Machopan - Rauchzeichen

31.08.2005 um 05:45 Uhr

Vogelgrippe

„Mit Vögeln sollte man in der nächsten Zeit vorsichtig sein“ meldet die Tagespresse und ich bin mir sicher, dass auf diesen Satz wieder einige Suchmaschinen hereinfallen werden, die meisten Besucher keine Ornithologen  sind und in der in der Zeit zwischen 23:00 Uhr abends und 4:00 Uhr morgens diese Zeilen (enttäuscht) lesen werden.

So wie sich der Control String Tanga und der Knackarsch konstanter Beliebtheit erfreuen, wird sicher auch dieser Beitrag seinen Weg machen und dank Google Verbreitung um den gesamten Globus finden.
Aber zurück zum eigentlichen Thema.
Die Vogelgrippe, auch als Geflügelpest bekannt, breitet sich von Südostasien kommend über Russland in Richtung Europa aus.
Auch auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft wird auf diese Gefahr hingewiesen: «Wir verfolgen die Entwicklung der Vogelgrippe seit langem sehr aufmerksam. Das Bundesverbraucherministerium hat alle der derzeitigen Lage angemessenen Maßnahmen ergriffen, um ein Ausbreiten der Tierseuche "Vogelgrippe" nach Deutschland zu verhindern“.»

Mit der Verbreitung wächst nach Meinung vieler Experten die Gefahr, dass sich das tierische Virus mit einem menschlichen Erreger kreuzen und so ein hochgefährliches auf den Menschen übertragbares Supervirus entstehen könnte.

Dass diese Meinung nicht von allen Teilen der Bevölkerung geteilt wird, zeigt folgender Dialog  eines Paares in den Fünfzigern,  den zu belauschen mir vor einigen Tagen in einem Stuttgarter Cafe gegönnt war.
Während sie damit beschäftigt war das zweite Stück Schwarzwälder Kirschtorte auf die Fettpolster der prallen Hüften zu vermampfen, hatte er den Kopf dauerhaft zwischen den Seiten der lokalen Zeitung versenkt und schwieg sich aus.
Ohne die Zeitung zu senken, ertönte plötzlich laut und deutlich seine Stimme durch das fast leere Lokal: „Mit Vögeln muss man in der nächsten Zeit vorsichtig sein“.
Sie hielt mit dem nächsten Stück Torte auf dem Weg zum Mund kurz inne und meinte verwundert: „Wie meinst du das?“
Hinter der Zeitung erschien ein spärlich behaarter Schädel und kurz danach war die Erklärung, offensichtlich aus einem Artikel zitiert, zu hören: „Mit Beginn der Zugvögelzeit besteht die Gefahr, dass das Vögelgrippevirus auch nach Deutschland eingeschleppt und auf Menschen übertragen werden kann.“
Worauf sie erst mal genüsslich das Stück Torte im Mund zerkaute und anschließend noch die Kuchengabel mit der Zunge von einem letzten Rest Sahne befreite, dem es gelungen war sich zwischen den Gabelspitzen zu verstecken.
„Da musst du aber keine Angst haben“, ließ sie verlauten und leckte sich dabei die Lippen.
Der Schädel ihres Gatten schnellte ruckartig hinter der Zeitung hoch und sein Mund gab ein erschrecktes „Wie meinst du das?“ von sich.
Sie genoss es offensichtlich, seine Aufmerksamkeit erregt zu haben und ließ sich Zeit, bevor sie antwortete: „Ach du hast dich schon vor mehr als 20 Jahren mit dem Vögelkrüppelvirus angesteckt. Du bist doch in der Zwischenzeit längst iman geworden“.
Darauf er: „Das heißt nicht iman, du meinst bestimmt renitent“.

Bei diesem Satz habe ich mich an meinem Kaffee verschluckt und durch einen lauten Lacher die Aufmerksamkeit des Pärchens erweckt, die mich fast synchron mit einem strafenden Blick ob der Störung abmahnten.

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30.08.2005 um 05:45 Uhr

Passmusterverordnung

Am 15. August 2005 wurde im Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 48, die „Zweite Verordnung zur Änderung passrechtlicher Vorschriften“ veröffentlicht.
Zugegeben, die Veröffentlichung irgendwelcher Gesetze und Verordnungen geht dem Normalbürger meist solange an dem Körperteil vorbei mit dem er sonst versucht die Probleme auszusitzen, bis er mit dem Problem persönlich konfrontiert wird.
Weil ich gerade meine nichts Besseres zu tun zu haben, will ich mal einen kleinen kommentierten Exkurs durch diese „Zweite Verordnung zur Änderung der passrechtlichen Vorschriften“ machen.

Diese Verordnung besteht aus 6  Paragraphen und regelt in §1 die „Verordnung zur Bestimmung der Muster der Reisepässe der Bundesrepublik Deutschland (Passmusterverordnung – PassMustV) und in §3 die Änderung der Passgebührenverordnung vom 3 Dezember 2001.
Der Bundesrat hat der Verordnung, die am 1. November 2005 in Kraft tritt, bereits zugestimmt und dem Bundesminister des Inneren Schily erlaubt diese Verordnung im Bundesgesetzblatt bekannt zu machen. Was dieser getan hat, denn sonst hätte ich ja nix über diese Verordnung erfahren.
Der Anfang dieser Verordnung liest sich ja noch ganz locker, denn es wird wohl niemand vom Hocker reißen, wenn er erfährt, dass das Bundesministerium des Innern im Benehmen mit dem Auswärtigen Amt verordnet, dass „auf Grund des §4  Abs. 5 Satz 1 des Passgesetzes vom 19. April 1986 (BGBl. I S.537), der durch Artikel 7 des Gesetzes vom 9. Januar 2002 (BGBl. I  S.361) geändert worden ist und auf Grund des §20 Abs. 2 Satz 1 des Passgesetzes vom 19. April 1986 (BGBl. I S.537) in Verbindung mit dem 2- Abschnitt des Verwaltungskostengesetzes vom 23. Juni 1970 ... und so weiter und so fort und wenn das weiße Pferd nicht verendet oder dem Bürokratieabbau zum Opfer gefallen ist,  dann äpfelt es noch weiter durch die Stuben im Ministerium des Innern, natürlich im Benehmen mit dem Auswärtigen Amt.

Doch kommen wir jetzt langsam zur Sache. Da wären zuerst mal die Änderungen der Passgebührenverordnung, die in Artikel 3 geregelt sind und als Frontalangriff auf den Geldbeutel des Bürgers gerichtet sind.
Dort heißt es: «In Nummer 1a wird die Angabe „26 Euro“ durch die Angabe „59 Euro“ ersetzt». Auch ohne Taschenrechner kann man sofort feststellen, dass es sich um eine Gebührenerhöhung um mehr als 100% handelt, die da vom Bundesministerium des Innern im Benehmen mit dem Auswärtigen Amt  und der Zustimmung des Bundesrates im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und zum 1. November 2005 in Kraft treten wird.
Noch besser wird es im nächsten Satz, denn da wird «die Angabe „13 Euro“ durch die Angabe „37,50 Euro“ ersetzt. Das wäre dann eine Erhöhung um knapp 200%. Alles natürlich einvernehmlich abgenickt von den Parteien, die sich in wenigen Wochen zur Wiederwahl stellen wollen um die Republik zu erneuern und die Lasten gerechter zu verteilen.
Kann ja nicht schaden, dass der Bürger das weiß, wenn am 18. September der Vorhang der Wahlkabine hinter ihm zufällt.

Nicht schaden kann auch, wenn  man sich im Anhang der Passmusterverordnung die Vorschriften für das bei der Beantragung eines Passes notwendige Lichtbild durchliest. Bevor man zum Fotograf geht natürlich.
Denn bei der Beantragung eines Passes ist vom Passbewerber (das sind Sie und ich) ein aktuelles Lichtbild vorzulegen. Und jetzt kommt’s: «Das im Pass sichtbar dargestellte und in ein Speichermedium eingebrachte Lichtbild muss den Passinhaber zweifelsfrei erkennen lassen. Es ist in der Größe 45 Millimeter  x 35 Millimeter im Hochformat ohne Rand abzugeben, wobei das Gesicht in einer Höhe von mindestens 32 Millimeter darzustellen ist. Es muss die Person in einer Frontalaufnahme und mit unverdeckten Augen zeigen. Das Lichtbild muss den Passbewerber ohne Kopfbedeckung zeigen; hiervon kann die Passbehörde insbesondere aus religiösen Gründen Ausnahmen zulassen. Im Übrigen muss das Lichtbild den Anforderungen der Anlage 3 entsprechen.»

In Anlage drei geht es dann aber richtig zur Sache und es wird schnell klar, dass ab dem 1. November 2005 bei der Beantragung eines neuen bundesdeutschen Reisepasses neben den erhöhten Gebühren nach der Passgebührenverordnung erhebliche Kosten für die Beschaffung eines Passfotos entstehen, das den Anforderungen zur biometrischen Erkennung des Passinhabers genügt:
  • Das Foto muss die Gesichtzüge der Person von der Kinnspitze bis zum Haaransatz sowie die linke und rechte Gesichthälfte deutlich zeigen.
  • Die Gesichtshöhe muss 70 bis 80 Prozent des Fotos einnehmen.
  • Bei volumenreichen Haar sollte darauf geachtet werden, dass der Kopf (einschließlich Frisur) vollständig abgebildet ist.
  • Die Gesichtshöhe darf 32 Millimeter nicht unterschreiten.
  • Das Gesicht muss zentriert auf dem Foto platziert und in allen Bereichen scharf abgebildet, kontrastreich und klar sein.
  • Die Person muss auf dem Foto mit neutralem Gesichtausdruck und geschlossenem Mund direkt in die Kamera blicken.
  • Die Augen müssen geöffnet und deutlich sichtbar sein und dürfen nicht durch Haare oder Brillengestelle verdeckt werden.
  • Kopfbedeckungen sind grundsätzlich nicht erlaubt. Ausnahmen sind insbesondere aus religiösen Gründen zulässig. In diesem Fall gilt: Das Gesicht muss von der unteren Kinnkante bis zur Stirn erkennbar sein.
Und jetzt frage vermutlich nicht nur ich mich, warum sich einige Antragsteller für einen neuen bundesdeutschen Pass bis zum Haaransatz fotografieren lassen müssen und die anderen nur bis zur Stirn. Ich hatte immer geglaubt, vor dem Gesetz (Grundgesetz Artikel 3 Abs. 3) wären alle Bürger gleich, denn da heißt es unter anderem, dass niemand wegen seinem Geschlecht oder gar seiner Religion benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Außerdem kann ich mich dumpf daran erinnern, dass irgendwo etwas über die Trennung von Staat und Kirche steht.
Also wenn schon Angehörige einer bestimmten Religion ihr Haupt verhüllen müssen, und der Staat darauf Rücksicht nimmt, dann sollte er aber auch darauf bestehen, dass eine derartige Regelung auch auf die männlichen Angehörigen dieser Religion Anwendung findet, denn irgendwo steht im Grundgesetz auch etwas über die Gleichberechtigung von Mann und Frau.
 
