Machopan - Rauchzeichen

30.12.2005 um 05:45 Uhr

Osthoff

„Osthoffs Mutter attackiert Bundesregierung“, schreibt der Spiegel und ich versuche mir vorzustellen wie die Frau das wohl macht.
Noch interessanter als die Attacke der Mutter gegen unsere geliebte Regierung interessierte mich zuerst mal die Tochter, deren „Entführung“ unserem neuen Bundesaußenminister Frankensteinmeier (der mit dem stechendem Blick) gleich nach Amtsantritt eine Möglichkeit zur Profilverbesserung bot.
Also diese Tochter, diese Frau Susanne Osthoff scheint ja, zumindest steht es so bei Wikipedia, eine mehr als ungewöhnliche Frau zu sein. Sie wird von ihren Mitarbeitern als eine sehr willensstarke, mutige und hilfsbereite Persönlichkeit beschrieben.
Und diese willenstarke und mutige Persönlichkeit will jetzt ums Verrecken wieder dahin zurück, wo sie entführt wurde – in den Irak.
Dazu meinte der Aussenfrankensteinmeier: „Nach intensiven Anstrengungen vieler Beteiligter über drei Wochen, die schließlich zu ihrer Freilassung führten, hätte ich wenig Verständnis, wenn Frau Osthoff sich erneut in eine Gefahrensituation begeben würde.

Nicht dass es mich jetzt stören würde, dass der Frankensteinmeier kein Verständnis für die Frau Osthoff hat, denn versteh mir einer die Frauen. Aber warum sich die gute Frau Osthoff im Irak in eine „Gefahrensituation“ begeben würde, das macht mich doch nun doch nachdenklich.
Ist denn dieser Irak nicht der gleiche Irak, den unser nordamerikanischer Verbündeter auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen zwangsbefriedet hat?
Also ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie der George „Kabeljau“ Bush nach seinem vom Zaun gebrochenen Blitzkrieg der staunenden Weltöffentlichkeit im Mai 2003 das Ende der Kampfhandlungen im Irak eröffnete.
Fast vor Jahresfrist fanden sogar freie Wahlen statt und erst vor wenigen Tagen habe ich irgendwo aus der Presse vernommen, dass die Amerikaner planen einen Teil ihrer Besatzungstruppen zurückzuziehen und für unsere Politiker nun die Stunde eines stärkeren deutschen Engagements gekommen ist  – natürlich als Aufbauhelfer und Ordnungskräfte im zivilen Bereich.

Und vor diesem Hintergrund verstehe ich jetzt die Äußerungen von dem Minister Aussenfrankensteinmeier überhaupt nicht.  
Meint der denn wirklich, eine sehr willensstarke und mutige deutsche Frau würde sich durch die paar Verkehrsunfälle mit herumfliegenden Autos beirren lassen, wenn zukünftig deutsche Aufbauhelfer und Ordnungskräfte im Irak für die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung sorgen?

Viel wichtiger scheint mir hier die Attacke der Mutter gegen die Bundesregierung zu sein, denn sicher nicht nur mich interessiert brennend wie viel Geld unsere Bundesregierenden bereits in solche Projekte wie den Aufbau eines deutschen Kulturzentrums in der nordirakischen Stadt Arbil oder in die Sanierung einer Karawanserei in Mossul gesteckt haben.
Außerdem habe es allein im Jahr 2005 mehr als  90 Maßnahmen, unter anderem die Ausbildung von Stabsoffizieren, Logistikern und Sanitätspersonal, in der Bundesrepublik gegeben. Zudem seien der irakischen Armee 100 Lastwagen und ein Feldlazarett übergeben sowie 250 Baupioniere in den VAE ausgebildet worden.

So was sollte man hierzulande schon wissen, wenn an allen Ecken und Ende so gespart wird, dass ein "Heulen und Zähneklappern" durch die Republik geht.

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29.12.2005 um 05:45 Uhr

Lohnerhöhung

So kurz vor Jahresende und vermutlich zur Vorbereitung der guten Vorsätze wird der Ruf nach höheren Löhnen für die abhängig (Noch)Beschäftigten etwas zahlreicher und auch etwas lauter.
Doch wenn man genau hinhört und sich mal ansieht wer denn da ruft, dann wendet man sich ab mit Grausen. Es sind ein paar Politiker und ein paar greise Wirtschaftsweise. Ja und jetzt auch noch der Bundeshotte von Merkels Gnaden.

Wer nun glaubt, dass denen das Wohl des Arbeitnehmers am Herzen liegt oder über die Feiertage durch himmlische Erleuchtung gar ein Gesinnungswechsel eingetreten sein könnte – der irrt. Und zwar ganz gewaltig.
Es ist mal wieder nichts anderes als der Versuch die Problemchen dieser Republik auf Kosten anderer zu beheben ohne selbst einen Finger krumm machen zu müssen.  
Nicht dass ich nun generell etwas gegen Lohnerhöhungen hätte, die mir mein Arbeitgeber für die von mir geleistete Arbeit bezahlt. Aber genau da liegt das Problem, denn warum sollten die Arbeitgeber denn höhere Löhne zahlen, wenn es ihnen mit Hilfe rot-grüner Politiker in den letzten Jahren gelungen ist ihre Profite auf Rekordniveau zu schrauben und sie sich eines Großteils ihres Personalbestandes auf Kosten der Sozialkassen entledigen konnten.

