Machopan - Rauchzeichen

31.10.2005 um 05:45 Uhr

Männerwünsche

Wenn Sie sich dafür interessieren was Männer wirklich wollen, dann sollten Sie nicht sagen, dass Sie das nicht interessiert weil Männer doch immer nur das Eine wollen.
Sie wissen schon ...
Dieses Dings, von dem die Männer behaupten sie könnten es täglich stundenlang und die Frauen es (meistens) besser wissen.
Nein, dieses Dings, an das die Frauen bei Männerwünschen denken, dieses Dings wollen die Männer gar nicht.
Das hat die Zeitschrift „Glückstag“ in ihrer Ausgabe 11/2005 erkannt und informiert die Leserinnen auf Seite 37 über Männerwünsche, deren Erfüllung Männer glücklich machen soll.
Da wäre zum Beispiel sein Lieblingsstück (nicht was Sie jetzt schon wieder denken), eine zeitlos schöne Uhr von Longines zum Preis von nur 1410 Euro.
Wem das zu teuer ist, der kann sich auch mit einem Dupont-Feuerzeug für schlaffe 595 Euro zufrieden geben.
Oder wie wäre es mit ein paar Sicherheitsmanschettenknöpfen von Montblanc zum Schnäppchenpreis von 235 Euro.
Für das Beste im Mann tut es auch ein Rasierer Philishave SmartTouch XL, supersanft, supergründlich und superdesigned, für nur –ein wahrer Freundschaftspreis- 300 Euro.
Für das Beste am Mann, reicht sicher auch eine Feinrippunterhose (Feinripp ist dieses Jahr total in) Marke „Freedom“ von Schießer für 23 Euro in dunklem Grau, damit man die Rostflecken nicht so sehr sieht.
Und für ganz knauserige Lebensgefährtinnen gibt es dann noch Socken im Norwegerlook von Marco Polo, das Stück für ca. 20 Euro.

Wem das alles zu materiell ist, kann auch das Kind im Manne beschenken und Jugendträume erfüllen.
Zum Beispiel Baugrubengefühl und Bagger fahren für 79 Euro je Stunde. Oder Pilotenträume ausleben und mit der Cessna abheben für 165 Euro je 30 Minuten.
Ganz besonders schön fand ich das Geschenk für den kleinen Pyromanen:
Feuer löschen und Einweisung in die Techniken der Brandbekämpfung für 99 Euro je Stunde.
Wobei mir persönlich ja zum Brand löschen die Zapfanlage für die Hausbar von Philips für 200 Euro (ohne Bier) vollkommen genügen würde.

Warum das alles in der Zeitschrift „Glückstag“ steht, erfahren Sie dann auf der Seite 42, denn dort stehen die Ergebnisse einer Umfrage zu den Weihnachtsgeschenken der Deutschen.
Auch wenn Sie selbst noch keine Ahnung haben, ob und was Sie schenken werden, die Zeitschrift „Glückstag“ aber weiß es schon.
Auf Platz 1 der nach oben offenen Kaufrauschskala stehen Geschenkgutscheine, dicht gefolgt von Büchern und Geld. Danach folgt Parfüm und Schmuck oder Uhren.
Besonders die Plätze 1 bis 3 geben Zeugnis vom Einfallsreichtum der Schenkenden und lösen beim Beschenkten sicher wahre Begeisterungsstürme aus.
Wenn Frauen diesen emotionalen Ausbruch ihres Gatten noch toppen wollen, sollten sie zur altbewährten Krawatte greifen.
Denn Männer mögen Krawatten!
Besonders wenn sie von einer nackten Frau getragen werden!
So kann Weihnachten auch in trostlosen Hütten des Jahres 2005 zu einem wirklich unvergesslichen Erlebnis im Kreise der Familie werden.

Zumindest die Zeiten sind hart und zur Not kann man es ja auch mit einer Krawatte aus dem Second-Hand-Shop versuchen.

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28.10.2005 um 05:45 Uhr

Parasiten

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass sich heutzutage fast jede Tageszeitung liest wie Brehms Tierleben?
In fast jedem Text geht es um Tiere.
Zum Beispiel um Vögel.
Konkret um kranke Vögel, die hinter der Gesundheit der Menschen her sind und sich dazu sogar tot vom Himmel fallen lassen können, oder versuchen den Menschen auf den Kopf zu kacken.
Noch konkreter um schräge Vögel, die hinter dem Geld der Menschen her sind und die lieber tot umfallen würden, als vor einem Mikrofon die Wahrheit zu sagen und immer versuchen den Menschen ins Gehirn zu kacken.
 
Dann ist noch viel von Heuschrecken zu lesen, die sich über dieses Land hermachen und es ratzekahl fressen wollen.
Gerade die Wanderheuschrecken, die in periodischen Abständen von 4 Jahren auftreten, sind für ihre Gefräßigkeit bekannt und vernichten mitunter ganze Ländereien. Ein einzelnes Tier kann an einem Tag so viel fressen, wie es selbst wiegt. Ein besonders großes Exemplar soll dieser Tage in der Nähe von Oggersheim gesehen worden sein. Auch in der Gegend von Berlin und in den Landeshauptstädten sind starke Konzentrationen dieser unbeliebten „biblischen Plage“ festgestellt worden

Ganz aktuell wird derzeit jedoch über das vermehrte Auftreten von Schmarotzern berichtet, in der Fachwelt auch bekannt unter dem Begriff „Parasiten“.
«Parasitismus ist die Wechselwirkung von Organismen unterschiedlicher Arten, bei denen der Vertreter einer Art Nutznießer (Parasit) und der Vertreter der anderen Art der Geschädigte ist (Wirt).Der Begriff ist weiter dadurch definiert, dass der Parasit einen deutlichen Vorteil dadurch hat, daß er sich größtenteils durch Bestandteile des Wirtes ernährt.» ©www.wikipedia.de

Ursprünglich kommt die Bezeichnung Parasit aus der griechischen Sprache und war die Bezeichnung für Vorkoster. Übrigens ein scheiß gefährlicher Job in den Diensten eines unbeliebten Herrschers.
Das deutsche Wort Schmarotzer für einen Parasiten stammt von mittelhochdeutschen smorotzer ab, das soviel wie Bettler heißt.
«Bettler sind Menschen, die ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise aus Almosen, milden Gaben anderer bestreiten. Meistens wird um Geld gebettelt. Die Ursachen des Bettelns sind vielfältig, besonders in wirtschaftlich unterentwickelten Ländern sind Bettler verbreitet. Arbeitslosigkeit, Unfälle, Alter, Faulheit oder die Verweigerung von Sozialhilfe werden als weitere Faktoren des Bettelns genannt
©www.wikipedia.de

Ganz interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Text, den ich „rein zufällig“ bei www.br-online.de gefunden habe:
«Das mittelalterliche Stadtbild war - entgegen der heutigen Vorstellung – nicht nur von Rittern, reichen Händlern und Handwerkern geprägt, sondern vor allem von Bettlern und Ausgegrenzten. Heute geht man davon aus, dass in Städten rund zwei Drittel der Bevölkerung um Almosen betteln mussten. So kamen z.B. in Straßburg auf 30.000 Einwohner wahrscheinlich 23.500 Bettler. Aber ein Bettler bettelte nicht nur, sondern betete auch für seinen Spender. Er gab also seinem Wohltäter etwas zurück und hatte so eine gewisse Aufgabe. Obwohl Armut an sich keine Schande war, wurden die Hilfsbedürftigen, ebenso wie andere soziale Randgruppen diskriminiert: die Henker, die Prostituierten, die Latrinenwäscher oder die fahrenden Künstler. Sie alle trugen etwas zur Gemeinschaft bei - und lebten trotzdem am Rande der Gesellschaft, ohne jegliche Möglichkeit, dies zu ändern

Jetzt muss ich gerade überlegen, wie ich eigentlich von den Tieren über die Schädlinge zu den Bettlern gekommen bin.
Ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein, das war über Google, die geilste Erfindung seit dem Benzinfeuerzeug, dem idealen Werkzeug für Pyromanen. Wußten Sie eigentlich, dass der Reichstag in Berlin mal so richtig bis auf die Grundmauern abgebrannt ist?

Jaaa, man sollte es nicht glauben, aber so ein paar Parasiten, die können ein Land schon kahl fressen. Oder verwechsle ich das jetzt mit den Heuschrecken?
Falls ja, so möge man mir das verzeihen, aber in Geometrie war ich noch nie gut.
Und jetzt lasset uns beten, dass die Bettler dieser Republik für ihre Spender beten und ihr Flehen von den himmlischen Mächten erhört werde und diese uns von dem Übel befreien.
Welches Übel das ist, das überlasse ich ihrer Phantasie oder glauben Sie ich bin scharf auf eine Verleumdungsklage, wie sie gerade unserem lieben Superwolli für seine flotten Sprüche ins Haus steht.

