Machopan - Rauchzeichen

29.04.2005 um 05:45 Uhr

Trendwende

"Ich seh etwas, was du nicht siehst" ist ein beliebtes Spiel unter Kleinkindern.
Doch auch Erwachsene spielen dieses Spiel immer wieder gerne. In regelmäßigen Abständen sieht irgendein Minister etwas, was andere nicht sehen., sei es der „Aufschwung“ oder die „Beitragssenkung“.
Derzeit sieht der Superwolli Clement auf dem Arbeitsmarkt die "Trendwende im Westen".
Ja, sie haben richtig gelesen "eine Trendwende".
Ja, genau diiiiiieeeee "Trendwende".

Dagegen meinte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, dass die Zahl der registrierten Arbeitslosen  vor allem aus jahreszeitlichen Gründen abgenommen habe. Wegen des schlechten Wetters in den vergangenen beiden Monaten sei die saisonale Erholung im April eben umso stärker ausgefallen. Laut Bundesagentur gab es im Monat April 208.000 Job-Suchende weniger als im März - aber immer noch 524.000 mehr als im April des vergangenen Jahres, als die Statistik allerdings noch anders berechnet wurde.

Supperwolli Clement hatte bereits am Vorabend vor der Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen ein Versprechen gewagt: "Wir werden ab jetzt nie mehr die fünf Millionen überschreiten", sagte er. "Da können sie Gift drauf nehmen."

Jetzt grüble ich darüber nach, wen er mit "sie" gemeint haben könnte. Sich selbst sicher nicht, obwohl der Gedanke an ein solches Ereignis bei manchem Mitbürger spontane Zuneigung auslösen dürfte!
Also kann er damit doch nur die Langzeitarbeitslosen gemeint haben!
Eine solche Maßnahme der kollektiven Vergiftung würde wahrlich zu einer nicht unbedeutenden Senkung der Arbeitslosenzahlen führen und gleichzeitig dem Bestattungsgewerbe einen wahren Boom bescheren. Warum ist denn der Superwolli mit dieser Idee nicht früher rübergekommen? Da hätte man sich doch den ganzen Umbau der Agentur und den Ärger mit HARTZ IV und ALGII ersparen können. Und außerdem wäre Vergiftung doch auch noch humaner als langsames Dahinsiechen.

Das Statistische Bundesamt meldete derweil, dass die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Februar (man höre und staune) angestiegen ist! Sie werden es sicher nicht glauben, aber im Vergleich zum Februar erhöhte sich demnach die Zahl der Erwerbstätigen um sagenhafte 1000 (in Worten: eintausend) auf insgesamt 38,887 Millionen.
Also, ich habe mal ausgerechnet, wenn das in der gleichen Geschwindigkeit so weiter geht, dann wird in etwa knapp 5000 Monaten jeder Arbeitslose einen neuen Job haben. Wir müssen uns also nur noch etwa 416 Jahre gedulden. Und damit wir in dieser langen Zeit wissen, wo sich die Langzeitarbeitslosen vergnügen, verpassen wir allen, wie vom hessischen Justizminister Wagner vorgeschlagen, eine elektronische Fußfessel. Denn was für Straftäter und Junkies gut ist, kann doch für Langzeitfaulenzer und Sozialschmarotzer nicht schlecht sein.

Und außerdem hätte die Fußfessel einen wesentlichen Vorteil: Man könnte die Langzeitarbeitslosen, die sich wegen Superwollis Prognose das Leben genommen haben, per GPS besser orten, auffinden und ihre Leichen einer ordnungsgemäßen Entsorgung zuführen um die Umwelt nicht zu belasten.
Wenn wir dann noch rechtzeitig dafür sorgen, dass die Friedhofsordnungen refomiertr werden und als weitere Bestattungsart die Kompostierung zugelassen wird, dann könnten sich auch noch die Grünen darüber freuen.

Aber bevor wir uns jetzt nach einer kostengünstigen Grabstelle umsehen, sollten wir dem Superwolli ganz feste die Daumen drücken, dass die Arbeitslosenzahlen nicht wieder über fünf Millionen steigen.
Denn es gab schon einmal einen Minister, der groß getönt hatte, dass er „Meier heißen wolle, wenn jemals auch nur ein feindliches Flugzeug über Deutschland erscheinen sollte“.
Der Herr Meier hat seinem Leben am 15. Oktober 1946 in Nürnberg durch Suizid mit Zyankali ein Ende gesetzt.
Wann sind denn eigentlich Bundestagswahlen?
Könnte terminlich hinkommen – genau 60 Jahre später.

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28.04.2005 um 05:45 Uhr

Touristenvisum

Da wird sich der Aussenjoschka aber freuen, denn der Bundesgerichtshof hat unter dem Aktenzeichen 2 StR 457/04 jetzt entschieden, dass wer als Ausländer mit Touristenvisum nach Deutschland einreist um unerlaubt zu arbeiten, sich nicht wegen unerlaubter Einreise strafbar mache.
Das Touristenvisum bleibe nämlich formal auch dann wirksam, wenn es unter falschen Angaben erschlichen wurde.
Erst die unter falschen Angaben erschlichene Verlängerung des Touristenvisums in Deutschland ist demnach strafbar.

Nicht nur der lange Arbeitstag, das späte, aber gute Abendessen und ein hervorragendes Pils aus Schwetzingen bei Heidelberg konnten die Ursache sein, dass ich die beiden letzten Sätze nicht auf Anhieb begriffen habe. Das dauerte seine Zeit und kostete einer weiteren Flasche Pils das Leben. Zwischenzeitlich habe ich die Bedeutung der beiden Sätze begriffen, aber verstanden habe ich sie immer noch nicht.
Anscheinend verhält es sich mit den Touristenvisa für Ausländer wie mit der Abgabe von Alkohol an Jugendliche. Alkohol darf an Jugendliche nicht abgegeben werden, auch wenn die steif und fest behaupten, dass sie volljährig sind. Da wird kein Unterschied gemacht, ob sich der Jugendliche den ersten Schnaps erschwindelt oder den zweiten.

Aber beim Visum wird juristisch sehr genau unterschieden, ob sich ein Ausländer das Visum oder die Verlängerung des Visums erschwindelt.

Also wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich sowohl für die Jugendlichen als auch für die Ausländer ein gewisses Verständnis.
Aber verstanden habe ich das mit dem Visum immer noch nicht.

Ich glaube, ich brauche jetzt erst mal nen Schnaps.
Apropo Schnaps. Wie ist das eigentlich mit Alkohol am Steuer?
Geht man da auch straffrei aus, wenn man zum ersten Mal erwischt wird und auf die Frage: „Haben sie etwas getrunken“ mit „nein“ antwortet?

Auf der Internetseite des Bundesgerichtshofes habe ich das Urteil 2 StR 457/04 leider nicht finden können.
Könnte es sein, dass uns die Tagesschau mit dieser Meldung vereimern will oder es sich um einen späten Aprilscherz des BGH handeln könnte.

Sie interessieren sich für ein Touristenvisum?
Schauen Sie doch mal nach unter welchen Bedingungen Sie in die Ukraine einreisen dürfen.
Ganz interessant sind auch die Bestimmungen der Ukraine über Ein- und Ausfuhr von Geld, denn der ausgeführte Geldbetrag darf den bei der Einreise angegebenen Betrag nicht übersteigen.
Ganz schön clever die Ukrainer!
Damit halten sich die westliche Prostituierte vom Leib, weil umsonst poppen können die auch in der BRddr.

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27.04.2005 um 05:45 Uhr

Logo

Logo ist eine in den 60er Jahren speziell für Kinder entwickelte Programmiersprache für Kinder. Der Umgang mit Logo soll, auch für PISA-Kinder, leicht zu erlernen sein.

Logo ist auch eine Nachrichtensendung für Kinder, die im 2DF werktäglich im „Kinderkanal“ KIKA oder am Samstag im 2DF-tivi läuft.

Logo ist aber auch ein programmierbares Steuergerät von Siemens, um einfache Prozesse zu automatisieren, zum Beispiel die Beleuchtung eines Schaufensters jeden Abend um 20:00 Uhr anschalten und Morgens um 06:00 Uhr abschalten. Natürlich könnte man dafür auch einen 1-Euro-Jobber verwenden, aber das wäre halt nicht so innovativ.

So ein Logo kann man sich auch ganz einfach per SMS schicken lassen oder für ein paar Euro komma quetsch aus dem Internet herunterladen.
Also mir erscheint das alles ziemlich logo und auch für ganz einfache Gemüter verständlich.
Daher ist es aus meiner kleinkindlich-naiven Sicht überhaupt nicht vorstellbar und nachvollziehbar, warum Erwachsene aus dem Umgang mit einem Logo so ein Affentheater machen.

Denn jetzt soll so ein neues "Logo" für die Bundesagentur für Arbeitslosigkeit rund 100.000 Teuronen kosten und alle Arbeitsagenturen zieren, die „gut“ sind.
Also mal ehrlich, würden Sie soviel Geld für ein Logo ausgeben, das Sie nie brauchen werden?
Auf so eine Idee kann doch nur jemand kommen, der das Teil nicht selbst bezahlen muss!

Sollte die Agentur es sich nicht nehmen lassen, zu diesem Zweck einen Künstlerwettbewerb zu veranstalten, erlaube ich mir hiermit meinen nebenstehenden Spontanvorschlag einzureichen.

Ich meine, wenn der Herr Weise so ein neues Logo braucht, dann kann er doch einfach eine SMS an www.jamba.de schicken und sich das Dingens samt Klingelton aufs Handy herunterholen.
„Herunterholen“ hieß früher übrigens auch mal „Onanie“ und meine Oma hat immer behauptet, dass man davon starken Haarwuchs zwischen den Fingern bekommt.

Achten Sie also bei der nächsten Pressekonferenz mit dem Herrn Weise mal auf seine Hände.
Wer weiß, was der gute Mann so den lieben langen Tag unter seinem Schreibtisch treibt!

Vermutlich nicht nur mit dem Handy rumdaddeln.
Logo, oder?

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26.04.2005 um 05:45 Uhr

KlitschKO

Eigentlich hatte ich mich am späten Samstag auf ein richtige schöne Klitsch-KO-Runde eingestellt und die Lasershow in Verbindung mit dem Ringsprecher und seinem Sprachfehler (hörte sich an, als hätte er eine Distel im Schritt)  kündigten dann auch langatmig etwas an, das vorbei war bevor es richtig begonnen hatte.

Der Herr Dr. Wladimir Wladimirowitsch Klitschko hielt seinen Gegner, den Kubaner Eliseo Castillo, mit ausgestreckter linker Führhand auf Distanz, was der von Anfang an zu akzeptieren schien, denn er guckte wie ein Kaninchen vor der Schlange ganz artig immer auf den Boxhandschuh, mit dem ihm der Herr Doktor da vor dem Gesicht rumfuchtelte. Ende der ersten Runde fand auch jeder der Teilnehmer an der Tänzelveranstaltung hurtig seine Ecke, ohne den Körper seines Kontrahenten wirklich ernsthaft betatscht zu haben.

In der zweiten Runde ähnliches Spiel. Klitschko schien dem Frieden nicht zu trauen und stapfte, wieder mit der linken Führhand fuchtelnd, vorsichtig vorwärts und der Gegner kopfschüttelnd rückwärts.