Warum sollten diese Arbeitgeber, deren Vorstände für die Verbesserung der Gewinnmargen auch noch satte Prämien eingesteckt haben, nun die Löhne erhöhen und ihren Profit schmälern? Nur weil ein paar Politiker plötzlich danach rufen oder zumindest mal laut darüber nachdenken?
Also so saudumm kann wirklich kein Unternehmer sein.

Das wissen auch die Politiker ganz genau. Aber sie rufen trotzdem, denn es kostet sie selbst ja nix und Lohnerhöhungen würden so ganz nebenbei:

a-tens - zu höheren Lohnsteuereinnahmen führen
b-tens - höhere Einnahmen für die Sozialsysteme zur Folge haben
c-tens - vielleicht auch noch ein bisschen die Binnennachfrage ankurbeln

Während man sich bei a-tens und b-tens fast sicher sein kann, muss man bei c-tens zumindest Zweifel anmelden, denn eine Verbesserung der Binnennachfrage würde es nur geben, wenn die Arbeitnehmer auch mehr Geld ausgeben würden.
Dazu ist es aber zwingend notwendig, dass sich Lohnerhöhungen primär auf das NETTO-Einkommen auswirken (Anmerkung für Frau Merkel: Den Unterschied zwischen Brutto und Netto kann man bei Wikipedia kostenfrei nachlesen. Nur für den Fall, dass es mal wieder im Hirn hakt).
Netto ist also das, was einem Arbeitnehmer nach Abzug aller staatlich verordneten Nettigkeiten und sozialen Zwangsbeiträgen ausbezahlt wird.
Von diesem Netto müssen dann zuerst mal so Selbstverständlichkeiten wie Miete, Heizung, Strom, Müll, Wasser, Abwasser, Lebensmittel, Fahrtkosten, Praxisgebühren und Arzneimittelzuzahlungen und Versicherungen beglichen werden.
Und - sind wir doch mal ganz ehrlich – da ist doch nix dabei was in den letzten Jahren billiger geworden wäre. Auch wenn das Statistische Bundesamt in Wiesbaden seit Jahren tapfer gegen die Teuerungsrate anrechnet. Der Geldbeutel der Arbeitnehmer sagt da was ganz anderes, weil wenn der leer ist, dann ist der zu 100% leer. Auch wenn das Statistische Bundesamt behauptet, dass –statistisch gesehen- noch etwas Kaufkraft im Portmonee sein müsste.

Damit nun die Unternehmen nicht gleich Lunte riechen und sich gegen die plumpen Empfehlungen zu Lohnerhöhungen zur Wehr setzen, hat sich jetzt der Bundeshotte was ganz Geiles einfallen lassen.
Er meint, so hat er das dem STERN in die Feder geplaudert, dass „die Konzerne und Unternehmen ihre Mitarbeiter mit Gewinnbeteiligungen und Aktien motivieren sollten, denn er halte die Zeit für gekommen, die Ertragsbeteiligung der Arbeitnehmer oder ihre Beteiligung am Produktivvermögen wieder auf den Tisch zu bringen.
Weiter meinte Köhler, dass „in der Globalisierung solche Kapitalbeteiligungen in Arbeitnehmerhand dazu beitragen könnten, einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich entgegenzuwirken.“
„Mein Gott Hotte“, fuhr es mir da durchs Hirn, „du hast ja doch noch helle Momente. Das ist es doch, des Rätsels Lösung – die Beteiligung der Arbeitnehmer am Kapital.“
Ob der Bundesköhler auf diese geniale Idee selbst gekommen ist oder nur „Das Kapital“ von Karl Marx auf dem weihnachtlichen Gabentisch lag, konnte man dem Bericht im STERN leider nicht entnehmen.

Im SPIEGEL stand zum köhlerschen Pow-Wow zu lesen:  „Einmal mehr präsentierte Köhler damit wirtschafts- und steuerpolitische Vorschläge, die erstaunlich konkret sind - und zeigt, dass er sich auch als Bundespräsident nicht auf reine Repräsentativaufgaben begrenzen will.“

Na ja, ich wäre nicht ich, wenn ich das nicht etwas anders sehen würde, denn ich habe gelernt, dass sich Politiker sehr schnell an ihr Geschwätz von gestern nicht mehr erinnern können. Es gab da mal einen vor vielen vielen Jahren, der wollte mal die Arbeitslosigkeit halbieren. Und alles was er zu Stande gebracht hat, waren neue Formulare für deren Verwaltung.

Und überhaupt – eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Zumindest nicht in diesem Lande über dem der Bundesadler schwebt, der von unten, aus der Sicht des kleinen Mannes die Silhouette eines (Pleite)Geiers hat.

Statt Karl Marx hätte man dem Bundeshotte Karl May schenken sollen: „Unter Geiern“ und „Durch das wilde Absurdistan“.
Und wenn er das gelesen hat – dann mach ich mit ihm mal ein Interview und mach ihm mal klar was die „Präservativaufgaben“ eines deutschen Bundespräsidenten aus der Sicht eines Arbeitnehmers sind.

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28.12.2005 um 05:45 Uhr

Vielweiberei

Jetzt ist sie gefunden, die Ursache für die Randale in Frankreich und in der Folge der Grund für Ausgangssperre und Ausnahmezustand.

Im Spiegel war dieser Tage zu lesen, dass die in vielen Immigranten-Familie praktizierte "Polygamie" zu antisozialem Verhalten führe und dieses Verhalten wiederum die Ursache "sozialer Ausgrenzung" und Problemen bei der Arbeitsplatzsuche wäre.