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27.10.2005 um 05:45 Uhr

Schafkopf

Ich habe geschworen, versprochen und feierlichst gelobt, der neuen Bundesregierung 100 Tage Frist einzuräumen, bevor ich mich über die Ergebnisse ihrer Tätigkeit hermachen werde.

Gelernt habe ich bis jetzt, ohne nun dieses Gelöbnis brechen zu wollen, dass ich das besser nicht getan hätte. Und Sie dürfen mir glauben, es auch nie mehr tun werde. Das schwöre, verspreche und gelobe ich hoch und heilig, beim Mundgeruch meines Hundes.

Was hätte ich nicht alles zu Sagen und zu Schreiben.
Mein Organismus revoltiert, der Darm rumort, die Leber schwillt, der Hals bläht und die Galle wirkt verbittert. Doch während die Hände sich zuckend in die Tastatur verkrallen und verkrampfen, ruft das Hirn zur Besinnung und mahnt Versprochenes ein.
Noch nie fiel es mir so schwer den Mund zu halten und den Aufschrei der Empörung zwischen den Lippen zu ersticken. Konnte man das Geschacher um die Posten und die Pfründe noch mit dem Streit der Hyänen um den Kadaver vergleichen, so hätte ich spätestens bei der personellen Besetzung der Ministerämter nicht nur einige unflätige Anmerkungen zu machen gehabt.
Aber darauf werde ich sicher noch nach Ablauf der 100-Tage-Frist eingehen.
Oder glauben Sie wirklich, dass eine Lusche nur durch seine Berufung zum Minister plötzlich zum As wird und beim doppelkopfigen Schafkopf spielen einen Stich macht?

Da nützt es auch nix mehr, wenn man das Spiel als Schieberrunde ohne Eichel- und ohne Grasunter spielt.
Und trotz Bauernsprechstunde, Abspatzen und Schmieren kamen die Spieler, die sich natürlich nicht in die Karten sehen lassen wollten, nicht wirklich weiter, waren sich aber einig, dass sich der Kartengeber wegen dem Blatt „die Händ waschen sollte“.
Egal, ob es nun ein Ruf-, Sau- oder Partnerspiel gibt, war man sich auch schnell einig, dass es sicher keine „Steuererleichterungen“ und keine „Rentenerhöhungen“ geben wird, aber die Finanzen des Staates durch Einsparungen und Mehreinnahmen „saniert“ werden müssen.
Denn das Haushaltsloch, auf dem der Arsch von der Eichelsau jahrelang gesessen hatte, ist wohl größer es sich die Luschen vorstellen konnten.
Von vielen Kiebitzen verdrängt wird leider die Tatsache, dass Schafkopf ein Geschicklichkeitsspiel ist und um Geld gespielt wird.
Der Tarif ist - wie alles andere beim Schafkopf - eine Frage der Regelvereinbarung zu Beginn“, heißt es bei Wikipedia.
Und da spielt es keine wirkliche Rolle, ob nun Damensolo oder Bubensolo gespielt wird.

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26.10.2005 um 05:45 Uhr

Türkeibeitritt

Also nach unzähligen Medienberichten, vielen Diskussionen und langem Überlegen habe ich mir nun eine eigene Meinung zum Thema „Türkeibeitritt“ gebildet:
Ich bin nun dafür, dass die EU der Türkei beitritt.


Dann können die Deutschen endlich auch in dem Land wohnen wo Milch und Honig fließen sollen und aus dem so viele Türken in das nasskalte, hässliche und ausländerfeindliche Deutschland ausgewandert oder gar geflohen sind.
Dann mach ich irgendwo in der Türkei eine Currywurstbude auf und erkläre die Currywurst zum türkischen Nationalgericht. Außerdem will ich dort eine eigene Kirche haben und das Recht immer dann die Glocken läuten zu lassen, wenn mein Glaube es mir befiehlt.
Selbstverständlich sollen meine Kinder in eine deutschsprachige Schule und in deutschsprachigen Religionsunterricht gehen. Jungen und Mädchen wie beim Sport und im Schwimmbad aber natürlich getrennt.
Mit meinen türkischen Nachbarn werde ich mich sicher gut verstehen, solange sie nichts dagegen haben, dass meine Frau im Bikini auf dem Balkon faulenzt und nabelfrei in kurzen Hosen zum Einkaufen geht.


Abends treff ich mich mit meinen Kumpels immer zur Pflege alter deutscher Traditionen in der Kneipe, trinke ein paar Bier und spiel ein paar Runden Doppelkopf oder Skat. Und auf dem Nachhauseweg grölen wir dann deutsches Liedgut und pfeifen den Frauen nach.
An den Wochenenden und an deutschen Feiertagen können wir dann Sauerkraut und Schweinerippchen kochen, in aller Ruhe unser Bier trinken und lauthals zur vollaufgedrehten Musik unserer Lieblingsblaskapelle mitsingen.
Und wenn sich jemand über unsere Musik und den Geruch nach verbranntem Schweinefleisch und Sauerkraut beschweren sollte, dann mach ich ihm ein für alle mal klar, dass er ausländerfeindlich ist und sich das gerade als Türke nicht leisten kann. Er soll sich doch erst mal schämen, Deutsch lernen und froh sein, dass ich überhaupt bereit ihn an meiner Kultur teilhaben zu lassen.
 
Wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft mal wieder gewonnen hat, werde ich mit meinem Auto laut hupend und deutsche Fahnen schwenkend mit eingeschalteter Warnblinkanlage durch die Stadt fahren und den Verkehr behindern. Und wenn die deutsche Nationalmannschaft mal wieder gegen die Türkei gewinnt, dann wird außerdem noch auf den Straßen getanzt und die ganze Nacht durchgefeiert. Man weiß ja schließlich was man seinem Heimatland schuldig ist, auch wenn man „Türke“ ist.
Aber sollte meine Tochter jemals auf die Idee kommen, sich mit einem Türken einzulassen, dann hört bei mir der Spaß aber auf.
Bei der Ehre meiner Vorväter, wo würden wir denn da hinkommen, da hätten wir ja gleich in Deutschland bleiben können.

Oder meinen Sie, ich sollte meine Meinung über den Türkeibeitritt vielleicht doch noch mal überdenken?

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25.10.2005 um 05:45 Uhr

PISA Internet Guide

wer bisher geglaubt hat, dass PISA zwar eine reale Stadt in Italien ist, aber das unter dem gleichen Titel geführte Gejammer über die zunehmende Dummheit unserer Mitmenschen eher virtueller Natur sei, kann jetzt bei Blogigo eines Besseren belehrt werden.

Denn dort findet sich ein Kommentar, in dem die ganze Tragödie unserer Gesellschaft in geballter Form auftritt. Als Entschuldigung kann sicher nicht gelten, dass der 25. August des Jahres 2005 ein besonders heißer Tag gewesen wäre oder sich jemand zu später Stunde einen Scherz erlaubt hätte.
Eher scheint es ein Wink der Evolution zu sein, dass es ausgerechnet ein Kommentar im PISA-Blog zu einem Posting über Johann Gregor Mendel war, der durch seine Experimente mit Erbsenpflanzen als Entdecker der Vererbung und Vater der Genetik gilt, der den intellektuellen Zerfall unserer Gesellschaft so treffend dokumentiert.
Selbst Mendel konnte in seinem 1869 veröffentlichten Aufsatz "Über einige aus künstlicher Befruchtung gewonnene Hieracium-Bastarde" nicht vorhersehen, welche Knallerbsen nach ihm dieses Land bevölkern und ohne „Guide“ im Internet ihre Spuren hinterlassen würden.

hey“ schrieb am 25. August des Jahres 2005 um 11:10 Uhr, also genau eine Minute vor Beginn der täglichen Zeit der Narren, ein Nutzer mit dem vielsagenden Namen „Joint“, wobei mildernde Umstände durch Genuss eines derartigen Objektes und entsprechende Auswirkungen auf den Kommentar nicht gänzlich vernachlässigt werden können.

hey“ schrieb eben dieser Surfer, anscheinend auf der Suche nach etwas menschlicher Zuneigung Andersgeschlechtlicher, «also ich bin 1.86m groß blond haare, blaue augen, sportlich, schlank, nicht gerade der beste in der schule und wohne in haan (warte auf dich!!!!)
ich finds gool das ich jetzt hier kommentare abgeben darf!!!(warum auch immer?!?!?!)
seid wann gibts die seite??? hm..meldet euch euer Joint Village. Joint: 25.08.2005 um 11:10 Uhr»

Nun fällt dem aufmerksamen Leser dieses Kommentars nicht nur auf, dass der Schreiber dieses geistigen Ergusses „blond“ ist. Auch wenn dieser wohl genetisch bedingte Umstand einiges entschuldigt und ein gewisses menschliches Mitgefühl auslöst, so muss doch berücksichtigt werden, dass dies alleine nicht der Grund für die miserable grammatikalische Leistung sein kann. Eher scheint der Aussage des Schreiberlings, dass er „nicht gerade der beste in der schule“ ist, eine tendenzielle Richtigkeit zuzukommen.
Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Beharrlichkeit mit der der Groß-/Kleinschreibung ausgewichen wird, wohl um mit dem Text eine gewisse Dynamik und Innovationsfreudigkeit zu vermitteln und über die Rechtschreibfehler hinweg zu helfen.
Auch wer solche Texte „cool“ statt „gool“ findet, sollte doch wissen, dass zwischen „seid“ und „seit“ und „das“ und „dass“ (immer noch) gewisse Unterschiede bestehen.
Um nun die Frage zu beantworten, warum „Joint“ bei Blogigo kommentieren darf, muss man wissen, dass das jeder kann. Zumindest jeder, der in der Lage ist, sich - alleine oder auch mit fremder Hilfe - bei Blogigo zu registrieren.