In der dritten Runde wählte der Gegner dann eine ganz raffinierte Taktik um Klitschko endlich mal in Schlagposition zu bringen: Er blieb einfach stehen und hielt sich mit den Boxhandschuhen die Ohren zu. Vermutlich weil er die unerklärlichen Begeisterungsstürme des offensichtlich wenig fachkundigen Publikums nicht mehr ertragen konnte.

Als auch das nichts nützte, nahm der Kubaner nach 2 Minuten und 51 Sekunden in der vierten Runde die Hände herunter und ließ sich von Klitschko mit der ersten in diesem Boxkrampf geschlagenen rechten Geraden ins Gesicht hauen. Danach machte er noch ein paar artige Schrittchen rückwärts, bevor er sich auf den Hosenboden plumpsen ließ.
Der offensichtliche bestens instruierte Ringrichter stürzte sich sofort auf den am Boden sitzenden Kubaner und warf sich schützend über ihn. Das war allerdings unnötig, denn Klitschko war bereits auf dem Weg in seine Ecke.
Damit stand der Bekanntgabe des gut vorbereiteten Knockouts nichts mehr im Wege, denn der Ringrichter war in der Lage schneller auf 10 zu zählen, als ich begreifen konnte, dass dieser Kampf(?) unblutig zu Ende gegangen war.

Sie glauben das wäre übertrieben und ich hätte keine Ahnung vom Boxen?
Ok, ok, ich hab ja nicht behauptet, dass ich einen Uppercut von einem wilden Schwinger unterscheiden kann. Aber was ein Knockout ist, das weiß selbst ich.
Und das Ding da vom Samstag, das war keiner, zumindest kein echter.
Das weiß ich und das sag ich jetzt einfach mal so. Denn ich habe Rocky I bis Rocky V gesehen.

Also alles in allem, war das ein sportliches Ereignis, das man sich nicht unbedingt antun musste.  Der Komiker Olli Dietrich hat das wohl ähnlich gesehen, denn sein Kommentar, dass das gefährlichste für Klitschko der Konfettibeschuß gewesen sei, spricht Bände.
Und der schwergewichtig Kabarettist Ottfried Fischer fand angesichts des deutlichen Klassenunterschieds: "Der Kampf war jugendfrei."

Und in der Welt kann man nachlesen, dass sich der Kubaner, der zuvor in 19 Kämpfen (18 Siege, ein remis) ungeschlagene Profi «als absolute Nullnummer erwiesen hat. Er ließ sich von Klitschkos linker Führhand durch den Ring treiben, versuchte nicht ein einziges Mal die Initiative zu ergreifen und schlug selbst gar nicht.»

Klitschkos Trainer Emmanuel Steward hatte dennoch "einen der besten Schwergewichtskämpfe, die ich je gesehen habe", beobachtet: "Einen perfekten Kampf."

Da sieht man mal wieder: "Fachmann muss man sein", sonst kann man die einzigartige Bedeutung des Gesehenen gar nicht begreifen, geschweige denn intellektuell verarbeiten.

Was wäre denn gewesen, wenn der Herr Dr. Wladimir Wladimirowitsch Klitschko diesen Kampf verloren hätte?

Na, eben!

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25.04.2005 um 05:45 Uhr

Alles rund ums Tee

Tee wird meist aus Pflanzen hergestellt. Manchmal auch aus Blüten. Eine solche Blüte fand ich dieser Tage auch im Internet unter www.lakus.de dem kostenlosen Tee Portal.
Ich fand diese Webadresse in einem Protokoll das die Zugriffe auf www.machopan.com aufzeichnet. Da dank der frühen Morgenstunde meine verschmitzten Äuglein noch auf Abblendlicht eingestellt waren unterlief mir ein Lesefehler durch den mir www.lakus.de als www.lokus.de (man wirklich muss nicht unbedingt dort gewesen sein) ins Auge stach. Nun bedeutet ja Lokus im vulgärumgangssprachlichen Bereich soviel (in alphabetischer Reihenfolge) wie:  Abtritt, Klo, Scheißhaus, Toilette, WC.

Da zwischenzeitlich auch mehrfach genetisch nachgewiesen wurde, dass ich den in früher Kindheit erworbenen Hang zum "Fäkalen" bis heute nicht vollständig verloren habe, zog mich der vermeintliche Lokus-Link natürlich sofort magisch an und ich hatte noch nicht einmal richtig daran gedacht, da gab der Zeigefinger der rechten Hand diese Information durch reflexartiges Doppelklicken sofort an Maus und Modem weiter und schwuuups (Dank DSL) bin ich dann auf dieser interessanten Webseite gelandet.
Zu meiner Überraschung hatte diese Site aber etwas mit Tee zu tun und mir fehlte spontan der Zusammenhang mit meiner Webseite, habe ich doch nur im Krankheitsfall etwas mit Tee am Hut.
Nun kann man durchaus behaupten, dass meine Texte und auch sonst  ... na ja halt irgendwie krank wirken.
Aber das war nicht der Grund warum sich www.lakus.de auf mich verlinkt hatte. Vielmehr war es ein Artikel von mir, den der Spider von Lakus mit „Tee“ in Zusammenhang brachte

Sie glauben das wäre ein Versehen gewesen?
Das dachte ich auch, bis ich die Site von www.tierikus.de fand.
Dort bin ich auch gelistet. Diesmal aber nicht wegen dem „Tee“ von Teelekom, sondern wegen dem „Hamster Lied

Sie sehen, Sie müssen nur genügend Scheiß schreiben und schon kommt Sie das ganze Internet besuchen.
Mir hat das für den heutigen Tag richtig Auftrieb gegeben.

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24.04.2005 um 05:45 Uhr

Koma Komma

Man muss kein Fußballfreund sein um mit dem Auge an einer solchen Schlagzeile bei Spiegel-Online hängen zu bleiben:

FUSSBALL- BUNDESLIGA: Bayern fast durch Freiburg abgestiegen.

„Da haben doch die Freiburger den Bayern die Lederhosen ausgezogen“, freut es sich mir schadenfroh durchs unsportliche Gemüt.  Oh, oh, oh, da wird der dicke Uli aber wieder dicke Backen machen und der Presse irgendwas vom unfairen Verhalten des Gegners erzählen.

Ich wusste gar nicht, dass es schon so schlecht um die Bayern stand, dass sie vom Abstieg bedroht waren. Also guckte ich noch mal genießerisch auf die Schlagzeile, fing an den Artikel zu lesen und begriff langsam, dass –so ähnlich wie meist bei der Bildzeitung-  Aufmacher und Text  in einer seltsamen Diskrepanz zueinander standen. Das bin ich eigentlich vom Spiegel nicht gewohnt und fing an mir Sorgen zu machen. Sollte die Manipulation des Spielgeschehens sich jetzt auch außerhalb des Spielfeldrandes verbreiten? Sind jetzt die Sportreporter in die Fußstapfen von Spielern und Schiedsrichtern getreten und auf die Gehaltsliste der Wettmafiosi gewechselt?

Da ist doch sicher wieder irgendwo eine Schweinerei im Gange, über die man sich als möglicher Besucher einer Sportveranstaltung oder als Zwangskonsument der täglichen Nachrichten, fürchterlich aufregen oder ins Koma fallen kann.
Und weil ich mir sowas ja nicht entgehen lassen konnte, las ich interessiert weiter, doch mit zunehmender Lesedauer wurde meine Enttäuschung immer größer.
Nix mit „Bayern steigt ab“. Nix mit „Lederhose runter“. Nix mit Häme und „hab ich ja schon immer gewusst“.

Gott sei Dank habe ich noch keine WebCam am Bildschirm klemmen, denn als mir diese Erkenntnis langsam ins Gesicht stieg, habe ich vermutlich nicht sehr intelligent ausgesehen.

Doch während ich noch darüber nachdachte, warum sich der Spiegel mit seinen Lesern einen solch tumben Scherz erlaubt, stieß ich beim Griff nach dem Bierglas versehentlich gegen mein im Dämmerlicht des untergehenden Tages erotisch vor sich hin glimmendes Infrarotmäuschen.
Und artig verzog sich der Mauszeiger an den rechten Bildschirmrand und gab mitten in der Überschrift ein klitzeskleines Komma frei.
Nicht irgendein Komma, sondern ein ganz wichtiges Komma, denn jetzt hieß der Aufmacher plötzlich:

FUSSBALL- BUNDESLIGA: Bayern fast durch, Freiburg abgestiegen.

Hey, die Jungs von Spiegel sollten doch in ihren Texten die Beistriche (Komma, Kommas, Kommatas) größer machen.






Mindestens soooooooooo groß: 






Damit die Bayern-Fans beim Lesen des Spiegel nicht den plötzlichen Herzkomatod erleiden.

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23.04.2005 um 00:38 Uhr

Hakenkreuz II

Nach langem Suchen und Grübeln habe ich es gefunden.

Hier ist es, das Hakenkreuz extra für Schnetzi.
Garantiert ohne braune Vergangenheit. Schmutzabweisend, abwaschbar und mit allen Wassern gewaschen. Selbstklebend und selbsthaftend.
Kann offen auf der Stirn oder verdeckt in der Gesäßtasche getragen werden. Garantiert umweltverträglich, schadstoffarm und geschmacksneutral.
Lieferbar in den Farben kackabraun, rot-weiss-rot und schwarz-rot-senf. Auf Anfrage auch in anderen Farben und Schriftarten.
Basismodell in Kunstoffausführung und deutschsprachiger Betriebsanleitung.
Premiummodell in hochwertigem Spritzguss.
Senatorausführung in Platin oder Gold. Auch mit Schwerter und Brillianten lieferbar.
Einzelfertigungen in handgeschmiedetem und poliertem Stahl, auf Wunsch mit  individueller Gravur.
Lieferung auch ins deutschsprachige(?) Ausland.
Restmodelle in alter deutscher Rechtschreibung direkt ab Lager abzugeben.
Nur solange Vorrat reicht.
Erstklassige Sammlerstücke aus Haushaltsauflösungen und im Kundenauftrag nur an Liebhaber gegen Vorlage des Parteiausweises abzugeben.

Händleranfragen ausdrücklich erwünscht.
Vertriebspartner für Österreich gesucht.

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22.04.2005 um 05:45 Uhr

Hakenkreuz

Da denkt man sich nichts Böses und will sich nur ein wenig mit der Logik deutscher Autobauer auseinandersetzen, da steht man plötzlich als Verherrlicher nationalsozialistischer Symbole am Pranger und wird mit Gefängnisstrafe bedroht.