Nun ist ja der Traum fast aller Männer (die Betonung liegt auf Männer), je nach Stimmungslage die Schlafstätte mit verschiedenen Andersgeschlechtlichen mit unterschiedlichen sekundären und primären Geschlechtsmerkmalen zu verwüsten, so alt wie die Menschheit.
Wie nun ausgerechnet der französische Arbeitsminister Larcher ausgerechnet in Paris, der Stadt von L'amoure und Oh la la, die Behauptung aufstellen kann, dies führe zu "sozialer Ausgrenzung" und Verlust des Arbeitsplatzes, ist sicher so gewagt, wie die Behauptung vom Onanieren bekomme man Haare zwischen die Finger.

Das ist wie immer bei Politikern ein an den Haaren herbeigezogener Grund zur Erklärung gesellschaftlicher Probleme. In diesem Fall ein an den Schamhaaren herbeigezogener Grund.

Polygamie ist in Frankreich gesetzlich verboten und kann sogar mit Gefängnis bestraft werden. Dennoch sollen sich rund 30.000 Familien für die Mehrfachbesetzung der weiblichen Rolle entschieden haben, was den Fraktionsvorsitzenden der französischen Regierungspartei UMP,
Bernard Accoyer zu der Meinung veranlasst, dass dies „den Rechten der Frau widerspricht und gewaltige Wohnprobleme schafft". Als Beispiel wurde ein Familie aus Schwarzafrika genannt, die mit "vier Ehefrauen und 30 Kindern in einer Vierzimmerwohnung lebt".

Rein mathematisch wären das mehr als sieben Kinder je Frau. Das hat sicher nichts mit Vielweiberei zu tun, denn so viele hat unsere neue Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen auch.  
Unter der Annahme, dass die durchschnittliche Größe einer französischen 4-Zimmerwohnung in etwa der einer deutschen 4-Zimmerwohnung entspricht, wäre das auch für eine „normale“ Familie mit sieben Kindern etwas knapp und müsste eigentlich früher oder später das Jugendamt auf den Plan rufen.
Ich denke daher, dass die Gründe für die Aggressionen wohl weniger in der Vielweiberei, als eher in einem gravierenden Missverhältnis zwischen „Personenanzahl“ und „Raumangebot“ zu finden sind.

Wenn Sie allerdings glauben, die Vielweiberei und die damit möglicherweise verbundene „soziale Ausgrenzung“ wäre ein rein französisches Problem, dann darf ich Sie auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts von Rheinland-Pfalz aus dem Jahre 2004 aufmerksam machen, das ich im April 2004 unter dem Titel "Doppelt gehoppelt" kommentieren durfte.

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27.12.2005 um 05:45 Uhr

Weihnachtsansprache

Es kam wie es kommen musste und „alle Jahre wieder“ findet sich das übliche Gesabber in den Reden zum Jahresende. Diesmal ließ es sich der Bundesköhler (Spitzname Valium) in seiner Weihnachtsansprache nicht nehmen die üblichen Plattitüden zur Glorifizierung der letzten 350 Tage des Jahres 2005 unters Volk zu bringen.

Liebe Landsleute“, hat der Bundeshotte am 24.12. in Berlin gesagt, „liebe Landleute, meine Frau und ich wünschen Ihnen frohe Weihnachten. In vielen Häusern herrscht jetzt fröhlicher Trubel; in anderen geht es eher besinnlicher zu.

Dass in vielen Häusern gar nichts mehr geht, vergaß der Herr Bundespräsident zu erwähnen und dass viele seiner lieben Landsleute gar kein Dach mehr über dem Kopf haben, das hat er wohl in seiner weihnachtlichen Gefühlsduselei gänzlich vergessen.
Ich habe mir die Rede, die auf der Website des Herrn Bundespräser www.bundespraesident.de veröffentlicht wurde, mehrfach durchgelesen und ich frage mich in welchem Land dieser Mensch eigentlich lebt.
Ganz im Stile der alten Durchhalteparolen werden da tumbe Füllsätze hirn- und sinnlos aneinandergereiht. Sätze, die man in beliebiger Sequenz wiedergeben kann, um endlos Nichtigkeiten von sich zu geben und um den heißen Brei herumzulabern:
Wir sind bereit, neue Erfahrungen zu sammeln. Dann können wir erleben: Veränderungen lassen sich gemeinsam gestalten, und die Dinge fügen sich. Wir werden dazulernen, und so werden wir neue Kraft gewinnen. Wir wissen: gemeinsam sind wir stark. Viel hat die Welt bewegt in diesem Jahr. Vielleicht ist das ein guter Ansatz, neue Wege bei der Lösung der Probleme zu gehen. Ein bisschen mehr Ehrlichkeit, Anständigkeit und Redlichkeit im täglichen Umgang können uns wirklich nicht schaden. Wir wollen eine Kraft sein, die zum Guten wirkt. Auf diesem Weg sollten wir die alten Tugenden nicht vergessen. Natürlich müssen wir alle anpacken, denn :“ Wir können alle nicht zaubern, nur arbeiten. Es wird Zeit brauchen.
Und unser Land hat zum ersten Mal eine Bundeskanzlerin. Unser Ziel ist klar: Im kommenden Jahr wollen wir Fußball-Weltmeister werden. Das schafft Arbeitsplätze und Sicherheit.