Wer nun in der Nähe von „haan“ wohnt und es nicht mehr erwarten kann, große blonde Schüler mit mittelmäßigen schulischen Leistungen kennen zu lernen, wird dem lieben „Joint“ vielleicht auch seine Frage, seit wann es dieses „goole“ PISA-Blog gibt, beantworten.
Denn noch besteht ja Hoffnung auf Besserung, denn auch der Herr Johann Gregor Mendel scheint intellektuell kein so großes Licht gewesen zu sein und ist 1856 zum zweiten Mal durch die Lehramtsprüfung gefallen. Dennoch ist er heute bei Wikipedia zu finden.
Aber das hat wohl etwas mit den Erbsen und den Mendeln-Regeln über die Kombinierbarkeit der Gene zu tun.

Und wie mir scheint, war das wohl der eigentliche Grund warum „Joint“ aus „haan“ im Netz unterwegs war  - wegen der Kombinierbarkeit der Gene, meine ich.
Jetzt müssen wir eben hoffen, dass viele Mädels sein digitales Flehen erhören und sich an die Kombination „Gregor Mendel und PISA und Joint und seine Gene wagen.

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24.10.2005 um 05:45 Uhr

Helgoland

In der Sendung „Stadtgespräch“, die Donnerstags immer auf HR1 läuft wurde dieser Tage die Frage gestellt, ob die Kanzlerin Angela Merkel wohl das Zeug zu einer deutschen „Maggie Thatcher “ hätte.

Nun gibt es im Leben der beiden Damen einige Parallelen und Ähnlichkeiten, denn die Engländerin Maggie war die erste weibliche Premierministerin (haben Sie schon mal eine männliche Premierministerin gesehen?) und die Deutsche Angie wird wohl die erste deutsche Bundeskanzlerin werden, sofern ihr nicht noch etwas dazwischen stoibert.
Maggie studiert Chemie und arbeitete in dem Team, das so nützliche Dinge wie das Softeis erfand. 
Angie studierte Physik und schrieb ihre Dissertation über eher so unwichtige Dinge wie die
"Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden".
Maggie attackierte die „bolschewistische“ Sowjetunion heftig und erhielt dafür den Spitznamen „Eiserne Lady“.
Angie schlug sich zur Suche irakischen Massenvernichtungswaffen auf die Seite der „befriedungsaggressiven“  USA und erhielt für ihre Bückling vor George Bush den „Arse licker Award“.

Und damit enden auch schon die Gemeinsamkeiten der beiden Damen und daher denke ich , dass die Antwort auf die eingangs gestellte Frage ganz einfach ist:

 

Ja, vorausgesetzt die Argentinier wagen es Helgoland anzugreifen“.
Vielleicht müsste man den Jungs dort mal einen Brief schreiben und um Amtshilfe bitten.

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21.10.2005 um 05:45 Uhr

H5N1

Von „Experten“ sind wir ja schon einiges gewohnt, doch was ich dieser Tage in einer Radiosendung zum Thema „Vogelgrippe“ zu hören bekam, schlägt wirklich dem Fass den Boden ins Gesicht.
Auf die Frage des Moderators, ob denn die Vogelgrippe bis nach Deutschland kommen könne, antwortete der Experte: „Nein, dies ist nicht möglich, da das Grippevirus die Vögel binnen kurzer Zeit tötet. Ein infizierter Vogel würde daher den langen Flug von Asien bis nach Deutschland nicht überleben.“

Ahaaa ...
Ähhhh ...
Ähmm ...
Ach soo ..
Uppps ...
Aber ...
Na denn ...

Also mir fällt dazu nix mehr ein.
Oder doch?
Vielleicht behauptet ja demnächst ein „Experte“, dass die Vogelgrippe schon deshalb nicht nach Deutschland kommen könne, weil die Vögel beim Flug gegen die Schallmauer prallen werden und beim Absturz in Richtung Erdoberfläche in der Atmosphäre umweltverträglich verglühen.
Wenn Sie also zu den Mitbürgern gehören sollten, die noch daran glauben, dass ihnen in diesem Lande die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, dann sollten Sie daran denken dass es sich dabei zukünftig um unvollständig verglühte Zugvögel handeln könnte, die durch das Virus H5N1 vorzeitig auf die Reise zu unserem Schöpfer geschickt wurden.
 
Dieser Expertenmeinung kann sich der Umweltjürgen, der nach dem Rücktritt der Landwirtschaftsrenate auch für Landwirtschaft und Verbraucherschutz verantwortlich ist, nicht anschließen: „Wir müssen vermeiden, daß sich dieses Virus weiter ausbreitet. Die Gefahr, dass heimische Bestände durch Zugvögel angesteckt würden, sei jedoch „gering bis mäßig. Mehr Sorge machen uns illegale Transporte, Schmuggel und auch unvorsichtig reisende Menschen”, sagte der Minister der begierig nach Neuigkeiten lechzenden Presse.
Er habe deshalb schon mit dem Finanzhans vereinbart, dass der Zoll Reisende verstärkt kontrolliert.  Erste Erfolge zeigten sich zum Beispiel schon am Frankfurter Flughafen, wo bei Kontrollen 826 Kilogramm illegal eingeführtes Fleisch festgestellt worden war.
Unbestätigt blieben Meldungen, dass es sich dabei um eine mit dem Vögelvirus infizierte Reisegruppe junger Asiatinnen handelte, die ihr Touristenvisum zu einem Erholungsurlaub im Frankfurter Rotlichtmilieu nutzen wollten.

Ebenso unbestätigt blieb die wohl fälschlicherweise dem Innenschily oder gar dem Stiefelwüpfchen zugeschriebene Aussage, falls die Vogelgrippe in Deutschland ausbrechen sollte, dann würde man sie durch die mittlerweile flächendeckende Videoüberwachung und Erfassung von biometrischen Daten binnen Stundenfrist lokalisiert und dingfest gemacht haben, damit die Strafermittlungsbehörden ihres Amtes walten können.
So wahr uns Big Brother helfe.

In diesem Sinne: Happy Weekend und achten Sie mal darauf, wer sich bei diesem berüchtigten schottischen Spezialitätenrestaurant noch einen „Chicken Mac Nackig“ zu bestellen traut.

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20.10.2005 um 05:45 Uhr

Was'n Los?

Was ist wohl schlimmer? Arbeitslos, erwerbslos, obdachlos oder heimatlos?
Vom „Heimatlos“ klagte noch Freddy Quinn im Jahre 1957, landete damit einen Nummer-1-Hit in Deutschland und legte damals den finanziellen Grundstein für seinen späteren Ärger mit dem deutschen Finanzamt.
Jürgen Drews begann seine Karriere als Obdachloser mit einem „Bett im Kornfeld“ und „Wir zieh'n heut' abend auf's Dach", bevor er sich „Barfuß durch den Sommer“ „"Irgendwann, irgendwie, irgendwo" in Richtung Mallorca vom bundesdeutschen Acker machte, um als „König von Mallorca“ zu enden.