Mein spezieller Dank gebührt allen, die sich schützend zwischen meinen alten Kadaver und die Eiferer, geworfen haben, die "kreuziget ihn" rufen, wo mitdenken, nachdenken und querdenken gefragt ist.
Kaum taucht irgendwo das "Pfui-Symbol auf, schon wirkt es wie eine Hirnblockade.
Der liebe Herr Schnetzi hat wohl verkannt, dass es sich bei dem dargestellten Dokument um eine Sparkarte der Volkswagenwerk GmbH aus dem Jahr 1941 handelt, die vollgeklebt mit Sparmarken zum Bezug eines KDF-Fahrzeuges berechtigt. So eine Art Ratensparvertrag.
Diese Karte ist mit einem stilisierten Zahnrad versehen, in dessen Mitte ein Hakenkreuz platziert ist. Dieses Hakenkreuz findet sich auf vielen Dokumenten aus dieser Zeit. Auf Schulzeugnissen, auf amtlichen Dokumenten, Geburts- und Sterbeurkunden, auf Schriftstücken, auf Impfpässen und sogar auf Briefmarken. Das ist ganz normal und auch nicht weiter schlimm, denn schließlich hat jede Zeit ihre Symbole und Farben.
Schlimm ist, was blinde Eiferer daraus machen. Und damit meine ich sowohl die, die unter diesem Zeichen (wieder) marschieren wollen und -für mich fast noch schlimmer- die Zeitgenossen, die aus blindem Aktionismus auf alles einschlagen was dieses "Pfui"-Zeichen trägt.
Ist das nicht schon fast wieder das gleiche Niveau wie Hexen jagen, Bücher verbrennen oder Bilder von den Wänden reißen? Ist es für diese Verhaltensweise nicht auch schon symptomatisch, wie bei dem lieben Herrn Schnetzi, dass man gleich mit „Wiederbetätigung“ und „Haftstrafe“ droht, ohne sich die Mühe zu machen den textlichen Zusammenhang zur Kenntnis zu nehmen oder gar zu verstehen.
Nun bin ich ja – wie viele andere auch- durch die Gnade der späten Geburt der Zwangsmitgliedschaft in einer nationalsozialistischen Organisation geschickt entkommen. Für Politik begann ich mich erst zu interessieren als J.F. Kennedy ermordet wurde. Seit dem habe ich gelernt, dass man nicht alles glauben darf, was so erzählt wird. Man sollte sich selbst ein Bild von der Lage machen, darüber nachdenken und sich eine eigene Meinung bilden.

Deshalb muss ich auch die Frage des Herrn Schnetzi, ob er das Hakenkreuz-Symbol  verbieten darf, mit einem entschiedenen „Nein“ beantworten, denn das Symbol kann nichts dafür, was unter ihm oder in seinem Namen geschehen ist. Das waren die Menschen, die sich unter diesem Symbol versammelt haben. Und das waren auch und vor allem die Menschen, die für Umstände gesorgt haben, dass sich Menschen unter diesem Symbol versammelt haben, weil sie hofften, dass von dort eine Veränderung ihrer bescheidenen Lage ausgehen würde.

Also lassen wir doch dieses Symbol stehen, als Erinnerung und Mahnung für einen großen Fehler, den viele mit dem Leben bezahlen mussten und von dem einige profitiert haben.
Darunter auch die Firma in KDF-Stadt, die heute Billig-Pkw aus Brasilien importiert, natürlich nur zum Wohle des deutschen Arbeiternehmers.
Jetzt muss nur noch jemand auf die Idee kommen, dass man für den vergünstigten Bezug dieser Fahrzeuge durch Werksangehörige so eine Art Ratensparplan mit Ansparung durch Lohnabzug einführen könnte. Was für eine soziale Leistung das wohl wäre?
Und auf dem Dokument würden sicher die Farben der Bundesrepublik Deutschland prangen.
Und kein Mensch würde sich darüber aufregen.
Nicht jetzt, aber sicher in 75 Jahren.

Deshalb vorher mitdenken, nachdenken und querdenken. Das hat noch nie geschadet.  
Und in 75 Jahren ist es zu spät, denn die Zukunft ändert man heute.

Übrigens: Ludwig van Beethoven der auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben ist, war Deutscher und Adolf Hitler, der sich in Berlin selbst eingeäschert hat, war Österreicher.
Und damit mir jetzt keiner vorwerfen muss ich wäre ein unverbesserlicher Nationalist – mein Vater ist Deutscher und meine Mutter stammt aus Wien.
Und damit lasst uns wieder zur Normalität zurückkehren und auf sachlicher Basis diskutieren, wer denn ein Interesse an der derzeitigen Lage dieser Nation hat.
Sonst könnte ich auf die Idee kommen aus meiner Briefmarkensammlung noch ein paar ältere Stücke der Deutschen Reichspost herauszukramen und hier zu veröffentlichen. Neben dem Hakenkreuz und dem kleinen Österreicher sind da auch ein paar Marken dabei, die nachdenklich stimmen. „Wiederaufbau der Provinz Sachsen“,  „Die Saar kehrt heim“,  „Eupen-Malmedy wieder deutsch“, „Wien Tor zum Südosten“, „Böhmen und Mähren“ und einige Marken mit nachträglichem Aufdruck von „Elsaß“, „Ostland“ und –man höre und staune- derzeit gerade wieder hochaktuell „Ukraine“.
Und dann ist da noch Marken mit irren Wert drauf: „400 Tausend“, „2 Millionen“, „50 Millionen“, „100 Millionen“, bis zu „20 Milliarden“.
Nein, das waren noch nicht Euro, das waren noch Reichsmark. Irgendwas scheint damals  wohl mit der Währung nicht so richtig funktioniert zu haben.

Und mit der Arbeit scheint es auch nicht zum Besten gestanden haben.
Aber sowas kann heute ja nicht mehr passieren.

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21.04.2005 um 05:45 Uhr

Volkswagen

Im Handelsblatt habe ich dieser Tage unter der Überschrift „Mehr Mut zum Drittwagen“ gelesen, dass es bald wieder einen richtigen „Volkswagen“ geben wird.
Natürlich nicht so ein KdF-Auto, dessen Kaufpreis in Höhe von 1.250 Reichsmark inklusive 60 Reichsmark für Sonderausstattung und 200 Reichsmark für Versicherung, man über Rabattmarken kleben ansparen konnte.

Nein, nein, ein richtiges Auto, ein maximales Auto für minimales Geld wird es nach Aussage von Marketingleiter Ludger Fretzen sein, das da ab dem 29. April im Jahre des Herrn 2005 knapp 70 Jahre später in den Schaufenstern der VW-Vertragshändler auf seine Käufer warten wird.

Ab 8.950 Euro wird das Autochen in der Minimalausstattung mit vier Sitzen, zwei Airbags und
ABS angeboten. Irgendwelche Statussymbole wie Seitenairbags, Zigarettenanzünder, Nebelscheinwerfer oder die Farben Rot, Schwarz und Gelb müssen extra bestellt und bezahlt werden. Auch Servolenkung, Klimaanlage, elektrisch verstellbare Außenspiegel,
Zentralverriegelung oder ESP gehören nicht zum Basispaket.
Während das Basismodell, mit ergonomischen Tretpedalen, keine Mühe hat die europäischen Abgasvorschriften zu unterschreiten, benötigt das E-Klasse Modell mit dynamobetriebenem Einzylindermotor einen Elektrosmogkatalysator mit Feinstaubfilter.
Auf Wunsch sind beide Modelle auch mit vier Rädern lieferbar.

Unter 10.000 Teuronen soll das Basismodell des Volkswagens mit dem lustigen Namen „Fox“ kosten. Jegliche Namensähnlichkeit mit dem Spürpanzer deutscher Bauart ist rein zufällig und lässt nicht auf einen ähnlichen militärischen Hintergrund schließen, wie annodunnemals bei dem KdF-Gefährt.

Warum das Teil so günstig ist, wollen Sie wissen?
Na weil der Fox zu 100% in Brasilien gebaut wird und da sich die Brasilianer das Ding selbst nicht leisten können, muss die Produktion in Deutschland an den Bürger gebracht werden. Natürlich unter Berücksichtigung der in den letzten Jahren extrem gefallenen Kaufkraft bundesdeutscher Arbeitsloser, die nach längerer Einlern- und Gewöhnungsphase in die Aussichtslosigkeit ihrer Lage wieder mehr Mut zum Drittwagen zeigen.

Kraft durch Freude halt.
Das war das Motto der so genannten Arbeitsfront, einem von den Nationalsozialisten erzwungenen Zusammenschluss aller Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände.
Stellen Sie sich das heute mal vor.

Übrigens soll von den mehr als 300.000 Menschen, die bis Kriegsende Raten für ihren Kdf-Wagen angespart hatten, niemand etwas für sein Geld bekommen haben.
Doch die Stadt des KDF-Wagens, den Ortsteil Steimkerberg und die Strasse Unter den Eichen gibt es noch. Die Stadt heißt heute Wolfsburg. Ob es allerdings das Haus mit der Nummer 48 noch gibt und wer dort wohnt, das konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.

Ist auch nicht so wichtig, aber ich würde gerne mal mit so einer Rabattkarte zum VW-Händler gehen und meinen "Fox“ abholen, denn aus den 990 Reichsmark von damals wäre mit Zins und Zinseszins bis heute sicher zumindest ein gute Anzahlung auf den Kaufpreis des brasilianischen „Fox“ geworden.
Oder wurden in Sparkarten geklebte Marken bei der Währungsreform etwa nicht umgestellt? Bei der Berechnung des Vermögens der ALG II Antragsteller wurden sie aber doch sicher als "geldwertes Sachvermögen" berücksichtigt um die Ablehnung des Antrags begründen zu können.

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20.04.2005 um 05:45 Uhr

Wollen dürfen

Wenn man(n) noch zu normaler Tageszeit seinem Broterwerb nachgehen darf und mindestens sechs Stunden Nachtruhe benötigt um am nächsten Morgen wieder aus den Federn, die die Welt bedeuten, kommt, wird man(n) sehr rasch von den wirklich wichtigen Ereignissen dieser Gesellschaft abgeschnitten.

So habe ich wohl versäumt, dass die Demokratie in der BRddr derzeit in heftigsten antisemistischen und rechtsextremen Tubulenzen ausgesetzt scheint. Sensibilisiert wurde ich erst durch ein Interview, das der „persönliche Beauftragte des OSZE-Vorsitzenden zur Bekämpfung von Antisemitismus“ Gert Weisskirchen (SPD) am 28.3. 2005 dem Spiegel  gegeben hat.

Reiner Zufall scheint es zu ein, dass sich der Herr Prof. Gert Weisskirchen just einige Tage vorher ein weiteres Mal um eine Bundestagskandidatur beworben hat, um sich dafür stark zu machen, „dass Gerhard Schröder Kanzler bleibt und im Zentrum des politischen Handelns weiterhin die soziale Gerechtigkeit steht“.

„Ob er da wohl nicht auf das falsche Pferd setzt“, denke ich mir und betrachte nachdenklich die Aufmacher der kostenpflichtigen Dossiers auf der Internetseite des Spiegels:

Dienstleistungen: Billiglohnparadies Deutschland?
Arbeitslosigkeit: Der Kanzler und die Katastrophe
Visaaffäre: Der Schleuser-Skandal
Rechtsextremismus: Triumph im Rudel

Nun muss man(n) sich die kostenpflichtigen Dossiers des Spiegel nicht kaufen um zu wissen was drin steht. Man(n) muss nur aufmerksam und regelmäßig den Spiegel lesen, um eine leise Ahnung von dem zu bekommen, was sich da zusammenbraut.  Offensichtlich hat dies der Herr Prof. Weisskirchen, bedingt durch seine vielen politischen Aktivitäten und seine Honorarprofessur an der Fachhochschule in Potsdam, wohl nicht immer geschafft.
Sonst würde er in seinem Interview auf die Frage:
„Die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftskrisen und dem Erstarken rechter Kräfte sind bekannt. Ist die momentane Situation in Deutschland gefährlich?“
nicht so einen Schwachfug antworten:
„Man kann in der Tat in einigen Regionen erschreckt sein über das Anwachsen rechtsextremer Einstellungen, etwa in Sachsen. Es kommt darauf an, dass die Mitte der Gesellschaft aufsteht gegen rechten Extremismus, und dass einfache Antworten auf komplexe soziale Lagen abgewehrt werden. Arbeitslosigkeit kann nicht mit diktatorischen Elementen bekämpft werden - in allen Diktaturen werden zuallererst Arbeitnehmer ihrer Freiheitsrechte beraubt.“

Wobei, wenn man sich die Entwicklung der Nation und speziell die Lage der Arbeitnehmer in den Jahren seit 1998 anschaut, dann könnte doch ein Funken Wahrheit in dem Satz stecken:
„in allen Diktaturen werden zuallererst Arbeitnehmer ihrer Freiheitsrechte beraubt."

