Machopan - Rauchzeichen

31.03.2005 um 05:45 Uhr

Staub Sauger

Die Oma hätte noch gewusst wie man mit dem Problem fertig wird.

Aber in einer modernen Gesellschaft mit modernen Bürgern und modernen Gesetzen und innovativen Politikern (irgendwie passt das nicht zu modern) wird das Problem erst ignoriert, dann in Gremien verschoben und dort zerredet, um zuletzt auf die lange Bank oder den anderen in die Schuhe  geschoben zu werden.

Und wenn sich der Staub dann wieder gelegt hat, beginnt die ganze Zeremonie von vorne.

Sie haben es sicher schon erraten, es geht um Staub.
Steht ja auch schon in der Bibel: Asche zu Asche und Staub zu Staub.
Und an manchen Orten in der BRddr gibt es jetzt schon mehr Staub als es bis Sylvester erlaubt ist. Und wie immer haben die „öffentlichen Hände“ zu wenig Asche in ihren Kassen um die Berater zu bezahlen, die über das Problem nachdenken wollten.

Also wird erst mal großflächig nach den Bösewichten gefahndet, denen man den Staub in die Schuhe schieben und die Asche aus der Tasche ziehen kann.

Der Verkehrsstolpe war ja sofort der Meinung, dass die bösen Brummis, die die Maut umfahren an der Misere schuld sind. Da hätte er sich vorher ein bisschen schlau machen müssen, denn das Problem mit dem Staub gab es schon lange vor der Maut. Und wenn es so wäre, wie der Verkehrsstolpe behauptet, dann hätte er statt den OBU’s erst mal Feinstaubfilter in die Brummis installieren lassen müssen. Aber das ist ja nicht das erste Mal, dass der Verkehrsmanfred was verkehrt gemacht hat.

Der Umweltjürgen hat auch gleich gewusst was Sache ist und den Bundesländern vorgeworfen, die Angelegenheit auf die lange Bank geschoben zu haben. Dabei ist die Luftqualität am Sitz unserer Regierung in Berlin auch nicht gerade staubfrei. (Achtung: PDF-File)
Kann ja auch nicht anders sein, wenn die Jungs da über allem schweben, von Zeit zu Zeit auf den Boden kommen, viel Staub aufwirbeln und dann wieder abheben. Gibt es in Berlin eigentlich ein Nachtflugverbot für rot-grüne Tiefflieger?

Ohne große Diskussion hatten Bundestag und Bundesrat im Jahre 2002 die EU-Richtlinie 1999/30/EG abgesegnet. Da wurde nicht lange diskutiert und unter dem üblichen Fraktionszwang rasch aus EU-Artikeln deutsche Gesetze gebastelt, die sich wohl kaum einer der Abgeordneten in seiner knapp bemessenen Zeit (!) vor der Abstimmung im Parlament durchgelesen hat. So wurde halt übersehen, ignoriert oder schlichtweg nicht verstanden, was da im Rubrum unter „Grenzwerte für Partikel“ stand.
Und so können Neuerungen, je nach den Talenten derer, die sich daran reiben, Wunder wirken oder zu Staub werden.

Ja und daher staubt es jetzt in der Republik.
Und der guten Vorschläge gibt es wieder viele. Vom Sperren der Innenstädte ist die Rede und von sonntäglichem Fahrverbot. Auch das Wort „Innenstadtmaut“ konnte ich der Presse schon entnehmen. Ganz Clevere meinen, dass man mit einer ordentlichen Stadtreinigung den Feinstaub in die Kanalisation spülen könnte.

Dabei wird überhaupt nicht erkannt, welche wirtschaftlichen Möglichkeiten in der zunehmenden Verstaubung unserer Gesellschaft liegen. Bis jetzt haben ja nur Politiker und Wirtschaftsbosse abgestaubt wo es nur ging. Doch das ist jetzt nicht mehr genug.
Deutschland braucht mehr Abstauber!
Deutschland braucht Staubfänger!
Deutschland braucht Staubsauger!

Millionen von 1-Euro-Jobs könnten so entstehen. Gell Herr Clement, das sind wir doch sicher mal (ausnahmsweise) einer Meinung.
Und jetzt kommt endlich auch das Knoff-Hoff von meiner Oma ins Spiel.
Denn damit sich der Staub nicht mehr so schnell auf die wiedervereinigte BRddr legen kann und den Bürgern die Lunge verseucht und das Atmen erschwert, sich in Parlamenten und Behörden auf immer neuen Gesetzesvorlagen, Regierungserklärungen und Aktenbergen ablegt und den Blick auf die wirklichen Problem dieser Republik vernebelt, schnappt sich jeder ALGII einen Eimer Wasser und einen Scheuerlappen.
Auf einen Liter Wasser gibt man dann 1 Teelöffel haushaltsüblichen Essig und 1 Teelöffel Glyzerin dazu. Es darf auch durchaus etwas Nitro zum Glyzerin beigemengt werden. Das Ganze vorsichtig umrühren und mit einem feuchten Lappen die ganze Republik abputzen. Immer von oben nach unten, damit es den Dreck runterspült.

Und die Volkstreter, Wirtschaftsbosse und Sachverständigen, die immer das Maul so schnell und weit aufreißen, obwohl sie eigentlich nichts -und schon gar nichts Neues- zu sagen haben, sollten daran denken, dass ein Mensch nie mehr Staub aufwirbeln sollte, als er bereit ist zu schlucken.

Pulvus et umbra sumus.
Zu Deutsch: Staub sind wir und manche haben einen Schatten – aber nicht immer auf der Lunge.

Und nun auf auf, ihr Staub Sauger, lauft und saugt Staub,
saugt alles auf, auch schwarzen Feinstaub und braunes Laub,
bevor die staubigen Brüder sich in einer Staubwolke mit dem Abgestaubten aus dem Staub machen .

Na ja, die Muse hat mich bei diesem Reimversuch ja nicht gerade geknutscht.
Ich bitte mir diesen schweren Verstoß gegen die deutsche Sprache in Anbetracht der frühen Morgenstunde zu verzeihen.
Ich werde Sie dafür in mein Morgengebet einschließen.
Und nun muss ich in die Maloche.

Einen schönen staubfreien Tag noch.

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29.03.2005 um 05:45 Uhr

Leermaterial

Irgendwie kam mir die Meldung gleich komisch vor.
Da hatte doch ein Pädagoge gegen seine Versetzung geklagt, weil er die von ihm erstellten Unterrichtsmaterialen bis zu seiner Pensionierung weiter verwenden wollte.

«Ein 55-jähriger Musiklehrer aus Göttingen wurde von seinem Arbeitgeber von der Orientierungsstufe an die Hauptschule versetzt. Der Lehrer wollte aber lieber Gymnasiasten unterrichten und klagte gegen die Versetzung: Er könne so seine Unterrichtsmaterialien nicht bis zur Pensionierung weiterverwenden.
Seine Klage scheiterte jedoch vor dem Verwaltungsgericht Göttingen: Ein Lehrer dürfe nicht darauf vertrauen, dass er einmal erstellte Materialien bis zur Pensionierung weiterverwenden könne, befanden die Richter in ihrem Beschluss (Aktenzeichen: 3 B 264/04).»

Mich erinnert das an meine eigene Ausbildung und das Fach „Informationsverarbeitung“.
Da hatten wir einen Dozenten mit Namen „Maier“ (der hieß wirklich so). Der gute Mann kam immer mit einem total zerfledderten Lehrbuch, in dem die wichtigen Dinge rot markiert waren und die weniger wichtigen Dinge gelb. Mit diesem Ding hat er sich „hingesetzt“ und daraus 45 Minuten lang vorgelesen. Dann ist er aufgestanden und ist gegangen. Das war seine „Vorlesung“, deshalb heißen die Dinger wahrscheinlich so. Bei uns hieß das nur „Maier’s Märchenstunde. Denn er las uns von Lochkarten und binären und analogen Signalen, von RPG und Sortiermaschinen, von Magnetkarten, Schnelldruckern und Batchverarbeitung vor, während im Rechenzentrum ein IBM 4041 Mainframe stand und wir längst im „Closed Shop Betrieb“ an Bildschirmen mit PL1, COBOL und Fortran programmierten.

Ich hatte geglaubt, mit der Pensionierung von „Informations-Maier“ wäre der letzte „Pädagoge“ diese Art aus dem Bildungsprozess entfernt worden. Da habe ich mich wohl getäuscht!
Na ja gut, immerhin ist „Musik“ ja nicht so wichtig wie „Informationsverarbeitung“.
Oder sind hier die Gründe für den Niedergang der deutschen Musikindustrie zu suchen?
Wie hieß denn dieser Superhit mit dem anspruchsvollen Text und der beindruckenden Melodie in den Charts da noch mal?
War das „Schnappi“ oder die „Perfekte Welle“?

Was waren das doch noch für Zeiten als in der westlichen, nach Osten zugemauerten BRD „The Egerländers“ und Songs wie die „Sauerkrautpolka“ oder „Da Da Da“ aus den Lautsprechern pupsten.

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25.03.2005 um 05:45 Uhr

Ach du dickes Ei

Jedes Jahr immer wieder die gleiche Sauerei.
Um sich die Eier zu vergolden, haben die Mineralölkonzerne mal wieder vor dem Osterfest die Spritpreise angehoben.
Der Liter Superbenzin kostet jetzt 1,199 Euro. Nicht pro Gallone, sondern pro Liter.
Wenn das so weitergeht, wird bald eine Tankfüllung einen dreistelligen Eurobetrag kosten.
Da wird sich der Finanzminister Häschen Eichel mitfreuen, denn mit der Mineralölsteuer und der Mehrwertsteuer obendrauf ist er immer mit dabei.