Ob es jemals einen Nummer-1-Hit vom „Arbeitslos“ oder dem „Erwerbslos“ gab, entzieht sich meiner Kenntnis. Eher wohl nicht, denn beides ist für die Betroffenen nicht der Hit.
Wenn Sie jetzt denken, dass es zwischen Arbeitslosen und Erwerbslosen eigentlich keinen Unterschied gibt, dann sind Sie offensichtlich nicht mit den Methoden des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden und der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg vertraut.
Wie man bei Wikipedia nachlesen kann «bezeichnet man eine Person als arbeits- oder erwerbslos, die eine bezahlte Tätigkeit, die auf einem Arbeitsverhältnis beruht, anstrebt, aber keine Erwerbsarbeit findet. Oftmals selbst in Rundfunknachrichten bezieht sich der Begriff arbeitslos aber fälschlich nur auf die registrierte Arbeitslosigkeit, ohne das klar zu benennen. Dagegen ist im Begriff erwerbslos auch die verdeckte Arbeitslosigkeit (Stille Reserve) enthalten. Diese Sprachregelung gilt beispielsweise für die Unterscheidung von Arbeitslosenzahlen der Bundesagentur für Arbeit und Erwerbslosenzahlen des Statistischen Bundesamtes

Zur "Stillen Reserve" zählen Personen, die unter bestimmten Bedingungen zwar eine Arbeit aufnehmen würden, sich aber nicht bei der Arbeitsagentur gemeldet haben.
Grafisch verharmlost sieht dieser Sachverhalt etwa so aus:



Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden

Ja wat denn nu?
Arbeitslos oder nur erwerbslos?
Ist eh egal, danach kommt immer „obdachlos“ und „heimatlos“, wie bei Auszählreim: „Eeene meene mu und raus bist du“.
Daran ändern auch Neuwahlen und Ministerpostengeschacher nix.

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19.10.2005 um 05:45 Uhr

Winterreifenpflicht

„Der nächste Winter kommt bestimmt“ war lange Zeit ein Werbeslogan um Häuslesbesitzer daran zu erinnern, dass im Winter das Heizöl teurer wird und es sich aus Kostengründen anbieten könnte, schon im Sommer zu tanken.
Doch seit das Heizöl schon im Sommer so teuer ist wie sonst im kältesten Winter, genügt dieser Spruch nicht mehr um die Geldbörsen zu enteisen und zur Freigabe von Kohle gegen Heizöl zu bewegen.

Jetzt hat die Bundesregierung die Zeichen der Zeit erkannt und um den Binnenkonsum anzuregen soll die Straßenverkehrsordnung neu formuliert werden, denn eine "situationsabhängige Winterreifenpflicht" soll kommen.
Nun wäre es ja zu einfach, wenn von November bis März eines Jahres alle PKW und LKW nur noch mit Winterreifen auf bundesdeutschen Straßen unterwegs sein dürften, egal ob nun Schnee und Eis die Fahrbahnen bedecken oder nicht. Der Einfachheit halber hätte man die Winterreifenpflicht ja ganz einfach mit der Umstellung auf Winter- und Sommerzeit verbinden können Das hätte sich doch jeder Führerscheinneuling merken können.
Aber das wäre für Deutschland viel zu einfach, es muss schon „situationsabhängig“ sein.

Dabei bezeichnet das Wort Situation laut Wikipedia «die "Lage", die Gebundenheit an Gegebenheiten oder Umstände, vor die jemand oder unter die ein Vorhaben oder eine Sache gestellt ist und die als konkrete Bedingungen die Möglichkeiten des Tuns oder Erleidens stellen und begrenzen, allgemein die Befindlichkeit in einer Umgebung, einem Zusammenhang oder einer Abhängigkeit».
Haben Sie das verstanden?
Wenn nein, dann sollten Sie sich ernsthaft bemühen dies zu tun, denn abhängig von einer solchen Situation müssen Sie zukünftig entscheiden ob Sie für eine andere Bereifung Ihres Fahrzeugs zu sorgen haben und darauf achten müssen, dass Ihnen das Wasser in der Scheibenwischanlage nicht gefriert.
In der zum Jahresende 2005 geplanten Neufassung der Straßenverkehrsordnung (STVO) soll es im Paragraphen 2 Absatz 3a zukünftig heißen: „Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwischanlage."

Wer also ab 1. Januar 2005 mit Sommerreifen und/oder eingefrorenem Wischwasser über winterliche Straße fährt, muss mit einem Bußgeld von 20 Euro rechnen. Wer darüber hinaus mit seinem Nobelhobel auch noch den Verkehr behindert, muss 40 Euro abdrücken.  

Aber noch ist die Gesetzesnovelle nicht rechtskräftig. Derzeit liegt sie noch beim Bundesrat und wartet auf ihre Verabschiedung. Aber die Mädels und Jungs haben ja auch schon die Biergartenverordnung und die Fahrerlaubnis für 17-Jährige durchgewunken, also machen Sie sich mal keine zu großen Hoffnungen, dass dieser Kelch am deutschen Autofahrer vorüber gehen wird. Denn die Vermeidung von eingefrorenem Wischwasser und die winterliche Bereifung sollen natürlich (was denken Sie denn) der Verkehrssicherheit dienen. Oder wussten Sie, dass laut www.pro-winterreifen.de 70% aller Autounfälle direkt oder indirekt mit dem Reifen und dem Fahrbahnbelag zu tun haben?
Und ich dachte immer es wäre primär die schlichte Existenz des Autos, dessen so häufig genannte „nicht angepasste Geschwindigkeit“ oder gar „Johnny Walker & Co.“ am Steuer.

Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen des Verkehrsministerium war zu hören, dass Wettersituationen derzeit nur sehr schwer juristisch eindeutig genau zu definieren sind.
So könne sich natürlich ein Fahrzeughalter beispielsweise fragen, was der Gesetzgeber unter einer angemessenen Bereifung verstehe und wie er sommerliche und winterliche Wetterverhältnisse definiere.
Jedoch werde das Versäumnis eines Autofahrers sein Fahrzeug entsprechend auszurüsten, natürlich dann eindeutig klar, wenn bereits ein Unfall passiert ist.

Ohne nun Jurist zu sein, aber so ungefähr habe ich mir das auch vorgestellt.
Ab 2007 soll diese Verordnung der Straßenverkehrsordnung auch auf andere Verkehrsteilnehmer und Fußgänger angewandt werden.
Dann wehe Ihnen, wenn Sie von den Überwachungsbehörden bei Temperaturen unter 4  Grad mit profillosen Schuhen auf der Straße angetroffen werden.
Und wenn dann auch noch Frostschutzmittel in der Blutbahn fehlt, dann kann das bei ganz hartnäckigen Zeitgenossen sogar Punkte in Flensburg geben.

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18.10.2005 um 05:45 Uhr

Delphi Orakel

Aus dem einst berühmten Orakel von Delphi ist nach wenigen tausend Jahren das „Gequakel von Delphi“ geworden.



Früher war Delphi der Nabel der (hellenistischen) Welt, heute ist Delphi am Arsch, denn am 8. Oktober 2005 hat das Unternehmen Gläubigerschutz unter dem amerikanischen Chapter 11 anmelden müssen.

Für Delphi-Chef Robert S. Miller eine gute Gelegenheit das einst so berühmte Orakel von Delphi zu reanimieren und den Arbeitnehmern kundzutun wie er sich die Sanierung des Unternehmens vorstellt.
Wer nun glaubt, dieses amerikanische Orakel wäre jetzt ebenso weise wie vor langer Zeit das hellenistische Orakel, der hat sich getäuscht, denn die Jahrtausende haben das amerikanische  Orakel vom Wissenstransfer weitgehendst ausgeklammert, was soviel heißen soll, dass das Medium Robert S. Miller seitdem nix dazu gelernt hat.

Wie anders könnte man sich das folgende Orakel zur Gesundung von Delphi erklären:

1. Delphi-Arbeitnehmer verzichten auf ZWEI Drittel ihres Lohnes
2. Delphi-Kunden verpflichten sich zur Abnahme von Produkten in Milliardenhöhe
3. Delphi-Manager verpissen sich mit zusätzlichen Abfindungen in Millionenhöhe

Im Gegenzug wäre dann das Medium Robert S. Miller bereit auf einen Teil seiner 1,5 Millionen Dollar Gage zu verzichten. Auf welchen Teil (den vor oder den nach dem Komma) hat das clevere Orakel nicht gesagt.

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17.10.2005 um 05:45 Uhr

Regieren macht klug

Wir sind durchs Regieren klüger geworden“ gab Frau Künast von den Grünen, ehemalige Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft dieser Tage dem Spiegel kund.
Man muss jetzt nicht unbedingt so ein Garstl sein, wie ich einer zu sein pflege, und dem solch flotte Sprüche auf die männlichen Weichteile gehen, um zu erwidern: „Schade, dass die Regierten davon nichts bemerkt haben“.

