglückter Schönheitsoperation an, wie bei Berlusconi. Der kam letztes Jahr aus seinem Sommerurlaub auch mit ein paar Abnähern an den entgleisten Gesichtszügen und glattgebügelten Lefzen wieder ins Parlament.

Wo haben Sie denn Ihren Skiurlaub verbracht?
Ach, in der Warteschlange vor dem Schlepplift für langzeitarbeitslose Skilehrer bei der Außenstelle der Bundesagentur für Arbeitslosigkeit zur Beantragung der Schussfahrt ins soziale Abseits.
Da müssen Sie aber aufpassen! Da besteht jetzt erhöhte Verletzungsgefahr! Da stehen jetzt vor und in den Agenturen massenhaft solche kräftigen Jungs rum, manche sogar gleich mit Helmen und Stöcken.
Nein, die wollen sich nicht auch um einen 1-Euro Job als Ski-Raudi auf Südtiroler Pisten bewerben! Wo denken Sie hin!
Die Jungs sind auch nicht besonders scharf aufs Ski fahren.  
Die wollen mit IHNEN Schlitten fahren.

Und ich grüble jetzt schon die ganze Zeit darüber nach, ob man mich nach Kenntnis dieser Sachlage mit Ski und Sturzhelm wohl in Berlin in das Gebäude lassen wird, in dem sich Deutsche reich tagen.

Oder wissen Sie zufällig wo Bundesgerd & Kollegen ihren Winterurlaub verbringen?

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11.01.2005 um 05:45 Uhr

Steine und Schotter

Kennen Sie den Unterschied zwischen Steinen und Schotter?
Nein?
Dann müssen Sie unbedingt mal die Bundestagsabgeordnete der Grünen und Vorsitzende des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags, Frau Christine Scheel fragen, denn die kennt den Unterschied ganz genau.
Das kann man bei ngo-Online lesen.
Denn für das Zählen der Steine auf die man bauen können soll, bekommt Frau Scheel Schotter.
Nicht übermäßig viel, nur etwa das Monatseinkommen eines ALG II Empfängers. Dafür muss sie aber auch nicht den ganzen Monat malochen.
Frau Scheel musste sich nach eigener Aussage nur „dazu verpflichten, in den sitzungsfreien Wochen mehrere Mal im Jahr in Schwäbisch Hall die Abwicklung der Bausparverträge zu prüfen“.
Dafür gibt es dann ganzjährig monatlich 563 Euro Schotter vom Bausparfuchs aufs eigene Konto.

Außerdem ist Frau Scheel auch noch „Mitglied im Verwaltungsrat der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Mitglied der Landessynode der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, Mitglied im Beirat des Fördervereins ökologische Steuerreform  und Kuratoriumsmitglied der Evangelischen Akademie Tutzing.“
Daneben ist sie auch noch Ehefrau, Mutter zweier Kinder und „um sich ihre Bodenständigkeit zu bewahren, verbringt sie so viel Zeit wie möglich bei ihrer Familie und im Garten.“
Über ihre Tätigkeit bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall heißt es auf ihrer Homepage sie wäre „Vertrauensfrau der Bausparer/innen bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG“.
Dass es dafür eine „Aufwandsentschädigung“ gibt dort wird aber nicht erwähnt.

Vielleicht deshalb, jetzt vermute ich das mal als eine Art böswilliger Unterstellung, weil es eventuell gar keinen Aufwand gibt. Sicher aber keinen, der einem monatlichen Aufwand von 563 Euro (jährlich 6.756 Euro) entsprechen würde. Die knapp 200 Km Anfahrt vom Wohnort Aschaffenburg bis Schwäbisch Hall per Bahn oder PKW, oder eine entsprechende Pauschale nach dem Deutschen Reisekostenrecht können es ja wohl nicht sein.
Und eine entsprechende fachliche Qualifikation zur Abwicklungsprüfung von Bausparverträgen kann ich bei der Frau Christine Scheel mit einem Magisterabschluss in Pädagogik, Soziologie und Psychologie spontan auch nicht gerade erkennen.

Auch bleibt mir, trotz längerem Nachdenken, verborgen wie man damit seit 1994 Finanzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und seit 1998 Vorsitzende des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags werden kann und sich außerdem noch als Mitglied im Verwaltungsrat der Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie als Mitglied im Beirat des Fördervereins ökologische Steuerreform qualifiziert.
Denn als Betriebswirt hab ich vor vielen, vielen Jahren mal gelernt, dass der Bereich Finanzen viel mit Geld und nur wenig mit Pädagogik, Soziologie und Psychologie zu tun hat.
Außer es geht darum, psychologisch geschickt an das Geld anderer Leute zu kommen.
Wenn das so ist, dann würde ja auch die Sache mit den Bausparverträgen wieder Sinn machen.
Dann wäre es aber besser bei solchen Zweckverbindungen zwischen Politik und Wirtschaft nicht mit roten Backsteinen zu mauern, sondern wie (jetzt am 7.1.2004) von der Bundesvorsitzenden der Grünen Claudia Roth gefordert  „Transparenz ohne Wenn und Aber" zu schaffen.

Und dann könnte man ja auch wieder am „eigenen Häusle“ bauen, ohne scheel angesehen zu werden.
Gell!

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10.01.2005 um 05:45 Uhr

Nazi Parteistrategen

«Nazi-Ideologen im Fraktionsbüro. Seit der Landtagswahl zieht die NPD in Sachsen führende Parteistrategen zusammen. Sie entwerfen als Mitarbeiter der Landtagsfraktion im Hintergrund politische Konzepte für das Musterländle der Rechtsextremen - finanziert vom Steuerzahler»
so titelt die TAZ einen Tag vor Weihnachten im vergangenen Jahr und führt weiter aus, dass «die Namen dem Verfassungsschutz längst bekannt sind»

Und jetzt sitze ich da, starre in den Becher mit dem braunschwarzen Kaffee vor mir und überlege, was die TAZ mir mit diesen Sätzen wohl mitteilen will.
Falls Sie sich für die Vita unserer Politiker aller Couleur interessieren, sollten Sie sich die Zeit nehmen, den ganzen Artikel zu lesen.
Ich hatte die Zeit, wie schon erwähnt, wegen dem heißen Kaffee und habe ein bisschen gelesen, ein bisschen gepustet, ein bisschen getrunken, ein bisschen gelesen, ein bisschen gepustet und irgendwann hatte ich den Artikel gelesen und es war dank meinem schlechtem Timing noch etwas, in der Zwischenzeit, kalter Kaffee übrig.
Und genau das ist dieser Artikel in der TAZ – kalter Kaffee.