Und so weiter, und so weiter.
Und dann zitiert der Bundeshotte noch einen Satz von Jens Weißflog, dem Schanzenfloh aus Esten. Der soll einmal gesagt haben: „Man fliegt immer nur so weit, wie man im Kopf schon ist."
Also wenn das so stimmt, dann müsste der Bundeshotte eigentlich am Ende des Schanzentisches zu Boden stürzen wie ein Sack.

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23.12.2005 um 05:45 Uhr

Happy Xmas

Die Parteien hätten die Dramatik der finanziellen Situation unseres Landes unterschätzt, konnte man in der Vorweihnachtszeit in den Medien lesen.
Ich denke, sie haben es nicht nur unterschätzt, sie haben es einfach ignoriert.
Oder sie haben am 10. November 1998 die Regierungserklärung von Gerhard Schröder verpennt:
«Das Ergebnis unseres vorläufigen Kassensturzes zeigt den Ernst der finanzpolitischen Lage. Die Verschuldung des Bundes ist auf weit über eine Billion D-Mark getrieben worden. Der laufende Bundeshaushalt ist mit Zinsverpflichtungen von mehr als 80 Milliarden D-Mark belastet. Das heißt, jede vierte Mark, die der Bund an Steuern und Abgaben einnimmt, muß für diese gewaltigen Zinslasten ausgegeben werden. Hinzu kommt - ich muß das sagen, auch wenn es Ihnen nicht paßt -: Milliardenschwere Haushaltsrisiken wurden ignoriert; Einnahmen wurden zu hoch veranschlagt; Ausgaben wurden zu niedrig veranschlagt: Jahrelang hat man den Haushalt nur durch Einmaleffekte ausgeglichen. Deren Wirkung ist gleich wieder verpufft. Die großen Haushaltslasten aber, die schwerwiegenden strukturellen Probleme des Bundeshaushaltes, hat man einfach in die Zukunft verlagert.»

Und wer glaubt, die Parteien würden jetzt endlich diese „schwerwiegenden strukturellen Probleme des Bundeshaushaltes“ lösen, dem ist wohl nicht wirklich mehr zu helfen.


„Alle Jahre wieder“ singt morgen die Nation, wartet auf die Bescherung und lässt sich wieder ein X für ein U vormachen.

In diesem Sinne - Happy Xmas 2U!

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22.12.2005 um 05:45 Uhr

Schwulenorganisation

Ein schwuler Päderast
müsste eigentlich in den Knast
und seine Zukunft wäre düster
- da wird er lieber Priester

Zu diesem Schluss muss man kommen, wenn das stimmt was der Jesuit und Psychotherapeut Hermann Kügler unlängst dem Spiegel erzählt hat.
Danach ist «das Priesteramt in der katholischen Kirche hoch attraktiv für Menschen, die in ihrer sexuellen Entwicklung auf einer kindlichen oder pubertären Stufe stehen geblieben sind. Viele angehende Priester unterliegen dem Irrtum, dass sie sich mit ihrer psychosexuellen Entwicklung nicht auseinandersetzen müssen, da sie ja ohnehin ein zölibatäres Amt anstreben. Die katholische Kirche sei  „die größte transnationale Schwulenorganisation“»

«„Wenn sich alle outen und dann rausgeworfen würden“, sagt Norbert Katzenbach von der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche, „könnte der Vatikan den Laden dichtmachen.“»  schreibt das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, in seiner Ausgabe Nr. 32/03, 4. August 2003

Als praktizierender Atheist habe ich schon immer vermutet, dass die Geschichte mit der „unbefleckten Empfängnis“ irgendeinen Haken haben muss.
Und jetzt auch noch ein Insiderbericht über gleichgeschlechtliche Doktorspielchen ...
Da bekommen doch Aussagen wie „lasset die Kindlein zu mir kommen“ und „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ gleich eine ganz andere Bedeutung.

Nach unbestätigten Berichten soll sich die „größte transnationale Schwulenorganisation“ unter dem Namen „Der braune Ring“ bereits gegründet haben.
Denn was Man(n) sich heute kann „besorgen“  - das verschiebt er doch sicher nicht auf morgen.

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21.12.2005 um 05:45 Uhr

Verhältnisse

„WIR haben über UNSERE Verhältnisse gelebt?“ hört man dieser Tage immer wieder als Argumentation für Steuererhöhungen und Haushaltssanierung, „deshalb müssen WIR jetzt UNSEREN Gürtel enger schnallen.“

Nun ist das Wort „Verhältnis“ in der deutschen Sprache leider mehrdeutig.
Es bezeichnet zum einen eine logische Beziehung in der Mathematik und den Naturwissenschaften, steht aber auch umgangssprachlich für eine Liebesbeziehung.