Und massenhaft werden in deutschen Familien wieder die kleinen Kinder angelogen und die Story vom Osterhasen erzählt, der durch den Garten hoppelt und Eier in die Büsche kullern lässt.
Dabei haben die Kleinen schon die erste Hasennummer hinter sich und warten vergeblich auf den nächsten Eisprung, wie man aus den Pressemeldungen über die stetige Zunahme minderjähriger Mütter erfahren muss.

Und wer jetzt über die Osterfeiertage leichtsinnig wird und nicht „Nein“ sagen kann, könnte damit eine unerklärliche Zunahme an Gewicht auslösen, die sich um die Weihnachtszeit mit dem Ausruf „Oa Oa erklären würde.

Denn es ist das Osterfest alljährlich
nicht nur für Has und Häsin sehr beschwerlich.
Selbst die Hühner müssen ran,
denkt sich so der „Machopan“
Und auch Mann und Weib
völlen sich den Leib.

Fröhliche Osterfeiertage

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24.03.2005 um 05:45 Uhr

Erziehungsprozess

Haben Sie schon oder noch Kinder?
Oder sind Sie etwa noch am überlegen, ob Sie welche wollen.

Also so langsam kann ich Menschen verstehen, die „kinderlos“ bleiben wollen.
Nein, ich meine nicht schon wieder diese blödsinnige Gentestdebatte bei den Kuckuckskindern, deren Persönlichkeitsrechte verletzt werden, wenn der Samenspender gerne wissen möchte, ob er für sein eigen „Fleisch und Blut“ bluten muss.

Ich meine ein Urteil des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe, das ich bei www.anwalt-tv.net gefunden habe.
Doch lesen Sie selbst:

«Eltern müssen minderjährigen Kindern Prozess vorfinanzieren.
Eltern müssen ihren minderjährigen Kindern einen Prozess vorfinanzieren. Das geht aus einem in der Zeitschrift «BGH Report» (Ausgabe 1/2005) veröffentlichten Beschluss des Bundesgerichtshofes (BGH) in Karlsruhe hervor. Die Vorschusspflicht sei Teil der gesetzlichen Unterhaltspflichten der Eltern, befanden die Richter. Das minderjährige Kind habe daher grundsätzlich keinen Anspruch auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe aus der Staatskasse (Az.: XII ZA 6/04).
Das Gericht verpflichtete mit seinem Spruch ein Elternpaar, ihrem minderjährigen Kind einen Prozesskostenvorschuss zu zahlen. Die Eltern waren der Auffassung, sie seien dazu nicht verpflichtet, da sie finanziell selbst kaum in der Lage seien, den Prozess zu bezahlen. Der BGH ließ dies nicht gelten. Denn die Eltern hätten durchaus die Möglichkeit zur ratenweisen Finanzierung des Prozesses.
So lange sie dazu in der Lage sind, wäre es nicht vertretbar, dass der Steuerzahler für die Prozesskosten aufkommen müsse, heißt es in dem Beschluss. Prozesskostenhilfe könne daher in diesen Fällen nur unter der Voraussetzung bewilligt werden, dass das minderjährige Kind das Geld ratenweise an die Staatskasse zurückzahlt.»

Haben Sie sich schon wieder beruhigt?
Ok, Sie können ja noch ein Weilchen aus dem Fenster starren und sich überlegen, wie Sie sich bei der nächsten Forderung nach Taschengelderhöhung in Anpassung an die gestiegenen Lebenshaltungskosten eines minderjährigen Jugendlichen verhalten wollen.

Wollen Sie es auf einen Prozess ankommen lassen oder zahlen Sie freiwillig?
Denn eines ist klar, egal was Sie machen, von ihrem Nachwuchs bekommen Sie das Geld nie wieder. Noch nicht einmal im Rahmen des Generationenvertrages.

Falls Sie sich überlegen, die Finanzierung ihres Nachwuchses mit einem schriftlichen Kreditvertrag und Ratenzahlung zu regeln, sollten Sie bedenken, dass Minderjährige nur beschränkt geschäftsfähig sind.
Auch sollten Sie beachten, dass für jugendliche Berufsanfänger nicht gerade die rosa Zeiten ausgebrochen sind. PISA, fehlende Lehrstellen und hohe Arbeitslosigkeit sind nicht zu unterschätzen. Und wenn das Ganze dann auch noch durch entsprechendes Auftreten und Outfit (Piercing, Tattoo, Frisur, Haarfarbe, Kleidung, Sprache, Körperhaltung) ihres Nachwuchses verstärkt wird, können Sie sich die Rückzahlung das Darlehens in die gleichen Haare schmieren, die sie sich beim Lesen des Urteils sicher schon gerauft haben.

Was ich Ihnen im Rahmen meiner Erfahrungsberichte und Beratung in allen Lebenslagen zur Lösung vorschlage?
Werden Sie schwul oder lesbisch, dann wären Sie in guter Gesellschaft und hätten ein Problem weniger.

In diesem Sinne "Fröhliche Ostern" im Kreise der Familie.

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23.03.2005 um 05:45 Uhr

Das Euroschwein

Gestern war ich auf der Bank, weil ich wohl vergessen hatte mein Sparschwein auf Euro umstellen zu lassen. Zu Zeiten der Deutschen Mark blieb am  Ende des Monats immer ein bisschen Kleingeld übrig, das ich dann dem wolllüstig grunzenden Schweinchen in den Schlitz stecken durfte.
Aber seit der Einführung des Euro muss ich auf diese liebgewonnene Zeremonie verzichten, denn es gibt für mich nichts mehr zum reinstecken. Wir sind richtig arme Schweine geworden, mein Schwein und ich.

Und deshalb wollte ich mal mit meinem Sparschwein bei der Bank vorsprechen, ob die vielleicht einen Trick wissen, wie man mein Schwein eurofähig machen kann.
Ich hatte gerade mit meinem Schwein unter dem Arm auf dem Besucherstühlchen vor meinem Berater Platz genommen als das Telefon klingelte.  Der Herr Berater blickte mich entschuldigend an, zuckte die Schulter und meinte in meine Richtung: "Einen Moment bitte, ich habe gleich Zeit für Sie".
Und ohne meine Antwort abzuwarten, sprach er dann ins Telefon:

Guten Tag. Mein Name ist Müller von der Bank für die Gemeine Wirtschaft. Was kann ich für Sie tun? Ach Sie sind es schon wieder! Was wollen Sie haben?  Einen Konsumentenkredit? Aber jetzt mal langsam, Sie sind doch schon verschuldet bis über beide Ohren. Und außerdem verstoßen Sie schon seit einigen Jahren gegen die Auflage, sich pro Jahr nicht mit mehr als 3% neu zu verschulden.
Ja auch wir wissen, dass die Zeiten schlecht sind und es immer schwieriger wird finanziell über die Runden zu kommen. Bisher ist Ihnen das ja noch durch den Verkauf von Vermögensgegenständen einigermaßen gut gelungen. Doch Sie haben jetzt lange genug Immobilien und Aktienanteile verscherbelt und Forderungen verkauft. Wir beobachten das schon genau, was Sie da treiben, schließlich stehen Sie bei uns ja mit einem erklecklichen Sümmchen in der Kreide.
Nein, jetzt hören SIE mir mal gut zu. Wir haben uns bisher immer kooperativ gezeigt, aber ich muss Ihnen ganz klar sagen, dass es einen Konsumentenkredit in Ihrer finanziellen Lage nicht geben wird. Bringen Sie endlich ihren Haushalt und vor allem Ihre Ausgaben unter Kontrolle.

Ja ich weiß auch, dass Sie das immer wieder versuchen, aber beim Versuch ist es doch leider geblieben und außer  Beteuerungen und gebrochenen Versprechungen haben Sie bisher doch nichts vorzuweisen.
Nein -  also guter Mann, das nehm ich Ihnen jetzt wirklich nicht mehr ab. Es sind nicht die gesunkenen Einnahmen, die Ihre Finanzprobleme verursachen. Es sind nach Ansicht unseres Wirtschaftsprüfers ihre unverändert hohen Ausgaben für einen - jetzt sind mir bitte nicht böse,
wenn ich das so salopp sage - Haufen unnötigen Brimbamborium und Statussymbole.  Wenn man halt kein Geld hat, dann muss man eben auch aufhören auf großem Fuß zu leben, den großen Maxe zu spielen und mit dem Geld nur so um sich zu werfen, wie Sie das tun.

Nein, es bleibt dabei, SIE bekommen kein Geld von uns. Und schon gar nicht als Konsumentenkredit. Wir kennen das schon aus den vergangenen Jahren. Ihre Unterschrift unter dem Kreditvertrag war noch nicht trocken, da haben  Sie schon überall herumerzählt, dass jetzt alles wieder OK ist, alles in trockenen Tüchern sei und SIE die Lage im Griff haben und vertrauensvoll in die gesicherte Zukunft schauen können.  Lassen Sie sich von mir sagen, dass SIE die Finanzen noch niemals sicher nicht im Griff hatten, denn um mehr auszugeben als einzunehmen braucht man noch nicht einmal einen Hauptschulabschluss.