Natürlich sind am Ende immer alle gescheiter, aber eben immer erst am Ende, dann wenn das Kind längst im Brunnen ersoffen ist.  
Die Frau Künast tut sich leicht mit dieser Erkenntnis, denn sie hat um Entlassung aus dem Amt als Bundesministerin gebeten und am 12. Oktober vom Bundesköhler ihre Entlassungsurkunde erhalten. Es stimmt die Regierten nicht unbedingt froh, dass Bundesumweltminister Trittin, dessen Tage im Amt ja auch an den Fingern abzuzählen sind, nun mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt wurde.

Man muss jetzt die Frau Renate Künast nicht besonders mögen, um dem im Spiegel veröffentlichten Interview einige herbe Lacher abzugewinnen. Neben der lapidaren Erkenntnis der Frau Künast, dass „man aus Schaden klug wird“, auch wenn bei manchen Zeitgenossen leider der Schaden in einem extremen Missverhältnis zur gewonnenen Klugheit steht, ist mein persönlicher Favorit:
«Es blutet einem schon das Herz, wenn man sich dieses wochenlange Kandidaten-Mikado ansieht: Wer sich zuerst bewegt, verliert. Müntefering, Schröder, Merkel und Stoiber sind nicht gerade die "Fantastischen Vier". Das wirkt alles ziemlich uninspiriert.»

Recht hat sie, die Renate! Man fragt sich nur, wie sie es in einer Koalition mit solchen Erbsenzählern so lange ausgehalten hat.
Doch wenn man das siebenjährige Desaster der rot-grünen Politik als Betroffener über sich ergehen lassen musste, dann reiht sich der Machtwechsel nahtlos in das bisherige Gewürge, die Selbstbeweihräucherungen und die Pfauentänze unserer politischen Elite ein.

Und weil Regieren klug macht und man im Wein liegend die Wahrheit besser erkennen soll, möchte ich als Fachmann für diese Lebenslage die rot-grüne Regierung in etwa so beschreiben wollen:
Kräftig nur in der Farbe, im Aroma schal, etwas matt und verkorkelt, dafür im Abgang fülligherb mit einem gallig-bitteren Nachgeschmack.

Es wird sich binnen Jahresfrist weisen, ob es sich bei dem Verschnitt  „Schwarz-Rot“ um verstärkten Wein oder verstärktes Weinen handelt.
Mit dem Trinkspruch auf dieses Gesöff will ich daher noch etwas zuwarten.
Gut Ding braucht halt lang Weil.

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14.10.2005 um 05:45 Uhr

Expertenrat

Meist ist das Einholen von Expertenrat extremst teuer, denn guter Rat darf einfach nicht billig sein, sonst hätte der Beratene ja auch gleich selbst drauf kommen können und hätte gar keinen Berater gebraucht.
Deshalb muss man auch extremst misstrauisch werden, wenn ein Rat umsonst erteilt wird, weil das wird dann richtig teuer.

Umsonst und auch noch unaufgefordert hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), konkret dessen Chef Klaus Zimmermann, der „Großen Koalition“ zu einer Erhöhung der Mehrwertsteuer um mindestens 4% geraten.
Auf Maßnahmen der steuerlichen Gegenfinanzierung sollte dabei möglichst verzichtet werden.
Diesen Rat gab der Herr Zimmermann in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ den Regierungsparteien ganz umsonst und das wird teuer werden.
Teuer auf jeden Fall für alle Steuerpflichtigen, die ihre Mehrwertsteuerlast nicht mit der Vorsteuer verrechnen dürfen, also eigentlich alle Bürger, die nicht Unternehmer sind.

Als Gründe und eine der „schwierigsten Aufgaben der großen Koalition“ nannte der Herr Zimmermann:

a. die Erfüllung der Maastricht-Kriterien
b. mehr Investitionen für Bildung und Forschung
c. die Absenkung der Körperschaftssteuer

Zwar räumte der Herr Zimmermäääään ein, «dass eine solche Mehrwertsteueranhebung die Konjunktur kurzfristig negativ beeinflusse könnte. Mittel- und langfristig wäre dies aber eine "strukturell richtige und wichtige Entscheidung". Die Mehrwertsteuer habe deutlich geringere Nachteile als andere Steuerarten. So belaste sie etwa die Exporte nicht, erfasse aber die Importe.»

Das hat er sich aber geschickt ausgedacht der Herr Zimmermann, denn so werden die Profite der Exportweltmeister nicht belastet. Den durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer entstehenden Kaufkraftschwund und die Auswirkung auf den bereits am Boden liegende Binnenkonsum, der  noch weiter zurückgehen wird, nimmt er dabei natürlich billigend in Kauf.
Außerdem sprach der Herr Zimmermäääään dafür aus, auf allgemeine Steuersenkungen zu verzichten und statt dessen die Eigenheimzulage und die Pendlerpauschale zu streichen und die steuerfreien Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit abzuschaffen.

Jetzt fällt dem kritischen Leser natürlich sofort auf, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer mit gleichzeitiger Abschaffung der genannten Steuererleichterungen sicherlich keinen Unternehmer belasten wird, sondern zufälligerweise(!) die mobilen Arbeitnehmer, die sich nachts und an Sonn- und Feiertagen den Arsch aufreißen müssen um ihre Familien über die Runden zu bringen.

Und sollte der Leser nicht nur kritisch sondern auch aufmerksam sein (solche Leute soll es ja auch noch geben), dann kann er sich noch an den Artikel mit der Überschrift „DIW: Konsum bleibt Hemmschuh der Konjunktur“ in der FTD  vom 11. Juli 2005 erinnern. Damals war aus Sicht des DIW die anhaltende Konsumschwäche eine Bremse für die Konjunktur.

Jetzt muss man sich natürlich fragen was denn zwischen dem 11. Juli 2005 und dem 8. Oktober 2005 die Meinung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung so geändert hat.
Es werden doch hoffentlich, Gott sei dank, nicht die Neuwahlen und deren Ausgang gewesen sein?
Oder könnte es einfach nur sein, dass sich auch Berater irren – aber halt anders?

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13.10.2005 um 05:45 Uhr

Nationalelf

„Elf Freunde müsst ihr sein“ hat der Bundestrainer Seppl Herberger einst seinen Mannen bei der WM 1954 in der Schweiz mit auf’s Spielfeld gegeben. Und so wurde die bundesdeutsche Mannschaft mit den Spielern Toni Turek, Jupp Posipal, Werner Kohlmeyer, Horst Eckel, Werner Liebrich, Karl Mai, Helmut Rahn, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter, Hans Schäfer Fußball-Weltmeister.
Also alles Spieler mit Namen, die jeder Deutsche ohne sich die Zunge zu brechen aussprechen konnte. Gleiches gilt für die Rekordtorschützen der deutschen Nachkriegsnationalmannschaft Gerd Müller, Rudi Völler, Jürgen Klinsmann, Karl-Heinz Rummenigge, Uwe Seeler, Oliver Bierhoff, Ulf Kirsten, Fritz Walter und Klaus Fischer.

Seit damals sind nun mehr als 50 Jahre vergangen und in der aktuellen Mannschaft ist es bis auf Namen wie Omowoyela, Sinkiewicz, Borowski, Neuville und Kurányi bei der Aussprechlichkeit geblieben.

Doch jetzt fordert der Europaabgeordnete der Grünen, Cem Özdemir mehr türkischstämmige Spieler in der deutschen Nationalmannschaft.
In einem Interview, das er dem Spiegel am 9. Oktober 2005 nach dem mit 2:1 verlorenen Freundschaftsspiel gegen die Türkei gab meint er allen Ernstes: «Wenn das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht schon vor zehn Jahren geändert worden wäre, dann wäre die deutsche Mannschaft heute in Istanbul als Sieger vom Platz gegangen und Klinsmann hätte einige Sorgen weniger.»

Jetzt muss man nicht unbedingt ein Anhänger dieser angeblich für Männer wichtigsten Nebensächlichkeit der Welt sein und sich diesen Satz nochmals langsam auf der Zunge zergehen lassen, um die eigentliche „Message“ dieser Ungeheuerlichkeit zu verstehen.
Was der Herr Cem Özdemir uns damit sagen will, ist schlicht und einfach, dass Spieler mit deutscher Staatsangehörigkeit schlechter Fußball spielen, als Spieler mit türkischer Staatsangehörigkeit.
Und ich hatte bisher immer gedacht, das sei überwiegend eine Sache des Talentes.