Man muss schon längere Zeit unter extremsten Entzug gelitten haben, um die Beziehung der Bürger zu diesem Staat und seinen Parteien noch als Verhältnis im Sinne einer Liebesbeziehung interpretieren zu können.
Dieses Verhältnis zu verbessern scheint sicher nicht nur mir verlorene „Liebesmüh“ zu sein, geht es doch primär nur noch um Geld. Geld für die seit Jahrzehnten andauernde Verschwendung

Put your hands up in the air and give me all your money“ wird gerne als Reform bezeichnet und als einzige Möglichkeit betrachtet das Finanzgebaren des Staates nicht ändern zu müssen.
„Verlorene Liebesmüh“ kann man dazu nur sagen.
Seit Jahrzehnten Fehlentscheidungen und Verschwendung ohne Ende.
Eine Rentenpolitik und ein ausgeplündertes Rentensystem, das mehr einem verbotenen Glücksspiel gleicht, als einer verlässlich finanzierten Vorsorge für das Alter.
Eine Gesundheitssystem, das dem Missbrauch offen Vorschub leistet und die Beitragszahler zu nützlichen Idioten degradiert.
Eine Pflegeversicherung, die schon als Totgeburt gezeugt wurde.
Als ob das noch nicht genug wäre, dann noch eine Wiedervereinigung ohne Hirn und Verstand, frei nach dem Motto „Hurra, wir sind wieder wer und koste es was es wolle“.
Eine Europapolitik nach Gutsherrenart, erlaubt ist alles was uns bei anderen beliebt macht und überhaupt gibt es nichts was wir im Sinne des europäischen Gedanken nicht finanzieren würden.
Eine Finanzpolitik, dass es der Sau graust zur Finanzierung einer  unersättlichen Geldverteilungsmaschinerie und einem aufgeblähten Verwaltungsapparat.
Und, last but not least, eine Einwanderungspolitik ohne Hirn und Sack, wie es ein Forumteilnehmer so schön beschrieben hat.  Was brauchen wir auch eine deutschsprachige Familie mit zwei gut ausgebildeten Kindern, wenn wir für das gleiche Geld eine fremdsprachige, nicht integrationswillige Multi-Kulti-Familie nebst Oma und Opa bekommen können.

Wenn man sich das leisten könnte, wäre das alles zusammen und im richtigen Mix ja ganz schön.
Nur leider reicht das Geld dazu schon seit Jahrzehnten hinten und vorne nicht.
Dabei kann man das Problem jedem einigermaßen begabten Volksschüler klarmachen, denn so intransparent wie es immer heißt, ist der Bundeshaushalt gar nicht. Das Ding ist kein Staatsgeheimnis und steht sogar jedes Jahr im Internet.  
Von den gegenwärtig 254 Mrd. Euro Ausgaben gehen ca. 80 Mrd. Euro als Zuschuss an die Rentenkassen. Die Gründe dafür sind vielfältig und nicht so einfach, wie die Poliker uns das gerne glauben machen wollen.
Weitere 40 Mrd. Euro erhalten die Nachfolgeeinrichtungen der ehemaligen Bundesanstalt für Arbeit. Auch hier sind es nur bedingt echte Zuschüsse sondern überwiegend Ersatz für von der BA bezahlten "versicherungsfremden Leistungen".
Ja und dann sind da noch die etwa 40 Mrd. Zinsen für in den Vorjahren von unseren Staatsdienern gemachten Schulden. Damit wir uns richtig verstehen, das sind nur die Zinsen, da ist noch keinerlei Tilgung dabei.
Das sind zusammen dann mal so etwa zwei Drittel des Bundeshaushaltes.
Um den Rest rangeln sich dann jedes Jahr erneut die Minister der verschiedenen Ministerien für Wirtschaft, Landwirtschaft, Gesundheit, Forschung, Bildung, Entwicklungshilfe, Familie, Verteidigung, Justiz und Inneres.
Und weil sie sich jedes Jahr nicht einigen können, wo denn nun tatsächlich endlich gespart werden soll, werden jedes Jahr neue Schulden gemacht.
Darüber sind sie sich alle verhältnismäßig genauso schnell einig, wie darüber, dass die Einnahmen des Staates zu erhöhen sind um das Verhältnis zum Volke erneut als Partnerschaft im Sinne von „der Partner schafft“, zu definieren.

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20.12.2005 um 05:45 Uhr

Gammelfleisch

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“, von Trio war lange Zeit ein Hit im deutschsprachigen Europa.
Die „never ending Story“ von der Gammelwurst hat nicht nur kein Ende, sondern ist auch nicht der Hit und verschlägt wohl nicht nur dem deutschsprachigen Europäer die Sprache.

Wie viele Tonnen Gammelfleisch und Schlachthausabfälle in den letzten Jahren über den Verdauungstrakt unzähliger Bürger umweltschonend und profitsteigernd beseitigt wurden, das  lässt sich nur anhand von Hochrechungen nachvollziehen. Denn der Geschäftsprozess zur Entsorgung verdorbenen Fleisches ist das perfekte Verbrechen, wie ein Mord ohne Leiche. Fast wie Kannibalismus in Perfektion, nur dass nicht die Täter das Corpus Delicti auffressen,  sondern die Käufer von Fleisch- und Wurstwaren, die anschließend die Verdauungsreste über die öffentliche Kanalisation entsorgen.
Perfekt, perfekt!

Früher, als der Verbraucher noch glaubte, dass es sich bei der Nahrungsmittelkette entweder um ein neu eröffnetes Spezialitätenrestaurant oder gar um verzehrbare Schmuckstücke handelt, hat sich doch kaum jemand Gedanken um den Verbleib von Schlachtabfällen gemacht.
Und wenn, dann ging die Mär um, dass sich die Nahrungsmittelkette auf wundersame Art und Weise selbst veredelt, kurz bevor sie den Menschen erreicht.
„Tiermehl“ hieß die Zauberformel und so ziemlich alles was für den direkten Verzehr durch den Menschen nicht geeignet schien, wurde eben zerstückelt, geschreddert, sterilisiert und  getrocknet um dann in Form unterschiedlicher Produkte mit  phantasievollen Namen dem lieben Nutzvieh zum Fraße vorgeworfen zu werden, damit daraus wieder wunderbare(!) Steaks und Schnitzel werden.
Perfekt, perfekt!
 