Nein, ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass Sie von uns nochmals Geld für Ihren ausschweifenden Lebenswandel bekommen. Für Konsum und Statussymbole gibt es nix mehr. Anders wäre es wenn Sie konkrete Projekte haben und Geld investieren wollen. Auch für Umschuldungen und Tilgung von Altschulden würden wir eventuell zur Verfügung stehen.
Ach deswegen rufen Sie an! Sie wollen einen Umschuldungskredit. Ja warum sagen Sie das denn nicht gleich!  Was wollen Sie denn umschulden? Ja, da gebe ich Ihnen recht, dass man in schwierigen Zeiten kreative und innovative Finanzierungsmodelle braucht. Und was heißt das jetzt konkret im vorliegenden Fall?
Ja, das habe ich verstanden. Sie wollen die Zins- und Tilgungsleistungen für ihre Altschulden umfinanzieren und dafür brauchen Sie einen neuen Kredit.
Darf ich Sie fragen, was Sie mit den dadurch freiwerdenden Geldmitteln, die Sie bisher für Zins und Tilgung aufwenden mussten, dann machen wollen?
Ach die wollen Sie in den Konsum stecken und ihren Lebensstandard finanzieren.

Ich habe ihr Finanzierungsmodell jetzt zwar noch nicht bis zum Ende durchgedacht, aber auf den ersten Blick sieht das von der Idee her wirklich sehr innovativ aus.
Sie müssten aber für die Unterzeichnung des Kreditvertrages bei uns vorbeikommen. Wann wäre ihnen das möglich? Morgen? Ja, das ist zwar ein bisschen kurzfristig, aber ich könnte den Vertrag bis morgen fertig machen. An welche Summe hatten Sie denn gedacht? Ach, Sie haben noch keine Vorstellung wieviel Geld Sie benötigen werden. Dann lassen wir im Vertrag doch einfach die Darlehenssumme offen. Na , ist das ein Vorschlag zur Güte? Gut, in Ordnung, dann sehen wir uns morgen früh gegen 10:00 Uhr zur Vertragsunterschrift hier bei uns.
Oh, 10:00 Uhr geht nicht bei Ihnen, da haben Sie schon eine Besprechung im Ministerium. Entschuldigen Sie meine Neugier, aber darf ich Sie fragen was Sie jetzt beruflich machen?  Hatten Sie nicht mal Germanistik, Philosophie, Erziehungswissenschaft und Geschichte studiert und sind dann ins Lehramt gegangen?  So, so Sie sind immer noch in der Lehre tätig, aber jetzt auf ganz anderem Niveau. Das ist ja interessant, darf ich fragen was Sie lehren?
Ach ja, Sie lehren den Bürgern der Republik mit leerem Beutel und leeren Sprüchen das Fürchten! Ja, das ist aber mal ein schönes Wortspiel, das muss ich mir merken. Ja, ja ein kleiner Spaß am Rand muss auch mal sein, auch wenn es um Geld geht. Solange es nicht das eigene ist, sag ich immer.
Gut, dann verschieben wir also den Termin morgen auf 11:00 Uhr. Schön, dass Sie sich das einrichten können.
Bis dann und einen schönen Tag noch, Herr Eichel.

Dann legte der Herr Banksachbearbeiter und Kundenbetreuer den Hörer auf die Gabel, machte sich in aller Ruhe ein paar Notizen und hob den Kopf. Offensichtlich nahm er mich erst jetzt wieder zur Kenntnis und meinte "Entschuldigung, aber das war ein alter Kunde, den konnte ich jetzt nicht hängen lassen. Was kann ich für Sie tun?"

"Das hat sich erledigt", meinte ich kleinlaut und drückte mein eurounfähiges Sparschwein an mich, "aber wenn Sie den Eichel mal hängen lassen, dann sagen sie mir Bescheid. Dann komm ich vorbei um das Schwein eurofähig zu machen. Sie würden mir persönlich eine große Freude bereiten, wenn ich das noch erleben dürfte".

Meinem unglücklichen Sparschein habe ich dann erzählt, dass es nicht mehr auf Euromünzen umgestellt werden braucht, denn es wird bald eine Zeit kommen, wo es nur noch Papiergeld mit vielen, vielen Nullen geben wird. Und weil das dumme Schwein mir das nicht glauben wollte, haben ich ihm einen solchen Geldschein gezeigt:
1 Milliarde Reichsmark stand da drauf und dem Schwein ist vor lauter Nullen ganz schwindelig geworden.

Echt!

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22.03.2005 um 05:45 Uhr

Orakel von Berlin

Nach dem Debakel von Kiel kam jetzt das Orakel von Berlin.
Dem SPD-Oberen Münteferings Franzl, hat es jetzt im Spiegel das Maul aufgerissen und er hat zumindest mal verbal (das kann er ja gut) den Finger in die seit sechs Jahren nässende rot-grüne Wunde gelegt.

Es werde zu viel „palavert“ hat der Franzl gemeint und das müsse in „Zukunft energischer“ geschehen. „Entscheidungen“ müssten schneller getroffen werden, nicht so „klein-kariert“ angedacht und „lange diskutiert“ werden, bevor sie der erstaunten Öffentlichkeit präsentiert werden.
 Als gelungene Beispiele dafür nannte er die jüngst vereinbarten rotgrünen Entwürfe für das Energiewirtschaftsgesetz, das zweite Gentechnik-Gesetz und das Anti-Diskriminierungsgesetz.
«Er persönlich habe zwar keine Probleme im Umgang mit den Partei- und Fraktionsvorsitzenden der Grünen, betonte der SPD-Vorsitzende, der auch Fraktionschef seiner Partei ist. Aber er betonte, keine Partei und keine ideologische Linie habe von Anfang an die Wahrheit auf ihrer Seite. "Und da muss klar sein, dass unsere Ansichten von den Dingen mindestens so viel wert sind wie die der Grünen." Aus beiden Positionen heraus müssten vernünftige Kompromisse entwickelt werden.» zitiert ihn der Spiegel.

Dann meinte Münte noch: „Rot-Grün sei das Beste, was Deutschland zu bieten habe.“
Nach dem Genuss dieses Satzes war in meinem Hirn erst mal – nix.  Black-Out!  Leere! Stumpfsinniges Starren auf unschuldiges Zeitungspapier mit Druckerschwärze, mit dem man sich ganz früher nach dem Lesen noch den Darmausgang reinigen durfte. Doch eine derartige Verwendung des Spiegel-Papiers hätte die Ausführungen des Herrn Müntefering geadelt.

Dann so langsam schwappte sich etwas Hirn in meinem Schädel wieder in die Ausganglage zurück und nahm den brutalst unterbrochenen Denkvorgang wieder auf.
Dass nach mehr als sechsjähriger Regierungsarbeit ausgerechnet das „Antidiskriminierungsgesetz“ und das „Energiewirtschaftsgesetz“ als Nachweis erfolgreicher rot-grüner Schaffenskraft herhalten muss, ist doch der pure Offenbarungseid, denn was ist mit den anderen „erfolgreichen“ Gesetzen und Projekten?
Was ist mit der „Reform des Arbeitsmarktes, Hartz IV und ALG II“?
Was ist mit der „großen Steuerreform“?
Was ist mit dem „Abbau von Bürokratie“?
Was ist mit dem „Aufbau Ost“?
Was ist mit der Reform des „Gesundheitssystems“?
Was ist mit der „Bildungsoffensive“?
Was mit der „Schaffung von sozialer Gerechtigkeit“?

Ist das jetzt alles schon erledigt?
Oder war das alles nix gegen das was noch kommt?

Das Antidiskriminierungsgesetz in der vorliegenden Form ist Schwachsinn hoch drei und für den Berufstand der Juristen die Lizenz zum Geld drucken.
Die Verschärfung des Versammlungsverbots war so nötig wie ein Loch im Kopf.
Das Energiewirtschaftsgesetz kann sich Rot-Grün in die Haare schmieren, denn es wird eine weiteren Erhöhung der Energiepreise nicht verhindern (wollen), denn wer wird es sich schon mit seinen ehemaligen und zukünftigen Arbeitgebern verscherzen.
Und die Arbeitslosen können jetzt zusehen wie um die Finanzierung der Körperschaftssteuersenkung gestritten wird, oder was?

Und ich starre auf die Schreibweise von Rot-Grün an und erwische mich dabei wie ich immer wieder „Rot minus Grün“ vor mich hinmurmle.  Wenn ich damals in der Schule, als im Physikunterricht die Spektralfarben an der Reihe waren, besser aufgepasst hätte, dann müsste ich mir jetzt darüber nicht den Kopf zerbrechen, was das wohl für ein Licht auf die Republik werfen würde.
Doch eines weiß ich noch:
Alle Farben zusammen sind „weißes“ Licht und gar keine Farbe ergibt dunkelstes Schwarz.
Von dem einen wird man geblendet und beim anderen tappt man im Dunkeln.
Der Volksmund nennt diesen Zustand „Zappenduster".

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21.03.2005 um 05:45 Uhr

Killerqueen und Queenkiller

Die „Königin“ ist tot, es lebe die „Königin“ möchte man rufen, wenn einem der Satz nicht vor Empörung im Halse stecken bleiben würde.
Denn es war kein Tod der durch das hohe Lebensalter der Monarchin bedingt war. Auch hat sie sich nicht für ihr Volk geopfert oder ist gar durch eigene Hand aus dem Diesseits verschieden. Sie wurde auch nicht von ihren politischen Gegnern auf dem Scheiterhaufen verbrannt, wie die Jungfrau von Orleans.
Es war wohl eher eine Kombination aus Dummheit, Ignoranz und Machtgier, die sie das politische (Über-)Leben kostete. Da kann und braucht man kein Mitleid zu haben. Davon hat die gefallene Monarchin selbst genug. Von derartigen Spenden und Beileidsbezeugungen kann daher sicher abgesehen werden.

