
Kennen Sie den Unterschied zwischen Lohn und Subvention?
Falls nein, sind Sie selber schuld daran, dass es ihnen so geht wie es
Ihnen geht, denn egal wie es Ihnen geht, mit Subventionen würde es
Ihnen besser gehen.
Vorausgesetzt Sie gehörten zu den Subventionsempfängern.
Aber dann hätten Sie die eingangs gestellte Frage auch mit „Ja“ beantworten müssen, denn:
«
Subventionen sind finanzielle
Leistungen aus öffentlichen Mitteln, die von staatlichen Institutionen
ohne unmittelbare Gegenleistung an private Haushalte oder private
Unternehmen geleistet werden.
Der Begriff Lohn dagegen bezeichnet
das Ergebnis für eine Mühe, entweder materiell als Entgelt für
verrichtete Arbeit oder immaterial für ein Handeln oder eine
Einstellung.»
Soll ich Ihnen jetzt etwas Gelegenheit geben darüber nachzudenken was
Sie in Ihrem bisherigen irdischen Leben als Lohnempfänger falsch
gemacht haben?
Sie hätten sich nur die Mühe machen müssen, die Antragsformulare für
die Subventionen auszufüllen, statt zu arbeiten um im Ergebnis besser
dazustehen. Notfalls hätten Sie das auch Ihren Berater machen lassen
können. So einfach wäre das gewesen!
Aber jetzt nicht mehr!
Jetzt sollen die Subventionen abgebaut werden. Sie brauchen jetzt gar
nicht zu lachen. Das sagen unsere neuen Parteien des Volkes in trauter
Einigkeit, nachdem sie jahrzehntelang in trauter Einigkeit Subventionen
für „Nix und wieder nix“ verteilt haben. Mit mehr als eintausend
Subventionsprogrammen auf EU-, Bundes-, und Länderebene blieb kein
Subventionswunsch unerfüllt. Egal ob betriebliche
Nachfolgeregelung, Existenzgründung, Forschung und Entwicklung,
Markterschließung, Technologie, Auslandsinvestitionen, Umwelt und
Arbeitsplätze, fast alles bis zur Beratung zur Beratung für
Subventionen wird subventioniert.
Die
Subventionen aus
Beihilfen und Steuererleichterungen summierten sich zu einem Volumen
von 156 Mrd. Euro im Jahr 2001. Das sind circa 7,5 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts und etwa 35 Prozent des Steueraufkommens. Weitaus
wichtiger als die Steuervergünstigungen (40 Mrd. Euro) sind dabei die
Finanzhilfen (116 Mrd. Euro).
Rein rechnerisch hätte also jeder Bundesbürger im Jahre 2001 so um die
1.890 Euro erhalten müssen. Ich vermute aber mal, dass dieses Geld auch
auf Ihrem Bankkonto nicht angekommen ist.
Würde man statt dessen die Subventionen ganz streichen, weil der Papa
Staat ja sparen muss und chronisch klamm ist, so könnten die
Steuersätze für Einkommen- und Lohnsteuer um fast zwei Drittel gesenkt
werden. Experten haben ausgerechnet (ausgerechnet Experten!), dass der
Eingangssteuersatz inklusive Solidaritätszuschlag von 21% auf 7,7% und
der Spitzensteuersatz von 51,2% auf 18,8% hätte gesenkt werden können.
Na das wäre doch mal was!
Doch bevor Sie sich zu früh freuen, sollten Sie wissen, dass der Kreis
der von Subventionen Begünstigten äußerst eng ist. Aus gut
informierten Kreisen ist dazu zu hören, dass es sich meistens um
Gruppierungen handelt, die über gut organisierte Interessenvertretungen
verfügen und sich durch aktive Lobbyarbeit, Gehirnwäsche und
Bereitstellung gut bezahlter Beraterjobs für Entscheidungsträger,
erfolgreich gegen einen Abbau der Vergünstigungen wehren.