Da ist eine Partei, die NPD, die hat an einer demokratisch durchgeführten Wahl teilgenommen und hat etliche Wählerstimmen bekommen. Und jetzt ist sie im sächsischen Landtag. Und hat dort Büros. Und in den Büro sitzen Mitarbeiter der NPD. Und dass die vom Steuerzahler bezahlt werden müssen, dafür kann die NPD ja nichts, Die klauen sich das Geld ja nicht, sondern bekommen es entsprechend dem Anteil der Wählerstimmen, die sie gewonnen haben – wie die anderen Parteien übrigens auch alle.

Und auch das akribische Durchhecheln der einzelnen Personen und Entscheidungsträger der NPD verstärkt bei mir den Eindruck, dass der Schreiber dieses Artikels mir etwas sagen will, aber sich irgendwie nicht traut.
Ich gebe Ihnen ein Beispiel, da heißt es:
«Fraktionsgeschäftsführer Peter Marx aus dem Saarland etwa war schon 1990 einer der Geburtshelfer der NPD in der noch bestehenden DDR. Der clevere Rechtsanwalt trat auch danach häufig als Redner in Sachsen auf. Vor allem aber zieht er hinter den Kulissen die Strippen in der Fraktion, wenn es um die Ausnutzung aller rechtlichen Optionen und Geschäftsordnungstricks geht.»
Jetzt ist der Herr Peter Marx ja nicht der einzige Rechtsanwalt in der Politik und der einzige Politiker in der BRddr, der aus dem Saarland kommt, clever ist und häufig als Redner auftritt ist er auch nicht. Und um die Strippen hinter den Kulissen ziehen zu können und alle rechtlichen Optionen und Geschäftsordnungstricks ausnutzen zu können, muss man nicht in der NPD sein. Das kann ein Politiker mit französischem Namen genauso gut wie der Herr Marx, dessen Abstammung wohl eher im östlichen Teil der erweiterten EU zu vermuten ist.

Noch ein Beispiel:
«Der 55-jährige Eigenfeld ist Landesvorsitzender der NPD in Niedersachsen und Bundesgeneralsekretär seiner Partei, deren Bundestagswahlkampf er 1998 leitete. Im Juni 2001 kandidierte er im sächsischen Sebnitz als Bürgermeister und erhielt dort 7,6 Prozent der Stimmen. Freien Kameradschaften gilt er als nicht radikal genug. Sie verdächtigen ihn sogar, Spitzel des Verfassungsschutzes zu sein.»
Ooooh, ein mutmaßlicher Spitzel des Verfassungsschutzes! Da fällt mir doch gleich dazu ein, dass das wohl der Grund war, warum die NPD von Bundesverfassungsgericht nicht verboten wurde, weil die Partei praktisch nur aus Spitzeln des Verfassungsschutzes bestand. Und dass er bei der Bürgermeisterwahl in Sebnitz kandidierte und 7,6 Prozent der Stimmen bekam, macht ihn mir jetzt auch nicht gerade verdächtig. Solange er als Bundesgeneralsekretär nicht auf der Gehaltsliste eines Energiekonzern als Doppel- oder Dreifachverdiener auftaucht, ist das doch nichts Verwerfliches.

Gucken wir uns doch noch eine Vita an:
«Karl Richter aus Bayern etwa kam über die Burschenschaft Danubia zu den Republikanern, die ihn 1990 allerdings wegen parteischädigenden Verhaltens ausschlossen. 1995 verurteilte ihn das Amtsgericht Coburg wegen Volksverhetzung zu einer Bewährungsstrafe. Jüngst hatte er als Komparse im Hitler-Film "Der Untergang" Gelegenheit, ganz legal den Hitlergruß zu zeigen.»
Da fällt mir (ganz spontan) noch jemand ein, der ein ähnliches Schicksal erlitten hat. Den haben sie auch aus der Partei ausgeschlossen, weil er am 3. Oktober des Jahres 2003 eine Rede über das „Tätervolk“ gehalten hat. Ob der aber in einer Burschenschaft gewesen ist oder schon mal in einem „Hitler-Film“ mitspielen durfte entzieht sich meiner Kenntnis. Ich müsste ihm mal schreiben – Hohmann heißt der und war lange Zeit in der Partei mit der Trauerfarbe.

Wollen Sie noch einen? Kommen Sie, jetzt sind Sie doch kein Frosch, einer geht noch.
«Der studierte Historiker Richter ist für diverse rechtsextreme Blätter publizistisch tätig. Er gilt als einer der führenden Ideologen der Szene. Als solcher sieht er im NPD-Einzug in den Sächsischen Landtag "womöglich den Beginn einer bundesdeutschen Zäsur" und will die Fraktion zu einer "rechten Denkfabrik" entwickeln. Wie Richter denkt, zeigt ein Tagungsbericht der "Deutschen Akademie": Da entwirft er die Vision, dass "von einem herrschaftsfähigen deutschen Reichsvolk ausgehend" ein neues Reich entstehen könnte.»
Na sowas! Da kann doch tatsächlich einer in der NPD Lesen und Schreiben! Wer hätte das gedacht! Aber dass Parteimitglieder publizistisch tätig sind, ist nun wirklich keine Seltenheit.
Ohne groß nachzudenken, fallen mir dazu Lothar Späth und Oskar Lafontaine ein, die in bundesdeutschen Tageszeitungen und Magazinen ihre Gedanken unters Volk bringen.
Und in dem Glauben, dass „von einem herrschaftsfähigen deutschen Reichsvolk ausgehend ein neues Reich entstehen könnte“, irrt er vermutlich genauso, wie die Politiker, die nach der Wiedervereinigung „blühende Landschaften im Osten“ gesehen haben.