Dass die menschlichen Schließmuskeln aus Angst und im Angesichts des nahenden Todes zu spontanen Fehlfunktionen neigen, weiß schon jedes Kleinkind.  Einem (mir unbekannten) Kameramann ist es jetzt gelungen dieses Ereignis, das sonst in aller Stille stattfindet, zu visualisieren und Schandmaennchen (www.schandmaennchen.de) hatte mal wieder die richtige Überschrift dazu.


NUn schaut normalerweise der zivilisierte Bürger diskret zur Seite, wenn einem seiner Mitmenschen ein solches „Malheur“ geschehen ist und etwas in die Hose ging, das auch noch heftig mufftelt.

Doch wenn es sich bei diesem Mitmenschen um einen Politiker oder eine Politikerin handelt, ist das alles ganz anders. Denn bei dieser Spezies geht nicht einfach „etwas in die Hose“, da wird auch nicht einfach nur „Scheiße“ gebaut. Hier geht es um ganz andere Dimensionen und schuld haben – wie immer – die Anderen, die Bösen, die Verräter.

Nicht nur von Verrat ist nun die Rede.
Politiker und auch manche Medien müssen zum Substantiv auch noch möglichst negativ besetzte Adjektive kombinieren. Da schreibt oder spricht man dann von schäbigem Verrat, ehrloser Schweinerei, hinterhältigem Dolchstoß, feigem Heckenschützen und offenen Messern.

Wobei mir persönlich das "offene Messer" am besten gefällt, denn die "rote Heide" ist dem "Heidemörder" doch aus eigener Dummheit, Verbohrtheit  und Machtgier viermal hintereinander ins offene Messer gelaufen.
Der Kölner Express hat die Situation trefflich beschrieben:
«Wenn jemand nicht wusste, was die Uhr geschlagen hat, dann war das Heide Simonis. Was im Kieler Landtag passierte, ist an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten. Erst vom Wähler abgestraft und dann noch von einem Heckenschützen in den eigenen Reihen gleich vier Mal hintereinander gezielt abgeschossen, schlimmer könnte das Desaster für sie nicht sein. Ihr Kleben an der Macht um jeden Preis hat Rot- Grün nicht nur an der Förde, sondern bundesweit die Blamage des Jahres beschert. Das Nachbeben des Heide-Debakels dürfte vor allem die rot-grünen Wahlkämpfer in NRW mächtig durchschütteln vor allem, weil Simonis nicht direkt nach dem vierten Versuch die Konsequenzen zog und zurücktrat. Völlig unverständlich ist zudem das Verhalten des Landtages. Als wäre überhaupt nichts gewesen, will er sich jetzt erstmal eine lange Osterpause gönnen, statt umgehend die faulen Eier im Land zu beseitigen. Das eigene Wohl ist den Politikern offenbar wichtiger als das Wohl des krisengeschüttelten Landes - einfach jämmerlich!»

So ein Theater!
Und das nur weil "die" Heide Simonis in einer demokratischen, geheimen Wahl nicht mehr zur Ministerpräsidentin des Bundeslandes Schleswig-Holstein gewählt wurde. Die Reaktion von Frau Simonis und ihrer rot-grünen Gesinnungsgenossen zeichnen ein schlimmes Bild von deren Demokratieverständnis, der Selbstbedienungsmentalität und der Selbstbeweihräucherung einer Politclique, die sich in ihren Ämtern und Pfründen eingerichtet und eingeigelt hat.
Mich erinnert das so ein bisschen an den alterssenilen Erich Mielke vom MFS, einer der meist gefürchteten Männer der DDR, der sich nicht erblödete kurz vor seinem unrühmlichen politischen Ende mit tränenerstickter Stimme und dem Satz "Aber ich liebe euch doch alle" für seine Schandtaten rechtfertigen zu wollen.
 
Die Zeiten werden angesichts der Lage der Nation und angesichts der Lage von mehr als 5 Millionen Arbeitslosen härter. Daher kann Frau Simonis sicher noch froh sein, dass sie nur mit demokratischen Mitteln aus dem Amt entfernt wurde.
Es kann durchaus geschehen, dass diese Gunst ihren Genossen nicht mehr gegeben sein wird.
Jegliche Geduld hat irgendwann mal ein Ende. Auch die des tumben Volkes.
Mir ist auf jeden Fall bei den Vorgängen und Kommentaren zum "Heidemörder" und zu der "Ki(e)ller Komödie" das Messer im Sack aufgegangen.
Nicht nur ich werde vermutlich den "wackeren und standhaften Demokraten" (Kombination aus Substantiv und positivem Adjektiv) in mein Nachtgebet einschließen, weil er die "62-jährige rote Heidekönigin" auf ganz einfache Art und Weise aus dem Verkehr gezogen hat.
Die meisten ihrer Untertanen, die in diesem Alter schon längst zwangsweise in den Armutsruhestand verabschiedet wurden, werden das ähnlich sehen.  
Vielleicht trifft man sich ja mal mit der „Queen“ vor der Bundesagentur oder beim Seniorennachmittag der AWO und kann ihr dann beim „die Meinung geigen“ ins Auge sehen.
Denn auch kleine Bürger mögen keine „politischen Schweinereien“ (Substantiv mit neutralem(!?) Adjektiv) mit denen "machtgeile Berufspolitiker" (Substantiv mit negativem Adjektiv) versuchen, dem schwindenden Wählervertrauen und den verlorenen Mehrheiten ein Schnippchen zu schlagen.
Das ist der roten Heide aber mächtig in die Hose gegangen – „HADDUMACH PAMPA HEIDE?“

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18.03.2005 um 05:45 Uhr

Die Qual der Wahl

Manche Zeitgenossen nennen Heide Simonis auch „die Pattex-Heide“, weil sie an ihrem Ministersessel klebt wie angeschweißt. Seit dem Auszählen der Wählerstimmen nach der Wahl am 20. Februar war vielen klar, dass es so wie bisher nicht weitergehen wird.
Heide Simonis gehörte nicht dazu.
Das Lachen ist der „roten Heide“ heute am 17. März, wohl endgültig vergangen, denn in vier Wahlgängen hat es nicht zur Wahl zur Ministerpräsidentin gereicht, weil einer der Abgeordneten das Geklüngel um die Machtverteilung nicht mitgemacht und sich eisern seiner Stimme enthalten hat.
Wer immer es auch sein mag, das ist sein gutes Recht als Abgeordneter, der nach der Landesverfassung nur seinem (eigenen) Gewissen verantwortlich ist. Von Fraktionszwang steht nichts in der Verfassung, den haben die Parteichefs erst später dazu erfunden.
Statt nach dem knappen Wahlergebnis das einzig Richtige zu machen und eine „große“ Koalition zu suchen, versuchte Simonis den Ritt auf der Rasierklinge und dabei hat sie sich jetzt das Sitzfleisch ziemlich heftig zerschnitten.
So heftig, dass hässliche Narben bleiben werden, wenn nicht gar der politische Tod eintritt. Nach vier verlorenen Wahlgängen muss man schon ziemlich verbohrt, verblendet und lernresistent sein, um die Zeichen der Zeit nicht mehr zur Kenntnis nehmen zu können.
Ein bei Politikern mit zunehmender Amtszeit häufig zu beobachtendes Phänomen.
 
„Das Spiel ist aus, Heide“, möchte man ihr zurufen, „the party is over“ und „ich hab’s schon immer kommen sehen“. Denn seit 1993, seit Heide als Nachfolgerin von Björn Engholm Ministerpräsidentin (die einzige in der BRddr) von Schleswig-Holstein wurde, hat die SPD bei jeder Wahl Stimmen verloren. 1996 sogar die absolute Mehrheit.
Und nu ist der Sack zu!

Was jetzt kommt? Hoffentlich nicht noch mal so eine Wackelkonstruktion wie mit der SSW, von denen es ja keiner gewesen sein will, der der Heide die Gefolgschaft versagte. Aber was Genaues weiß man nicht, denn „Dänen lügen nicht“.
Vernünftig wären nun Neuwahlen, ein anderer rot-grüner Kandidat als Ministerpräsident oder eine „große“ Koalition. Aber das wäre das endgültige Eingeständnis der Niederlage und das würde einigen Herren in Berlin gar nicht gefallen.
Und der neue Ministerpräsident des Landes würde sicher nicht Simonis heißen.

Soweit hätte es nicht kommen müssen, wenn die Heide eben rechtzeitig eingesehen hätte, dass sie nicht die „Landesmutter“ auf Lebenszeit, sondern nur eine auswechselbare Angestellte des Landes Schleswig-Holstein ist.
«Dabei hatte sie noch vor der jüngsten Landtagswahl erklärt: "Ich würde es mir gerne ersparen, wie Kurt Biedenkopf vom Stuhl gekratzt und raus getragen zu werden."», schreibt der Spiegel und weiß über den Abweichler, der seine Stimme so konstant enthalten hat, zu berichten, dass «da wohl irgendwelche persönlichen Animositäten eine Rolle gespielt haben müssen».