Ganz vergessen hat der Abgeordnete Özdemir, den die Grünen als Vertreter deutscher Interessen ins Europaparlament geschickt haben, wohl auch, dass es nach dem Bosman-Urteil des Europäischen Gerichtshofes für deutschstämmige Spieler wegen des Überangebots ausländischer Spieler sehr schwer wurde, sich die für die Nationalmannschaft notwendige Spielpraxis zu verschaffen. So gab es schon mehrfach die paradoxe Situation, dass Spieler in der Nationalmannschaft spielten, die in ihren Vereinen keinen sicheren Stammplatz hatten. Inzwischen darf ein Bundesliga-Verein beliebig viele Ausländer aus Europa (EU und nicht-EU) einsetzen, aus nichteuropäischen Verbänden höchstens fünf. Vielfach wird diese Regelung umgangen, indem man dem ausländischen Spieler die deutsche Staatsangehörigkeit verschafft. In der Nationalmannschaft spielen etliche Spieler, die nichtdeutscher Herkunft sind, insofern müßte man von einer deutschen Staatsmannschaft sprechen; das Wort Nationalmannschaft ist insofern verfehlt - aber das gilt auch für andere europäische Mannschaften. Es ist also durchaus möglich, dass eine Mannschaft nur noch aus Spielern besteht, die nicht für die deutsche Nationalmannschaft spielberechtigt sind. Meistens stehen an einem Bundesliga-Spieltag mehr Ausländer als Deutsche in den Startformationen. ©www.wikipedia.de

Nun ist das ja fast wie im echten Leben, aber dennoch sollte man grundsätzlich Politik nicht mit Sport, auch nicht mit nationalem Sport, vermischen, denn das gibt nur Ärger. Man muss auch nicht jeden Ausländer eindeutschen, nur um im internationalen Fußball eine Rolle zu spielen, denn noch hat die Staatsangehörigkeit eine etwas andere Bedeutung als die Spielberechtigung für einen Verein, dessen aktive Mitglieder mit den Füßen nach einer mit Kuhleder bezogenen Schweinsblase treten.
Zumindest diesen (kleinen) Unterschied sollte auch ein Abgeordneter des Europäischen Parlaments kennen.
Und wenn er sich dazu noch nicht einmal mit der ordnungsgemäßen Verwendung von dienstlichen Bonusmeilen und zinsgünstigen Privatdarlehen auskennt, dann sollte ein solcher Abgeordneter, der einst im Deutschen Reichstag saß, lieber in Sachen Nationalsport die Klappe halten.

Und die Grünen sollten sich vielleicht mal überlegen, wie lange sie solche Spieler mit derartigen Nehmerqualitäten noch in ihrem Verein und als Vertreter deutscher Interessen im Europaparlament lassen wollen.
Besonders jetzt, wo es ja auch national nicht unbedingt zum Besten steht und sich Spielführer Joschka schmollend in den vorgezogenen Ruhestand verabschiedet.

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12.10.2005 um 05:45 Uhr

BfA - nimmer da

Dass die Finanzsituation der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte nicht besonders rosig ist, weiß ja jeder in dieser Organisation Zwangsversicherte spätestens bei Erhalt seines (vorläufigen) Rentenbescheids.
Wer sich von den Beitragszahlern nun Gedanken um die zukünftige Finanzierung seines Ruhestandes macht und einen zweiten Blick auf die Finanzlage der BfA riskiert, könnte die Situation als „chronisch klamm“ interpretieren und fast automatisch beginnen sich die Gedanken in Sorgen zu transformieren.
Dies löst in der Regel beim Normalbürger einen erhöhten Informationsbedarf aus, hat er doch in der Schule gelernt, dass „die BfA ein Dienstleister im Bereich der sozialen Sicherheit ist. Als Rentenversicherungsträger der Angestellten ist sie seit 1913 direkter Partner von derzeit rund 30 Millionen Versicherten und Rentnern sowie 1,5 Millionen Arbeitgebern. Hauptaufgabe ist die Berechnung und Zahlung von Renten und die Durchführung von Leistungen zur Rehabilitation. Daneben betreut sie die Versicherten in sämtlichen Themen zur gesetzlichen Rentenversicherung“.

Nicht nur um altes Schulwissen aufzufrischen „surft, segelt und treibt“ sich auch der ältere Mitbürger ab und an gerne im Internet herum und ergoogelt sich die eine oder andere Neuerung unserer Gesellschaft. Zu diesem Zwecke klickte sich der Versicherte erst neulich auf die Webseite der BfA unter www.bfa.de und erschrak sich fast zu Tode, denn die BfA scheint nicht nur „chronisch klamm“ zu sein, sondern sie hat sich auch noch klamm und heimlich aus dem Staub gemacht.

Nicht „Bundesversicherungsanstalt für Angestellte“ oder „Basler Freizeit Aktion“ oder „Brot für Alle“ steht da auf der Website, sondern „Deutsche Rentenversicherung Bund“ und der Besucher erfährt, dass «die nicht mehr zeitgemäße Unterscheidung zwischen Arbeitern und Angestellten durch Beschluss des Bundestages abgeschafft wurde und die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), die 22 Landesversicherungsanstalten (LVA), die Seekasse, die Bundesknappschaft und die Bahnversicherungsanstalt (BVA) nun  gemeinsam unter dem Namen „Deutsche Rentenversicherung“ auftreten.»

„Ahhaaaaa“ schießt dem geplagten Bürger durch den Kopf und er befürchtet (vermutlich zu Recht und aus der Erfahrung der letzten Jahre) erst mal Böses, denn zum Vorteil der Zwangsversicherten in den Sozialkassen und der steuerpflichtigen Bürger gab es bisher wenig Erwähnenswertes, das sich nicht mit „man merkt die Absicht und ist verstimmt“ beschreiben ließe.
Jetzt sieht es also so aus, dass die Angestellten, die Arbeiter, die Seeleute, die Bergleute und die Bediensteten des bundesdeutschen Schienentransportwesens unter dem Berufsbild  „Arbeitssklaven und Leibeigene“ unter die Zwangsverwaltung der „Deutsche Rentenversicherung Bund“ bunt gewürfelt wurden um daraus einen schönen Einheitsbrei zu machen, nach dem Motto „gleiches Recht für alle und für alle weniger“.
Offiziell soll sich ja für das versicherte Individuum ja nichts ändern!
Aber das Individuum hat da so seine Erfahrungen!!
Denn der Zusammenschluss ist (laut Webseite) "Teil einer komplexen Organisationsreform" und mit Reformen hat der arbeitende Bürger seit der Reform des Arbeitsmarktes ja so seine schlimmsten Befürchtungen am eigenen Leib bestätigt bekommen.

Und wenn man sich die Webseite dieser, nach der Bundesagentur für Arbeit weiteren per Bundestagsbeschluss angerichteten Monsterbehörde ansieht, erahnt man Schlimmes, denn die
offizielle Domain lautet: www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/.
Man muss das laut aussprechen um in den Genuss der „Message“ dieses „Rechtsnachfolgers(?)“ der BfA zu kommen:
„Weh weh weh punkt Deutsche minus Rentenversicherung minus Bund Punkt Dee Eeh“

Das hört sich so doch schon fast wie eine Drohung an.
Was war noch mal die Hauptaufgabe der durch Bundestagsbeschluss aufgelösten BfA?
War das nicht die Berechnung und Zahlung von Renten für Versicherte am Ende ihrer aktiven Laufbahn als Wirtschaftssklave?
Steht denn den Kunden der ehemaligen BfA bei derartig gravierenden Veränderungen durch Zusammenschluss, Fusion und/oder Übernahme mit bzw. von ehemaligen Mitbewerber zur Bildung eines marktbeherrschenden Unternehmens kein außerordentliches Kündigungsrecht zu?
Oder hat dies der Bundestag (in weiser Voraussicht) vergessen zu beschließen?
Und ob die Bundestagsabgeordneten bei ihrer Entscheidung die Zusammenschlusskontrolle nach der Vorschriften der Europäischen Fusionskontrollverordnung (FKVO) Nr. 139/2004 vom 1. Mai 2004 berücksichtigt haben – daran wollen wir doch alle erst mal gar nicht denken.

Oder haben die Abgeordneten vielleicht gar nicht gewusst, dass «der Zusammenschluss nicht vollzogen werden darf, solange er von der Kommission nicht freigegeben worden ist. Die Freigabe wird auch nach europäischem Recht nicht erteilt, wenn durch den Zusammenschluss eine marktbeherrschende Stellung begründet oder verstärkt wird. Für einen Zusammenschluss, der der europäischen Fusionskontrolle unterliegt, findet eine mitgliedstaatliche Fusionskontrolle grundsätzlich nicht mehr statt. Doch es besteht laut Art. 9 FKVO ein Mitteilungsrecht der Mitgliedstaaten, die Kommission zu unterrichten, wenn in diesem Land die Entstehung oder Verstärkung einer beherrschenden Stellung durch einen Zusammenschluss droht ("deutsche Klausel").»