Und jetzt noch einen. Bitte! Nur einen noch! Ehrlich! Versprochen. Beim Mundgeruch meines Hundes!
«In derselben Akademie, in der die NPD ihren intellektuellen Nachwuchs schult, breitete auch der Diplom-Ökonom Arne Schimmer seine kapitalismuskritischen Thesen aus. Schimmer analysiert die inhumanen Folgen der Globalisierung. Seine krausen Schlüsse laufen allerdings auf Verstaatlichungen und eine "nationale Marktwirtschaft" hinaus: Theorien, mit denen sich nach eigenem Bekunden jetzt auch Ministerpräsident Georg Milbradt auseinander setzt, um bei Debatten kontern zu können.»
Als ich das gelesen haben, war ich eigentlich nur überrascht, dass die NPD ihren „intellektuellen Nachwuchs“ schult. Aus der Berichterstattung in der Presse hatte ich eigentlich immer den Eindruck, dass in der NPD ziemliche Dumpfbacken zusammenhocken. Aber wenn die jetzt sogar eine Akademie haben um ihren intellektuellen Nachschub zu schulen, dann kann ja das ja nicht die ganze Wahrheit sein. Jetzt passt es natürlich auch wie die Faust aufs Auge, dass der Herr Schimmer ein Diplom-Ökonom ist, genau wie sein Berufskollege Prof. Dr. Norbert Walter, Chef-Ökonom der Deutschen Bank. Der will zwar die Wirtschaft nicht verstaatlichen (das würde ihm sein Arbeitgeber ja was erzählen), aber er will die Arbeitszeit verlängern indem, Raucher- und Teepausen vom Gehalt abgezogen werden.
Interessant ist auch, dass sich Konteradmiral und Ministerpräsident Georg Milbradt mit dem Thema der Globalisierung auseinandersetzt. Und zwar erst seit die NPD im Landtag eingezogen ist.
Das ist doch schon mal was Positives, dass sich die Politiker der anderen Parteien jetzt mit Themen beschäftigen, die ihnen vorher anscheinend am Arsch vorbeigegangen sind.

Zu dem Artikel von der TAZ wäre noch genügend zu sagen, aber ich will es jetzt mal gut sein lassen.
Aber eines verstehe ich nicht. Vorausgesetzt ich interpretiere den Artikel nicht falsch, dann gehe ich wohl recht in der Annahme, dass der Autor die NPD und/oder deren „Mitarbeiter“ nicht mag.

Ist sein gutes Recht!
Aber warum sagt er dann nicht einfach, dass er die NPD scheiße findet?
Statt rum zu sticheln, dass die NPD im sächsischen Landtag ist und sich über deren Parteikader auszuhecheln, sollte man doch lieber mal nach den Gründen fragen warum die NPD im Landtag ist.

Man braucht doch über eine politische Partei, die bei der Bundestagswahl im Jahr 2002 mal gerade 0,4 % der abgegebenen Wählerstimmen bekam, nicht mit derart viel Mediengedöns herzuziehen, wenn man ihr durch eine vernünftige volksnahe Politik, mit der sich die Wähler identifizieren können, ganz einfach die Grundlage entziehen könnte.

Oder sehe ich das jetzt zu sehr aus der Sicht eines kleinen nichtsächsischen Wählerwürstchens?

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09.01.2005 um 05:45 Uhr

Das macht Sinn

Stimmung: Tiefsinnig sinnend
Musik: Cinderella & Cindy & Bert

Kennen Sie den Unterschied zwischen Xaver Unsinn und Hans-Werner Sinn ?

Was Xaver Unsinn sagt machte meistens Sinn!

Mich erinnert der Herr Sinn immer ein wenig an den Kapitän Ahab und die Geschichte mit „Dick Mops“, dem weißen Fisch mit dem großen Maul.


Diese Geschichte hatte auch kein „Happy End“

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08.01.2005 um 05:45 Uhr

Verpasste Chance

Manchmal weiß ich wirklich nicht mehr was sich Werbeleute so eigentlich denken.
Heute habe ich Post bekommen, weil sich fremde Personen um mein „Vermögen“ kümmern wollen, oder besser gesagt, wollen dass ich Anteile an ihrem Fond erwerben sollte.

Und um mir den Erfolg ihres Fonds vor Augen zu führen, haben sich die Werbemenschen etwas besonderes ausgedacht - einen Werbebrief mit einem aufgeklebten Kärtchen auf dem folgender Text gedruckt steht:

Unglaublich, aber wahr!
Hätten Sie 1954 bei Auflegung 10.000 EUR in diesen
Fonds investiert, wieviel wäre Ihr Investment heute wert?
Sie werden überrascht sein – die Antwort verbirgt sich
hinter dieser Karte...

Echt stark die Werbung, oder?
Egal welche Zahl auch immer hinter dieser Karte stehen mag  um den wirtschaftlichen Erfolg des Funds zu dokumentieren – Jungs, habt ihr euch eigentlich mal überlegt wer 1957 über einen Betrag von 10.000 EUR verfügte?
Erstens gab es damals noch gar keine EURO und zweitens hat jeder Bürger dieser Republik am 20. Juni 1948 gerade mal 100 DM Bargeld bekommen. Schulden wurden im Kurs 10 Reichsmark zu 1 DM und Löhne, Mieten etc. im Kurs 1:1 umgestellt. Das neue Geldvolumen lag in den Monaten nach der Währungsreform in der Bundesrepublik Deutschland bei etwa 13 Mrd. DM (Bar- und Buchgeld)  

Wenn jemand im Jahre 1954, also vor 50 Jahren soviel Geld, immerhin rund sagenhafte 20.000 DM hatte, dann besaß der eine aus damaliger Sicht gigantisches Vermögen und eine immense Kaufkraft. Sicher hätte er das Geld nicht ausgerechnet in einem Fonds angelegt,
Außerdem wäre er heute wahrscheinlich schon tot oder hätte es nicht mehr weit bis dahin, denn selbst als damals Dreißigjähriger,  sofern er den Krieg überlebt hätte, wäre er heute auch schon 80 Jahre alt. Was macht man in diesem Alter noch mit viel Geld. Mitnehmen nach Drüben kann man trotz technischem Fortschritt ja immer noch nichts als die eigene Haut.
Und den Erben würde der Fiskus so ordentlich in die Tasche greifen, dass ein Großteil der Rendite draufgehen würde.

Viel besser als ein Blick in die Historie des Fonds, nach dem Motto „was wäre gewesen wenn Sie 10.000 EUR angelegt hätten“ wäre doch sicher ein Ausblick in die Zukunft des Fonds „was wird sein wenn Sie heute 10.000 EUR anlegen.“
Und das noch garantiert. Dann müsste für diesen Fonds keine Werbung gemacht werden. Oder sehe ich das falsch?

Hätten Sie am 29. November 1954 10.000 EUR in den Templeton Growth
Fund investiert, würde Sie heute über eine Anlagesumme verfügen von
2.195.960 ,- EUR
Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 11,6% in EUR.
Quelle: Franklin Templeton. Stand: 31.12.2003. Berechnungsbasis Nettoinventarwert (Ausgabeaufschlag unberücksichtigt), Ausschüttung wieder angelegt.
Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft.