Also vom Stuhl gekratzt worden ist sie heute schon, denn mit ihrem Machtanspruch und ihrem teilweise auch sehr rustikalem Umgangston, hat sich die „rote Heide“ auch in ihrer eigenen Partei nicht nur Freunde gemacht.
Peer (wer?) Steinbrück, ehemaliger Wirtschaftsminister in Simonis' Kabinett, bezeichnete ihre Politik einmal als "Klein-klein auf Pepita-Niveau".
Ich nenn das eher „kleinkariert“ und außerdem  wäre mir persönlich ein „Ende mit Schrecken“ lieber als ein „Schrecken ohne Ende“.
Oder können sie mir erklären, wie die Frau Ministerpräsidentin Simonis unter solchen Voraussetzungen auf die Idee kommt, noch mal für fünf Jahre im Amt bleiben und zum Wohle des Landes agieren zu wollen.
Doch sicher nur zum Wohle der Ministerpräsidentin und zur Befriedigung des eigenen Egos.

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17.03.2005 um 05:45 Uhr

Neun gute Gründe

Heute mein Freund wird es noch was geben.
Was Genaues weiß man noch nicht, wird es aber bestimmt im Laufe des Tages aus den Medien erfahren.

Nur ich habe schon mal so eine Ahnung, denn es wird sicher etwas sein, was man „ergebnisneutral gegenfinanzieren“ kann.
Also auf gut Deutsch „ebbes was nix koscht“.
Und damit „au ebbes was nix bringt“.

Würde mich auch wundern, wenn dem Typ mit dem lustigen „Visitenkärtle“ von 1998 in den sechs Jahren seiner Amtszeit was Neues eingefallen wäre.

Damals waren es noch 9 Gründe und der Altkanzler.
1. Senkung der Arbeitslosenzahlen
2. Ausbildungsoffensive und Arbeitsplätze für Jugendliche
3. Chefsache „Aufbau Ost“
4. Offensive in Sachen Bildung und Innovationen
5. Innere Sicherheit
6. Neue Frauenpolitik
7. Reform der Steuersysteme
8. Bezahlbare Gesundheit
9. Soziale Gerechtigkeit

Heute sind es nur noch sechs Punkte, die wir im Laufe des Tages erfahren werden.
Egal was es ist, „ich gebe Ihnen neun gute Gründe nicht mehr SPD zu wählen. Der zehnte heißt Schröder, denn der hat uns lange genug verkohlt“.

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16.03.2005 um 05:45 Uhr

Jobgipfel

Als Gipfel bezeichnet man die Spitze einer Erhebung im Gelände, im Volksmund auch „Berg“ oder „Hügel“ genannt, wobei meist die Höhe der Erhebung als Unterscheidungsmerkmal verwendet wird. Was dabei als "hoch" angesehen wird, ist stets relativ zur umgebenden Landschaft.
Berge und/oder Hügel sind meist die Folge von Verwerfungen unserer Mutter Erde und so eine Art Falten und Runzeln am Körper der alten Dame.

Berge können auf der Erde kaum höher als 9 km emporragen. Dies liegt daran, dass die Basis des Bergs sich ab dieser Höhe aufgrund des enormen Drucks verflüssigt und so die Maximalhöhe festgelegt wird. Mit Basis ist dabei das den Berg umgebende Flachland gemeint.
Außerdem wird mit zunehmender Höhe eines Berges die Luft am Gipfel immer dünner, das heißt sie enthält wenig Sauerstoff und für Menschen wird das Atmen zur Qual.
Deshalb sind hohe Berge auch nicht gut für Gipfeltreffen geeignet. Nur Flachlandtiroler halten es für eine gute Idee, sich auf einem Gipfel zu einem Meinungsaustausch zu treffen. Jeder Hauptschüler, der nicht 80% des Unterrichts versäumt hat, weiß, dass Sauerstoffmangel das Gehirn schädigt und beim Denken unter Sauerstoffmangel meist nix Gescheites herauskommt.

Bevor ich jetzt zum eigentlichen Zweck meiner lang hergeholten Einleitung komme, muss ich noch eine Besonderheit der Berggipfel erwähnen. Jeder Gipfel ist auch eine Wasserscheide, also ein Grenzverlauf für das abfließende Wasser zwischen zwei benachbarten Einzugsgebieten. Meist stellt sich eine Wasserscheide als Höhenzug dar, bei dem das Wasser in zwei unterschiedliche Richtungen abfließt. Das bedeutet zum Beispiel, wenn man nach links pinkelt, dann fließt der Urin in die Nordsee und wenn man nach rechts pinkelt, dann in das Mittelmeer. Nur so zum Beispiel!
Auch politisch sind Wasserscheiden von großer Bedeutung, vor allem in Regionen in denen Wasser nur begrenzt vorhanden ist, denn oft bilden diese Wasserscheiden auch politische Grenzen.

Aber jetzt komme ich wirklich zur Sache, denn sonst sitze ich noch hier und schreibe, während sich bereits unsere Gipfelstürmer in dünner Luft darum streiten in welche Richtung zukünftig das Wasser dieser Republik den Berg hinunterfließen darf oder soll und wer zukünftig mehr Wasser auf die Mühle bekommen könnte.
Zur Zeit werden ja noch die Rucksäcke gepackt und gute Ratschläge für den Aufstieg diskutiert und angenommen oder verworfen.
Aber bald machen sich Angie „Missgriff“ Merkel, Ede „Scatman“ Stoiber, der Bundesgerhard  und andere führende Politiker mit ihren Seilschaften auf die Socken zum Gipfeltreffen.

Denn da in den letzten sechs Jahren seit der rot-grünen Machtergreifung der Berg nicht zu den Propheten kommen wollte, müssen die Propheten jetzt zum Berg gehen, um den himmlischen Weisungen näher zu kommen.
Auch wenn jetzt die Seilschaften voller Elan zum Gipfel stürmen wollen, wird daraus wohl nicht mehr als ein normaler Almauftrieb werden, der nur für Flachlandtiroler, Zugereiste oder Touristen ein gewissen Reiz besitzt, weil die noch daran glauben, dass es auf der Alm „kaa Sünd net gibt“ .
Bei Einheimischen ruft diese Versammlung von Kühen und ehemaligen Stieren, im Volksmund auch Ochsen genannt, nur noch ein müdes Arschrunzeln der Lederhose hervor, in der es sich längst ausgejodelt hat.
Einige der Unverbesserlichen versprechen sich ja noch durch die Rede vom "Superhorst Bundesköhler" einen zusätzlichen Motivationsschub, ähnlich wie bei der Rede von Roman Herzog, der vor vielen, vielen Jahren gefordert hatte, dass „ein Ruck durch Deutschland gehen müsse“.
Doch der Ruck wurde von Rot-Grün gleich eingesackt und seitdem hat es unten nur einmal heftig nach links geruckt bevor die Lenkung blockierte und die Republik sich im Kreise drehte, auch wenn es momentan so aussieht, als würde aus dem Kreisverkehr ein Schlingerkurs nach rechts werden wollen.
Weiter oben, in den besseren Südhanglagen der Republik hat es kaum geruckt, nur etwas geruckelt und gezuckelt und jetzt warten viele unten im Jammertal auf den „letzten Zucker“ von den rot-grünen Rucksacktouristen da oben.
Apropos Zucker. Den Abgang haben sich die Seilschaften schon versüßt, da wird keiner am Ende seiner Amtszeit in die Arbeitslosigkeit oder gar in die Armut abstürzen. Die können sich in aller Ruhe abseilen, bis sie wieder festen Boden unter den Füßen haben.
Ganz hoch oben auf dem Jobkrisengipfel wollen sie nun unter dem Gipfelkreuz um die göttliche Erleuchtung ringen, wer zukünftig auf welcher Seite des Berges herunterpinkeln darf. Irgendwie werden sie sich sicher so einigen und  frohen Mutes ihre Entscheidung ins Tal hinunterposaunen, dass jeder behaupten kann er hätte sich durchgesetzt.  
Denen drunten im Jammertal kann es reichlich egal sein, denn wenn die oben in sauerstoffarmer Luft ihre Blasen leeren, kommt unten sowieso nur wieder Seich (Mundart für Urin bzw.  Blödsinn) an.
Und das ist echt der Gipfel.
Glauben Sie, dass diese Gipfelstürmer begreifen, dass man einer Kuh sehr lange Zucker geben und am Arschloch lecken muss, bis es anfängt süß zu schmecken?
An gezuckerte Milch mit viel Sahne wollen wir im Moment angesichts der prekären Lage der Nation gar nicht denken. Wir sind ja ziemlich anspruchslos geworden mit unseren Bedürfnissen und haben uns an die Dürftigkeiten unserer Führungsriege gewöhnt und angepasst.

In diesem Sinne.
File Krise vom Hornochsenmeeting auf dem Jobgipfel.

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15.03.2005 um 05:45 Uhr

Managergehälter

Nun ist sie wieder da, die Diskussion um die gläsernen Taschen der Wirtschaftsmanager, denn die Regierung verlangt, dass die Chefs der Deutschland AG ihre Gehälter offen legen.
Just mal wieder zum richtigen Zeitpunkt, um von einigen anderen Problemchen dieser Republik abzulenken.
Nicht dass ich prinzipiell etwas gegen die Offenlegung von Gehälter von Managern hätte. Das ist nichts anderes als die Erweiterung der bisher schon für Aktiengesellschaften bestehenden Publizierungspflicht. Denn schon heute muss angegeben werden, was die Herren Vorstände neben ihrer eigentlichen Tätigkeit noch in den Aufsichtsräten anderer Unternehmen tun. Da kann man doch neben die Tätigkeit auch noch gleich den Betrag schreiben und fertig ist die Chose.