Oder sollte es sich bei der „Zweiten Verordnung zur Änderung passrechtlicher Vorschriften“ in der Fassung vom 15. August 2005 gar nicht um einen amtlichen Ausweis der Bundesrepublik Deutschland handeln, sondern um den Mitgliedsausweis einer Religionsgemeinschaft?
Dann wird man doch sicher die nicht unerheblichen Gebühren und Kosten zum Erwerb dieses Ausweises als Spende von der Steuer absetzen können, sofern man sich überhaupt entschließt dieser Gemeinschaft beizutreten?

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29.08.2005 um 05:45 Uhr

Stimmrecht

„Jedem Bürger eine Stimme – Wahlrecht für Kinder“.
In schöner Regelmäßigkeit taucht diese Forderung immer wieder auf und verschwindet nach kurzer, meist heftig konträrer Debatte rasch in der politischen Mottenkiste. Auch wenn Herbert Grönemeyer zwischendurch mit seinem Hit „Kinder an die Macht“ aus den Lautsprechern tönt, macht dieser Vorschlag noch lange keine Kinder.

Nun hat ja jeder Bürger dieser Republik eine Stimme, die er gleich nach der Geburt, meist zum Leidwesen seiner Umwelt, kräftig ausprobiert. Es dauert dann einige Jahre bis aus dem kreischenden Geräusch das durch vorbeiströmende Luft an seinen Stimmbänder erzeugt wird, dann meist nur für Insider verständliche Plappertöne werden, wie sie die Dreimannband „Trio“ mit „Da Da Da“ als Hit in die Charts brachte.
Wie die meisten Väter, die ihre Kinder nicht gleich nach der Zeugung in die mütterliche Obhut abgegeben haben, wissen, wird in den typischen Entwicklungsphasen eines heranwachsenden Jungbürgers dessen Stimme primär zur Beschaffung von Nahrung, Spielzeug, Designerklamotten und unnötiger Kommunikationselektronik nebst noch unnötigeren Pieps- Brumm- und Pfeiftönen verwendet.
Zusammengefasst kann man diese Art der innerfamiliären Stimmverwendung als „nervtötendes Gequengel zur Verschaffung von eigenen Vorteilen auf Kosten Anderer“ bezeichnen.

Auch wenn sich dieser Zustand in vielen Fällen mit dem Erreichen des achtzehnten Lebensjahres nicht unbedingt ändert, gewinnt er doch durch die automatische Erlangung des aktiven Wahlrechts durch den herangewachsenen Bürger nun eine ganz andere Dimension, mit nunmehr auch innenpolitischen Auswirkungen.
Denn nun schwappt das während achtzehn langer Jahre zur eigenen Vorteilsbeschaffung perfektionierte Stimmverhalten des Jungbürgers über in die Wahl der Volksvertreter einer freiheitlich demokratischen Republik. Somit sehen sich 18-jährige Jungbürger und Jungbürgerinnen plötzlich mit der Problematik konfrontiert, nicht mehr zwischen „McDonalds und BurgerKing“ oder zwischen „zu dir oder zu mir“, sondern zwischen „Gut und Böse“, und „Schwarz und Rot“ und „Kapitalismus und Sozialismus“ wählen zu müssen.

Dazu schreibt der Benutzer ZAP im Spiegel-Forum am 24.8.2005 um 11:55 Uhr, also exakt zu einem Zeitpunkt, den man im Volksmund „fünf vor Zwölf“ nennt:
«Ich denke Kinder sollten sich nicht zu früh mit dem Thema Politik beschäftigen, ich glaube nicht das dies gut ist für die Entwicklung der Persönlichkeit eines jungen Menschen. man sollte doch den Kinder ihre Leichtigkeit lassen und Sie nicht mit diesen Dingen belasten. Wenn das nun ein Politiker fordert so sieht er meiner Meinung darin doch nur neue erschließbare Wählerressourcen, evtl. sogar noch leicht(er) manipulierbare, ein klares NEIN dazu!»

Man darf über diesen Kommentar, den Reifegrad des Schreibers und den Wahlreifegrad von Jungwählern sicher konträr diskutieren, richtig und länger nachdenken sollte man aber über die Worte „noch leicht(er) manipulierbare Wählerressource“ im letzten Satz.
Wenn das stimmt, dann kann doch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass die zunehmenden innenpolitischen Probleme dieser Republik ihre eigentliche Ursache im Stimmverhalten der Wähler und womöglich in einer falschen Erziehungs-, Bildungs- und Familienpolitik haben könnten.
Da macht es sicher nur aus Sicht der zu Wählenden Sinn, nach mehr Stimmquantität zu rufen, statt nachhaltige Maßnahmen zur Verbesserung der Stimmqualität zu initiieren und zu fördern.

Getreu nach der Volksweisheit, dass „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ braucht man sich nicht wundern, dass auch ältere Stimmberechtigte ihre Stimme primär „zur  Verschaffung von eigenen Vorteilen auf Kosten Anderer“ einsetzen, wobei mit zunehmenden Alter die Stimme in ein nuschelndes Gebrabbel überzugehen scheint.

Nun spielt es nicht wirklich eine Rolle in welchem Frequenzbereich und mit welcher Lautstärke die Stimmberechtigten der Republik ihre Stimmen erheben und ob sie „Hossiana“ oder „kreuziget ihn“ rufen, denn nach der Wahl will keiner der Gewählten mehr „Volkes Stimme“ hören.
Ist menschlich ja auch verständlich, denn wer will sich schon bis zur nächsten Wahl dieses „nervtötende Gequengel zur Verschaffung von eigenen Vorteilen auf Kosten Anderer“ anhören.  
Im Bereich der Familienplanung gibt es dazu ein einfaches Mittel: „keine Kinder“.
Innenpolitisch lässt sich dieses Problem durch „keine Bürger“.lösen.
Wenn wir so weitermachen wie bisher, löst die familienpolitische Maßnahme „keine Kinder“ automatisch die innenpolitische Maßnahme  „keine Bürger“ aus und in etwa hundert bis zweihundert Jahren hat sich das „deutsche“ Problem von selbst erledigt..

Aber vielleicht hilft es ja auch schon, wenn wir die „Deutschland AG“ mal nach den Regelwerken einer Aktiengesellschaft führen und die Aktionäre auf der einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen um die Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen und über die weitere, vom Vorstand vorgeschlagene  Geschäftspolitik zu beschließen.
Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt wäre die Entlastung des Aufsichtsrats und des Vorstandes und -last but not least- die Verwendung der von der Gesellschaft erwirtschafteten Gewinne.
Stimmt’s oder habe ich Recht?

Ach wär des schee – wär doch jeder Bürger Aktionär bei der Deutschland AG.

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26.08.2005 um 05:45 Uhr

Schwächeanfall

Kaum zu glauben und ohne den fotografischen Beweis in den Medien nicht vorstellbar, aber der SPD-Chef Franz „Münte“ Fering hat einen Anfall der Schwäche erlitten. Mitten vor dem Mikrofon, eben als er zu den Schafen dieser Republik sprechen und ihnen das Wort ihres Herrn über das Vertrauen in Deutschland verkünden wollte, kollabierte sein Organismus aus Gründen, die ihre Ursache wohl in den verbalen Schwindelanfällen der letzten sieben Jahre haben dürfte.
Glück im Unglück und Hilfe in der Not leisteten Ärzte der Universitätsklinik Homburg, die ihre schwindenden Einkommen durch nebenberufliche Blasmusik aufzubessern versuchten.
Jetzt stellen Sie sich mal vor, die rot-grüne Bundesregierung hätte in den letzten Jahren keine grundlegende Reform des bundesdeutschen Gesundheitswesen mit erheblichen Kosteneinsparungen und Beitragsabsenkungen für die Versicherten durchgeführt. Dann wären die Ärzte alle im Klinikum gewesen und hätten sich gemäß ihrem medizinischen Eid um die kranken und siechen Beitragszahler gekümmert, während sich der Münte Fering im Zustand der Schwäche mit einem freiwilligen Sanitäter vom Roten Kreuz hätte begnügen müssen.
Wer weiß wie das ausgegangen wäre?

Man mag ja gar nicht daran denken, dass der 65-jährige Chef der roten Genossen, die gerade versuchen im Schweinsgalopp die Kurve zur nächsten Bundestagswahl zu nehmen, für längere Zeit ausgefallen wäre. Vermutlich hätte das Bundesverfassungsgericht in einem Eilverfahren darüber entscheiden müssen, ob die Wahl von vorne herein annulliert werden muss, weil der roten Partei einer ihrer wesentlicher Schwindelfaktoren ins Koma gefallen ist.
 