Na, also –sag ich doch immer. Man(n) soll keinem Bus, keiner Frau und keiner verpassten Gelegenheit nachlaufen.
Vor 50 Jahren hatte ich noch keine 10.000 EUR und in 50 Jahren bin ich tot.
Also was mach ich jetzt mit diesem Superangebot zum Reichwerden? Ab in den Mülleimer?

Stop, was seh ich denn da? Ab einer Anlagesumme von 2.500 EUR gibt es einen Tankgutschein in Höhe von 25 EUR und bei einer Anlagesumme ab 5.000 EUR sogar einen Tankgutschein im Wert von 50 EUR.
Und das bei den heutigen Benzinpreisen! Da komm ich aber doch ins Grübeln. Da könnt ich doch glatt 40-45 Liter Sprit dafür kaufen, in der Garage einlagern und in 10 Jahren sicher mit 100% Profit verkaufen.

P.S.
Der angebotene thesaurierende Fonds gehört zur Risikoklasse 4 im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes (1=niedrig 5=hoch) und die verkaufende Bank erbringt keine Beratungsleistung.
Es gibt sicher weit schönere Möglichkeiten sein Geld anzulegen, als in einer hochriskanten Fondsanlage.

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07.01.2005 um 05:45 Uhr

Kindergeld

Ach du Schande!
Was gab es früher für ein Theater in der Familie wenn die Kinder Kinder bekamen. Was für eine Schande für die Familie!
Angehörige der Unterschicht versuchten das Missgeschick durch rasche Verehelichung und einen etwas größeren Brautstrauß, der die zunehmenden körperliche Veränderung der Gattin kaschieren sollte, zu legalisieren.
In den oberen Bevölkerungsschichten wurde das „Malheur“ variantenreicher gelöst und füllt in seinen diversen Ausprägungen ganze Bibliotheken voller „Herz und Schmerz“-Literatur(?).

Heut ist das Problem ein ganz anderes. Heute spielt es keine Rolle mehr wie alt die Mutter ist, Hauptsache sie wurde nicht minderjährig gegen ihren Willen geschwängert. Es spielt auch keine so große Rolle mehr, wer der Vater ist , Hauptsache es ist kein Ausländer oder gar ein Asylant. Es spielt auch keine Rolle, wenn man nicht weiß wer der Vater ist und nur den Schatten einer Ahnung hat wer es gewesen sein könnte.
Man hat auch kein Problem damit, einfach auf irgendeinen männlichen Trottel zu zeigen und ihn mit der Tatsache seiner Vaterschaft zu konfrontieren, obwohl bei dem Vereinsausflug die ganze Fußballmannschaft endlich mal gestanden hat wie ein Mann.

Nein, das alles spielt heute keine Rolle mehr. Und heiraten muss wegen einem Kind auch niemand mehr.

Aber jetzt gibt es doch ein Problem, wie ich beim Herumschmökern in der Wirtschaftswoche (WiWo), der Zeitschrift für den ahnungslosen Unternehmer und Kapitalanleger, erfahren musste.
Unter dem Titel „Wenn die Tochter schwanger wird“ wird berichtet, dass der Bundesfinanzhof sich mit dem Kindergeldanspruch Kinder bekommender Kinder beschäftigt hat und unter dem Aktenzeichen (VIII R 23/02) seine weise Entscheidung unter das Volk bringt.

Für Kinder in Ausbildung, die noch nicht 27 Jahre alt sind, zahlt der Staat Kindergeld.
«Das ändert sich aber, wenn die Tochter selbst Mutter wird und sich deshalb eine Pause gönnt. Lässt sie sich wegen ihres Babys beurlauben, kappt der Staat gleichzeitig den Zuschuss für diese Zeit. Das gilt selbst dann, wenn eine Studentin zwar offiziell beurlaubt ist, aber während der Zeit freiwillig weiter Vorlesungen besucht. Nur in den Wochen unmittelbar vor und nach der Geburt (Mutterschutz) fließt das Kindergeld weiter.»

Das ist eine sehr weise Entscheidung des Gerichts finde ich.
Denn es ist sicher jedem Bürger der sich am staatlichen Vermögen bereichern möchte zuzumuten, das Ausbleiben der monatlichen Regelblutung seiner Tochter an die Kindergeldstelle der zuständigen Bundesagentur für Arbeit zu melden, damit diese die Auszahlung des Kindergeldes bis wenige Wochen vor der Geburt erst mal einstellt, auch wenn die Tochter mit ihrem dicken Bauch weiter die Vorlesungen an der Uni besucht, um den paarungswilligen Studenten zu zeigen, welche Formen durch ungehemmte Populationsfreudigkeit entstehen können.
Nicht ganz verstanden habe ich aber die Frist für die erneute Antragstellung auf Gewährung von Kindergeld in „den Wochen unmittelbar vor und nach der Geburt (Mutterschutz)“.
  1. Kann es hier nicht durch gezielte Manipulation des Geburtstermins (Früh- oder Spätgeburt) zur Erschleichung staatlicher Hilfe kommen?
  2. Führt diese Regelung nicht zu einem erhöhtem Verwaltungsaufwand in den Kindergeldstellen der eh schon stark überlasteten Bundesagentur für Arbeit?
  3. Muss im Falle einer Fehlgeburt das bereits erhaltene Kindergeld wieder zurückgezahlt werden?
  4. Wie stellt die Bundesagentur für Arbeit sicher, dass Kinder adoptierende Kinder nicht gegenüber selbstgebärenden Kinder benachteiligt werden?
  5. Ist durch den Gesetzgeber sichergestellt, dass Vater werdende Kinder und Mutter werdende Kinder gleich behandelt werden und eine Diskriminierung männlicher Bevölkerungsgruppen verhindert wird?
  6. Sind in der Gesetzgebung zur Kindergeldzahlung die Bewertungskriterien berücksichtigt, mit denen in der Wirtschaft die Bewertung von unfertigen Erzeugnissen (Work in Process) nach steuerlichen Gesichtspunkten vorgenommen werden muss?
  7. Hält der Gesetzgeber es für vertretbar, dass nach der Geburt bis zum Ende des Mutterschutzes ein Anspruch auf Kindergeld sowohl für das neugeborene Kind als auch für die Kindsmutter besteht?
Jetzt glauben Sie sicher, dass ich Sie mal wieder vereimern will und die Sache mit dem Kindergeld wäre gar nicht so kompliziert.
Glauben Sie! 
Ich aber weiß!
Und Sie vergessen dabei, dass wir in DEUTSCHLAND leben und "von der Wiege bis zur Bahre, braucht der Deutsche Formulare."