In anderen Länder, auch in Europa, ist das längst eine Selbstverständlichkeit.
Man muss sich einfach nur vor Augen führen, dass Manager (sofern ihnen nicht die Firma ganz oder teilweise gehört) nichts anderes sind, als gegen Entgelt beschäftigte Angestellte einer Kapitalgesellschaft. Die Jungs haben, wenn man die variablen Bestandteile ihres meist nicht geringen Gehaltes vernachlässigt, null finanzielles Risiko, denn sie wirtschaften nur mit dem Geld anderer Leute. Und denen sind sie nach dem Aktienrecht heute schon zur Rechenschaft verpflichtet. Da kommt es in der Bilanz und im Rechenschaftsbericht auf die Angabe des jährlichen Salärs auch nicht mehr an.
Und außerdem kann einer Berufsgruppe, die immer wieder laut Einkommenshöhen nach amerikanischen Standarrds begehrt, auch zugemutet werden sich den Regelwerken amerikanischer Standards zur Publizierung dieser Einkommenshöhen zu unterwerfen.

Die Sueddeutsche Zeitung hat sich jetzt unter dem Titel „Ein Maßstab für Maßlosigkeit“ dieses Themas angenommen. Nicht dass der Artikel besonders interessant wäre, aber ein bisschen zeigt er, wie von wem in dieser Sache herumtaktiert wird.
Die Frau Bundesjustizministerin Zypries, die sich erst vor kurzem mit dem Straftatbestand des unerlaubten Vaterschaftstests disqualifiziert hat, hat nun ein Gesetzesvorhaben präsentiert, das Manager zwingen soll ihre Einkünfte zu veröffentlichen. Denn «sie tragen, wenn ihre Unternehmen Zehntausende oder gar Hunderttausende von Mitarbeitern beschäftigen, ein großes Stück sozialer Verantwortung. Dem sollten sie in jeder Hinsicht gerecht werden» schreibt die Sueddeutsche Zeitung.

Das hat die Sueddeutsche doch schön formuliert!
Und die Regierung hat sich das schön ausgedacht!
Aber so richtig rund würde das Gesetzesvorhaben doch nur dann, wenn nicht nur die Wirtschaftsmanager, sondern auch die Politmanager der Deutschland AG ihre Einkünfte aus haupt- und nebenberuflichen Tätigkeiten offen legen müssten.
Denn wie schreibt die Sueddeutsche so schön:
«Wer Langzeitarbeitslose verpflichtet, ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse detailliert offen zu legen, erwartet ein ähnliches Maß an Offenheit auch von Deutschlands Topmanagern. Sie arbeiten im Dienste ihrer Anteilseigner, und sie tragen, wenn sie Zehntausende oder gar Hunderttausende von Mitarbeitern beschäftigen, ein großes Stück sozialer Verantwortung. Dem sollten sie in jeder Hinsicht gerecht werden».
Gemeint hat die Sueddeutsche zwar nur die Manager aus der Wirtschaft, aber auch für die politischen Manager muss die gleiche Richtschnur gelten.

Denn nur so würde ein Paar Schuhe daraus, aber dazu fehlen der Frau Bundesjustizministerin die Eier, und so wird es eben nur mal wieder ein Ablenkungsmanöver zur Sicherung der eigenen Pfründe bleiben.
Wie rar in dieser Deutschland AG die guten Beispiele sind und wie leicht die Schuld bei den Anderen gefunden wird,  weiß man nicht erst seit der Bundesgerd die „Mitnahmementalität“ der Deutschen öffentlich gerügt. hat.
War das eigentlich noch vor Laurenz Mayer und Arentz oder danach? So langsam fällt es mir wirklich schwer bei den ganzen Schieberen, Schweinereien und Skandälchen die Übersicht zu behalten.

Um die Nebenjobs der Politiker ist es ja verdächtig still geworden. Und damit niemand auf die Idee kommt, dieses Thema, von dem mehr als 600 Bundestagsabgeordnete und einige tausend Landtagsabgeordnete, Kreistagsabgeordnete betroffen wären, wieder aufzuwärmen, müssen jetzt eine Handvoll Vorstände von sieben im DAX gelisteten Aktiengesellschaften als die üblichen Verdächtigen herhalten.
Es ist halt immer leicht „Haltet den Dieb“ auf die andere Straßenseite zu rufen, um von dem eigenen Griff in den Opferstock abzulenken.

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14.03.2005 um 05:45 Uhr

Herkunftslandprinzip

Haben Sie das Wort "Herkunftslandprinzip" auch schon mal gehört?
Wenn ja, dann sicher nicht in positivem Zusammenhang mit dem deutschen Arbeitsmarkt.

Also das mit dem Herkunftslandprinzip ist ungefähr so, wie wenn ausländische Autofahrer, die in Deutschland auf deutschen Straßen unterwegs sind, sich nicht an deutsche Verkehrsregeln halten müssen, sondern nur an die Verkehrsregeln, die in ihrem Heimatland gelten.
Das sei gut so für die Wirtschaft, den freien Straßenverkehr und für die freie Fahrt für freie Bürger auf mautpflichtigen Straßen, behaupten die Jungs in Brüssel und unsere Traumtänzer in Berlin haben dazu nicht mit dem Kopf geschüttelt. Und als sie geschüttelt haben war es auch schon zu spät.

Was ich von einer solchen Regelung halte?
Also ich halte sie für Schwachfug hoch drei!!!
Und kommen Sie mir jetzt nicht auf die Idee, ich wäre ein schlechter Europäer.

Ich sage nur „England“ und darüber sollten Sie einfach mal nachdenken, was geschieht wenn massenhaft Engländer nach den Regelwerken ihres Heimatlandes am Straßenverkehr in Deutschland teilnehmen.

Eben!
Sie und ich wir wissen das!

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13.03.2005 um 15:16 Uhr

Wort zum Sonntag

Denk ich an Eichel – versagt mir der Speichel.
Denk ich an den Eichel Hans – versagt mir gar der Speichel ganz

Das ist zwar tiefenpsychologisch bedenklich,  aber politisch durchaus verständlich.

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07.03.2005 um 05:45 Uhr

Mitglieder zahlen

Dass die Arbeitslosenzahlen steigen und steigen und steigen, das hat ja nun der Letzte in der BRddr mitbekommen. Und dass an den Zahlen heftigst herumgeschraubt wird, um zumindest den Hauch einer Wirkung der Arbeitsmarktreformen vorweisen zu können, wissen auch fast alle, die sich dafür interessieren.
Wer sich noch nicht für das Ansteigen der Arbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft beschäftigt, lebt noch in dem Glauben, dass dieser Kelch an ihm vorbeigehen wird.
Wird er aber nicht.

Konträr zu den Arbeitslosenzahlen verhalten sich die Mitgliedzahlen der Gewerkschaften, denn die sinken.
Was auch nicht weiter wundert, denn warum sollte ein Arbeitsloser noch Mitglied einer Gewerkschaft bleiben, selbst wenn er sich aus unerfindlichen Gründen den Beitrag noch leisten könnte.
Jetzt ist eine interne Studie des Deutschen Gewrkschaftsbundes (DGB) in den Medien aufgetaucht, die sich mit dem Mitgliederschwund der Gewerkschaften beschäftigt und die Konsequenzen aufzeigt.
Jährlich 4,5% der Mitglieder sollen die Gewerkschaften verlieren und damit natürlich an Macht und an Geld.
„Es fehle an attraktiven Kampfzielen“, heißt es in der Studie und «Künftig sollten die Gewerkschaften ihre Kräfte auf wirtschaftsstarke Regionen mit vielen noch unorganisierten Erwerbstätigen und Studierenden ausrichten, heißt es in dem internen Papier weiter. Den neuen Zielgruppen sollten bessere Serviceleistungen angeboten werden, etwa Karriere- und Weiterbildungsberatung sowie Jobvermittlung. Geprüft werden soll auch die Idee nach dänischem Vorbild, "eine private Arbeitslosen-Versicherung für Gewerkschaftsmitglieder" anzubieten.»

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber wenn ich mir die Zahlen so ansehe, dann gewinne ich den Eindruck, dass wir in Bälde bei etwa sechskommquetsch Millionen einen (kurzzeitigen) Gleichstand der Arbeitslosenzahlen und der Gewerkschaftsmitglieder haben werden.
Ein Gipfeltreffen auf hohem Niveau.
Ob es da so eine gute Geschäftsidee ist, den Gewerkschaftsmitgliedern eine „private Arbeitslosenversicherung“ anzubieten – also ich weiß nicht.
Wäre es nicht besser das Geld für den Kampf um den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen auszugeben?

Mit welchem Erfolg sich die Gewerkschaften als Unternehmer agieren und das Geld verprasst, darüber können die Mitglieder schon lange nicht mehr lachen. Muss jetzt zu den Firmenleichen auch noch eine „Versicherung“ dazu kommen? Vielleicht sogar noch in Kooperation mit einer der großen Versicherer und/oder Banken dieser Republik.  
Das wäre doch echt der Hammer!
Ich geb den Damen und Herren Gewerkschaftsbossen einen Tipp (mit zwei P) und das sogar kostenlos: „Schwingt endlich euren Arsch vom Vorstandssessel auf die Straße. Macht diesem kollektivem Irrsinn aus Wirtschaft und Politik ein Ende und ruft zum Streik auf. Und wenn ihr das nicht mehr könnt, dann habt ihr eure Existenzberechtigung endgültig verloren.  Denn gegründet wurden die Gewerkschaften als Interessengemeinschaft der Arbeiternehmer zur Wahrung und Durchsetzung arbeitnehmerseitiger Interessen. Und für Arbeitnehmer wird es ja kein höheres Interessen geben, als den Arbeitsplatz zu erhalten und durch Arbeit zumindest soviel Geld zu verdienen, dass man davon leben und seine Familie ernähren kann.“

Warum sollen für einen Arbeiter, der am Markt seine Arbeitskraft anbietet andere wirtschaftliche Kriterien gelten, als für einen Unternehmer, der am Markt seine Waren und/oder Dienstleistungen anbietet.
Die Rendite muss einfach stimmen.
Gleiches gilt auch für die Zahlungen der Mitglieder in die Gewerkschaftskasse.