Münte Fering wurde nach Medienberichten in ein Krankenhaus gebracht und dort eine Nacht festgehalten, bis er wieder soweit ansprechbar war um die Praxisgebühr über 10 Euro in bar bezahlen zu können.
Derweil wurde sein Platz in der für den nächsten Tag geplanten Sendung "Wahl 2005 im ZDF - Die Berliner Runde“ mit seinem Parteikollegen „Superwolli“ Clement besetzt, einer weiteren Koryphäe nicht eingehaltener Versprechungen und Inhaber des Lehrstuhls für realitätsferne Wirtschaftsprognosen.

Die Sendung habe ich mir heute Abend angetan und den Ersatzgenossen mit seinen Prognosen genossen.
Und jetzt habe ich die Schwindelgefühle, die sich zu einem Schwächeanfall ausweiten könnten, wenn die hochdosierte Medikamentierung mit „Vertrauen in Deutschland“ nicht anschlägt.

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25.08.2005 um 05:45 Uhr

Wahlarena

Die Bürger dieser Republik, die am 24. August des Jahres 2005 in der Lage waren die gleichnamige Sendung in den Fernsehprogramme von NDR oder WDR oder HR zu empfangen, konnten das einmalige Erlebnis von Bundesschröders Märchenstunde erleben. Es hätte auch das Wort zum Sonntag oder die Geschichte von Tarzan und den sieben Geißlein sein können.
Ich habe mich auf dem Boden vor Lachen gekugelt, nachdem ich bei der Ankündigung des Moderators, der Bundeskanzler würde zu aktuellen Fragen persönlich Stellung beziehen, vor lauter Schreck vom Sofa gefallen war.
Nur aus der Perspektive eines Nacktmulls konnte ich dem in feinsten Zwirn gekleideten Herrn Bundeskanzler noch etwas Größe abgewinnen und seinen hehren Worten lauschen.

Jetzt, nach Ende der Sendung,  hoffe ich inbrünstig, dass das Bundesverfassungsgericht den Wunsch des Bundeskanzlers nach Neuwahlen verneint, denn ich möchte diesen Kanzler behalten.
Ja, ich möchte ihn behalten und, viel mehr noch, ich möchte ihn genießen. Genießen bis zur letzten Sekunde, denn immerhin habe ich ihn gewählt, weil mir anno 1998 der dicke Amtsvorgänger  und seine Schmier- und Schwarzgeldaffären auf die männlichen Weichteile gegangen sind.
Natürlich habe ich mir damals durch den Amtswechsel etwas erhofft, auch wenn meine Erwartungshaltung wohl für das Leistungsvermögen des Gewählten -nachträglich gesehen- etwas hoch war. Dass nicht alles so geklappt hat, was die Jungs und Mädels um den Bundesgerd da in den ersten vier Jahren ihres Schaffens und Würgens angezettelt haben, hat sich ja in der Zwischenzeit in der Republik rumgesprochen.
Aber sind wir doch ganz mal ehrlich. Konnten Sie sich bei der Wiederwahl in 2002 vorstellen, dass es Rot-Grün gelingen würde innerhalb von sieben Jahren noch mehr Scheiße bauen zu können, als Schwarz-Gelb in den 16 Jahren davor?
Eben!
Und jetzt habe ich einen Punkt erreicht, wo ich mich an die Sprüche des größten Lügners und Dampfplauderers der bundesdeutschen Geschichte nach der Wiedervereinigung gewöhnt habe.
Darum will ich diesen Kanzler behalten!
Und ich will diesen Kanzler genießen!
Denn niemand in diesem unseren Lande hat einen höheren Unterhaltungswert als unser aller Bundesgerd. Die Sprüche, die dieser Mann drauf hat, sind einfach unvergleichlich und unvergesslich. Oft zitiert, oft kopiert, noch öfter imitiert, aber immer unerreicht. Niemand kann diesem Original das Wasser reichen. Zusätzlich zur Nominierung für den Friedensnobelpreis müsste man diesem Menschen noch den Orden wider den tierischen Ernst mit Schwertern und Brillianten am Bande verleihen. Auch wenn es in der wiedervereinigten BRddr für viele Bürger nichts mehr zu lachen gibt, über den Bundesgerd kann man immer lachen. Je länger, desto besser. Denn lachen hält gesund, entlastetet somit die Sozialsysteme und schafft dadurch die Voraussetzung für den Aufschwung.
Das wäre doch gelacht, wenn das nicht klappen würde.

Da kommt aus dem Publikum die Frage eines 43-jährigen arbeitlosen Familienvaters mit sechs Kindern nach seiner eigenen Zukunft und der Zukunft seiner Familie. Und der Gerd erzählt ihm erst lang und breit, welche Leistung die Bundesregierung erbracht hat um Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe zusammen zu legen und endet dann nach langen nichtssagenden Füllsätzen mit den Worten, dass der Mann nun „ein Recht habe in den Arbeitsmarkt vermittelt zu werden“.
Echt, das Gesicht von dem arbeitslosen Stahlkocher, der am Beginn einer Karriere als Sozialschmarotzer steht, hätten Sie sehen sollen. Mit einer solch diplomatischen Antwort vom Bundesgerd hatte er wohl nicht gerechnet. Und das vor laufenden Kameras. Die Hälfte vom Publikum hat mit den Augen gerollt und die andere Hälfte hat mit dem Kopf geschüttelt.
Und ich hab mich an meinem Weizenbier verschluckt, das mir durch einen spontansarkastischen Auflacher in die Luftröhre geraten war. Sie müssen mir glauben, ich hatte noch Tränen in den Augen, als auch schon der nächste Sketch über die Sender lief.
Diesmal war es eine Frau, dem Dialekt nach aus dem wilden Osten oder jenseits des Weißwurstäquators, die nach 35-jähriger Tätigkeit von ihrem mittelständischen Arbeitsgeber in die Arbeitslosigkeit gekündigt worden war, weil dem die Insolvenz der einzige Ausweg aus sieben Jahren rot-grüner Wirtschaftspolitik schien.
Stellen Sie sich mal vor, die Frau war erst Mitte Fuffzig und wollte doch glatt vom Bundesgerd wissen, warum sie jetzt mit ALGII nicht in ihrer 65 qm großen Wohnung bleiben darf, sondern in eine kleinere Wohnung umziehen soll.  Also mal ehrlich, sowas fragt man doch nicht den Bundeskanzler einer der größten Industrienationen der Welt. Obwohl es nun wirklich nicht seine Aufgabe ist, hat der Bundesgerd versprochen sich höchst persönlich um die Angelegenheit zu kümmern und sie zur Kanzlersache zu machen, damit die Frau „ein Recht habe, in ihrer Wohnung bleiben zu dürfen“.
Obwohl es im Studio ganz kurz mucksmäuschenstill war, hätte ich schwören können, dass da im Hintergrund irgendwo ein paar Ossies gelacht haben. Die Beste aller Frauen, die neben mir bis zum bitteren Ende der Sendung ausgeharrt hat, obwohl sie diese emotional doch ziemlich anstrengend fand, wollte sogar ein verwehtes „na dann gute Nacht“ aus dem Publikum vernommen haben. Aber weil ich mir zu diesem Zeitpunkt so heftig auf die Schenkel geklopft und nach mehreren zwerchfellunterstützten Brüllern nach Atem gerungen habe, konnte sie es nicht genau verstehen. Es könnte statt „na dann gute Nacht“ auch ein „na so ein Arschloch“ gewesen sein.

Kaum hatte ich mich einigermaßen beruhigt und Puls und Atmung wieder in den grünen Bereich gebracht, da kam schon der nächste Gag.
Eine Frau mit zwei kleinen Kindern wollte wissen, ob der Kanzler nach seiner Wiederwahl dafür sorgen würde, dass ihre Kinder einen Kindergartenplatz bekommen damit sie selbst wieder arbeiten gehen kann um die Familie finanziell über Wasser halten zu können. Man konnte dem Schröder genau ansehen, dass er Mühe hatte sich daran zu erinnern, dass Paare unterschiedlichen Geschlechts manchmal nicht nur dazu neigen sich zu paaren, sondern sich ab und an auch noch vermehren. Das wäre ja auch zuviel verlangt von einem Mann, der bisher in seinen eigenen Partnerschaften über das Paaren nicht hinausgekommen ist.
Die langatmige, ausführliche Antwort des Kanzlers auf diese Frage habe ich vergessen. Zum einen, weil ich ihm auf seinem Exkurs durch die Entstehungsgeschichte der Menschheit geistig nicht folgen konnte und zum anderen, weil seine Antwort durch die Zwischenrufe der Besten aller Frauen lautstark überlagert wurde. Erst als diese das Zimmer verließ, um mir weisungsgemäß im Keller eine Flasche Bier zu holen, konnte ich mich der Antwort des Kanzlers wieder mit vollem Genuss hingeben. Leider zu spät, denn ich vernahm nur noch seine Worte, dass die Frau „ein Recht habe, für ihre Kinder einen Kindergartenplatz zu bekommen“.

Dann kam der Hit.
Ein Rentner mit Gesundheitssandalen und Gießkanne im Garten des eigenen Häuschens wollte vom Bundesschröder wissen, wann denn die Renten wieder mal erhöht würden.
Mir war ja sofort klar, dass das eine Fangfrage war um den Kanzler in den Konflikt zwischen den Generationen hineinzuziehen. Schließlich weiß ja jeder, dass die Rentner auf Kosten der hart arbeitenden Bevölkerung in Saus und Braus leben und die Republik an den Rand eines Staatsbankrotts treiben werden, sofern sich so engagierte Politiker mit hoher Sozialkompetenz wie der Bundesgerd nicht dazwischen werfen um die Zukunft unsere Jugend nachhaltig zu sichern.
Die Antwort vom Bundesschröder war wie immer:
1. Weit hergeholt
2. wenig aussagekräftig um nicht zu sagen absolut unpräzise
3. weitgehendst am Thema vorbei
4. stark verallgemeinert aber absolut sozialverträglich
5. in sich zwar rund, hatte aber sonst mit der Frage wenig zu tun
6. unterhaltsam wie das Schnarchverhalten eines paarungsunfähigen Nacktmulls während der Laichzeit

Womit ich wieder beim Thema wäre – dem Unterhaltungswert des Bundeskanzlers.
Bewertet auf der nach oben offenen Nacktmullrichtungskala erreicht der Bundesgerd absolute Spitzenwerte in dem vom staunenden Wähler finanzierten schwarz-rot-grün-senf-farbenen Schmierentheater.