Stellen Sie sich mal vor Sie hätten eine Tochter. Volljährig aber noch jünger als 27 Jahre. Die Tochter studiert und Sie beantragen bei der Kindergeldstelle der Bundesagentur für Arbeit (kann mir eigentlich mal jemand erklären, was das Kindergeld mit Arbeitslosigkeit zu tun hat und warum die BA dafür zuständig ist?) Kindergeld für Ihre Tochter.
Damit die Tochter nach dem Studium nicht ganz mittellos da steht und so als Grundstock für den späteren Hausstand schenken Sie ihr ein paar Aktien.

Sie glauben, das hat nichts miteinander zu tun.
Sehen Sie glauben schon wieder!
Ich aber weiß!
Denn auch mit diesem Fall hat sich auch ein deutsches Gericht beschäftigt. Das steht auch in der WiWo. Diesmal war es aber das Finanzgericht Münster.
Doch lesen Sie selbst:
«Erfolgreiche Jungbörsianer können für ihre Eltern ein teures Vergnügen sein: Nimmt ein volljähriger Nachwuchsaktionär im Jahr mehr als 7680 Euro ein, geht das Kindergeld flöten.
Das Finanzamt schmeißt in den Einnahmentopf neben Lohn aus Job oder Ausbildung auch Gewinne aus Aktienverkäufen innerhalb eines Jahres nach Kauf. Von der Summe dürfen Werbungskosten abgezogen werden, nicht aber gezahlte Steuern oder Sonderausgaben. Drücken könnte die vom Amt errechnete Summe aber ein Steuerkniff für Aktionäre: Laut Gesetz dürfen Verluste aus Aktienverkäufen, die innerhalb Jahresfrist nach Kauf angefallen sind, von Gewinnen abgezogen werden. Das Finanzgericht Münster entschied jetzt: Das gelte sowohl für einen Verlust aus dem gleichen Jahr als auch für ein Minus aus dem Vorjahr oder den Folgejahren (7 K 3336/03). Im Urteilsfall hatte ein Jugendlicher mit seinen Aktiengeschäften 1999 den Grenzbetrag überschritten. Das Finanzamt verlangte von den Eltern Rückzahlung des Kindergelds. Im Folgejahr machte der Aktienfan dann aber Verluste, die er von den Gewinnen aus dem Vorjahr abziehen wollte. Damit lag er wieder unter der Kindergeldgrenze, seine Eltern forderten vom Finanzamt die Wiederauszahlung des Kindergelds für 1999. Als sich die Beamten weigerten, zogen die Eltern vor das Gericht – und bekamen Recht.
Abgehandelt ist der Fall damit nicht. Das Finanzamt legte Revision beim Bundesfinanzhof ein (VIII R 64/04). Eltern, denen das Finanzamt ebenfalls wegen Börsengewinnen ihrer Kinder den staatlichen Zuschuss gekappt hat, können sich an dieses Verfahren mit einem Einspruch anhängen. Entscheidet der Bundesfinanzhof für die Eltern, profitieren sie von dem Urteil.»

Und jetzt gebe ich Ihnen noch einen guten kostenlosen Rat:
„Wenn Sie das nächste mal vom Verlangen auf das andere Geschlecht erfasst werden, dann ...denken Sie an die Artikel in der Wirtschaftswoche und verkaufen Sie vorher Ihre Aktien“

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06.01.2005 um 05:45 Uhr

Privatvorsorge

Nichts ist unmöglich!
Dass dieser Werbespruch von Toyota, der die Variantenvielfalt der angebotenen Produktpalette und die Leistungsfähigkeit des Unternehmens hervorheben soll, nicht nur in der Automobilindustrie seine Gültigkeit hat, sondern auch in anderen Wirtschaftszweigen, konnte ich dieser Tage durch eine Pressemeldung im rws-verlag feststellen.

Da hat doch ein deutscher Staatsbürger namens Paul, mit permanenten Aufenthalt in Deutschland, vor Jahren geglaubt etwas Einkommen am deutschen Fiskus vorbeischummeln zu müssen, um später sein Auskommen zu haben. Er hat wohl die Forderung unseres Staates nach mehr Eigenvorsorge für das Alter etwas zu wörtlich genommen. Denn natürlich ist diese Eigenvorsorge aus dem Einkommen zu bestreiten, das dem Steuerpflichtigen verbleibt nachdem der Fiskus seinen Anteil abgegriffen hat.
Also, der Paul hatte da einen Kumpel namens Herbert mit Wohnsitz in Liechtenstein und dem hat er dann einen größeren zweistelligen Millionenbetrag zur Altersvorsorge zukommen lassen. An sich noch nichts Weltbewegendes, wenn der Paul dabei nicht vergessen hätte dem deutschen Finanzamt seinen Anteil zu überlassen. Dieses „Vergessen“ nennen die Behörden  „Steuerhinterziehung“ und verstehen da im Allgemeinen und Besonderen keinen Spaß.
Herbert hatte bei dem Vorgang kein Problem, denn in Liechtenstein ist die Verwaltung fremden Geldes nicht strafbar, sondern ein ordentliches und angesehenes Gewerbe, von dem in dem kleinen Ländchen viele Arbeitsplätze abhängig sind.
Hier könnte jetzt diese Geschichte zu Ende sein und alle würde auch heute noch glücklich und zufrieden leben, wenn sie nicht in der Zwischenzeit gestorben sind.
So in etwa hören ja alle Märchen auf.