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04.03.2005 um 05:45 Uhr

Daumenlutscher

Habe mir gerade zu später Stunde, nach 12 Stunden Arbeit und 2 Stunden Autobahn, noch angetan, was die deutsche Presse zum Armutsbericht der Bundesregierung zu berichten weiß.
Es ist ja ganz schön, dass es einen solchen Bericht gibt. Aber noch schöner ist, wie dieser Bericht interpretiert und ausgelegt wird.

Nach der Lektüre des Spiegels zu diesem traurigen Thema, kann sich ein arbeitsloser Alleinerziehender eigentlich nur noch mit einer Dachlatte bewaffnen und auf der Suche nach diesen Politiker durch die Straßen ziehen, um ihnen den Armutsbericht um die tauben Ohren und über den tumben Schädel zu hauen. Denn statt die Ursachen zu beseitigen, wird jetzt wieder erklärt, beschuldigt, zurückgewiesen, entschuldigt, von Teufelskreisen und sozialer Schieflage geredet, von Kinderarmut und dass die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter öffnet.

Jetzt habe ich gerade vor mir auf dem Schreibtisch eine große, scharfe Papierschere liegen und versuche mir vorzustellen, wie diese Schere sich immer weiter öffnet.
Rein technisch gesehen ist diese Öffnung irgendwann zu Ende, dann geht es einfach nicht mehr weiter. Dann kann die Schere nur noch zugehen.
Die Frage ist eigentlich nur, ob die Schere dann langsam zugeht oder schnell zuschnappt und wer dabei irgendwelche abstehenden Körperteile verliert. Mir ziehen da so einige Namen durchs arbeitsmüde Hirn. Aber die Namen will ich jetzt angesichts der späten Stunde nicht alle aufzählen. Das würde echt zu lange dauern.

Bei Wilhelm Busch war es der Daumenlutscher, der nicht hören und aufhören wollte zur reinen Selbstbefriedigung am Daumen zu nuckeln.
 
„Konrad“ sprach die Frau Mama,
ich geh raus und du bleibst da.
Doch die Schere nehm ich mit,
und ich eil mit schnellem Schritt
nach Berlin zum Bundesgerd
und allen die dort rumgeplärrt
schneid ich dann, schnipp schnapp,
einfach Nase, Daum und Ohren ab.

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03.03.2005 um 05:45 Uhr

Kapitulation

Nach dem der „größte Feldherr aller Zeiten“ wieder in sein „White House Wolkenkuckucksheim“ entschwebt ist und die 5.000  Arbeiter von Opel in Rüsselsheim wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren dürfen, hat sich die Bundesagentur für Arbeit zur arbeitsmarktpolitischen Lage der Nation gemeldet.
Der «Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, gibt eine Kapitulationserklärung ab: Er will ostdeutsche Arbeitslose ab 55, die seit Jahren keinen Job finden, nicht mehr betreuen. Nebeneffekt der Idee: Die Arbeitslosenstatistik sähe wieder etwas schöner aus.»
Das melden der Spiegel und die Financial Times Deutschland.
Auch die Einführung des neuen Arbeitslosengeldes II (Alg II) könnte nach Ansicht Weises die Regierung in diesem Jahr 6,4 Mrd. Euro mehr kosten als geplant. Damit bestätigte er einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Grundlage dieser Hochrechnungen sind die Arbeitslosenzahlen und die Ausgaben der BA im Januar. "Die Rechnung ist plausibel", sagte Weise. Allerdings liege die Zuständigkeit für die Hochrechnung für das laufende Jahr bei der Bundesregierung.»

Ich denke, wer die Tragikomödie "Hartz IV" nicht vollkommen ignoriert hat, muss nicht warten,  bis die Bundesregierung ihre auf Entwarnung getrimmten Arbeitsmarktzahlen der Öffentlichkeit vorstellt und sich in Erklärungen versucht. Wer bisher einigermaßen aufmerksam in die Medien sah, den Hirnblähungen unserer Politiker lauschte und noch 2 und 2 zusammenzählen kann, weiß längst was die Stunde geschlagen hat.
Dat „Janze“ ist ein einziger Flop!!!
Was jahrelang hartnäckig als „Jahrhundertreform“ des Arbeitsmarktes zur Flexibilisierung und Dynamisierung der Arbeitsbedingungen in der BRddr verkauft und angepriesen wurde, ist nichts anderes als ein bürokratisches Monster, das jetzt offenbart was es nicht kann: „Arbeit schaffen und die Menschen in Arbeit und Brot zu bringen“.

Da jammert der Superwolli durch die Gegend, dass die Kommunen ihm die Lahmen und die Siechen als „arbeitsfähig“ gemeldet haben und er das unfair findet, weil er jetzt mehr Geld braucht als geplant.
Der Herr Weise entsorgt mit seinem Vorschlag gleich mal 181.000 Ossies ab 55 schon man 10 Jahre vor der Rente in die staatliche Untätigkeitstherapie. Wenn wir den Vorschlag auch auf die Wessies anwenden, verschwinden sicher noch mal ein paar Hunderttausend in der Gruft und man könnte das Sinken der Arbeitslosenzahlen als Erfolg verkaufen. Rein rechnerisch natürlich!
«Noch hält Weise an der Prognose der Regierung fest, wonach die Arbeitslosenzahl Ende 2005 sinken könnte. Doch habe sich die Wachstumsprognose verschlechtert. "Das spüren wir bereits an der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Sie liegt schon wieder ein kleines Stück unter der Annahme.»

Und dabei haben wir jetzt gerade mal zwei Monate des Jahres um!
Aber so wie ich die Statistiker in Wiesbaden kenne, haben die schlechten Zahlen sicher mal wieder „saisonale“ Gründe und sind rein „witterungsbedingt“.

Da scheint die Kapitulation zwar plausibel, aber dennoch blamabel!
Wäre es nicht ehrlicher zu sagen: „ Wir haben fertig!“ statt Augen zu, weitermachen und Deckel drauf?

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02.03.2005 um 05:45 Uhr

Steuerharmonisierung

Das Wort „Harmonie“ kommt aus dem Griechischen (harmonia) und bedeutet Ebenmaß, Einklang oder, kurz gesagt, eine tiefere innere Gemeinsamkeit.

Mit dieser inneren Gemeinsamkeit ist es schon seit langem in der „Europäischen Union“ nicht mehr so weit her, wenn es um den „gemeinsamen Markt“ und um den „schnöden Mammon“ geht.
Kaum sind die Jubelschreie und Feierlichkeiten über die „EU-Ostvereiterung“ abgeklungen, die mancher im Westen wohl als ein Art „Operation Barbarossa“ verstanden haben muss, da bleiben westeuropäischen Politikern die salbungsvollen Worte über Sinn und Zweck dieser Erweiterung im Halse stecken.
Polen will seine Steuern nicht mit der EU harmonisieren und pocht außerdem auf ungehinderten Zugang zum „gemeinsamen europäischen Markt“.

Uuuuups, so hatte man sich das aber im alten Europa nicht vorgestellt. Hieß doch „Gemeinsamer Markt“ in der alten EU, „gemeinsames Rumklüngeln“, Besitzstandswahrung und Drehen an der Steuerschraube. Steuerharmonisierung war ein Thema für Expertengruppen,  Sachverständige und Finanzminister zur Sicherung der Staatsfinanzen auf hohem Niveau unter Berücksichtigung der immer angespannten Finanzlage der Länder.
Da kann man nichts übers Knie brechen, da scheut man vor radikalen Änderungen oder gar Neuerungen zurück. Das muss alles wohl überlegt sein. Denn schließlich will man ja seinen Wohlstand nicht mindern oder gar seine  Existenz gefährden.

Doch jetzt scheint es mit der Harmonie und der Gemütlichkeit vorbei zu sein:
«Mit Polen wird es keine direkte Harmonisierung der Steuern geben. Wir sind dagegen. In dieser Beziehung wird sich nichts bewegen", sagte der polnische Vizepremier und Wirtschaftsminister Jerzy Hausner der Berliner Zeitung. Zwar könne er verstehen, dass sich einige seiner westlichen Kollegen Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Länder machen. Aber dieses Problem müssten sie in ihren Ländern lösen, nicht auf europäischer Ebene.»

Aaaahaaaa, hab ich mir doch fast gedacht, dass das so kommt. Zuerst stehen die Neuen vor der Tür und jammern rum, dass sie auch reinwollen in die Union in der Milch und Honig zu fließen scheint. Und kaum sind sie drin, warten sie nicht mehr artig bis sie was gefragt werden und antworten dann artig mit „Jawohl, Bitte, Danke“ sondern reißen den Schnabel auf pochen auf Vertragliches und Selbstverständliches: "Gemeinsamer Markt bedeutet freier Fluss von Kapital, Gütern, Dienstleistungen und Arbeitskräften. Wer das einschränken oder mit Sonderregeln verwässern will, rüttelt an den Grundfesten der EU."