2001 ist dann allerdings die Verwendung von Tiermehl als Futtermittel in Folge der BSE-Erkrankungen von Rindern in der Europäischen Union verboten worden.
Aber wohin nun mit den Millionen Tonnen Schlachtabfällen?
Nachdem sich weder die Verbrennung, noch die Verwendung zur Rohölgewinnung oder gar die Nutzung als Baustoff als rentabel erwiesen und die Preise für Katzen- und Hundenahrung in den Keller zu gehen drohten, musste eben für das Überangebot eine andere Lösung gefunden werden.
Genau!
Perfekt, perfekt!

Angst, erwischt zu werden müssen die Täter nicht wirklich haben.
Angst vor Kontrolle auch nicht, kommen doch die Veterinäre, anders als die Steuerfahnder, zu den üblichen Öffnungszeiten des Betriebes um die für sie zugängliche Ware „stichprobenartig“ einer „sensorischen Prüfung“ zu unterziehen, wie der EXPRESS unter seiner Rubrik „Lokales“ meldet.

Dass es sich bei dem in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn entdeckten „Gammelfleisch“ um Beamte eines Ministeriums handelt, die den Umzug nach Berlin verschlafen haben, wollte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage allerdings nicht bestätigen.
Vielmehr könnte es sich um ehemalige Angehörige der Task-Force „Rinderwahn“ handeln, die sich derzeit in Ausbildung zur Sonderkommission „Giftgemüse“ befinden könnten, bevor sie unter Minister Seehofer in der Ermittlungsgruppe „Gen(!)iale Lebens(?)mittel“ aufgehen.
Perfekt, perfekt!

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19.12.2005 um 05:45 Uhr

Abgebrüht

Kaum ist der Urlaub zu Ende und man macht sich von der „No News – No Shoes“-Insel wieder auf in die nasskalte Heimat, da kommt es gleich hageldicke.
Mein erster Fehler war wohl, dass ich mir auf dem Rückflug leichtsinnigerweise beim Besteigen des ausgebuchten Flugzeugs der „Ölsardinen-Airways“ eine Ausgabe der Frankfurter Rundschau gegriffen hatte.
Mein zweiter Fehler war sicher, dass ich nach 14-tägiger Abstinenz der deutschen Politszene, eben diese Zeitung aufschlug, ohne mich vorher um die existenzielle Verfügbarkeit einer Brechtüte zu kümmern.
Es kam also wie es kommen musste.
Die Titelseite mit Meldungen über die diversen (neuen?) Tätigkeiten des Altkanzlers, konnte ich noch verhältnismäßig leicht wegstecken, denn von dem Mann hatte ich sowieso nix anderes erwartet.  Auch meine Empörung über das Verhörverhalten unserer amerikanischen Freunde hielt sich nach  den  Ereignissen von Abu Ghraib in erträglichen, körperlich beherrschbaren Grenzen. Und dass die Jungs sich einen Dreck um Menschenrechte, internationale und nationale Gesetze kümmern, sofern nur irgendwie „amerikanische Interessen“ berührt sein könnten, wissen wir doch auch schon lange vor Guantanamo.
Die Beiträge zur Mehrwertsteuererhöhung, deren Auswirkungen auf die Preise für Medikamente und die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenkassen lösten bei mir nur ein leichtes Darmkrümmen, gefolgt von einem müden Arschrunzeln aus. Nach sieben Jahren rot-grüner Gesundheitspolitik zum Wohle des Beitragszahlers ist man emotional auch schon ziemlich abgestumpft und abgebrüht.

„Abgebrüht“ war dann auch der Aufmacher zu einem Bericht über die Freigabe der Autobahn A71 von Erfurt nach Schweinfurt, der meine Aufmerksamkeit auf sich zog:
«Meiningen · Die Freigabe der Autobahn A 71 von Erfurt nach Schweinfurt hat einen thüringisch-bayerischen Würste-Streit ausgelöst. Der Speiseplan beim Festakt am Samstag sah bayerische Weißwurst und Leberkäse, aber keine thüringische Bratwurst vor, räumte ein Sprecher der für die Organisation zuständigen Autobahndirektion Nordbayern am Dienstag ein. Thüringens Verkehrsminister Andreas Trautvetter (CDU) soll sich persönlich dafür stark gemacht haben, dass es nun auch Wurst vom Grill geben wird.
"Bei den Ansprachen zum Beginn auf Thüringer Seite wird Thüringer Bratwurst angeboten, später im Festzelt in Bayern wie geplant Weißwurst, Leberkäse und Gulaschsuppe", erläuterte Wolfgang Lohe, Sprecher der Autobahndirektion Nordbayern den Kompromiss. Thüringen zeigte sich am Dienstag zufrieden mit der Lösung. dpa»

"Hurra" ich bin wieder in Deutschland, dem Land in dem sich Minister persönlich für die Wurst vom Grill stark machen.
Als ob dieses Land nicht ganz andere Probleme hätte!