Also lassen Sie uns diesen Kanzler behalten!
Bitte!
Bis wir unser Gelächter über seine platten Sprüche und unsere eigene Dummheit nicht mehr ertragen können.

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23.08.2005 um 05:45 Uhr

Charakterschädel

Im südlichsten Süden der durch Wiedervereinigung nach Osten erweiterten Bundesrepublik lebt in Baden-Württemberg und Teilen Bayerns eine Volksgruppe, die von sich selbst behauptet sie könne „alles, außer Hochdeutsch“.
Zu dieser Volksgruppe zugehörig sind Menschen, die in der Lage sind schwäbisch-allemannische Texte in Wort und Schrift zu verstehen und  - last but not least – zu sprechen.

Man sagt diesem Volksstamm zudem nach besonders clever (im Volksmund: Schlaules) und kreativ (im Volksmund: Tüftler) zu sein.  Der typische männliche Schwabe ist meist „maulfaul“, während die weiblichen Vertreter dieser Spezies zum „ratschen“ neigen sollen, wie dieser kurze Auszug aus der morgendlichen Unterhaltung zwischen einem schwäbischen Bauernehepaar zeigt:
Bäuerin: „Onser Magd sagd se kriagt a Kend“
Bauer: „Des isch ihr Sach!“
Bäuerin: „Se sagd  aber, des Kend  isch von dir“
Bauer: „Des isch mei Sach!“
Bäuerin: „Ond was soll i jetzt mache?“
Bauer: „Des isch dei Sach!“.

Man muss nun kein Sprachwissenschaftler sein, um Bewunderung für die kurze, prägnante und den Nagel auf den Kopf treffende Ausdrucksweise des männlichen Schwaben haben zu können.  
Nun ist in den Medien, neben der Wortkargheit,  eine weitere Eigenschaft männlicher Schwaben augenscheinlich geworden: „Die Vergesslichkeit“.
In besonders schweren Fällen kommt bei Personen mit Leitungsfunktion zur Vergesslichkeit noch die „Nichtzuständigkeit“ hinzu.

 Nachfolgend sehen Sie das Bild (Copyright: Frankfurter Rundschau) eines schwäbischen Charakterschädels, der sich rühmen kann alle diese Eigenschaften in sich vereinigen zu können:
Wortkargheit - erkennbar an den spitzbübisch süffisant zusammengepressten Lippen.
Vergesslichkeit – erkennbar an dem durch krampfhaftes Erinnern auf der vorderen Schädelhälfte verursachten Haarausfall
Nichtzuständigkeit – Erkennbar an der dem Problem abgewandten Kopfneigung und der die eigentliche Blickrichtung verdeckenden Hand

Dieser Schwabe hatte dem Landgericht Augsburg mitgeteilt, dass er „keine eigene Erinnerung“ mehr habe. Zumindest was den Export von Panzern nach Saudi-Arabien anbelangt. Wenn wir uns recht erinnern, dann hatte der Schwabe dieses Problem mit der Vergesslichkeit schon einmal. Damals ging es allerdings nicht um ein paar Panzer, sondern um eine Parteispende  vom Waffenhändler Schreiber über 100.000 DM, an die sich der Schwabe ums Verrecken nicht mehr richtig erinnern konnte.

Und jetzt stellen Sie sich mal vor –nur einfach mal so-, dass jemand, der so mit den drei heiligen „Einfaltigkeiten“ geschlagen ist, sich zukünftig um die Außen- und Sicherheitspolitik dieser Republik kümmern soll.
„Oh heilig’s Blechle“ kann ich da nur sagen, denn auch ich kann alles – außer Hochdeutsch!

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22.08.2005 um 05:45 Uhr

Riss im Hirn

Frei nach Ingrid Steeger’s „Dann mach ich mir nen Schlitz ins Kleid und find das wunderbar“, scheint sich der für seinen tumben Sprüche bekannte Bajuware und CSU-Vorsitzender Edmund Stoiber für „dann mach ich mir nen Riss ins Hirn und find das wunderbar“ entschieden zu haben.

"Ich akzeptiere es nicht, dass letzten Endes erneut der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird", hat der Stoiber Edmund seinen Zuhörern von der bayrischen Landsmannschaft  erzählt. Einer Landsmannschaft die sich im Rahmen ihrer Männlichkeitsrituale gestrickte Wadenwärmer über die strammen Haxen zieht und sich die Haare eines brünftigen Gebirgsgeißbock an die Mütze stecken.

Nicht dass ich jetzt etwas gegen spätpubertäres Gockelgehabe hätte, auch wenn den Teilnehmern an diesen Ritualen schon die ergrauten  Schamhaare auszufallen drohen zu deren jederzeitigem Zugang sie sich in der Krachledernen eine extra große Klappe anstelle eines Hosenschlitzes  einbauen lassen.

Aber eigentlich habe ich geglaubt, dass Kanzler irgendwie von Mehrheiten gewählt werden, auch wenn mancher Kandidat behauptet „Kanzler“ wäre seine von Gott gewollte Bestimmung oder zumindest von einer höheren Macht für gut befunden worden. Wegen dieser Nähe zum Allmächtigen versprechen die Kanzlerkandidaten ja dem Wählervolk das Blaue vom Himmel.

Ich dreh den Spieß jetzt mal um und teile dem bundesdeutschen Wählervolke folgendes mit:
"Ich akzeptiere es nicht, dass letzten Endes erneut ein spätpubertärer Lederhosenträger im Süden bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird".

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18.08.2005 um 05:45 Uhr

Verkehrshinweise

Nach einer Umfrage des Auto Club Europa (ACE) seien viele Autofahrer mit den typischen Verkehrshinweisen überfordert. Auch setze die Aufmerksamkeit der Autofahrer gleich ganz aus, wenn der Sprecher die Meldung beispielsweise mit schriller, monotoner oder metallener Stimme vortrage. Laut ACE wurde mehrheitlich der Satz des Nachrichtensprechers: "A5 Karlsruhe Richtung Basel zwischen Rastatt und Raststätte Baden-Baden Baustelle, vier Kilometer stockender Verkehr" als eher missverständlich, fehlerhaft oder belanglos eingestuft.

Also ich kenne mich in dieser Ecke dieser Republik einigermaßen aus, muss aber zu meiner Schande gestehen, dass ich mit dieser Verkehrsmeldung auch so meine Probleme hätte. Zwar weiß ich ungefähr wo Karlsruhe ist und ich weiß auch, dass Basel südlich davon liegt. Aber wenn Sie mich jetzt fragen, wo genau Rastatt und die Raststätte Baden-Baden einzusortieren sind – dann müsste ich auch passen.

Erschwert wird das Verstehen und Begreifen der Verkehrshinweise ja auch meist noch durch:
a. Fahrgeräusche
b. Handyklingeln
c. quatschende Beifahrer
d. quengelnde Kinder auf dem Rücksitz
e. radikale Drängler
f. Rechtsüberholer
g. permanente Linksfahrer
h. abrupte Spurwechsler
i. wilde Raser
j. stinkende Brummis
k. und alle anderen Arschlöcher, die auch nicht Auto fahren können

Sie kennen diese alltäglichen Situationen im Leben eines Autofahrers ja sicher auch zur Genüge. Eingekeilt in eine Blechlawine von offensichtlich wildgewordenen Fahrschülern und Vollidioten versuchen Sie ihr Reiseziel lebend zu erreichen und hören dann plötzlich, ohne Vorwarnung, dieses schreckliche Geräusch.
Dieses Geräusch, mit dem Ihnen die „aktuellsten Verkehrsnachrichten im Lande“ angekündigt werden, hört sich an als würde jemand von Ihrem Nobelhobel den Metalliclack nebst Grundierung vom vorderen Kotflügel bis zum Rücklicht mit einem Schraubenzieher abschrammen.
Danach beginnt auf einem sprachlichen Frequenzniveau das an eine keifende Ehefrau oder einen Kastraten erinnert, ein Stakkato von regional unsortierten Stummelsätzchen wie „A5 Karlsruhe Richtung Basel zwischen Rastatt und Raststätte Baden-Baden Baustelle, vier Kilometer stockender Verkehr".

Schon die erste Information in diesem Satz löst doch beim Hörer Verwirrung aus.
„A5“ – welcher A5, vor mir fährt ein langsamer A3 und hinter mir ein schneller A8.
„Karlsruhe“ –  bin ich da schon vorbei, oder kommt das noch?
„Richtung Basel“ – das ist doch in der Schweiz, odddr?
„zwischen Rastatt und Raststätte Baden-Baden“ – wo verdammt noch mal ist denn das?
„Baustelle, vier Kilometer stockender Verkehr“ – vermutlich wieder Schaulustige, die den Polen beim Arbeiten zuschauen!

Apropos Verkehr!
Hatte ich auch schon lange nicht mehr, noch nicht einmal stockend. Früher hieß das in den Nachrichten immer „zähflüssiger Verkehr“ oder „stehender Verkehr“ meist hinter einer unübersichtlichen Kurve oder Kuppe.
Ich aus reiner Neugier nix wie hin und was war?
Kein Verkehr, weder stehend noch zähfließend, nur Stau.
Und mal ganz ehrlich  - haben Sie auf der Autobahn schon mal diese unübersichtliche Kuppenkurve gefunden?