Sehr beliebt bei den Subventionsbegünstigten und ihren Helferlein ist bei der Verteidigung der
stattlichen staatlichen Beihilfen der Hinweis, dass der unterstützte
Bereich für die wirtschaftliche Zukunft der Republik von grundlegender
Bedeutung sei und ohne ihn der Abbau von Arbeitsplätzen drohe.

Dabei wird natürlich liebend gerne verschwiegen, dass der Steuerzahler
erst mal die Mittel für die Beihilfen und Vergünstigungen über Steuern
und Abgaben auf das
Ergebnis für Mühe (Lohn) aufbringen muss, bevor
dann ein kleiner Kreis Begünstigter Leistungen
ohne unmittelbare
Gegenleistung (Subventionen) nach dem Windhund-, Gießkannen- oder
Rasenmäherprinzip erhält.
Über drei viertel des Subventionskuchens teilen sich übrigens die Sektoren Bergbau, Landwirtschaft, Verkehr und Wohnungsbau.
Nun ist ja der schrumpfende Bergbau unbestritten eine der tragenden
Wirtschaftsäulen unserer Hochtechnologiegesellschaft und mit rund
450.000 Arbeitnehmern ist die Land- und Forstwirtschaft einer der
wichtigsten Arbeitgeber für hochqualifizierte Arbeitskräfte des
Exportweltmeisters Deutschland, während im Wohnungsbau überwiegend
ausländische Billiglöhner und Schwarzarbeiter beschäftigt werden. :-)
Zum Bereich Verkehr sage ich – angesichts der Diskussion über die
PKW-Maut und die Besteuerung des gewerblichen Sexualverkehrs - jetzt
mal lieber nix.
Aber wie gesagt, ab jetzt werden die Subventionen abgebaut.
Wenn man den Medien glauben darf, so beabsichtigen die
Regierungsparteien zur Sanierung des Bundeshaushalts die
Pendlerpauschale zu kürzen und die Eigenheimpauschale zu streichen, was
sicher an den schlecht organisierten Interessenvertretungen dieser
Bereiche liegt. Oder nur daran, dass sich Berufspendler und
Häuslesbauer gar keine Lobbyisten in der Bundeshauptstadt leisten
können.
Eigentlich ein Scheißspiel, aber dennoch ist die Bundesregierung
verpflichtet im Abstand von zwei Jahren darüber dem Bundestag zu
berichten.
Wenn Sie Zeit haben und wissen wollen, wer die Lobbyisten in Berlin am besten bezahlt, dann schauen Sie doch einfach in diesem
Bericht mit 268 Seiten nach.
In der Zusammenfassung dieser Drucksache 15/1635 heißt es auf auf Seite 7:
Die
deutsche Finanzpolitik steht vor der schwierigen Aufgabe, die
öffentlichen Haushalte zu konsolidieren und zugleich ihren Beitrag für
dauerhaftes Wachstum, hohe Beschäftigung,
Generationengerechtigkeit
und nachhaltige Entwicklung zu leisten. Ein zentrales Element einer
solchen nachhaltigen Finanzpolitik ist der Subventionsabbau. Zum einen
lassen sich durch den Abbau von Subventionen erhebliche
Konsolidierungsbeiträge erzielen: Für alle staatlichen Ebenen belief
sich das Subventionsvolumen im Jahre 2003 auf rd. 59 Mrd. €.
Zum
anderen aber hat sich in Deutschland über die Jahre eine
Subventionsvielfalt entwickelt, die in ihren Auswirkungen immer
unüberschaubarer geworden ist und dringend zurückgeschnitten werden
muss.
Über die Zahlen kann man sich zwar streiten, aber ich denke mal, dass
die meisten Bürger dieser Republik den letzten Satz mit heftigem
Kopfnicken bestätigen würden, denn eine Politik, die in größerem Umfang
mit Subventionen in den Markt eingreift, wird als Subventionismus
bezeichnet.