Der bei mir sofort einsetzende Brechreiz hatte nun ursächlich sicher nichts damit zu tun, dass ich bayerische Weißwurst noch nie mochte und Leberkäse und Bratwurst seit dem Gammelfleischskandal noch nicht einmal mehr riechen kann.
Nein, diese Art von Magenheber kenne ich auch nach einem Auslandsaufenthalt noch zu gut. Es ist genau diese Art von „wichtigen“ aus Steuermitteln bezahlten politischen Ereignissen an denen man Fachkompetenz und Amtsverständnis unserer politischen Elite, hier in Person des thüringischen Verkehrsministers Andreas Trautvetter von der Christlich Demokratischen Union,  erkennen kann.
Bei mir lösen solche Dinge zwischenzeitlich derart heftige spontane körperliche Reaktionen aus, die nur absolute medizinische Laien als „Heimweh“ diagnostizieren können.
 Und das möchte ich abschließend noch erwähnen – ich kann mich an die Verursacher meiner Leiden auch nach der Gehirnwäsche des Wahlkampfes sogar im Wahllokal angesichts der Wahlurne noch erinnern.

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06.12.2005 um 05:45 Uhr

Urlaub

Noch nicht mal richtig im Amt und schon musste er das Maul aufreißen und neunmalkluge Ratschläge von sich geben:
«Der designierte Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat die Deutschen aufgefordert, zur Konjunkturbelebung mehr Urlaub in Deutschland zu machen. „Wir müssen den Menschen auch den Zusammenhang zwischen Arbeitsmarkt und Kaufverhalten klarmachen“, sagte Glos der Bild am Sonntag»

Dass er das ausgerechnet der Bild am Sonntag erzählt hat, ist keine Entschuldigung für derart tumbe Sprüche.
Jeder Arbeitnehmer kennt aus eigenen schmerzlichen Erfahrungen den Zusammenhang zwischen Arbeitsmarkt und Kaufkraft, denn ohne Job haste kein Moos und ohne Moos ist in diesem Land nix los.
Das ist doch zwischenzeitlich selbst den Lesern von Bild am Sonntag klar.

Weiter sagte Glos: „Die Deutschen müssten wieder im Inland konsum- und investitionsbereiter werden“ und fügte in einem seiner wenigen lichten Momente hinzu: „Voraussetzung dafür sei aber die Berechenbarkeit der Politik.
Beim letzten Satz kann man ausnahmsweise dem Herrn Glos nicht widersprechen.
Aber ich müsste jetzt lügen, verbrächte ich meinen Urlaub fortan auf Rügen.

Bis die Tage.

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05.12.2005 um 05:45 Uhr

Macho Superstar

Die Schlagzeile im Sportteil des österreichischen „Kurier“ riss mir fast die Pupille aus der Augenhöhle.
Macho im FCK-Tor“ stand da in dicken Lettern und spontane Begeisterung raste mir durch die Adern, denn endlich hatte wohl jemand mein wahres Talent entdeckt.
Fortan würde ich meine Millionen auf dem Rasen verdienen können, die Massen begeistern und am Stadionausgang würden die Groupies lauern um einen Blick auf mich zu erhaschen und mit feuchten Augen erwartungsvoll nach meiner Telefonnummer fragen.

Doch die weitere Lektüre des Artikels brachte die schlagartige Ernüchterung, denn ein deutschsprachiger Ausländer hatte sich mit meinem Namen, oder Teilen davon, in die Mannschaft des 1 FC Kaiserslautern eingeschlichen und soll jetzt beim Tabellenletzten gegen den Abstieg kämpfen.

Na, für den Abstiegskampf hätten sie auch mich verpflichten können, denn einen besseren Garant für den Abstieg wie mich gibt es gar nicht. Ich hätte diesen Verein todsicher in die zweite Bundesliga führen können.
Aber mich fragt ja mal wieder keiner.

Gut, ok, meine besten Zeiten auf dem Platz sind vorbei, aber für den Tabellenletzten reicht es noch allemal. Schließlich hätte ich, als mein Kickerstern damals im Zenit stand, ja auch mal zu Real Madrid nach Spanien wechseln können.
Jaaaa, da staunen Sie jetzt aber. Für 10 Millionen Euro hätte ich zum spanischen Meister wechseln können. Das Problem war nur – soviel Geld hatte ich nicht.

Aber jetzt beim KSC würde ja alles passen, denn die haben das Geld auch nicht, oder auch nicht mehr.
Ich würde ja gerne mal den Herr Jäggi anrufen, aber der soll seit einigen Tagen so schlecht erreichbar sein.
Na ja, schau mer mal. Dann ruf ich halt die elfachtundachtzignull oder gleich den Herrn Hoeneß an, denn der hat die meisten Telefonnummern im Kopf. Und außerdem noch solche Sprüche wie: "Ich glaube nicht, daß wir das Spiel verloren hätten, wenn es 1:1 ausgegangen wäre."  
Außerdem hat er mal gesagt, dass jeder der den Ball viermal hochhalten kann, ein Superstar ist.  
Na dann wird sich sicher schon der ehemalige Bundesschröder bei ihm beworben haben..

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02.12.2005 um 05:45 Uhr

Lobende Worte

Lobende Worte fand der Bundesköhler zum Abgang von Bundeskanzler Gerhard Schröder, während vielen Bürgern dazu nur noch ein gequältes „Gott sei Dank“ über die Lippen dringt.
Und ich stelle mir mal vor, wie lange der Bundesköhler wohl gebraucht hat, um diese lobenden Worte, wie die Nadel im Heuhaufen, zu suchen.