Statt dieser blödsinnigen Verkehrsdurchsagen mit einem Informationswert knapp über dem Intelligenzquotienten einer gewöhnlichen Küchenschabe, gibt es doch in diesem unseren Lande ganz andere technische Möglichkeiten um Verkehrsteilnehmer individuell zu beraten. Zwischenzeitlich hängen doch unter fast jeder Brückenunterführung Kameras, die sowohl das Kennzeichen des Fahrzeugs als auch die biometrischen Daten des Lenkers und des Beifahrers automatisch erfassen. Mit einem Zugriff auf die Datenbanken des Bundeskriminalamtes (BKA) in Pieselbaden und des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Pullerach verbunden mit einem Abgleich der bisher gespeicherten Bewegungsprofile könnten mit einer Wahrscheinlichkeit nahe 100% das Fahrziel ermittelt werden. Ein weiterer Abgleich mit den zur Terrorbekämpfung über lange Zeit gespeicherten Telefonverbindungs- und Gesprächsprotokollen würde zudem noch Aufschluss über den Reisezweck ergeben.
Über Satellitensysteme, GPS und die bereits vorhandenen Mautbrücken wäre es dann nur noch notwenig die Motorenelektronik des Fahrzeugs zu beeinflussen und die Geschwindigkeit so zu verändern, dass es auf der geplanten Fahrstrecke gar nicht mehr zu „zähfließendem Verkehr mit Stillstand“ kommen könnte.

Damit könnte man zumindest verhindern, dass die Quietschestimmchen der Verkehrmoderatoren die Nerven der Autofahrer töten. Sicher würde sich eine solche Maßnahme auch vorteilhaft auf die Volksgesundheit auswirken und zu einer nicht unerheblichen Kostensenkung im Gesundheitswesen führen, mit der man die Überwachung des fließenden Verkehrs finanzieren könnte.
Und für den ruhenden, stehenden und liegenden Verkehr könnte man mit Hilfe der Elektronik auch noch eine innovative Lösung für die „Verkehrshinweise“ finden.
Ein guter Ansatz wäre hier sicher die  Weiterentwicklung der „Radio Frequency IDentification (RFID)“ Technologie zur „Radio Frequency Identification Copulation Kick (RFICK)“ Technologie, die von den Verkehrsteilnehmern bequem unter der Haut getragen werden könnte.

Das wäre doch endlich mal eine diskrete Art der Verkehrssteuerung, die sich langfristig auch durch steigenden Bevölkerungszahlen bemerkbar machen würde.
Dies würde zu einer Entlastung der angespannten Finanzlage der Rentenkassen führen, ohne diese Art von Verkehr mit zusätzlichen Abgaben belasten zu müssen.

Man sollte mal den Verkehrsmanfred auf diese innovative Art der Verkehrsmauterhebung hinweisen, bevor er aus dem Amt ausgeschieden wird.

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17.08.2005 um 05:45 Uhr

Duell

Es darf wieder gekämpft werden. Es wird wieder Wahl gekämpft und sogar duelliert, obwohl diese Art der Satisfaktion seit Jahren aus der Mode gekommen und in den meisten zivilisierten Ländern sogar verboten ist.
Daher wundert mich der häufige Gebrauch dieses Wortes in den Medien, handelt es sich doch bei der Forderung zum Duell um einen Zweikampf mit potenziell tödlichen Waffen zur Wiederherstellung der Mannesehre, deren Verletzung erst mit dem Tod des Kontrahenten erreicht werden kann.

Daher ist schon die Forderung nach einem zweimaligen Duell mit dem gleichen Gegner nur mit geschichtlicher Unkenntnis zu erklären, die man aber einem Rechtsanwalt aus Hannover durchaus nachsehen kann.

Berühmte Duellopfer waren zum Beispiel der Russe Alexander Puschkin, Erfinder des gleichnamigen Wodkas und der russischen Form des Roulettes, sowie der Arbeiterführer Ferdinand Lasagne.

Männliche Teilnehmer an einem Duell bezeichnet man übrigens als Duellanten und weibliche Teilnehmer als Duellantinnen, wobei beide Begriffe häufig mit dem nicht sprachverwandten Begriff des Dilletanten verwechselt werden.
Trägt der männliche Teilnehmer an einem Duell eine blutende Verletzung davon, so bezeichnet man diese als Mensur.
Beim weiblichen Teilnehmer nennt man das Menstruation.

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16.08.2005 um 05:45 Uhr

Weinkrampf

Letzten Sonntag habe ich mich mitten in das Sommerinterview in der ARD  reingezappt und den Bundesgerd gesehen, wie er mit zwei Journalisten über die Lage der Nation geplaudert hat.
Irgendwie sah der Gerd ganz gut aus. Zumindest was von ihm über dem Tischchen zu sehen war. Die andere Hälfte soll ja beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit heftig gelitten haben. Trotzdem bin ich den Eindruck nicht losgeworden, dass der Gerd sich wacker weiterschlägt.

Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber mir hat das Gespräch richtig Sicherheit gegeben.  
Sicherheit, dass es um eine Republik, deren Kanzler noch so gut aussieht und auf jede Frage eine super Antwort hat, gar nicht schlecht stehen kann.
Der Bundesgerd hat auf jede Frage eine Antwort gewusst, geradeso als würde er sie vom Manuskript ablesen oder hätte sie auswendig gelernt. Na ja, zugegeben, nach sieben Jahren muss er die Mehrzahl seiner Sprüche ja auch langsam auswendig kennen.
OK, ich geb ja zu, dass er bei der Sache mit den Arbeitslosenzahlen die Division mit der Multiplikation verwechselt hat, aber andere verwechseln halt Brutto mit Netto oder gar Rechts mit Links und da wird auch nicht so ein Gedöns gemacht.

Also ich finde, dass der Gerd so deutlich sagt, was er dann nicht macht, das ist ihm hoch anzurechnen. Gucken Sie sich mal um,  wo sie sowas heute noch finden! Soviel Mühe macht sich doch niemand mehr!
So viele Worte und so schöne Sätze über Arbeit für alle und soziale Gerechtigkeit und das alles. Sowas hören Sie doch sonst nur noch in der Kirche oder auf einer Veranstaltung der Gewerkschaft, wenn die Bosse von oben durch Mikrofon zum Volk unten sprechen, bevor sie mit ihrer Limousine und Chauffeur wieder davon brausen, um rechtzeitig zur nächsten Aufsichtsratsitzung zu kommen.

Also wirklich, da müssen Sie mir Recht geben, es gibt kaum jemand, der so präzise ausdrücken kann und so umfassend beschreiben kann, was er dann wieder nicht macht oder schafft – wie der Bundesgerd.
Aber egal was er im Moment tut und redet, es sieht nicht gut aus für ihn. Na ja, ist ja auch kein Wunder, wenn man so lange nur Mist gebaut hat. Also wenn ihm jetzt nicht bald ein größeres Unwetter oder eine Katastrophe zur Hilfe eilt, dann seh ich schwarz für ihn.

So schwarz wie die von der anderen Partei, die dem Bürger jetzt die Wahrheit sagen wollen, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Die wollen die Bürger doch nur zum Trinken animieren und besoffen machen. Ja echt, die wollen aus dieser Republik ein Paradies für Alkoholiker machen und rennen überall rum, um den Leuten reinen Wein einzuschenken. Aber wenn sie gefragt werden, ob das Weißwein ist oder Rotwein, deutscher Qualitätswein oder französischer Landwein, dann haben die darauf keine Antwort. Und kommen Sie nur nicht auf die Idee mal eine fachlich fundierte Frage zu stellen, nach dem Öchslegraden von dem Wahrheitswein zum Beispiel, oder gar nach der Hanglage. Null Ahnung haben die Reinweineinschenker. Die können noch nicht einmal Brutto vom Netto unterscheiden, aber sie wollen einfach da 2% wegnehmen und dort 2% zugeben und fertig.  Der Rest wird sich dann schon von selber richten.
Aber wenn Sie dort nach der Zukunft fragen, dann hören Sie von den Schwarzen auch nur was die Roten in der Vergangenheit falsch gemacht haben.
Von wegen Visionen, von wegen Konzepte, von wegen Planung. Das ist eher so eine Art Vorhersage auf die Lottozahlen, mit einer Trefferwahrscheinlichkeit geringer als vom Blitz erschlagen zu werden.

Für die Einen ist es noch zum Weinen, für die Anderen schon zum Rotz und Wasser heulen.

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15.08.2005 um 05:45 Uhr

Medienbeteiligung

Das „italienische Modell“ der Medienbeteilung geht von der wohl richtigen Überlegung aus, dass die meisten Menschen nicht wissen (wollen) was sie meinen (könnten), bevor sie nicht gehört oder gelesen haben was sie denken (sollen).
Nach diesem Modell hat es Berlusconi in Italien trotz jeder Menge strafbarer Handlungen vom erfolgreichen Medienzar zum Staatsmann und Ministerpräsidenten des Lande gebracht.

Dieses Modell der Volksmeinungsbildung wird auch in der BRddr eingesetzt und zeigt immer wieder Wirkung. Besondere Bedeutung kommt der Medienbeteiligung und ihrem Einfluss auf Volkes Stimmung immer vor den Wahlen zu.
 
Und jetzt haben wir die Qual der Wahl.
Oder heißt das jetzt „die Wahl der Qual“.
Denn mal ganz ehrlich, wenn Sie die Wahl zwischen einem roten, schwarzen, grünen, gelben oder braunen Haufen Scheiße hätten – welchen würden Sie denn wählen?

Na eben.
Das Zeitungspapier können Sie übrigens in handgroße Stücke schneiden und zum Reinigen des Anus verwenden, bevor Sie die Spülung betätigen.

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12.08.2005 um 05:45 Uhr

Abschreibung

Deutsche Führungselite schreibt Schröder ab“. titelte der Spiegel am 19. Juli 2005. 
Im Jahr davor hätte diese Schlagzeile noch „Deutsche Führungselite schreibt bei Schröder ab“ gelautet. Aber so ändern sich halt die Zeiten, wenn sich etwas abnutzt oder nutzlos wird. Betriebswirtschaftlich und fiskalisch nennt man einen derartigen Vorgang sowohl in der linearen als auch in der degressiven Form „Abschreibung für Abnutzung (AfA)“ und berücksichtigt damit, dass jedes Wirtschaftsgut nur eine begrenzte Nutzungsdauer hat.
Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass das Wirtschaftsgut Schröder für die Wirtschaft jetzt nicht mehr gut genug ist und deshalb bis auf einen Erinnerungswert von 1 € abgeschrieben wird.
Dieser eine Euro Erinnerungswert deckt sich betragsmäßig exakt mit den 1-Euro-Jobs, die vielen Betroffenen für immer in Erinnerung bleiben werden..