Auf die Frage: „Ist Rechtsextremismus nur ein ostdeutsches Problem?“, antwortet der Prof. Weisskirchen:  "Es ist nicht auszuschließen, dass eine solche Welle auch nach Westdeutschland schwappt. Es gibt keinen einfachen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Rechtsextremismus, aber bei sozialen Notlagen können einfache und populistische Erklärungen natürlich leichter Fuß fassen, und Rechtsextreme können vorstoßen. Die demokratischen Parteien müssen diese Gefahr genau erkennen und mit allen politischen Mitteln versuchen, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen."

Ja, da bin nun doch perplex.
Wenn der Herr Prof. die „komplizierten“ Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit und Rechtsextremismus auch nur ansatzweise erkennen kann und die Gefahr nicht ausschließen will, dass eine solche Welle von Ost nach West überschwappen kann, dann verstehe ich nicht ganz, warum die Parteien diese Gefahr erst erkennen müssen um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.
Was haben die Jungs und Mädels von SPD und B90/Die Grünen denn seit 1998 getan?
Laut Bundesschröder angetreten um die Arbeitslosigkeit zu halbieren, verzeichnen wir jetzt doppelt so viele Arbeitslose als vor Rot-Grün. Und komm mir jetzt keiner daher und behaupte, dass das an der neuen Zählweise, den nun plötzlich arbeitsfähigen Sozialhilfeempfängern oder gar an der „Reform“ des Arbeitsmarktes liegen würde, wie der Superwolli das immer behauptet.

Aber für den Herrn Prof. Weisskirchen ist jetzt wichtig: „dass Gerhard Schröder Kanzler bleibt und im Zentrum des politischen Handelns weiterhin die soziale Gerechtigkeit steht und dass wir Deutsche nicht wollen dürfen, dass Diskriminierung und Rassismus unser friedliches Zusammenleben stören oder gar zur Explosion treiben. Wir müssen als Deutsche um unserer selbst Willen alles tun, damit Fremdenhass keine Chance hat."

Nun muss man einfach einmal Menschen fragen, die durch den Rauswurf aus dem aktiven Arbeitsleben und dem Verlust des Arbeitsplatzes seit Jahren aus der Gesellschaft ausgegrenzt und als „Langzeitfaulenzer“ und „Sozialschmarotzer“ diskriminiert  werden. Es ist sicher interessant, was diese Menschen von derartiger „sozialer Gerechtigkeit“ und „friedlichem Zusammenleben“, wie es dem Herrn Weisskirchen vorschwebt, halten.

Warum sollte bei dem ganzen Übel auch noch Gerhard Schröder Kanzler bleiben?
Warum, um alles in der Welt, sollten wir Deutsche denn das wollen dürfen?
Oder sollen wir das jetzt wollen müssen?
Oder dürfen können?
Oder dürfen wollen?
Oder müssen sollen?

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19.04.2005 um 05:45 Uhr

Schönes Arschloch

Kennen Sie den Unterschied zwischen einem genuschelten „schönen Arschloch“ und einem „n‘schönen Abend noch“?

Dieser Unterschied, das ist amtlich, beträgt exakt 90.000 Euro.
Das entspricht dem Gegenwert von 20 Tagessätzen a  4.500 Euro. Bezahlen muss diesen Betrag der Fußballspieler Stefan Effenberg, bekannt wegen seiner schlagartigen Fingererektion und sonstiger seltsamer Benehmlichkeiten,  nun wegen seiner undeutlichen Aussprache nach einer Verkehrskontrolle.
Ich hatte bereits im Jahr 2003 davon berichtet.

Effe will „Abend“ gesagt haben, doch am Trommelfell zweier Polizeikommissare  kamen die Schallwellen als „Arschloch“ an. Der betroffene Beamte bestätigte dem Gericht erneut, die Beleidigung "laut und deutlich" vernommen zu haben.
Dem Physiker sind derartige akustische Phänomene nichts Neues und als Frequenzmodulation bestens bekannt. Derartigen Modulationen unterliegen oftmals auch die Wahlversprechen von Politikern, wo „verdoppeln“ von den Arbeitslosen als „halbieren“ verstanden wurde.

Weil sich auch Frau Effenberg verhört und „Abend“ verstanden haben will, ermittelt jetzt die Justiz wegen uneidlicher Falschaussage in zwei Fällen gegen die bessere Hälfte von Nuschler Effenberg. Die gesetzliche Mindeststrafe für Falschaussage liege bei drei Monaten Freiheitsstrafe oder 90 Tagessätzen pro Fall.
Das wären im Falle einer Verurteilung dann noch mal 405.000 Euro – je Fall versteht sich.

Übrigens habe ich gerade gelesen, dass der ehemalige Innenminister Kanther und somit oberster Dienstherr der beiden Polizeikommissare wegen fahrlässigem Umgang mit 20,8 Millionen DM Parteivermögen, dessen Herkunft auch heute noch weitgehend im Dunkeln liegt, zu einer Geldstrafe von 25.000 Euro verurteilt wurde. Sein Helferlein, der Finanzberater Horst Weyrauch wurde wegen Beihilfe zur Untreue zur einer Geldstrafe von 360 Tagessätzen je 170 Euro, also 61.200 Euro verurteilt. Die beiden hatten versucht, durch den Geldtransfer den Steuerzahler um ca. 10.000.000 Millionen Euro zu bescheißen.

Also ich bin mir sicher, dass sich mein „n‘schönen Abend noch“ unter bestimmten Umständen auch wie „n‘ schönes Arschloch“ anhören könnte.

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18.04.2005 um 05:45 Uhr

Der kleine Stern

«Profitieren Sie jetzt vom Girokonto: kostenlose Kontoführung, jeden Monat 1 Euro dazu – und keine Depotgebühren»
So lautet der Betreff eines Schreibens, das mir dieser Tage von einer börsennotierten deutschen Directbank zuging, die am 14.02.2005 im Rahmen einer Adhoc-Mitteilung stolz bekannt gab, dass man im Jahre 2004 einen Rekordgewinn erzielt habe und für 2005 ein  Programm für mehr Wachstum und Wertsteigerung plane.

Nicht dass ich grundsätzlich etwas gegen Banken hätte, die in diesen schweren wirtschaftlichen Zeiten Rekordgewinne erzielen. Und wenn dazu kostenlose Konten für Arbeitnehmer beitragen – warum nicht. Ein Geschäft ist es doch schließlich immer dann, wenn es ein Geschäft für beide Seiten ist.
Und so lese ich interessiert weiter, denn es kommt nicht alle Tage vor, dass sich eine Bank Gedanken um MEIN Geld macht:

Sehr geehrter Herr Machopan,

wenn Sie jetzt ein kostenloses * Girokonto bei comdirect eröffnen, sparen Sie bares Geld – insgesamt bis zu 90 Euro pro Jahr. Und das Beste daran: Sie erhalten zusätzlich jeden Monat 1 Euro als Gutschrift aufs Konto.
Lassen Sie sich dieses Vorteile nicht entgehen, eröffnen Sie jetzt Ihr kostenloses * comdirect Girokonto.
  • Jeden Monat 1 Euro für Sie – das sind 12 Euro extra im Jahr
  • Kostenlose * Online-Kontenführung
  • ex-/Maestro- und VISA-Karte gratis
  • Gebührenfreier Bargeldzugang an 7.600 Geldautomaten bundesweit
Ein besonderer Vorteil kommt für Sie als Inhaber eines Depots noch hinzu:
Sie zahlen keine Depotgebühren mehr.

usw. usw. bla bla bla.

Mit freundlichen Grüßen
Richard Welge
Leiter Marketing & Vertrieb


Nun hatte ich schon seit meiner Studienzeit und den Worten von Henry Ford zur Frage der Farbe der von ihm in Massen produzierten „Tin Lizzy“: „Der Kunde kann jede beliebige Farbe haben - Hauptsache sie ist schwarz.“ eine schlechte Meinung für Marketing und darüber hinaus habe ich auch noch den dumpfen Verdacht, dass vielfach die Bezeichnung „Vertrieb“ als aus dem gleichen Wortstamm wie „Vertreibung“ kommend verstanden wird.

Im Falle der kostenlosen * Girokonto Werbung der comdirect Bank scheint man zusätzlich die Personen der Zielgruppe auch noch für strunzdumm zu halten. Denn während man sich nicht scheut die vermeintlichen Vorteile des kostenlosen * Girokontos fett gedruckt anzupreisen, reicht für die Nachteile gerade mal ein kleines *-chen.
Dieses *-chen bringt der comdirect Bank auf jeden Fall einen Umsatz von 4,90 € pro Monat wenn nicht monatlich mindestens 1.250,-- Euro auf das Konto eingezahlt werden.
Das sind im Jahr immerhin 58,80 Euro für’s Nixtun.
Die entsprechende Passage findet nur der interessierte Leser am unteren Ende des Schreibens in einer Schriftgröße kleiner 10 Pixel:
* Ab einem monatlichen Geldeingang von 1.250 Euro kostenlos. Ansonsten betragen die Kontoführungsgebühren günstige 4,90 Euro pro Monat. Studenten und Auszubildende zahlen generell keine Kontoführungsgebühren.

Nun bin ich nicht Wächter und Anwalt der möglichen Neukunden der comdirect Bank AG, die auf dieses „Angebot“ hereinfallen. Schließlich ist jeder seines eigenen Glückes Schmied.
Aber als Alt- oder Bestandkunde der comdirect Bank AG frage ich mich, warum mein Konto und mein Depot nicht kostenfrei geführt wird, da die Bank mit mir als Kunde im Jahr 2004 ja nach eigenen Aussagen einen „Rekordgewinn“ erzielt hat.

Sollte das etwa daran liegen, dass ich kein Student und Auszubildender bin?
Oder bin ich für ein kostenfreies (ohne *-chen) Konto nur zu blöd?