Der Bundesköhler bescheinigte Schröder, der in seiner Heimatstadt Hannover mit einem „Großen Zapfenstreich“ aus dem Amt ausgeschieden wurde, „bleibende Verdienste um unser Land“ und fügte hinzu: "Gleich zu Beginn der Amtszeit des Kanzlers trat die Bundeswehr an der Seite von NATO-Partnern in ihren ersten Kampfeinsatz ein, um eine humanitäre Katastrophe im Kosovo zu verhindern. Mit der Einführung des Euro und mit der Erweiterung der Europäischen Union um die jungen Demokratien in Mittel- und Osteuropa ist unser Kontinent zusammengerückt und stärker geworden, und Deutschland leistet tatkräftig einen wichtigen Beitrag für Frieden und Freiheit in der Welt."

Nun hat der Bundesköhler wohl in seiner Freude über den Abgang des Kanzlers, der ihn im Mai diesen Jahres über das Fernsehen von den anstehenden Neuwahlen informieren ließ, zwei Dinge vollkommen übersehen:
  1. Der Kanzler hat die Neuwahlen nicht inszeniert um frühzeitig aus dem Amt scheiden zu können.
  2. Nur der Kanzler geht, die Partei aber bleibt  -wie alle permanent beteuern- für weitere vier Jahre.
Bis zu den nächsten Wahlen, denn es müssen ja nicht unbedingt Neuwahlen sein damit die Bürger etwa Neues wählen.

Weiter erklärte der Bundesköhler, dass der scheidende Bundeskanzler die Folgen der Alterung unserer Gesellschaft erkannte und mit  hohem politischen Mut und Arbeitseinsatz die Agenda 2010 entwarf und gegen große Widerstände durchsetzte. Daher gebe es keinen Zweifel, dass diese Politik der inneren Erneuerung dem Wohle Deutschlands diene.
Dies alles seien "gute Gründe, dem scheidenden Kanzler und seiner Regierung dankbar zu sein".

So werden es sicher die 5 Millionen Arbeitslosen, die 1-Euro-Jobber und Inhaber der Ich-AG’s auch sehen. Um deren Dankbarkeit über das Würgen des Kanzlers in den sieben Jahren seiner Regierungszeit zum Ausdruck zu bringen, wäre es sicher besser statt den rund 600 zu einem Empfang geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mal 600 extremst geladene Arbeitslose zu holen.
Denn die hätten dem Schröder einen richtigen Empfang bereitet, bevor ihn die Bundeswehr mit Pauken und Trompeten verabschiedet.

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01.12.2005 um 05:45 Uhr

Lesefreundlichkeit

Vom Sinn und Unsinn der von Kommissionen erdachten Regelwerke konnte man dieser Tage wieder in den Medien lesen.

Der Rat für deutsche Rechtschreibreform hatte sich mal wieder zum Ratespiel um die deutsche Rechtschreibreform getroffen und hat sich ausgedacht, dass:
a-tens, feststehende Begriffe wieder groß geschrieben werden sollen
b-tens, sinnentstellende Trennungen nicht mehr zugelassen werden
c-tens, vor einem erweiterten Infinitiv wieder ein Komma stehen wird
d-tens, Sinnzusammenhänge wieder mehr durch Kommas getrennt werden

Dass vom Rat aus Zeitmangel nicht noch weitere Änderungen erraten werden konnten, wollte der Vorsitzende des Rates auf Anfrage nicht bestätigen. „Uns geht es nicht darum, daß die Lehrer den Schülern mehr Fehler anstreichen, sondern um mehr Lesefreundlichkeit", erklärte der ehemalige bayerische Kultusminister Zehetmair (CSU).

Neben dem Vorsitzenden Zehetmair besteht der Rat aus 18 Mitgliedern aus Deutschland, jeweils neun Mitgliedern aus Österreich und der Schweiz sowie je einem Mitglied aus Südtirol und Liechtenstein. In Zukunft soll in dem Gremium auch der deutschsprachige Teil Belgiens vertreten sein.
Die deutschsprachigen Teile Dänemarks, Luxemburgs, Hollands, Polens, Ungarns, Rumäniens, Estland, Lettlands, des Elsaß, der Türkei und Berlins sollen zu einem späteren Zeitpunkt stimmberechtigte Vertreter erhalten, um bei den Sprachregeln zur Groß- und Kleinschreibung sowie den Regeln zur Lautbuchstabenzuordnung zukünftig mitraten zu können.

Es soll wieder mehr nach dem Sinn geschrieben werden“, erläuterte der Ratsvorsitzende Zehetmair nach der siebten Sitzung des Exkrementengremiums in gebrochenem Deutsch, „auch schreibe man das „du“ im Brief wieder groß.
Die neue Schreibweise des „du“ im Email blieb dagegen unerwähnt, was sicher Grund für eine neue Raterunde sein wird.
Weiter meinte Zehetmair es gebe generell eine gewisse Tendenz, mehr Sachen wieder groß zu schreiben. Dies gelte vor allem für feststehende Begriffe wie „Erste Bundesliga“ und „Große Koalition“.
Die Frage, ob die Politik der „Großen Koalition“ nun „Erste Sahne“ oder eher „Große Scheiße“ ist, ließ das CSU-Mitglied Zehetmair unbeantwortet und verwies darauf, dass „ss“ statt „ß“ nach kurzem Vokal weiterhin Bestand habe.

Und ich muss mir jetzt mal jemand suchen, der mir die Sache mit dem Komma vor dem vereiterten Infinitiv erklären kann, denn da scheine ich in der Schule eine kurze Konzentrationsschwäche gehabt zu haben.

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