Nun ist neben der Tatsache, wie rasch die deutschen Wirtschaftsbosse von ihrem einstigen Genossen der Bosse abrücken, durchaus auch interessant, was die deutsche Führungselite denn von einer neuen Regierung erwartet:
  • 61 Prozent erhoffen sich von der Kanzlerkandidatin der Union eine "echte politische Zäsur", wobei wohl nicht nur ich mir bei dem Begriff „Zäsur“ überlegen muss, welche markanten Zeitepochen den „Einschnitt“ wohl begrenzen könnten.
  • 76 Prozent fordern eine "radikale Reformpolitik" und viele Bürgerinnen und Bürger werden sich fragen was wohl noch radikaler als HARTZ I – HARTZ IV und AGENDA 2010 sein könnte.
  • 66 Prozent halten "tiefe Einschnitte in das soziale Netz für notwendig"  von dem nach sieben Jahren rot-grüner Regierungsarbeit nur noch Fetzen übrig geblieben sind.
  • Ebenso viele rechnen damit, dass es unter einer unionsgeführten Regierung verstärkt zu heftigen gesellschaftlichen Kontroversen und Massenprotesten kommt.
Na wenigsten scheint die deutsche Führungselite noch nicht so abgehoben zu sein und kann noch erkennen, dass die Zukunft heißer werden wird, als es die Vergangenheit war.

Für die Umfrage wurden jeweils rund 500 Top-Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung telefonisch befragt, darunter Vorstandsvorsitzende großer Unternehmen, Direktoren, Ministerpräsidenten und Minister sowie Leiter von Bundes- und Landesbehörden.
Aber was sind schon 500 Top-Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung gegen 5.000.000 Experten für Arbeitslosigkeit und sozialen Abstieg?
 
Das Verhältnis ist rein mathematisch 1: 10000 und rein körperlich hat ein Arbeitsloser sicher genug Wut im Bauch um mühelos 2-3 Mitglieder der deutschen Führungselite ordentlich durchdreschen und ihnen den Begriff der „aggressiven Abschreibung eines nutzlosen Wirtschaftsguts“ erklären zu können.

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11.08.2005 um 05:45 Uhr

Lohnzuwachs

Frei nach dem Motto „Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern“ gönnt der Bundeskasper jetzt den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zur Entlastung der Sozialkassen sogar Lohnzuwächse.
Wenn es Branchen gut gehe und Arbeitsplätze nicht in Gefahr seien, dann gönne er den Beschäftigten "einen ordentlichen Schluck aus der Pulle", so Schröder in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".
Zu seinen Gunsten und ohne Frau Merkel zu befragen, nehme ich einfach mal an, dass er damit Bruttozuwächse gemeint haben könnte, bei denen nach Abzug von Steuern und Abgaben für die Sozialkassen auch noch ein Nettozuwachs für den Arbeitnehmer auf der Gehaltsbescheinigung ersichtlich ist.
Unterstützt (wen wundert’s) wird der Kanzler vom Finanzhans, der sich durch die damit verbundene Steuerprogression höhere Steuereinnahmen zum Stopfen seiner Haushaltslöcher verspricht.
Auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger teilt die Position Schröders und meint, dass die wiedervereinigte BRddr angesichts der angespannten Lage in den Rentenkassen eine "gesunde Lohnentwicklung und keine reale Lohnsenkung brauche, wie wir sie in den vergangenen Jahren hatten. Es sei ähnlich wie bei der Medizin, da komme es auch auf die richtige Dosis an“.

Was auf gut Deutsch wohl heißen soll, dass sich der bisher unter erheblichen Mangelerscheinungen leidende bundesdeutsche Arbeitnehmer wohl keine Hoffnung auf eine finanzielle Überdosis zu machen braucht. Es wird also wieder, wenn überhaupt, so eine Art Placebo bzw. Nocebo werden, wie wir das schon aus den vergangenen Jahren gewohnt sind.

Den Trend der Zeit (so kurz vor den Wahlen) verschlafen zu haben scheint der FDP-Generalsekretär Dirk Niebel, ehemaliger Mitarbeiter des Arbeitsamts (damals hieß das noch so!) in Heidelberg. Er spricht im Zusammenhang mit dem „Schluck aus der Pulle“ von einer unsinnigen Forderung. «Durch Lohnerhöhungen wachse die Gefahr, dass Arbeitsplätze wegrationalisiert, ins Ausland oder in die Illegalität verlagert würden. Dies würde die Arbeitslosigkeit steigen lassen, zu weniger Sozialbeiträgen und höheren Sozialausgaben führen und damit die Sozialsysteme noch stärker belasten"», warnte Niebel im Spiegel.

Jetzt warten wir mal in aller Ruhe ab, welcher Trend zur Verarschung der bundesdeutschen Arbeitnehmerschaft sich nach der nächsten Wahl abzeichnet, wobei alles was nicht zu mehr Netto (Hinweis für Frau Merkel: Das ist Brutto minus Tara) im Geldbeutel der Arbeitnehmer führt, grundsätzlich vom Übel ist.

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10.08.2005 um 05:45 Uhr

Erinnerungsvermögen

„Oh Gott, hoffentlich hält die Birne durch“, scheint sich der ehemalige Rüstungsstaatssekretär Holger Pfahls auf diesem Bild zu denken.
Denn der für seine Black-Outs, Gedächtnislücken und verlorenen Erinnerungen bekannte Alt-Bundeskanzler hätte ihn in dem Prozess in Augsburg um Kopf und Kragen bringen können.
Aber Birne sei Dank, der Alt-Kanzler konnte sich genauso eindeutig wie er sich seit Jahren nicht mehr an die Namen der Schwarzgeldspender erinnern kann, daran erinnern, dass er (Kohl) allein über einen umstrittenen Panzer-Export nach Saudi-Arabien entschieden habe.
«Er sehe keine Hinweise auf eine Bestechung in Zusammenhang mit dem Panzergeschäft. Er habe dem amerikanischen Außenminister James Baker die Lieferung als deutschen Beitrag zum Golfkrieg versprochen. "Ich hatte keine Zweifel, dass ich mein Wort halten konnte, denn ich war ja der Bundeskanzler"», sagte Kohl, dem die Aufmerksamkeit der Presse sichtlich Freude machen zu schien.
Diese Behauptung genügte der Financial Times Deutschland zum Aufmacher „Kohls Aussage bringt Wendung im Pfahls-Prozess
«Zuvor hatte Altkanzler Kohl ausgesagt, er allein habe über einen umstrittenen Panzer-Export nach Saudi-Arabien entschieden. Pfahls habe bei einer umstrittenen Lieferung von 36 Fuchs-Panzern an Saudi-Arabien Anfang der 90er-Jahre keinen Einfluss gehabt.» was nun die Frage aufwirft, warum dann das böse Bundeskriminalamt (BKA) den armen Angeklagten Dr. Ludwig-Holger Pfahls jahrelang als meistgesuchte Person um den Globus gejagt hat.
Vielleicht weil nur er wusste, wie man an das Geld auf dem Nummernkonto kommt. 
 
Der Steuerzahler wird ja wohl nie erfahren, was ihn die weltweite Hatz und der Prozess gekostet hat, doch mir scheint das nun doch schon ein bisschen viel Aufwand wegen so ein bisschen „Vorteilsnahme im Amt“ und so ein bisschen „Steuerhinterziehung“ zu sein. Und dabei hat der Herr Pfahls die 3,8 Millionen Deutsche Mark auf einem Schweizer Nummernkonto von dem Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber richtig aufgedrängt  bekommen und hat auch angeblich überhaupt garnix dafür tun müssen.
Auch wenn Beklagter und Zeugen in diesem Verfahren den Anschein erwecken, als könnten sie nicht bis Drei zählen, muss nun nicht unbedingt in der Lage sein Zwei und Zwei zusammenzählen zu können um ein ähnliches Strickmuster zum regen diplomatisch-monetären Grenzverkehr mit den Eidgenossen erkennen zu können, das den ehemaligen Innenminister der wiedervereinigten BRddr unter der Regierung Kohl, den Herrn Manfred Kanther in Wiesbaden vor die Schranken des Gerichtes gebracht hat.

Kanther ging mit 18 Monaten auf Bewährung nach Hause.
Bei Holger Pfahls werden es wohl zwei Jahre und drei Monate ohne Bewährung werden, die aber sicher nach kurzer Zeit und Erlahmung des öffentlichen Interesses wegen „guter Führung“ sozialverträglich auf dem kleinen Dienstweg in eine mehr oder minder „symbolische Strafe“ umgewandelt werden.

Gut lachen hatte der Zeuge und ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl, der in den Jahren 1993 bis 1998 von Spendern, an die er sich nicht mehr erinnern kann, rund 2,1 Millionen Mark in bar erhalten und vergessen hatte.  Wie in der TAZ zu lesen war, war Kohl wegen seines mangelnden Erinnerungsvermögens  nur zu einer Geldstrafe in Höhe von 300.000 DM  verdonnert worden.
Jetzt konnte er sich aber an die Einzelheiten des Panzer-Deals mit Saudi-Arabien genau erinnern und wunderte sich: «Warum sollte jemand Geld zahlen, wenn eh klar war, dass nach Saudi-Arabien geliefert wird", sagte Kohl. "Ich habe also keine Hinweise auf Einflussnahme", fügte er hinzu. "Ich war nie bestechlich und werde es auch nie sein"», sagte der Altkanzler, von dem man ja weiß, dass er nicht nur bis Drei zählen kann, sondern sogar bis Elf.