Dieses Märchen hört anders auf, beziehungsweise ist noch gar nicht zu Ende.
Denn im Jahre anno 1996 kam das bestens gehütete Geheimnis der Paul’schen Altersicherung ans Tageslicht. Nicht Paul hat es in einem Anfall von Reue verraten, auch nicht Herbert, sondern zwei seiner Angestellten, die ihrem Arbeitgeber wohl damit etwas heimzahlen wollten.
So gelangte die Information über Pauls illegale Altersvorsorge über das Magazin „Der Spiegel“ in die deutsche Öffentlichkeit und schließlich auch zu  den deutschen Steuerbehörden.
Es kam wie es kommen musste; Paul wurde zur Kasse gebeten und musste ca. 17 Millionen Schweizer Franken fällige Steuern an die deutschen Finanzbehörden nachbezahlen. Außerdem wurde er zu einer Haftstrafe von 11 Monaten verurteilt, die aber zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Eigentlich könnte man jetzt denken, dass die Geschichte damit zu Ende ist.
Paul hatte versucht, den Fiskus zu übervorteilen, war dabei erwischt worden und musste die fälligen Steuern nachzahlen.
Geschieht jeden Tag irgendwo in diesem unseren Lande, sind wir doch alle –aus Sicht unserer Steuerbehörden und der Gesetzgebung- notorische Steuerbetrüger.

Doch diese Geschichte ist noch nicht zu Ende, denn Paul wollte das Geld, das er als Steuern an das deutsche Finanzamt bezahlen musste und den Schaden den er durch sein rechtswidriges Verhalten in Deutschland erlitten hatte, von seinem Freund Herbert aus Liechtenstein wieder haben.
Der lehnte das ab, denn schließlich war das Geld das Herbert für Paul verwalten sollte, ja noch alles da. Herbert war zwar für die Verwaltung des Geldes verantwortlich, aber nicht dafür, dass Paul die in Deutschland fälligen Steuern bezahlt und sah daher keinen Grund dies für seinen Freund Paul zu übernehmen.
Das wäre ja fast so, wie wenn ein Dieb seine Beute einem Freund zu Aufbewahrung anvertraut, von diesem verpfiffen und dann zu einer Geldstrafe verurteilt wird, sich diese dann von seinem Freund, der immer noch den Schmuck verwahrt, bezahlen lassen will.
 
Aber man sollte die Rechnung nicht ohne clevere Rechtsanwälte machen, denn „nichts ist unmöglich“.
Ich glaub mich tritt ein Pferd!

Aber eine Frage macht mich ganz rossig:
„Muss der Paul das Geld, das er vom liechtensteiner Herbert bekommen wird, jetzt in Deutschland versteuern, oder kann er das gleich zur Privatvorsorge in Liechtenstein, bei einem Verwalter seines Vertrauens  lassen?“.

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05.01.2005 um 05:45 Uhr

Hodentemperatur

Musik: Jingle, balls! Jingle, balls! Jingle all the day!

Nach alle den wichtigen Themen,  die in den letzten Monaten und Jahren die Grundfesten dieses einst demokratischen Staates erschüttert und sie mitsamt ihrer sozialen Marktwirtschaft auf das Niveau einer gelben, gebogenen Südfrüchte produzierenden Republik zurückgebombt haben, will ich mich heute, quasi zum Beginn eines neuen Jahres mal mit etwas wirklich Wichtigem beschäftigen.

Etwas, das die Geschicke einer Gesellschaft weit mehr beeinflusst, als jede politische Partei, jedes Gesetz, mehr als jede wirtschaftliche oder soziale Verwerfung. Ja man kann fast sagen, es handelt sich um eines der wichtigsten demagogischen Problem unserer Gesellschaft, das diese -sofern nicht unverzüglich Gegenmaßnahmen ergriffen werden- in ihrem Bestand gefährden könnte.

Denn «die Arbeit am Laptop kann einer neuen US-Studie zufolge die Fruchtbarkeit von jungen Männern gefährden. Wenn sie oft und über längere Zeit mit einem tragbaren Computer auf dem Schoß tippen, schadet dies der Spermienproduktion.» das wissen die Wissenschaftler der State University von New York in dem Fachjournal Human Reproduction zu berichten.
Und Heise-Online hat nichts Besseres zu tun, als diese Nachricht, dass sich bei den 29 Versuchspersonen im Alter zwischen 21 und 35 Jahren die Hodentemperatur links um 2,6 Grad und rechts um 2,8 Grad erhöhte, unter dem Titel „Laptops gefährden Fruchtbarkeit junger Männer“ zu publizieren.

Das Ergebnis der Studie kann ohne Abstriche auch auf Europa übertragen werden, denn Untersuchungen von renommierten deutschen Forschungseinrichtungen haben ergeben, dass deutsche Männer im Alter zwischen 21 und 35 Jahren ihre Hoden an der gleichen Stelle hängen haben, wie die untersuchte Gruppe junger Amerikaner.

 Nun kann die bei Frauen bekannte Methode zur Feststellung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage auch bei Männern Anwendung finden und das Wort „Eisprung“ bekommt eine ganz andere Bedeutung:
Hoden vor dem Akt mit einer Kerze oder Feuerzeug anwärmen. Der dabei möglicherweise auftretende Geruch nach verbranntem Haar oder Fleisch kann ignoriert werden. Anschließend Hodentemperatur mit einem Thermometer überprüfen. Geringfügige Temperaturunterschiede zwischen linkem und rechtem Hoden sind normal und kein Anlass zur Sorge.
Gegebenenfalls Prozedur wiederholen.
Einer möglicherweise  zu starken Erhitzung kann mit einem handelsüblichen Kathoden-Lüfter entgegengewirkt werden.

Ach Sie meinen das betrifft Sie nicht, weil Sie gar keinen Laptop haben und beim Sitzen auch immer schön darauf achten, dass die Beine weit bespreizt sind und der Blick aufs Gemächt jederfrau barrierefrei möglich ist.
Na, dann lesen Sie mal hier, bevor Sie in ihren tiefergelegten Nobelhobel mit Doppelpotenzrohrsoundverstärker steigen und zum nächsten One-Night-Stand  brettern.

Und außerdem sollte Sie unbedingt mal mit Ihrer Mutter sprechen, denn es könnte durchaus sein, dass Sie nicht (mehr) zum Kreis der betroffenen Personen gehören und sich sogar einen Mainframe vors Gemächt halten können, ohne (weiteren) Schaden zu nehmen.

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04.01.2005 um 05:45 Uhr

ELSTER

Bei der Elster  handelt es sich um einen Vogel, dem sein ausgeprägter Hang nach glitzernden Dingen den Beinamen „diebisch“ eingebracht hat.
Es steht für das marketingtechnische Geschick unserer Behörden, dass man sich diesen Namen ausgerechnet für das Verfahren der elektronischen Steuererklärung ausgesucht hat.
Oder sollte das etwa eine Anspielung sein, über die der geplagte Steuerzahler leider nicht (mehr) lachen kann.