Ich werde mal dem Herrn Richard Welge schreiben, denn wenn ich ihn über die Telefonnummer 01803-336366 anrufe, dann kostet mich das 0,09 Euro pro Minute.
Und da es durchaus ein längeres Gespräch werden könnte, bevorzuge ich lieber die Schriftform. Auch wenn es um arglistige Täuschung oder gar versuchten Betrug bei Neukunden und Übervorteilung bei Altkunden geht, kann man nicht früh genug mit dem Beweise sammeln anfangen.
Außerdem muss man ja auch jede außerordentliche Kündigung einer Bankverbindung begründen können. Ein Verstoß gegen die „guten Sitten“ oder gar gegen „Treu und Glauben“ reicht dazu sicher nicht aus. Nicht bei Bänkern.
Wussten Sie, dass auch Bänker entlassen werden, wenn die Gewinne nicht in Rekordhöhe bleiben und die Eigenkapitalrendite unter 20% liegt? Das kann zum Beispiel leicht passieren, wenn die guten Kunden pleite -oder noch schlimmer- zu einer anderen Bank gehen.
Übrigens, ALG II Bezieher zahlen auf jeden Fall bei der comdirect Bank AG 4,90 Euro im Monat.
Auch wenn die Bank 1 Euro pro Monat zurückerstattet, kein gutes Geschäft – für den ALG II Bezieher.

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15.04.2005 um 05:45 Uhr

Frauenkomplimente

Liebe soll durch die Ohren gehen schrieb die Netzeitung und bezog sich dabei auf die „Bild“ Zeitung, die berichtet, dass US-Psychologen herausgefunden habe, dass ein paar Komplimente am Morgen den ganzen Tag versüßen könne.
Also diese Information kommt mir aber reichlich um sieben Ecken rum.
Und dann ausgerechnet auch noch von amerikanische Psychologen, also ich weiß nicht. Und dann auch noch ausgerechnet die Bild-Zeitung

Auf jeden Fall hat mich das Thema dann doch mehr interessiert als ich anfangs zugeben wollte und weil ich wissen wollte mit welchen Komplimenten man(n) Frauen glücklich macht, hab ich mir die Mühe gemacht die Komplimente alle zu lesen und aufzuschreiben.
Denn mit den Komplimenten ist es meist wie mit den guten Witzen: „wenn man sie brauchen würde, fallen sie einem nicht ein“.

Hier also die Hitliste der Sprüche, die Frauen den Tag versüßen sollen:

"Ohne Make-up siehst du viel schöner aus."
"Mit dir aufzuwachen ist fast noch schöner als mit dir zu schlafen."
"Schlaf weiter, ich mache das Frühstück."
"Du kochst besser als meine Mutter."
"Sag mal, bist du das, oder strahlt die Sonne so?"
"Wir sollten mal wieder deine Mutter einladen."
"Eine Nacht mit dir ist wie sieben Tage Champions League."
"Lass nur, heute mache ich die Wäsche."
"Ehrlich, Schatz, ich habe beim Spielen die ganze Zeit nur an dich gedacht."
"Hast du mal neuneinhalb Minuten Zeit?"

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht einen Spruch nachschieben würde, mit dem Sie sich den Tag garantiert versauen können – vorausgesetzt, dass die Dame ihn versteht:
„Mein Schatz, du siehst heute wieder aus wie ein siebzehnjähriger Pfirsich“

Da geht die Liebe nicht durch die Ohren, da gibt’s was auf die Ohren.

Einen schönen Tag noch.

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14.04.2005 um 05:45 Uhr

Verdiente Diplomaten

Plötzlich regt sich der Minister für das Äussere der Republik über ein paar Fotos auf, die in den Gängen des Auswärtigen Amtes an den Wänden hängen und „verdiente Diplomaten“ des Deutschen Volkes zeigen, die ihrem Regime immer treu gedient haben.
Die auch heute noch andauernde Ehrung dieser „verdienten“ Diplomaten, von denen einige wohl besser am Strick, als am Nagel hängen sollten, hat jetzt einen Disput verursacht. Der Außenjoschka hatte sich gebläht und die Entfernung diverser Köpfe aus der Ahnengalerie gefordert und seitdem hing der Haussegen im Auswärtigen Amt schief.
Dazu schreibt der Spiegel: «Jahrzehntelang hat das Amt die eigene Vergangenheit verdrängt. Wohl keiner Bundesbehörde ist es so gründlich gelungen, die Kontinuität von Personal und Institution über das Jahr 1945 hinweg gleichermaßen zu wahren und zu verschleiern. Zum einen wurden zahllose Diplomaten, die unter Hitler Dienst getan hatten, nach der Neugründung des Amts 1951 wieder eingestellt. Auf der anderen Seite gelang es der offiziösen Selbstdarstellung, den eigenen Anteil an deutschen Verbrechen so weit wie möglich zu relativieren. In der kollektiven Rückbetrachtung des Auswärtigen Dienstes galten die Nazis als fremde Eindringlinge, die den Apparat des Amts skrupellos für ihre verbrecherischen Ziele ausgenutzt hatten. Die Diplomaten hingegen sahen sich als aufrechte Deutsche, die allenfalls aus Karrieregründen der Nazi-Partei beigetreten waren und nur im Ausnahmefall - leider, leider - etwas kollaboriert hatten.»

Jetzt ist es sicher für einen aufmerksamen Bürger keine Überraschung, dass Behörden und Ämter sich weitgehend synchron und dennoch unabhängig von der aktuellen politischen Richtung entwickeln und ihre Aufgaben immer im Dienste des Volkes erledigen.
Egal, ob das jetzt Diplomaten des Deutschen Reichs von 1871-1918, Diplomaten der Weimarer Republik von 1918 – 1933, Diplomaten des Dritten Reichs von 1933 – 1945, Diplomaten der Bundesrepublik Deutschland  oder der Deutschen Demokratischen Republik von 1949 – 1990 waren oder der wiedervereinten BRddr seit 1990 sind.
Bei jedem Systemwechsel, mit jedem Dienstherrn verschwinden ein paar Köpfe aus dem Amt und dafür tauchen einige neue auf. Ob es Recht oder Unrecht war, was diese Herren so treiben und getrieben haben, wird immer erst beim nächsten Systemwechsel festgestellt, meist zeitgleich mit der Begründung, dass jetzt wieder ein paar Köpfe ausgewechselt werden müssen.
Nazi-Recht wurde erst nach 1945 zu Unrecht. DDR-Recht erst nach 1990.
Ich denke wir hier im Westen können von Glück sagen, dass wir nicht von der DDR annektiert wurden und uns mit der Frage konfrontiert sahen, wie es denn um das BRD-Recht steht.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Das 1000-jährige Reich Deutscher Nation ist auch nicht über die ersten zeitlichen Trippelschritte rausgekommen, bevor es auf die Schnauze gefallen ist. Und was sind schon knapp 60 Jahre BRD in der Geschichte der Menschheit?

Dass es leichter ist die Vergangenheit von anderen aufzurollen und man über die eigene lieber das Mäntelchen des Vergessens hängen möchte, kann man daran ersehen, wie lange es gedauert hat bis die Akte von Helmut „Abrissbirne“ Kohl aus den Stasi-Archiven an Tageslicht kam. Selbst das Erinnern fällt dem Altbundeskanzler sichtlich schwer. So kann sicher nicht ausgeschlossen werden, dass eines Tages jemand an seinem Bild Anstoß nimmt und die Entfernung aus den Fluren der Geschichte und den Schulbüchern fordert.

Doch solange die Karawane der Ämter und Behörden weiterziehen kann, ist es deren Vertretern doch letztendlich egal, in welcher Sprache die politischen Hunde heulen.
Ob da nun ein paar Bilder von „großen“ Männern vom Flur weg müssen spielt doch gar keine Rolle. Sobald die Hunde wieder anders jaulen, kann man die ehemaligen Kollegen ja wieder aus der Rumpelkammer holen.
Viel wichtiger als die Aufregung über ein paar Bilder an den Wänden irgendwelcher Ministerien ist doch die Frage wo sich denn die ganzen Nazis und Mitglieder der NSDAP nach 1945 alle hingebeamt haben.
Sicher nicht alle nach Argentinien, sondern wohl eher auf irgendein lukratives Pöstchen in irgendeinem Ministerium, irgendeiner Behörde oder irgendeiner „demokratischen“ Partei.
Oder nehmen wir mal die offiziellen und inoffiziellen Mitarbeiter des „Horch und Guck“-Ministeriums der Deutschen Demokratischen Republik, die Mitglieder der SED und die noch nicht von Alterssenilität befallenen Diplomaten.
Ei verbibscht, wo sind die Kolleschen alle hingegommen?
Die haben sich doch sicher nicht alle selbst entleibt, oder sind in einen der Bruderstaaten geflüchtet, die jetzt von der EU „heim ins Reich“ eingekauft werden.

Dass es sich bei den Bildern, die dem Außenjoschka die Nüstern gebläht haben, nur um ein mögliches Ablenkungsmanöver zur VISA-Affäre handeln könnte, will ich erst gar nicht unterstellen. Aber man sollte durchaus auch mal diesen Aspekt betrachten.

Die wirklich großen Männer erkenne an der Mäßigkeit beim Erfolg, hat Otto von Bismarck mal gesagt und wenn das stimmt, dann kann man sich ausrechnen wie lang die Flure in den Ministerien sein müssen um die großen Männer der rot-grünen Regierung aufhängen zu können.

Aber lassen Sie uns diesen Aspekt ein anderes Mal beleuchten, sonst besteht die Gefahr dass wir in der Liste der rot-grünen Heldentaten die Übersicht auf Ross und Reiter verlieren.

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13.04.2005 um 05:45 Uhr

Rechtschreibreform

„Es wächst zusammen, was zusammen gehört“, sagte einst Alt-Bundeskanzler Willy Brandt und meinte damit sicher nicht die buschigen Augenbrauen Alt-Finanzminister Theo Waigel.
 
Jetzt soll nach den Vorschlägen des Rats für deutsche Rechtschreibreform zur Korrektur der Korrektur des neureformatorischen  Schriftdeutsch wieder zusammen geschrieben werden, was zusammen gehört.

Aus "viel versprechenden" Politikern werden wieder "vielversprechende“ Politiker" werden.  Wenn Sie den feinen Unterschied auch nicht erkennen können, schreiben Sie doch zukünftig einfach weiterhin „Labersack“ und jeder Mitbürger weiß ganz konkret wen Sie meinen, aber nicht was Sie meinen.

Denn "Wohl durchdacht und viel versprechend, ist nicht wohldurchdacht und vielversprechend" meinte schon im Jahre 2000 der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes in einem Artikel im MedienDialog 08/2000.
Und daran hat sich bis heute nichts geändert.


Auch jemanden "voll quatschen" oder "fest nageln" soll zukünftig, genau so wie "Leid tun" oder "Kopf stehen", wieder zusammengeschrieben werden.
Das ist fein, dient es doch der Klarheit der deutschen Sprache, die eben einen feinen Unterschied zwischen „Kopfstand“ und „Kopf stand“ macht. Oder wie würden Sie den Satz verstehen, dass nach „dem Kopfstand von Claudia Roth das Parlament Kopf stand“.
Sie sollten sich dabei auf die Frage der richtigen Schreibweise konzentrieren und nicht darauf, dass das „auf dem Kopf stehen des Parlamentes“ etwas damit zu tun haben könnte, dass Claudia Roth unter ihrem Zweimannzelt keinen Schlüpfer trug.  Slips ab Größe 52 nennt man(n) auch nach der Korrektur der Rechtschreibreform Schlüpfer, und Strings in dieser Größe wurden vom Bundesministerium für familiäre Angelegenheiten verboten, da die Gefahr einer Unterleibsstrangulierung bestehen könnte.  Hauptursächlich für den Rückgang der Geburtenrate verantwortlich. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Aber ein äußerst interessantes.