Der Elf-Aquitaine-Konzern erhielt nach der Wende 1992 den Zuschlag für das ostdeutsche Minol-Tankstellen-Netz und den Aufbau der Leuna-Raffinerie. Wie einer AFP-Meldung vom 6.6.2001 zu entnehmen ist, sollen «dabei nach Angaben des ehemaligen Elf-Chefs Loïk Le Floch-Prigent Schmiergeldzahlungen über die Liechtensteiner Firma "Nobleplac" auch an die CDU geflossen sein. Kohl und der damalige französische Präsident François Mitterrand hätten das Geschäft "um jeden Preis" gewollt, sagte Le Floch der Zeitschrift die Zeit»
Dies wurde vom ehemaligen CDU-Vorsitzenden, Altkanzler der wiedervereinigten BRddr und jetzigen Zeugen im Prozess gegen Holger Pfahls, Helmut Kohl stets bestritten.

Eine echt erstaunliche Leistung, wenn man berücksichtigt, welche „Blackouts“  im Zusammenhang mit „Parteispenden“ das Erinnerungsvermögen des Altkanzlers schon aufgewiesen hat. Einem Prozess entging Kohl damals nur, weil ihm kein Vorsatz nachzuweisen war. Gestützt wurde des Kanzlers Version von dem CDU-Schwarzgeldverwalter Horst Weyrauch, eben jenem Herrn Weyrauch, der zusammen mit dem Bimbeskofferträger Kanther in Wiesbaden vor Gericht stand und wegen Beihilfe zur Untreue zu einer Geldstrafe in Höhe von 61.200 Euro verurteilt wurde.

Auch wenn sich die Dinge zu gleichen scheinen, so gibt es doch einen gravierenden Unterschied: Der damalige Zeuge Horst Weyrauch, der dem damaligen Beklagten Helmut Kohl zur Seite stand, wurde erst später wegen Beihilfe zur Untreue bestraft. Der heutige Zeuge Kohl, der dem heutigen Beklagten Pfahls nun aus der Patsche half, war schon bestraft als er in den Zeugenstand trat.
«Ein Ehrenwort vom Ehrenmann
Gilt allgemein als ehrlos dann,  
wenn er mal die Gesetze bricht
und trotzdem noch von Ehre spricht»
© Peter Knorr - Birnes letztes Abenteuer, im Verlag Zweitausendeins, Frankfurt a. M. 2000 ISBN 3861503514

Nachdem solche Ehrenmänner und ihre Standesorganisationen vom Gesetz nur bedingt oder für kurze Zeit aus dem Geschäftsverkehr gezogen werden, wird es wohl den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes vorbehalten bleiben, die Werthaltigkeit der Kohl’schen Zeugenaussage selbst zu bestimmen und mit dem Kreuzchen auf dem Wahlzettel dafür zu sorgen, dass sich solche Ereignisse möglichst nicht wiederholen und aus Schwarz-Gelb nicht wieder Schwarz-Geld wird.

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09.08.2005 um 05:45 Uhr

Rentenanpassung

Ab und an bekommt man(n) und Frau auch mal Post von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA). Der Empfänger wundert sich über das Schreiben mit dem Titel „Ihre Renteninformation“ aus verschiedenen Gründen.
Einer der Gründe ist sicher die Frage, warum die Bundesversicherungsanstalt immer noch unter der unpopulären Bezeichnung „Anstalt“ firmiert, wo doch mit „Agentur“ sicher viel mehr Dynamik und Effizienz assoziiert werden würde.

Über die Gründe, warum nach einem arbeitsreichen Leben und bisher insgesamt mehr als 30 Beitragsjahren zum 65 Lebensjahr gerade mal eine Rentenanwartschaft über 928,86 EUR monatlich erworben wurde, möchte ich mich hier jetzt lieber nicht auskotzen.
Verwunderlich sind auch nicht mehr Sätze wie dieser: „Sollten bis zu Ihrem 65. Lebensjahr Beiträge wie im Durchschnitt der letzten fünf Kalenderjahre gezahlt werden, bekämen Sie ohne Berücksichtigung von Rentenanpassungen von uns eine monatliche Altersrente von 1.203.78 EUR“. Schließlich kann sich doch zwischenzeitlich jeder in der gesetzlichen Rentenversicherung abgezockte Beitragszahler selbst ausrechnen, dass aus den in den nächsten Jahren bis zur Erreichung des 65. Lebensjahres von Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu zahlenden Beiträgen in Höhe von mehr als 60.000 EUR gerade mal 274 EUR monatlich als Rente zurückfließen werden. Das würde reichen um bis zum 84. Lebensjahr ohne staatliche Almosen auskommen zu können. Dabei sind Zins- und Zinseszinseffekte auf das eingezahlte Kapital noch nicht einmal berücksichtigt.
Auch auf „progressive“ oder „dynamische“ Effekte wurde bei dieser Betrachtung bewusst verzichtet.

Dagegen stellt sich beim Empfänger nach Durchsicht des Schreibens ein weiterer Grund der Verwunderung eben wegen dieser Dynamik ein, die bei der Berechnung der zukünftigen Entwicklung der Altersrente von der „Anstalt“ Verwendung findet. So heißt es gleich auf Seite 1 des Schreibens zum Thema „Rentendynamik“ bzw. altdeutsch „Rentenanpassung“:
«Sie können davon ausgehen, dass die errechnete Altersrente in Höhe von 1.203.78 EUR aufgrund künftiger Rentenanpassungen tatsächlich höher ausfallen wird. Allerdings können wir diese Entwicklung nicht vorhersehen. Deshalb haben wir – ohne Berücksichtigung des Kaufkraftverlustes – zwei mögliche Varianten für Sie gerechnet. Beträgt der jährliche Anpassungssatz 1,5 Prozent, so ergäbe sich ab dem 65. Lebensjahr eine monatliche Rente von etwa 1.360. EUR. Bei einem jährlichen Anpassungssatz von 2,5 Prozent ergäbe sich eine monatliche Rente von etwa 1.460 EUR.»

Man(n) oder Frau muss jetzt nicht gleich das „Statistische Bundesamt“ bemühen um sich über die Höhe der Rentenanpassung der letzten Jahre zu informieren. Irgendwie hat der derzeitige Beitragszahler und künftige Rentner das alljährlich stattfindende Gejammer der Berufspolitiker und der Rentner noch in den Ohren und die Umstellung der „gesetzlichen Rente“ vom „dynamischen Modell“ zu „Nachhaltigkeitsfaktor“ und „demographischem Wandel“ noch sehr gut in Erinnerung.

Für das Modell „Nicht erinnern können“ oder sich „Nicht erinnern wollen“, hat sich wohl die BfA (Bundesveralberungsanstalt für Angeschissene) entschieden, denn wie man sich leicht im Internet ergooglen kann, betrug die Rentenanpassung in den letzten 10 Jahren NIEMALS 2,5 Prozent.
0,61% gab es in 1995, 0,46 % in 1996, 1,65% in 1997, 0,44% in 1998, 1,34% in 1999, 0,60% in 2000, 1,91% in 2001, 2,16% in 2002, 1,04% on 2003 und in 2004 gab es eine Nullrunde (0%).

Statt also die „Erinnerungslücke“ zu schließen und den Ver(un)sicherten der BfA eine auf realen Werten basierende Berechnung der Rentenkatastrophe zu liefern, begnügt sich die BfA mit dem vagen Hinweis auf eine möglicherweise zu erwartende „Versorgungslücke“:
«Da die Renten im Vergleich zu den Löhnen künftig geringer steigen werden und sich somit die spätere Lücke zwischen Rente und Erwerbseinkommen vergrößert, wird eine zusätzliche Absicherung für das Alter wichtiger („Versorgungslücke“). Bei der ergänzenden Altervorsorge sollten Sie – wie bei der zu erwartenden Rente – den Kaufkraftverlust beachten.»
Dazu gibt es noch den Hinweis, dass von der zukünftigen Rente auch noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie gegebenenfalls Steuern zu zahlen sind.

Aber darüber muss man sich als zukünftiger Rentner bei den „durchgreifenden Steuersenkungs- und Kostensenkungsprogrammen“ der noch existierenden und kommenden Bundesregierungen heute sicher noch keine Gedanken machen.
Und was es mit dem „Kaufkraftverlust“ und der „Versorgungslücke“ auf sich hat, sollte man(n) und Frau auch erst mal abwarten.
Denn schließlich boomt ja unsere Exportindustrie und die Arbeitslosenzahlen sinken ja auch kontinuierlich. Zusammen mit den messbaren Erfolgen der Gesundheitsreform und den Einnahmen aus der Autobahnmaut wird sich doch sicher auch die „Populationshäufigkeit“ und damit der „demographische Wandel“ bis zu nächsten Bundestagswahl hinrechnen lassen.
Ein einfacher Dreisatz genügt: „Wenn eine Frau zwischen Population und Geburt neun Monate benötigt um einen neuen Beitragszahler zu gebären, wie lange brauchen dann neun Frauen?“

Eben! Das reicht sogar noch bis zur vorgezogenen Bundestagswahl.
Jetzt müssen unsere bundesdeutschen Bürgerinnen und Bürger nur noch zur amtlich verordneten Population in Reih und Glied (!) antreten. Die tut auch gar nicht weh und selbstverständlich wird die Zeit der Schwangerschaft auf das „Soziale Jahr“ oder eines der „universitären Semester“ angerechnet.

Wer jetzt nicht schwanger wird - trägt die Schuld an der Verarmung unserer älteren Mitbürger.

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08.08.2005 um 05:45 Uhr

Flugverbot

Man kann es wirklich kaum glauben, aber in dieser Republik ist wirklich nichts mehr unmöglich.
Da fällt zum ersten Mal ein Kleinflugzeug in der Nähe des Reichstags, dem Sitz der Regierung dieses armen Landes, vom Himmel und schon gibt es ein Flugverbot über dem Regierungsviertel.

«Darauf haben sich am Freitag die Bundesminister Otto Schily (Inneres), Manfred Stolpe (Verkehr) und Peter Struck (Verteidigung) geeinigt. Gelten soll das Verbot für den von oben gut sichtbaren inneren S-Bahn-Ring. Hobbyfliegerei über dem Regierungsviertel werde nicht mehr möglich sein.» meldet der Rundfunk Berlin-Brandenburg.
Nach dem Demonstrationsverbot am Boden also nun das Flugverbot in der Luft, damit ja nichts mehr die Regierenden in ihrem Anschaffen und Würgen stören und gefährden kann.