Soooooo, war das aber nicht gedacht. Sooooo nicht! Wenn die alten Europäer vom „gemeinsamen Markt“ sprechen, dann meinen sie natürlich, dass die alten Platzhirsche ihren Markt in die Beitrittsländer ausdehnen dürfen, so wie bei der Annektierung der „neuen Bundesländer“ durch die BRD. Dass die Neuen aus dem „Wilden Osten“ jetzt mit ihren „Wild-Ost-Manieren und Methoden“ im gemeinsamen Markt der EU herumwerkeln, so war das nicht gemeint. Und überhaupt hätte man da vorher eine Expertengruppe bilden und jahrelang drüber palavern müssen, bevor man jetzt das Fenster nach Osten aufreißt und frische Kaltluft eindringt.

Aber das hätten sich die Politiker und Experten des alten Europa vorher überlegen und die Regelwerke vorher definieren müssen, bevor man neue Mitglieder in die Wohngemeinschaft aufnimmt und ihnen auch noch Geld dafür gibt.
Sonst ist es mit der Harmonie und dem Frieden vorbei, in dem Brävste nicht mehr in Frieden leben kann, wenn es seinem (neuen) Nachbarn nicht gefällt.

Bravo Polen, weiter so!
Irgendwie finde ich es Klasse, wie unsere Politprofis und Dampfplauderer endlich mal beim Wort genommen und vorgeführt werden.
„Macht hoch die Tür und die Tor macht weit“ geht in einer WG nur gut, solange jeder sein eigenes Zimmer hat, sich nicht vor Gemeinschaftsaufgaben drückt, die Regelwerke in den Gemeinschaftsräumen eingehalten werden und -das ist besonders wichtig- irgendeiner am Monatsende dafür sorgt, dass die Miete bezahlt wird.
Denn sonst gibt es heftig Ärger mit dem Besitzer und Vermieter.
Und dann findet die "tiefe innere Gemeinsamkeit" ein abruptes Ende.

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01.03.2005 um 05:45 Uhr

Haushaltsdebatte

Als ich früher (das ist schon lange her) noch in die Schule ging, da hatten die Jungs „Werken“ und die Mädchen „Haushaltskunde“. Jetzt habe ich ein Mädchen gefunden, das damals offensichtlich den Unterricht geschwänzt hat, aber sich heute dennoch mit ihrem geballten Wissen über das „Haushalten“ an die breite Öffentlichkeit wagt.
„Manche Familie hat nicht gelernt, einen Haushalt zu führen" schrieb das schon etwas in die Jahre geratene Mädchen zum Thema „Armut“ einer großen deutschen Zeitung für bestimmte Tage, und weiter: "Entscheidend ist, ob eine Familie es versteht, mit Geld gut umzugehen“.

Jetzt weiß ja jeder Mensch mit Internetanschluss, dass er mit einem Mausklick bei Wikipedia nachsehen kann, um welches Haushaltsproblem es sich bei „Armut“ handelt:
«Armut ist die unzureichende Mittelausstattung zur Befriedigung der lebenswichtigen Grundbedürfnisse. Sie ist häufig bestimmt durch ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze. Armut schränkt die Betroffenen in der freien Ausgestaltung ihres Lebens ein.»

Durch einfaches Weiterklicken kann man ebenfalls bei Wikipedia erfahren was denn „Einkommen“ ist:
«Einkommen bezeichnet einen wirtschaftlichen Sachverhalt. Als Einkommen wird der Reinvermögenszugang einer natürlichen Person oder eines Haushaltes im volkswirtschaflichen Sinne innerhalb eines bestimmten Zeitraums verstanden.»

Auch bei so schwierigen Dingen wie der „Armutsgrenze“ weiß Wikipedia Rat:
«Die Armutsgrenze ist eine Einkommensgrenze, unterhalb derer der Erwerb aller lebensnotwendigen Ressourcen nicht mehr möglich ist, also Armut vorliegt. Es ist nicht im Interesse einer Gesellschaft, dass ein großer Anteil ihrer Mitglieder unterhalb der Armutsgrenze leben und sich dadurch negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirkt. Die Prozentzahl unter der Armutsgrenze Lebender wird als Armutsquote bezeichnet.»

Diesen komplizierten wirtschaftlichen Zusammenhang erlaube ich mir umgangssprachlich wie folgt auszudrücken: „Ohne Einkommen kein Auskommen“ oder etwas salopper „ Ohne Moos nix los“.

Wieder bei Wikipedia kann man dann noch erfahren, wie es so mit der Armutsquote und der „Armut in der BRddr" ausschaut:
«Nach ersten Zahlen für den "Zweiten Armuts- und Reichtumsbericht", den die Bundesregierung spätestens im März 2005 vorlegen will, galten im Jahr 2003 13,5 Prozent der Bevölkerung als arm. 2002 waren es nach diesen Angaben noch 12,7 Prozent, 1998 12,1 Prozent. Mehr als ein Drittel der Armen sind allein Erziehende und ihre Kinder. 19 Prozent sind Paare mit mehr als drei Kindern. In der Regel liegt das sozio-kulturelle Existenzminimum, das durch die Sozialhilfe definiert wird, noch unter dieser Grenze.
Kinder und Jugendliche haben in Deutschland ein hohes Armutsrisiko. 15 Prozent der Kinder unter 15 Jahren und 19,1 Prozent der Jugendlichen zwischen 16 und 24 Jahren sind betroffen. Die Zahl der Kinder in Deutschland, die von Sozialhilfe leben, stieg 2003 um 64 000 auf 1,08 Millionen und hat 2004/2005 1,45 Millionen erreicht.»

Dieser „Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung «soll dazu beitragen, die Diskussion über "Armut" und "Reichtum" zu versachlichen und zu enttabuisieren. Beide Begriffe entziehen sich aufgrund ihrer Vielschichtigkeit einer allgemeingültigen Definition. Sie stehen als Synonyme für den unteren bzw. oberen Rand der Wohlstandsverteilung.»
Genauso steht das auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung.

Wenn ich das so lese, dann entsteht bei mir (vielleicht nicht nur bei mir) der Eindruck, dass Kinder offenbar ein hohes Armutsrisiko bedeuten. In diesem Sinne habe ich mich ja schon vor einigen Wochen zur Familienplanung geäußert und mich so ganz nebenher über die „Aktivitäten“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgekotzt. Damals habe ich die Familienministerium Renate Schmidt mit den forschen Worten zitieren dürfen, dass  „Familienpolitik nicht ein weiches Weiberthema ist, sondern ein hartes Zukunftsthema“.
Jetzt hat sie die Öffentlichkeit mit einem weiteren Ergebnis ministerieller Hirntätigkeit überrascht. "Familien müssen das Sparen lernen", schrieb die Ministerin in einem lesenswerten Beitrag der „Bild am Sonntag“:
«Die wachsende Armut in Deutschland ist nach Ansicht von Familienministerin Renate Schmidt (SPD) auch damit zu erklären, dass viele Familien nicht mit ihrem Einkommen haushalten können. "Armut hat nicht nur mit Geld zu tun", schrieb Schmidt in einem Gastbeitrag der "Bild am Sonntag". "Entscheidend ist, ob eine Familie es versteht, mit Geld gut umzugehen."
"Manche Familie hat nicht gelernt, einen Haushalt zu führen", schrieb die Ministerin. Sie verwies auf Schnellimbissketten, in denen "Kinder und Jugendliche in Scharen für Hamburger und Pommes anstehen". Solch ein Mittagessen sei "nicht nur weniger gesund, sondern auch erheblich teurer als ein Eintopf mit Saisongemüse". "Diese Mahlzeit läßt sich sogar für mehrere Tage im Voraus kochen."
Die Ministerin forderte deshalb neben der Schuldnerberatung verstärkt auch Haushaltskurse für betroffene Familien, denn dies habe eine doppelte Wirkung: "Wenn Eltern mit ihrem Geld wirtschaften lernen, lernen die Kinder den Umgang mit Geld gleich mit."»

Dieser Artikel ist in mehrfacher Hinsicht hoch interessant, denn wie der aufmerksame Leser (sofort) bemerkt, ergibt sich aus ministerieller Sicht eine Kette kausaler Zusammenhänge mit weitreichenden wirtschaftlichen Folgen:
  1. Armut entsteht nicht durch zu wenig Einkommen und falsche Wohlstandsverteilung, sondern durch falsches Haushalten, d.h. durch falschen Umgang mit nicht vorhandenem Einkommen.
  2. Erwerb und Verzehr von Hamburgern, Pommes und Mayo sind mitverantwortlich für den sozialen Abstieg und sollten daher „besserverdienenden“ Konsumenten vorbehalten bleiben.
  3. Fehlendes Einkommen und der damit verbundene „Kohldampf“ lässt sich vortrefflich durch vorgekochten Gemüseeintopf kompensieren.
  4. Menschen mit unzureichende Mittelausstattung zur Befriedigung der lebenswichtigen Grundbedürfnisse wirken sich negativ auf das Wirtschaftswachstum aus und tragen daher die Verantwortung für das Ausbleiben des von der Bundesregierung angekündigten Aufschwungs.
"Armut hat nicht nur mit Geld zu tun", schrieb die Ministerin gerade noch rechtzeitig vor der für März 2005 angekündigten Veröffentlichung des Armutsberichts der Bundesregierung
Und wo sie Recht hat, hat sie Recht, denn manche Menschen sind auch arm an Geist.
Und daran kann offensichtlich sogar ein gutes Ministergehalt in Höhe von ca. 14.000 Euro im Monat nichts ändern

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