Mich selbst betrifft die Änderung der Verkehrsregeln zum kollisionsfreien Umgang mit der deutschen Sprache ja nicht direkt, denn ich schreibe immer solange bis meine computergestützte US-amerikanische Textverarbeitung keine „Ameisenstraße“ mehr unter dem geschriebenen Wort anzeigt. Mir ist es also vollkommen egal, ob man „Kopfstand“ oder „ Kopf stand“ oder „kopfstand“ oder „kopf stand“. Und wenn es sich um ganz hartnäckige Ameisenstraßen handelt – ändere ich einfach das Wörterbuch, das mir die Jungs aus Seattle auf dem Rechner installiert haben.

So einfach haben es die PISA-Kinder an den Schulen nicht. Daher erwarte der Rat für deutsche Rechtschreibreform von den Lehrern während der Wiedereingewöhnungsphase eine "gewisse pädagogische Sensibilität" die ehemals richtigen, nun jedoch falschen Worte nicht als Fehler anzustreichen. Als ob das noch eine Rolle spielen würde, es schreibt doch sowieso jeder wie er will und so, dass es kein Schwein mehr versteht..
Daher bin ich dafür gleichzeitig mit der Einführung der „Wiederzusammenschreibung“ auch die „generelle kleinschreibung“ in das Regelwerk aufzunehmen.
Dies würde der Meldung „Die Rechtschreibreform wird in einem ihrer zentralen Punkte nochmals geändert“ ihren Schrecken nehmen und man könnte gleich schreiben „dierechtschreibreformwirdineinemihrerzentralenpunktenochmalsgeändert“.

Als nächstes will sich der Rat übrigens die Trennung am Zeilenende und die Zeichensetzung vornehmen. "Wir werden dazu raten, wieder mehr Kommas zu setzen", drohte der Rat.

Na das kann ja heiter werden.
Würde der Rat meinem Rat der „kleingeschriebenenzusammenschreibung“ folgen, könnte er sich die Trennung am Zeilenende und die Zeichensetzung in die Haare schmieren.

Aber auf mich hört ja (mal wieder)  keiner.

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P.S.
Durch die Änderung der geänderten Rechtschreibreform werden laut Superwolli Clement Jobs in der Schulbuchdruckindustrie gesichert. Also mindestens, wenn nicht noch mehr, aber soviel ganz bestimmt.

12.04.2005 um 05:45 Uhr

Lottozahlen

Wer würde nicht gerne im Lotto gewinnen? Jeder der Mitspieler hofft doch auf den großen Gewinn, der ihn bis ans Ende seiner Tage aller Sorgen befreit.

Das Gewinnen im Lotto ist ganz einfach. Man muss nur sechs Zahlen in einem Kästchen von 7 mal 7 Zahlen ankreuzen, seinen Einsatz bezahlen und auf die nächste Ziehung warten.
So einfach ist das.
Kann fast der Mensch, der mit einem Schreibgerät sechs Kreuzchen machen kann.
Das eigentliche Problem beim Lotto sind die Zahlen, denn gewinnen kann nur wer die richtigen Zahlen angekreuzt hat. Und weil die Auswahl dieser sechs richtigen Zahlen so schwer fällt, tippen viele Lottospieler einfach Zahlen, die sie sich gut merken können. Zum Beispiel ihre Hausnummer, die Zahlen vom Geburtstag oder die vom Hochzeitstag und wenn dann noch eine Zahl fehlt, nimmt man einfach noch das Alter in Lebensjahren dazu, macht die entsprechenden Kreuzchen und dann kann der Millionengewinn kommen.

Doch eines Tage, man denkt sich nix Böses und füllt den Lottoschein aus wie immer, hat man plötzlich ein Problem, denn die Zahlen beim Lotto gehen nur bis 49 und seit dem letzten Geburtstag vor ein paar Tagen ist man selbst runde 50 Jahre alt. Jetzt ist Schluss mit Lotto in der gewohnten Form.
Da merkt man zum ersten Mal, dass man ab 50 nicht mehr so mitspielen darf, wie man das jahrelang gemacht hat. Mit 50 bist du aus dem Spiel raus, daran beißt die Maus keinen Faden ab und zusätzliche Kästchen auf den Lottoschein malen, hilft auch nix. Dadurch wird der Schein nur ungültig und die Lage nicht besser. Mit Zahlen ab 50 kannst du nicht mehr mitspielen, auch wenn du deinen Einsatz bezahlst.

Wer also 50 Jahre und älter ist, hat beim Lotto schlechte Karten.
Das gilt nicht nur fürs Lotto, auch auf dem Arbeitsmarkt sieht es schlecht aus.

Das hat der Bundesköhler jetzt auch schon gemerkt und hat diesem Thema sogar einen Teil seiner Grundsatzrede gewidmet: «Viel zu wenige ältere Menschen gingen einer Beschäftigung nach, dabei könne man auf ihr Wissen und ihre Erfahrung nicht verzichten. Alle Regelungen für den Arbeitsmarkt, ob gesetzlich oder tariflich, müssten daraufhin überprüft werden, ob sie die
Beschäftigung förderten».

Jetzt hört sich das aus dem Munde vom Bundeshotte ja so schön an und doch bekommen unsere Volks(ver)treter das Ding nicht gebacken. Jeder vierte der 5,2 Millionen Arbeitslosen ist älter als 50 Jahre. Zählt man diejenigen dazu, die sich im Vorruhestand befinden oder sich gezwungenermaßen für die 58-Regelung entschieden haben, fällt die Zahl noch höher aus.

Und bei jeder Entlassungswelle erwischt es die älteren Arbeitnehmer gleich doppelt. Sie fliegen nicht nur raus, sondern haben auch noch schlechte Möglichkeiten wieder rein zu kommen.
Nach einer aktuellen Studie sind fast 50 % der Unternehmen nicht bereit, ältere Arbeitnehmer bedingungslos einzustellen. Wer arbeitslos ist und nach einem Jahr noch keinen neuen Job hat, kann sich eigentlich nur noch die Kugel geben oder diesem Land den Rücken kehren. Wenn er noch kann.

Die Gründe für diese bescheidene Situation finden sich in einer seit Jahrzehnten verfehlten Tarif- und Arbeitsmarktpolitik, die darauf ausgerichtet war, ältere Arbeitnehmer loszuwerden. Dass die Vorruhestandregelungen, der jahrelange Bezug von Arbeitslosengeld und die 58-Regelungen zu Lasten der Sozialkassen ging, war den Nutznießern dabei schon klar, aber im Interesse der Sache vernachlässigbar.
So verschwanden ältere Arbeitnehmer ohne großes Tamtam im Einvernehmen zwischen Politik,  Arbeitgebern und Arbeitnehmern. in den vorgezogenen Ruhestand.
Und heute wird rumgejammert, dass die Sozialversicherungssysteme die Belastungen nicht mehr aushalten können.
Als ob die Arbeitnehmer quasi schlagartig über Nacht altern und völlig überraschend in Rente gehen, hört man jetzt die Politiker von demographischen Verschiebungen und Überalterung der bundesdeutschen Bevölkerung labern und „den Gürtel enger“ fordern.
Natürlich wird es jetzt eng, nachdem man sechs Jahre lang rumgetönt und gepennt hat, weil Bundesgerd und Genossen das Problem unterschätzt und vor lauter „Hurra, jetzt sind wir an der Macht“ die Sprengkraft des Eies übersehen haben, das ihnen die schwarz-gelben Beutegeier im Horst des Bundesadlers hinterlassen haben.
Statt Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft konsequent in die Pflicht zu nehmen und die Umbruchstimmung der Bevölkerung zu nutzen, hat man sich immer weiter vom Bürger der 1998 für die Veränderung gestimmt hatte, entfernt.
Die AKW’s, die (vielleicht) in 25 Jahren abgeschaltet werden, waren wichtiger.
Eine Flut von Gesetzen, Verordnungen und Kompetenzerweiterungen für Behörden und zunehmende Bespitzelung der Bevölkerung waren wichtiger.
Wenn man sich die Presse der letzten Jahre durchsieht, dann wimmelt es da nur so von Themen wie: Zuwanderung, Asylanten, Ausländerintegration, Antisemitismus, Gleichberechtigung, Diskriminierung, gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften, Solarenergie, Windkraft, Müllsortierung, Flaschenpfand, Umwelt- und Artenschutz und und und ....
Sicher habe ich bei dieser Aufzählung noch einiges vergessen.
Genauso wie unsere Volks(ver)treter, den kleinen Mann, Otto Normalverbraucher und seine Familie vergessen haben.
Otto spielt nicht mehr Lotto. Otto kann nicht mehr Lotto zahlen.
Otto hat man aus der Lottogemeinschaft ausgeschlossen.

Gegen Arbeitslosigkeit hilft nur Arbeit und sonst nix. Arbeit von der man leben kann.
Doch die gibt es nicht.
Da helfen auch keine neuen Antragsformulare und die Behördenumbenennung von Bundesanstalt in Bundesagentur. Solange an den Schreibtischen die gleiche Denke und der gleiche Filz sitzen bleibt, kann sich nichts ändern.

Erst wenn den Verlierern und Betrogenen der rot-grünen „Reformen“ klar wird, dass man sie um die Früchte ihrer jahrzehntelangen Arbeit bringt und in die Altersarmut schickt, wird sich das Klima in diesem Land schlagartig verändern.
Und wenn dann noch den Jungen, trotz PISA, ein Licht aufgeht, dass eine Zukunft ohne Arbeit und ohne Kohle eigentlich keine erstrebenswerte Zukunft werden wird, dann könnte der kollektive Rundumbefreiungsschlag gelingen um das Joch der Politzecken und Wirtschaftssklavenhalter abzuwerfen und diese Republik wieder zu einem freien Land mit freien Bürgern zu machen, die sich durch ihrer eigenen Hände Arbeit ernähren, ihre Familien schützen und ihre Kinder großziehen können, ohne von einem außer Kontrolle geratenen Verwaltungsapparat ständig wie Kriminelle und geistige Behinderte behandelt zu werden.

Solange „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland“ nur auf dem Papier steht und nicht etwas ist, wonach „wir alle streben, brüderlich mit Herz und Hand“, können sich  Wirtschaftsprofiteure und Politiker damit genüsslich den Arsch abwischen,.

Die Deutschen haben schon einmal gezeigt, dass sie in wirtschaftlichen Notlagen und 5 Millionen Arbeitslosen zu radikalen politischen Änderungen neigen.
Ich bin nicht unbedingt scharf drauf, dass das nochmals geschieht.
Obwohl es mir schon heftig in den Fingern juckt, wenn ich mir diese Plattnasen in Berlin und anderswo so ansehe.

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11.04.2005 um 05:45 Uhr

Kopf oder Zahl?

Der Sensenmann geht um in Europa.
Millionen Menschen blicken nach Rom und betrauern den Tod von Johannes Paul dem Zwoten, der mir als Mensch um vieles sympathischer war, als in seiner Funktion als Oberhaupt der Katholischen Kirche.

Bei all der Trauer erkennen die meisten Bürger Europas jedoch nicht die wahre Dimension der Tragödie. Denn nicht nur die Katholische Kirche hat ihren obersten Führer zum Herrn geschickt, sondern auch ein europäischer Staat hat sein Oberhaupt verloren. Der kleinste Staat der Welt mit 464 Einwohnern, der Vatikanstaat, hat seinen politischen Führer Karol Józef Wojtyła verloren.