Und das ausgerechnet jetzt, wo ich meine Ausbildung zum Kamikaze-Flieger fast beendet habe und bereit gewesen wäre mein Leben zum Wohle des Vaterlandes zu opfern.


Aber mit einem Flugverbot über Berlin konnte ja nun wohl wirklich niemand rechnen.
Wobei - da fällt mir was ein .. natürlich ....

Brüssel - wo eigentlich ist Brüssel?

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05.08.2005 um 05:45 Uhr

Salatexperte

In der Rubrik „Ernährung“ berichtete der Spiegel am 25. Juli vom Ethnobotaniker (Watz datz denn?) Giorgio Samorini, der herausgefunden haben will, dass „einige Salate erotisierend wirken und zur Stärkung des Libido führen können, sofern sie in entsprechenden Mengen konsumiert werden“.

Im Artikel wird dann noch das Bild einer ägyptischen Mumie gezeigt und mit dem Kommentar „Benutzten die alten Ägypter Salat zur Stärkung der Libido?“ versehen.

Nun habe ich in der Schule im Fach „Geschichte“ gelernt, dass Mumien im allgemeinen schon längere Zeit tot sind, wobei von den Wissenschaftlern Tod durch hemmungslosen Sex natürlich nicht gänzlich  ausgeschlossen werden kann. Allerdings kann ich mich nicht daran erinnern, dass meine eher prüde Geschichtslehrerin dies jemals erwähnt hätte.

Wohl eher dürfte der Name des männlichen Hasen Beweis für die Richtigkeit der Salattheorie vom Ethnobotaniker Samorini sein, denn dieser Hase heißt ...
na ...?
na ...?
richtig! ... RAMMLER.

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04.08.2005 um 05:45 Uhr

Hausratversicherung

Vor etwa einem Jahr hat mir ein Nachbar einen Teil der Wohnung unter Wasser gesetzt, weil ihm ein Wasserschlauch geplatzt war und das Wasser unter dem Estrich bis in den von mir (nebst Gattin) bewohnten Teil des Gebäudes drang, um sich dort vom Gips der Wände gemächlich nach oben saugen zu lassen. Physikalisch einfach und verständlich, versicherungstechnisch unheimlich kompliziert. Vor allem dann, wenn so ein Typ wie ich beharrlich darauf besteht der Geschädigte zu sein, dem die teilweise Räumung der Wohnung, die Einlagerung der Möbel bei einer Spedition und die wochenlangen Trocknungsmaßnahmen erheblichen Stress und Kosten verursacht haben.

Nach der Schadensaufnahme durch die Versicherung des Schädigers wollte deren Vertreter neugierig wissen, „ob ich denn auch eine eigene Hausratversicherung hätte? “.
Da ich Versicherungsvertreter gleich nach Politikern, Rosstäuschern und Gebrauchtwagenhändlern einstufe, war meine Antwort kurz und eindeutig: „Das spielt im vorliegenden Fall wohl keine Rolle!“.
Sein feixendes Grinsen hätte mich schon damals eines Besseren belehren sollen, denn einige Monate später stellte ich durch Zufall (Internet macht’s möglich) fest, dass mein Versicherer meinen Hausratversicherungsvertrag mit einem Schadensfall in Höhe von 960,-- Euro belastet hatte..
Ein Schreiben mit der Frage, was es mit diesem Schadensfall auf sich hat, da ich doch gar keinen Schaden gemeldet und auch kein Geld von meiner Versicherung bekommen hätte, wurde vom zuständigen Sachbearbeiter meines Versicherers nicht beantwortet.
Auf telefonische Nachfrage murmelte er etwas von „branchenüblichem Risikoausgleich“ und „keine Nachteile für die Versicherten“, bevor er das Gespräch beendete.

Solch kundenfreundliches Verhalten veranlasst sicher nicht nur solche Zeitgenossen wie mich zur unverzüglichen Kündigung derartiger Verträge, denn warum sollte ich einen Versicherer mit Geld füttern, wenn der noch nicht einmal das Geld für eine Briefmarke oder Zeit für eine konkrete Auskunft hat.

Gestern kam nun ein kurzes Schreiben vom Sachbearbeiter der Hausratversicherung, Herrn Harald Faller, mit der lapidaren Mitteilung:
„Wir haben Ihren Vertrag zum 31.12.2005 24 Uhr aufgehoben. Die Vertragsaufhebung hat keine Beitragsrechnung zur Folge.“


Da hab ich als Versicherter ja noch mal richtig Schwein gehabt, was Herr Faller?

Aber wenn ich jemals hören sollte, dass in der Versicherungsbranche massiv Arbeitsplätze abgebaut und nach Osten verlagert werden, weil die Auftragslage so schlecht ist – dann wünsche ich dem Herrn Faller viel Spaß bei und mit ALG II, dem neuen Versicherungstarif der Bundesrepublik Deutschland Versicherungs AG, mit Zwangsbeitrag, branchenüblichem Risikoausgleich und garantierten Leistungen - garantiert am Existenzminimum.

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03.08.2005 um 05:45 Uhr

Die Schweinderl

Können sie sich noch an Robert Lembke erinnern?
„Heiteres Berufe raten“ hieß seine Sendung, die sich jahrelang beim Publikum großer Beliebtheit erfreute.
Aufgabe des Rateteams war es dabei, den Beruf des Kandidaten zu erraten, wobei dieser auf die gestellten Fragen nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten durfte. Für jedes „Nein“ gab es fünf Deutsche Mark in ein Sparschweinderl, dessen Farbe der Kandidat nach der Frage des Moderators „Welches Schweinderl hätten Sie den gern?“ selbst auswählen durfte.

Zur Einstimmung des Rateteams und Kurzvorstellung des Kandidaten machte dieser zu Beginn der Sendung eine für seinen Beruf „typische“ Handbewegung.

Und jetzt stellen sie sich mal vor sie sitzen vor dem Bildschirm und sehen diese beiden Kandidaten mit der für ihren Beruf typischen Handbewegung.
Auf welchen Beruf würden sie denn tippen?



Kleiner Tipp – die Personen sind nicht miteinander verheiratet, verwandt, verschwägert oder verschwippschwägert.
Und sie gehen beide mit viel holländischem Geld um – Geld van den Anderen!

Also – welches von den „Schweinderln“ hätten Sie denn gern?

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02.08.2005 um 05:45 Uhr

Erfolgskurs

Heute kam Post vom Handelsblatt.
Genauer sogar vom Chefredakteur des Handelsblatt Bernd Ziesemer.
Ein Brief mit Bild sogar.
Ein ganz anständiges Bild, so eine Art Bewerbungsfoto, wie es auch im Reisepass oder Personalausweis ist.
Herr Ziesemer ist ein Herr mit Oberlippenschneuzer, Brille und beginnender Hochstirn.
Er hält es für notwendig mir mitzuteilen, dass „Deutschlands Wirtschaft wieder auf Erfolgskurs ist“ und ihm meine Meinung zu seiner Behauptung wichtig ist.

Jetzt fühle ich mich schon ein bisschen geehrt, dass mir der Herr Chefredakteur vom Handelsblatt persönlich schreibt:

Sehr geehrter Herr Machopan.

Politik und Wirtschaft sind optimistisch, was die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands im Jahre 2005 angeht. Nach Meinung der Experten sollen neu Arbeitsplätze entstehen, zukunftsweisende  Innovationen die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen stärken und ein steigendes Auftragsvolumen den konjunkturellen Aufschwung sichern. Ihre ganz persönliche Sicht zu diesem Themen ist uns wichtig.
Damit wir uns über Zahlen und Daten der Politik hinaus ein Urteil bilden können, bitten wir Sie um drei Minuten Ihrer Zeit. Sagen Sie uns Ihre Meinung. Auf dem Beiblatt finden Sie unseren Fragebogen. Die Ergebnisse der Befragung lesen Sie in etwa 6 Wochen im Handelsblatt.


Boooaaah, denk ich mir, die sind aber mutig beim Handelsblatt. Meine Meinung zur Lage der Nation im Handelsblatt schwarz auf weiß! Na, ob das dem Bundesgerd gefallen wird. Ich hab da so meine Zweifel, aber diese einmalige Chance werde ich mir doch nicht entgehen lassen. Meine Meinung im Handelsblatt, das könnte den Herrn Chefredakteur glatt seinen Job kosten.
Also lese ich weiter, was ich jetzt machen muss um die Regierung zu stürzen und die Nation von den Tyrannen zu befreien.

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Senden Sie einfach den Frageboden im Antwortkuvert zurück oder faxen Sie ihn an 0800.0002055.

Wir bedanken uns für Ihre Teilnahme

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Ziesemer
Chefredakteur


Aaaahaaaaaa! Hab ich mir doch gleich gedacht, dass die Sache einen Haken hat.
Das haben Sie sicher auch gleich gemerkt, gell!
Weil wenn ich den Fragebogen jetzt ausfülle und im Freiumschlag an den Chefredakteur des Handelsblatts schicke, dann ist mein verbilligtes einmonatiges Handelsblattabo für 23,20 Euro gerade abgelaufen, wenn das Ergebnis der Umfrage im Handelsblatt abgedruckt wird.
Und jetzt kalkulieren die Jungs vom Handelsblatt natürlich darauf, dass ich mir dann auf eigene Kosten die Handelsblattausgabe kaufe.

Und dann schreiben sie in dieser Ausgabe, dass jetzt endlich der Aufschwung da ist, weil die  Verkaufszahlen vom Handelsblatt gestiegen sind. Und der Superwolli und der Bundesgerd rufen die Presse zum Termin um die Jubelmeldung unters Volk zu bringen.

Nee nee nee, den Gefallen werde ich den Jungs nun wirklich nicht tun.

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