Ab 1.1.2005 ist jeder Unternehmer verpflichtet seine Steuererklärungen mit dem Softwareprogramm „Elster“ zu erstellen und auf elektronischem Wege  an die Finanzbehörden zu übermitteln.
Das Programm kann von jedermann unter www.elster.de aus dem Internet herunter geladen werden.
So steht es in den, zwischenzeitlich wohl jedem Unternehmen von seinem Betriebstättenfinanzamt zugegangen Schreiben, unter Hinweis auf eine ganze Reihe Paragraphen aus dem Steueränderungsgesetz 2003 (BstBl 2003 Teil I Seite 710 ff) und dem Umsatzsteuergesetz (§18 Abs. 1 UStG) und dem Einkommensteuergesetz (§ 41a EStG).

Der gehorsame Bürger und verlässliche Steuerzahler kümmert sich nach Erhalt dieses Schreibens natürlich sofort um die ordnungsgemäße Installation dieses innovativen Softwarepaketes und zieht für Download und Installation auch noch den Rat eines Experten der Informationstechnologie im ersten Semester zu Rate um ja keinen Fehler zu machen.
Denn wie heißt es u.a. so schön im Lizenzvertrag zur ELSTER-Software:
«5. Haftung
Der Benutzer verwendet das Programm ausschließlich auf eigenes Risiko. Die Steuerverwaltung haftet nicht für Schäden, die der Anwender oder Dritte durch Verwendung oder Verbreitung der Software verursachen oder erleiden. In keinem Fall haftet die Steuerverwaltung für entgangenen Umsatz oder Gewinn oder den Verlust von Daten oder für direkte, indirekte, spezielle, logisch folgende, beiläufige oder einschließende Schäden, die durch den Gebrauch oder die Unmöglichkeit des Gebrauchs des Softwareprodukts verursacht wurden, unabhängig von theoretisch bestehender möglicher Haftung. Dies gilt auch, wenn die Steuerverwaltung von der Möglichkeit solcher Schädigungen benachrichtigt worden ist

Nach dem sich der IT-Experte von der ordnungsgemäßen Installation und Bereitstellung der staatlichen Datenerfassungsmaschine überzeugt hat, wird das Programm seiner Verwendung übergeben und in Betrieb genommen.
Nach Aufruf von ELSTER wählt der gespannte Anwender die Erfassung der Umsatzsteuer und am Bildschirm zeigt sich das von der Papierform altbekannte Erfassungsformular für die Umsatzsteuervoranmeldung.
„AHA“, denkt sich der Anwender, „das ist ja gar kein Programm, sondern nur ein Erfassungsformular wie bisher“ und macht sich an die Dateneingabe über die Tastatur, anstatt wie bisher mit dem Kugelschreiber. Das ELSTER-Formular unterstützt ihn dabei mit einigen Rechenfunktionen.

Nach wenigen Minuten ist der Vorgang fertig, wie bisher auch. Denn die Hauptarbeit besteht ja nicht aus dem Ausfüllen des amtlichen Formulars, sondern in dem buchhalterischen Aufwand die notwendigen Geschäftszahlen bis zum 10. Tag des Folgemonats zu erstellen.
„NA JA“, denkt sich der Anwender, „MAL WIEDER VIEL LÄRM UM NICHTS. Eine Entlastung ist das nicht. Nur der Briefumschlag und Briefmarke kann ich mir sparen. Das sind im Jahr - bei vierteljährlicher Abgabe - auch so um die 2 Euro an Porto. Aber dafür brauche ich jetzt im Büro einen internetfähigen PC und da fällt mir doch gleich die Meldung bei Heise-Online wegen den GEZ-Gebühren für internetfähige PC’s ein.
Jetzt braucht die GEZ ja nur einen Datenabgleich mit der ELSTER-Datenbank bei den Finanzämtern zu starten und schon flattert den Unternehmern der GEZ-Gebührenbescheid ins Haus.

„DAS HABEN DIE SICH ABER FEIN AUSGEDACHT“, denkt sich der Anwender, kann aber wegen den in der letzten Zeit über ihn hereinbrechenden Seltsamkeiten aus Politik und Wirtschaft nicht mehr mit dem Kopf schütteln, da sein Vorrat an Kopfschmerztabletten, den er  kostengünstig aus dem letzten Griechenlandurlaub reimportiert hat, früher als geplant zur Neige ging.

„JETZT MÜSSTE ICH DIE UMSATZSTEUERVORANMELDUNG NUR NOCH WEGSCHICKEN DAMIT DAS FI-AMT MICH LASTSCHRIFTEN KANN“, denkt sich der Anwender, „DAZU MÜSSTE ICH JETZT NUR NOCH MEINE STEUERNUMMER IN DAS ELSTER-FORMULAR EINTRAGEN.“
Dabei fällt sein Blick zufällig auf ein Schreiben seines Steuerberaters, mit dem dieser ihn über die seit 1.1.2004 von den Finanzbehörden auf Rechnungen zusätzlich geforderten Angaben hinweist. Fehlen diese Informationen, so wird dem Unternehmer der Vorsteuerabzug versagt.
Zu diesen umsatzsteuerlich relevanten Daten gehört neben dem  VOLLSTÄNDIGEN NAME UND ANSCHRIFT des Rechnungsausstellers auch die STEUERNUMMER !!!.

„DAS PROBIERE ICH DOCH JETZT GLEICH MAL AUS“, denkt sich der von Kopfschmerzen geplagte Anwender und tippt diese Daten von der Rechnung eines großen deutschen Unternehmens ab, von dem er vor einigen Tagen Waren bezogen hat.
Nach einem kurzen Vertipper wird die in das ELSTER-Formular eingegebene Steuernummer dieser Firma als gültig erkannt und die Umsatzsteuervoranmeldung für dieses Unternehmen, mit dem der Anwender nun rein gar nichts zu tun hat, steht zum elektronischen Versand an die Finanzbehörde bereit.
Nach Erhalt dieser elektronischen Datenübermittlung, würde die Steuerbehörde die sich aus der Anmeldung ergebende Umsatzsteuervorauszahlung per Lastschrift vom Konto des steuerpflichtigen Unternehmens einziehen.
Dem Anwender zuckt es im Finger und sein Gehirn spielt kurzzeitig mit dem Gedanken ein größeres deutsches Unternehmen, das erst vor kurzem einen Großteil seiner Arbeitsplätze ins Ausland verlagert hat, in größere  Liquiditätsproblem zu bringen.