In den Anlagen zu diesem Bericht sind ab Seite 55(!) alle staatlichen
Vergünstigungen penibel aufgeführt, darunter so lustige Sachen wie:
- Zuwendungen für Umstellungshilfen an jüngere Landwirte bei der Umschulung und die Förderung von Landarbeiterwohnungen
- Abwicklung des Sondervermögens „Ausgleichsfonds zur Sicherung des Steinkohleneinsatzes“
- Zuschüsse für den Absatz deutscher Steinkohle zur Verstromung,
zum Absatz an die Stahlindustrie sowie zum Ausgleich von Belastungen
infolge von Kapazitätsanpassungen
- Finanzierungshilfen für den Absatz von zivilen Flugzeugen inklusive Triebwerke
- Förderung des Absatzes ostdeutscher Produkte
- Hilfsfonds für durch kriminelle Machenschaften unschuldig in Not geratene Handwerker und Kleinunternehmer
- Maßnahmen der Wohnungsfürsorge für Angehörige der Bundeswehr, der
Verwaltung des Bundes, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sowie
für Angestellte der Bundestagsfraktionen und Bundestagsabgeordneten
- Maßnahmen der Wohnungsfürsorge in Berlin und Bonn aus Anlass der Verlagerung von Parlament und Regierungsfunktionen nach Berlin
- Tschernobyl – Erfüllung von Ausgleichsansprüchen nach § 38 Abs. 2
Atomgesetz infolge des Reaktorunfalls von Tschernobyl
(Wildbret-Empfehlung)
- Steuerbefreiung für Viehversicherungen, bei denen die Versicherungssumme 4 000 € nicht übersteigt
- Gewährung von Bergmannsprämien an alle Arbeitnehmer im Bergbau,
die unter Tage beschäftigt werden, aus Mitteln des Lohnsteueraufkommens
ab April 1980 (5 € für jede unter Tage verfahrene volle Schicht)
- Ermäßigung der Gewerbeertragsteuer für Hausgewerbetreibende (im Sinne des Heimarbeitsgesetzes vom 14. März 1951) auf 2,5 v. H.
- Befreiung für Tabakwaren, die der Hersteller an seine Arbeitnehmer als Deputate ohne Entgelt abgibt
- Staffelung der Biersteuersätze nach der Höhe des Bierausstoßes (Mengenstaffel)
- Befreiung für Haustrunk, den der Hersteller an seine Arbeitnehmer als Deputat ohne Entgelt abgibt
- Nichterhebung der Steuer für überzählige Kraftfahrzeuganhänger (auf Antrag)
- Ermäßigter Steuersatz für die Umsätze aus der Tätigkeit als
Zahntechniker sowie für die Lieferungen und Wiederherstellungen von
Zahnprothesen und kieferorthopädischen Apparaten durch Zahnärzte
- Befreiung der Schaustellerzugmaschinen und bestimmter Wohn- und Packwagen im Gewerbe nach Schaustellerart
- Steuerbegünstigung für Strom zum Betrieb von Nachtspeicherheizungen, die vor dem 1. April 1999 installiert worden sind
Nachdem nun zur Sanierung des Bundeshaushaltes Lohnkürzungen bei den
Arbeitnehmern allein nicht mehr auszureichen scheinen, sollten die
Regierungsparteien zumindest so tun, als würde über den Abbau von
Subventionen nachgedacht werden.
Mir persönlich scheint nur die Pendlerpauschale nicht unbedingt der
richtige Ansatz zu sein, denn schließlich habe ich meine Mobilität als
Arbeitnehmer unter Beweis gestellt und bin täglich zweihundert
Kilometer unterwegs um meinem Broterwerb als Steuerzahler nachgehen zu
können.
Ich muss wohl meinem Lobbyisten in Berlin mal dringend die Leviten lesen und/oder das Schmiergeldbudget erhöhen.
HTH (Hope this helps)

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