Nun geschieht es immer wieder, dass auch Staatsoberhäupter sich mit einigen Quadratmetern heimischer Erde, einigen Salutschüssen, jeder Menge lobender Worte ihrer politischen Feinde und einer Erwähnung in den Geschichtsbüchern begnügen müssen.
Selten ist jedoch, dass ein Staatsoberhaupt im Amte verstirbt, sei es durch Gewalt oder durch natürlichen Tod.
Aber noch seltener ist,  dass Staatsoberhäupter verschiedener Länder quasi in Serie versterben, denn nur vier Tage den dem Oberhaupt des Vatikanstaats, hat sich Fürst Louis Henri Maxence Bertrand Rainier Grimaldi der Dritte von Monaco am 6. April vom Sterbebett nicht mehr erhoben.

Nach dem Gesetz der Serie müsste nun innerhalb weniger Tage ein weiteres Oberhaupt eines europäischen Kleinstaates die Skatrunde im Jenseits komplettieren. Es kann und darf darüber spekuliert werden, ob es sich dabei um Andorra, San Marino, Liechtenstein oder gar Luxemburg handeln könnte.

Also ich habe ja auf San Marino getippt.
Nicht nur, weil es sich im Gegensatz zu Andorra um einen Staat mit eigener Euro-Währung handelt, sondern auch wegen der Nähe zu Italien, wo dem Signore Berlusconi zwischenzeitlich alles zuzutrauen ist. Hat doch gerade das italienische Parlament als erstes in Europa der Europäischen Verfassung zugestimmt und nun könnte jemand klammheimlich hintenrum versuchen die Anzahl der Staaten in alten Europa zu minimieren,  um dafür neue Staaten im Osten aufnehmen zu können. So eine Art schleichende politische Osteporose, oder so ähnlich.

Aber dann habe ich im Spiegel gelesen, dass es dem August aus Hannover
(Schwiegersohn von Fürst Rainier und dritter Ehemann von Prinzessin Caroline, die ihm 1999 nach nur 6-monatiger Ehe eine Tochter schenkte) erdenklich schlecht gehe und er mit Pankreatitis im Krankenhaus in Koma liege. Nun entzog es sich meinem Schulwissen, dass Koma ein Kleinstaat in Europa ist, aber bei der Geschwindigkeit mit der sich das Abendland verändert, kann man schon mal die Übersicht verlieren.
Doch beim hurtigen Nachschlagen bei Wikipedia klärte sich dieses kleine Missverständnis schnell auf, denn Pankreatitis ist eine lebensbedrohende Krankheit, deren chronische Variante primär durch exzessiven Alkoholkonsum verursacht wird. Dies würde auch das teilweise sonderliche und aggressive Verhalten des Herrn Ernst August Prinz von Hannover in der Öffentlichkeit erklären.

Langer Rede, kurzer Sinn, dem Welfen-Prinzen und Urenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., geht es echt dreckig und ich habe mich gefragt, wer ihm wohl nach dem Leben trachten könnte und ihm diese Unmengen Alkohol eingeflößt hat.
Verdächtige gibt es sicher genug, denn der Prinz war mit seinen körperlichen und verbalen Kräften nie zimperlich und so mancher seiner handgreiflichen Waffengänge gegen Paparazzi, Journalisten und Hoteliers wurden erst durch richterlichen Spruch beendet.

Hinweise auf eine politisch motivierte Tat kamen mir bei der Erkenntnis, dass Ernst August etwa an Stelle 450 in der Thronfolge des englischen Königshauses erscheint. Wenn also die Queen und danach der gerade zweitmalig vermählte Prinz Charles sowie weitere 448 Personen plötzlich aus dem Leben scheiden würden – dann könnte der Welfen-Prinz Ernst August sogar König von England werden. Aber dass ihn deswegen jetzt jemand aus dem Weg räumen will, erscheint nun selbst mir ziemlich weit hergeholt.

Denn warum in die Ferne schweifen, wenn die Lösung des Falles im innenpolitischen Bereich und damit viel näher liegen könnte, als wir alle denken.
Ich sage nur „Hannover“ und weise diskret darauf hin, dass nächstes Jahr Bundestagswahlen in der BRddr stattfinden. Und wenn da jemand damit rechnen muss, dass er nicht mehr „König von Deutschland“ werden könnte, könnte sich so jemand halt mal sicherheitshalber in der Republik umschauen, wohin er die Stätte seines zukünftigen Würgens verlegen könnte.
Und da jeder Täter immer wieder an den Ort seiner ersten Verbrechen zurückkehrt, wäre Hannover bestimmt keine schlechte Wahl, wenn der Platzhirsch dort, wie allgemein bekannt, nicht so grobe Manieren hätte.

Das liest sich jetzt zwar wie die vergebliche Quadratur des Kreises, aber was macht man nicht alles an einem verregneten Sonntag zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken.

Und jetzt muss ich mich sputen und meinen Brief zur Post bringen, bevor der Prinz von Hannover den Ärzten in Monaco unter den Händen wegstirbt.
Weil sonst könnte ja jeder behaupten, ich würde immer nur aus dem Spiegel abschreiben.

Einen schönen Tag noch.

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08.04.2005 um 05:45 Uhr

Bonusmeilen

Für viele Zeitgenossen sind sie begehrter Status, für andere Raffkes Stolpersteine auf dem Weg nach oben, für mich nur lästige Überbleibsel aus einer Zeit vor Hartz IV.
Lästig deshalb, weil die restlichen Bonusmeilen, die nicht mehr für einen Flug auf die Kanarischen Inseln ausreichten und deren finanzieller Gegenwert von jedem Billigflieger bei Flügen innerhalb Europas lässig unterboten werden konnte, für die Lufthansa gerne genutzter Grund für die Zusendung von Werbepost und Werbeemails war.

Anfang des Jahres 2005 stand schließlich mein Entschluss fest – die Dinger müssen weg.
Irgendwie. Egal wie, aber möglichst sofort. Die Lösung war das Angebot an Designerschnickschnack im neuen Warenkatalog der Lufthansa. Sie kennen solche Waren auch. Egal was es ist, Hauptsache es steht der Name eines Designers drauf, damit andere Menschen erkennen können, dass der Besitzer des Gegenstandes ein Mensch von Niveau und gutem Geschmack ist und über Bonusmeilen verfügt. Daraus kann man weiter schließen, dass dieser Mensch so wichtig ist, dass er geschäftlich viel mit dem Flugzeug reist und das macht ja nicht jeder Kreti und Pleti.
Sicher würde es auch Designertoilettenpapier geben, wenn die öffentliche Reinigung des Managerdarmausganges von wirtschaftlichem Interesse und der eigenen Karriere dienlich wäre.

Doch zurück zum eigentlichen Thema, den Bonusmeilen. Tatkräftig unterstützt durch die Beste aller Frauen gelang es, die zur Verfügung stehenden Bonusmeilen derart auf verschiedene Gegenstände aus dem Lufthansakatalog zu verteilen, dass keine monetären Zuzahlungen notwendig wurden und die Bonusmeilen bis auf einen kleinen Rest verbraucht waren.
Also flugs, wie es sich für eine Fluggesellschaft gehört, den Bestellschein ausgefüllt und per Fax (Bestellungen auf Papier dienen der Rechtssicherheit) an die Firma mit dem Kranich übermittelt.
Die Reaktion kam einige Tage später. Nicht als Paket, sondern als Brief mit der Mitteilung, dass bedingt durch die große Nachfrage, die von mit georderten Artikel leider vergriffen wären. Man bedaure dies zutiefst und würde sich freuen mich bald wieder als Kunde des Lufthansa Worldshops oder an Bord eines Lufthansaflugzeuges begrüßen zu dürfen. Die Ablage des Schreibens erledigte mein Mitarbeiter Wolf für mich. Reiss Wolf, stets zuverlässig, diskret und verschwiegen. Nur mit Krawatten darf man ihm nicht zu nahe kommen.

Wieder einige Tage später lag im Briefkasten eine Benachrichtigung der Deutschen Post, man habe ein Päckchen für mich, aber mich leider nicht zu Hause angetroffen. Das Päckchen möge auf dem Hauptpostamt zu den üblichen Öffnungszeiten, aber nicht heute und auch nicht am nächsten Tag vor 15.00 Uhr von mir abgeholt werden.
Ein verhältnismäßig schwieriges Unterfangen für einen Päckchenempfänger, der zu den üblichen Öffnungszeiten einer Deutschen Post Filiale nicht vor Ort ist, weil er an einem anderen Ort hauptberuflich einer Erwerbstätigtätigkeit nachgehen muss, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Mit Hilfe einer Vollmacht für die Beste aller Frauen und deren Bereitschaft ihren eigenen Arbeitsplatz frühzeitig zu verlassen, gelang es schließlich das Päckchen in meinen Besitz zu bringen. Absender war der Lufthansa Worldshop, der sich mit beigefügtem Schreiben darüber freute, dass das Warenangebot der Lufthansa meinen Geschmack getroffen habe und nun doch möglich war meine Bestellung zur Auslieferung zu bringen. Allerdings wäre die Nachfrage unverändert groß, dass es trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen sei alle von mir bestellten Artikel auszuliefern. Die Nachlieferung werde selbstverständlich umgehend nach Verfügbarkeit der Ware erfolgen.

Den Kommentar der Besten aller Frauen will ich Ihnen ersparen.
Doch es kam klar zum Ausdruck, dass sie nicht noch einmal frühzeitig ihren Arbeitsplatz verlassen und einen Teil ihrer Arbeitszeit mit einer Vollmacht zur Entgegennahme eines Päckchens in der Warteschlange auf dem Hauptpostamt verbringen würde.

Jetzt warte ich auf den Benachrichtigungsschein der Deutschen Bundespost im Briefkasten, dass man ein Päckchen für mich habe, mich aber leider nicht zu Hause angetroffen habe.
Das Päckchen möge darum auf dem Hauptpostamt zu den üblichen Öffnungszeiten, aber nicht heute und auch nicht am nächsten Tag vor 15.00 Uhr von mir abgeholt werden.

Die Bestellung bestand übrigens aus zwei Artikeln, die jeder für sich in einem Brief verschickt werden könnten.
Jetzt überleg ich mir, ob es nicht einfacher gewesen wäre, die Bonusmeilen irgendeinem ins Gerede gekommen Politiker der Grünen/B90 zu schenken oder der Lufthansa zu schreiben, dass sie sich die Bonusmeilen in den .....

Aber nein, das wäre zu ordinär gewesen, wo sich doch das Lufthansa Worldshop Team so viel Mühe gegeben hat und die Briefe sogar vom Herrn Geschäftsführer Christian Teutsch höchstpersönlich unterzeichnet worden sind.

Wenn Sie auch was bei Lufthansa bestellen wollen, schauen Sie doch einfach mal bei www.lh-worldshop.de vorbei. Es gibt ganz schicke Sachen da.
Alles vom Designer natürlich.

Nur Toilettenpapier werden Sie da vergeblich suchen

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07.04.2005 um 05:45 Uhr

Summe des Lebens

Die Summe des Lebens ist 100%.
Aber auch die Summe allen Schwachsinns sind 100%.