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11.10.2005 um 05:45 Uhr

Spitzenspitzel

Wenn der Superwolli es in der ihm noch verbleibenden Amtszeit noch schaffen sollte seine Pläne zur Eindämmung von Leistungsmissbrauch durch ALGII-Bezieher umzusetzen, dann wird es noch lustiger werden in dieser schwarz-rot-senf-farbigen Republik, als es ohnehin heute schon ist.

Denn Superwolli will durch verstärkte Kontrollen feststellen lassen ob:
  1. junge Arbeitslose nur aus dem Elternhaus ausziehen um mehr Sozialleistungen zu erhalten.
  2. Leistungsbezieher in eheähnlichen Verhältnissen wohnen und daher von ihrem Partner unterstützt werden müssten.
  3. Langzeitarbeitlose über heimliche Zinserträge oder gar Konten im Ausland verfügen.
  4. die Einkommen selbstständiger ALGII bewusst niedrig gerechnet wurden, um als hilfebedürftig zu gelten.
Um zukünftig die zur Vermeidung von Leistungsmissbrauch notwendigen Kontrollen durchführen zu können, sollen die Arbeitsagenturen personell so ausgestattet werden, dass sie auch überraschende Hausbesuche und Telefonaktionen durchführen können.
Wenn also zukünftig der „Hartz-Mann“ vom Ministerium für „Guck und Horch“ an Haustür oder Telefon klingelt, dann heißt es aufgepasst für die Langzeitarbeitlosen und Sozialschmarotzer.
Wer dann keine Umzugsgenehmigungsbewilligung oder gar einen Wohnraumbewilligungsnachweis der Agentur für Arbeit nachweisen kann, muss mit der unverzüglichen Zwangsräumung der Wohnung und Rückführung in die elterlichen Wohnräume rechnen.

Schlecht sieht es zukünftig auch für Sozialschmarotzer aus, die gelegentlich aus hormonellen Gründen in fremden Betten nächtigen oder dort ihren Rausch ausschlafen und sich nach einem One-Night-Stand plötzlich mit lebenslangen Unterhaltszahlung für eine Person konfrontiert sehen, von der sie nicht viel mehr wissen als den Vornamen.
Wenn erst die Bundesagenturen über genügend Mitarbeiter verfügen, könnten die mit den Ermittlungsarbeiten bereits am Abend in der Kneipe oder Disco beginnen um die Leistungsbetrüger auf frischer Tat zu erwischen. Achten Sie also zukünftig darauf, ob sie beim Abschleppen ihres Quickie-Partners von Personen beobachtet werden, die Ihre Kopulationsabsicht amtlicherseits gegen Sie verwenden könnten.

Auch wer sich am abendlichen Kamin mit einem Glas Champagner in der Hand mit der Lektüre der Kontoauszüge seiner Auslandkonten ergötzen möchte, sollte vorher die Sicherheitskette vorlegen, die Wohnungstüre verbarrikadieren und die Rollläden herunterlassen, denn es steht zu befürchten, dass die im ministeriellen Auftrag handelnden Kontrolleure vom Amt sich auch durch den Artikel 13 des Grundgesetzes nicht aufhalten lassen werden.

Selbst bei selbstständigen ALGII-Proviteuren will der Superwolli nachfassen und die Einkommen, die angeblich kein Auskommen ermöglichen, überprüfen lassen. Um allerdings zu verhindern, dass sich die Selbstständigen in der Rechtsform von ALGII das Einkommen bewusst niedrig rechnen, müsste Superwolli wohl die meisten steuerlichen Ausnahmetatbestände abschaffen und eine Einheitssteuer wie in der Ukraine, Russland, der Slowakei, Estland, Litauen, Lettland, Rumänien, Serbien und Georgien einführen. Was das für „furchtbare“ Auswirkungen haben könnte, kann man in der FAZ  vom 26. Januar 2005 nachlesen.

Unbestätigt sind bisher noch Berichte geblieben, dass sich der Superwolli von den Überwachungsaktionen einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung und eine gravierende  Senkung der Arbeitslosenzahlen erwartet, auch wenn er in dem Interview, das er der Berliner Zeitung gab irgendwas was 10% erwähnte. Ich meine, dass diese Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt wohl nicht durch die Aufdeckung von Missbrauch erfolgen werden, sondern wohl eher durch die Vielzahl neuer Spitzel, die zur Überwachung der Sozialschmarotzer angeheuert werden müssen. Wir können darauf warten, bis die Arbeitsagenturen mit der Rekrutierung der IM (IM Auftrag des Ministeriums für Guck und Horch) beginnen und entsprechende Umschulungsprogramme und Qualifizierungsmaßnahmen zum Spitzenspitzel angeboten werden.

Falco hat damals recht gehabt, als er sang:  
„Dreh dich nicht um,
schau, schau, der Clement der geht um um um!
Wenn er dich anspricht und du weißt warum,
Sag ihm dein Leb’n" bringt dich um"

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10.10.2005 um 05:45 Uhr

Nachwuchstalent

Wer bei der Lektüre der Meldung, dass sich Bundesinnenminister Otto Schily über Familienzuwachs im Bundestag freut, daran denkt dass der Innenschily eine paarungswillige Angestellte oder gar eine Fraktionskollegin befruchtet hätte, liegt leider falsch.
Der Mann ist schließlich schon 73 Jahre alt und die meiste Zeit seiner letzten irdischen Tage nicht mehr hinter Frauen mit hochgehobenen Röcken her, sondern hinter vermummelten Muslimen.

Der FAZ Sonntagszeitung hat der Innenschily den Grund seiner Freude mitgeteilt, denn sein jüngerer Bruder wird als Abgeordneter der FDP ins Parlament einziehen.  

„Mit 67 Jahren ist der Konrad ein Nachwuchstalent, das sein politisches Leben ja noch vor sich hat“, betonte der um sechs Jahre ältere Innenminister und führte damit die ganze Panikmache mit der Überalterung absurdum.
Denn Wirtschaftswissenschaftlern wird dieser Prozess als "gefährlich für eine Gesellschaft" bezeichnet, da der immer geringer werdende Anteil der Erwerbstätigen immer mehr Alte direkt oder indirekt versorgen muss.

Hieß es früher vor den Wahlen zum Europaparlament noch „Hast du einen Opa, dann schick ihn nach Europa“, so erfolgt zwischenzeitlich auch die Zuführung von Abgeordneten zum Deutschen Bundestag, mit der Absicht sich automatisch für den Ältestenrat qualifizieren zu wollen. Cascus cascam ducit
Und über die Sache mit der zunehmenden Vergreisung unserer Gesellschaft wollen wir erst mal gar nicht reden.
Aber das könnte auch nur ein Problem der unteren Bevölkerungsschichten zu sein.
Wie gesagt – es könnte.

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07.10.2005 um 05:45 Uhr

Gerüchteküche

„Wer wird was?“ beschäftigt heute die Medien stärker als „Who is who?“ oder „Was bin ich?“.
Der Spiegel macht sich sogar die Mühe die Gerüchte des Tages in chronologischer Reihenfolge minutiös aufzuzeigen, als hätte dieser Schwachsinn einen informativer Nährwert größer Null.

Längst ist offensichtlich, dass das Postengeschacher der Parteien und die Befindlichkeiten der Politiker nichts mehr mit den brennenden Problemen dieses Landes zu tun hat. Ist es noch wichtig, ob die Kanzlerin Merkel heißt und die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte erhöht wird, wenn ab Januar 2006 der Gaspreis um 10 Prozent steigt und der Liter Benzin mehr kosten wird als ein Liter südeuropäischer Rotwein.
Auch interessiert es doch niemand mehr wirklich, was der amtierende Bundeskaper noch alles tun würde, wenn er denn nun nochmals die Möglichkeit hätte weitere vier Jahre seine Sprüche zu klopfen und den Leuten frech ins Gesicht zu lügen.

Daher ist die 6:00 Uhr Meldung, „Schröder als Vizekanzler?“ sicher nur für den Herrn Schröder interessant, den Rest der Bevölkerung kostet dies nur ein „müdes Arschrunzeln“.
Gegen 17:19 Uhr meldet der Tagesspiegel dann auch folgerichtig, „Schröder will nicht Vizekanzler werden“ und zitiert des Nochbundeskasper mit den Worten: "Da gibt es welche, die wollen mich als Vizekanzler - vielleicht demnächst auch noch als Staatssekretär!".
Nun weiß ich ja natürlich nicht, ob jemand den Schröder überhaupt als Staatssekretär will, aber ich bin mir sicher, dass mir auf Anhieb einige Bürger einfallen, die diesen Herrn am liebsten von hinten sehen würden und das ASAP – as soon as possible.