„JEDERMANN KANN SICH DIE INNOVATIVE ELSTER-SOFTWARE AUS DEM INTERNET DOWNLOADEN“, denkt sich der Anwender, „DIE HABEN SICHER GEDACHT, DASS SIE MIT OPEN SOURCE IM TREND DER ZEIT LIEGEN.“

Soviel zu Innovationen aus Politik und Wirtschaft.

Noch ein kleiner Hinweis für Arbeitnehmer: „Arbeitgeber mit maschineller Lohnabrechnung sind verpflichtet , der Finanzverwaltung die Lohnsteuerbescheinigungen (§41b EStG) elektronisch zu übermitteln. Dies gilt erstmals für die Lohnsteuerbescheinigungen des Kalenderjahres 2004. Daher entfällt die Erteilung der Lohnsteuerbescheinigung auf der Rückseite der Lohnsteuerkarte bzw. die sonst vorgeschriebene feste Verbindung des maschinell erzeugten Bescheinigungsvordrucks mit der Lohnsteuerkarte. Nach Ablauf des Kalenderjahres dürfen Lohnsteuerkarten, die keine Lohnsteuerbescheinung enthalten, den Arbeitnehmern NICHT zurückgegeben werden. Nur wenn das Dienstverhältnis vor Ablauf des Kalenderjahres endet, oder die Lohnsteuerkarte eine Bescheinigung eines früheren Arbeitgebers enthält, ist sie dem Arbeitnehmer auszuhändigen.“

Ob das Verfahren mit der falschen Steuernummer auch bei den Lohnsteueranmeldungen funktioniert – das müssten Sie schon selber ausprobieren. Dort ist es besonders interessant, denn im Gegensatz zur Umsatzsteuervoranmeldung, wird ZUVIEL gezahlte Lohnsteuer im Rahmen der arbeitnehmerseitigen Lohn- oder Einkommensteuererklärung an den ARBEITNEHMER ZURÜCKERSTATTET.

Müssen Sie auch Gebühren für einen internetfähigen PC bezahlen?
JA! Dann surfen Sie doch mal kurz bei www.elster.de vorbei!
KAAZAA oder TSCHAKAAA oder so ähnlich!

Sing ... zwo drei vier ...
Elster, Amsel, Fink und Star,
versteh'n nichts von Sicherheit im Internet
-das ist doch jedem Vogel klar!
 

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Link zum Thema
Elster setzt zum Höhenflug an
BITKOM kritisiert mangelnde "Elster"-Sicherheit

03.01.2005 um 05:45 Uhr

Bekleidungsvorschrift

Wenn man der rbi-aktuell Glauben schenken darf, dann ...  ja dann stehen wir kurz vor Einführung des uniformierten Arbeitsdienstes, denn die Ein-Euro-Jobber in Frankfurt am Main sollen eine „einheitliche Kleidung“ tragen. In einem Antrag, den die SPD-Stadtratsfraktion gestellt hat, heißt es wörtlich: „Mit einer einheitlichen Kleidung versehen, könnten, ähnlich dem früheren Präventionshelferprojekt, die Bezieher von ALG II zahlreiche zusätzliche Aufgaben übernehmen und das Sicherheitsgefühl in Frankfurt stärken.“

Jetzt fällt mir als passende Kleidung für ALGII-Genießer natürlich sofort das Büßerhemd ein. Selbstverständlich ohne Taschen und im Schritt unten offen.
Auch ein Modell in Sack und Asche würde sicher standesgemäß wirken.

Wesentlich kostengünstiger als Dienstkleidung, die in verschiedenen Größen für Männlein und Weiblein beschafft und bevorratet werden müsste, scheint mir aber eine Stirnbinde nach japanischem Vorbild zu sein.

Auch eine Art Kastenzeichen auf der Stirn oder zwischen den Augen, nach dem die Inder ihre Bevölkerungsgruppen unterscheiden, wäre eine kostengünstige Alternative:

Ein Punkt auf der Stirn für einen ALG I Empfänger.
Zwei Punkte auf der Stirn für einen ALG II Empfänger.
Drei Punkte auf der Stirn für einen ALG II Empfänger mit 1 Euro Job.
Kein Punkt für Angehörige einer Bedarfsgemeinschaft ohne eigenes Einkommen.
Einen Strich für besserverdienende Nocharbeitnehmer.
Einen Strichpunkt für normalverdienende Nocharbeitnehmer.
Einen Doppelpunkt (damit die Umstellung später nicht so schwer fällt) für geringverdienende Nocharbeitnehmer.

Die Verwendung von Leuchtfarbe würde dazu noch die nächtliche Ortung durch die Ordnungsbehörden erleichtern:  

Außerdem würde ich noch das öffentliche Tragen von Parteiabzeichen oder Parteibüchern am Revers oder am Bande begrüßen und diesen Personen vor der Hatz
  • Hatz I, normales Spießrutenlaufen
  • Hatz II, unkoordinierte Hetzjagd
  • Hatz III, gezielte Treibjagd
  • Hatz IV, organisiertes Kesseltreiben
durch die Straßen dieser Republik, einen nach dem Verursacherprinzip gestaffelten Vorsprung in Metern vor den Hartz I bis Hartz IV Betroffenen einräumen

Auch für Vertreter der Gewerkschaften bietet sich eine separate Kennzeichnung an, damit sie nicht mit Managern aus der Wirtschaft verwechselt werden können. Ein leichtes Brett vor dem Kopf in Verbindung mit einer rosaroten Brille müsste eigentlich genügen.

Für  Wirtschaftsmanager, Vorstände,  Aufsichtsräte und Kapitalanleger könnte man auf eine Kennzeichnung verzichten und auf die vorhandene Uniformierung mit Anzug und Krawatte zurückgreifen. Je feiner das Tuch und je seidiger der Binder, desto kapitaler der brunftig röhrende Hirsch.
Jetzt versuche ich mir gerade vorzustellen, wie zahlreiche Bezieher von ALG II das Sicherheitsgefühl in Frankfurt stärken, wenn sie in Ausübung ihres 1-Euro-Jobs auf der Suche nach Parteibuchträgern, Gewerkschaftsmitgliedern und Gutbetuchten durch die Straßen von Frankfurt streifen.
Was das mit Sicherheit zu tun hat wollen Sie wissen?
Na, man wird sicher in Sack und Asche, leerem Geldbeutel und Schuhen von Deichmann schneller laufen können, als mit Bimbeskoffer, dicker Brieftasche und Schuhen von Gucci.

Wollen wir wetten?

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