Wenn man sich diese Tatsache vor Augen hält, fällt es leichter mit dem täglichen Dummfug aus Politikermund zu leben und zu überleben..
Egal ob es der Finanzhans ist, der Verkehrsmanfred, die Gesundheitsulla, der Superwolli, Terroristenjäger Stumpelrilzchen Wiefelspütz, der Bundesgerd himself, das Guido, Scatman Stoiber, Missgriff Merkel  oder irgendein anderer Dampfplauderer von irgendeiner anderen Partei.

Ob es die Reform des Gesundheitswesens mit saftigen Zuzahlungen durch die Zwangsversicherten ist, die Mautgebühren und die Feinstaubfilter, die Langzeitfaulenzer die sich nicht selbst minimieren wollen, die Lieferung von Waffen an das Reich der Mitte, die Streichung von Eigenheimpauschale oder Bafög, die Erhöhung der Tabaksteuer und/oder der Mehrwertsteuer, der Solidaritätszuschlag (ja den gibt es auch noch) und die Ökosteuer oder die Einhaltung des Stabilitätspakts – alles nur dazu da um an der Macht zu bleiben, an die Macht zu kommen und mehr Kohle in die Staatskasse zu spülen, um weiter verplempern zu können wie bisher.

Das Jahr ist noch jung und schon hatten wir fast alles, wozu wir noch im letzten Jahr bis Dezember gebraucht hatten. Helmut Kohl wird wieder als großer Staatsmann und Wiedervereinigungskanzler gelaudatiot, während der Bundestagsabgeordnete Kanther ehemaliger Innenminister der Republik und Bimbeskofferträger des christdemokratischen Schwarzgeldes in Wiesbaden vor Gericht steht. Die Stasiakte des Altkanzlers hat nach jahrelangem juristischem Gezerre und mehrfachen Reinigungsverfahren bis zur Sozialverträglichkeit nun auch endlich den Weg ins Licht gefunden, in dem die Republik seit Jahren vor sich hindämmert.

Der Papst ist tot, die Hochzeit von Charly und Camelia verschoben und die Queen schaut nach den Trauerfeierlichkeiten in Rom noch kurz in Monaco vorbei, nur um sich den Peinlichkeiten einer standesamtlichen Trauung ihres Sohnes mit seiner Mätresse zu ersparen, die durchaus noch die Möglichkeit hat ihre Nachfolgerin zu werden. Man(n) kann Frau auch heute noch ganz nach oben poppen. Daran hat sich auch im 21.Jahrhundert nichts geändert.

Die Heide aus Schleswig-Hohlstein macht Schmusemündchen und die Fliege. Zuerst lässt sie sich von den Bürgern wählen um angeblich deren Interessen in der Politik zu vertreten. Und dann schmeißt sie alles hin und macht auf beleidigte Leberwurst, weil man sie diesmal nicht zum Chef des Landes machen wollte. Ein schönes Demokratieverständnis hat die Dame.

Der Außenjoschka wird sich irgendwann medienwirksam gegen den Vorwurf des vorsätzlichen  Frischfleischimports für paarungsfreudige Frankfurter Rechtsanwälte und Fernsehmoderatoren zur Wehr setzen und gleichzeitig bekunden, dass er sich erneut verliebt und verlobt hat.

Egal was auch immer in dieser Republik geschieht, welche Reform die nächste jagt, blockiert, verhindert, egal wer was fordert und wer was verspricht, das er am Ende des Satzes nicht selbst widerlegt oder vergessen hat – der Finanzhans wird sich selbst mit immer neuen, verfassungskonformen Staatshaushalten überraschen, diese der Öffentlichkeit präsentieren und vehement gegen jedes „Ja, aber“ verteidigen. Es scheint die Last seines Amtes zu sein, das ihn visuell immer mehr zu einem Zwillingsbruder von Heinrich Himmler mutieren lässt. Vielleicht wird ihm irgendwann wegen unheilbarem Realitätsverlust die Gnade seiner Einweisung in eine geschlossene Anstalt widerfahren.

In Ewigkeit – Amen.

Und das Jahr ist noch so jung und wir sind, nach all den guten Vorsätzen und Prophezeiungen unserer Politiker zur Jahreswende, schon wieder (oder immer  noch) beim gleichen Schwachsinn wie in 2004.

Halt, doch nicht ganz – ich habe mit dem Rauchen aufgehört.
Und der Krankenkasse muss ich noch schreiben, dass ich jetzt auch meine Praxisgebühr brav bezahlen will. Aber nur noch durch Überweisung oder Bareinzahlung direkt an die Krankenkasse, denn den Ärzten und den Kassenärztlichen Vereinigungen traue ich nicht mehr über den Weg.
Außerdem habe ich bei allen meinen Bankkonten das Finanzamt als mithaftenden Miteigentümer eintragen lassen. Dann brauchen die nicht lang mit dem Computer rumzusuchen wo die Konten sind, sondern bekommen die Kontoauszüge gleich ins Haus geschickt und können die Überziehungen ausgleichen um Überziehungszinsen zu vermeiden..
Und den Verkehrsmanfred habe ich durch eingeschriebenen Brief darüber in Kenntnis gesetzt, dass ich eine OBU zum Anbau an mein Velo beantrage und vor dem Bundesgerichtshof mein Recht auf mautpflichtige Feld- und Waldwege durchsetzen werde. Außerdem will ich einen Feinstaubfilter für die mit Schadstoffen belastete ausgeatmete Luft aus meiner Raucherlunge. Ersatzweise würde ich mich eventuell auch mit einer höheren Tabaksteuer für Nichtrauchen zufrieden geben. Aber nur bei gleichzeitiger Streichung von Bafög, Eigenheimpauschale, Pendlerpauschale und Abschaffung aller arbeitnehmerseitigen Freibeträge mit gleichzeitiger Senkung der Unternehmenssteuern zur Schaffung von Arbeitsplätzen im osteuropäischen Ausland.

Anfang des Jahres hatte ich bei der Bundesagentur für Arbeitslosigkeit die Umschulung zum Galeerensklaven und die Teilnahme am „Hartz IV“-Überlebenstraining beantragt. Aber die Jungs haben bis heute nicht geantwortet. Wahrscheinlich ist die Agentur mit den Reisevorbereitungen der ALGII-Bezieher, die vom Superwolli zum Straßenbau nach Indien vermittelt wurden, vollauf ausgelastet. Immer noch besser als in der BRddr im Akkord gegen polnische Spargelstecher antreten zu müssen.

Na, vielleicht ergibt sich ja auch die Möglichkeit als Aufbauhelfer für Waffenfabriken in China zum Einsatz. zu kommen, obwohl ich eigentlich lieber als Call-Boy in der Ukraine arbeiten würde.
Muss mal mit dem Aussenjoschka reden, vielleicht kann der mir bei der VISA-Beschaffung behilflich sein.
Schau mer mal.

Und bis dahin halte ich es mit Wilhelm Busch:

Sag, wie wär es, alter Schragen,
Wenn du mal die Brille putztest,
Um ein wenig nachzuschlagen,
Wie du deine Zeit benutztest.

Oft wohl kam's, daß du die schöne
Zeit vergrimmtest und vergrolltest,
Nur weil diese oder jene
Nicht gewollt, so wie du wolltest.

Demnach hast du dich vergebens
Meistenteils herumgetrieben;
Denn die Summe unsres Lebens
Sind die Stunden, wo wir lieben.

Auch wenn darunter, wie wir wissen, so mancher Schwachsinn ist.
Und die Summe allen Schwachsinns ist immer 100%

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06.04.2005 um 05:45 Uhr

Spargelstecher

Mit Politikern ist es wie mit dem Spargel.
Der Spargel sollte frisch sein, dann ist er am besten. Dann hat er unbeschädigte Stangen und feste Köpfe, ist nicht bräunlich verfärbt oder ausgetrocknet, verfügt meist über einen angenehmen Geruch und Äußeres und -das ist ganz wichtig.-, die Spargelstange ist dann noch prall und glänzend.

Leider gibt es bei Politikern keine EU-Handelsklassen zur Beurteilung der Qualität wie beim Spargel, denn sonst wäre für jeden Kunden erkennbar, dass der Politmarkt mit Ware in Handelsklasse III geradezu überschwemmt ist.

Zur Lösung der seit Jahren andauernden Problem am Arbeitsmarkt hat nun einige Politiker wieder der Hafer gestochen und sie sind der Meinung, dass wir jetzt nach Billiglohn wie in Vietnam, Arbeitsschutz wie in Indien, Korruption wie in Indonesien, Toiletten wie in China, Rechtssicherheit wie im Kongo und Preisen wie in Deutschland jetzt unbedingt auch noch Langzeitarbeitslose als Saisonarbeiter zum Spargelstechen brauchen.

Und über diesen Hirnfurz wird in den Medien berichtet. Da wird diskutiert, argumentiert, manipuliert und diffamiert.
Dabei hat sich kaum einer mal Gedanken über das Spargelstechen gemacht. Und noch weniger haben auch nur einen Hauch von Ahnung was das für eine Arbeit ist, mit der am Ende der Verarbeitungskette ein Pfund frischer Spargel mit zwei Kartöffelchen und etwas zerlassener Butter für 25,60 Euro auf dem Teller liegt.
Dafür muss ein Spargelstecher um 5:30 Uhr auf dem Acker stehen und kann am Tag bis zu 250 Kilo Spargel stechen um mit 100 Euro netto nach Hause zu wanken, denn gehen oder stehen kann er nach 8 Stunden gebückter Haltung nicht mehr. Gestochen wird im Akkord. Wer darin keine Übung hat und nicht körperlich fit ist, steht das garantiert nicht durch.
Langzeitarbeitslose zum Spargelstechen zu schicken ist wie Rollstuhlfahrer zum Marathonlauf zu schieben. Die ersten fallen gleich um und der Rest ist am nächsten Tag krank.

Und jetzt schauen wir uns mal den Lohn an.
Bei 100 Euro Tagesverdienst sind dasrund  40 Cent pro Kilo, also 20 Cent pro Pfund, das geschält und gekocht, mit etwas Butter und zwei Dekorationskartoffeln für 25,60 Euro verfüttert wird.
Ein guter Stecher schafft ca. 9 Kilo pro Stunde, ein ungeübter Stecher gerade mal zwei Kilo.
Dementsprechend sieht sein „Verdienst“ aus.

Wenn Sie das alles nicht davon abhält sich mit dem Beruf des „Spargelstechers“ den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt ergattern zu wollen, dann schauen sie sich doch mal bei der Bundesagentur das Berufsbild dazu an. Dort finden Sie auch interessante Stellenangebote für die Spargelzeit von April bis Juni. Verdienstmöglichkeiten zwischen 4,84 Euro und 5,17 Euro, je Stunde versteht sich. Oder trauen Sie sich für 10,50 Euro einen halben Hektar abzuernten?

Also bewerben Sie sich. Sie würden dem Herrn Clement einen großen Gefallen erweisen.
Oder wollen Sie warten, bis er Sie im Austausch gegen indische Spargelstecher zum Straßenbau nach Indien schickt.

Ganz interessant übrigens ist auch ein Artikel, der bei „Jungle World“ erschienen ist. Achten Sie aber vor dem Lesen auf das Datum dieser Veröffentlichung, damit Sie erkennen können, was sich seit dem Jahr der rot-grünen Machtübernahme durch Reformen auf dem deutschen Arbeitsmarkt geändert hat.

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