Zum späten Frühstück gegen 8:45 Uhr meldet der Bayerische Rundfunk, dass eine „rasche Entscheidung der Kanzlerfrage“ zugunsten von Angie „Missgriff“ Merkel anstehe. Dass im Gegenzug der SPD-Genosse Vater Abraham Thierse im Amt des Bundestagspräsidenten verweilen darf, wird zu diesem Zeitpunkt noch dementiert, denn das sähe doch zu sehr nach Postengeschacher aus.
Kurz nach dem Mittagschläfchen dann um 13:39 Uhr das Dementi, denn Angie Merkel teilt dem Präsidium mit, dass „die CDU auf das Amt des Bundestagspräsidenten besteht“ und schickt damit den Vater Abraham Thierse wieder in Richtung Schlumpfhausen.
 
Gegen 9:44 Uhr beginnt sich dann das Ministerpostenkarussell zu drehen, denn die „CSU-Spitze ist skeptisch bei Stoiber als Finanzminister“. Bevor beim Leser Freude darüber aufkommen kann, dass man in der CSU-Spitze endlich das Peter-Prinzip verstanden hat, erfährt man zur allgemeinen Erheiterung, dass (wörtlich), „man sich einig sei, dass Stoiber in einer Großen Koalition ein Ressort übernehmen müsse, in dem er etwas für Bayern bewegen könne. Wenn das Außenministerium zur Debatte stünde, würde niemand zögern“.
Erst war ich versucht, das als lokalpatriotischen Größenwahn abzutun, doch dann kam mir der Gedanke, dass es sich um einen Versuch handeln könnte, den Edmund Stoiber möglichst weit von Bayern zu entfernen. So eine Art verdeckter Politmüllexport ohne Recyclingsabsicht.

Dann um 11:34 Uhr kommt von dpa die Bestätigung über den Ticker "Stoiber wird nicht Finanzminister". Allerdings mit dem Zusatz, dass für Stoiber nach wie vor ein Ressort für Wirtschaft, Infrastruktur und Verkehr in Frage käme, was also so eine Art Mix aus Superwolli und Verkehrsmanfred wäre und bei mir den Verdacht mit dem Peter-Prinzip wieder aufkeimen lässt.

Kurz vor der Mittagspause um 11:46 Uhr kam dann der Lacher des Tages: „Eichels Zukunft ungewiss“ und mit einer gewissen Häme im Ranzen (schwäbisches Körperteil zwischen Halsansatz und Lendenbereich) ergab ich mich der Völlerei in der besten Kantine der Welt, wohlwissend dass auch in dieser Phase meines Arbeitstages der Finanzhans über den zu versteuernden geldwerten Vorteil mit von meinem Tellerchen aß.  

Um 15:36 Uhr war dann die Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (das ist die, die ihr Herz für verarmte Familien in Körbchengröße Doppel-D bis E zwängen muss und immer so traurig guckt, wenn sie den Armutsbericht der Nation vorstellt) plötzlich in einer großen Koalition  „unverzichtbar für die SPD“.
Dabei hat man doch in den letzten Jahren von der Familenrenate so gut wie nichts bemerkt

Die Rheinische Post meldete dann um 16:47 Uhr, dass der bisherige Chef des Kanzleramtes Frank-Walter Steinmeier „Forschungsminister“ werden soll.
Diese Meldung kann man wohl durchaus so interpretieren, dass sich die Mannen aus des Bundeskaspers Dunstkreis nach neuen Wirkungskreisen umzusehen scheinen. Die Qualifikation des Herrn Steinmeier als „Minister für Forschung“ wollen wie lieber nicht hinterfragen. Wäre ja auch irgendwie ungerecht, denn bei Hans Eichel, Ulla Schmidt und Manfred Stolpe hat sich ja auch niemand dafür interessiert welche Ansammlung von geballtem Know-How damals ins Amt drängte.

Außerdem war am heutigen Tage noch zu erfahren, dass sich SPD und Union darüber einig sein sollen, „dass es eine große Koalition über vier Jahre und eine Koalition auf gleicher Augenhöhe geben solle“.

Na dann man tau!
Sollen sich doch die Jungs und Mädels mal vier Jahre lang in die Augen schauen, ohne dass es auf diesem niedrigen Niveau zu Nackenkrämpfen, Rückenschmerzen und chronischen Haltungsschäden kommt.

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06.10.2005 um 05:45 Uhr

Kopulationsverhandlungen

Kaum dreht man diesem Land für einige Tage aus beruflichen Gründen den Rücken, weil man glaubt, dass nach den vom Kanzler so vehement geforderten Neuwahlen zur Ordnung der politischen Kräfte in diesem Land endlich der Aufschwung durch die Arbeitsagenturen und Staatskassen der geplagten Republik rasen wird, lässt sich nun feststellen, dass man jede Tageszeitung schon kurz nach dem Genuss der Titelzeile zur Brechtüte formen müsste.
 
Da hat der Bürger souverän gewählt und sich für ein Patt entschieden und kaum war dies durch Hochrechnen bekannt geworden, da standen die Sieger auch schon fest. Jeder war größer, besser, schöner, stärker oder einfach nur dicker als der andere und wollte Kanzler sein. Sogar der Kanzler, dem jedes Mittel recht und kein Argument zu seicht war um sich das verlorene Vertrauen zu erschleichen, war Sieger, obschon ihm nach der Wahl noch weniger Vertrauen entgegenschlug, als vor der Wahl. Und die Herausforderin obsiegte gar, weil sie weniger Stimmen verlor, als man von ihr erwartet hatte. Kranke Logik, aus kranken Hirnen entsprungen.
Dann wurde unter den verschiedenen Siegern diskutiert, wer mit wem kopulieren und wer oben liegen darf oder unten liegen sollte. Vom dreifach eingesprungenen Rittberger bis zum mehrfarbigen Gangbang war im Spiel der Machtgeilen um die Macht alles dabei.

Jetzt soll nach Zeitungsberichten bereits wieder über Neuwahlen nachgedacht werden, weil man sich nicht einigen kann, wer mit wem ins Bett gehen darf und wem wann das Recht auf eigene Migräne zugestanden wird.
 
Nicht nur um Spitzenpositionen wird gestritten, gekämpft und taktiert. Auch die kleinen Abgeordneten auf den hinteren Sitzen des Bundestages haben so ihre Problemchen wieder ein warmes Plätzchen im hohen Hause zu finden. Besonders böse erwischt haben soll es einen 54-jährigen Abgeordneten mit dem Namen Cajus Julius Caesar (der arme Kerl heißt wirklich so), der jetzt wohl seinen Job verlieren wird. „Was der im Moment durchmacht, das wünscht man niemandem", schreibt der Spiegel dazu. Na, dann soll er doch mal einfach mit einem 54-jährigen Arbeitslosen tauschen, der sich mit ALG II bis zur Rente in die Alterarmut retten muss. Mir kommen fast die Tränen, wenn ich solche Stories lese.

Nach den letzten Meldungen der Medien soll es nun alsbald zu einem flotten Vierer kommen, mit Schröder und Müntefering auf der einen Seite und Merkel und „ihr Schatten“ Stoiber auf der anderen Seite. Man darf gespannt sein, wie sich das Ergebnis dieses Geschachers gestaltet, haben sich doch die Beteiligten noch vor wenigen Tagen der gegenseitigen Lüge, der fortgesetzten Kompetenzlosigkeit und Unfähigkeit, der Volksverdummung in besonders schweren Fällen und sonstiger Nettigkeiten bezichtigt.

Aber lieb Vaterland, du kannst ruhig sein – Pack schlägt sich und Pack verträgt sich.
Irgendwie wird man sich schon auf tiefstem Niveau einigen, ob nun in dieser Seifenoper ein Teilzeitkanzler, ein Ost-West-Kanzler, ein Tandemkanzler oder ein Frühstückskanzler gezeugt wird. Es wird im Ergebnis immer eine steißlagige Zangengeburt bleiben.
Egal wie auch immer die Kopulation über die Bühne gehen wird, eine Regel im ältesten Gewerbe der Welt sollten die Partner unbedingt einhalten: „Den Hurenlohn sollte man vorher vereinbaren und bezahlen, denn wenn nach dem Höhepunkt die Geilheit der Kopulanten verfliegt, schlägt sich das meist in einer abrupt geänderten Zahlungsbereitschaft nieder.“

Sicher dürfen wir aber davon ausgehen, dass diese Kopulation nicht zu einer Befruchtung dieser Republik führen wird. Warum auch, haben doch die Roten sieben Jahre lang bewiesen, dass sie es auch nicht besser können, als die Schwarzen in den sechzehn Jahren vor ihnen.
Was also sollte sich ändern, wenn sich derartige Versager verbünden?
Da spielt es letztendlich auch keine Rolle mehr, welcher Hampelmann den Vorturner macht.

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